Ausgabe 
15.11.1927
 
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llr. 268 vierter Blatt

Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefsen)

Dienstag, 15. November (92Z

Lugend und Hochschule.

Deutsche und amerikanische Universitäten.

« Btrald*

Är Tt Triel*. Professor der Phllv- sophie an der Universität teq>»ig

Aichl aU narrul db pädagog f ch« Hochmann. Itrnbem ans prJ.-.tdxr Sachlenntr ts heraus Dtll ch h»er einiges über deutsche und amerikanische Untoerf dien und ihre Untedchiede sage.,. C ne *w<!l« LachkrnniiI« bor »ch wohl ohne Ueber- Xbung für mich tn Anspruch nehmen ch Hobe :n 6m verschiedenen deutschen Hochsu!en ftu- Hett, an drei anderen al< Prvlelsor gelehrt. mb von ameriloniichen llntt-erfl täten kenne ich Hi letzt »ebn. unter denen ich b»e lIm*erntv n| VUtonun. an der ich die Freude batte. letzten Bin.« als Lari-Schurz-Memorial-Prosellor zu vielen rech« genau kennen au lernen mich be- nüht bäte

3# soll in den Bereinigten Staaten über 900 Anstalten geben die sich Univenh* ober oUegc nennen Dir vollen hier nur von den zrotzen hi der ganzen Welt bekannten llnit>crfl- j« sind berrn ^ur . t etw

Hi 20. aber ihre Zahl mehr« sich von Jahr pi Jahr

Aun dars man. wenn man die groben Unt- »rsilälen Herborner i la« mit den deutschen Uni- 'ersitären vergleichen will, «vchl ohne weiteres -Universität" gleich ..Universität" setzen- denn .<5 Ziel der höchsten Lrhranstolten ist in Deutsch­land und Amerika verschieden, und »war ist dieses Ziel In Amerika weiter und reicher T*c Seuische Universität tft ganz vorne inIich höchste Berufsschule Gewtft bietet sie dane ^en den Stu- Aierenden Gelegenheit zu lehr umsalfender all- gemeiner Bildung, aber ihre eigentliche letzte Absicht ißt dos nicht. Prediger. Juristen. Aerztc -xnb Vehrer od'r rrtru 3 mb zwar mit der denkbar höchsten Absicht. Tie amerikanische Univers.« tut ir ihrer .Graduate School" dasselbe aber daneben Ist sic tn bei Abteilungen der Undcrgraduatcs in vollem ftewufttfrin allgemeine Bildungsschulc Sie hat <11 o eine Toppelaulgabe während die deutsche xur eine Ausgabe Hot neben der freilich noch dn Wunsch besteht

Tie f/nde griduate"-Abteilungen ber ameri- tam|*cn Universitäten werden von einer groben Zahl lunger Menschen beiderlei Geschlechts be* Jucht 3n Madison allein das nicht einmal M den sllergröftten Universitäten des Landes erhört, sind meist gegen 8000 Studenten - die protze Mehr»al)l davon find allerdings Bildungs-, eicht Fachstudentcn

Man lagt tn Deutschland gelegentlich, es ent- s-räche die vierjähriac l Indergraduate School der »cmerikanlfchen Anstalten den beiden Primen un­serer Gymnasien Aealahmnosien und Oberreal- shulen also unteren .höheren" Schulen. Das rt falsch TW Undcrgraduates haben, wenn fle ihr Studium mit dem B A. obschlietzen. eine viel kveitrr getriebene Bildung als unsere Abitu- reTTtew. wozu noch kommt dah sie im Durch- fchnitt drei 3abre älter sind als diese. Tie beiden ersten Jahrgänge der Undergraduaies. nur fiele, borl man mit unteren Primanern ver­reichen. die älteren entsprechen vollen deutschen Studenten in den ersten Studien ähren nut datz i Jr Studium, do es allgemeinen Bildungszwccken fient. sich breiter ausdednt. 3^en weil die r Teilten amerikanischen jun gen Männer und .1 Bauen zu allgemeinen Bllbungszwecken die Uni- i erlUÄlen besuchen um sie mit dem B A. (Racca- I lureus artiumt zu verlosten, nimmt nun vom

3euer deutscher Studentenhumor

Bon Dr Siegs ried Scha rse

Der jemals n leinen Leben mit Studenten k tun gebebt Hai oder wohl gar selbst für eine -lnsahi fröhlicher Jahre Ctuoerti gewesen Ist. Brnnl auch deutlchcn Studentenhumor, der heute gmou so lebenb-.g und volkstümlich ist. wie vor Jafrrtunbcrien. als deutsches Ctubcntentum seinen Anfang nahm. Genau so wie tvddiicbcnc G«dwerserbcrufe. tz.B. der des Zimmermanns. I «t befonberv Sprache haben, die sich durch be- ntnunle A eüewcndungci i. IDorlbLlbungeji und -nisammenftellungen von der ailgemr.n üblichen ' Umgangssprache unterscheidet. genau <o hat deut­sches Studentcnium feine eigene Sprache und. I r.nen eigenen Humor entwickelt, der wohl manch- vol als etwas derb und unfein gilt, aber doch icnd) sicherlich seine Aeizc Hot Sie verdienen «cht nur das Jnt«esk des Sprachwissenschaft- l«rs. sondern ebenk das einer größeren Ocffmt- I chseit, die Verständnis für deutsche Sprach- egentümlidlfcitcn hol.

Wer deutschen Studcntenbumor der Gegen­wart kennenlernen will, versuche sich eine der ^genannten Bierzeitungen zu l'ri-affen, txe sie von den studentischen Korporationen ge- I ^gentlich ihrer Stiftungsfeste, zu Weihnachten vbet bei ähnlic. Gelegenheiten yilammcngchcHl werden. Sie erscheinen meist in <ynl (Normal und werden in der Aegel durch Steindruck DtrftcU ' Ut.gr. Sie enthalten Karikaturen. PrvfaMzzen nd Gedichte, ferner am Schlust ;m allgemeinen -nen humoristisch.-. Inseratenteil. Guk Bter- v.hxng ist ausfchlietzlich für bie ANtglieder der t et ressenden Korporation, aus deren Reihen sie trrtx»rgegangen ist bestimmt. Ihr Inhalt kann -»ach tpcox-n zahl reicher persönlicher Lrspielungen Austenstehend mc-Jt nicht verstanden wer- ^n. obwohl es auf der anderen Serie natürlich acht an allgemeinem Bemerkungen fehlt, die sich auf die Universität der betrdfcmbcn Stadt. "Ir Geben, ihre TBirtinncn. fcchönen Töchter. Po- | li,eiorganc und Aach:Wächter beziehe

Für jeden alten Korvoraf.onsftuderuen find : t der ®rirmcrunj die Stunden lebendig, in i-men die öcmefter bienet hingen oorgeiden wür­ben. an deren Gnlstehen er selbst mitbeteiligt -Etvesen ist. Sie bedeuteten für den Ruten und Sulchen Höhepunkte studentischen Jun^'e ns und »rden in späteren Jahren immer wieder her- rrrgeholt. um die Bergongenheit wach werden 0, lassen.

Aur selten kommt studentifcher Humor in h terarischer Form in die Oessenlllchkeit Dicl- l» cht weil sein eigentümlicher Aei^ fein he

fünften Jahrgang dem Begran der Graduate School an die .-abi der Studierenden in Amerika plötzlich stark ab Aun beginnt >a die eigentliche gelehrte Fachausbildung, und die ist begreiflicher- weise nur für wenige

Öfter die Zahl der vielseitig Gebildeten Ist in Amerika eben wegen der grohen Anzahl derer, die sich den B. A erwerben lehr grotz unb bat« kommt die Lat suche dah der Turchfchnitts- anertlaner namentlich in bei Aoturwiflcn chaften geb übet er ist als der Turchschnutsdeutsche. dos gilt ganz besonders von den Frauen.

Ganz und gar veri ch ede^ ,st in ameri fa- nfchen unb deui'chen Unioeriitäten die Tech­nik des Lehrens und bter scheint mit ein 'Sril zu Irin, auf dem jeder vom anderen Lernen kann. Ter deufche Student ist ganz auf sich selbst gestellt. ®r kann Börse'ung en belegen, w.e er es will: er kann lesen. er will Ss gibt do während des ganzen Studiums keine Kontrolle irgendwelcher Art. Der Stutent must :m Cdrfubciamm. allo meist nach vier, bei Medizinern nach fünf bis sechs Jahren rtn-o* wissen Dazwischen liegen nur bei einigen Disziplinen l,o bei den Medizinern das .Phvfikum". bet den ttbemifem die . BerbandSerumina") Zwilchen- fC-ru!un,-en; im übrigen ist es die Hauptsache, dost bet Student »m Schluheramen etwas treib, auf welchrm Dege er es erworb.ni hat. dc-nach fragt kein Mansch. - Auf her höheren Schule, da ist der junge Deutsche .qebr.llt" worben, und dos 3tt*ituricntencrain-m ist N 4 gefürchteifte in feinem gansen Leben. Zugleich Ist es die ablolutv Borbedingung für >etr* Zu­lassung als roll« Student an e.ne Universität. Deutsch, iwei ober drei Fremdsprachen, viel Mathematik und Deschichie. unb. wenn nur zwei Fremdsprachen, dann sehr viel Phhfik, Chemie und B.ologie Itnb die Prüsungsgegemstünde.

Aun zum Amerikaner Ter Student hat seinen perlönlichen .Adxiter'' lAatgeber. der ihn. sagt, welche Borle'ungen er %r besuchen bat. unb der auch feine Privatlritüre .i der wacht und ihre Erfolge tonlroUlert. Aufs stetigste wird daraus gesehen, datz der Student die Ikn- lefungen nicht .'chwänzt". und datz er nicht etwa vor Snde des Semesters abreist. 3n jebern Kurs gibt es ein SchlutzeLomen und ein ötamen in bet Mitte, lieber den Ausfall aller (Sjamir.a wird Buch geführt, die Gltern werden benach­richtigt. wenn es wiederholt schlecht ober auch nur mätzig war. und ein Student, der sich in den Leistungen nicht bess«t. hat von der Uni­versität au ve richwi n den

Tie Schule, die High School ist dagegen tn Amerika sehr frei und scheint rin sehr ange­nehm« Aufenthalt zu sein. Da gibt es keine Ueberanftrengung. viel Sport, viel Aufenthalt tm Freien. Ja. bei mandxm High Schools gibt es an Wissenschaft wohl ern biidym aar zu wenig. Tiefe Anstalden sind nämlich recht ver­schieden. und während einige, meist private High School«, den Zögling mit zwei Fremdsprachen und ein« recht ordentlichen ÄemtniA In Mathe­matik und Aaturwissenschaften entlassen, schicken ihn <mb«c ohne Fremdsprache, ja oft mit einer recht geringen Fähigkeit, sich englisch leidlich ausaudrücken. und mit einer ganz elementaren mathematischen Ausbildung aut die Universität. Taft hi« Mandel geschaffen werden mutz, geben de meisten Amerikaner zu. Idas wir an Schulzwang und Schulttusb.ldung zu viel haben, hat der Amerikan« zu wenig Daher wird heute unter den amerikanischen Akademi­kern keine iFrage soviel erörtert, wie dirie. Man sollte vielte.ch: baftin reformieren, datz die High Schools überall glcichmatzig gemacht und datz sie zweitens erweitert werden.

Aeformen ar. höheren Schulwesen find mm freäich wir en: »che ni. le Deutschland rverso dringend aefrrbert, freilich nach der eugeaen- Srtenten 6e.tr h.n Der Schul,, soll in dem ehr er den Freund *ebm und nicht den Mann, vor dem et Angst ha: 3* g.bt beute schon das erhoffte ideale B«hältn'.s. aber es ist durchaus nicht dir Argrl. Unb vor allem das A b i - lurirnteneiamen mutz weg. radikal weg 6int Schule, btt neun Jahrr lang den Jüngling ob« das Mädchen bei >.ch hatte. foUte doch wahrt.ch ohne solche Quälete. fähig Irin, üb« ihre Befähigung zu urteilen.

Ich komme nun noch zu zwei Dingen, von denen das erste trilWci r bereits aas dem fchon Gesagten hervorgeht. O* handelt sch Zunächst um den Ucbcrgang von der Schuir zur Universität. Hier liegt ein brionbex* aen-alt.g« Unterschied zwischen Deutchland unb Amerika vor.

In Deutschland rin oöUiqer Bruch: brr .Junge . d« roch vor zwei Monaten Angst hatte, ob « leine Gerichte wohl ordentlich .könne", und nicht befrra't twrben wurde, ist auf einmal rin .Herr Müller" oder Schulze steworden. .H«r THüllrr" macht zunächst, was er will, lernt jiUuricl Grl.tzrtes tm Anfang und wird meist völlig verwim von den Kollegien, deren Inhal: « tm günstigsten Falle zur Hälite versteht. All­mählich kom.l.I « zur Einkehr und zum Berständ- nts und zum Bewnfttsrin dessen, was « eigent­lich Will, und steht dann eines Tages als jung« Gelehrter mit oft reckst selbständigen Ansichten da Jn Amerika eine Mischung von Freiheit und Beschränkung vor dem Ueberaang unb nach ihm. Auf der Schule alles and«e. al» ein .drakonisches" Verhältnis, aber auf der Universität Fort­setzung des Bestehenden. Ueberafi grnftc freund­liche Menschlichkeit. Ter amerikanische Student will gar keinen Bruch weil er das Leben auf ber Schule nicht als eigentlichen .Zwang"' emp­funden hat.

Das ist nun bell«? Mir will 'chrinen: diel wenig« Zwang aus d« deutschen Schule, ein bisch.-n weniger Zwang auf ber amerikanischen Universität, vielleicht sogar gar keiner Tic deut chen Universitäten haben bis ietzt gut ge­wirkt unb sehr wenige Studenten sind angestch's ihrer übergroßen Freiheit txrloren gegangen. Ich komme nun noch zu der verschiedenen Art des Lehrens aul den Unioer bäten der beiden Lander: Ter amerikanische Professor, wenigstens hmer- halb b« ersten tn« Jahrgänge, .lehrt« ist .tcachcr. wenn auch ob«sten Ranges: d« deut'che Prvfeslar trägt vor

Dril d« amerikanische Professor .lehrt", so überzeugt « sich auch, sei es peridnlich. oder durch die .a$<i<tcnts" unb .inttructors". ob bas Gelehrte ausgenommen und behalten wurde.

T« deutsche Professor bietet feine Auffas­sung eines Disfengebietes gleichsam als Vor­bild dar. Aatüriich geht damit ein Lehren im Sinne rin« Darbietung objektiven TMnen*- stvffes Hand tn Hand. aber die Hauptsache ist doch die persönliche Form d« Tarbtetung. Terra Lehrbüch«, an die sich kaum etn Professor näh« bin bet. gibt es genug. 3m deutsch'N Se­minar- und Laoorawriumsbetrieb ist alles natür­lich etwas and«es ab« auch hl« steht meist der Profellor nicht in dem Verhältnis des Leh­rers zum Schul«, sondern tn dem des älteren Gelehrten zum jüngeren

Das amerikanische System garantiert einen gewissen Grwerb von Wissen beim Studenten, das Deutsche ermöglicht eine aröh«c geistige Selb­ständigkeit. .Garantie" haben wir also nur auf der einen Seite. Und trotzdem möchte ich uns« deut'ches Univertitätsshstem nicht geänd?ri sehen

ftmbercr, intim« Charakter dadurch verloren geht. Immerhin findet gelegentlich das eine ot« andere Sluck humoristisch« Studentendichtunz und -profa seinen Wag in die allgemeine Orifxmt» lichkeit. Man kann darin aefur.en deutschen Humor finden, der zu herzlichem Lachen Anlaft gibt.

Vor mir liegt eine .Humoristische Sonder­nummer" der .Hallischen Unirersitäts- zeitung". die vor einiger 3dt in Halle er­schienen i ft Tarin werden viele charakteristische »jüge deutschen Studente-uums der Gegenwart ausgegr.ff en und mit fatirischen und sarkastischen 'XanfcbcmcrfunvTcn versehen. T.e dicht«i'che7i und zeichnerischen Kräfte d« Hallischen 6tu2vntcn- fchast haben 'ich zusammen getan unb eine hu mo­rst ische Universitätszeitung geschaffen, die sich fehen lassen Lamt Unter ^e.i .Prominenten ber Universität" erscheinen z. B. Aek'.or. Sport lehr« und L?berpedeU. wie sich das für eine moderne deutsche Universität durchaus <o gehört. S n Appell einer Studentin, dis sich offenbar noch recht unsich« auf dem ungewohnte:-, akadem.schen Pllafter fühlt, wirbt um Anerken­nung unb Gle.^der-echt.gung bei dem Bruder Ltud.o. eine Antwort darauf vorn Brud« 2tukn-> selbst ist beinahe zu derb und ungalant aus­gefallen. Karzer unb Studentenküche, Tarlchns- «ffe und studentisches Schwimmbad, die per- fcfc:ebenen Fakultäten Abteilungen unb Institute. Protriforen unb Studenten, sie alle trugen h«- ballen und es sich gefallen lallen, haft man ihnen am Zeuge flickt Am besten gelungen ist vielleicht das Gedicht eines cand. phil. H. W. das betitelt ist ecccc homo candidatas" und m <TP r H:on i ft rkt« und neuromarTtifchen Versen Srarnrnostimmun^en w:ed«gib'. Wir geben ein Stück des «prrttMnisti'chen Teils wiede-

Kandidat.

Noch Kandidat

Lndspurt uberiegt dir Tribüne

Mastr Mrn«ch starrt

Sperrt auf

Horcht

Im Prüfungszimmer ballt Sewittcrichwule

Sich

Sich'

Aus ciubl Ichüchteri Kandidat -

(Broftbim strrnhellt Lamprnnebc

Trclffieren fragtn Vrotokoll,

Protokellc irinden

Zrnster grinst verrat.

In stillen ?rtzen krrideblricht

Der Kandidat

Sein Schweigen fenstert wildau->

Das Entsetz»ns

Maye Men ich türiaufcht.

Scherben Worte nirrflinen:

3cet

Klaft.rt Tür Kandidat

Masse Krage Kreisekreifcht

Gefallen?

Nein!

Ich?

3a!

Nein.'

Durch?

Durch!

Durch?

Ja! gefallen

Einige Jahre älter al« diese Höllische Unroerfi- latsaeitunst. die in Halle bei ber bärtigen Studenten. ichast noch zu haben ist. ist Hellmuitz (B c r I o f f ..Lachkabinett" mit dem Untertitel ..Au« dem Familienleben der Bereimalen Hochschulen für Fort-, Hück- unb Gleichschritt" Dort werben einzelne cha­rakteristische Ttzpen ber heutigen deutschen Stuben» trrJdiüi: arzeichnrt. Rorporationsfluberttn unb 3u- aendbewegte. StubrntrnPolitik« unb Stubentrnlage. Auch hier findet sich auf jeher Seite be« dünnen Hestrs so viel gesunder ftunwr, haft man seine Freude daran haben kann

In einzelnen Unioerfitälsftäbtcn find neuer hing« wieder Musenalmanache im Entstehen be­griffen. in denen man manche gelungene Stilblüte ftnben kann. Die Musenalmanache Helsen da« Bild geflenroärtiaen, deutschen Studentenhumorr ab run­den, obwohl sie neben heiteren auch ernste Beiträge enthalten

Erwähnt fei fchlieftlich b<r Jflaumenbaum*. ber anphriid) anläßlich bes Stu'fntentcge« zu er- scheinen pflegt Er ist wirtlich bas. was lein Jiatne lagt, unb er.nbel jebesmal schnellen Absatz D« letzte^flaumenboum" ist im Juli n Bonn, dem Tagungsort des letzten deutschen Student en tage«, herausgekommen.

Dirileitht wird üb« turj ober Lang einmal rin umfassender« Heberthd über deuttchen ctubenten- bumor in Vergangenheit unb Degenwen geschrieben werden Man wird babri um'anareiche: Material heran,irden können unb, was die »egenwart angrbt, nch vor allem an die in dieser Skizze genannten Luellen halten müssen. Die Seschutzlk des deutschen 6<ubententums unb feine« Humor" ist em Stück beutfdxr Volkskunde

Soll ich aktiv werben?

9ine Antwort von Wall« Fler.

Jn feiner. S.udentenjahren har Walt« Flef auf diric Frage eme 2-rwcrt g g S.m. unb zwar in einem Drric an feinen Sruh.T Martin, .bad Pferdchen", der das Fähnrichs Portepee brr

Lustfcchrtunterrichi.

B«, Trofeffer Tt - Sterling. Berittz.

W« Me Jugend hat. dem gehört die Zu­kunft wenn da» alte Won no4> Wahechrii l'L hat Nr Luftfahrt tle he ten H.»| ungern Denn Ne Kind« auf d« SchuINink hören unb leben ja Io gerne efuxi» von Vulif*t|en unb Flut- zeuge- Ne Knaben am tt i* reu H.e-

xn. unb Ne Jung Inge bringen nach den Mo­tor- unb SegelNug'chulen. * t ar.« öelbmongcC nur einen win.z.gen Beuchte-l der Bewerb« berücksichtigen können.

Auch ble Stu! irrenden unserer Hochschulen wiNnen Nch gern dem 'chw engen G.-Nrt des LuftfahrzeugNrues. Ne einen, ve.l Nr ihm ihr.- Lebensarbeit weihen wollen. t*c andern, weil sie bavaus für ihr eigenes Fachgebiet zu lernen Hussen, wie man le cht unb docheft baut.

Daraus erwächst den Hochschulen eine dreifache Au«gäbe

Orstens die Verbreitung fuftfabr- technI' chrn Wiffens unter allen Stubie- rmben. Zweitens mühte jeder 3ng«t.ur. zum miichesten leb« Maschinen- ober Sch f bau«, vor allem der ^.dr>eug«achmann. auch Ne Grund­lagen ber Lustfahrtechnlk kennen, ba- mtt « ihr Jrfcnnm fle unb 3.1 Jbr.mg.-n aus­arbeiten und an'«ttxii oeriDenen kann, vor allem ben Leichtbau. Nr Gewichtscriparnis in Form. Stoff unb Kraft ohne GlnbuV- an .Vtig- krit unb Zuveriäfsi^eck. bas Termeibm schad- Heb« WiderftänV durch ftrörnungLtechn sch gün­stige Gestaltung. Unb Ne Luftfah.techn k wirb in oäirren Jahren mvbr Kräfte brauchen, als sich letzt für sie auAbilben lasten, wer die Grund­lagen des Faches schon beherrscht vd« auch nur einmal getrieben Nu. w'.rb sich lelch:« umstellen als ber Meuling

Tritten« haben Ne Technischen Hc»chschulen. unb für andere Berufsgruppen Ni Fachschulen ble besondere Aufgabe, den Aachwuchs ber Fachingenieure zu mehren unb zu baffem.

Unterricht ist Ausbi 1 bung unb Er­ziehung Auch diese w.rd gefördert, wenn man vom Lus tsahrl-St ubierenden grundsätzlich verlangt, bah er Fliegen lernt, um auch den Be­trieb fein« Schöpfungen unb ihr Verhalten in bet Praris von Grund auf kennen zu lernen, fein Gewinn an Lharakterstärke. Gntschluftfähig- krit unb Verantwvrtungsäefühl kommt auch feb­nem Berufswirken reih!ich zugute Tanebcn her- zugehen hat eine gründlichere Tät gkeit in d« lD«fftatt, als fle für den Durchschalltsll^eger nbtig Ist. praktische Arbeit tn 5t ja (traft, on unb Fabrikation vom allgemeinennftoud bis zur Äusb'Idung b« Beschläge, vom Zusammenbau Ns 8 um Aus bestem eines Vinzelk US

Jn b« Vorlesung unterscheidet sich Me Luft­fahrt von anderen §äch«n des Matchinenbaues durch das Uebettmegen des Th.orensche^ das den Ansäng«. wenn « gam anders eingestellt feine Kenntnisse vertiefen möchte, oft abstöyt und aNchreckt in feinem Zwe.gr d« Technik hadert Wissenschaft und Praffis fo eng zufatn- mengearbeitet, hat jene soviel tm voraus lagen, berechnen unb westen können, wie in '« Luft­fahrt. Taft« ist auch tm llrtterrlchl eine grWiste Trennung des Berechnens und Gestaltens mit gesonderten Hebungen am Platze, um so mehr, als ersahrungsgemäst die mellten M?n chen mit au- nehmendem Alt« mehr g ndgt Itnb. nach ®r- sahrung unb Gefühl zu arbeiten, ab« immer we­nig«. sich in verwickelte Gedank.ngänge hin.-intzu- finden. sich durch schwiertge Aechnu'^ren hindurch» zuarbeiten. Taft« soll auch der spätere Prak­tik« und Betriebsmann In der Ausbildungs­zeit neben dem Gestalten das Berechnen üben;

Manne mit dem Bursche. bai>

unb nach Bonn zog. um gleich dem ältesten Bru- bet Äonrab Aechtsw-stenschast zu flubtvTra Ter Driri tft in der In d« 6 H Beckschen Verfagv- buchhanblung in München soeben er .t -n -ntn Sammlung von Briesen «schi-'N«'. und lautet

.Ob Du Dich in ein« Burlcchcuschast wohl fühlen würdest, bangt von sehr vielen Faktoren ab. hängt vor allem ab von der zufäll »gen Zu­sammensetzung des Krrif.-s m den Tu treten würdest . Haft Tu das Glück, einen oder ein paar Leute zu finden, mit denen Tu in innere Harme:.!? kommst, fo werten Dir alle Urxinntfrn- Irchkeiten des Ak iofein* nur m «e lanl und Wertteile Srf ahrungen fdn. Und ich möchte diese Erfahrungen aus meinem Stud nt nl-ben fo wenrg imsten wie Ne Freundschaft S c sind mir beide wertvoll unb fruchtbr-.ngcnd Ich habe in den tu« Semestern ung h u« viel grtvo-.n.-n an Menschenkenntnis unb p«ör.l:ch« Sicherheit. Ter Zwang de» Zu amm.-ns in< und b« Drang, auch wirtlich zu'anune: zukvmmen. das ist d« Kamps, bet dem steinen Kr A.6 einer studentischen Tk-rbinbung Irin e g n l -es L N-n gibt, und es wird wobt bk Stege! sein, haft am Ende d« Zusammenschluft mit wenigen für das Auseinanderkomn-en mir den tr.rfm «i fchädigi. Wenigstens gilt das für die. denen überhaupt eine Sehnsucht unb rin Bedürfnis innewohnt, Brucken von Mensch zu Mensch zu fchlig*-n T.e vielen, denen eine Kambodschas! bei Be-ch«lups und Menhir genügt habrint tibi! Soll est Tu also aktiv txxTben. fo habe ich nur den einen Aat: habe Glück in bet Wahl Tein« Sandes­brüder

Toü ist die Hauptsache. Alle- and« ist rdunbär Hast Tu einmal als Mensch e.nc Po- lUion, in d« Du Dich wvhllühl i dann erfüllt id) Tir ganz von fdbft das Treiber in bet Burschenlchafi mit einen innerlichen Leben Bur­schen!-ältliche Arbe-.t Kneipsreudigkou. TK-nlur ufto. ufw., alles das ist schön unb gjt und ideal, ab« man darf nicht übertechen, bsft es nur Ior - men Itnb. bte sich für jeden einzelnen mit indivi­duellem Leben «füllen muffen An sich find es Aeuheriichfn'en. was nicht hiirdert dach viele baran allein schon völl.g-c (Genüge finden.

Alles in allem ich würde un allgemeinen ^bem jungen Menschen, bet von Irr S^ulc unb aus den Dorurtrite^ iim besten Snie:. bre ihn hütenden Grzith« komm . unbebingt raten, aUro zu werden. Sie Korpoe:? an (unb amer den Korporationen halte ich Zxc paar allen Burichrnfchast«. weg« ihr« demokratischen Bar- f aff ung für bk wertvoll st rn, wird ihm eine fast unerfetzsiche Schule felbstävbigrr tfriaftrangen. Tenn man ist zu - erftenmai g-zwar.g«. sich r-on Menfch zu Mensch auennanoerzujenen.