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Ergebnis bet fceutigen QOrftürnnung genau tote bai am vergangenen Samstag. Mit einer Mehr­heit von 153 gegen 121 wurden die Kredite für die polnische Völkerbundsvertretung ge- Prichen. Obwohl noch andere Abstriche ge­macht wurden, ist eine Regierungserklärung aus- geblieben. Auch die Kredite des Postministeriums wurden abgelehnt. ES steht bereits jetzt fest, daß PNsudskl. die heutigen Sejmbeschlüsse info- fern umgehen will, als er von feinen berech­tigten ..außerordentlichen Vollmach­ten" Gebrauch macht. Die für das Postministe- rtinn verbrauchten Summen will er nachträglich durch ein Sondergefeh bewilligen lassen.

Paris zum deutsch-polnischen Konflikt.

Pari«, 14. Febr. ($11.) Die Unterbrechung der deutsch-polnischen Wirtschastsverhandlunaen wird In hiesigen politischen Kreisen toie in der Presse lebhaft kommentiert. Man stützt sich dabei fast ausschließlich auf aus polnischer Quelle stam­mende, tendenziöse Meldungen und sucht es so darzustellen, als ob die Reichsregierung nur einen Vorwand gesucht habe, um die Ver­handlungen über den Handelsvertrag abzu- brechen. Besonder« in nationalistischen Kreisen stellt man die Deutschen-AuSweisungen aus Oft- obcrschlesien als einen Rotwehraktderpol- nischen Regierung hm. m dem man be­hauptet, dah die ausgewiesenen Deutschen anti- polnische Propaganda getrieben hätten.

Das britische

Gewerkschaftsgesetz.

London, 14. Febr. (WB.) In der heutigen J Unterhausdebatte über das Gewerkschoftsgeseh | erklärte Sir Iohn Simon (Liberal), wenn die Arbeiterpartei nach dem Generalstreik die Er- | närung abgegeben hätte, dah sie nie wieder | eine solche Waffe gebrauchen werde, dann würde viel gegen das Gesetz sprechen. Die Arbeiterpartei werde sich über diesen Punkt ent­scheiden müssen. Verschiedene ihrer Führer hätten erklärt, dah sie den Gedanken an einen General­streik nicht aufgeben. Slosser (Arbeiterpartei), der im Kabinett Macdonald Generalstaatsanwalt war, führte aus, es würde etwas gaiu neues fein, wenn bestimmt wurde, dah eine große Zahl von Personen nicht mehr das Recht haben soll, di e Arbeit einzustellen, sogar nicht ein­mal, wenn sie vorher ordnungsmäßig g e f ü n - ö i g t haben. Die Wirkung dieses scheinbar un­schuldigen Gesetzes werde fein, dah Streiks, an denen eine genügend große Zahl von Arbeitern teilnehme, überhaupt gesetzwidrig wer­den' würde. Das bedeute die Einführung einer Versklavungsbestimmung in die Gesetz­gebung.

Eine deulschnationale Arbeiterkundgebung.

Berlin, 15. Febr. (TU.) In Berlin sand am Montagabend eine große Kundgebung der deutsch­nationalen Arbeiterschaft statt, die der Bekämp­fung d e r Krieg sichuldlüge gewidmet war. Nach Eröffnung der Dersamnilug ergriff Reichsoer- tehrsminister Ehr. b. e. Koch das Wort. 3n feiner Bede betonte er, daß die Beniner Arbeitsgemein, schäft nicht, wie die Provinz denke, nur sozialistisch und kommunistisch sei. Die zuslandegekommene Re- I gierung könne von sich behaupten, dah hinter ihr die größte Zahl der deutschen Arbeitehmer, soweit sic staatsbejahend seien, stehe. Die Kommunisten und Sozialisten bejahen nur die Staatsform. Eine gute Allgemeinpolitik, die dem ganzen deutschen Volke nüße, sei echt sozial. Letzten Endes sei es eine so­ziale Interessenfrage der Arbeiterschaft, wenn die zur Erörterung stehende Frage nicht nur angeschnit­ten, sondern wenn die Ehre des deutschen Volkes in der Welt wiederhergestellt werde und das deutsche Volk in der Frage der Kriegsschuldlüge einig zu­sammenhalte. E, wurde eine Entschließung angeommen, in der der Protest, der von der deut­schen Regierung wiederholt gegen die Kriegsschuld- lüge erhoben wurde, erneuert wurde.

Aus aller Welt-

Die Grippe in Europa.

Genf, 12. Febr. (TU.) Der neueste Grippe­bericht des Völkerbundes besagt, dah nach den statistischen Angaben der Berliner Allgemeinen Ortskrankenkasse in den letzten Tagen des Mo­nats Iannuar ein weiterer Rückgang der Grippe festzustellen ist. In der Woche vom 22. (Januar bis 1. Februar sind in Berlin 21 Todesfälle an Grippe zu verzeichnen. 3n England ist die Grippe in milderer Form im Zentrum des Landes noch sehr verbreitet, geht jedoch im allgemeinen zurück. In den großen Städten sind in der ersten Woche des Februar 818 Todesfälle gemeldet worden. In Dänemark find am 10. Februar 38 600 Grippe- erlrankungen festgestellt worden. Aus Spa­nien und Frankreich wird ein Abflauen der Epidemie gemeldet. Dagegen hak die Krankheit in Bulgarien in der letzten Zeit erheblich an Ausdehnung zugenommen. In der ersten Woche find über 1000 Erkrankungen und 405 Todesfälle festgestellt worden. Ein Anwachsen der Epidemie wird außerdem aus der Tschecho­slowakei, aus Portugal, Ungarn und Iapan gemeldet

Eine furchtbare Statistik.

Rach Ermittelungen, find im Berliner Derwaltungsbez. Prenzlauer Berg insge'amt 7380 Kinder regelmäßig ohne erstes F r ü h st ü ck zur Schule gekommen. Kein to a r- m «»Mittag essen erhielten in diesem Winter 605 Kinder. In zehn Schulen konnten 3800 Kinder ermittelt werden, die im Einzelbett schla­fen. während annähernd ebensoviel Kinder mit Geschwistern zusammenschlafen müssen. 429 Kinder teilen das Ruhelager mit Erwachsenen. 1238 Kinder waren unzureichend befiel- d e t. In vier Fällen schliefen die Kinder mit fremden erwachsenen Personen zusammen. In einem Falle vier Kinder in einem Bett. Von den Kindern wurde ferner angegeben, dah in 161 Fällen vier bis sechs Personen in einem Raum wohnten und schliefen. In 31 Fäls >n waren es Neben bis neun Personen.

LchwcrcS Eisenbahnunglück bei Hüll.

In der Rähe von Hüll sind zwei Per - fvnenzüge zusammengestoßen. 12 Per­sonen wurden getötet und zahlreiche verwunde! Das Eisenbahnunglück ist darauf z, rückz^sührcn daß der von Withernfea kommende qröst^nteils

mit Angestellten und Schulkindern besetzt» Zug kurz vor Hüll mit dem ausfahrenden Schnellzuge nach Scarborough zusammenstieh. Die ersten drei Wagen des einen Personenzuges sind besonders stark beschädigt worden. Auch die in der Rähe liegenden Häuser wurden durch den Anprall schwer erschüttert. An der Unglücksstelle spielten sich furchtbare Szenen ab. Da zufällig in der Rähe der Unglücksstelle ein Hosp ital liegt, konnte schon nach wenigen Minuten ärztliche Hilfe geleistet werden.

Der Düsseldorfer Regieschieberprozeß.

Im Düsseldorfer Regieschieberprozeh machte ein deutscher Beamter, der in der franzö­sischen Untersuchungskommission gegen die Regieschiebungen eine lei- tenbe Stellung eingenommen hatte, Angaben, die die Untersuchungskommission schwer belasten: Er stellte fest, dah die Arbeiten der Untersuchungs- kommission f a ft gänzlich aufhörten, nach­dem ein französischer Sergeant bei der ihm dro­henden Verhaftung bemerkt hatte, dah außer ihm noch viele f ranzös i s che Offiziere ins G ef ängnis wandern mühten. Die Franzosen arbeiteten daraufhin nur schein­bar weiter, während sie tatsächlich berieten, wie sie sich aus der Affäre ziehen könnten. Der Haupt angeklagte Koch wurde aus dem Ge­fängnis von einem französischen Beamten in ein Cafe geführt, wo er allein gelassen wurde! bei seiner Rückkehr in das Gefängnis waren die französischen Beamten sehr enttäuscht, dah Koch die ihm gebotene Gelegenheit zur Flucht nicht auSgenuht hatte. Des weiteren sagte der deutsche Beamte aus. dah den Deut­schen späterhin weitere Rachforderungen unter­lagt wurden und dah von ihnen die Herausgabe des Materials verlangt wurde. Die Deutschen zogen es aber vor, das Material an deutsche Behörden im unbesetzten Gebiet aus- zuliefern. Als man gegen den der Hehlerei enge» klagten Kaufmann Küppers vorgehen wollte, wurde davor gewarnt, weil Küppers angeblich gute Beziehungen z u den Bel giern hätte und ein Vorgehen gegen ihn für die deut­schen Beamten unangenehme Folgen haben könnte.

Deutsche Konzerte m Rom.

In der vergangenen Woche gab das Streich- quartett Bufch ein Beethooenkonzert In der Königlichen Mufikakademie Santa Cecilia. Sonntag veranstaltete Adolf B u s ch mit dem Cellisten Prof. Trümmer und dem Pianisten Serkin ein gro­ßes Konzert im römischen Augusteum, worin gleich falls nur Werke von Beethoven gespielt wurden. Das Augusteum war bereits am Samstag mittag ausoerkauft. Das Publikum bereitete den deutschen Künstlern großartige Ovationen. Die römische Presse hebt in Worten warmer Anerken­nung die Feinheit des Spiels und das Zusammen­wirken der Künstler hervor. Montag wird das Quar­tett das letzte Konzert in der Königlichen Akademie geben.

Opfer der Schneefälle auf Korsika.

In Korsika rufen die starken Schneefälle wei­tere zahlreiche Unglückssäll« hervor. In Compena Orezza stürzte ein Haus unter der Schneelast zu­sammen und begrub eine Frau mit ihren beiden Töchtern unter sich. In St. Laurent wurde eine Scheune eingedrückt, in der sich gerade ein Bauer befand. Die Rettungsarbeiten, die sofort auf genommen wurden, sind bisher erfolglos geblieben. In Pomaccis sand man unter den Trümmern von Baracken, fünf Meter unter dem Schnee, d i e Leichen von 13 Personen. Die Zahl der bis jetzt bekannt gewordenen Opfer übersteigt 30.

lieber IOC Opfer der Säfte in 3apan.

Dem Schneesturm sind im Bezirk Riigata 62 Menschenleben zum Opfer gefallen. 29 Per­sonen werden vermißt und 113 Häuser wurden zerstört. Im Bezirk Toyama beträgt die Zahl der Toten 40 und die der Verwundeten 18. In diesem Bezirk wurden 78 Häuser zerstört.

Lisenbahnersfreik in Indien.

In Barrackpur. etwa 70 Meilen von Kal­kutta, sind 8000 Eisenbahner in den Streik ge­treten. Die Streikenden haben die Polizei ange­griffen, die von der Schußwaffe Gebrauch machen muhte.

Hinrichtung von Eisenbahufreolern In Mexiko.

Vier Männer wurden dabei ergriffen, als sie damit beschäftigt waren, eine Ueberführung an der Eisenbahnlinie TorreonDurango zu ze r - ft ören. Sie wurden erst gezwungen, den Schaden wieder gutzumachen und hierauf hingerichtet.

Tödlicher Unfall des Kunstläufers Carfen.

Bei einer Eislauf Veranstaltung auf derRofegg- Bahn ist der schwedische Kunstläufer Larsen in eine Eisspalte gestürzt und ums Leben gekommen.

Generaloberin Agnes Karli gestorben.

Generaloberin Agnes Karll, die Begründerin der Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands und Mitbegründerin des Welt- krankenpflegerinnenbundcs. ist gestorben.

vom Zuge ersaht.

Der Lieferwagen einer Brotfabrik durchfuhr in dem Augenblick die geschlossene Schranke der Strecke AachenIülichGladbach, als ein Personenzug Öen Hebergang pas­sierte. Das Auto wurde von der Lokomotive gefaßt und zertrümmert. Ein neben dem Fahrer sitzender löjähriger Iunge wurde sofort getötet Der Fahrer selbst blieb unverletzt.

Schiffe mit V Zugs-Geschwindigkeit.

DasBerliner Tageolatt berichtet über eine Erfindung des Ingenieurs A. Börner, der nach neuen Gedanken ein Schiff konstruiert hat, das die Geschwindigkeit bei gleicher Kraftanlage gegenüber der bisherigen Schiffsrumpfkonstrut- tion um mehr a l s 100 Prozent stei­gern oder eine Gnergieerfpamis von 70 bis 80 Prozent erzielen würde. Aach dem neuen Konstruttionsplan erbaute Ozeandampfer wür­den O-Zuggeschwindigkeit erreichen.

Der größte Radiosender der Dell.

In Malabar (Niederländisch Indien) wird ein 2t)(i Kilowatt Bogenlampensender für drahtlos« Telephonie nach dem Telephonjystem von Pungs- Gerth (Fabrik E. Lorenz A.-G., Berlin) errichtet werden mornir Riederländisch-Ostindien den größten Radio-Telephoniesender der Welt erhalten wird.

Wettervoraussage.

Wollig bis bedeckr Temperaturen langsam ansteigend, auch nachts über null Re-gung zu Niederschlägen vorhanden.

Gestrige Tagestemperaturen: Manmum 4,4 Grad. Minimum 1.8 Grad heutige Morgeniempe- ratur 0.4 Grad Celsius.

Uns der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 15. Februar 1927.

Bilder aus dem oderheflischen Heimalleden.

Der Familienabend, den die Lukasge- m e i n b e am Sonntagabend veranstaltete, war wieder so gut besucht, dah viele Teilnehmer sich mit einem Stehplätze begnügen mußten. Den ge­sanglichen Teil hatte Frl. Luise Reuh über* nonunen, die, begleitet von Frau Vermessengsrat Ludwig, Lieder von Schubert, Schumann und Mendelssohn vortrug.

Der Redner dieses Abends war Amtsge- richtsrat Gros, der über .Bilder aus dem ober- hessischen Heimatleben" sprach. Der Vortragende machte im Eingang seiner Ausführungen die Feststellung, daß das Volksleben in Oberhessen- keineswegs einheitlich sei. Zwischen dem Be-« wohner des Vogelsbergs und dem Wetterauer, dessen Gebiet an Groh-Frankfurt crngrenzt, befte^t ein großer Unterschied. ebenso haben naturgemäß die Städte Gießen und Bad-Rauheim einen an­deren Charakter, als die kleinen ober hessischen Landstädtchen. Von diesen gab der Redner ein kurzes, zutreffendes Bild, um dann die Stadt Alsfeld, in der er längere Zeit in amtlicher Tätigkeit geweilt hatte, eingehend und liebevoll zu schildern. Das alte Rathaus, die spitzgiebligen! Häuser, die interessanten Straßen stiegen vor den Zuhörern mit großer Anschaulichen auf. Alsfeld hat schöne Sitten aus der Vergangenheit bewahrt. Im Mai wird atlemale von dem Kirch­turm geblasen, Choräle und Mailieder wechseln miteinander ab. Wenn ein Einwohner der Stadt diese verläßt und in die Fremde zieht, so wird ihm vom Turme ein Abschiedstied geblasen, ebenso ertönt diese Musik, wenn ein Alsfelder zu Grab getragen wird. An Weihnachten erklingen vom Turme Weihnachtslieder, ein großer Christ­baum, der elektrische Flammen auftoeift, wird außen am Kirchturm befestigt und verbreitet Weihnachtsstimmung. In der Silvesternacht lau­schen die Einwohner hinauf nach dem Turme, von dem sie Choräle, die der Bedeutung des Tages entsprechen, hören. Rach diesen Schilderungen ging der Redner dazu über, das oberhessi- sche Landvolk zu charakterisieren. Er schil­derte den ober hessischen Bauer mit feinem starken, Gefühl für die Heimat und feiner Gebundenheit an die Scholle, in ernsten und heiteren Bilden? wurde seine Wesensart vorgeführt. Der ober- hessische Bauer ist ein Mann von großer Lebens­klugheit und starkem Sinn für die Wirklichkeit, wenn et auch nicht so schnell auf faßt und denkt wie mancher Stadtbewohner, der im hastigen Arbeits leben steht. In den Heber namen und Spitznamen, die mancher Dorfbewohner trägt, prägt sich charakteristische Eigenart aus. Auch die einzelnen Dörfer werden oft durch treffende Be­zeichnungen voneinander unterschieden. D " Red­ner gab ein Bild von der oberhessischLn ' t.ib- art, schilderte die Eigenart der Sch.välmer Bauern, malte vor Augen, wie ein Braut wagen durch das Dors fährt, (egte dar. wie es bei Erbteilungen und bei der Hebergabe des Gutes von den Eltern an die Kinder gemacht wird, auch die Miß Helligkeiten, die hieraus manchmal entstehen, wurden erwähnt. Zu bedauern ist, daß die gute alte Spinnstube in der neueren Zeit durch allerhand Ausartungen zugrunde gegangen ist. Der Vortrag war aber nicht etwa eilte lose Aneinanderreihung von Einzelzügen und Anek­doten, sondern ein gedankenreicher, tiefgründiger Beitrag zur Volkskunde, der oft an die Schilde­rungen erinnerte, die Wilhelm Heinrich Riehl vor zwei Menschenaltern von dem deutschen Volke entworfen hat. Zum Schluß kam der Redner mit einem praktischen Vorschläge. Gr regte an, dah auch von den Türmen der Stadt Gießen, wie das in Alsfeld seit Iahrhunderten geschieht, Ma iweisen und Choräle geblasen werden und dah am nächsten Weihnachtsfeste von den Türmen Weihnachtsbäume herunter in die Straßen leuchten sollten, um der Stadt ein weihnachtliches Gepräge zu geben.

Auszahlung

von englischen Gurhaben an deutsche Kriegsgefangene.

Die englische Regierung hat die e r st e R a t e zur Auszahlung der von ihr bisher anerkannten Guthaben" an die ehemaligen deutschen Kriegs- und Zivilgesangenen (einschließlich Sani­tätspersonal) überwiesen.

Alle ehemaligen Heimkehrer, welche sich in englischer Gefangenschaft auf britischem ober französischem Boden befunden haben, bzw. deren Erden, auch wenn sie bereit- ihr Gut­haben ganz ober teilweife in Papiermark erhalten haben, werden aufgefordert, auf Postkarte mit deutlicher Handschrift her Restverwaltung für Reichsaufgaben. Berlin W 9, Königgrätzerftr. 122. folgende Angaben zu machen: ,.B e t r.: Eng­lisches Guthaben. Bor- und Zunahme, genaue jetzige Adresse, Geburtstag, letzter deut­scher Truppenteil zur Zeit der Gefangennahme. Rümmer der englischen Ge^angenen-Kompag- nie bzw. Depot oder Lagerbezeichnung. Erden verstorbener Heimkehrer haben außerdem eine amtliche Bescheinigung über ihre Erbberechtigung beizubringen. Ieder weitere Zusatz ist zwecklos und verzögert die Bearbeitung.

Militärpässe, Entlassungsscheine. sonstige Personalpapiere ober Rückporto find nicht bei­zufügen.

Die Auszahlung her Guthaben erfolgt nach der Reihenfolge des Eingangs der Anträge und nur durch die Post. Persönliches Abheben der Beträge durch die Heimkehrer kommt nicht in Frage. Wer fein Guthaben hat. erhält einen ab­lehnenden Bescheid, gegen den Einsprüche zweck­los sind.

Heimkehrer, welche der Restverwaltung für Reichsaufgaben nach dem 1. Iuli 1926 die ge­forderten Angaben bereits eingefanbt haben, brauchen ihre Amräge nicht zu erneuern, da diese vorgemerkt sind.

Da über 200 000 Einzelguthaben in Frage kommen und die englische Regierung zunächst nur den vierten Teil des Gesamtbetrages über­wiesen hat. wird die Auszahlung geraume Zeit dauern. Erinnerungsschreiben sind zwecklos und werden nicht beantwortet.

Die übrigen Heimkehrer auS den anderen ehemaligen Feindstaaten werden gebeten, solange von. Eingaben abzusehen, bis über die Regelung dieser Guthabenan'prüche weitere öffentliche Be­kanntmachungen erfolgen.

t^ieffener ^ochenmarktpveise.

Es kosteten auf dem heutigen Wockenmarlt: Butter P'unb 1.50 bis t.70. Matte 30 bis 35.

Käse 60 bis 1.40. Wirsing 15 bis 20. Weißkraut 10 bis 15, Rvtkraut 10 biS 20. grfbc Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10. Spinat 25 bl» 30, Unter- Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20 bi» 25. Rosen­kohl 40 bis 45, Feldsalat 1.50 bis 2.50, Zwiebeln 10 bis 20. Meerrettich 35 biS 60. Schwarz» touneln 30 bi» 50, Kartoffeln 6. Aepsel 15 brs 30, Birnen 10 bis 25. Honig 50, junge Hahnen 1.00 biS 1.10. Suppenhühner 1.00 kns 1.20. Düsse 70. Eier Stück 16 bis 17, Blumenkohl 60 bis 1.40, Salat 30 bi» 45. Endivien 80 bi» 1.00, Lauch 5 bi» 15. Rettich 10 61» 15. Sellerie 20 bis 50.

Bornotizeu.

Tageskalender für DienStag Stadttheater: 71/? Uhr ..Der Geizige" undDre Mattone von Ephesus". (Ende nach 10 Uhr.) Hubertus: 8 Uhr, Hindeichurg. Vortrag. Krieger-Verein: 8 Ubt. Hauptversammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße.Ben Hur". Astoria-Lichtspiele:Ben Hur".

Ku» dem 6tabttl)eaterbureau wird uns geschrieben: In der morgigen Aufführung ber

i r k u s p r i nz e s s i n" wirb Frl. Else von Hagen vom Mainzer Stabttheatrr, bie am Frei­tag durch ihre rassige und pikante Wiedergabe ber Titelpartie so sehr gefallen Hak7 »teberum hier gastieren.

Zum Vortrag von Dr. Kinder­mann. Der Vortrag der Liga zum Schutze ber deutschen Kultur am morgigen Mittwoch. In dem Dr. Kindermann über feine .Erlebnisse tn russischen Kerkern" sprechen wird, begegnet all­seitig großem Interesse. Alle politischen Parteien von rechts bis zur Sozialdemokratie einschließlich haben wie man uns schreibt ausnahmslos ihre Beteiligung an diesem Vortrag tn Aussicht gestellt und fordern, wie au» den Anzeftsm in unserem heutigen Blatte ersichtlich ist, ihre Mit­glieder zum Besuch des Vorträge» auf. Ebenso haben alle größeren in Betracht kommenden Ver­bände und Vereine ihre Teilnahme zugesagt. Dah auch die Studentenschaft unserer Universität die Gelegenheit benutzen wird, ihrem Kommilitonen ihre Anerkennung für fein mannhaftes Verhalten vor den russischen Richtern zum Ausdruck zu bringen, ist selbstverständlich Im übrigen beachte man die heutige Anzeige.

Ein größeres Schadenfeuer ent­stand gestern mittag gegen 12 Uhr wie in einem Teile unserer gestrigen Ausgabe schon ge­meldet in dem Hause Kirchenplatz 9. dessen Eigentümerin die Stadt ist. Da» Feuer war in­folge Ueberheizung eines Ofens und schlechter Beschaffenheit des Kamins in dem im Hinterhaus untergebrachten Bureau und Lager des Leder­warenvertriebs von C. Röder au»gebrochen und von hier aus durch eine direkte Verbin- dungStreppe nach dem Obergeschoß de- Hinter­gebäude» vorgedrungen. Die Räumlichkeiten, tn denen der Brand wütete, liegen nach dem Seiten- gäßchen der Schloßgasse zu, und von hier au» mürbe die Bekämpfung bet Flammen mit zwei Schlauchleitungen vorgenommen. Der Feuerwehr gelang es in kurzer Zeit, da- entfesselte Element in bie Gewalt zu bekommen, immerhin ist in den betroffenen Räumen boch recht ansehnlicher Scha­ben entstanden. Mehreren Familien verkannten erhebliche Teil« de» Mobiliar», da» Lager des Kaufmanns Röder brannte aus, ebenso erlitten die Wohnräume starken Schaden. Im Gegensatz zu dem gelingen ersten Eindruck kann heute erfreu­licherweise berichtet werden, daß nur ein Teil der Wohnungen des HauseS für die nächste Zeit unbe* wohnbar sein wird, die übrigen Wohnräume da­gegen von ihren Inhabern gestern nach­mittag wieder in Benutzung genommen werben konnten: bie am schwersten betroffene Familie hat vorerst Unterkunft tn der .Zuflucht" der evangelischen Gemeinde gesundem Von dem entstandenen Mobiliarschaden dürst« wohl kaum etwas durch Versicherung gedeckt fein. Die Bewohner hatten zum großen Teil di« Wohnungen verlassen, bzw. wurden st« durch die Feuerwehr aus den Wohnungen geleitet; nur im Dachgeschoß waren noch Bewohner, bie an dem Fenster nach dem Kirchenplatz zu Hilfe von der Feuerwehr verlangten, obwohl ein« direkte Gefahr für sie nicht vorlag. oa da» Treppenhau» nur verqualmt und daS dahin über­schlagende Feuer bereit» unterdrückt war. Rach- bem ein Feuerwehrmann über einen Hakenleiter- gang zu den Leuten in die Wohnung gestiegen war und diese beruhigt hatte, brauchte die Ma­schinenleiter, deren Ausstellung infolge der vielen elektrischen Leitungen ziemliche Schwierigkeiten bereitete, nicht mehr in Aktion zu treten. Die Leute konnten, nachdem der Qualm im Treppen­haus sich etwas verzogen hatte, ihre Wohnung über die Treppe verlassen, tote ihnen die« von vornherein zugerusen toorden war. Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß in ähn­lichen Fällen es Grundsatz ist, zwischen sich und dem Feuer möglichst viel« Türen zu brin­gen und diese geschlossen zu halten, da eine einfache geschlossene Zimmertür dem Feuer schon ziemlich Widerstand entgegenutzt. Eindrin­gender Rauch ist u. a. durch Ab dichten abzu­halten. Die Feuerwehr konnte um 1,15 Uhr wie­der ein rücken. Ein Feuerwehrmann erlitt durch eine zerbrochene Fensterscheibe Schnittwunden an ber Hand. Die polizeilich« Absperrung war wirk­sam und unterstützte die Feuerwehrarbett in guter Weise.

" Personals«. Ernannt wurde der Se­kretär bei dem Landamtmann in Bad Salzhausen. Ludwig Schneider, zum Sekretär bei ber Kasse der Landesuniversität in Gießen mit Wir­kung vom 1 April 1927 ab.

** Der Botanische (Sorten hat jetzt an der Schurgrabenseite eine umfassende Einzäunung erhalten. Der Garten ist nunmehr an allen Seiten vor ungewünschten Besuchern geschützt

Für das Wohltätigkeitsfest de S Sta dtt hea terS ist es wie man uns schreibt gelungen. Frau Kammersängerin Fini Sedlmaier zu gewinnen. Die Künstlerin, die von ihrer Franksurter Tätigkeit her auch in Gießen nicht unbekannt sein dürste, hat sich bereit erklärt, das Künfttersest durch einige ge­sangliche Vorträge zu verschönern.

-d. Städtische Hol-versteigerung Bei ber gestrigen Radelnutzholz-Dersteigerung der Stabt Gießen wurden solgende Durchschnittspreise erzielt: Kiesembauholz 3. Kl. 36 Mk.. 4 Kl. 30 Mark. 5. Kl. 26 Ml.: Fichtenbauholz 2. Kl. 39 All.. 3. Kl. 38 Mk . 4 Kl. 36 Mk.. 5a-Ät 33 Ml.. 5b-Äl. 31 Mk.: Fichtenderbstangen 1. Kl. 29 Mk.. 2. Kl 28,50 QHL; Zichtcnreisstangen 1. Kl. 29 2tL je Festmeter; Eichennuhscheiter 30 Mk. je Raum­meter

* 20 0. Wiederkehr deS Todes­tages August Hermann Stande8. Da» Landeskirchenamt hat an die evangelischen Deka-