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Nr. 292 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)

Mittwoch, U Dezember (927

Bücher unter dem Weihnachisbaum.

Rainer Maria Rilkes Gesammelte Werte

D « Ä Stellen Tromhc 20. XaufcnD d52 Lei:«, 6'.

Ganzleinen 10 3t!.,

arisch graxmiritm Problems. VerhäUnrs Del AünfUennen-

da« da« wie

bc* wo»

ist. nicht Die Tat. Aucht. sondern rtn Verkettungen.

.alemraubenDc Schilderung von 3agb und (Dnl bedang wurde. dunkle« Spiegelbild schicklalhaster die de profundu au| Zeigend« zwilchen Himmel und Hölle quäl«

Hermann Sudermann: DieFrau

* 'oll Roman. 1. bi«

liebt Die blonde Witwe 3dgiite Sen us. Sr fürchtet Die Mfce Bindung m einer Sh« mit chr. 3trhing und Bedrückung Die fuh au« solcher Gemcin'chas'. für feine Arbeit ergeben Lunte. Sie finde: Den .Ausweg" She .auf Zeit", auf ein Iahe Darm soll Die Scheidung sein She

-

voll schwankenden menschlichen Herzen? und da« erfchüuernde Dokument einer S.elcnver- tvanNung. welch« ein auhervrdentUch r De- Haltet au« einem verwirrenden Helldunke'. mensch­licher Leidenschaften f>crau4toa4>,cn läßt. - Man

so lehr, fo ganz au« Digenem gespeist wäre, so schwer wäre von Erlebnis und Schicksal. Diele« hier. Denn auch In der Erscheinung Lrornhvlt ifto viele« zusammen getragen. Licht und Schotten auf Den langen Lebens-

Scheidung kommt aber nicht nach einem 3a&r. sondern viel später, und auch nichg sreiwMig, in llcberemfunft, sondern durch den Tod denn Die beiden sind mittlerweile so ineurandergewachsen. hab die mit Vorbehalt eingegangene Bindung alle inneren Schwankungen und viele duftere An­fechtungen besteht und überwindet. Siegerin bleibt die kleine, gebrüd e. gedemütigte unt> oft be­trogene Frau Brigitte: sie behauptet ihren Platz an der Seit« und im Herzen de« Maler« Trom- holt. So unscheinbar und unebenbürtig sie oft neben ihm steht ihre Liebe ift der Ruhepmckt. der Leitstern. Die führende, schützende über alle« Leid, alle Enttäuschung, jede Scywäche und Schwankung hinweg ragende Krast im Leben De« Wanne« und Menschen und ÄünfHer« Tromholt, noch im Tode hat sie segendringende Gewalt über ihn. - Da« Perjonlichste, was Sudermann schrieb, ift in diesem Roman. Da« hohe Lied auf Die Frau (in Der man gewiß viele Züge der verstorbenen Gattin wiederfindet). ein Denkmal de« Herzen«, eine Totenehrung, und auch eine Abrechnung und ein vom Ctnnedten kommende« Bekenntnis. Wir Wilsen kein Buch de« Dichter«.

Halbleder 12.50 Mk. Verlag der 3- G Cotta- schen Buchhandlung Aachfolger. Stuttgart und Berlin 1927 Diese« Buch das Subernuum um Die Zeit feine« ZOi Geburtstage« wie ein Ddchenk an lerne Leier ausgeben lieh, ift viel­leicht da« Persönlichste. was et je zu geben ver­mocht bat Der Roman lügt der glänzend«» Kette 'einer erzählenden Werke ein neues und wertvolle« Glied ein mit Dider Geschichte eine« Frauenh eraev.s. mit dieser Sch lderung e.ncr Sh<- gemeinfchast. mit dieser Gestaltung des allen

das 'ich aus dem

schen iur Frau ergibt. Die zugrunde liegend« Fabel baut sich kurz zusammcngdaht. auf folgen­der 3dee auf: Der Maler Professor Tromholt

Rainer Maria Rilke iTc ammclte Werke Sech» Bände - Band l. *13 Ccuen 8 Srh« Gekichtr, Frühe Gedichte. Dre werße Für­stin. Band II. 3d* Seiten 3 Das Buch der Bil­der^ Das Stunden Buch Das Manen-Leben. Requiem. Band III 432 Seiten 8 Reue Ge­dichte Duineser (Hegten Die Sonette an Or­pheus Letzte Gedichte und Fragmentarisches. Bandit'. *24 Seiten 3 Dornet Ehnstoph Rilke Geschichten vom lieben Bott Prosa! ragmente. Auguste Rodin.BanbV. 3CO Seiten 8°: Die Auf- i.-ilnungen des Malte Laurid« Briage. Band VI, 38* Setten IP Lebertragungen 3n|ei-Verlag, Leipzig 1927 Run ift bald ein 3ahr ver­gangen. seit Rilke von uns gegangen ift. still, unversehens völlig überraschend den Jurüd- blcibenben. von Denen Die wenigsten überhaupt gewuht hatten, bah Der Dichter feü langem mcht unbetenNich erkrankt war. Der jähen und schmerz­lichen Betroffenheit über Den wohl unersetzlichen Verlust muhte in jchem. Der Rilke geliebt hat und wie viele haben ihn geliebt in Deutschlands. ein nicht minder schmerzliche« Mi?mDcn dar­über zugesellen, wie wenig doch dieser Tod eine« Drohen im Geiste bemerkt und betrauert wurde. Was in der Oesfentlichdeit darüber gesagt und geschrieben wurde, ist jedensalls beschämend Dürf­tig und Der überragenden zeitlosen Bedeutsamkeit de« Geschiedenen in Liner Weise würdig gewden. Um lo gröber und inniger ist Die Freude, nun mit dieser wundervollen Ausgabe de« 3nsel- Verlaae« da« erste und ein bkibenbe« Denkmal in Händen zu hakten, das wie eine späte und nxihrhast würdige Totenehrung für den ver­storbenen Dichter empfunden werden nrnfi. Run liegt das Werk, da« uns blieb, das dauern und wirken wird bi feiner Ganzheit, voller Glanz und Fülle vor uns ausgebreitet, als «in kostbares, wert schwere- Vermächtnis an die deutsche Ra­tion. Run erst vor dieser groben, alle« er­fassenden Vereinigung wird einem abermals be­müht. was wir mit diesem Menschen hergeben muftten. Der vor Jahresfrist einsam und sehr still Da unten im Süden aus Dem Leben ging. Man steht geblendet und betroffen vor solchem Reichtum, der nie zuvor so gesammelt, so als Einheit und Ausstrahlung eine« Geiste- auf unS eingebrungen ist Da sind Die Gedichte vorerst sie nehmen nach Gebühr einen breiten Raum ein; und von Der Lyrik yer wird atLyeit Der ent» schetdenDe Umriß von RUkes künstlerischem Wesen bestimmt werden müssen -- Die Gedichte von den ganz frühen, entzückenden Prager Liedstrvphen bi- zu der klassisch vertiesten Gedankenfülle und wun.ervoll beruhigten Formklarheit der Duineser i?keg>«n. Die Rilbe wohl selbst al« einen Scheitel­punkt seine« Schassens empfunden. unD nach Deren

unD mit Geschid Durchgefuhrt . es steht wohl für jcDen. Der etwas von Schaeffer gelesen und dann diele« Buch m sich ausgenommen hat, aufter Frage, dah da« Wesentliche. Zwingende. Großartige . Dah «den alle«, was Den tünft- ler,schen Reiz und menschlich n Wert Ds Ganzen bestimmt, entweder gar nicht oder nur unent­wickelt oder Dcrboraen in jener geheimnt-oollen, verschollenen Strahourgei V. rla j. enthalten ge­wesen ist Di« Geschichte der Brüd.r Ehmnnde der Familiennam« ist wenigstens h.r b »Schars'er durchaus nicht zufällig giwählt, sondern von balbangcDeuietcr lettmokimsch-f ymbo! ischer Be­deutung für da« Geschehen Die Geschichte der S Hama de« ist di« Geschichte eines unhemlichen und grauenhasten Verbrechen«. (Wir vermeiden es. auf Einzelheiten einzug h n. die in der Aüry nur mit unvollkommenen Ariden langen g geben werden könnten., Huiterbem würde drm öder etn starker Reiz und eine schwingende Spannung vorweggenommen und entkräftet. Und überdie« ist Schaeffer weit davon entfernt, einenÄnmi- valroman" im landläufigen ©inne mit seiner Geschichte gewollt unb geg.brni zu haben. 3a. es ist zu begruben, dah Die Vorlage keinem Gerin­geren in D»« Hände gJollen ist. der wahrschein­lich rin« Kolportage stfäre mit äußerlichen CLfJ- teil daraus gemach: haben würde, wie es tkrm ohnehin schon mehr als genug gibt. Die Span­nung. von der wir sprachen, ist ganz nach innen getrieben ins Seelisch« und Psycholog «che gc- wendrl dergestalt, dah das Gvairze. bi« wie ein Bericht stiUsiert und tote ein Roman zu lesen

Vollendung er zum edtrn Mal« bce Plan «nrr Gesamtausgabe erwogen hat wen» man bvuft davon hört brgrrdt inan solch' Sorge deo Dich­ters um Du Ucbrriiefcrunfl keines Schafs««» an Di« Welt wir eiw Voratzi ung frühen Tote« Auch dem Der mit Rilkes Werl mit seiner Lyrik vor allein vertraut ist. w'rd übngen* manche« in Den hier zusummengdahtcn Gedichten auitauchen was ihm neu unb bisher unbdannt geblieben ist Die G.-lamtausgabr bringt rin« groh« Anzah« untxr. "rntlubtn Gedicht auch ungrdruckte Urbertragungm und vieles was in entlegenen Publikation«» verstreut erst zulam- mengetragm werden muhte. Drei Bande. Dl« Hälfte D«r ganzen Ausgabe. n^m»n die Gedichte ein Sinnvoll und in innerer Verwandtschaft ver­bunden schlieht sich an Die reine Lyrik Di? Weis« von L'icbc unD Tob" rbw der wundervollsten und ergreifendsten Schöpsungen Rilkes das Werk, das bekannter und wohl weiter verbreitet ist in Teutsch'and als alles was er je danach >1399»

Deutschland .berühmt" gemacht, und Di« kleine Erzählung ist der beste Beweis Dafür, wie - - selten genug ein scinfte« Stüd .hoher" Li­teratur volkstümlich werden kann, geliebter und unveräußerlicher Besitz von vielen Tausenden deutscher Jung«. Die innigen _Velck)ich<en vom lieben Gott". Ollen Äen zugeeignet folgen zu- nächst Dann fleine Fragmente in Prosa, wahrend die FreunDschafkshuldigung an den grvhen Mei­ster Rodin. Den Band abfchlichenD. zum .Malte VaunD* Brigge" überleitet. Dem einzigen Roman. Den Rilke hinterlassen ha» wenn überbauet Di« Aulzeichnung«n mit Diesem Begriss zu Deden und zu bezeichnen sind. Ucbertramingen füllen den Schluhband: Portugie ischeS (Barrel-Brow­ning'. Französifche« (Andre Gide. Paul Valery, Louise Labes, die Vers« des Michelangelo- auch hier sindet man viel Reue« und zuvor Unbe­kannte«. Die« kann nur ein llcberblid sein, ein gedrängter Führer durch die lech« Bände einer Gesamtou«gabe von Rainer Maria Rilke, deren jeder schwer ist von Wert, reich an Glanz. Rhythmus und Melodie. jeder ein kostbare« Stüd vom Dermächtni« eine« adligen Menfchen und begnadeten Künstlerherzen- umschließend lleberflüflig hinzuzufügen. daß da« äußere 5tlcib der sechs Bücher dem wunderbaren 3nhalt an- gemessen ist- in allem im Drud, am Papier, an OinbanD und Ausstattung fpürt man die sorgliche Liebe und Hingebung, mit welcher brr Jnsei-Derlag das Vermächtnis De« großen Toten betreut hat. Das nun Der Welt überantwortet ist al« eine zeitlos« unD unv«räuherliche Htnter- lastenschalt 706

große zwingend« Gewali Der Menschengestaltung. Eie wir an früheren Büchern CuDermann« Heben gelernt haben ist hier vertieft tm eigensten Schick'alsöilDe Dies ist es vor allem, was uns Dlde* letzte Werk De« Dichter« fo toilllmr.mtn und so wertvoll machen muft. und was uns wünschen läßt es mochte nicht Das letzt« bUtben.

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Aus fremden Literaturen.

Miguel De Cervantes Saaoebra: Schelmen unb Lieb«sg«fchichten Lus gcwahlt unb eingeleitfi von Dr vwlglaß. Mit Dem Bilde unb dem Ramevszugc des Dichter». (Preis in Leinen 3 Mk. Verlag von HCbert Langen in Mün­chen.) 3n der unter Dem RomenDi« | d) ö n - ft en Erzählung«»" populär gewordenen Bü­cherreihe Des Berlages Sibert Langen ericheiat so­eben ein CervontesvanD. der dieser Sammlung zu ganz bdonberfr Zierde gereicht. Er enthält Drei Der fchönfun .^;«mp!arischen" Rovellen De» große« Lich­ter». Die ..Geschichte von 6flan und cd)nirtd", ,^ie roruehmc stächenmagd" ueb Da» ^Awiegdproch ;wi fchen Cipion und Bergan za". Die großen Herren unb BerhäUnisie sind ihm nicht weniger oertraut al» Dir kleinen Leute Hirten, Fischer. Maultiertreiber. Spitz­bude» unb Figeuner. Polä«le. Bürgerhäuser. Sp»- täler, Rneipe» unb Spelunken, Biedermänner unb WinDdeutel. noble Frouenieelen und bobenfaul«, ge- nsfen« Weibsbilder, dejtechliche Diener Der Gerechtig­keit und verdrehte Gelibn«. Das Meer unD bi« Sierra, krumme Stadt gaben unb öd« Landstraße» bei Tag unD Rocht. aller, alle» bat er mit wachen, schaden äugen gejehen und mit souveräner Laune gestaltet, realiitifd), nätigen'alls satirisch, aber auch mit liebevoller Anteilnahme des Herzens 7X2

Änut Ham fun . Landstreicher. Ro­man. (Leine« 10 Mark, vedaa von Albert Langen in München.) vielleicht wird keines Dichters Skrf mit fo andächtigen Händen. <o hohen ErmaNungen m Empfang genommen als ne neuer Hamsun. Auch Dieser Roman spielt an eiwer westvertaflenen Bache

sammeuhang gtrüdt. Der ihre Stellung bestimmt.

Man wirb so ost nach der .maßgebenDen deutschen Llleraturgeschlchte" gefragt, und man muft Immer Weber bedauernd di« Achseln zuden. DlLirgcl cingestehen. aus teilDorfie!hingen unb Monvaraphien verweisen Qlaumann» Buch k inn unserer Meinung nach gar nicht eindring- l l> genug emo obkn werben, sür di« Zeit von I 1S80 bis zur Gegenwart wissert wir nicht« unb ans fast künstlerischer 3ntuition heraus

- Frank »hieß Der tob »« I 3ol«rn. Roman einer sterbenden Stadt. (Leinen : *0 Mark Verlag 3 Ongeihorns Rochkrlger In Stuttgart, i De st von Didtm Frühwerk des Tich- x?n Da? 'end ver!

beweist Vielleich: am besten Die Bedeutung Dides Buch » da» um «einer Oigenart willen im Ge­samtwerk des Dichter» ntJii vergessen werden nnrb c dwi-hl heute andere Probleme den Dichter be'ckxllligei' und in anderer Form zur Gestaltung gelangen Der Roman ist richt die Gdchicht« eines Heros, sondern ganz tm Gegenteil wirb gezeigt. : ie Hunger. Pestilenz und innerer Unfrteb« ein« vom Feinde einaeschlollene Stadt zermürbt Obi Po», bellen Glieder nicht mehr den inneren Wil­len aubrinaen eine Sache um ihrer selbst willen zu tun. otralli dem Untergang, ertrinkt tm selbst- mordenden Egoismus folgt widerstandslos dem revolutionären Wirrkops. der. sich aus Dem vier­ten Stand« erbebend di« herrschend« Gewalt der Aristokratie stürzt, im ekstatischen Taumel der! Sinneiilust unb religiösen Schwärmerei Heimat- stadt unb Mitbürger in den Abgrund führt Or tvirD zum .Tod von Fahr»", weil auch er nicht hrroifch rein unb innerlich frei die Aufgabe an- podt die er selbst an 'ich riß. Der Dichter hat zweifellos in der belagerten Festung Deufchtand Studien gemacht. Da« ist ihm »um Vorteil aus­geschlagen wo es sich um bie Psychologie Der Masse handelt um die Gestaltung von .polt- ti'chen Sharakterrn". Schwach hingegen ist nament­lich im größeren ersten Teil die Darstellung De« Geschehen-. Die Hypothese. aU GDronift zu «t- zählen, verleitet den Dichter Begebenheiten un­klar zu gehalten. Orft der Wahnfinnstaumcl diese« Volle« von Falern. Der in manchen .Zügen an Den Untergang der Wiedertäufer von Munster erinnert, ist unerhört grandios unD padend ge- 'chtlderi. 538

Albrecht Schaeffer Die Ge - schicht« der BrüDer Ehamade. 231 Seiten 8 . 3m 3nsel-Derlag zu Leipzig unD im Horen- Lkriag. Berlin. 1828. Dido neueste Vervfsenl- liebung de« grvhen Erzählers Albrecht Schadfer. die übrigen« bereits vor fünf 3obren cntSanDen ift. gebt. Dem Vorwort zufolge, auf ein im 3obre 1867 in Straßburg erschervne« sranzo'ckche« BuchLhistoire des frtres Chonudc xurüd; ja. Schaeffer ist im Titel nicht e mnai al« Autor, sondern als .Herausgeber" bezeichnet. Durch einen Freund Der die histoire im Kriege aus dem Sl' rnitgedrachl b«rl>c, fei Der Stoff in feine HänDe geraten unD Dann von chm bearbeitet toorDcn. Dies mag wörtlich fo zugegangen ober eine willkürliche und «in wcn g mystifizierende Ginlleidung fein im Durchras unalltäglichen, etwa« fremDactigen und zum Teil alter­tümlichen Sprack)ftck Drt Buches scheint jedenfalls Die aufgenommene Rolle folgerichtig

muß au* Albrecht Schaeffer immer und» r. mit jedem neuen Buche «igenllich. als auf einen Der feinsten und tiefsten Srzäbler burweisen, Den unter gegenwärtige« Schrifttum besitzt 765

SeutfcheDichlungderGegenvarf'

Han« Raumann Di« dsmlfch« ' ichtuag Der Gegenwart. *Bom lifr-u« bts zum Eiprcsfionismus 392 Seiten 8*. 7 title «rtrciirrk Au Nag« Geh. 8 TRt. Ganz- ,. ineu IC Bit 3 B 7.'ke»lcrfch . erlagsbuchhanD- ung etuttaart 1927 Ta« Werk De« »am- balirn Frantfurter Germanist«» «früher in Jena und Straßburg, erschien al« Band VI der von Pr." Dr. 3uln* Zeitirr herausg«g«bene» Xeib« .Epochen der deutschen Literatur" zuerst im 3abrt 1923 Ss erregt« sofort Auf­heben. nicht nur. weil es «in ganz ausgezeichnet geschriebenes Buch war wir kennen bis heute | 'eint* Da* un'er Gegenwart«« christtum befer und gründlicher Darstellte - . sonDern weil tic'e« | ausgezeichnete Buch von jemandem geschrieben war. den «s eigentlich gar nichts ang»»g: D. b von jemandem der von Berufs und Lehrauf- 'rags wegen eigentlich nach spätestens dem 3 ab re 1500 nach Ehristl Geburt nichts mehr zu sagen ball«. W«ll f«tn eigentliches^ybiei. Das et zu verwalten und öfsrnllich zu vertreten Han«. bU ältdit und aller« deutsch« Literatur. Die Sprachgeschichte Pbtlologir und VollstunD« ivar wohingegen al.es nach 15D0 von Rechts wegen Den eigentlichen Literahcktorckcrii vor- I «ballen bleiben sollte. Das Aulfehen. von Dem wir sprachen ging Denn auch in erster ßini« von dieser Sr,tr au», inzwischen Dürsten aber auch die Lilerab'ßorikrr ün engeren Sinne -ingrsehen baden daß man dem Rollegen von bet anderen Disziplin nut dankbar sein kann lür diele Darstellung, die äußerlich so ganz unwk'Ienlchastlich babertommt. dir aber gläu- zsnd stilisiert und tomponiert ist. dir mit einet crftischenden Tradilionslosigkeit an Die Singe berangebt. Temperament und Eigenart der An- 'chauung mit einer olt txrblüllenbcn Tresssicher- btit des Urteils verbindet, im einzelnen kaum |f anfechtbar wird, ein« Fülle neuer und höchst persönlich formuliertet Gesichtspunkt« beibringt vnd die gtohew Limen Der geistigen önltoid- lung von I -tK) bis 1920 brillant berausarbeitet. .. den Sesonderbriten de» Werkes gebärt es \ erdul Baumann in Sern mar gesprochen bin- n ic»' z B dost die Einleitung nicht am An­fang fondcrn in der Mitte de» Bandes zu sinden ist. au den charakteristischsten Wertungen una da» Sinircten sür Sudermann, die Ab­lehnung von Lienhard und von Bonseis 'der auch im Register dieser neuen Au'lao« nicht auf- i.iictiben ,n in b.c em völligen Tot'chwcigen gibt ltd> Übrigens eine der ganz seltenen Aus- fo lungcn zu erkennen, in der man Raumann nicht bedingungslos zu leigen vermag». Was ble Erweiterung der neuen, dritten Tluslage an- gtht so ist da» Material bis 1927 erfaßt und Kingcalicbert Z V ist schon Thomas Manns .. 3aubcrberg berüdsichkigt. Unruhs .Bona- parte".:>«ns .Gneisenau' und Kafkas Roman- irngment« werde» besprochen. Bertram» Lyrik unb die Balladen von Brecht sind in den 3u-

doch oben tm Norder» wo nur arme Sofofifcher mit Nm Ihren tnO et» paar Händler »ahnen Aber Dir »iny ganze l*#öra mit allen 5<tx»u-

ern mb illrr Laße ftr-fmt in DkV» Buch |u- □mmc : linier de i liillen. stumpf«» unD genug- *amm r#(*n Da oben 'mb cm paar L'anöitrrüljrr pm lieblnt auß». wackpen Die wie ein Ferment unrtei < devart. der lüdinge Äicmüti^e doch irxn>t»if Der auck) n Der Kietze rtn Land-

Itrridkr pe wo eben ff und inn Freund fluguft. brr Ultftnlor Wui zello*e. brr mi: allen rtimörn «r- Ml B jaMeD 'i - > - rin /.tot-

niofer stopf. Der vinftille tat. von denen ärgern der Äcker blubt. em 10 großer Lügner, daß rr befiMbc zum Diditrr nxrb. doch, mmn er «Hfl. auetz ein Br bettwtwr. besten Wilern Die avöern zwingt, in wmig Iao«n rin Moor mit ihm jji entwäsfern. dn ta­rne Mb non in bedingter Irene Hunderthrch find na- lürlnli Menschen unb Bezirbiinge» um dietr tfanb- kl reichert« rirn Blick, n br» Meistrr» entschlüpft

keiner rr weck» ave», strdt. nxi» noch fein Kuor sah und Irin leise« Weit trifft mitten tm 5»erz brr ?mg<. In ihm irden und wetzen und sind |w all« bk in Irrur Dir Scholle tzai^n nnD mrhren. und Die von der IInro|t Der Blute» immer uriebrr in» tun- fd getrieben werden Und z letzt wird ave» dn Lachen. Lachen unter Tranen, mk da» ktzt« Selbst- bilbni«» BrmbMnbt» e» zeig« 7*1

Hessenkunst 1928

nunstn von A<»ll re»»;! ntu Heuen. ÄuJfc-rdem roicb illaitricrte Heürl«o au» dem ii »en Marburger Kunstti u---um. »owle Aber

ia*- P.-eli Bk. LH.

Ferner erschien von Br. 3 ar gar »t» KIM la»: Oie Glasmacherkunst In Hessen 194 Selten Text mit 41 Tafeln and 21 Abb. Im Text Preis in kürulL kjoban<i Mk. 3*.. Kinkel, ObertM vorgeschithlL liierte Herau*evrcben v.d. v> ich germ. Ko-nleslon des deut »eben archäologischen Institut». 2H0S. ro 2>r> AublkL u Karte. Mk. II.-, geb. ILMl Aul Grund der Forvchangeo. die besonder» in den letalen Jahren rege gefordert worden sind, wird eine ganz new Vorgeschichte unserer hessischen Heimat aufgebaut. Da» Buch zeichnet »ich durch hetonders Instruk­tive Bilder am

Ausführlich. Katalog über zahlr« ehe weitere hess. Heimatliteratur und -kunst »ow.e Uber bedeutende Preieherabfetzungen kostenlos durch die

Ä. G. Qwerl'sdie VerlagsbuchhaodliiDg

Marbor» au d. Lahn. I199KD

Politik und Geschichte.

Friedrich W Kirch«il«n .Rapv- Icon I" Ein LedenSdilb in t»ci Bänden Erster Band 1769 1805 Mit 15 Lichtdrucklafeln Geh.l- td 10.50 Mark Verlag der 3 G Sottalcheu Buchhandlung Stuttgart ^ircheilen ist be­kannt durch eine ganze Reihe wichtiger Ver- olsentlichungen zur Gefch, L»« Der na'.o!coni«chen Aera. Sv wird »in neues grunblegenDes Werk aus lei.ier Feder mehr al« alltäglich S 3nter,l c beanspruchen Und gerade heute ,ft «in Buch, wie er e* uns vorlegt notwendiger denn f«. wo bi« Gestalt Ropoteon« von Hu-'n e'«m der Änniunf- tur oft in der unglaublichsten Welse verzerrt und umgebogrn wurde Da wird man auch die schlichte, ost loqar trockene Art mit der Klrch- eifen seinen Stoss fhliftt'd) m.istert. mit in Äauf nehmen, wenn wir dafür wieder «tu Bild des großen Äorfcn bekommen das frei von allem egendären Rankenwerk unb p ycholeg ichen Miß­deutungen bie Gestalt Aavclecn« lo gibt wie Die historifche Wiffenschakt fie heute ftehi Xuii entgeht der Verfasser allerblng« nidu immer Der gegenteiligen Gefahr, in Der peinlich genauen Klrininalerci. mit Der jede Szene im Leben Ra- poleonS auögefponncn wird. Die große Linie, da« historisch und menfchltch Bleibende des Ge­nies gelegentlich zu überdecken. Besonderen Dank verdient Der Verlag durch die Ausstattung De« Buches mit einer Reihe ausgezeichn ter Wieder­gaben zeitgenössischer Bilder. 578

Bismarck Ausgcwahlt« Werke Herausgegeben von Hermann ®runter Erste Ab­teilung Gedanken unb Erinnerungen. Band 1 bis 3 in zwei BänDen. Groß-Oktav Ganzleinen zusammen 3m. 13.. Versag der 3. G. Eotta- schen Buchhandlung Aachfolger. Stuttgart. Mehr als je nach Bismarcks Tode richten sich heute aus dem Kampf der politrfchen THciimnqtit die Augen des deutschen Volkes auf bie «Des«alt De« groben Kanzler». Damit uxtch t das Bedürf­nis, thn. anentftcllt von paNeimätrimn Aeden- absichten. aus der Outile seiner Schriften fen- nenzulernen. von lag zu Tag mehr und mehr. Da aber der örtoerb feiner fämliichen TScrte für eine griftere AUgcmeinhe t unmöglich ist. so verlangt diese schon seit langem nach r.ntr Aus- wahtausgalt welche die geniale Pertönlichtett Bismarcks in ihren wesenrlichen Füger, auf ge­drängtem Raume wtedergitt. d. h. fcw hl seine po­litische Tätigkeit wie den reichen Gehalt feiner lei- denschaftin^kraf»vollen und doch hn Tiefsten zar­ten Ccele ledenditz-strasi zulamman'». Diesem Wunsche kommt Die porllttynbe Sammlung sei­ner . Ausgewählten Werke" citiacjei, Die einer heimrat Hermann Granier. langjähriger Archi­var am Kgl. Hausarchiv zu Berlin, unter Dem Gesichtspunkte einer Volksausgabe zusammen;e- ftellt unD mit knappen idl> gehallvollen Erläu­terungen alle» WiffenstocNen versehen hat 3n drei 2lb»eilungen zu je zwei Bärr^rn soll sich dieses Monument Bismarcks ausbauen: als Basis D^r beste» Kenner der Bismarckschen 3eil. Ge- crscheu»«ii zunächst die .Gedanken und Er­innerungen". die .politische Bibel der Deut­schen in der der große Heros Die .Söhne und Enkel" Die Weisheit hoher Staatskunst lehrt. An Diele erste Abt ilung werden sich int näch­sten unD übernächsten 3ahre vier weiter« Bänd« anfchließen, DU aus Der gewaltigen Fülle Der