Mittwoch, l-s. Dezember 1927
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für ltzberheften)
Nr. 292 Zweiter Blatt
Zahrt durch das rumänische PogromgebieL
Von imtoretn V -Bertchrerstaiter
rHa^bcud. auch mit Qurilr-ia'xgibe. t>ert>o<en > Ä l a u f e n b u r g. Seyeber 1927
UitHF.UKir1i4 glaub« nun sich 10 3a%vtyx- tMbertett 3u4) bamali wie letzt.
kür int» (»«nbannrv.t ,u Juft unb zu ’plerb durch Me Sirahen liegt Me Un P*d tät IM unb vor- Ujflm da. leben btv Oeule in Orufrp.-n vor y tchlo»fenen Vdbm - in Grwaruna des SrtiM Unb bribc THak war <• berlrfbe Sdnb. kam <r wenigsten» au* bertrlbm Bich!ung. au« bet T> a la 4>f L
QlnnH. ung'.udVdxy* öt.b.mbürgen, GrMltz QtatMal. ungluck iches Äliu-enburg Äoi»*par. Äluj. 3n brr Tlanuniänbrrung liegt bdne Oe- schichte. liegt brtne Tragik. Lu« einer F ihrl von 3ttnibni<f nach Trient tbnnte man höchstens Aehnliches erleben, wte Wenn man sich heute von Budapest nach Älziu«enbutg betf bt. Unb bab i tft augenblicklich her r^g. Fechter «riegs- • u R a n b. obwohl fein Sahd recht verlangt unb Bit Vräleften zur Orstnuna bet Geschäfte — unb bet Theater mahnen, als ob man nicht vhne- MH schon genug Theater erlebte.
Bereit» am Ostbahnhof von Budapest formte man Me edlen 2kw» tch-n bet C ebenburarr Unruhen bemerk en. 3üM«<be Fiüch linge mit Ätnb unb Äegd unb Säcken mit gerettetem schnell tu- «aoanengerafftem brtv glichem ®ut 5ür BuMapest tot* erfreulicher Zuwachs unb dennoch nimmt man Me Oeute auf. denn was ba im Osten geschieht richtet sich nur äußerlich gegen btc jübi«che Bevölkerung Dort geht es um andere hvchpoli- tische Dinge, geht es um magyarische Ce- benllnteref fen.
Kur, vor brr Grenze, in Berettya-Uj- 1 a I u, ein Heerlager von Vertriebenen, 01-oft auf den Gesichtern. Juden - unb Ungarn, waschechte, reinrassige 6,(fier, deren Dorfahren unter Bei hl en Gabor erfolge-ich g-g n Ianitfcha- rm kämpften. Bewohn r einer Gebe. Me mehr als tauf mb Jahre keines Feindes Frist harrten — M die walachischen .Befreier“ kamen Und Me Fahrt geht weiter üb:r die schnelle Rorvs Me Me neu; Grenz? btlb:t Die rottpeifr- grünen Grenzpsähie verschwinden im QTrbel. man ist in ‘Äeurumänten.
Grostwardein! ® Die S'.aM wie aus- gestorben. nicht einmal die Slrahenbahn verkehrt. Ln den IHauern und Litfasti'äulm Anschläge des Präfekt en. inMfthc OntldbulMgungen Ä app hundert Polizisten unb mehrere tausend .Univerfitä i shörer^. ÖCrcng.* Anweisung, von der Walle kein m Gebrauch zu mach e. Was sollte der arme Präfekt artzch tun? — Am besten Nichts, um tpeiuaftcrx» von .oben-* keinen Derweis gu erhalten. Und doch ist bibei gerade das Un- angenehmste P.nnllchste in Grostwardein geschehen vom Verwallunasgcbäude der dortigen «JabrifnieberUgc eines Unternehmens in Manchester ist die englische Flagge unter SOM rufen auf Aotch-rme mit Gewalt herunter» geholt und mit Fststen getreten worden. Das dürfte noch ein diplomatisches Bach- spiet haben unb dürfte auch Me Welt davon übenruyn. dast in Siebenbürgen mehr geschah als em Miogrc :t Daran ändert nichts, hast hier in JUaufenburg jÜMsche Bet Häuser mit Petroleum aberge/’m unb anacfrünbet. Thorarollen zerrissen unb in den Ainnstein geworfen würben
Wahrhaftig, für da» Ausland ist et unendlich schwer, sich ein richtiges Bild von den Dorfällen hier unb ihren potln dxm Hintergründen ju mo<ben .Tn Deutschland z. D hkH» man doch höchstens etwas Peri den hier Iibenbcn .Sachsen", den deutschen Siedlern, die der Sage nach der Rattonsäng.r von Hameln hierher entführte Ader Mek .Sachsen". zw.ifellos der kulturell hbchststehende Bevölkerung« teil des
Landes, scheiben bei brr Btr Achtung d r gegenwärtiger Lage v lag aus Se fuhren mit ungeheurer Zähigkeit ihren langen unb stas erfolgr ich gebliebenen Kamp« um ihr Deutschtum, haben Meles unter rumäia'cher Herrschaft eben«o bewahrt wie unter der früheren der M.gyar.n
Ader da sind die bereits schon erwähnten 6 » « 11 < r. Nachkommen der Hunnen und Ava- ren. deren tatarischer Einschlag heute noch viel gröber ist al» der der remrc«*ighen ungarischen Aristokrat.c Die Magyaren blicken au' dte'es Bolt mit einer an ckhrturcht grenzenden Bewunderung. heben in ihnen eigene Tradition und Vergangenheit 6» sei nur daran erinnert, dast während de» rumänischen Gin'alles In Siebenbürgen 1916 die ungarischen Soldaten in allen Fronten stürmisch nach Haufe verlangten, um die heilige S» fier Erde zu verteidigen Da«' die«e Verteidigung dann durch die Truppen Mackenien» erfolgte, d e die Rumänen in kurzer Zeit zum Teufel jagten, ist ja eine andere Sache Man ed'eht jedenfalls aus dem Gefühl, dast Ungarn für Siebenbürgen hegt, wie der Verlust gerade dieses Landes den magyarischen national- stolz treffen muhte Und dann hier leben natürlich auch .Rumänen", d. h. Leute, deren Dialekt rumänisch ist. die aber dem Blute nach cbenfogut als lebhaft gewordene Zigeu ner angesprochen werden können. Ihre Dörfer starren vor Schmutz. Leien und Schreiben ist noch seltener als in Aftrumänien anzutreffen, es sind völlig verwahrloste Individuen fast an der Grenze 5wischen Mensch und Tier. Und das sind nach ‘rianon plötzlich die Herren des Londes geworden
Diese Menschen konnten natürlich keine Beamten stellen, alle« wurde aus der Walachei importiert. Das übrige kann man sich denken. 2s trat gerade das Gegenteil dessen ein. was In Galizien geschah, dessen Universitäten in Krakau und Cornberg die höheren Vcrwal- tungsbeamten für den neuen polnischen Staat stellen muhte. Oesterreich hatte eben andere Min- herbeitenprimtpum a'.s Ungarn und Hatto auch anderes Mindcrhei.cn-. Material". Die rumänische Unterdrückung in Siebenbürgen übertrifft hundertfach die Der Tschechen in der Slowakei, der Serben im Dana', ja selbst den Dröhenwahnlinn der Italiener in Südtirol. Dah unter solchen Umstanden der Aothermersche Gedanke hier zünden konnte, nimmt nicht wunder. Toau tarnen d i e Wirren in Altrumänien. Ist es da erstaunlich, bah man die Aufmerksamkeit der Ration von Königsfrage. Direktorium und Agrar- problem ab^u len len versuchte? Der Studentenkongreh war die beste Gelegenheit hierzu. Die Juden als Blitzableiter, das ist altbewährtes Staatsprinzip tn Aumünien wie in Ruhland. Also Pogrom! Aber — die Geister, die ich ries...
Dun ja! Zugegeben, dah Me 3ubenfrage in Osteuropa ein ungleich schwereres Problem dar- ftellt als im Westen. Aber Me Praktiken der rumänischen .akademischen Bürger" sind doch eigener Art. Was aber Me Hauptsache tft: die rumänischen Studenten gingen gegen die Ungarn los! Das Judenpogrom war eine Maske, hinter der etwas anderes verborgen war. Und das hat sich jetzt offenbart Dah man sich gewisse finanziell wichtige Sympathien ien- seits des Oxean verscherzt hat — die Königin war doch nicht zu ihrem Vergnügen nach Amerika gefahren — sei nur nebenbei erwähnt Ulan hat aber gesehen, zu welchen Mitteln rumänische Ltaatsw-isheit greifen muh. um unliebsame innerpolitifche Vorgänge tn den Hintergrund zu drängen. Herr Braliann jun., es ist. so scheint es. manches foul in Ihrem Staate...!
Oberheffcn.
«Heflüatlausslelluna in Wcnöorf.
♦ Bl len Dorf a b. l*bc 13- De^ Der CB t • flupelzuch! verein BUenborf an brr Lumda unb Umgegenb. einer ber rützngften Züchteroer, ■< Dbrrbrtirne c* r a nf teilet r am -aim- tag . nd Eonmog m Saale br* Gafihausee zum Bahnhof" b»e zweite allgemeine ®cllü- Ielo.i*|tc!lunp. bw mit Fede:netz jeglicher N stark beschick' mir. cie hatte nxe auch die erste oDgo.netne starstett ing. sehr fu:r< Material auf|u- menen Äle Preis echter waren bw Gebrüder Teil aus )fettem orwe W. Jauernick lAardach» tu- gezogen worden. Die^e hatten feine le'chie flrb.it. da Me 200 autgefteUien Hummern saft burd»nwg erstllaistpe Tiere barfteltten und nur mit peinlicher Genauigifonnte bat BHtr vom (Buten auege- kien werden Dast man hier der Aeilüortzücht aroste, Interesse entacgenbrmgt. beweist d»e starte Bei^cher^hl am gestrigen Sonntag. Die Bürstel- lungrajnw rrrnieien sich sehr oft al» zu klein Rach- folgend die wichtigsten Lrrgcbnnk der Prämiierung: 1. Wassergeflügel mit sehr gut bewenet wurden Emdener Gänse: Ehr. .Hanf! (fllkiiborf a.b. Lda.». Endliche tiauvnfrn (anlbfarbifl), Theadi r Beckel <Lollar, Gut Indische Laufenten Iweistj, 3ob. Nachtigall (Londorfs. Ve'nedigenb Weftsalisckx Nie^ngänk, Heinnch Bergen 111. (BUenbori). 2. iärostgeslügel Puten Sehr gut unb Out: Wiih Romer (flUenborf). 3. Hühner (Zucht- flamme) Sehr gut Schwarze Wpandone»: Ludwig Äimtd (Dollar). ».Hühner: Sehr gut: Plymouth- Rock»: Theodor Beckel (Collar). (But Süsses: Ph. Höchst (Londorf). Drpmgton (gelb) Sehr gut: Thr Ranft (BUenbori). Dilh steil ((ftthigobaufen). Aut: Christ. Ranst (BUrndon). Wo.ndotte» (weist): Sehr gut unb Otut: ?1 potbefer Lelcker (HUenborf). Wyandotte» (schwarz): Sehr gut: Dilh Hofmann un) Ludwig Klinke! (Lollar). Dyandotie» (blau- goll>) Sehr gut unb G.n Ludwig Staubitz iLittelsb-rp) Äyandones (filber) Kut: Cubmtg Stauditz (Wiliel»berg). Wyandone» (redhuhnsarbig): Sehr gut: Gotthard Dege (Heefem) Gul Gotthard Dege iHeskem): Befriedigend: Erich Loy (Bieber). Barnelctder Sehr gut: Jod Hch. Otto (Tre.häufen). 'Rhode!ander (ros) Aut und tBdncfr-.grnb: ixinrid) Kä» (flUenborf). Mmorfa (schwarz): Sehr gut: st. Muller (Lollar): Heinr. Stein (Llmibach): Eberhard Ravst (HUenborf); Gub Hch Stein (ditnibad)). Rheinländer (schwari): Sehr gut: G Lehr (Collar); Gut: Aid. Linker (Lollar). Magrm» Rabenau (Rar-
deck). 3ia1ienet (rcbbuljnlarbig): Sehr gut: Wilhelm Nachtigall (BUmborf). Wilhelm Waltber (Daubrin- gen), Mlh. Hojmann (Lollar), Willi. Nachtigall (Allendorf). starl Römer (5»chborn), Ludw. flrieb (MUenborf), Heinr. Nau (Wuteici-ach); Gut: starl Römer (Hachborn), Dilh. Ranft (Ällertebausen),
Ludw. ftrieb (BUenborf). L'oin» Ron<r (2lUerle- häufen), Ioh. Hölscher (HUenborf). Dilh. Nachtigall (HUenborf); Befriedigend: Heinr Grosthau, (Pefld- dach), Heuerich st« (HUenborf), Gotthard Rein (Nv kheck). Willi. Nochttgall <2inenborf). Hch st rüg (3Dd*auien). 3taßener (redbchni. roienf.) Sehr aut: Ioh. Lange (/wchdorn). Hch. Echcher (Winnen), gtatueer (schwarz): Sehr gut: Dilh. Schoenber (Ärftefbod)). Ludw Cid) (Londorf), Chr. Nachtigall (Huenbod) Balch. Grebe (Nordeck), Jakob Burk (ßonteri), Gut: stonr. Dallon (Erbenhaulen), Jak. Vurf (Londorf), Lehrer Schmidt istesselbach) Heinr. Höchst (stesseibach). Dich. Nuhn (Treis); Balltzchor Grche (Nordeck); Befriedigend Dllh Nuhn (Treis), Jak. Burk (Conborf) Italiener (gestreift): Sehr (»il: stonr Dallon (Erbenhaufen), Ioh. ftrieb (Nocheck); Gut. st. Dallon (Ervenhdiafen). Italiener (weist): Sehr gut: Eberhard Schneider (Drechmfen). Peter (Brau (Dreihaufen). Gut: dieseiben. Italiener (filber- hoksig): Sehr gut stonr. Mank (HUenborf). Hmerif. Leghorn (weist); Sehr gut: Cebrer Schmidt (stessel- bad», SM). Hofmani- (Lollar). Gut: dieselben, hamburger (schroarz): S'hr gut: Ludw Frank und stark stmeUch (Lollar). Gat: Ludw. Lich (Londorf), PH. Emmerich (LeidenhoTen), starl stoletsch (Lollar), öilbecbroftl: Sehr gut unö Gut. Hch Müller und
Hch stcstier (Beuern) Hamburger Silbettack Gut: Ludw. Nürnberger (strslrtbach) Zwergwyonbotte» (schevarz): Sehr gut. L ßhint (Lollar). ® Lich (Leidotti S..i L-.iMv Minke: iLollar). Cubcng fir-.-H) istordeck! Rbeinlanber (schere,rz) Befried'-
-d G. Lehr (Lollar). Deutsche Swigf Setzt gut:
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Ba-tam ,'chwarzi Sehr gut und <Bu: Silh Lotz (flüenörn) s Tauben iHflrrtropter (petd> Ou Jod Gallon iRordeck» Heft. strop«er (Mmi)- Sehr pu: s.lb Becker isteiirtdach); Gut Ludw. Oiemotz (stefteiback-, Heft ströpser (blau nut Binden) Sehr t und Gut start Romer (flüenboi«) »>esl stioo'er > vwarz? cebr gut unb ®ut klbam Schneider (H endori). Heft <nop*er (<*b.'-nmert) Gut ston- r.-.b Sie'.zenbach (Nordeck) Schlei Defstplattkro^«ei: Gut: starl Römer (BUenbod) rirarr (rot) Sehr gut unö G >: pnebr Römer (Bllenborf) und Ludw. Lich (Conbor«). Forellen Sehr gut unö Gut Ludw. rire-f (Lollar). Reisetzneftautzen (SOU km (ilua- Ir.ftjng) Sehr gut: Gust Boeaer (Londorf); Gut: örnft ibitte.dach (Conb^rlt Srtx>: bf.t*bne,taubfii: Sehr gut Bug Beckel (LondorH Englische Elftem iblauj: Gut Jod Diehl (Dreid,u'.n) e rci cHliem ichwari) Sehr gut und G > Jod Diedl (Dre>- hausen). Engi. Elltern (rot) Ldrenpoe,». Sehr ,i t und Gut: stonr. S'.elienbach (Nordeck' Der Eh en- prei» ,st ein vorn Prei»nchter gestiitete» Stonb- jbrthen Starendälse Sehr gut unb Gut: Äug-ist Beckel (Conbort) und stonr stodl (Burg Gemünden).
VnnDfrrio Wicfjcn
9 Altcn -Buseck. 13. Dez Aller Voraussicht nach scheint man in unterer Gemeinde auch im kommenden Jahre mit einer ft o r I e n Bautätigkeit rechnen zu können Aachdem die hes'i'che Regierung in entgegenkommender Wer e lich bereit gelunden hat. ein ausgedrchntes 1i»- falifchcs Grundstück in «ehr günstiger Lage an der SüMeite des Ortes für Bauzwecke abzugeben, Haden bereits mehrere Baulustige Geländekäu«e abgeschlollen unb einen Teil des erforderlichen Baumaterials anfabren lasten Die Wohnungsnot. die «chon in dietem Jahre grühlenteil» abgestellt werden konnte, dürfte damit aus absehbare Zeit behoben lein.
Bg Grvften-Buteck. 13 D z Am < n- tagnachmittag veranstaltete der ®ddn^>-r<*in ’lSä n q e r f r a n 8" unter Müwirkung he* Orchesters ehemaliger Mllitärm uliker, Giesten. ein stonzert. das al» wohlg.lmg.-n be^ichnet werden kann. Die L'itung bitte der Dirigrnt des Bereins stvnrad Rico las t> n hier, dessen Rönnen über Me Grenzen uns.-ies Dorfes hinaus anerkannt ist Don den vargrtra- en (Jhören wurden da« B linifnml)»lt.'b unb . Zigeunerleben' mit Orch'sterb-gsertuna gegeben. Hierbei liest «ich erkermen. in w Ichem Grad.- der Ehormeister feine Längerichar beh.-rrsch'. .Sonn- lag un Walde" kv-i-ite als ^itmtnunu gefallen Hein volles ÄMinen zeigte der Verein bei den dvei Dvlksliedern .Gteh' ich tn finstrer Mitternacht". .Amfel im Walde" und — wohl das beste Lied — .Jetzt gang t ans Brünnata' Das Orchester unter stapeilmeistvr strenge! tourte, wie nicht anders zu erwarten, selbst hohen Anforderungen gerecht. Die OinxTtüre au .Dichter und Bauer" wurde vollendet zu Geh?r gebracht. Die beiden Golisten, Me Herren st c h r- mann und Paun, verfügen über gute Technik, und must len «ich zu Zugaben verstehen. Die Der- anftaltung fand als erste fdt der OrtoctIrrung nn Gaalbau Wagner flutt, nach dessen enbmil- tiger Ferrigstellung etm Gtnwrthungsfe^ertlchkett stattfinden soll.
00 Rleln-Clnben, II Dt* Bei ber vor einigen Tagen in unserer Gemarkung abgehal- tenen Treibjagd wurden 46 Hasen zur Strecke gebracht. In unserer Gemeinde behebt eine Zagdbcrechtgung zugunsten d s Hessischen Staates, um’afienb die gesamte Gemarkung Älein-Cinben». Die Jagd «st vom Hefsi'chen Staat für einen g Pachtpreis dem akademischen Forstinst tut der Landesuniversität Diebe - i b.-rlaf en worben unb
VoriragS-Pereinigung.
„Kran; Sd)iibfrt, ber Altmeister des deutschen Liede»".
Dem Beerhvv.-njahr lt/2c r^ht sich 1928 als Schubertjahr an un> wird ho'frnilich dem Werk Franz Schuberts Me Grttung Dertd^fH. Me ihm unbeding', zukomm.rn mühto. Denn bis ietzl ist der strrt» derer, bk ihn genau kennen und voll zu schälen willen, noch v.-rbil.-nismu'-.g klrtn, während der qröf) r Teil unseres Bolkes ihn mir mehr dem Samen als ber Sache nach
kenn:.
Vielleicht ist es für Schubert jum Verhängnis «-worden dah man Me Bedeutung «eines 9c- benswerkes in mu«ikgrtchichrlicher Hm'icht dahin kur? zulammenba'len konnte, dah man Ibn als den .Altineister des deutlchen Oiedes" bezeichnete. Solch.- rubrizierende Abstempelung durch «vgena.in e Schlagwörter hat immer den N acht, l an sich, dch eine grvhe Meng-: sich am Wort genügen lästt und sich nicht mehr mit ber Sache Nisei n. nd 7 -
Das Ziel. tme->er zur Materie hinzu!, ten. war auch dem emtührenden Vortrag von Prrf. Dr Josephson. Duisburg geletzt Um die zahlreiche Hörertchaft zu a.-Vinnen. tPJhltc er Me Brücke über das trag 'ch. S-dens«chi^al d:s Meisters, von da aus eröffnete er den Zugang zu dem eigentlichen Wert. In sthr grlch-.ckter Weile zeichnete er b?n Lx-bensadr-.h und »er- läumte keine Gel. genh it, den Werdenden und auch den Könnend.n den Härern innnrr wieder menschlich nahezubringen, indem er immer darauf hinwies. wre Me M UvUt den grosten Me-.ster strts verkannt hat von der stonvists^Tit angelangen bis zu bet S.niichtslofigke t Inner Bt- leger und den Gnttäu'aiang.'n d-tch den grosten Weimaraner Dichrertürtten. dcssrn Gcdichte er als erster durch den Geist ber Musik voll zur Gntfaltung brachte.
Mehr aber als Me beste Gln'ührung tn das Leben vermag tn solchem Falle das Wert selber zu geben. Und so breitete Prof. Josephson eine Reihe von typischen Liedgaben vor den Hörern aus. trefflich unterstützt von ber Altistin Gertrud Lucas auS Duisburg. Gertrud Lucaö brtitzt ein überaus dunkles Organ, das einmal, wenn sie die völlige Beherrschung über daS elbe erlangt haben wirt, ihr zu reichen Srivlgen verhelfen wirt. Augenblicklich er'cheint ber Stimm- klang durch das 'Bestreben zum gedeckten Singen in seiner klanglichen Entfaltung zeitweilig go- hemmt. 3rn Musikali«chen waren ihre Vorträge schr fein durchgearbeitet und daS Publikum er
hielt so einen treffenden Gindruck von Schuberts Liedwert. Prof. Jotophtvn ist ein zu bekannter Musiker, als bab es nötig wäre, aus seine Zähigkeiten als Be^eitor hinzuwellen. Sv wurde der Zweck dieses Adeirds. das Wert Schuberts ■ ter en Ä teilen zu eröffnen, damit vollkommen erfüllt.
In Anbetracht des Hörertreifes wäre es vielleicht tat «am gewesen, noch m-chr auf das typisch Reue des Schubert«chen Liedes an ber Hand von Beispielen hinzuweisen. In dem Zu- fammenhanoe. wie Schuberts .Ganymed" gebracht wurde, wird er wohl mir von einem kleineren Teil der Zuhörer voll ersaht worden 'ein. denn es ist auch ein wichtiger dmed eines solchen Abends, auf ein verstündmsv^les Qr- ‘affen des Dargebstenen hinzuführ?n. und somit die allgemeine Fähigkei!. Mustk in sich aufui- nehmen, zu steigern. Darum Hieb auch hier ber Nachhall der «ich bet den anderen Gaben durch reichen Bei'all kundgab. zurück. Gewist ist die Schwierigkeit nicht zu tvrfermcn. bei einem solchen Bonragsaben?> Me Beispiele auszuwählen, die am leichtesten ei-gängUch find aber immerhin wären solche Lieder, die dem Volkstümlichen nahestehen eher am Platze arwrten. und auch da hätte «ich die Gntwicklungslinie deS Schubert- 'chen Liedes au>decken lallen, und sicherlich hätten 'ich auch typische Veilpiele gefunden, an denen der Vortragende hätte erwei'en können wie sehr Schüben «einer Zeit vorausgeeilt war und zum Wegweiser wurde für alle die musikalischen ör.t- u iLungen des 14. Jahrhunderts mcht nur allein für das Lied «ondern auch für den Gesangstll Richard Wagncrs und nicht zuletzt als symphonisches Vorbild Bruckners.
Tie'er Einsührungsabend hat Mc Blicke auf Schuber:s Wert grrichtrt; Lonnnend^ Au'tührun- gen. i-rs besondere des Konzert Vereins, werden uns teilhaben lallen an dem Schaffen des lange verkannten Meisters, der mu'ckaltschen Verkörperung des Diener Wesens. Dr. H.
Qöerbesfische Gesellschaft für Jiotur* und f-eilkunde.
In der letzten Sitzung. Me zu Ghrm des 70. Geburtstages von öouiä Dello, dem ausgezeichneten belgischen Gelchrtrn und philossphi- fchern ^hrendokwr auch der Univer itä: Giesten, ftatlfanb. gedachte der Vorsitz.-ndr ber Gesellschaft. Prol. Dr Harrallowitz, in einigen Worten der grosten Q^rMcnfte. Me Dollo «ich in der biologischen, besonders aber in der paläontv- logifchen Willenfchaft erworben Hal. Die Philo
sophische Fakultät der Univertttät Gtesten hat dem Forscher telegraphische Glückwünsche zu «einem Festtage übermittelt.
Aach ber geschäftlichen Sitzung mackste Prof. Dr. Uller eine kurze Mitteilung über .Die SignalgrtchwinMgkrtt einer elektromagn:t:schen 'Belle in einem «wogten Mittel."
Anschliestend hielt Dr. A i ch t e r einen Vortrag über .Die allsteinz-itlichen Höhlenfunbe bet TreiS a. d Lumda". Schon feit dem Jahre 1912 wurden dauernd Fände eon knochen tn einem Quarzitsteinbruch am Südost- abhang des Todtenberges bei TreiS gemacht. Feuersteinwerkzeuge gaben Me Veranlass ang zu Ausgrcbungsversuchen. Aechdem von Prtvai'nie die nörigen Geldmiitel ousgedrachk werden waren, konnte Dr. Richter im Jahre 1921 Me Ausgrabungen beginnen. Erst 1926 waren sie beendigt
Die Rnochen. Me dem Mammut, wvllhaar gen Rasborn. Mofchusvch'e:i. Visen. Wildpfert, Höhlenlöwen, Bär und Eisfuchs angeht r.-n, liegen am Boden von Höhlen und finden sich zusammen mit Steingeräten des alleren Paläolithikums.
men, und da all ft einzeitlich 7 Funde de- uns nur dünn ge^ät lind, so haben die Ausgrabungen bei Treis eine Bedeutung von «ehr froher Tragweite. Als Material zur W> rtzeuach-rfteTäng di ente bet Quarz:i. tn dem sich Me Höhlen befinden. Be- arbei'e: wurde biÄ Gestein auf grvhm geftür/en Steinplatten (Tifchen. unb AmbolleTi. Im L:cht- bilb führte ber Dortr^zende den gin*en Gang ber Ausgrabungen vor Augen und zeig e. wie aus den Rohiormen. Hallst erb g*ahnfat er. und fertigen Ci ringer dien M- S' einbcard» itunaS echnik einer bestimm len Kultur des Paläolithfkums llargrtegt worden ist.
Die Höhlen bei Treis bilderen eine Dert- ftätte. In der bis au zwei Meier mächtigen, über dem Höhlrnboden lagernden Rulturtchichtc sanden llch Me i2 hl reichen Gerät tvpen. Me dem Mou- ftrr.cn. Acheul.en unb vielleicht noch Mm Magda- I6nien an gehören. Dor allem find es Geräte, Me ihren DerwendungSzweck un Schaben, Schneiden. Ärafren (Hobeln. Stechen. Dohren, Rllrp'en. Mei stein unb Glätten fanden. Sie sind grob und meist plump, zeichnen sich aber durch eine feine Rrtouche aus. Aus ihrer Bearbettung laf'cn sich Rückschlüsse auf den Geisteszustand der dat.ialigen Menschen ziehen. Uebcr d r erwähnten 5hil- turtchicht folgt eine zweite, jüngere, Me aus ‘Bafel: und Homste-.n an gefertigte Ariefalle führt unb dem Svllttr en ent piichi. —
E:ne Heinere Ausstellung ber wesentlichsten Gerättypen und Rnochen erjagter Tiere legte
den Besuchern Zeugnis vom Treiben ältester Bewohner hessischen Landes ab. Ür. H. L H.
Jranffurfcr Theater.
3m Heuen Theater gelangte Friedrich Lichtnekers .Bayrische Rönigstra- gödie" zur Uraufführung .Bayri'chc Rönigs- tragöbic“ — der Titel ift. wenn n cht gerade tx*r- bcifunadDrll. «o doch vielvertprebenb. zum min- beften zugkräftig Und leiber ergibt die Aufführung. bah eS dem Autor in erster Linie auf die viuflfräftiglcit ankommt Dichterische bramatifche.
chungen. die fich vielleicht an Mesen Titel, an bas Unterfangen eines solchen Wertes «nüpfen. ift Lichtncker von vornherein nicht gewillt zu halten. aber er ift gewillt um b >■ G« stall Ludwigs II.. um sein traurige! Geben und fein tra- giiches Sterben einen dicken Brei brr Sensation zu lochen und mit pathologischen Würz-;» dem Gaumen des groben Publikum» schmackhaft zu macheii. Es ist schade bah Lichtneker bem die Begabung gewih nicht ab-u prechen ist. sich einen Stoff aus Ge'chäftsinsllnkt wählt statt aus dich e- rifchem. innere Zwang heraus; infolflebcHen w-rb biete Tragödie niemals wahrhaft tragisch fein, sondern nur äuhere Form mit unbegründeter bramatlscher Geste, ein bunt zusammengesetzter Theatorfilm ber Rallenlchlager werden rr5*tr Alles mögliche aus dem Geben des unglücklichen DayemkönigS wird aus Me Bühne gezerrt, ohne dast der Autor seinem Ludwig die Ehre gibt, ihn psychologisch zu vertiefen. Sr bleibt hübfch an ber Oberfläche und hängt ihm ein buntes, aber gar armselig dünnes Mäntelchen um. Politi'che und private D ge werden erörtert. eine Reihe historischer PerlönlichkZtcn et- icheinen rings um den Äöntg. ber 3 ndruck bleibt äusterkich unb matt Ma» Ovhüls. der Regisseur. hatte keine leichte Ausgabe, er milderte und mäh Qlc. aber er hatte in Li:g«ried Nürnberger nicht den richtigen Darsteller des Röntg- gefunden. Im übrigen sah man einige gute eindrucksvolle Chargen auf ber Bühne, die mit künstlerischer Hingabe um den Ertolg bes Werkes kämpften. Am Schluß verdichtete sich denn auch der etwas dünne Beifall, und Friedrich Lichtrtoker kennte «ich bem Frankfurter Publikum zeigen Die c Tragödie wird alle diejenigen in- tertir.cren. die cs nach Sensatwn g lüstet und die dem Icgcntcr.m-cn Leben Ludw gs II. auf diese Art näher Immen wollen; in diesem Fall mag Lichtneker recht behalten, und sein Instinkt mag ihn in bezug au« die Rajsenerfvlge nicht g täuscht haben. L W.


