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gefürgt Ku geben. Gr tonnte au- ben Dter 3ahr- M^nten te» Verein» ein überau» gekartete» Wirten -um Wohle ber evangelischen Kirche, wie auch -um Velten von Voll und Vaterland Nachweisen. Wie zur Verteidigung de- prote'tan» tischen Evangelium- und de« deutschen protefton» tischen S aat-g^danken-, so irrte der Bund auch stet- ein füt die Freiheit der W.llenfchaft und der wissenschastuchen ForschuTig. Er sei ein fetter Wall. hinter den de Evarrgeiischen all-?- tt berg:n tonnten Ine Heil g ümer uniert» Volk-tum- und de» 2van.ge.ium-. 2ll- Ges in nung-gnn ein schäft aller deutschen evangelischen Männer und Frauen wünsche er dem Evangelischen Vund ein herzliches ®lüd auch für da» nächste Jahrzehnt.

Der Sonntagnachmittag brachte In beiden Kirchen

evangelische Volksversammlungen unter Mi: Wirkung einer groben Aeihe von Kirchengesangvertinen und von Posaun schären, sowie der beiden Stad.vrganisten. die in der Stadikirche wurde geleitet vom Dorsltz.mdcn de» Landesvereins Pfarrer D. Wa i h, di« in der Iohanne-kirche vom Schriftführer de- Lan- desverein». Pfarrer De rck» Aohdvrs. Da»Pro­gramm und die 'S ebner waren in briden Kirchcn die gleichen Zu dielen Versammlungen war auch der Prälat der He f. Lande»kirche. D. Dr. Diehl- Darmstabt, erschienen und begrühte in berz- lichen Worten den Evangelischen Vund -u feinem 40. Geburt»tag namenS der Kirchenregierung und de» L,anbe6fircb<namt<.

Die drei Vorträge zeigten. daß der Evan­gelische Vund nicht nur in der Abwehr gegen Vorn steht, sondern daß ec auch weih, wo die Quellen qIItt Kraft liegen und daß auch er ein Hüter deuisä-er Kultur, deutscher Se:le und des beutschen Vaterlande» sein muh. Generalsuper- intendeni D. Dr. Schian sprach über .Da» Evangelium und die deutsche Seele": E- ift nicht so. al- ob da- Evangelium nur für die deutsch? Seel.' da fei. aber e- ist doch auch für die deutsche Sr.le. SS war kein Zufall, dah gerade au- der deutschen Seele heran- die Ve- formation geboren wurde, denn e» bestehl eine enge Verbindung -wischen der deutschen Seele und dem Evangelium. Man kann die Frage auf» toerfen Gibt e- denn heute überhaupt eine deutsche Seele? Manchnal scheint e- so, als gäbe e- sie beule nicht m:hr. Hal sie überhaupt noch einheitliche Züge, oder ift f;e au- lauter inneren Widersprüchen -usammeng/setzt? Do», wa- wir da so sehen im Leoen und auf der Straße. ist jedenfalls nicht die deutsche Seele in ihrer Tiefe. Es must im Wesen d.s deutschen Volke» eine Seel: fein: DaS deutsche Demut, das deut ich.' Her-. Da-u pastl da» Evangelium. Dce Mystik deö M.ttelalterS ist keutesw gs deutsche Seele. Mit der Würm: d.r Empsindung verbindet sie praktischen ArbeltSw llen: und gerade dadurch ist sie bem Evang l.um v.-rwandt, und darum gilt heute mehr denn j: bl: Losung: Wir mit unserer deutschen S.-ele brauchen und begehren da» Evangelium.

Vach ihm ergriff der Direktor de» Svang. Bundes von DeutI<l-land, Studiendirektor Fah- renhvrst-Derlin da» Wort au feinem Vor­trag .Da» Evangelium und die deut­sche Kultur^: 3en« Auflassung von der Min­derwertigkeit alle» Weltiebens und Ar bei'en», to.e sie da- Mittelalter kannte, ist kulturfeind­lich Erst durch die Reformation wurde alle Arbeit im Hohen und im Vlederen geadelt, sv baf) durch sie überhaupt erst eine deut'che Kultur möglich ward. So fanden sich Evangelium und Kultur in der deutschen ^Reformation. Der Ka- tboUzismu» hat mit grober Kraft an unserer Zeit Kulturfortschritle -u machen versuch, aber daraus kommt e» nlch Io sehr an. al» gerade auf die Beherrschung ker Kultur. Evangelium bedeutet Freiheit ter Kulturennmefiung Im deut­schen Sinne. Freilich mutz bk^e FoeiheU eine evangelische sein, die an Doll gebunten ist, sonst fuhrt sie -ur Kulturlosigkeit. Auch hier liegt eine besondere Kulturaufgabe de- Svaag. Bunde» an unserem Voll.

Der letzt« Vedner war Kirche^at D. K Übel- Fr ankfurt n. Vl., der für den verhindert en Vorsitzenden tes Rheinischen Haupt'.'ereins des Drang. Dunde», Psarrer D. KremerS-Bonn in die Bresche gesprungen war. Er sprach fiber das -Evangelium und daS deuts cheV ater« land": 3m Osten unsere» Vaterland«» fd.cht die Marienburg, ein Denkmal dafür, wie sich vaterländischer imt> christlicher Geist miieinairi'er verbind-en. 3n Königsberg hat auch 3mmanucl Kant gewirkt, der erst da» moralische De'etz

de» »vamgellum» für imfer Voll ganz Dort im Osten hat auch Im Sommer dieses Fahre» der deusiche rtxma. Kirchentag «tagt und feine vaterländische Kundgebung erlassen. Dan- deutlich hat sich darin bie Kirche -u Voll und Staat und Vaterland betonnt, und «ne die Kirche al» solche, to strebt auch der einzelne evangelische Christ mit allen feinen Gefühlen nach oben -um Ewigen hin und stehe doch auf der Erde in seinem Volk und bi seinem Vater­land« verankert, das er liebt. Da» irdisch- Vaterland ist un» Dleichni» de» ewigen Vater- lande».

Mit dem machtvollen Desang de» Vundes- liedeL Brüder schart euch um die Fahne" schloß bi« eindruck-voll« Feier ab. Folgende Kund­gebung von dem Dundesfest ward erlassen:

Kundgebung.

Von seiner 40. Lande-versammlung in bet Stadt von der au» er vor vier 3ahr-ehnten gegründet ward, ruft der Hessische Hauptverein t«i Evangelischen Bunde» alle Evangelischen be» S^d'cnlanDe» erneut auf. sich mit chm zu be­kennen. dankbar und talenfroh -um Evangelium al» der Kraftquelle und dem Desundbrurmen der deutschen Seele, der deutschen Kultur, be» deutschen Vaterlandes.

Wir wollen mtteinanber dafür stehen, bah unser Voll in allen seinen Kämpfen und Voten wieder ein Deschlecht be» Dlauben» und de» Ge- e- und der Seele werb« au» dem Evangelium allein.

Wir wollen miteinander dafür streben, dah die gottgegebene Grundlage deutscher Kultur der deutsche Protestant i-mu» ist und bleibt, der sei« Krüsie au» dem Evangelium und au» dem deut­schen Volk-tum -ieht.

Wir wollen mi.einanber dafür streiten, dah unser deutsche» Vaterland Wohnstatt und Werk- fta:t de» Evangelium» werde und unser Dater- landSdienst Gottesdienst allen Deutschen und aller Welt zum Dienst und Heil.

Evangelische des Hesfenlande»! Zu diesem dreifachen Dienst haltet mit un» fest an dem von Sott vollzogenen und gesegneten Bund -wi­schen Evangelium und deutschem Geist.

Begrüßungsabend.

Am Sonntagabend trafen sich die Bundesfreunde, die offiziellen Vertreter und die Qkmeinbegl« .her der Gießener Kirchengemeinden zum 2 trüßung»- abend in der Turnhalle am Oswaldsgarten. Die Feier war durchsetzt von einer großen Reihe musikalischer und gefangudjer Darbietungen, die großen Beifall auelöften. Cs wirkten mit der Evangelische Kirchen- gesangoerein unter Leitung von Lehrer Otto Lin­de n st ruth, ferner Pfarrer (Ire ter (Offenbach am Main, Gesang), von Frau (Kläre Schlesier- Altmann ((Dießen) auf dem Klavier begleitet, Herr Fran; Bauer jun. (Gießen, Dioline), von Frau Dr. Fischer (Gießen) am Flügel begleitet, und endlich einige Mitglieder der Kapelle Weller. Um die Zusammenstellung dieses Programms hat sich in dankenswerter Weise und mit viel Mühe und Sorg­fall Stabtorganift Heinz Simon (Gießen) verdient gemacht.

Der Vorsitzende des Zweigverein» Gießen begrüßte die Versammlung zunächst aufs herzlichste. Zwischen den Darbietungen entboten eine große Reihe non Rednern die Grüße der Körper­schaften, die sie vertraten: vom Präsidium des (Ed. Bundes mar der Direktor Fahrenhorst (Berlin) persönlich erschienen. Die Gießener evangelische theo­logische Fakultät war durch Professor D. Han» Schmidt vertreten. Da» Friedberger Prediger­seminar hatte Profesior Gerstenmeier entsandt. Die Grüße des Dekanats überbrachte Dekan Guß- mann (Kirchberg Lollar), während Pfarrer B e ch - tol»heimer den Willkcrnmenqruß der Kirchen- gemeinde von Gießen entbot. Auch f benachbarten Hauptvereine fehlten in der Reihe te. Begrüßung»- reden nicht Professor Dr. ft of mann sprach für den kurhessischen, Pfarrer Hochdahl (Dortmund- Hörde) für den westfälischen ftauptocrein. Aller Red­ner Worte waren getragen von den besten Wünschen für eine weitere gedeihliche Vorwärtsentw cklung des Evangelischen Bunde» mit seinen hohen Zielen und Idealen Auch die umrahmenden oesanglichen und musikalischen Darbietungen verfehlten ihre große Wirkung auf die Zuhörer nicht. Endlich sei auch noch der Mithilfe der Gießener Fugendvereine gedacht, die bereitw lligst den Ordnungsdienst während der man­cherlei Veranstaltungen übernommen hatten.

AuS dem Amtsverfündigungsblatt.

Das 91 m t 9 o e r t ü n b i g u n g » b I a 11 fHr. RI vom 11. Rovernber enthält: Verkehr auf der Straße

Gießen-Reiskirchen. Mehzöhiung am 1. Dezem­ber Gemeinbefinanzftattst'k 1927. Tierschutz- falenbet 1923 Staatliche Stenographtelehrer Prüfung yelbbereinigunpen Annerod unb Röth- ge». Dienstnachrichten.

Amtsgericht Gießen.

Gießen. 10. lot*. Gin Gießener Auto­fahrer war von einem anderen Autv'ahrer an- gezeigt worden, weil er in der Aähe der neuen Ka'erne mit zu starken Scheinwerfern gefahren fei. Der Angeklagte bestritt, daß feine Schein­werfer. mit denen er gewöhnlich fahre, zu hell feien. Die Sache wurde vertagt, da da» Auto zunächst einem Sachverständigen vorgeführt wer­de» soll.

Ein Opfer der für Auto» gesperrten Mäus- bura nahm seinen Einspruch vor der Aaii^t« Verhandlung zurück. Gs blieb bei der üblichen Strafe von 8 M k.

Zwei hiesige Handwerksmeister waren vor einiger Zeit wegen Körperverletzung verurteilt worben, weil sie einem Konkurrenten nachts vor dessen Haustür an Hof ausgelauert und ihn mvbhandelt hatten. Ein Feldwebel der A< chs- wehr sah sie. wie sie davonllefen. Die beiden Handwerksmeister hatten in jenem Prozeß be­stritten. in den Hof eingedrungen zu sein und den Kollegen geschlagen zu haben S.e behaupteten, sie hätten diesen ledigsich beobachten wollen und sich deshalb vor dellen Hoftor ausgestellt. 3enet Kollege sei erschrocken und habe um Hllfe ae- schrien, cchne daß man auf ihn eingedrungen fei. Einer der beiden Verurteilten hatte daraufhin den Kollegen wegen Meineid» ange^eigt und hat sich nunmehr wegen wissentlich falscher An-eige zu verantworten. 3n der Hauptverhandlung wollte der andere jetzt al» Zeuge vernommene Handwerk»meister beschwören, daß nur das hot- gefallen feL was die beiden behauptet hätten. Der Dritte hinaegen, der geschlagen worden sein soll, blieb bei feinen bereit» beschworenen 2u»- sagen. Da die Gefahr bestand, daß Eid gegen Gib stehe, die Akten wären al»bann sofort der Staatsanwaltschaft übersandt worden, wurde die Sache -ur Vornahme werterer eingehender Er­mittlungen vertagt.

ileoer vier Stunden mit einen Aufwand von 16 Zeugen wurde g?gen zwei kaufmännische Ver­treter verhandelt, die angeklagt waren. Kunden­gelder einer auswärtigen Firma unterschlagen zu haben. Dem einen war ferner zur Last gelegt, den Versuch gemacht zu haben, durch Üngicrte Bestellungen fch Provision zu erschwin­deln (Betrug-Versuch). Die Rechtsverhältnisse waren sehr verwickelt. Auch hat sich die aus­wärtige Firma nicht ganz korrekt verhalten. Eine Menge Schreiben wurden verlesen, gegenseitige Ansprüche und Zurückbehaltungerechte behauptet. Es war das übliche Bild der Fälle, in denen Strafanzeige erstattet wird, um einen Zivilprozeh zu ersparen. Die E.rasjustiz sollte 3ntoftoburcau spielen. Da» Ergebnis war: Freispruch bei­der Angeklagten und Hinweis auf Len Weg des ZivilprvzesseS.

Turnen, Sport und Spiel.

Oie gestrigen Fußballverban-sspiele.

fteffen-ftannooer.

Kurheslen Kassel - Hessen 09 Kassel 7:L

Spiel verein Kassel Göttingen 06 4:2.

Borussia Fulda Tura Kaisei 5:1.

SL. 03 Kassel - DfB Gießen 7:1.

Gruppe Main.

Germania 91 Frankfurt Eintracht Frank­furt 1:5.

Fuf balllporw. Frankfurt Hanau 93 5:0.

Aot-Weiß Frankfurt Viktoria Aschaffen­burg 4; 1.

BfA. Offenbach F. Vag 03 Fechenheim 6:1.

Viktoria 94 Hanau Union Viederrad 2:2

Sport 60 Hanau Offenbacher Kicker» 3:3.

Gruppe Tkordbayern.

Bayern Hof l. F. E. Aurnbera 2:4.

V. f. *R. Fürth Spielvgg. Fürth 0:1.

I. F. E Bayreuth F. E. Fürth 5:0.

Gruppe Sübbapem.

Wacker München DSV. München 3:1.

3 ahn CRegen »bürg Bayern Mün chen 3 :3.

Gruppe Rhein.

Mannheim 08 Friedrichs seid 4:0.

Waldhos Sandhofen 4 2.

B. f. D. Mannheim - V. s L. Acckarau 2:1.

F. V Speyer Ludwigshafen 03 1:1.

Pfalz Ludwigshafen Phörne Ludw.gs- hafen 2:2.

Gruppe Hellen.

S B Wiesbaden Sport gern. Höchst 6:1.

B. s L. Aeu-3senburg Hasiia Bingen 2X>.

Sp Vgg. Arheilgen Germania W.es- baden 2:0.

FSB 06 M?inz Wormat a M:toz 3: 3.

'XLrmcmni Worin» S. B. 8 Darm ab 4 2.

ZaßdalI-!Sn-tskampsSo0an--Lll>ived«o

Der vor 30 0CO Zuschauern ge'ern im Amster­dam er Stadion zum Au-lrag gekommene dritte Fußballänderkampf Ho».andSchweden endete mit einem 1 P-S ege der Holländer

Zonona-Süffeldors in Parti fleareitt).

Fortuna- 'cldott trug am Frrttagnachmtt- tag in St. Wände bei Pan» <tn Fußballspiel argen eine tombtmerte Mannschaft der Pariser Klubs. Elub Fran^ai», US. Cuille und SO. Eft. au». Aach Schluß der ersten Sp-clhallte führten die Pariser noch mit 2:1 2!ach ben Wechsel

beherrschten aber ine westdeutschen Fußballspieler da» Feld und blieben verdtent mit 4 2 siegreich

Olympische (Spiele 1925.

Da» Riederländische Olympische Komitee teilt mit, daß auf Grund eingelaufener osNjieller Mitte»lunge» sich bi» jetzt 31 Länder zur Teilnahme ae den Am- sterdamer Olympischen Spielen entschlosien Haden. E» sind die»: Belgien, Brasilien, Sanaba. SbiU, China, Dänemark, Deutschland, Vegypten. Finnland, Frankreich, Groß Britannien, Haiti. 8rt- ti|d)-3nbi<n, Jugoslawien, Lettland, L tauen, Curem- bura. Reu Seeland, Norwegen Oesterreich Peru (Fußball), Palen, Portugal, Schweden, Schweiz Spanien, Südafrika, Tschechoslawakei, Türkei und die Vereinigten Staaten van Bmerika.

Treuer Schwimmrekord Berges.

Beim gestrigen 3ntrmat.onalen S.-cmmmseß in Darmstadt schwamm Berges- Darmstadt einen neuen deutschen Aetord über 500 Meter mit 6.46:1.

Boxen Veutschland - Ungarn.

Der zwette Borländerkampf D.utschlanb Ungarn endete gestern mit einem S4ege der Un­garn 10:6.

Berliner Börse.

Berlin. 14. Vov (WIS. Funkspruch) T<i anhaltender Gesaräft»losigkeit ift die Xew» tertA zum Wochendcainn im heutigen Früh­verkehr eher sreunbllcher. Für Farben und Gessürel nennt man einen Kur» von 25-1 5 Pro­zent. Am Devis-nmarkt höN man Pari» gegen London mit 124.05, Mailand 89.65, Madrid 28,70 und London-Kabel mit 4,8740.

(kingessndt.

(Für Form und 3nuatt aller unter dieser Rubrik stchcnden Ailikel übernimmt Sie Aedaktron dem Publikum ge - uwortung..

Kn da» Slabfbaaaml.

Dieser Tage abend» kam ich kurz nach 9 Uhr hier an und übernachtete im üisenbahi.hotel Leider mußte ich die Beobachtung machen, daß die B r ü rf e vom Bahnhof nach der Friedrich st raße so schlecht beleuchtet ronr, daß »» mir schwer war, die Brücke zu überschreiten unb_ den Wasser- pflltzen auszuweichen, die sich auf der Straße gegen­über dem Hotel Hopseld In überreichem Maße vor- fanden 6» bedarf jedensall» nur einer furzen An­regung, um in der Unioerfitateftabl Gießen dies« Uedelstande zu desettigen.

Bundsunfprogramm.

Dienetag, 15. Jlooembet.

12 --13.00 S ^allplnt:. n.wri.Cj'x'dütcn. 15.30 bi» 16.00 D e Stunde der 3uoonh. 16.30-17.45 Äon- <ert des Hausorchrsters Op- r tten. 17 45- 18 05 Die Lesestunde. 18 30- 18 45 Uebrrtragung von Koffel .Die Stunde ter Frau": .Sr->ähruvM- oor,4)ldge für den Winter . Vortrag von Ma- thllde Meißel. 18 45- ly 15 Funkhoch ck ule .Schul- ttirTrbefrri-rngen". Vr>clra - nen Ctaht- untz Sportarzt Dr Schmi h. 19 15 19 40 Uebrrtra* ming von Kastel .Humor und Sattre In der Kunst", Vortrag von br. p.ü1 H » rr ch V inpertz, Köln 19.45 2115 Funkhochlch rl.. .Altdeut'che Tafelmalerei 11", Vorkrag von D Oswald Götz. Assistent am Städellchen Kunstustilut 20.15 21.15 Kotrzert des Amarguart 21.15 71 15 Gesang»-Konzert Prof. Altert Fischer. Anl-chl e- hend: lletectraflunii von Kassel 3um Gerächt- ni» Wilhelm Haust».

Drei Pfund $rot -14000 Lire!

Don Gustav W. E b e t (c i n.

Eine sonderbare Rechnung liegt dem Dichter in Turin vor. Sie ist schon zehn Jahre alt, wcnigstens wurde das Brot, das chr zuarunde liegt, damals mit Tränen. 6cute mit Pfesser ge­würzt. bereits 1917 gegessen. Eine Kriegs­geschichte Wucher mit Ltacheldraht^usatz.

SS war in Kletnrnünchen, dem österreichi­schen Konzentrationslager. Täglich neue Gefan­gene, tilg, xb weniger Brot. Guido und Gio­vanni. der eine au» Aosta, der andere auS 6ig- liano, waren aber das viel« Broiessen von Haule au» gewöhnt und litten, da die Hungerblockade merkwürdigerweise auch keine Mallaroni auf Kleinmünchen herab re an en ließ, erbärmlich Hun-

' ruch noch auf d.r Druft. hu­steten und warteten auf ihrem Feldbett aus den Tob. Hur einmal aber, dachten sie. sich vor­her noch satt elfen! Unmöglich schien da» ja nicht, denn die Verpsiegunaswege im Gefan­genenlager waren dank der Enienkehilse für ihre Leute oft wunderbar O'.ng n.chi etwa Signor? Data täglich spazieren wie ein Faß? Dar er nkbt Stamm gatt in der Kantine? Erstickte er nicht in Liebesgaben?

Kurz. Signor Data entdeckte auf die sie- bentlrchen Bitten seiner hungernden Landsleute (em halb menschliche», halb patriontches Her^ und schertkte chnen 50 Kronen, heißt das. er lieh sie ihnen. Wenn der Krieg vorbei sei und alle wieder bei Muttern fein würden, sollten sie chm zurückgeben. was er sich ihretwegen am Munde adsparte. Vicht mehr als billig, wie? Vier hungrige Augen sahen nur ftarr auf die 50 Kronen und sagten 3a. 3ch könnte aber vorher sterben, sagte Signor Data, und muß an meine Erden denken, da» begrv.h ihr doch? Zwei zuckende Liptenpaare ßauchren 3a. Allv werdet chr mir einen Schuldschein au-ttellen? Gerne. Unb Guido und Giovanni unterschrie­ben bllndl.ngs. was der edle MenVt-r-- ireund chnen vorlegte: ..... und verpfl chten fkh an

Herrn Data oder seine g7>etzl>chen 2iad>*r-laer acht Tage nach Erhalt einer eingeschriebenen

Auforderung auszuhöndigen 5 Kilo Reis erster Qualttät, 4 Kilo Wvi;.n-, und 4 Kilo Maismehl. Für jeden Tag Ve-rzögerung zahlen sie 5 Lire. Kl ein München den 18. Dezember 1917.** Brot fnegten sie für die 50 Kronen, drei Psund Brot!

Der Krieg gina unerwarttterwei5r doch zu Ende, drei gute Kameraden kehrten in ihre lchöne Heimat zurück. Vergessen alles Leid, überwunden die Siacheldrabtps?chose. Guido be­trieb wieder seinen Wurttladen in Aosta. Gio­vanni hatte auch sein Handwerk, und al- eines Tages von Signor Data in Aocca Eanavese ein emgr'chriebener Bries mit der bewußten For­derung kam. lachten sie über den gelungenen Scherz und erzäblttn. wie alle Gefangenen, wunderbar grufcltae Schauergeschichten au» Oesterreich Dem Spaßvogel Data hatten sie, wa» er chnen in einer verzweifelten Stunde Iteh. schon kurz daraus, al« auch ihnen da» Glück Liebesgaben in den Schoß warf, reichlich flurü cf gegeben, es war aber doch drollig, da­rr chnen die Forderung al» Erinnerung an die gerne infame Laaerzeit -uschickte Und al» Ärfea»- erhmenmg gilbte sie in der Kommode dahin.

Wie erstaunten nun Guido und Giovanni, al» lle plötzlich vom Gericht einen Zechlung»- befeßl über 14 720 Lire erhielten, für 2945 Tage tu je 5 Lire Strafgeld für verzögerte Lieferung aut Vertrag vom 18. Dezember 19171 Der gute Signor Data besteht setzt nachdem er wvhl- wersl ch die vermeinll.ch getilgte Schuld an­schwellen hatte lassen, wie Shylock auf seinem Schein. Man darf gespannt sein, ob es in Turin noch Aichter geben werde.

ZivtiMMudrrfiiibcnibrrMmav cd»

Eino ergötzliche Geschichte melden ameri­kanische Blätter auS dem Staat Birg nia Ganz Oioinofe. ein In der Aähe der Bande-Haupt- stadt Richmond gelegene» Städtchen %og in Scharen zu dem Wanderzirku-. der dort feine Zelte aufgeMMagcn batte Dieer 'ULinmintrang war allerßing» begre.llich Der'ichertTn dop die -Xieknplalate am Eingang des ZirtoB bah bei

Besuchern die feTtrne Gelegenheit geboten sek. mit eigenen Augen -Wei .Abgesandte vom Mars" -u seherr. Die Bewr-Hner des Planet n wurden auf den Plnkatm al» zwei Heine, behaarte Un­getüme mit abnormen Augen. Ohren und Kör­pern beschrieben, nach denen man sich e ne Vor­stellung von den erwachsenen Mar»menschen machen könne. Unter den Zuschauern, die sich zu dem Schaugerüst drän-ten. auf dem die beiden Mißgeburt.n aud^etteUi waren, befand sich auch eine Frau namen» Harriet Mu'e. Zu ihrer nicht geringen Bestürzung sprangen die beiden kleinen MarS,ets>5pfe plötzlich von der Bühne und liefen mit jubelndem Freudenruf .Mama. Mama" auf sie -u. Die beiden Söhne der Frau Muse. William und George, waren zu Ansana des 3ahres 1923 au» Xornote spurlos verschwun­den. Man hatte in der Umgebung fieberhaft nach den vermißten Kindern gefiMÜt. aber alle Vachforlchungen waren erfolglos geblieben; selbst die Recherchen der Detettiobureau» und des poll-cii^chm Sicherheitsdienste» tonnten die Der- Ichwundenen nicht wieder herbe schassen. Die faf,ung»Lofe Frau Hufe starrte zunächst ent etzl auf die beiden gar verwunderlich und erschreck­lich aiuuschauenten Lebewesen. Bald aber er­kannte die Mutter unfer den entstellende., Mas­ken die Gelichter ihrer beiden 3ungm. woraus alle drei vor .rreude über da» unerhofste Wie- berltnben Ströme von Tränen oeraol'en. Ein höchst pro'a.sches VachIplei f.ndet diese» dra­matische Wiedersehen sicht tn einer SchadTN- erk atz klage In Höhe von 100 000 Dollar, die gegen den Besitzer des Wanderzirkus an gestern at wurde. Die Klagefchr-.ft. d.e bei dem Gericht in Richmond e.ngemtt wurde, stützt sich aus die Bchauptung, daß dre K nder vor vier 3ahren mit List tn den Slrfu» gelockt worden seren, der in jener Zeit m Xoanoft Vorstellungen gab Sie wurden hier, w.e weiter ausgeführt wird, in die Hut e.iw* 3ngettetitcn des Zirkus ge­geben und leit dieser Ze t un wahren Sinne des Wortes al» Sklaven behandelt. Weiter wird darauf oermiden. daß die be ben entführten Kinder des Orken- und Schre.bens imfunb.g geblieben feien, unb daß sie für khre ervvun-

genen Dtenfte nicht die geringste Entlohnung erhallen hätten. Auf Grund dteler Qhkbulhi» gungen wird für jeden der beiden Buben al» Schmer-en»geld eine Entschädigung von 50 000 Dollar gefordert.

Adols Menzel in Hessen.

Ss dürste nicht allgemein bekannt sein, daß dieser gemalfte Meister auch Un H<l:enlande ge­wellt und hier feine Studien geo.apt bat Ss war Im 3ab:e 1647. a's Menzel leinen F eund Arnold in Kassel besuchte um dort ein großes Bild anläßlich der d»3ahrseter de» üandes Hessen herzustellcn. Der auf ur'pru.mlich nur acht Wochen geplante Au,enthalt dehnte üch aber auf nahezu acht Wonaie aj». 11 »miiteiMr nach seiner Ankunft In Kassel besuchte JKxnirf für vier Tage Marburg. unO er bedauerte « einem Briet, tast er nicht Dier Wochen statt wax vier Tage in dieser Stadt, deren Bau und Be- wohnerchn ganz außergewöynUch feleüee. biei­ben konnte. Aber erstaunUch ist es. wa» Menzel in dielen vier lagen geicha sm bat Aicht weni­ger al» 20. latt sämtltch btsher noch nicht ver­öffentlichte Zeichnungen, die in den Marburger Tagen entstanden, und die sich seither tn der Aatlorull«Galerie in Bersin befanden ,etzt aoer dem neuen Marburger Muleum aU Leihgabe übetwiefen sind, werden in Kürze tn ten be­kannten Oahrouch _Hefsenkunft" >>erösien1- licht. Ein eriäutemkier tert wird bieten Ab­bildungen bei gegeben werden Aber auch im übrigen wird Meter neue 3abtgang der Hellen« funtt be'onber» interef ant lein, ist doch an.äß- lich de» UnioerfiiÄ$»-3ubiläum» d.e wertvolle Sammlung he lildxr Aüertümer in dem neuen Museum in Marburg aulgeftellt. Stücke von außerordentlicher Seltenheit find in dein 3abr- buch w edergegeben und beschrieben, und roch überraschende7 wird für viele fein, daß über eine hochentwickelte hessische Gia-macherkunst unter Vergabt zahlreicher Abbildungen berichtet wird. Da« 3ahrbuch .He^srnkunst** wird An­fang Deternter. allo no?* rechtzeitig vor Weih­nachten i.:i Verlag von 71® Eiwert in Mar­burg erscheinen