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Nr. 267 Zweite; Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)

Montag, 14 November (92<

Deutschland undZtalien rStrtlchaftt'chc 2d)rotfrifl(ritm. politische ürbrrcinfiimmuefl.

Tkm unterem K-K.-6onDerbrri4rt<.*r11-ttrT

Der heutige XuVafc un'rr.i iud) 314l:en mrla.iDun K.-K.-Loo <rjeriJblerftat: r4» btt tu Bez ehungc n »rrx'ch.n Italien und Veulchtünt. Hchan -ett. Düite ba» bdonDerr 3nfndk untere LMrr Haben.

fragt tn in dien italienischen ©laatimann nach sei nee v> nftelluna zu DeuHchiind «o ontwor- let er In ne-.m unter ^ehn 15äll -n ,W r bftDun- bmt den Äi.-herouf lieg bet Xdd>e3 2Bir ver­folgen ibn m:i oufirrorb.nllidxr C o m p 11 b i el" Gin deutscher Psi «Iker beualDorlcre'bf -iri^e mit der Feststellung .Untere pat tifchen 3e«ie> düngen flnb durchaus f o r11 < tr

3n biet er 'Iter14> e«nb li der 2lu»'>rud*ttKt.- llefll mehr alt der Unterschied von T morrament und Phra'eole.1 Aufrichtig sini Le b.ide her Italiener denn die Wled.raufrichtung Deulfch- iands wirb in |einer Heimat uxrfltd) oufjerprbent- itch brachtet und. ichvn au* Vu't am ®.-gcnlah zu Frankreich gerne »ur Äenntn s gen mm*n CPjcno der Deutsche denn es gibt tatsächlich zurzeit fein, aktuellen politischen Mdnuntz^>er1ch.eben-

zw>che»i h<n b.-t'*n L

mdnfamkit tn manchen Internat triolen Prv- Hrmen. wie xum Beilp ei Im Äamj,' u-n b Den­ker Protokoll, bi.- nor kurzem no i der deutschen wnb der Italienischen Öffentlichkeit gleichmä'llg abgelehnt wurden, wird sich I reih 4) vom deutfch n Standpunkt aus nicht viel ®ünft a-rcil über die Beni«Hungen zu Italien figen lallen, fo lange bas nationale Drundprvblem. die Frage der De - Handlung der Deutschen Südtirols, nicht einer ersreulicheren al» ber irgenwärlia.n ßbluna zugesührt ist. Italienische Syinpathien für Deutschland werden durch keinerin unerfüllte nationale ober wirtschaftliche Forderungen v'n- choiogitch gehemmt Die deutsche Öffentlichkeit hat frrU:<t. auch über das inaktuelle und ettng- aktuelle Südtiroler Problem hinaus noch manche Dünsche auf dem Herzen über di? übr gen» tn den diplomaNlHeii BerbanMungen der beiden Staaten mitunter mit erfreulicher Offenheit ge­sprochen wird

®emeln|am ist beiden Regierungen das Be­streben, zu einem Ausgleich aller aus tretenden Gegensätze zu gelangen. ®cmeln|am ist beiden Ha- Honen die unabweisbare Rotwend, gleit. sich neuen Lebensraum In ber Welt zu sichern Die deutsche Republik versucht dies mt Handeisadsommen und Wirtschaftsverträgen. das faschistische Italien mit e.nem vielfach unver- hüllten aber nach allgemeiner Auffassung not­wendigen kolonialen Imperialismus natürlich unternimmt es kein Mensch tn Deutschland bie nun in internationalen Fragen doch wieder eine aewiss, Bolle spielt, sich den Italien:,cb.-n öipin- sionsbestrebungen mdgen diese aufs Mittclmeer- gebiet aus den Balkan oder wohin immer gerich­tet sdn, au widersetzen. Die europäisch.- Wirt- schastsfreiheit. Deren die deutsche Prv- kncktion bedarf, wird freilich gerade in der aller­letzten Zeit durch Maßnahmen der italienischen 'Regierung nicht unwesentlich behindert, und zwar durch solche Maßnahmen, die vor allem den Im­port aus Deutschland unterbinden, er­geben sich fallweiie Re bang n zwischen den b.-tben Staaten, die nach auik-n kaum in Erscheinung treten, so sind sie immer aus dieser Ursache zu er­st 2 ren.

Der deutsche Oiport nach Italien hatte im erfien Irtmther dieses Jahres den Den von zirka 84.4 Millionen Mark erreicht, während er In ber gleichen Zeit im vergangenen Jahr noch IZ8.S Millionen MaN betrug Dieser duhcrorbenl- iich scharfe cf gang kommt nicht von unge­fähr. Die prvtekt onistische Tendenz d.s Hcgtme» in Italien bezweckt zunächst den Schutz, mehr noch den Ausbau der einheimischen Maschinen- und Schwerindustrie. Auch die ch e m i s ch e Industrie gehört zu den weitaus bevorzugten Branchen. Gerade In diesen Erzeu- gungszweigen ist aber Deutschland der tra- MtioneHe Lieferant Italiens Rachdern durch die ( art* di livoro der Staat auch formell Oinflu1) auf nahezu alle Industriellen Unternehmungen In Italien gewonnen hatte, wurde, ebenfalls

schon vor einiger Zeit, ein Gesetz zum Schutz der einheimischen Produktion eda*1 n. td en )an hab-ng von Tag u Tag ftr.ngcr wi und Ile deut'ax rttchaf. .axr i»-. lag |u Tag schwerer trifft. Das Gesetz bcst mmt bah nur solche Dar. aus dem Auslan'» bezogen werben dürfen, kir n.cht zum gleich Preis ober telbft um einen höheren der nach e nein beft.uirn- len System zu errechnen UL Im Lande selbst zu habe- Inb Di.'es Stz lern ist aubcrocäcntitd) trenrlii \lnb teils, u.n feinen kautschular- tigen Bestimm njen ku entgehen. te.U auch, um sich du» a.Uthoch te Dohlwol.e.? zu suhern. kes­sen jeder Geschüttsmann in 3ta?.ea bedarf kaust man wirklich nur die allermäf g et 'Zöarea in Deattchlant Alte und bewährt, Geschäftsver- l Libur gen werden auf diese WZse zugrunde ge­richtet

Die Re.chsregietung ist tn lehr b skret ge­führten Derhandlungen bemüht. t>on Fall zu Fall die Härten dieser Idin'chafisvolitd auf- «uzeigen. Soll:e diele .n.cht doch noch mobduu-rt weiden, so wird man sich in Deutsch.and viel­leicht mit ber Frage beschäftigen müssen, welchen Wert der be i.^enX Handelsvertrag hat und ob hier überhaupt noch von Handels- f r e l b e . t geredet werken kann.

Man Ist jedoch auf deutscher Seite peinlich daraus l*v acht, zu oerhtnk-ern. hab de wirtschrft- Heben Schw.criglciten auf politisches G.Net himibersp cle.i. Alle rein poiit.schm IterhonN- lunger vollziehen s.ch in Den angenehmsten For­men Die deutschen UnfcrbünlXer massen auch da­vor nicht -urückscheuen, die italienische Regierung gelegentli» daraus aufmerksam zu machen, bah jede Abmachung mit Italien mit Rücksicht auf d.e Leiden ter Südtiroler in Der deutschen Offentlichke t mH -wiespält.gen Gefühlen aulge­nommen wirk». Freilich, betont Deutschland. Dab

es Dabei ke es Wegs Mt Absicht hat sich hi eine iwterpol nfche Angelegenheit des «ö-. greichs ein- zum» chen. auf Die es völkerrechtlich nicht die er­dnahe Ingerenz be itzt unb nicht den geringsten Qkfluh nehmen will.

Die natürl che Uöiung der Südtiroler Frage nach vielfacher Überzeugung zum ndest dte natür­liche ,-iw.schenlöfung üge in Der Freigabe Des Deutschen Privatunterrichtes. Der nur In der Provinz Alto ÜLnge i-erboten ist. Liehe Ich Heer die Aechtea-igleichung an Den (T'efamtiiaat Durchfuhren, so wäre elne wesentliche Entspannung n den Beziehungen Der beker. Völker erreicht. Leider kann man hier keineswegs opt.m.sti dJ m D.e nächste Zukunft blichen

Das andere naHona'e Problem der Deutschen, an Dem Italien interessiert Ih, w r> nach Der Utbnxug^ . ' l.i. :. riet t y.r . . ü.. I Tag. da e» altueil wird. Linen en ,* D.nbcn Schwt.r.gkeiten beaein -n <' banxit ich um >e Anschlutzsrage 2Ku Ic4ln »öril .runj.n über den Anschluß wi ,r piechen einander c.n wenig Aber weder Die*.- noch |aw JHe.nunjoauberung Dail als Defin.hu ang. eden werden Man hofft. Die Zust.mmung des Falchismus zum Anschlufi zu erlangen, wenn Diele durch eine neue Garantie der Brennergrenze d-zah.t ist Jedenfalls han­delt es sich h er um eine Frage >er Ovvortunität. nicht aber um e n. Pr.nz-.v enlrage für das fa- schistische Italien, lind au» Opportunist.jchen Gründen trtr.) Italien Dem Anschluß um fo eher zustimmen können, als es ja , el b ft ein g.wiss.s unter .Ile Daran hat eine g tne nfame Grenze in t Deutschland zu haben unj überdies Den glc chen Gedanken wie d.e deutjche Anlchlustdewegung leidenschaftlich bekämpft Den Plan einer Do- nautonföDeration.

Evangelische Bundestagung in Gießen.

Am Samstag. Sonntag und heute war der Gvangellfche Bund Hauptverein Helfen, in unterer Stabt zu seiner 4 0. 3aD- resversammlu n g . ngelehrt 1 o 4? Jah­ren erging ; o i ®;.eic t au» unter de. Führung des Pro! , sso.» G u 11 f u ; und des Bürger­meisters B r a m in Die C r-nDang des he s schen Hauptver '.ns des Svange.tta-en Bunde» Wie Damale, so sieht auch heute noch Der Evangelische Bund, der vor vierzig Jahren allenthalben im Deutschen Aeiche gegründet wurde, seine Auf­gabe in Dem Dienst am DolSe. will er die segensreichen Wirkungen evangelischrn Glaubens aus allen Gebieten öffentlichen Lebens und Wir­kens zum Ausdruck bringen, auch Die Gatwick- lung des Hess Haupt Vereins des Gvang. Bundes zeigt eine Derartige Linie

Str Anstatt zu ber jubildumstaauna brachte am Samstagabend nachdem am Nachmit­tag eine Sitzung de» Hauptoereinsoorstandes und der Dekanatroertruuensmänner vorausgegangen war und um 6 Uhr Choralblasen vorn Turm der Johannes- kitche stattgelunden batte in der Neuen Aula der Universität eine öffentliche Versammlung mit einem Vorfrage de» Privatdozenten an der Uni nerfität Bonn. Dr. Echmldt-Iaping über das r o t f ft a n t i m u » und Wirt- schaff Durch diesen Vortrag wurde die Versamm­lung, die von dem Vorsitzenden De» Hess Hauptoer­eins des Cvang. Bunde», Pjarrer D. Waitz -Darm­stadt, geleitet wurde, für die Zuhörer au einem starken Erlebnis. Der Vortragende beleuchtete ein­gangs die aegena>ortige Kulturkrisi». die da» Grund- Jcsiihl zerstört habe, unsere Zeit stehe auf einem whepunkt der Kultur. Die Wirklichkeit, in der wir leben, beweist vielmehr, datz unsere Kultur an einem Punkt der Erstarrung angekommen ist. Unsere Wirt- irti.if! «st cm fulturfrember ^aftor ?ic heutige Wirt­schaft wird durch die kapitalistische Wirtschaftssam, dargestellt, die ihren eigenen (Bang acht, und sich nicht njdi Werten richtet, die über ihr stehen Wohl sind noch Neste der vorkapitalistischen Wirtschaftsperiode bemerkbar, aber sie sind vereinzelt. 3m großen gan­zen hat sich die Wirtschaft von der Bedarf», auf die Crwcrbswirtschast umgcftellt. Nicht der Mensch ge­staltet die moderne Dirtschast. sondern umgekehrt übt diese Dirtschast eine Herrschaft über den Menschen

au». Dadurch ift der einzelne, Arbeitgeber wie Ar­beitnehmer, schicksalhaft dem großen Prozeß der Wirtschaft unterworfen, die den Menschen unter Nichtachtung seines inneren Werte» zur Maschine werden laßt Ghgenuber anderen religiösen Versuchen der Lösung diese» Problem» kann dieser Wirtschafts- Vorgang vom Protestantismus ebensowenig al» Schicksal wie al» Folge einer einseitigen Schuld an gesehen werden, sondern al» Auswirkung einer Dä­monie, in die alle ohne Ausnahme irgendwie ver­strickt sind Martin Luther, der mitten in der Dä­monie der Wirklichkeit an deren Ueberminbung al» Wunderwerk (Bottes geglaubt und sie an sich erfah­ren hat, wcift damit dem Protestantismus und dem einzelnen evangelischen Christen von hfute den Weg, auf dem dieser seine straft in den Dienst der Din- schäft und der in der Wirtschaft Tätigen gestellt hat. und dadurch der Seelenlosigkeit der Wirtschaft die Wirklichkeit de» Glauben» gtgenüberfteUt.

Taß Der Redner mit Der Abfassung Dc» Problems als Glaubens- und nicht allem als WiNfchaftsproblem Den Hörern aus Dem Herzen gesprochen hatte, bewies die kurze, von hohem sittlichen Ernst getragene Aussprache. Die Pfarrer l). Waltz nach einem Schlußwort Des Redners mit Dem Hinweis auf die Geltung des Bibel- wortes beendete: .Unser Glaube ist Der Sieg. Der Die Welt überwunden bat.

Oie Festgottesdienste

bildeten nach dem Ehoralblasen vom Turm der Stadtkirche am frühen Morgen den ersten Höhe­punkt des Haupt'esttages. des geflogen Sonn­tags. In beiden Kirchen waren hie Gottesdienste außerordentlich stark besucht, stirchengesangver- eine, Posaunenchöre und Chorfchuren trugen durch ihre schönen Darbietungen sehr wesentlich zu der hohen Feiertagsstimmung bei. von der die Ge­meinden cdüllt waren In Der Stadtkirche sprach der Generalsuperinterrdent D. Dr Schian (Breslau i. unter hochgeschätzter früherer Gießener Mitbürger, als Festprediger zu der Gemeinde. Er predigte über Römer l. Bers 16: .Ich schäme mich des Evangelium» von Ehristv nicht, denn es ist eine Äraft Gottes, die Da selig macht alle. Die Daran glauben. Der Festprediaer in Der Iohanneskirche war Pfarrer I) Waltz (Darmstadt». Sr sprach über Psalm b0. Ders 14

Vom Geburtstagstisch des Römisch- Germanischen Zentralmuseums in Mainz.

Der Geburtsiagslllch e -es Fünsundsiebzig- jährigen pflegt ja nicht überreich bestellt zu werden, es fei Denn. Der Jubilar erfreue sich be­sonderer Beliebtheit oder solcher Geiundhert. daß aruunebmen ist. er werde Die vielen Gaben noch voll auswerten tännen. Für das Römisch- Germanische Zentral-Mufeum gcl: wohl beides Jedenfalls ist es fast übertrieben bescheiden nur von einem Geburtstagstisch zu 'prechen. Denn die Geschenke die ihm zum Ju­biläum dargedracht wurden, füllen, wie nunmehr mt Jhirfürftl.4>en Schloß zu sehen ist. einen gan­zen ©aal ohne daß lie restlos ausgestellt oDer die Geldstistungen ganz in Sammlungsgegen- stände umgetx>an?<lt traten.

Den Großteil Der Schränke und Pulte nimmt die Schenkung des Reiches ein. in Deren Mittelpunkt eine ausgezeichnete Sammlung von Drlginolaltertümern aus Dem süd­lichen Rheinhessen steht. Sie enthält Funde 'ast aller vor- und frühgelchiEtlichen Zeiten, so ben Inhalt eines iungste.nzeitiichen Grabes, aller­lei teils auch ausländische Bronzen, vor allem aber vorzügliche Ser en römischer und fränkischer Altertümer. Dövferware der letzteren beiden 5kulturabschn:tte ist in bdonDcre großer Auswahl vertreten, und kö7ttich b eiet sich die for­menreiche Gruppe röm.scher Glasg te dar. Der sich m.t geringerer Zahl, doch bester Art Erzeug­nisse fränk.scher Glasarbeit anfchließen. jlbcr- haupt verdienen die Schöpfungen des Runsthandwerks. tie Dem Museum neu lufloften. alle 2htfmerf1amidt. Für d.e an sich anspruchslosen und trotz em abwechslungsreich ge­stalteten Perlen aus billigem M^t.-r-.a'., die fast irflelrnäf ig in fränkischen <Traucn .räbem begeg­nen. hat gerade die Qteavit ttr.eX-r nn gew.stes Verständnis gewonnen, aim^n. mverz.ert . ver-,ol- kete Fibeln erfreuen durch te.lwei e sehr g; eilige Lv-men und saubere A^Sfüh^ing, und manche der nömilchen L>hrgehän.ie aus edlem Metall, m t fetten und bunten äinfäficn geschmückt vermöch- tfn die Besitzlust schmuckfreu<iger Frauen auch

heute noch zu reizen. Als eigentliche Seitenbeit ist ein Goldschmuck aus dem griechi­schen Mtzkenä hervorzuheben. der ebenfalls aus Mitteln der Reichsstiftung erworben wer­den konnte. Schließlich fei noch ein schön erhal­tenes Bronzelämpchen herauegegrifsen. dessen Flamme ein luftig aufgesetzter Asse auszublasen sucht.

Die Re-chsstiftung gestattete den wünschens­werten Erwerb noch anderer Ergänzungen zu vor­genannter Sammlung, zum Beispiel etliche Stücke des schönen lackroten Tafelgeschirres der Römer, der Sigiluta, lie seinerzeit etwa die Rolle des bcuriflen Porzellans im Haushalte spielte und gleich diesem Die Marken bzw. Stempel der Fabrikanten trägt. Auch Rachformungen konnten beschallt werden eine größere Serie von Gips­abgüssen schwedischer Funde aller urgeschicht­lichen Stufen und die bestgelungenen Mei all Nach­bildungen des reichen germanischen Grab- sundes von Haßleben in Thür ngen. des­sen Originale Weimar besitzt.

Als Prachtstück muß ein italischer Bronze- helm Mr späteren Eisenzeit bezeich­net werdeii. den das Land Hessen stiftete. Die gelegentliche Benennung von .Iokaimützen- form" für solche gegoltene Helme i't übrigen^ in­sofern unrichtig, als der kleine Schild n.cht über den Augen. Ion Dem im Racken getragen wurde. Im gleichen Schrankabteil sehen wir weiter die t»m hübschen bemalten Daten, mit denen sich Wiesbaden zum Feste einstellte unD eine größere Reihe schlichterer Tonwaren die ein bewährter Gönner. Prvfellor K n a ck s u ß in München, bar» brachte

Das stattliche Geschenk von 56 keltischen Münzen, von der Stad« Mainz abergeben erlaubt dem Laienbeschauer nicht nur dir Wahr­nehmung. ba* man schon diese allerältesten im Rorten der Alpen verwendeten Geldstücke be­stimmten Bölkcrstämmen zuzulchrc den weiß. Ion- dern Perm in eit Dem aufmerksamen Betrachter auch einen E.ndruck von den merkwürdigen Der- änterungcn Denen tie griechi>chen Münzporträts durch tie Hand keit.fcher Stempclschneider unter­lagen.

Reben dem Museum Rassauischer Altertümer begegnen ferner die Würt-

temberglf che Staatssammlung als Spenderin eines größeren Reliess, die prähisto­rische D-festigung des Heid'N grabens veranschaull- chend. das Wallras-Lichartz-Museum In Äöln. das einen Abguß des monumentalen Agrippalopses übergab. daS Museum Mag­deburg daS 'ich m.t Rachformungen jung­steinzeitlicher Gesäße einstellte, und das Saal­burgmuseum. dessen wirkungsvolles Flie- gerbilb die Anlage des berühmten Kastells höchst anschaulich vorsüyrt.

In der Tat. es ist ein reicher Gabentisch, dellen sich das Römisch-German sche Zentral­museum und olle seine Freunde freuen mögen, so reich, daß hier nur einige der besonders be­achtlichen Stücke Herausgehoben werden konnten Der mit den Beständen des Museums 'Vertraute wird bei einem besinnlichen Besuch dieses Saa­les im -weiten Stock des Schlosses erkennen daß es sich um einen Zuwachs ersten Rang^ zumal an Originalftücken. handelt, wird aber auch mit Bedauern sestzuftellen haben daß dieser Aus­stellung der Iubiläumsgaben saft dre. ganze Ab­teilungen der ölten Ausstellung weichen muhten die der Kullgegenftände. der Musik und der Sch \\- sahrt. Schon deren gcDrängtc TKaoa^in ening in unzulänglichem Lokal begegnete Schwierigkeiten Wie die Schaustellung jener Erwerbungen zu bewerkstelligen ift. die aus den noch unver­brauchten Geldgaben zu machen sind, kann einst­weilen als kaum zu lösende Frage gelten Aber 2000 Mark, an deren Stiftung dieSladtBer- 11 n. die Provinz Rheinhessen, das württembergische Kultusministe­rium. der Mainzer 2 lt e r t u m s v e re i n und der Historische Herein f ü r Ober« Pfalz und Regensburg beteUigt sind, har­ren der Derwertung.

Richt ausgestellt wurden auch Bücher und Bilder. Witmrungen von Geheimrat Rosen­berg. Obers or'i meist er M i l a n i und Frau LinDenfchmit. Int-es wirt es manchen Freund der Ge'chichtc präbistsv.scher Forschung locken, in Der BBliothek des Römi>ch-Gcrma- nischen Zentral-Muscums Die Pho ogra^ie- alben zu durchblättern in denen alänzende Ha­men aus Lindenschm ts Zeit und BeianrUenlrris Gestalt gewinrren. wie erwa Lilch aus Schwerin

und Cf. 3. Bers 11 unter Dem LettgrDa m . Aufgaben des Prvteftanttsarus der Ge jenfoan In Wadr.^n.i mit Mehrung Der So-en-.s ui'er der Relormaiivn"

Festgott.sDienfte fanden ferner noch statt in Al.endvi j d Lahn Allendort a. D Lumda Alnn-Buseck. 3:.nvroD. Bad-21a ah. im. B uer». Butzbach ,Vn D:. rg. Grotzen-L iid-cn Gru .»erg Haui<m-G iri^e. »»ich. Grün ngen. Heuch l x.m. Hungen. Kirchberg-Lollar. Xirch-Gön?. K'etn- Li-.den. Lanr-^. Langsdorf. Lichtestem. Lich. Londvtt. Reist rch,n Jt6:g.-n Treis a D Lamd, Watzenborn und Wi.scck

väLt Ne Gießener Jugend hcett Pfar­rer Bcrck. Rosdorf. Der Schr-itsahrer des HZ- sifchen Hauptvere.ns. eine b.-iondere Feier in ler Stadtkirche ab die von mehrere i Bb.-.warten und Pofauncnchören umrahm, nxrr un das Pto- pNsteiiwon 3et I. B 18 In den MMeipunkt stellte Gin Stro ter Jesu ä-^nsti wac Paulus ber aus Dem Gefängnis fchr.eb wae Vut wr, her gebannte Mann, war Hermann ^Ay^xt her .gefangene Plärrer von Rohdvrs. Der im Gießener HeBeturm Iah um des ö.-augeham» willen, b e Gustav Adolf ihn befreite. D e«e Männer waren feste ©tadle, ci'eme Säulen eherne Mauern, dazu will Der Herrao«! auch feine Jugend machen der EvaiigZifche Band will ihm Dazu Heller fein. Mit Dem Lutherlied und Segen Ichlo^i Ne e.ndrucksoolle Feier ab

Anfchließend an die Fefipotterdienfte sand in Nr Neuen Aula Der Universität die

Hestversammlung

statt. Der varsijunde de» defslfchrn Hauptverrln» Pfarrer D. Da > tz - Darmstadt, eröffnete nach einem einleitenden Musikoottrag die verfammlung mit herzlichen Begrußiing»wonen, Nntn er einen tzcjon deren Willkomniengruß an den Vettrrter dr» au»- wänc. weilenden Nektar» der Land,»univerfitu«. G. Heimen Ätrcbenral Pros. D Dr. Arüaer, an den Nepräientonten der clabl Gießen. Dbfrburgmncihrr Dr ZieUer, ben Präsibcnten be» Evangelijchen Lan- de»kirchenlag» unb Vertreter» be» Guftav-Adolf-Ver ein», lireiherm v. H e y I. sowie an ben Nebner. Geh Ronfiftorialrat llnioerfttät»profef|or D. Mirdt Göttingen, anfchloß.

(»rh stirchenrat Prof D. Dr. Ä r ü g e r sprach hierauf al» Vertret« r be» Rektors bem »«Ififihen Eoangelifchrn vunb Di* Grüße unb Gluckwunfche bn Landesuniversität au». |odann hieß Dberburgrr- meister Dr. steiler die Tagung in ben Mauern unserer Elabt willkommen, wobei er hervorhab. boß die (tzejchichle da» Dirken de» vrrein» ol» einem wahren Bedursni» enlsprechend unb von unenblicheni Segen gekrönt barskelle unb baß man bein Verein auch für bir Zukunft feiten» feiner Grünbungsstadi alles Gute wünfche. Freiherr v H e o I machte sich in seiner Ansprache zum Dolmetsch der herzlichen Ge­fühle N» Landevkirchentaa» und be» ällcrrn BruNrs be« Bunbe». be» Guftao-Aboll-Derein».

Nunmehr sprach Geh. stonsistorialrat D M i r d t- Göllingen in einem liftunbigtm. geistvollem unb ba» Problem nach vielen Seiten hu. wunderbar durch- leuchtenden Vortrag überD a » st o n k o r d a I Problem ber Gegenwart". Der Rebner be­leuchtete hierbei bi.- Bestimmungen der Ncichsver- fallung, erörterte die einschlaqige .,«|chich,l'chr Ent­wicklung der beiden christllchcn Kirchen zunnander und ihr Verhältnis gegenüber dem alten N.-ich unb der neugeschafsenen '.Republik, streiste die bichettg, Entwicklung de» stonkordatsaedonken» in Deutsch­land und kam auf Grund dieser Untersuchungen zu folgender Schlußfolgerung: 1. Eine Neu- reglung de» Verbältnisie» zwischen Staat unb Kirch« In Deutschlanb ist nolwenbig. 2. Bei dieser Neurege­lung ist dem Nebeneinander von evangelischer unb katholischer Kirche unb ber Eigenart beider Kirchen Rechnung zu tr \ Di, Neuregelung soll durch die einzelnen Länder e.-olgen. nicht durch da» Reich. 4. Fall» bei dieser Neuregelung die Form eine» ver­trage» gewählt werden sollte, darf dieser nicht da» Recht einer Kirche in einer den Staat bindenden Form anerkennen 5. Der Vertrag muß für beide Teile kündbar fein, unter Festlegung einer bestimm­ten Kundigungssrisl. Der Borlrag wurde mit leb­haftem Beifall ausgenommen.

Hieraus sprach der DottitzenDe, Pfarrer D. Waid- Darmstadt über .Vierzig Jahre Evangelischer Bund in Hessen". In Anbetracht Der vorgerückten Stunde sah sich Der Redner gezwungen. f*in Res'rat außerord n Nch

und Thomsen aus Kopenhagen. Begründer ber ersten Ordnung nordllcher und deutscher Altertümer, Gras Gozzabini, Der erlolgre che Ausgräber von Bologna, Tcplouchov. der große russische Sammler aus Perm und manche andere, die gleich Lindenschmit selbst zu den ehr- würhigsien Erscheinungen der Urgeschichtsfor­schung gehören.

Gtrohblumen.

Bon Lev Sternberg.

Die Halm Wimpern über den weiß gefrore­nen Mauern find wie aus GlaS gesponnen.

In d'.e Dornenkrone. Ne Der goldene Kruzi- fissus am steinernen Wegkreuz trügt schlangt be­reiftes Spinnweb Bogen von Per^nketten.

Em Urwald von Eis überfchnörkelt die bhn- Den Fenster

Und auf bunter Tischdecke, allein im Zimmer, fteht aus Strohblumen mitten em goldbrauner Strauß.

CBWr sah chn. als Die Mohn selber flammten und Deilchenhügel blauten überall!

Allein er hat nicht minder geblüht als die anberen. nicht minder zum Licht sich gewun­den. (ich im Weltwind gewiegt an Die gau­kelnden Falter des Tages sich vergeudet und Goldstaub über Graber gefät.

Die Welt freilich sagt: «Harte, stechende Disteln! Kern Herz!" Und v?rz h ihne.» nicht, bah sie Glut und Tränen nicht in Den Augen tragen wie Ne schmeichlerischen arideren, sondern ihr Herz verstecken h.nter starrer MaSke. und sich ewig gleich bleiben: jung oder alt. lebend oder tot.

Jetzt aber, wo Die Schleier der Verwand­lung aus feuchte Baume finlen. selbst Die ewigen Quellen gefrieren, und dir Co ine n cht m hr durch Die Dämmrung Der Sterbl.chleit dringt jetzt fangen Di« starren Blüten Den Blinden zu leuch­ten an. Mttcn auf Den T 'chen fielen sie. Die unverwclllicheri. dauernden, ewig sich gleich- bleibenben. Die erstorben schienen in feuer- braunen Augen das Lächeln bet Unsterblich!? t: Immortellen .