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Telephon Nr. 1259.
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Berliner Börse.
'Ser[in, 14. Sept. (WTB. Funkspruch.) Bei großer Zurückhaltung der Spekulation und nur ganz geringer Beteiligung des Publikums bleibt die Tendenz im heutigen Frühverkehr weiter freundlich. Das Geschäft ist noch sehr still. Man hört nur einen Kurs für 3. G. Farben, die mit 299 bis 300 gesprochen werden. QIm Devisenmarkt hört man Mailand mit 89,35, Madrid 28,765 und London gegen Kabel 4,8675.
Rundfunk-Programm
deS Frankfurter Senders.
l2lus der „Ttabto-UmfcfKni*.) Donnerstag, 15. September.
13,30 bis 14,30: Neue Schallplatten. 16,30 bis 17,45: Neue Tanzmusik. 17,45 bis 18,05: Die Lesestunde. 18,15 bis 18,30: Übertragung von Kassel: „Stunde der Frau", Vortrag von Mathilde Meissel. 18,30 bis 19,15: „Goethe spricht zu allen Jungen", Vortrag von Dr. Rudolf Frank, Berlin. 19,15 bis 19,45: „Gerhart Hauptmann", Vortrag von Dr. Ludivig Marcuse. 20,15: Übertragung aus Bad Soden a.-L..: Konzert des Kurorchesters. Anschließend: •Übertragung aus dem Mannheimer Bespre- chungsraum: Spätkonzert.
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Schweine nahezu um ein Drittel in die Höhe gegangen sind, haben die Ferkelpreise keine nennenswerte Aenderung erfahren. Für Ferkel im Alter von fünf bis sechs Wochen werden hier 16 bis 18 Mark bezahlt; 6 bis 8 Wochen alte Tiere kosten 18 bis 25 Mark, während für ältere Ferkel und Läuferschweine entsprechend höhere Preise gefordert wurden. Nach wie vor besteht in Ferkeln Ueberangebot, so daß sich die Züchter wohl oder übel mit den billigen Preisen abfinden müssen; jedoch dürfte die wahrscheinlich sehr gut ausfallende Kartoffelernte eine lebhaftere Nachfrage mit sich bringen. — Einen traurigen Anblick bieten zahlreiche Kohlfelder in unserer Gegend. Die meisten Kohlpflanzen sind vollständig zerfressen und strecken nur noch die kahlen Strippen in die Luft, andere sind bereits mit Raupen bedeckt und fallen dem gleichen Schicksal anheim. Sogar die Kohlraben werden von den Raupen befallen, allerdings ist der Schaden hier nicht so sehr groß. Meist sind es in der Nähe der Dörfer gelegene Kohlfelder, die von den Raupen des Kohlweißlings heimgesucht werden, während abgelegene Anlagen wenig oder gar nicht unter der Raupen plage zu leiden haben. Da den Landwirten meistens die Zeit zur wirksamen Bekämpfung fehlt, können die Schädlinge ungestört ihr Zerstörungswerk ausüben.
Kreis Marburg.
sch. Marburg, 13. Sept. 3n der heutigen Stadtverordnetensihung wurde die Bi e r ft e u e r auf 2 Mark pro Hektoliter festgesetzt. Man hatte zuerst eine Erhebung von 7 Proz. des Herstellerpreises von jedem Hektoliter geplant. Für den weiteren Ausbau des zum üniversi!ätsjubilä"m muerrichteten Städ- tischen Schloßcafes wurden 10 000 Mk. aus Anleihemitteln bewilligt. Weiter wurde beschlossen, dem hiesigen Altersheim eine Spende von 5000 Mark zu überreichem und diese außerordentliche Zuwendung „Hindenburg- spende" zu nennen.
sch. Marburg, 13. Sept. Der heutige Pferdemarkt war gut beschickt. Es waren 165 Pferde mit fünf Fohlen aufgetrieben. Die Preise bewegten sich von den Schlachtpferden bis zu den besten Arbeitstieren zwischen 200 und 2000 Mark. Bei der allgemein herrschenden Geldknappheit war jedoch der Handel ziemlich schleppend.
Dillkrcis.
bl. Herborn, 13. Sept. Der Staat hat der Stadt Herborn zur Dillregulierung gegen Hochwassergefahr eine Beihilfe von 20 000 Mk. zugesagt unter der Bedingung, daß der Kominunalveröand Wiesbaden einen gleichen Betrag bewilligt. Die Gesamtlosten des Projektes werden auf 156 COO Mk. veranschlagt.
Kreis Westerburg.
00 Westerburg, 13. Sept. In der Gemeinde Kölbingen brannten am Sonntagmorgen Scheune und Stallungen des Landwirts Schmids vollkommen nieder. Das Wohnhaus konnte nur mit großer Mühe vor dem verheerenden Element gerettet werden. Die Ursache des Brandes ist in der Selbstentzündung von feuchtem Heu zu erblicken.
Maingau.
WEN. Frankfurt a. M., 13. Sept. Der stellvertretende Vorsitzende des Ausslchtsrats der J.°G.° Farbenindustrie Dr. Walther vom Rath hat aus Anlaß seines 70. Geburtstages her bereits bestehenden „Walther vom Rath- Stiftung" erneut eine Summe von 100 000 M. übertrieben. — Die Geschäftsleitung des „Hauses der Jugend" hat das Frankfurter Hochbauamt beauftragt, einen Bauplatz für den Neubau des Hauses der 3ugend auszu- suchen, sowie Plane für den Bau auszuarbeiten. Von dem bisherigen Gedanken, ein altes Objekt SU kaufen und entsprechend umzubauen, wurde demnach Abstand genommen, da ein Objekt in geeigneter Größe nicht käuflich war. Für den Bau stehen rund 250 000 Mark zur Verfügung. Davon hat die im vergangenen 3ahre veranstaltete Lotterie 145 000 Mark gebracht, 100 000 Mark gibt die Stadt, die auch den Bauplatz zur Verfügung stellt. — 3n einer stark besuchten Versammlung der Frankfurter Autodroschlenbe- siher, zu der sich auch viele süddeutschen Besitzer eingesunden batten, wurde mit Wirkung vom 15. September ab beschlossen, die Großkraftdroschken zunr Kleindroschkentarif fahren zu lassen. Das bedeutet eine nicht unbeträchtliche Herabsetzung des Autodroschkentarifs. — Als ein in der Altkönigstraße 3 wohnhafter Bankbeamter beute nachmittag nach Hause kam, fand er seine 32jährige Ehefrau, sowie sein vierjähriges Kind mit durchschnittener Kehle auf. Es wird angenommen, daß die Ehefrau in plötzlicher geistiger ürnnach - tung ihrem Kinde den Hals durchschnitt und dann Hand an sich selbst legte.
Schöffengericht Gießen.
* Gießen, 9. Sept. Ein minderjähriger Dienstknecht war der Urkundenfälschung angeklagt. Er hat seinem Dienstherrn einen Zettel mit der Unterschrift seines Vaters übergeben, in welchem letzterer den ersteren bat, seinem Sohn für Anschaffung eines Anzugs usw. 35 Mark von seinem bereits aufgelaufenen Lohn auszuhändigen. In der heutigen Verhandlung erklärte die Mutter des Angeklagten, sie habe ihren Sohn auf dessen Bitten ermächtigt. den fraglichen Zettel mit dem Namen ihres abwesenden Mannes, da sie dessen Einverständnis voraussetzte, zu unterschreiben. Obwohl Zweifel an der Richtigkeit dieser Aussage bestanden, gelangte das Gericht doch zur Freisprechung; es nahm an, der jugendliche Angeklagte sei sich unter diesen Umständen nicht der Rechtswidrigkeit seiner Handlungsweise bewußt gewesen.
Ein junger Arbeiter hat an einem siebenjährigen Knaben unzüchtige Handlungen oorgenommen. Das Gericht erkannte unter Annahme mildernder Umstände auf die Minimalstrafe von sechs Monaten Gefängnis. Da der Angellagte nach dem Gutachten des Kreisarztes nur schwach begabt ist, will das Gericht die bedingte Begnadigung empfehlen.
Ein Buchhalter aus Bayern ist geständig, bei seiner Firma mittels falscher Schüssel 100 Mark ent-
Niederlagen.-
Emil Schmall, Fr*'
Telephon Nr. 83;
Fritz BeinzerlN,SMenii.weo 58
Nidda, 13. Sept. Der Obstüber- skuh in Verbindung mit niedrigen Preisen bewirkt, daß das Fallobst, Birnen und Aepfel, von vielen gar nicht aufgelesen wird, ünter den Bäumen liegt das Obst „wie gesät". Keinen kümmert es, und auch die, die kein Obst ziehen, reizt es nicht, sich Fallobst zu verschaffen.
△ Nidda, 13. Sept. Gestern wurden hier die ZweIschen und Frühäpfel von den städtischen Obstanlagen stammweife versteigert. Die Zwetschenbäume brachten im Durchschnitt eine gute Mittelernte, in manchen Lagen sogar einen vollen Ertrag. Es hatten sich Steigliebhaber in großer Zahl eingefunden. Die Preise waren im Vergleich zu früheren 3ahren gut. Der Zentner Zwetschen kommt schätzungsweise am Baum auf durchschnittlich 4,50 Mark zu stehen. Für die Frühäpfel waren dagegen die Preise niedrig. Ende voriger Woche und heute wurden am hiesigen Bahnhof größere Mengen Falläpsel verladen, und der Zentner mit 2 Mk. bezahlt. Für Kelterobst sind bis jetzt in hiesiger Gegend noch keine Abschlüsse befartnt geworden
Kreis Schotten.
r. Eichelsachsen, 13. Sept. Wie im vorigen Jahre, so kam auch in diesem Jahre die für unseren Ort festgelegte Ob st schau für den Bezirk Schotten nicht stattsindim. War es im vorigen Jahre der Frost, der die Obstblüte im südwestlichen Vogelsberg zum größten Teile vernichtete, so war es in diesem Jahre der Hagelschlag, der am 27. Juli hauptsächlich die Gemarkungen Eichelsachsen und Wingershausen heimsuchte. Besonders ist die Apfelernte von kümmerlichem Aussehen. Durch d'e nas'e Witterung hat das Frühobst schon eine über 14 Tage verspätete Erntezeit. An den Bahnstatio7ren werden soeben Falläpfel eingeladen. Für den Doppelzentner werden 3,50 bis 4 Mk. bezahlt.
Kreis Alsfeld.
»-q Alsfeld, 13. September. Am Sonntagabend gastterte hier im Saale des „Deutschen Hauses" das Volkstheater Darmstadt, als heften Letter Frl. Elisabeth Werner aus Darmstadt zeichnet. Die Wahl des Stückes, mit dem sich die Truppe in Alsfeld einführte, war vom künstlerischen Standpunkte aus keine besonders glückliche. Cs wurde zur Aufführung gebracht der neueste Großstadtschlager „Ich hab' mein Herz in Heidilberg verloren", der als ein Lustspiel mit Gesang von Paul Lindau nach einer ümarbeitung von Dr. Franz Ferdinand bezeichnet wurde, üeber den literarischen Wert dieses umgemodelten Lustspiels, in dem natürlich der bekannte Gassenhauer vom „verlorenen Herz in Heidelberg" sehr sentimental im Dritten Aki und nochmals am Schlüsse des Stückes gesungen wird, braucht man weiter kein Wort zu verlieren. Die Darsteller gaben sich Mühe, dem Stoffe gerecht zu werden und boten teilweise recht nette Leistungen, während anderseits die Masken der Darsteller manches zu wünschen übrig ließen. Das Haus war sehr gut besetzt. Bedauerlich ist, daß das Publikum auch heute noch derartigen sogenannten Großstadtschlagern mehr Interesse entgegenbringt, als einem gehaltvollen Theaterstück, wie der Besuch der Vorstellungen des Gießener Stadttheaters in Alsfeld in der Winterspielzett beweist. Die erste Vorstellung des Gießener Stadttheaters findet im Lause des Monats Oktober statt.
L O ber-Ohmen, 13. Sept. Pfarrer Jung, der am 1. Oktober in den wohlverdienten Ruhestand tritt, wird unsere Gemeinde in den nächsten Tagen verlassen, nachdem er fast 40 Sabre lang hier als Seelsorger gewirkt hat. Am Sonntag hielt er in unserer Kirche seine Abschiedspredigt. In dem prachtvoll geschmückten Gotteshause hatte sich fast die ganze Gemeinde versammelt, um noch einmal den Worten des hochgeehrten Seelsorgers zu lauschen. Die hiesigen Vereine (die beiden Gesangvereine, her Krieger- und der Turnverein) waren mit ihren Fahnen erschienen. Manches Auge feuchtete sich, als der betagte Geistliche — zum letztenmal — unter Dorantritt von vier Blumen streuenden! kleinen Mädchen und unter gedämpftem Har- moniumtrang das Gotteshaus betrat Die Oberklasse der Schule eröffnete die weihevolle Feier mit dem stimmungsvollen Gesänge: „Mit hem Herrn fang alles an“. Seiner Äbschiedspredigt hatte Pfarrer Jung das Schriftwort (Sbräer 13, Ners 8: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit" sugrunte gelegt. Im 3uni 1888 kam Pfarrer Jung als junger Geistlicher nach Ober-Ohmen, als Greis geht er fort. Der größte Teil seines Lebens war dein Wohle des Kirchspiels Ober-Ohmen gewidmet, mit dem er Freud und Leid, sonnige und trübe Tage geteilt hat. Ganz besonders enge Bande verknüpften ihn mit der Gemeinde Ober-Ohmen, Bande her Familie und der Freundschaft. Seine Gattin, die ihm vi^le Jahre eine treue Lebensgefährtin war, und die als eine herzensgute Wohltäterin in unserer Gemeinde beliebt und geehrt war, stammte von hier; sie ruht mit Zwei Kindern nun schon 16 Jahre auf hem hiesigen Friedhof. Während feiner langen seelsorgerischen Tätigkeit hat Pfarrer Jung 1685 Kinder getauft, 1623 Konfirmanden eingesegnet, 542 Brautpaare getraut und 1295 Beerdigungen vollzogen. Alljährlich reichte er über 2000 Ge- mctnhcglicbem das heilige Abendmahl. Jedermann versteht es daher, daß deni alten Herrn; der Abschied von der Gemeinde sehr schwer wird. Schwer wird aber auch den zahlreichen Gemeindegliedern der Abschied von ihrem treuen alten Seelsorger. Denn es ist doch eine Seltenheit, daß viele Mitglieder einer Gemeinde von demselben Geistlichen getauft, unterrichtet, kon- rirnuert und getraut wurden. Der Gesanaverein „Sängerlust" verschönte die stimmungsvolle Feier durch den erhebenden Gesang: „Glaube, Liebe, Hoffnung" und gab daraus seiner Verehrung für den scheidenden Ortsgeistlichen Ausdruck. Darauf sprach int Namen der Gemeinde und int Namen der Schule Lehrer Svmmerlad herzliche Abschiedsworte, in denen er die Verdienste deS Seelsorgers während seiner überaus langen gesegneten Wirksamkeit hervor hob. Der eifrigen Förderung unseres Ortsgeistlichen ist es u. a ju verdanken, daß unsere Gemeinde ihren ge- sallenen Helden ein Denkmal gesetzt hat daß
ein neues prächtiges Geläute von vier Glocken, das wett und breit seinesgleichen sucht, ange- schasst, und daß die Orgel repariert und mit neuen Prospektpseisen und mit einem elektrischen Gebläse versehen wurde. Dadurch hat sich Pfarrer Jung ein bleibendes Denkmal gesetzt. Lehrer Svmmerlad schilderte weiter hen scheidenden Pfarrer als einen Seelsorger im wahrsten Sinne des Wortes, als Christ, als Lehrer und Erzieher der Jugend, als Mensch, als Familienvater und Bürger der Gemeinde, üeber all spürte man seine helfende Hand, die nicht müde ward, Gutes zu tun. Besonderer Dank gebührt Pfarrer Jung für seine Verdienste um die hiesige Schule. Mit alten Lehrern stand er während seiner langen Wirksamkeit in herzlichem Einvernehmen. Sein Amt als Vorsitzender des Schulvorstandes hat er lange Jahre treu und geissenhaft verwaltet. So ist seine Arbeit auch dem Wohle der Heranwachsenden Jugend gewidmet gewesen, und der ausgestreute Same wird nicht auf schlechten Boden gefallen sein. Die Gemeinde wird chrern verdienten Pfarrer Jung ein ehrendes Andenken bewahren, und her Dank für die langjährige segensreiche Tätigkeit wird nie erlöschen. Mit den Worten Ps. 37, 5 „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen" schloß Lehrer Sommerlad seine Ansprache. Mit dem Gesänge der Schüler „So nimm denn meine Hände" fand die ergreifen De Abschiedsfeier ihr Ende. Arn Abend brachten Die Schüler dem Scheidenden noch einen Fackelzug. Vor dem Pfarrhause hatte sich der größte Teil der Bevölkerung versammelt, um hier noch einmal von Pfarrer Jung als Bürger der Gemeinde Abschied zu nehme in Nach dem gemeinsamen Gesänge „Im schönsten Wie- sengrunde" richtete Lehrer Svmmerlad noch einige Abschieds Worte an den Scheidenden, auf die Pfarrer Ju'ng mit bewegten Worten erwiderte. Der Gesangverein „Sängerlust" sang „Teure Heimat mein, dein denk ich wieder" und Die Schüler „Morgen muh ich fort von hier". Pfarrer Jung wird seinen Wohnsitz in Alsbach aufschlagen, wo ec sich am Abhange her Bergstraße ein Heim erworben hat.
X1X Ruppertenrod, 13. Sept. Gestern hielt Pfarrer Jung in unserer Kirche seine Abschiedsrede. Die Kirche war bis auf den letzten Platz beseht. Pfarrer Jung war über 39 Jahre hier tätig. Er wird von jedermann geschäht. Seine Charaktereigenschaften haben ihn so beliebt in unserer Gemeinde gemacht, daß sein Abschied von allen mit tiefem Schmerz empfunden wird. Selten hört man im Alter stehende, Den Dienst verlassende Männer mit solch geistiger Frische reden. Die in festlicher Weise geschmückte Kirche erhöhte Die feierliche Stimmung. Lehrer Strack richtete im Namen der Kirchengemeinde herzliche Worte an den Scheidenden. Die Schulkinder und Der Gesangverein verschönerten die Feier mit ihren Gesängen.
<5 Homberg a. d. Ohm, 13. Sept. Durch das Kornhaus Kirchhain wurde dieser Tage der erste Weizen aus der ümgegenD pro Zentner 13,25 Mcnck am Bahnhof Homberg verladen.
Z Dannenrod, 13. Sept. Der Landwirt Aug. Fett dahier verpachtete an seinem 120 Morgen großen Gute etwa 20 Morgen Aecker, nebst drei kleineren Wiesen auf neun Jahre. Der Pachtpreis kam pro Morgen auf 32 bis 38 Mark. Außerdem haben die Pächter die Steuern und sonstige Abgaben zu tragen.
V Sieben, 13. Sept. Die Arbeiten der hiesigen Feldbereinigung sind so weit fortgeschritten, daß nunmehr die Erteilung der neu- vermessenen Grundstücke an die Eigentümer erfolgen konnte. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Grundstück am südöstlichen Ortsausgang (nach Grebenau zu) ausgeschieden. Es ist zur Errichtung eines neuen Schulhauses bestimmt und Dürfte allen entsprechenden Anforderungen genügen. Da Schulsaal und Lehrerwohnung durchaus ungenügend sind, wäre es angebracht, wenn die maßgebenden Körperschaften den geplanten Neubau alsbald in Die Wege teilen wollten.
Kreis Lauterbach.
WSN. Schlitz, 13. Sept. Zwischen Schlitz uni) Fulda wurde am gestrigen Tage eine neue, zweimal täglich verkehrende Kra f tp o st 1 i n i e in Betrieb genommen.
Preußen.
Krcis Wetzlar.
0 Aus dem Kreis Wetzlar, 13. Sept. Mit dem gestrigen Tage haben an den Volksschulen des Kreises auf Grund der neuen Ferienordnung des LanÄratsamtes die 18 Tage dauernden Herbst- f e r i e n begonnen. Mit Rücksicht darauf, daß die Kartoffelernte später einsetzt als der Ferienbeginn, ist von der Möglichkeit, die Ferien auf Antrag des Schulvorstandes und mit Genehmigung des Bürgermeisters eine oder zwei Wochen später beginnen zu lassen, in vielen Gemeinden des Kreises, besonders in solchen, die landwirtschaftlich stark durchsetzt sind, Gebrauch gemacht worden.
Klein-Rechtenbach, 13. Sept. Auch Die hiesige ©emeinhe ist infolge Der ungünstigen Witterung von Ernteschäden nicht verschont geblieben. Feststellungen, Die durch Die Ortsgruppe Der Kreisbauernschaft getroffen tour Den, haben ergeben, daß Der Roggen unD Der Hafer zum Teil ftarE ausgewachsen ist. Bei Roggen hat man Den Ernteausfall auf 1/5 und bei Hafer sogar auf Vs geschäht.
O Oberkleen, 13. Sept. Die hiesige Gemeinde hat in Der letzten Zeit verschieDens Wegebauarbeiten ausführen lassen. So wurden z. B. Der Weg in „Brühl", Der „Brückweg" und Der „Marienbergweg" inftanh gesetzt. Auch an verschiedenen Feldwegen wurden Ausbesserungsarbeiten vorgenommen. Im Distritt „Am Berg" wurden Grabenräumungs- ar beiten ausgeführt. Auch Der Kleebach tourDe Da, wo er Durch Gestrüpp usw. verwachsen war, aufgeräumt. Sämtliche Arbeiten wurden durch hiesige Oriseinwohner ausgeführt, Die dadurch eine vorübergehende lohnende Beschäftigung hatten.
Aus d e m Hütten berg, 13. Sept. Während in den letzten Wochen die Preise für fette
wendet, auch in zwei Fällen Beträge von gegen 200 und 10 Mart unterschlagen und sich dabei in dem einen Falle auch der Urkundenfälschung schuldig gemacht zu haben. Mit Rücksicht auf die Jugend und das Geständnis des Angeklagten wurde eine Gesamtstrafe von sechs Monaten und zwei Wochen Gefängnis abzüglich 1 Monat Untersuchungshaft ausgesprochen. Im übrigen erfolgte Freisprechung.
Nach längerer Beweisaufnahme wurde ein Kaufmann, welcher der Urkundenfälschung — er soll auf .einer Quittung den Betrag von 80 Mark in 180 Mark verwandelt und letztere Summe von seinem Schuldner gefordert haben — beschuldigt war, freigesprochen. Daß der Angeklagte nachträglich die Ziffer 1 vor die Summe von 80 Mk. gesetzt, war nicht zu erweisen. Auch ergab.die Verhandlung, daß er der festen Ueberzeugung' war, er habe 180, und nicht 80 Mark zu fordern.
Amtsgericht Gießen.
* Gießen, 9. Sept. Aus Der Strafhaft vor- geführt wurde Der Arbeiter F. K. aus G. Er ist ttotz seiner Jugend erheblich vorbestraft. In Gießen hat er feinem Arbeitgeber 13,50 Mark Kunhengelder unterschlagen, auf Dessen Namen durch Betrug eine kleinere SchulD bei einem Metzger gemacht und hem DienstmäDchen H. einen Handkoffer abgeschrvindelt. Das Leugnen half ihm nichts. Strafe: zwei Monate Gefängnis unter Anrechnung von 20 Tagen üntersuchungshaft.
Ein jugendliches Dienstmädchen hatte ihrer Dienstherrschaft einen goldenen Ring gestohlen und diesen einer Freundin geschenkt. Diese trug ihn. lieh ihn zeitweise auch unbeachtet zu Hause liegen. Ein Zimmermieter L. L. nahm ihn gelegentlich an sich und will ihn später verloren haben. Er wurde her Hehlerei angeklagt, bestritt aber, den Wert des Rings gekannt zu haben. Der Ring war nur ein schmaler Reif, mit Diamantsplittern verziert. Infolge einer Reihe von ümständen, die Die Hauptverhandlung ergab, muhte mit Der Möglichkeit gerechnet werden, daß der Angellagte den Ring für ganz geringwertig gehalten hat. Er wurde deshalb wegen mangelnden Beweises freigesprochen.
Die Brüder Th. hatten abends betrunken einen Strahenpassanten angerempelt und geschlagen. Jeder erhielt eine Geldstrafe von 2 5 Mark, eventuell fünf Tage Gefängnis.
Ein Fellhändler hatte schon einige Zeit Den Nebenraum eines Stalles zum Trocknen von Fellen benutzt, ohne polizeiliche Erlaubnis. Da eine Belästigung von Nachbarn nicht festgestellt war und anscheinend nur wenige Fette in Dem Raum hingen, kam er mit einer GelDstrafe von 5 Mark davon.
Die üblichen Autodslitte fehlten nicht. Ein Ingenieur, dessen Motorrad übermäßig Qualm und Geruch von sich gegeben hatte, erhielt eine Geldstrafe von 15 Mark. Freigesprochen wurde ein anderer Autofahrer, Der an her Ecke Ostanlage—Marburger Straße zu schnell gefahren sein sollte. Dies war ihm nicht nach- zutoeisen. JeDenfalls war er noch in Der Lage gewesen, einen ünfall zu verhüten. Nur mit 2 Mark tourDe ein Autofahrer aus Wetzlar bestraft, dessen hinteres Kennzeichen nicht beleuchtet gewesen war. Er hat untoiherlegt behauptet, daß Das Licht einige Zett vor und nach den Feststellungen zweier Polizeiwacht- meifter noch gebrannt hatte. Das Maß seiner Schuld, es muß mindestens Fahrlässigkeit nach- getoiefen sein, muh somit ein sehr geringes gewesen sein. Die übliche 6träfe ist weit höher. Der Einspruch eines weiteren Kraftwagenführers wurde verworfen, da der Angeklagte nicht erschienen war. Er war im April D. I. Ecke Credener—Klinikstrahe mit einem Auto zusammen gestoßen. Der Strafbefehl ging auf 2 0 Mk. eventuell 5 Tage Gefängnis.
Ein Speiseishändler, Der fortgesetzt ohne polizeiliche Erlaubnis auf Der Straße Cis verkauft, auch einmal seinen Wagen verbotenerweise auf Den Bürgersteig gestellt hatte, erhielt Geldstrafen von 25 und 3 Mark.
Kunst und Wissenschaft.
Iugendpreis Deutscher Erzähler.
Das Preisrichterkollegium des Jugenhpreises Deutscher Erzähler hat beschlossen, Den von Der Deutschen Buch-Gemeinschaft G. m. b. H., Berlin, wie im Vorjahre so auch für das Jahr 1927 gestifteten Preis von 10 000 Mark unter erweiterten Behingungen zu erteilen. Die Altersgrenze für die Teilnehmer am Jugendpreis 1927 ist vom 35. auf Das 40. Lebensjahr hinaufgerückt worden. — Dri Der ersten Ausschreibung, 1926, wurde, wie erinnerlich sein Dürfte, Der Roman „Abenteuer im Sommer", ein Erstlingswerk Der jungen unD bis dahin unbekannten österreichischen Dichterin Juliane Kay preisgekrönt.


