6te schon in dem Mandatsgebiet gewohnt haben, ohne weiteres einreisen und sich in Neu- Guinea dauernd aufhalten können.
Die neuen Gehaltsstufen der Reichsveamten.
Nach dem Entwurf des Reichsfinanzministeriums.
Berlin, 13. Sept. (WB.) Die „Voss. 3(g.“ veröffentlicht aus dem noch vom Aeichskabinett endgültig zu billigenden Entwurf der Besoldungsreform für die Reichsbeamten die Gehaltsskat a, die die dreizehn bisherigen Besoldungsgruppen beibehält, aber durch Einschiebung von Untergruppen erheblich erweitert worden, ist.
Gruppe Beamtenkategorie
1 Heizer, Hauswarte, Postboten
Jahres- Dienst geholt dauer
1500—2100 20
2
3
4
5a
5b
6
7
8 Sa
9b
10
Botenmeister, Amtsgehilfen, Postschaffner 1500—2200
Belriebsassislenten, Oberboten
meister, für Ämtsgehilfen Zulage von 300 Alk. üraftwagenführer, Kanzlei- assistenlen
Sifjrfienten voslbetriebssekretäre
Postsekretäre
Oberbergmeister
Minislerialkansieisekreläre Expedienten der Reichsmittelbehörden
Obersekretäre
Amtmänner
1600—2300
1700—2600
1900—2700 1700—2700 2200—3400 2400—3500
2200—4200
3000-5700 2800—5000 4800—7000
20
20
20
20
16
16
14
16
20
20
12
11a Regierungsräte bei Reichsmittelbehörden 4200—7800
11b Zollräte, Amtsräte 4800—7600
mit Ministerialzulage 8400
12a Obcrräte und Regierungsräte bei Reichsmittelbehörden 5400—9600
12b Regierungsräte in Ministerien 4800—8400
Oberräle-Iulage von 13 Ministerialräte
1200 8400—12600
20
14
16
8
Die Dien st dauer bezeichnet die Jahre, in denen das angegebene Jahresgehalt erreicht wird. Aufrechterhalten wurde auch das Prinzip der Verzahnung, wonach ältere Beamte einer unteren Gruppe den jüngeren Beamten einer höheren Gruppe gleichgestellt werden.
Italien fördert den Fremdenverkehr.
Wieder zwei deutsche Alpinisten in Südtirol verhaftet.
Innsbruck, 14. €>ept. SU.) Der 18jährige Hutfabrikantensohn .Karl Ladstädter und sein Kamerad Josef Zera, beide aus Wien, die bei ihren Eltern in St.2acob in Osttirol zur Sommerfrische weilten, unternahmen vor mehr als 10 Tagen eine Hvchtour in die Venediger Gruppe, von der sie nicht mehr zurückkehrten. Nun erhielten die Angehörigen aus Südtirol ein Telegramm, worin es heißt: „Wohlauf in Druneck angekommen. Rückkehr unbestimmt." Die beiden sind anscheinend auf italienischen Boden geraten, dann von den italienischen Grenzbehörden verhaftet und nach Druneck gebracht worden. Das Bundeskanzleramt hat das österreichische Generalkonsulat in Bozen beauftragt, die Freilassung der beiden Verhafteten zu erwirken. Das Telegramm aus Druneck, das die Verhaftung der beiden meldet, war von einer Frau ausgegeben worden, die einen Zettel gefunden hatte, der von den beiden während des Transportes weggeworfen worden war. Nur auf diese Weise war es den Angehörigen möglich, etwas über die Verhaftung der beiden zu erfahren. Der gegenwärtige Aufenthalt der beiden dürfte Trient sein.
Das Pariser Attentat.
Paris, 14. Sept. (TU.) Der Mörder des Grafen Nardini hat gestern den ihm verhörenden Polizeibeamten seine Personalien schriftlich gegeben. Mündlich konnte er diese nicht tun, da er bei seiner Entwaffnung mehrere Schläge aus den Kopf bekommen hatte, die eine Gesichtslähmung hervorriefen und ihm das Sprechen jetzt unmöglich machen. Es handelt sich um den 25- jährigen italienischen Zementarbeiter S e r g a diModugnv, der verheiratet und Vater eines Kindes ist. Er soll den Dizekonsul um eine Unter» redung gebeten haben, damit seine Frau, die in Italien geblieben sei, nach Paris kommen könne. Er habe erklärt, er sei Erdarbeiter, lebe in ziemlich ärmlichen Verhältnissen und könne die Mittel für die weite Reise seiner Frau nicht aufbringen. Nardini habe eine Regelung der Angelegenheit zugesagt, jedoch darauf hmgewiesen, daß die Antwort kaum günstig ausfallen würde, da die Präfektur der Provinz, in der die Frau des Attentäters lebt, die Genehmigung zu der Ausreise der Frau aus gewissen politischen Beweggründen nicht geben wolle.
Kerns Abberusung Rakowskis?
R i g a, 1. Sept. (TU.) Offiziell erklärt die Sowjet- regierung, sie werde ihren Pariser Botschafter Rakowski nichtabberufen. Eine solche Abberufung wurde den ersten Schritt zum B r u ch m i t F r a n k- r e r ch bedeuten. Die Sowjetregierung habe k e i - ei Rote erhalten, in der von der französischen Regierung die Abberufung des Botschafters verlangt werde. Die „Prawda" erklärt, daß die Sowietregientng den Bruch mit Frankreich nicht anstrebe. Die ganze Angelegenheit Rakowski sei nichts werter als eine Intrige Chamberlains.
Todesurteile in Tauroggen.
Kowno, 14. Sept. (Priv.-Tel.) 3m Zusammenhang mit dem Putschversuch in Tau- rcggen ist dort ein Standgericht eingesetzt worden, das sechs an dem Putsch beteiligte Studenten zum Tode verurteilte. Das Urteil wurde gestern morgen um 4 Uhr vollstreckt Sn einer weiteren Sitzung beS Standgerichts wurden fünf an dem Aufruhr beteiligte Per- I Ionen gleichfalls zum Tode verurteilt.
Der Termin für die LandtagSwahlen in Hessen, j
Darmstadt, 14. Sept. (Priv.-Tel.) 3n un- I verbindlichen Besprechungen, die gestern im Fi- nanzausschuß des Landtages stattgefunden haben, 1
Die Reform des Postverkehrs.
Erweiterung der Briefzustellung und des Landbestelldienstes.
Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".
Berlin, 14. Sept. 3n einem soeben veröffentlichten Runder la h fordert der Reichspost- mrnister die Oberpost Direktion unter dem Hinweis auf die durch die Gebührenerhöhung zu erwartenden Mehreinnahmen auf, die Frage der Derkehrserweiterung beschleunigt einer Prüfung zu unterziehen. Wie wir erfahren, find die entsprechenden Verhandlungen mit den Postämtern bereits eingeleitet worden, wobei in allererster Linie die Briefzustellung erheblich vermehrt werden soll. Unter allen Umständen soll versucht werden, in den Geschäftsgegenden einen sechsmaligen Zustelldienst einzurichten, in den übrigen Gegenden aber wenigstens einen viermaligen, und schließlich soll die Postbestellung in einem großen Teil der kleineren Orte, die heute nur eine einmalige Postzustellung haben, nach Möglichkeit verdoppelt werden. Ebenfalls ist beabsichtigt, die P a ke t a n n a h m e st e l l e n zu vermehren. Dies gilt vor allem für die größeren Städte. 3n den Geschäftszentren soll den Selbstbuchern bescn :res Entgegenkommen erwiesen werden. Schließlich will man dieDe- schränkung der Sch alter stunden beseitigen, und zwar nicht nur in den Großstädten, । t . .n auch in der Prodinz, damit den den des Publikums durch einen durchgehe.. . Schalterdienst Rechnung getragen wird. Ein ör . eres Augenmerk soll aber vor allem auch auf die Landbestellung gelegt werden. Man will Kraftwagen und 'Motorräder einstellen, um auf diese Weise eine raschere Abfertigung zu ermöglichen und gleichz-eitig den Wirkungskreis der Landbriefträger zu erweitern. Ferner sollen die Brief
marken- und Postkarten-Automaten in größerer Anzahl als bisher ausgestellt werden und vor allem so, daß auch nachts eine Entnahme von Briefmarken und Postkarten möglich ist. Die Provinzstädte und Provinzortschaften, die bisher noch wenig solcher Automaten hatten, sollen nunmehr in weitem Ausmaße mit Postautomaten versehen werden. Die Berichte der Oberpostdirektionen sollen bis zum 1. Oktober beim Reichspostministerium eingegangen Jein, damit der Reichspostminister dann unverzüglich seine Anordnungen treffen kann.
Das alles wird vom Publikum entschieden begrüßt werden, hatten sich doch allmählich Zustände herausgebildet, die für einen modernen Postbetrieb einfach unerträglich waren. Vortell- hafter wäre es jedoch gewesen, wenn sich der Postminister oder sein Amtsvorgänger schon vor 3ahr und Tag mit diesen Anregungen hervorgewagt hätte. Sicherlich hätte sich dadurch mancherlei auf der Einnahmeseite für die Post erzielen lassen, was jetzt durch die Gebühren- erhöhung mit Gewalt hereingeholt werden soll. Es hat aber keinen Zweck, sich mit begangenen Fehlern lange aufzuhalten. Daß Herr Schätzel aus der Vergangenheit gelernt hat. geht aus seinem Rundschreiben hervor. Hoffentlich bleibt er auf dem eingeschlagenen Wege nicht stehen, sondern trägt überall dort den Wünschen des Publikums Rechnung, wo das im Interesse der Post und einer schnelleren Abwicklung des Ver- lehrs notwendig ist. Nochmals Gebührenerhöhungen, sei es auch nach sehr langer Zeit, durchzudrücken, ist einfach ein Ding der Unmöglichkeit. Daher ist es erforderlich, möglichst rasch den Postbetrieb leistungsfähig und gewinnbringend zu gestalten.
der Ausbau der ArbeiLslsseuvezfichermg.
Die Neuabgrenzung der LandesarbeiLsämLer.
Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers".
Berlin, 14. Sept. Am 16. Juli 1927 ist vE Neichstag das vor allem für die werktätige Bevölkerung sehr bedeutsame Gesetz über die Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung angenommen worden. Wie erinnerlich, stellt es das ganze Arpeitsvermittlungs- wesen mit allem, was dazu gehört, z. B. der Berufsberatung, auf eine vollkommen neue Basis, weiter aber wird die Erwerbslosen- unterstützung in Zukunft zahlreichen Staffelungen unterworfen sein, die sich nach dem Einkommen des Versicherten richten. Ehe nun der neu zu schaffenden Versicherungsanstalt eine endgültige Form gegeben werden kann, ist es notwendig, das Vorhandene zu sichten, zu prüfen und zu überlegen, nach welcher Richtung hin Verbesserungen und Umorganisationen im Interesse der Leistungsfähigkeit der Anstalt selbst und der Verringerung der vom Versicherten aus- zubringenden Beiträge notwendig werden.
Der Vorstand hat sich jetzt, entsprechend dem Willen der Gesetzgeber, in erster Linie äußerste Sparsamkeit walten zu lassen, mit der Neuabgrenzung der Landesarbeitsämter, der Zwischeninstanz zwischen Vorstand und kommunalen Arbeitsämtern, beschäftigt. Ein von ihm ausgearbeiteter und in erster Lesung angenommener Vorschlag sieht eine Zusammenlegung von verschiedenen Bezirken vor, so daß sich die Zahl der Aemter von 22 auf 13 vermindert. Erreicht wird damit zunächst eine Vereinfachung der Verwaltung, also auch ein Abbau der Ausgaben zugunsten der Leistungen für die Versicherten. Aber weiter sind Gebiete zusammengezogen worden, die nach Möglichkeit alle Wirtschaftszweige umfassen und so
mit eine Gewähr dafür bieten, daß beim Auftreten starker Arbeitslosigkeit in der einen De- rufsgruppe es nicht schwer wird, die frei gewordenen Arbeitskräfte in anderen unterzubringen. Infolgedessen hat man auch davon abgesehen, für das rheinisch-westfälische Industrierevier ein eigenes Amt zu schaffen. Hier bleibt die alte Teilung bestehen, die die Schwerindustrie nicht allein, sondern neben ihr auch das kleinere Gewerbe und die Landwirtschaft sieht. i
Die neuen Landesarbeitsämter, die durchweg mehr als 800 000 Versicherungspflichtige auf» weisen, sind aber für den Aroeitnehn^r insofern' von Vorteil, als es jetzt auch für Bezirke mit stark industriellem Einschlag möglich wird, den neben dem Reichsanteil bestehenden veränderlichen Landesanteil bei aufgefülltem Unter» stützungSfonds zugunsten der Kaufkraft der Löhne stark zu ermäßigen oder vielleicht auch fallen zu lassen. Davon kann aber keine Rede fein, roeim die Industriebezirke keine Abfluhkanäle besitzen und stets befürchten müssen, bei eintretendev Erwerbslosigkeit die Arbeitslosen nicht in anderen Teilen der Landesarbeitsamtsbezirke unterbringen zu können. Der vorliegende Vorschlag des Vorstandes der Versicherungsanstalt wird nun von den Landesämtern geprüft und ergänzt, so daß dann in absehbarer Zeit an die zweite und dritte Lesung herangegange-i'i werden kann. Der Abgrenzung der Landesarbeitsämter wird eine vielleicht sehr starke Zusammenlegung der 900 kommunalen Arbeitsämter zu folgen haben, da sich schon' gezeigt hat, daß auch hier der Ver'valtungs- appacat erheblich vereinfacht und verbilligt werden kann.
soll als Termin für die Landtagswahl der 13. November genannt worden fein. Endgültige Heber» einstimmung zwischen Regierung und Parteien über diesen Termin scheint indessen noch nicht zu bestehen.
Aus dem Finanzausschub des Hessischen Landtags.
Don unserer Darmstädter Redaktion.
Darmstadt, 13. Sept. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags stimmte einer Regierungsvorlage zu über einen Zuschuh zur Landwirtschaftlichen Landesausstellung Darmstadt 1927. Unter bestimmten Bedingungen soll ein Zuschuß bis zu 40 000 Mk. gewährt werden; darin sind 10 000 Mk. endgültig bewilligt als Kosten für Impfungen. Der weitere Zuschuß richtet sich nach einem etwaigen Fehlbetrag der Ausstellung. Zwei Anträge der Abgeordneten von Helmolt und Dr. Dehlinger wollen, daß die Kosten des Schwarzbach- Pumpwerkes so lange vom Staat übernommen werden, bis die Kostenfrage geregelt ist. Die Regierung lehnt dies ab, will aber eine Vorlage über eine neue Beitragsregelung bald einbringen. Die Anträge wurden für erledigt erklärt. Ein Antrag Dr. Dehlinger äußert verschiedene Wünsche zur Aenderung der Wasser- und Bodenverhältnisse im Ried durch ein Gesetz. Die Regierung erklärt hierzu, daß der Generalkulturplan, der das Schwarzbach- und Landgrabengebiet umfaßt, in einigen Wochen dem Finanzminister vorgelegt und dann dem Landtag zugehen werde. Dec Antrag wurde durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt. Ein Antrag Welcker, der die Regierung auffordert, Der Frage der Hagelversicherungen ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden und die Ergebnisse dieser Untersuchung dem Landtag vorzulegen, wurde angenommen. Es liegen Anträge von allen Parteien des Hauses vor, die sich mit den Unwetterschäden in Rheinhessen und Ober Hessen beschäftigen. Die Regierung hat, wie ebenfalls bereits mitgeteilt worden ist, auf diese Anträge erklärt, daß Erhebungen über Die verursachten Schaden angestellt würden und danach sich die Hilfsmaßnahmen richten werden. Die Regierung wurde außerdem ermächtigt, zur B e s ch a f - fung von Saatgut für alle Wetterixr'chä- digten vorläufig einen Kredit von 100 000 Mk. zur Verfügung zu stellen.
Nach Kapitel 19 des Staatsvoranschlags steht dem Cesamtministerium ein Dispositionsfonds zu Spenden für Ausstellungen, Jubi
läen usw. zur Verfügung, dem Antrag der Regierung, im Bedarfsfall den Fondsum 6000 Mari zu erhöhen, wird zugestimmt. Eine Regierungsvorlage, bei Der es sich um die Besetzung von Stellen der Kreis - und Stadtschulräte handelt, wurde angenommen. Ein Antrag Weckler und Blank wegen Neuausstellung von Rentenbankgrundschuldbefchei- den, um dereiwillen Die hessische Regierung bei der Reichsregierung vorstellig werden sollte, wurde für erledigt erklärt. Das gleiche geschah mit einer Eingabe der Geometer 2. Klasse wegen eines Verbots der Ausübung der geometrischen Privatpraxis. Zur Förderung des Frühgemüsebaues hat das Reich einen Kredit von 600 000 Mk. für Hessen bereitgestellt. Dieser Kredit währt zehn Jahre und ist vom vierten Jahre ab zu tilgen. Er ist an Bedingungen geknüpft; u. a. soll er nur an öffentlich-rechtliche Genossenschaften, nicht unmittelbar an Private, gegeben werden. Hessen muß ebenfalls 600 000 Mk. bereitstellen. Diese Beträge sollen zur Schaffung von Gewächshäusern (G'ashä fern) verwandt werden. Die Anträge auf Kreditgewährung sind so zahlreich, Daß den Antragste lern die geforderten Summen gekürzt werden mü ien. Die Verteilung Der Kredite wird die Hessische Landesbank vornehmen, sie werden in der Form gewährt werden, daß sie zur Hälfte aus Reichs- und zur anderen Hälfte aus hessischen Landesmitteln bestehen werden. Der Ausschuß stimmte Dem Anträge zu.
Aus «llsr Welt.
Schwere Springfiutkatastrophc in Japan.
Mle aus Tokio berichtet wird, find durch riesige Aulen auf der Insel kyushu schwere Heber- schwemm ungen verursacht worden und Taufende von Personen ertrunken. Die Verbindungen sind vollständig unterbrochen, man befürchtet, daß die niedriger gelegenen Teile der Insel vollkommen wegge r i s s e n werden könnten. Die Boote an der Küste wurden durch die Aluten in die Stadt getrieben. Hunderte von Fischerbooten sind verloren. Die Katastrophe wird auf ein Meeresbeben einige Meilen von der Küste entfernt zurückgeführt. Nagasaki und einige andere Städte wurden von einem schweren Taifun heimaesucht. Zahlreiche Häuser sind zusammengebrochm ur.b die telephonischen Verbindungen sind unterbrochen.
Auf Kyuschu sollen mehr als 1 2 0 0 Menschen getötet und verletzt worden sein. Man befürchtet, daß sich die Zahl der Opfer noch erhöhen
[ wird. In Kumamoto seien 270 Tote und verletzte ' feffgefteUt worden. 780 Mohnhäuser sind weggeschwemmt worden, 2000 stehen unter Wasser. Die Flutwelle erhob sich drei Meter hoch und riß alles mit sich fort. Viele andere Bezirke Japans und Koreas wurden von einem furchtbaren Taifun heimgesucht. In Omura stehen 5000 Häuser unter Master. 15 000 Menschen sind obdachlos. In Tokio ereignete sich ein heftiges Erdbeben. Zunk- hilfssprüche aus den heimgesuchten Gegenden deuten auf Mangel an Lebensmitteln hin.
Hindenburg-Besuch auf Rügen.
Beim Betreten Der Insel Rügen begrüßte als erster LanDrat Mielenz in Allesähr Den ReichsPräsiDenten, dem in allen Ortschaften, Die er auf seiner Fahrt nach Putbus berührte, von Der Bevölkerung lebhafte KunDgebung en Dargebracht tourDen. Drei Flugzeuge geleiteten Den Reichspräsidenten bis zu feinem Ziele. Dor Putbus überbrachten Drei junge Mönchguterinnen in ihrer flelDfamen Tracht Dem Reichspräsidenten eine Huldigung der Rügener Frauen und Mädchen. Arn Ortseingang erwarteten über 100 Mitglieder des Rügener Rertervereins das Auto des Reichspräsidenten und geleiteten ihn durch den Ort. Im Ort selbst bildeten die Schulen, Sportvereine und Militärvereine Spalier. Vor Dem Eingang zum Schloß erwartete Die Fürstin zu Putbus das Oberhaupt Des Reiches. Abends sand im Schloß ein Festbankett statt.
Der (Borbon-Bcnnett-Jfug.
Nach nichtoffiziellen Angaben des Nationalen Luftfahrtoerbandes hat voraussichtlich der amerb konische Ballon „Detroit" den Gordon-Bennett- Streit gewonnen. Die von ihm durchmessene Strecke wird auf 727 Meilen geschätzt. Der deutsche Ballon „Barme n", der in Fort Bolley im Staate Geor- gia gelandet ist, kommt vorläufig für den dritten oder vierten Platz in Betracht. Der italienische Bal- lon „R e x" mußte wegen eines undicht gewordenen Gasventils etwa zwölf Meilen von Shelby (Nordkarolina) niedergehen. Die aus zwei Offizieren bestehende Besatzung blieb unverletzt. Die beiden Offiziere find in Shelby cingetroffen. Der französische Ballon „L a f a y e t t e" überflog Logan- Dille (Georgia) und warf eine Botschaft ab, die dem Detroiter Wettfahrtausschuß übergeben wurde. Der deutsche Ballon. „M ü n ft e r" landete 40 Meilen westlich von Columbia um 5,20 Uhr.
Eisenbahn-Unglück in Italien.
Nom, 14. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Heute nacht gegen V2I älhr entgleiste Der Sch nel l- zua R 0m—Maitanö in Der Nähe von Bologna bei der Durchfahrt durch eine kleine Station. Die elektrische Maschine, Der Gepäckwagen unD zwei Personenwagen sind u m g e » stürz t._ Eine Reihe von Personen wurde verletzt, getötet wurde niemand. Nähere Einzelheiten fehlen noch. Aus Bologna wurde sofort ein Hilss- zug abgesandt.
Unwetter in Rordilalien.
Aus Nordilalien werden schwere Unwetter gemeldet. Auf der Kleinbahn Rovereto — Riva wurden zwei leere Eisenbahnwaggonä durch Den Sturm gegen einen Persvnenzug getrieben. Zwei Wagen des Zuges stürzten um In der UmgegenD von Bergamo wurde ein großer Teil Der Weinernte durch Hagel zerstört In den Dolomiten ist Die Temperatur auf 0 gesunken und es herrscht Schneegestöber.
Berlin baut Europas größtes Volksbad.
In vier Wochen wird die Stadt Berlin mit dem vorn Bezirksamt Mitte projektierten Bau eines R i e- sensch wimmbades beginnen, das das größte und modernste Schwimmbad des Kontinents fern* wivd. Das Bad wird im Norden Berlins, und zwar im Sophienpark an Der Gartenstraße, errichtet werden.
Die Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Die in der Furche tiefen Druckes vorüber- ziehenden kleinen Wirbel erhalten unter Westlustströmung das unbeständige regnerische Wetter. Dabei bringt die Rückseitenwirkung Der Wirbel vorübergehende Aufklärung mit sich. Die Temperaturen bleiben schwankend und gehen zeitweise noch etwas zurück.
Wettervoraussage für Dvnners- tag: Fortdauer des wolkigen, auch vorübergehend ausheiternden, kühlen Wetters mit zeitweisen Regenfällen, teilweise in Form von Schauerregen bei westdrehenden Winden.
Witterungsausfichten für Freitag: Fortdauer Des herrschenden Witterungscharakters.
Lufttemperaturen am 13. September mittags: 13,5 Grad Celsius: abends: 12 Grad Celsius. Am 14. September morgens: 9,9 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tief« am 13. September: 14,3 Grad Celsius: am 14. September: 11,9 Grad Celsius. — Maximum: 14,8 Grad Celsius: Minimum: 9 Grgid Celsius. — Niederschläge: 0,3 Millimeter. — Sonnenscheindauer: 1£ Stunden.


