erzielt: Je nach Qualität ffhr t Tbn. Duchmnutz- fcheiter 31,60 bis 39 Ml., Luchenbrennscheiter 27 bis 30 Mk., Buchenknüppel 11 bis 24,20 Mk., Buchen- ftufe 16 bis 18 SDli., Eichen-Nutzrollen 12 bis 16 Mark, 5 Rm. Buchenreiser 11 bis 17,80 Mk.
J_ Burlyarbsselben, lo. uejr. Ein sehr erfreuliches Ergebnis zeitigt« hier der Vertrieb von Losen de: Wohlfahrtslotterie zum Vesten dec Erbauung eines Krüppel- Heims in Gießen, d.e dec hessische Verband für Krüppel ü.sorge ve.anstaltet. 3n unsere n kleinen Dor e. das nur 650 Einwohner zählt, tonnten 100 Lose unterbracht werden. Ein wesentlio.es Verd enst hieroei erwarben sich die jugendli. e.i Derteil:rinnen Kath. Menz, Lino Kauß. Eleonore Gans und Marie V r ü ck. Hoffentlich findet das gute Beispiel et er durchaus nicht wohlhabenden Eemcinde allenthalben Aachahrnung.
-f- Grünberg, 12. Febr. Die Freiwillige Feuerwehr hielt jetzt ihre 3ahors- o.r,ammlung unter der Leitung bei Vorsitzenden, Hauptmann Seifart, ab. Aus dem Jahres- beriet war zu entnehmen, Daß im abgelaufenen Vercinsjahr fünf größere Tag.sübungrn und eine Aachiubung stattsonden, ferner wurden sechs Vor- standssihungcn erforderlich. Aach Ablage des Rechenschaftsberichtes wuroe dem Rechner Eni- lastung erteilt. Der Vorstand wurde in der bisherigen Zusammensetzung wicdergewäylt, an Stell« Dies verstorbenen Vorstandsmitgliedes Carle wurde Sxarl 3 ö d e I 4. uno als Zugführer des zweiten Hydranteirwagrns Chc. V ü ck Qetoählt. Für 50jährigc altive Dienstzeit erhielt das Mitglied Bäckermeister Meyer ein Ehrendiplom, vier Mitglieder wurden für 23jä')rige und zwei Mitglieder für lijahr.ge Dienstzeit ausgezeichnet. Seitens der Stadt wurde der Feuerwehr ein neues Spritzenhaus und eine Motorspritze in Aussicht gestellt.
.streik Friedberg
Friedberg, 12. Febr. Im Alter von 56 Jahren ist die Vorsitzende des Kreis- bebammrnvereins Friedberg, Frau Christian Wagner (Bad-Nauheim), g e st o r b e n. In der Organisation der hessischen Hebammen stand sie seit vielen Jahren an führender Stelle; für die Besserung der beruflichen und sozialen Verhältnisse der Hebammen setzte sie ihre ganze Kraft ein. Wie dankbar man ihre Täligkeit anerkannte, das war aus den Nachrufen herauszufühlen, die die Kreis- bchörde, der Kreichsbammenoerein und der Landesverband der hessischen Hebammen der Verstorbenen am Grabe widmeten. In Bad-Nauheim war Frau Wagner 2 8 Jahre als Hebamme tätig und hat in dieser Zeit bei 1200 Geburten in treuester Pflichterfüllung ihren oerantwortungs- vollen Dienst ausgcübt.
sf. Friedberg, 12. Febr. Der Obst - und Gartenbau verein Friedberg.Fauerbach hielt jetzt seine diesjährige H a u p t versa m m l u n g ab. Der Vorsitzende, Gartenbauinspektor Rentsch, erstattete den Geschäftsbericht. Im verflossenen Jahre wurden drei Versammlungen und vier Vortragsabende abgehaltcn, außerdem ein gemeinsamer Automobilausflug unternommen. Der Kassenbericht des Rcallehrers Ringshausen lautete günstig. Die Gesamteinnahmen betrogen etwa 1200 Mk. Zu dem seitherigen Vorstand, der wieder- gewäblt wurde, wurde noch Herr Reih hinzu- gewählt. Herr Kühn sprach dann Über den Einheitswertbescheid.
L Va b-Aauheim, 14. Febr. Wie unS soeben gemeldet wird, kam gestern der von uns schon angebeutete Kauf des Hotels ,3m* ?eriaI'T durch den Verband der Hessi- chen Krantenkassen zustande. Der Kaufpreis beträgt 164 000 Mark und gilt für den umfangreichen Gebäudekomplex mit der gesamten Inneneinrichtung. Dach dem Urteil Sachverständiger befindet sich daS Gebäude in sehr guter baulicher Verfassung. Der hessische Krankenkafsen- JfrerbnnD beabsich igt, daS seitherige Hotel »Imperial" in eine K u r a n st a l t für seine Herz - 'und Rheumatismuskranken umzuwandeln.
4 Bad-Nauheim, 12. Febr. Der hiesige Zienographenoerein „Gabelsberger" hielt seine Generalversammlung ab. Geschäftsbericht und Rechnungsablage gaben ein erfreu- liches Bild. Der Mitgliederstand beträgt 167, die Kasse weist 889 Mark auf. Insgesamt wurden im abgelaufencn Jahr 33 erste, 9 zweite und 2 dritte Preise von Mitgliedern des Vereins bei den Wett- T-n ■ran ■ «■!! ■ Ml'in —CtflEMM
Die übersehenen Wunder
Von Hermann Bagusche.
Es ist — nicht wahr — eine erstaunliche Welt, in der wir leben. Tie Luft ist voller Stimmen, und wenn wir wollen, können wir die Jazz-Band-Kapelle hören, die soeben in Buenos Aires spielt, und mit einer kleinen Bewegung des Drehkondensators am Emp- pfangSapparat machen wir uns zum Mithörer eines Vortrags, den irgendjemand in diesem Augenblick in Kapstadt hält. Wir werden in absehbarer Zeit morgens in Tempelhof starten und abends in Lake- hurst bei Newyork landen. Wir holen den Stickstoff aus der Lust und machen aus der Kohle billiges Cd. Wir bändigen die rohen Wasserkräfte der Ströme und verwandeln sie in Licht. Und wenn, weil der Himmel trübe ist, das internationale Mondlicht streikt, so sind die Straßen unserer Städte dennoch nicht, wie noch zu Goethes Zeit, in Finsternis gebettet, sondern grelle Bogenlampen versenden ihr brandendes Licht. Caruso ist tot, aber seine Stimme ist cmgesangen in die windigen Ritzen einer Schallplatte. Dos alles ist recht wunderbar. Es ist so wunderbar, daß wir schon längst aufgehört haben, uns zu wundern.
Aber eS gibt noch andere Tinge auf der Welt. Wir erinnern uns daran, daß das 51 stockige Wool- worth-Gebäude in New yort 250 Meter hoch ist und daß in ihm tagtäglich etwa 10000 Menschen beruflich tätig sind Nickt wahr, fabelhaft! Aber in einem Ameisenhaufen leben, nebenbei bemerkt» sogar CO000 Bewohner. Was die 10000 Menschen im Woolworth-Gedäude als Arbeitskräfte leisten, mag lobenswert sein. Aber eine Ameise vermag z. B. eine Last zu tragen, deren Gewicht das Körpergewicht der Ameise um das Treitausenfache über- müS! V"Sleich zu geben: ein Mensch
chcnD 'seiner Größ^' an Sir{aft *u gleichen, entspre- motiven u ttagen>f' un)erer modernsten Loko- hn™hf.• r (fnh 'i:Tnit(inöc WM. Ter Schnell- (I PS i . mei't nlS Je
«Efctbe») uOnuärl3(lctT^ >’a*= Stoff -'n-« I-b-nd-n 18 Seemeilen (1 Ster>" «hiee Stunbe
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{.„»„„er zuruck, liniere Erde be- um die Sonne hi icbcy JllIid) auf il,ret Wanderschaft J lÄ sch!V^'«nde etwa 30000 »Jeter list Stern im großen nF «ls e.n 0-Zug , wahrend em Aar mit der rebnfoG rcn' bcr W6- „Schnelläufer", fo- ® 1 jen Erdgeschwindigkeit durch den
schreiben im Bezirk und verband errungen; außerdem ein Staffelsieg bei dem mit dem Bezlrkswett- schreiben in Äleseck verbundenen Stofselschreiben. Für das in Gießen stattfindende Bezirkswet.schreiben wurde in der Versammlung eindringlich geworden. Der sehr rührige und gut geleitete Verein erfreut sich großer Unterstützung seitens der Stadt, der Stadtschule und der Volksbank. Die Umstellung in Reichskurzschrift ist restlos erfolgt.
' Oppershofen, 12. jebt. Die älteste Einwohnerin unseres Orte«. Frau Margarete 3 ä n g e I, ist jetzt im 94. Lebe nS jähre gestorben. Trotz ihres hohen Alters war sie bis in die letzte Zeit noch sehr rüstig. Die Frau hatte die Freude. 13 Urenkel um sich zu sehen.
# Aus der mittleren Wetterau, 12. Febr. In vielen Dörfern herrscht geradezu eine Rattenplage. In Scheunen, Stallungen, jo sogar in die Häuser sind die üblen Rager ringe- drungen und nichts ist vor ihnen sicher. Stallhasen, Gänse und Hühner werden von Ihnen getötet, fo daß man eine gemeindeweisr Bekämpfung vornehmen muß, um ihrer Herr zu werden.
Alme uvr g?n.
)( Büdingen, 12. Febr. Dom 13. Februar bis zum 14. März findet in den Gemeinden unseres Dekanats eine Miisionsrundreife des Missionars Lauck aus Frankfurt a. M. statt. Der Redner wird Vorträge über China halten. Da dieses Reich soeben wieder im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehl und Missionar Lauck längere Zeit in China gewirkt bat, so werden seine Vorträge zweifellos überall willkommen sein.
]:( Vinbsachfen, 12. Fror. S.it einigen Tagen wütet die Grippe in unserer Gemeinde derart, daß der Unterricht in beiden Schulklassen ausgesetzt werden musfte. Aber nicht nur die Kinder, sondern auch Erwachsene werden auss Krankenlager geworfen. Ebenso ist in Hirzenhain die Schule wegen der Grippe geschlossen.
Krcis Läwttcn.
=.= Schotten, 12. Febr. Eine Kasseler Firma erwarb von mehreren hiesigen Bürgern Gelände zwecks Errichtung eines Bafaltwerkes, in dem, wie verlautet, etwa 100 Arbeiter Beschäftigung finden sollen. — In dem benachbarten R a i n r o d wurde ein Einwohner dadurch geschädigt, daß ihm vier Bäume (drei fünfzehnjährige und ein fünsundzwanzigjähriger) durch Einfügen derartig beschädigt wurden, daß Rinde und Bast zerstört sind und mit dem Eingehen der Bäume gerechnet werden muß. Anscheinend handelt es sich um einen Racheakt.
=.= Gedern, 12. Febr. Die Zahl der Rundfunkteilnehmer hat sich hier ständig vermehrt, so daß bald das halbe Hundert am Orte erreicht fein dürfte. — Auch hier ist zur Zeit die Grippe stark verbreitet. Es gibt wohl nur wenige Häuser, die nicht einen Patienten aufzu weisen Ratten. In einer Bolksschulklasse fehlen 50 Proz. der Schüler. Bis jetzt verläuft die Krankheit gutartig.
Starkenburg.
WSA. Offenbach, 13. Febr. Aach idem soeben veröffentlichten statistischen Vierteljahrsbericht zählt auf Grund der Fortschreibung der Wohnbevölkerung die Stadt Offenbach jetzt über 80 000 Einwohner. Die durchschnittliche Größe eine« Haushalt« beziffert sich auf 3,84 Köpfe.
Rheinhessen.
WSA. Mainz, 13. Febr. Die auf 50 Mk. erhöhte Hundesteuer wurde, nachdem die hessische Aegierung hiergegen Einspruch erhoben hat, jetzt von der Stadtverordnetenversammlung auf 36 Mk. festgesetzt. Weiter wurde beschlossen, jedem Stadtverordneten eine monatliche Aufwandsentschädigung von 30 Mk. zu gewähren.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
WSA. Wetzlar, 13. Febr. Um den sich stet- wiederholenden üleberflutungen des unteren Stadtteiles durch bas Lahnhochwasser zu begegnen, plant die Stadt großzügige Lahn- regulierungsarbeiten unmittelbar vor dem Zusammenfluß der Dill mit der Lahn. Sn Vetracht kommen eine Erdbewegung von 38 000 Kubikmeter, sowie Uferbefestigungen, die
Weltraum stürzt und in jeder Sekunde 300 Kilometer (!) zurücklegt. So erstaunlich die Schnellig- keit der Erdbewegung im ersten Augenblick erscheinen mag: sie verblaßt, wenn man die 01 roße der Erdkugel berücksichtigt, vor dem Flug bcr Schwalbe. DaS mag im ersten Augenblick befremdend klingen. Die Erde (die am Aequator einen Durchmesser von annähernd 12800 Kilometer hat), braucht nämlich um den Weg ihrer eigenen Ausdehnung zurückzulegen, nicht weniger als sieben Minuten, während die Schwalbe, die in einer Sekunde 50 Meter im Flug durcheilt, damit die Strecke ihrer eigenen Körperlänge 250 mal zurücklcgt.
Oder betrachten wir die Ricsentürme des Kölner Doms. Und doch: auch sie ivirken bedeutungslos vor dem Wunder einer Rogaenähre. „Sollte noch einmal (schreibt Hanns Fischer in seinem Buch „Rätsel der Tiefe") der Kölner Dom erbaut werben, um seinen Turm in ähnliche Maße zu bringen, wie sie ein Roggenhalm aufweist, so würde er zu einer schwindelhaften Höhe von 5280 Metern emporragen müssen. Aber auch dann stände er technisch noch weit hinter jener unbeachteten Gctreidepflanze zurück, die bei 150 Zentimeter Höhe und 3 Millimeter Fußdurchmesser noch eine im Vergleich zu ihrem schlanken Ausbau gewaltige Aehre trägt, ohne zu knicken, ohne Winden und Wettern zu erliegen.“
Wir bestaunen die Kraft eines Flugzeugmotors, der den Menschen in die Lüfte trägt, ober ist jener Motor, den wir in uns tragen, nicht noch erstaun- licher: das menschliche Herz! Tiefer faustgroße Muskel pumpt mit etwa 70 Schlägen in der Minute jedesmal rund 200 Kubikzentimeter Blut durch die Adern des Körpers. In einer Stunde bewältigt dieses kleine Pumpnxrk 810 Kilogramm Blut und entwickelt dabei eine Kraft, die hinreichen würde, einen 60 Kilogramm schweren Menschen 13 Meter hochzuheben. Zn 24 stündiger Arbeit hebt cs diesen Menschen aus die Spitze des 310 Meter hohen Pariser EifesltnrmeS. Unser Blut, das unablässig durch die Herzkammern strömt und unteren Körper durchwärmt, ist in der Tat „ein ganz besonde- rcr Saft“. In einem winzigen Kubikmillimeter (!) Blut befinden sich nicht weniger als 5 Millionen rote Blutkörperchen, die oon 8000 weißen Blutkörperchen wie von Wenbarmen überwacht werden. Und ünd neben dem Herzen nicht auch Milz und Leber sehr merkwürdige Organe? Sic sind u. a. dazu da. die unbiaud bar gewordenen Blutkörperchen wieder um« zuschmelzen. Die eifrig lesen wir die Sportzeitungen,
einen Kostenaufwand von 130000 Mark erfordern, an dem der Staat mU Zuschüssen zur produktiven ErwerbSlolensürsorge und niebrigverzlnSlichen Darlehen in Höhe von 104 C00 Mk. Aittell nimmt Die Arbeiten — etwa 12 000 Tagewerke — würden 200 Erwerbslose bis in den Monat 3unl hinein beschäftigen. — Die Stadtverordneten beschlossen mit Zweidrittelmehrheit, der Errichtung eines Krematoriums im D r i n» z i p chre Zustimmung zu erteilen, damit die Verwaltung in die Lage verseht ist. zunächst die Genehmigung der Au'sftchrSöehorden ein^uholen. Es ist gedacht, den Bau zunächst al« Frredhoss- fQuelle zu errichten und den Einbau eine« Verbrennungsofens zu einem späteren Zettpunkt vorzusehen. Der Entwurf des Baues, ein Schmuckstück herber Gotik, stammt von dem jüngst ven der Aeichsbahndirektion Stuttgart übernommenen Ae- gierungsbaurat Golder und dem Architekten Aegierungsbaurat B l l l l n g - Karlsruhe. Die Kosten des Baues sollen 150 000 Mark für die Kapelle und zirka 30 000 Mark für die Derbren- mingsanlage betragen.
][ Dutenhofen, 12. Febr. Nachdem vor einiger Zeit eine unter dem Vorsitz des Bürgermeisters abgehaltene öffentliche Versammlung, zu der Gemeindeverordneter Lehrer G a ß das Referat übernommen hatte, nach eingehender Aussprache ihr Einverständnis mit der Aufnahme von Vorarbeiten für den Bau einer Wafserleitung gegeben batte, wurde von dem Gemeinderat be- schlosten, die Vorarbeiten alsbald anfzunshrnen. Di« Kosten derselben werden in der Weise aufgebracht, daß oon jedem Haushaltungsvorstand allmonatlich 2 Mark Beittag erhoben werden. Schwierigkeiten macht noch die W a s f e r g e w i n n u n g. Es fehlt an offenen Quellen, die zur Speisung benutzt werden könnten, so daß man versuchen will, durch einen Stollen Wasser zu gewinnen.
§ A h b a ch, 12. Febr. Dem Gemeinderat lag kürzlich die Anregung der Aufsichtsbehörde auf Errichtung einer zentralen Wasserleitung vor. Jetzt erfolgt die Versorgung lediglich aus Brunnen, was — wie der Gemeinderat auch anerkennt — keine ideale Lösung der Wasserversorgung für eine über 1003 Seelen zahlende Gemeinde darstellt, besonders wenn berücksichtigt wird, daß eS sich um einen dlcht- bebauten Ort handelt, der nach Durchführung der Zusammenlegung der Grundstücke eine wesnt- liche Erweiterung erfährt. Trvhden glaubte der Gemeinderat den Bau einer zentralen Wasserleitung vorerst zurückstellen zu sollen, weil der Zinsfuß für das aufzunehmende Baudarlehn noch zu hoch sei und die Bevölkerung b irdj die bereits beschlossene wirtschaftliche Zusammenlegung der Grundstücke so sehr belastet wurde, daß die Aufbringung des WasserzinfeS nicht möglich wäre, zumal die Gemeinde bereits eine Umlage von 300 Proz. zur Bestreitung ihrer Bedürfnisse erheben müßte.
L Garbe nheirn, 12. Febr. Die einzige Gemeinde der Bürgermeisterei Aybach-Launs- bach, ja vielleicht des ganzen Kreises Wetzlar, die bisher noch keine elektrische Licht- unb Krastversorgung besitzt, ist unsere Gemeinde. Das soll nun anders werden. Aach- dem durch eine schriftliche Umfrage festgestellt ist. daß mit wenigen Ausnahmen die gesamte Bürgerschaft elektrischen Strom abnehmen wirb, hat Gemeinderat den Dau eines Aie - berfpannungSnehcS beschlossen. Die Gesamtkosten elnschl. HauSanschlüsfe find auf 36 000 Mk. veranschlagt und werden durch Anleihe gedeckt. Die Strvmlleferung wird durch die DuderuSschen Eisenwerke erfolgen, die von Grube PhllippSwonne aus daS Hochspannungserdkabel nach Garbenheim weiterführen toerben. Aach Fertigstellung der OrlSzentrale hat Garbenheim Licht, Kraft, GaS und Wasser, eS fehlt dann nur noch die Kanalisation, die später zur Durchfiih- rung kommen soll.
□ EberSgöns, 12. Febr. 3ni hiesigen Gemeindewalde sand die diesjährige Brenn- holzversteige tun g statt. 3m Verhältnis zu den in den Aachbargemeinden erzielten Holz- Preisen war das hiesige Brennholz teuer. Es wurden bezahlt für einen Raummeter Buchen- scheitholz bis zu 19 Mark, Buchenknüppel bis zu 16,50 Mark, Eichenscheit bis 13 Mark, Elchen knüppel 11 bis 12 Mark. Buchenwellen kosteten bis 30 Mark das Hundert. — Die Verwaltung der Butzbach —Licher Eisenbahn hatte dieser Tage Vertreter und 3nter-
unb wie wenig lesen wir das wunderbare Wunderbuch Mensch. Wir kennen die Namen all der Schnellläufer, der Kanalschwimmer, der Preisboxer, aber wir kennen nicht die Leistungen unseres Herzen- und wir kümmern uns nicht um die stille Arbeit der Milz. Der Name Harry Piel schreit aus allen Kinos dieses seltsamen Planeten, aber der Name Sertürner ist durchaus unbekannt, der Name jenes Apothekers, bet in Hameln bas Morphium erfanb unb wohl immerhin unb sozusagen als Wohltäter bcr Menschheit angesprochen werben bürste, — dieser Menschheit, die wenn der Wahnsinn körperlicher Schmerzen über sie hereinbricht, nicht nach Harry Piel, sondern nach Morphium schreit.
Daß wir mit einem modernen Seekabel in der Minute 2000 Worte von einem Erdteil zum andern senden können, verdient unsere ergebenste Hochachtung. Aber daß ein einziges Gramm Radium in jeder Sekunde 40 Milliarden Heliumatome auSfendct, erscheint vielleicht doch manchem um einiges wunderbarer. Unb ich weiß im Augenblick nicht, ob die Mastcnverschleuberung der Heliumatome oder die Tatsache, daß die am langsamsten schwingende Farbe, da- Rot, immerhin in bcr Sekunde 400 Billionen Schwingungen ausführt, erstaunlicher ist. Daß aus diesem winzigenSamenkorn eine Rose und nichts anderes und aus jenem eine Hyazinthe entstehen kann und wirklich entsteht — nach allen Gesetzen der Gattung — ist nickt auch das ein wenig wunderbar? Ach nein, wir haben unS an all diesen seltsamen Zauber um uns scyon zu sehr „gewöhnt". Wir sind Zuschauer ohne Staunen, Zaungäste dcS buntesten Lebens um unS — ohne tiefere Erschütterung. Wir bewunden, die Wolkenkratzer, den PrciSboxcr und bett Filmstar, und cs gibt keinen Rekord, den wir nickt breckrn werben. Wie sollten wir ba, in all dem lauten Jahrmarktsgeräusck, Zeit finden, die Welt kenncnzulernen, die unter dem Okular eines Mikroskop- die Wunderwelt eine- einzigen Wassettropfcns öffnet? Oder wie sollten wir Zeit gewinnen, uns mit den Erscheinungen des Lebens (des wirklichen Leben-) in die richtige Beziehung zu setzen? Und wie sollte cS wohl möglich fein, wenn allenthalben das „Gigantische" bas Auge lockt und Rekorde unser Her; bewegen, dem Winugen und scheinbar Unscheinbaren unfern Blick zuzn wenden? Wir eroberten die Welt, aber cs fragt fick (um mit Teter Altenberg zu sprechen), „ob die Seele an Terrain gewann“. Wenn die Wunder der Technik ihren Reiz verloren haben, dann roetocti wir vielleicht bereit und fähig
sein, die Wunder deS Alltags zu erkennen: die Übersehenen Wunder.
efTenten ber Sem« in den PvhlgonS. EberSgon« und Oberkleen zu einet Besprechung ringe- laden. Dabei tarnen Mißstände, Dünste und Vorschläge der Gemeinden zur Erörterung. Die bishe.ice mangelhafte Bahnhofsbel.u lang soll verbessert werden. Der Verlegung des Mittagszuges auf einen früheren Zeitpunkt kann die Vetwattuna wegen Brtückfichligung des An- schlu'se« mit der Licher und Äauheimer Strecke nicht stattgeben; sie wurde auch nut von einem Teil der Interessenten gewünscht. Die Kernfrage war die Einrichtung des Son ntagg- Verkehrs. D'.e Bahnverwaltung will bei der dicS'ahrigen Generalversammlurg der Eisenbahn- gesellfchaft die Einrichtung eines Sonntagszug- paareS befürworten, wenn die Gemeinden im Falle bet älnrentabllität zur 5).düng des Mankos bereit sind. Voraussichtlich ist im kommenden Frühjahr mit einer Probeeinrichtung auf vierwöchige Dauer zu rechnen.
| Großrechtenbach, 12. Febr. Auf eine 401ährlge Zugehorigleit a u r _o ü t • germeistereiversammlung Der Dürgcr- meifte.ei Rechtenbach konnte jetzt ber Deigeorb- nete Borck von HömSheim zurückblicken. 3n ber Tütgermeiflctcitxr ammlung gebaute Bürgermeister Schneiber in ehrenden Worten de« im hohen Alter stehende -^Jubilars unb überreichte ihm einen Blumenstrauß. Die Bürgermeisterei machte ihm ein Geschenk in Gestalt eine- wertvollen RuhescsselS. Bewegten Herzens bankte bcr 3ubtlar für bie ihm zuteil geworbenen Ehrungen. An bie Bürger- meistereiver ammlung schloß sich eine klein« Fe er in ber Gastwirtschaft Schmibt, an der auch bie Beamten ber Bürgermeisterei teilnahmen. Auch hier würben noch verschiedene Ansprachen gehalten und Glückwünscke bargebracht Herr B o r ck hat feil langen 3ahren noch eine ganze Reihe weiterer Ehrenämter bekleidet: so trar er längere Zeit Ge nttndevor stehet von H rnSh im, Mitglied deS Kreistages und de« Ktcisausschus- scS zu Wetzlar, des Vorstandes der KteiSspar- lasse, verschiedener fonftiger Kreiskommisfionen, Der Landwir.schastSkammer für bie Rhcinprovinz ufw. Das Amt des OrtsgerlchtsvotsteherS, sowie ba« des ersten Beigeordneten der Bürgermeisterei Rechtenbach versieh» er heute noch. Sr ist stets und überall nicht nur für bie Interessen seiner Heimatgemeinde, sondern darüber hinaus auch für Diejenigen Der Bürgermeisterei Rechtenbach und des Kreises Wetzlar eingette- ten. Während seiner Amtszeit als Gemeindevorsteher sind in der Gemeinde Hörnsheim die wirtschaftliche Umlegung bcr Grundstücke unb bie Einführung des elektrischen Lichtes burchgeführt worben. Für beibe Einrichtungen hat sich ber Jubilar alS ein Fteunb bes Fotlfchrltte« seiner Zeit nachhaltigst eingesetzt. Er war auck» ein warmer Förderer des Bahnbauprojeltes bureh das Kleebachtal, dessen Durchführung durch den Kriegsausbruch und den Bau Der Umgehungc - bahn bei Klein-Linden leider illusorisch geworben ist.
—K— Kleinrechtenbach, 12. Febr. Del ber gestrigen Dersteigerung des Brenn Holzes der hiesigen Gemeindewaldungen, wobei auch ein Teil des Nutzholzes zur Dersteigerung kam, wurden zum Teil sehr hohe Preise erzielt. Es wurden Im Durchschnitt für das Raummeter g< boten: Buchenfcheiter 17 Mark, Buchenmüppel 15 Mk., Buchenreiser 2,50 Mk., Eichenknüppel 7,50 Mark, Eickenveiser 1,50 Mk., Ficktenlnüppel 8,50 Mark, Kiefemfcheiter unb -knüppel 8,50 Mk., #i« fern reifer 1 Mk., Kiefernstöcke 2,50 Mk, Fichtenstöcke 2,40 Mk., Birkenknüppel 7,50 Mk., Eickenfchichtnutz Hols (2 Meter lang) 11 Mk., Lärchenfchichtnutzholz 10 Mk. Fichtenderbstangen kosteten pro Stück: 1. Kl. 1,70 Mk., 2. Kl. 1,20 Mk., 3. Kl. 0,85 Mk., 4. Ä1. 0.35 Mk., Fichtenreifer 0,60 Mk.
Kreis Usino.eii.
—5— Brandobcrndorf, 12. Febr. Bei der Gemeinde-Brennholzverstcigerung waren Interessenten aus der ganzen Umgegend erschienen. Die Preise entsprachen durchweg den vorjährigen. Das Raummeter Eichenscheiter kostete 8 Mk., Eichenknüppel 6 Mk., Eichen-Reiferknüppel 2 Mk. 100 Eichenwellen gingen mit 15 Mk. ab. Das Raummeter Buchen|ch«iter kam auf 12 Mk., Buchen- knüppel 36 Mk. pro Klafter (4 Rm.). Buchcndurch- forstungswellen kosteten pro 100 Stück 15 Mk., Buchenwellen 12 Mk., Nadelholzknüppel 4—5 Mk. und Nadelholzreiserknüppel 2 Mk. pro Raummeter.
Das Grab im Gletscher.
Ein zerbrochener Elspickcl mit der Inschrift Dr. I. B c a n , ber von Führern am Fuße des (Blader des Bostons, einem Gletscher des Montblanc, gefunden wurde, beschwört nach 57 Jahren die Erinnerung an eins der furchtbarsten Alpenunglucke herauf, die die Geschichte der Alpinistik verzeichnet. Die Tragödie ereignete sich im September 1870, als ein schottischer Geistlicher Mac Eorlindale zusammen mit zwei Amerikanern, Dr. Scan unb Rondall, unb acht Führern den Montblanc bestieg. Sie erreichten glücklich den Giofel, gerieten aber beim Abstieg in einen schweren Schneesturm, der eine ganze Woche anhielt, und in dem sie zugrunde gingen. Später wurden einige ber erfrorenen Leichen gefunden, andere blieben ver- schollen. Bei der Leiche des Dr. Bean fand man auch fein Notizbuch, aus dem man die Einzelheiten der Katastrophe erkennen konnte. „Wir erreichten den ad um halb drei Uhr“, heißt es da am 6. Sep- er. „Unmittelbar danach wurden wir von Schneestünnen überfallen. Wir verbrachten die Nacht in einer Höhle, die wir im Schnee auspegraben hatten, aber sie bot wenig Obdach." „Die Külte ist furchtbar", heißt es in den Aufzeichnungen vom Morgen des 7. September. „Der Schnee fällt schwer und ununterbrochen. Ich habe keine Hoffnung mehr, daß wir uns retten können.“ Die letzte Aufzeichnung, die bereits mit zitternder Hand hingekrigelt ist, bietet ein schönes Zeugnis für den Glauben des Sterbenden: sie ist an feine Frau gerichtet: „Vielleicht wird das Notizbuch gefunden und Dir Auaefanbt. Wir Haden nichts au esten, meine Füße sind erfroren, unb ich bin erschöpft. Ich habe nur noch die Kraft, diefe wenigen Worte zu schreiben. Ich sterbe im Glauben an Gott unb in liebendem Gedenken an Dick. Lebt alle wohl. Wir werden uns im Himmel roteberfin- den. Ich denke stets an Dich." Mm hofft, nach dem Fund des Eisoickels auch noch a if weitere Uebenste bcr Katastrophe zu flohen. Die längste Zeit, die bisher cii.4jlctfehe» die von ihm begrabenen Toten fest- achalten hat. ist 41 Jahre. Die Opfer des damaligen llngliitf; waren Dr. s)amcl und feine Führer bie 1820 cm Montblanc perunpl rftrn und Deren "eichen 1861 am Fuße des B0iions-Gletfchers gefui.ben wurden.


