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ländische ErgänzungskreDite. heran­gezogen werden. Das Plenum hat ferner ein« Entschließung über die Handelspolitik angenom­men. in der Richtlinien zur Herabsetzung der Preise der Industrieerzeugnrsse ausgestellt werden.

Deulschnationale Politik.

Außenpolitische Ziele.

Keine Verhandlungen über ein Konkordat.

Schneidemühle 13. Febr. Vor dem Partei­tag der Deutschnationalen Dolkepartei. Landesver­band Grenzmark Posen-Westpreußen, hielt Graf W e st a r p eine Rede, tft welcher er zur Außen­politik ausführte: Die Verträge von Locarno. Genf und Thoiry seien gegen den Willen der Deutschnationalen abgeschlossen worden, die von ihrer Kritik nichts p re i s g e b e n wurden. Durch den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund seien aber vollendete Tatsachen geschaf­fen worden und die Deutschnationalen müßten auf die Durchführung dieser Politik von Locarno und Genf Einfluß gewinnen. Die Deutschnationalen seien für eine Politik der Verständigung, sie muffe aber gegenseitig sein. Vor Abschluß der Vertrage von Locarno und Gens hätte man V o r l e i st u n - gen von der Gegenseite verlangen müssen. Jetzt müsse auf Rückwirkung gedrungen werden. Vor allem sei der K a m p f gegen die Kriegs schuldlüge aufzunehmen. Durch Locarno feien wir nicht weitergelommen, aber trotzdem scheuten sich die Dentschnationalen nicht, die Verantwortung zu übernehmen. Auch im Völkerbund müsse von uns deutsche Politik getrieben werden.

Die nächste praktische Aufgabe sei die Durch­führung der Forderung aus Räumung des Rbeinlandes. Deutschland habe einen Rechts­anspruch hierauf, da alle Forderungen des Ver­sailler Vertrages erfüllt feien.

-Bezüglich des Ostens sagte Graf Westarp, die Ost grenze sei nicht gleich der Westgrenze garantiert und werde nicht garantiert werden dürfen. Der Korridor und die Teilung Ober­schlesiens seien unmöglich. Die Aufgabe, die Reichswehr zu schützen, habe die Deutsch- nationalen mitvercmlaht. in die Regierung ein- zutrclen. Durch ihren Eintritt in die Regierung, ohne Preisgabe ihrer inneren Ueberzeugung von der Staatsform. sei die monarchistische Bewegung gewissermaßen in der Republik hoffähig gewor­den. Graf Westarp schloß mit der Hoffnung, daß die neue Regierung einen Fortschritt für Boll und Vaterland bedeuten möge. In einer Entschließung wurde dem Grafen Westarp das Vertrauen der Partei ausgesprochen.

In Königsberg führte auf einer politischen Konferenz der Deutschnationalen DolkZPartei Reichstaasabgeordneter Trevi ranus u. a. aus: Die Deutschnationalen legten angesichts verschiedener Befürchtungen in der Vollspartei Wert darauf, festzustellen, daß in keiner Phase der Verhandlungen von einem Reichskon­kordat, von einem preußischen Konkordat oder dergleichen die Rede war, mit Ausnahme, daß die Dentschnationalen sich klar gemacht haben, daß ein Reichsschulaesetz den Einfluß des Elternhauses sichern muh. Wir haben erklärt, daß wir unS der Tleberzeugung der anderen nicht beugen können, daß die republikanische Staats­form der einzige hoffnungsvolle Weg zur deut­schen Freiheit sein könne. Wir haben anderer­seits erklärt, daß wir als ehrenhafte Manner uns an der Regierung nicht beteiligen würden, wenn wir nicht die ehrliche Absicht hätten, d i e Formen und Shmbole des heutigen Staates zu achten, daß wir aber die gleiche Achtung für unsere große Vergangenheit fordern. Das Ausland muß erkennen, daß es in uns Derhandlungsgegner hat, die gewillt sind, über eine gewisse Grenze nicht hin« auszugehen. Im Osten darf es kein Lo­carno geben. Man sagt im AuSlande, man könne uns nicht trauen, da wir plötzlich Pazi­fisten geworden seien: aber wir haben als ent­waffnetes Volk ein Interesse an der all­gemeinen A b r ü st u n g tote wohl keine an­dere Macht. In diesem Sinne begrüßen wir die Botschaft C o o t i d g e s.

Tagungen der Demokraten und des Zentrums.

Berlin, 12. Febr. (VDZ.) Der Parteivorstand der Dem ot raten trat am Samstag au einer mehrstündigen Sitzung zusammen. Von allen Red­nern wurde Genugtuung über das Verhalten der demakralischen Reichstagsfraktion während der letz­ten Regierungskrise zum Ausdruck gebracht und das Vorgehen der Reichsttigssraktion einstimmig g e - billigt. Der Parteivorstand beschloß, den dies­jährigen Parteitag in Hamburg abzuhalten.

Der Reichsparteiausschuß der Z e n t r u ms- partei hielt am Sonntag im Reichstag eine Sitzung ab, die außerordentlich stark aus allen Tei­len des Reiches besucht war und mehr als fünf Stunden dauerte. Unter starkem Beifall wurde ein stimmig folgender Beschluß gefaßt:Der heute in Berlin tagende Reichsparteiausschuß des Deutschen Zentrums billigt die Politik der Zentrumsftak- tion des Reichstages und spricht ihr das Vertrauen aus." Reichskanzler a. D. Dr. Wirth, der den Verhandlungen beiwohnte, verließ während der Abstimmung den Saal.

Das Zünd^olzsperrgesetz.

Berlin. 13. Febr. (Sil.) Das Zündholz- sperrgeseh ist vom Reichskabinett ver­abschiedet worden uird wird morgen dem Reichsrat zugeleitet werden. Das Gesetz stellt eine Abwehrmaßnahme gegen die ileberfremdung des deutschen Mark- t e s durch die schwedisch-amerikanische Zündholz­industrie dar, die bereits etwa 70 Prozent dev deutschen Prodliktion beherrscht. Als Derkaufs- organisation ist eine Aktiengesellschaft vorgesehen, die zu 50 Prozent von der schwedisch-amerika­nischen, zu 50 Prozent von der deutschen In­dustrie getragen wird Die deutschen Anteils stehen unter Führung des Reichs. Eine weitere Ueberfrcmdung der deutschen Zündholzindustrie ist dadurch unmöglich gemacht. Rach dem Gesetzentwurf ist die Errichtung neuer Zündholz­fabriken von der Genehmigung des Reichswirt- sc^tfisministerS abhängig, dem auch bei Preis­erhöhungen ein Vetorecht zusteht. Der Reichs- wiclschaftsministcr ist sogar in der Lage, Preis­herabsetzungen durä^usetzen. Vorsitzender d S AufsichlSratS der Derkaufsorganisation A.-D. wird Direktor Krämer. Mitglied des Reichs- wirtschastSratS.

MM

Eine deuische Note an Polen

Berlin, 12 Febr. (DIB.) Der deutsche Be- vollmächligle für die handelsoertragsoeryandlun- gen mit Polen, Staatssekretär a. D. Dr. Lewald, Hal dem polnischen Bevollmächtigten heule mittag ein Schreiben zugehen lassen, in dem an die Vorstel­lungen der deutschen Regierung wegen der Aus­weisung von vier leitenden Beamten der Oberschlesischen Kleibahn-Llektrizilätswerke A.- G. erinnert wird. Dieser Fall sei nur ein Glied in einer langen Reihe von Fällen ähnlicher Art. Ls wird bann betont, daß gerade die Regelung der Frage des Aufenthalts und der Rieoer- ia f f u n g einen wichtigen Teil der Handelsoer- iragsverhandlungen bildet. Das Schreiben fährt fort: Die polnische Regierung hat trotz der deutschen Vor­stellungen die erwähnten Reich^angehörigen zum verlassen des polnischen Staatsgebietes gezwungen. Sie hat damit auss neue zu erkennen gegeben, daß sie nicht gewillt ist, auf die deutschen Vorschläge in der Frage des Aufenthalts und der Riederlassung einzugehen, daß sie vielmehr im Widerspruch mit diesen Vorschlägen und trotz ihrer seil langen Monaten im Gange befindlichen (Erörterung in weitgehendem Maße vollendete Tat­sachen zu schaffen sucht. Die deutsche Regierung ist der Ansicht, daß bei dieser Sachlage die Verhand­lungen in der bisherigen Weise nicht mit Aus­sicht auf Erfolg fortgeführt werden f"nnen. Ich beehre mich daher, Herr Bevollmach- (igter, Ihnen mitzuteilen, daß nach Aufsassung der deutschen Regierung eine vorläufige Aussetzung her in Berlin geführten Verhandlungen geboten ist. In der Zwischenzeit würde zunächst der versuch zu machen sein, diejenigen Fragen zu regeln, die sich aus den Ausweisungen und Verdrängungen der in Rede stehenden Art ergeben. Das Schreiben schließt mit dem Hinweis darauf, daß die deutsche Gesandt­schaft in Warschau einen Antrag auf direkte Verhandlungen über d i e Frage der Ausweisungen bereits aestellt hat. Die deutsche Regierung würde es begrüßen, wenn diese Ver­handlungen uverzüglich ausgenommen würden und 3u einem Ergebnis führten, durch das die baldige Wiederansnahme der Gesamtverhandlungen ermög­licht wird. *

Hierzu wird dem WTB. über den bisherigen Verlauf und den augenblicklichen Stand der deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen noch folgendes mktgeteilt: Bekanntlich sind die Handelsvertragsverhandluncen 5eit zwei Jahren im Gange. Wenn in der deutschen Oefsentlichkeit in letzter Zeit mehrfach die Ansicht aufgetaucht ist, die Verhandlungen näherten sich bereits dem Ab­

schluß. oder hätten, wie es von polnischer Seit« dargestellt wurde, nennenswerte Fortschritte ge­macht, so ist dies leider unzutreffend. In der Kommission für die Rechte der physischen und juristischen Personen stand die polnische Delega­tion nach wie vor auf dem Standpunkt, daß das vertragsmäßigeRiederlassungs- recht aufs äußer st e beschränkt werven müßte. Auch nachdem die deutsche Delegation er­klärt hatte, sie sei grundsätzlich bereit, ein ver­tragsmäßiges Riederlassun'srecht nut für wirtschaftlich tätige Personen in An­spruch zu nehmen, hat Po.en vas Riederlassungs­recht für die gesamte Landwirtschaft für alle Angestellten und fürfast alle freien Berufe ausdrücklich abgelebt, so daß dieses Recht praktisch nur sür die Eintragung in das Handelsregister in Betracht kommenden Kauf­leute und Gewerbetreibenden übrig geblieben wäre. Auch waren von der polnischen Delegation Zusagen irgendwelcher Art, die eine sichere Gewähr für eine eintoan Dfrele Hand­habung der polnischen Einreisebestimmungen wenigstens bei Einreifen zu vorübergehendem Aufenthalt boten, nicht zu erlangen, obwohl die deutsche Delegation auch in dieser Beziehung ihre anfänglichen Forderungen weitgehend ermäßigt hat. Die polnische Delegation war vielmehr in jeder Weise bestrebt, sich völlige Freiheit in der Handhabung der inneren Verwaltungs­bestimmungen vorzubehalten.

Der demsch-iranzöflsche Handelsvertrag.

Paris, 12. Febr. (Havos). Der Deutsche Botschafter v. H ö s ch verhandelte heute mit Han­delsminister Bokanowski über die eventuelle Verlängerung des provisorischen Deulsch-franzö- sischen Handelsabkommens. Die Besprechung er­streckte sich besonders auf das Problem der E i n- suhr französischer Weine nach Deutsch- l a n d. Die Besprechung findet in Paris große Beachtung. Die Radio-Agentur erklärt, daß die technischen Abteilungen der Ministerien den neuen Zolltarif fertigge stellt hätten. Seine Einbringung in der Kammer sei nur aus materiellen und drucktechnischen Gründen noch nicht mögllch gewesen. Es sei möglich, daß das Parlament einige Abänderungen vornehme, die aber den Zolltarif kaum wesentlich veränderten. Schon jetzt könnten ihn die Unterhändler als eine feste Grundlage für die Ausarbeitung des deutsch-französischen Handelsvertrages be­trachten.

Schwedischer Königsbesuch in Berlin.

Berlin, 13. Febr. (WTB.) König Gustav von Schweden ist heute früh aus Stockholm in Berlin eingetroffen. Zur Begrüßung hatten sich auf dem Stettiner Bahnhof der Chef deS Protokolls, der Gesandte Köster und der schwe­dische Gesandte Af Virselln mit allen Mit­gliedern der Gesandtschaft eingefunden. Der König, der in der schwedischen Gesandtschaft Wohnung nahm, empfing am Mittag den Besuch des Herrn Reichspräsidenten, dem der König während eines kurzen Aufenthaltes in Berlin im April 1926 einen Besuch abgestattet hatte. Aus Einladung des Königs ift der Herr Reichspräsident sodann zum Essen im klei­nen Kreise in der schwedischen Gesandtschaft geblieben. 11m 8', . ilfjr ist der König mit dem fahrplanmäßigen Zuge nach Rom weitergefahren.

Papstfeier in Berlin.

Berlin, 12. Febr. (TU.) Wie dieGer­mania" meldet, zelebrierte zum heutigen fünften Iahresiag der Krönung des Papstes Pius XI. der apostolische Nuntius Msgr. P a - celli ein Pontifikale in der Basilika 0 t. H e d- w i g. Reichskanzler Dr. Marx war als Ver­treter des Reichspräsidenten erschie­nen. Das diplomatische Korps war beinahe voll­zählig antvejend.

Dr. Friedensburg zum Regierungspräsidenten von Kaste! vvrgeschlagen. Kassel, 12. Febr. (WTB.) Wie aus Ber- lin berichtet wird, hat das preußische Staats- ministekium dem Provinzialausschuß des Regie­rungsbezirks Kassel den derzeitigen stellvertreten­den Polizeipräsidenten von Berlin, Dr. Frie­de n s b u r g, als Nachfolger der in den Ruhe­stand tretenden Regierungspräsidenten 0 t ö tz e l zum Regierungspräsidenten vorgeschlagen. Gleich­zeitig ist der Provinzialausschuß um baldige Stellungnahme ersucht worden.

Kunst und Wissenschaft.

Erwerb einer werlvollen Druckschristensammlung.

Die Bibliothek des W i i s e n > ch a f t l i ch e n Institutes der Elsaß-Lothringer im Reiche an 6er Universität Frankfurt a. M. hat soeben durch den Ankauf einer einzigartigen Druckschriftensammlung eine überaus wertvolle Bereicherung erfahren, die aus Dem Nachlaß des angesehenen französischen Historikers Rudolf R e u ß , Professor an der Pariser Sorbonne, flammt. Die nicht unbedeutenden Mittel zum Ankauf sind von privater Seite zur Verfügung gestellt worden. Den Inhalt bilden etwa 10 000 Originalerlafse, Verordnungen und Proklamatio­nen aus der Zeit Der französischen Revolution und Napoleons, ein Bestand, Der in Deutsch­land nicht seinesgleichen hat und dem selbst in Frankreich abgesehen vielleicht von der Pariser Nationalbibliothek - kaum etwas gleichwertiges an die Seite gestellt werden kann. Der Wert dieser Schriften ist nicht nur für die allgemeine Geschichte beträchtlich, sondern vor allem auch für Die Erforschung Der elsässischen Verhältnisse ungemein wertvoll. Da die Mehrzahl Der Erlasse usw. in Der zweisprachigen Form vorliegt, in der sie von den elsässischen Lokal- behöroen publiziert wurden.

Beeihoven-Ausstellung in Frankfurt.

WSR Frankfurt a.M., 13. Febr. Aus Anlaß des 100. Todestages des großen Kompo­nisten Ludwig Dan Beethoven findet hier Ende Februar oder Anfang März im Manskopfschen Musikhistorischen Museum am llntermaintai eine Beethoven - Gedächtnisausstellung

mit Bildern, Autogrammen, persönlichen Erinne­rungsstücken Beethovens usw. statt.

Aus aller Welt.

Aufstieg zu einem kransatlankifchen Flug.

Vorn Militärflughafen Elmas auf Sardinien ist d e Pinedos mit einem Wasserflugzeug zu feinem Flug über den transatlantischen Ozean aufgeftiegen. De Pinedos wird den gleichen von dein Kapitän bei Prete und den Mechaniker Zacchetti benutzten Weg wählen. Das Flugzeug schlug die Richtung nach Cnbo de Gato (Spanien) ein.

Schweres Autounglück in Malmö.

Während einer PrillunaSfahrt zur Auto­mobilschnelligkeitskonkurrenz in Malmö, Die am Sonntag ausgetragen werden sollte, fuhr ein Lincoln-Wagen, Der von dem 18jährigen Stu­denten ® u 16 r a n f f o n gesteuert wurde, ge­gen Den Wall der Rennbahn. Der Wa­gen überschlug sich, wobei ein Mitfahrer getötet wurde. Der Lenker und zwei andere Mitfahrer toutDen schwer verletzt

Zusammenstoß zwischen Zug und Auto.

Der von Stoinemünde kommende Perjonenzug 546 überfuhr kurz vor der Sation Altdamm bei Stettin an einer unbewachten Ueberkahrt ein von Stuthof kommendes Auto, das dem Autofuhrbesitzer Lobeck aus Altdamm gehört. Der Wagen wurde voll­ständig zertrümmert. Der Fahrgast, eine bisher unbekannt gebliebene Frau, wurde getötet. Der Inhaber des Autos, der steuerte, konnte sich im letzten Augenblick durch Abspringen retten und trug leichtere Verletzungen davon.

Rebel im fianal und über England.

Der Nebel, der seit fast 80 Stunden einen Teil Englands, Darunter London und den Kanal ein- hüllt, dauert an. 8 Schiffe erlitten Zusammenstöße, bei denen aber keine Menschenleben zu beklagen sind. Der norwegische DampferRaa" stieß südlich Folkestone mit dem spanischen DampferGorde- iuela'1 jusammen und wurde so schnell von feiner Mannschaft, die von dem spanischen Schiff über­nommen wurde, verlassen, daß die Maschinen nicht gestoppt wurden. Rach 40 Minuten konnte man die Schrauben derRaa" hören. Es wurden drahtlose Warnungsrufe vor der steuerlos fahrendenRaa", die eine Gefahr für die Schisfahrt bildet, herausgegeben. Ein Kanaldampfer mit 364 Passagieren an Bord stieß bei der Einfahrt in den Hasen von Dover gegen Den Pier und wurde beschädigt. Verletzt wurde niemand.

Bufdjbränbe in Australien.

Buschbrände richten in mehreren Gegenden des Staates Victoria Verwüstungen an. Es werden Tausende von Freiwilligen zur Bekämpfung des Feuers gesucht. Die Haupttribüne auf Der Renn­bahn von Caulfield wurde wahrend der Ren­nen ein Raub der Flammen. Die Besucher verließen die Tribüne ohne Panik.

vier Todesopfer eines Hauseinsturzes in Italien.

In einem kleinen Orte in Der Nähe von Terama ist eine ganze Familie Durch Den Einsturz eines HauseS zu Tode gekommen. Die Familie. bestehenD aus vier Personen bewohnte ein großes LaDenzimmcr. Dessen Fußboden während der Nacht einstürzte und eine Der vier Mauern mit sich riß. Die Schlafenden wurden sämtlich von Den Trümmern erschlagen.

Grohfeoer in einer polnischen Fabrik.

In der Rocht zum Montag brach in P e t r i k a u aus bisher nicht reftgefteUten Gründen in den Fabrik­gebäuden Der Petrikauer Manufaktur ein Brand aus. Spinnerei und Weberei sind vollkommen nie- Dergebrannt. Der Materialschaden ist sehr groß. 400 Arbeiter sind brotlos geworden.

Wcftcrvoranssagc.

Morgens dunstig. Dann wolkig mit Aufheiterung, nachts noch Frost und trocken.

Gestrige Toaestemperaturcn: Marimum: 3,6 Grad Celsius; Minimum: minus 7,4 Grad Celsius, heutige Tlorgcntemperatiir; minus 7,9 Gr. Celsius.

Aus der Provinzialhauptftadt.

Gießen, Den 14. Februar 1927.

Ein oberhessischer Pestalozzljünger.

--- Zu Beginn des 19. Jahrhunderts Drang der Ruf des großen Menschheitserziehers, besten 100. Todestag wir am 17. Februar feiern, auch nach Deutschland, wo vor allem in Preußen die Stein- schen Reformen einen aufnahmebereiten Boden für die Pestalozzischen Ideen geschaffen hatten. Aber auch unser Hessen, das damals zum Rheinbund gehörte, zeigte sich dem neuen Gedanken nicht ab geneigt. Wie von Preußen aus, wallfahrten auch aus unserem engeren Vaterlande begeisterte Schul­männer zu den rasch berühmt gewordenen Schwei­zer Erziehungsstätten. Drei hessische Schulmänner lernten in Burgdorf Jserten die neue Lehrweise kennen und traten zu Pestalozzi in persönliche Be Ziehungen. Es waren F. h. C. Schwarz, Fr. Ludwig Wagner und Wilhelm h e ß c, welch letzterer als Der Vater Des 1817 gegründeten Friedberger Lehrerseminars bezeichnet werden darf. Der eigentliche Verkünder der Pestalozziscben Der eigentliche Verkünder der Pestalozzischen Me­thode in hesten, vor allem in Oberhessen, war Der zuerst genannte Friedrich Heinrich Christian Schwarz, ein Gießener Kind.-^r war am 30. Mai 1766 zu Gießen als Sohn des Stadt- Predigers Johann Georg Gottlob Schwarz geboren. Er wurde 1783 an der hiesigen Universität imma­trikuliert und fand nach seinem theologischen Examen die folgende Verwendung: 178788 Frei- pcrdiger in Alsfeld, 178895 Pfarrer in Dex­bach, 179598 Diakonus in Echzell, 17981804 Pfarrer in Münster bei Butzbach. Don hier wurde er 1804 als Professor ber Theologie nach Heidelberg berufen, wo er bis zu feinem am 3. April 1837 erfolgte Tode als angesehener Wissen- schastler tätig war. Paul Ratorp hat Schwarz als den einflußreichsten Pädagogen seiner Zelt neben. Niemeyer bezeichnet. Von unserem kleinen ober- hessischen Pfarrort Münster aus ging 1803 die SchriftPestalozzis Methode und ihre Anwendung in den Volksschulen" ins Land hinaus, daselbst äußerst anregend wirkend. Auch die 1804 bei Krieger in Gießen erschienene Schrift über denGebrauch der Pestalozzischen Lehrbücher bei dem häuslichen Unterricht und in den Volksschulen" zeigt Schwarz als den erfahrenen, urteilsfähigen Schulmann, ber selbständig und selbstfindend im Pestalozzischen toinnc und Geiste wirkte, schon bevor er 1808 und 1809 seine Reisen zu Dem verehrten Schweizer Mei­ster nach Jferten unternahm. Um Die Forderung Der oberhessischen Dorfschule hat sich Schwarz große Verdienste erworben, was uns Anlaß fein soll, am Pestalozzigedenktage auch des oberstes- fischen Pestalozzijüngers in Dankbarkeit zu gedenken.

Unser neuer Roman.

In Der heutigen Nummer geht der große Roman Der Frosch mit Der Maske von SDgar Wallace zu EnDe. Wir beginnen morgen mit einem neuen Werk, dem Roman

Märtyrer der Liebe"

von I. Schneider - För st l, einer namhaften süddeutschen Schriftstellerin, die sich auch als Novellistin und auf dem Gebiet des Ope­rettenlibrettos einen guten Namen gemacht hat. Der neue Roman ist die liebenswürdig und mit leisem Humor erzählte Herzensgeschichte dreier Frauen, deren seltsam sich kteuzende Schicksale in einer über­aus spannenden Handlung miteinander verbunden werden.

Thormeister-Iubttäum Otto Görlachs.

Der Bouersche Gesangverein kam am Samstagabend einer schönen Danke-Pflicht in eindrucksvoller Weise nach. Mit einem wür­digen Festakt und anschließendem IublläumSkon- zert feierte er Die25jähcige Chormeister- kätigkeit Otto Görlachs an Der Spitze Des Vereins. Zu Dieser Veranstaltung hatte sich ein sehr zahlreiches Publikum nur Mit­glieder und Familienangehörige, sowie eine An­zahl Ehrengäste in Der Neuen Aula Der Uni­versität eingebunden, Das Den weiten Raum in allen Teilen füllte.

Nachdem Der Thor Das Motto Des Vereins gesungen, entbot Der 1. VorsihenDe. L. B eH of f. Den Ehrengästen unD V^reinSangehörigen herz­lichen Willkemmcngruß, Dem er unmittelbar an- schließenD Die Festansprache folgen lieh; in Dieser schilDerte er einen bedeutsamen Abschnitt Der Vcreinsgeschichte Der Bauern. Er erinnerte Daran, Daß am 25. März 1892 Der junge Lehrer und Organist Otto Gör lach Den Dirigentenstab des Bauerschen Gesangvereins ergriff und von Da ab neuer, frischer Sängergeist in Die noch kleine Sängcrscbar einzog. Aus Dem Lahntal- Sängerbundcsfest in Weilburg unD bei Dem WohstätigkettSkonzert am 12. März 1893 In Stein» Garten in Gießen errang Der junge Lhor- meister mit seiner begeisterten Sängerschar hohe künstlerische Erfolge. 1894 mußte Otto Görlach aus GesunDheiiSrücksichten Die Leitung des ChorS nieDerlegen, zum großen Be­dauern des Vereins, der ihn Damals zum Ehrenmitglied ernannte. Von da bis 1904 hat er aber dem Verein stets mit seinem Rat zur Seite gestanden. Als 1904 Der Damalig« Chor- meister sein Amt nieDerlegen mußte, wurde Otto Görlach wieder an Die Spitze DeS Chor- be­rufen. Was er toährenD Der 25 Iahre seiner Dirigentenzeit für Den Bauerschen Gesangverein geleistet hat, ist mit ehernen Lettern in Die Geschichte Des Vereins geschrieben. Der Red­ner erinnerte, als Beispiel« aus Der langen Reihe Der Arbeit und Der Erfolge unter Gör- lach, an folgende Ereignisse. Gesangwettstrett in Vilbel (1905); Lahntal-Sängersest in Gießen <1906) mittlerweile hatte sich die Sängerschar Des Vereins erheblich vermehrt unD Die Der- Einstellung schraubte Die Ansprüche höher!; Gesangstoettstreit in Marburg (1907); Da- Kon­zert am 15. März 1308 in Gießen, sowie Das Wohllätigkeitslonzert zu Gunsten Der verunglück- trn 'Bergleute Der Zeche RaDboD im gleichen Iahre; 1909 Gesangswettstreit in Worin-, wo Der Verein Den größten Erfolg bis auf Den heutigen Tag erzielte: trotz stärkster Konkurrenz ganz hervorrage,iDer Verein« «rrangen Die Bauern im Klaffensingen Den 2. Klassenpreis, beim Singen um Den Kaiserpreis kamen sie an Die ztoelle Stelle, im höchsten Ehrensingen, im Stundenchorsingen, nur ofen für preisgekrönte Vereine, errangen sie Den höchsten Ehrenpreis, inen goldenen Pokal im Werte von 1500 Wk Der Großherzog ließ D:n Verein zu Diesen Er­folgen beglückwünschen; Gesangtoettstreit in Cron berg i. T (1910). Infolge übler Ersahrun-