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gtn beschloß der 'Beteln, künftig leine Wett­streite mehr zu besuchen 6dt 1908 gibt der Verein alHährich z" feinem Stiftungsseft ein großes Konzert. da- infolge überaus starlen Besuchs schon feit einer Reihe von Jahren am folgenden Tage für die breite OrssentlichKit wiederholt wird. Sine Reihe auswärtiger Äonyrte hat der Beteln gleichfalls veranstaltet. Bei all diesen ötelgniffen hatte Otto Görlach die künstlerische Führung, und sie wurden sämt­lich zu vollen Erfolgen für den Ehormeister und den Verein. Der Redner rühmte sodann die sangesbrüderlichen Beziehungen Görlachs zu den Sängern, die mit großer Liebe und Verehrung an ihrem Chormcister hängen. Rus diesem schö­nen Verhältnis entspringt auch die örjüllung eines Wunsches des Ehormeister» durch die Mit­glieder: der Verein lauste sich jetzt einen Flügel im Werte von 3000 Ml., drr grö; t? Teil dieser «Summe Ist von den Mitglieder geit itet worden. Mit diesem Kauf Ist dem Ehormeister eine ganz vesonderc Freude bereit.t worden. Ramens des Vereins übermittelte er (Redner) als erster Vor­sitzender dem hochverdienten Ehormeister 1 t - g.fühlten Dank und her'liche Glückwünsche. Al» äustcres Zeichen bet dankbaren Wertschätzung durch den Verein überreichte er eine fünfllcr fo) au.g fiattele. von dem Mitglied Fritz Dunkel entworfene Ehrmurlundr, entbal.end die Bil­der der aktiven 63ng*r und die Widmung des Vereins- Mit dem Wunsch?, dast der allver- ehrte Chorn cifler noch rc + t lange an der Tvitzc bet Lungerschar wirken möge, fchlost der Redner seine Rnsprach.'. die in ein dreifaches Sänger« heil aus den Ehormeister ausklang.

3m Ramcn der aktiven öäng.r feierte der Sänger Helnr Pieper gleichfalls den ver­dienstvollen und .'erehtten Shorieiker in herz­lichen Worten und überreichte ihm als Zeichen des Danke- der Länger einen großen Lorbeer- Iranz

Für die Bunbesleitung des Deutschen Sängerbünde- sprach das BunceSoor- flanbiMnitglteb General a D. des GoudreS- Kassel ehrende Worte der Anerkennung für den Ehormeister Otto G d r l a ch und seinen Verein. Mit den Glückwünschen des Deutschen Sängerbundes und des Kasseler Lehrergesang- vereinS überbrachte er als Erinnerungsgabe eine Gravüre von Heinrich Schütz, des großen hes­sischen Ehorlomponisten des 17. Jahrhunderts, des großen Vorgängers von Seb. Bach. Der Redner wünschte dem Verein und Otto Görlach weiteres glückhaftes Zusammenarbeiten. Hieraus richtete bet Abgesandte des Deutschen Sänger­bundes das Wort an den Ehrenvorsitzenden bet Bauern, Georg Tobt, dessen große Verdienste um den Verein und um daS deutsche Lied er in begeisterten Worten feierte. Um diesen Ver­diensten die gebührende Würdigung zuteil wer­den zu lassen, hat der Deutsche Sängerbund Herrn Todt den Ehrenbrief des Deut- ich en Sängerbundes verliehen, den der Redner mit herzlichen Glückwünschen bem ge- fderlen Sängerve «raten übergab.

Postdirektor Langenfeld- Marburg Über­brachte dem Ehormeister und dem Ehrenvorsitzen- hen die besten Glückwünsche des Mitteldeutschen Sängerbundes. Herr Rothe-Marburg gratu­lierte im Barnen der befreundeten .Liedertafel" Marburg, die dem Ehormeister Otto Görlach und bem Ehrenvorsitzenden Georg Todt durch den Redner die Ernennung zu Ehrenmlt- glicbern bet .Liedertafel" überbringen liest.

llhormecster Otto Görlach dankte dem Verein und allen übrigen Gratulanten in be­treten Worten für die reichen Ehrungen, die ihm Anteil geworden und die ihm eine herzllckHe Freude fricn. Er bat. ihm auch in Zukunft das bisherige Vertrauen zu schenken, und er veriprach dast et stets mit ganzer Kraft sich dem Bauer- fdben Geiangverein zur Verfügung steilen werde.

Lebhafter Beifall im Änichlust an die bet- fchiedcne.i Reden bewies den Herren Görlach und Todt die starke Sympathie des Publikums.

Pn» Festkonzert beschloß den Abend. Gcf. rn nachmittag wurde diese- Konzert vor der breiten Öffentlichkeit wiederholt. Hierüber unser Mi >' no^? berichten.

3m Verein-lokal sprachen nach dem Konzert Herr Hei ding er von der .Badenia"-Karls- ruhe. Hrr Strauß vom DefangvereinLieder- lranz'-Bockenheim und Herr Veick vom .Har­monischen Kräiizchen"»Schlitz. Herr Veick über­reichte Herrn Görlach und Herrn Todt je eine gehämmerte Plakette. Ansichten von Schlitz Sarst eilend, und ernannte beide Herren zu ibrcnmitgltcbern seines Vereins.

Bei dem Kommers am Sonntaaabenb sprach noch Herr Becker vomUnion-Elub'-Wehlar und überreichte Herrn Görlach ein Bild Beet­hoven und Goethe darstellend. Außerdem wurden noch zahlreich? Glückwünsche für Chormeister Gör- lach zur Verlesung gebracht.

Bornotizen.

Tageskalende r für Montag. Ver­ein für das Deutschtum im Ausland: R Uhr, 0)raster Höriaal der Universität, Hort rag. Freiwillige Gailsche Feuerwehr, 8.30 Ubr, bei Kamerad Arnold, Monatsoersammlung. Wettschwimmen der Gie steuer Studentenschaft. 5.15 Uhr nachm., Volksbad, Scltereweg. Lichtspielhaus, Dahnhosstrahk, und Astoria-Lichtspiete: ..Ven Hur".

AuS dem Stadtheaterbureau wird unS gefdjticben: Zwei Klassiker bringt her morgige Dienstag zunächst neucinftubiert Bkoliercs ^Geizigen" mit H^rrn Teleky in der Titelrolle; sodann LessingsM atrone non Ephesus" als Erstaufführung Das Lust­spiel findet sich in den wenigsten Ausgaben der Werke Lessing», es ist Fragment geblieben und von EmU Paileske für die Bühne ergänzt wor- den. Der weitaus größere Teil des Einolt-rs rührt von Lessing selbst her Die Handlung be­ruht auf dem schon im Dltertume berühmten und öfter bearbeiteten Thema, daß eine junge Witwe, die in Trauer vergehen will, sich schon trösten läßt, wenn der Richtige kommt. Da die ..M a ! 10 n e v o n E p h e i u s" bisher überhaupt nur selten und hier noch nie über die Bühne gegangen ist. darf der Abend besonders In­teresse banfpruchen.

- Der Goethe-Bund hat zu seinem nächsten, am kommenden Donnerstag stattsinden- ben Dichlerabei'.d den bekannten Dichter Rudolf Herzog von der Oberen Burg ju Rheinbreit­bach eingeladen. Der Goethe-Bund so schreibt man uns hofft mit diesem Dichterabend daS Interesse der weitesten Kreise unterer Bürger­schaft zu finden. 3st doch Rudolf Herzog, dessen Werke wohl in keiner Hausbücherei fehlen und sogar zum Teil verfilmt sind (Hanseaten, Die vom Tiederrhein, Wiskottens). der geborene Er­zähler. 3n seinem Gesamtschaffen überwiegt die 'Sülle der Romane. Die Lust zum Erzählen ist

sein innerster Drang. fene Freude am Ge­stalten des Menschen-, LebenS- uiü) Weltstoffes im Roman. Herzog liebt die Wirklichkeit. Mit Harem Blick unverzagt im Leben zu stehen, in seiner bunten Fülle von Leib und Lust dos Lebenswerte zu erkennen und zu packen, mit unzerstörbarem Optimismus in der Wirklichkeit sich zu behaupten, da- will Herzog seinen Lesern lehren. Rudels Herzog ist ein guter Onterpret feiner Werke, und es ist zu erwarten, dast seine starke Lesergemeinde, die der Dichter auch in unterer Stadt besitzt, den Vortragsabend allseits besucht. tSiehe heutige Anzeige.)

Kirchlich-positiveVereinigung. Kornmenden Mittwoch im Gemeindesaal der 3v- honneskirche Hauptversammlung mit Vortrag lRSHeres in der heutigen Anzeige.)

e Von der Garnison. Das 1 (Hess.) Grenadier-Bataillon mit Ausnahme feiner 3. Kompanie wird vom 16. dis 26. Febr aus den Truppenübungsplatz Ohrdruf in Thü­ringen zur Erledigung deS Wint erschießen» ver­legt. Die Absahri erfolgt am Mittwoch, 16. Febr.. 5,30 Uhr vsrm., die Rückkehr voraus­sichtlich am Abend de« 26. Februar. Di? 3. Kompanie nimmt an dem diesjährigen Winter- schießen nicht teil, da sie Ende des MsnarS unter Führung ihres Ehess, Hauptmann F a u - lehbach, zu einem virrt^ljahrigen Aufenthalt (vom l.März bis 3l.Mai- zur Wachttruppe Berlin tritt.

OlbschiedSfeier für Ober ft u - bienbiteUor Dr. Baur Mil der (3nt- laffung der diesjährige, Abiturienten tritt heute der Oberstud e.iottci.or am Landgraf-Ludwigs- Gymnaflum, Dr. August Baur, in den Ruhe­stand. Er erfreute sich bei bem Lehrkörper, den Schülern unb auch her Elternschaft allgemein großer Beliebtheit. Am SamSiag vormil ag be­reitete ihm bic Schule im großen Saale b.i Gtimnafium» eine Abfchiedsfeier. Rach bem Vor­trag bes Largo von Händel und nach einem Gesang des Ehors sprach ein ©ertaner ein Ge­dicht. Hierauf dankte im Ramen her Schüler der Oberprimaner Hermann Knaus bem schei­denden Direltor für daS wohlwollende Ent­gegenkommen, das er Schülern und Eltern alle­zeit bekundete. Als Senior und Beauftragter üc3 Lehrerkollegiums sprach sodann Studienrat Professor Lucius, bet die vielfachen Ver­dienste Dr. DaurS im Schuldienste im allge­meinen, in der siebenjährigen Leitung des Gym­nasiums aber im besonderen hervvrhod unb betonte. dast Baurs segensreiches Wirken als Direktor des Gymnasiums allezeit unvergeßlich bleiben werbe. Bewegten Herzens dankte Di­rektor Dr. Baur, wobei er betonte, daß ihm der Abschied von den Sachen, dem Direktor- zimmec und den Aktendünbeln wohl leicht falle, um vieles schwerer aber ihm der Weggang von den Lehrern unb Schülern fei. @r habe in feinem langjährigen Wirken Im Schuldienst im­mer nur daS Beste für die Jugend gewollt, und wenn er jetzt äußerlich Abschied nehme von der Schule, fo werde seine innere Ver­bundenheit mit dieser doch stets erhalten blei­ben. Mit bem Ehorgesang:Hab Sonn? im Herzen" schkch die erhebende Feier, die bei allen Teilnehmern einen tiefen Eindruck hinterließ.

Personalien. Ernannt wurde der Pri­vatdozent an der Landesuniversität Gießen Dr. Walter Ktüpfel in Gießen zum außerplan­mäßigen außerordentlichen Professor. 3n den Ruhestand verseht wurde am 1. Februar Oer Hauptwachtmeister bei der Zellenstrasanstalt in Butzbach Joseph Münch auf Rachsuchen mit Wirkung dorn 1. Juni 1927. Durch die Kirchen­regierung wurde dem Pfarrverwalter Paul Nürnberger zu Ober-Ofleiben die evange­lische Planstelle zu Ober-Ofleiben. Dekanat Grün­berg, übertragen.

Eine Achtzigjährige. Unsere Mit­bürgerin Frau Louise Schmit l W w e . Kanzlei» berg 7, begeht morgen die Feier ihres acht­zigsten Geburtstages.

* Die Anmeldungen für b i e hode­ren S ch u l e n. Es sei nochmals Darauf attsmkrisam gemacht, daß die Anmeldungen für die hiesigen höheren Schulen am Freitag, 18. d. M erfolgen müssen. (Siehe Anzeige.)

" Die o i e i j ü 1) r1 g e n Abc-Schützen. Die Ausnahme der Ave-Schutzen für das neue Schuljahr hat bis jetzt die Anmeldung von 288 Mädchen und 284 Jungen ergeben. Unter Hinzurechnung einiger gewohnheitsmäßig kom­menden Rachmeldungen wird man mit rund 600 Kindern rechnen müssen, die Oft cm schulpflichtig werden.

Beethoven-(Sedentseiern in Den Schul e n. Das Öanbcsamt für das Lildungswefen, gez. UrfiaDt, erläfji folgendes Ausjchreiben an sämt­liche Schulbehörden. Am 26. März 1927 föhn sich der Todestag Beethovens zum 100. Male. Ich nehme an, daß Die Schulen dieses Tages nach Maßgabe Der gegebenen Voraussetzungen würdig gedenken. Soweit innfanareichere genielnsameHeiern mitmufi- kalijchen Darbietungen usw. veranstaltet werden, sind Die Schulen ermächtigt, Den Unterricht an Diesem Tage auezusetzen.

" Das K ü n st k e r s e stF i l m z a u b e r", fo schreibt man uns, wirb reich an befonberen Ueber laschungen sein, firau Elsa Geisers, Die zuletzt ah der Augsburger Oper tätig war, leitet den ÄbenD mit einigen liicocrnorlräflen ein. Herr Tanzlehrer Ewald B ö u l k e führt Die moDernflen Tänze (u. a. Charleston unh Black-Bottom) mit feiner Partnerin vor. Auch Die beliebte kleine LalDtraut Lau fcheck tanzt einige Tänze für Liliputaner. AußerDern wird ein Film aufgenommen, Der einige Tage ipater hier gezeigt roirD. SelbstverftänDltch arbeitet das ganze Personal Des StaDitheaters am Programm Der Kleinkunstbühne mit Zu allen Veranstaltungen Innerhalb Der Räumlichkeit n des Klubs berechtigt Die Hauptkarte. Deren Preis io gering als möglich mit I Mt. angelctzt wurde. Oie Tombola ist in he benswürDiger Weije von fast allen Gießener Kauf- Icute unb namhaften auswäriigen Zigaretten-, Scho- kolaben" und Scktfinnen beschickt worden. Er­frischungen werden von Den Damen und Herren des künstlerischen Personals w normalen Preisen ge reicht. Der künstlerische Beirat bes Stadttheaters wirb die Festsale in allen Variationen, Die ein Film zuläßt, Herrichten, unD DcmentiprechenD können sich alle nur möglichen Kostüme sehen lassen. Das Fest- heft mit einigen Artikeln über Publikum, Theater. Lühnengenosienschaft und Programm roirD kosten­los beim (Eintritt überreicht. Es fei betont, baß Die Bühnenkünstler für ihre unterstützungsbedürftigen Kollegen gern einen Reingewinn aus Dem Feste er­zielen roürDen, Daß sie aber anderseits, im Hinblick auf die allgemeinen wirtschaftlichen Verhöltnisie, die Ausgaben eines einzelnen Besuchers ganz gering einkalkulieren, um den weitesten Kreisen Die Teil­nahme an dieser Festlichkeit zu ermöglichen.

Sin Schwindler in Gießen. Dir be­richteten vor kurzem über Das Auftreten eines Schwindlers, Der m Geschäften, hauptsächlich bei Bäckermeistern, vorspreche unb einen Zwanzigmark schein gegen Hingabe von Silbergeld eingetauicht haben wolle: den Schein stecke er m Gegen wart Des Geschäftsmannes in ein Kuren, beim Aufzöhlen des Silbergelbes aber stelle sich immer heraus, daß ihm an dem Betrag ein Teil fehle, roe.balb tr schnell in seine bcnachbane Wohnung laufen unb das Feh­lende holen wolle. Da-, ftlivtrt laßt Der Schwindler stets auf dem Ladentisch liegen icdoch hak er es vorher in einem günstigen Augenblick mit einem an­deren, aber gleichen Umschlag mit Papierschnitzeln vertauscht. Dieser Gauner hat am Sametagnadmüt- lag auch bei einem hiesigen Bäckermeister ein Gast­spiel gegeben. Der Meister fiel trog der öffentlichen Warnung auf Den Trick des Schwindlers hinein unb ist nun seine 20 Mk. auf Nimmerwiedersehen lo». Von dem frechen Patron fehlt bi» jetzt noch jede Spur. Es sei erneut vor ihm gewarnt

" Deutsche Volk-Partei Der Verein der Deutschen Volkspartei in Gießen hielt am Freitagabend feine Jahreshauptversammlung ab. Der vom Rechner erftatKie Kassenbericht zeigte einen befriedigenden Stand der Finanzen, Der GefchÜllsführer berichtete hieraus Über seine Täüg- feit und fti? de- Vereins in den beiden abge­laufenen Jahren. AuS feinem Bericht war zu entnehmen, daß beide S'el en eine monnig artige, sich immer steigernde Tätigkeit zu leistrn hatten. Reben einer Reihe größerer Versammlungen in Gießen wurde eine große Anzahl von Deranstal- tungen in allen Teilen der Provinz abgehalten, bei denen akute politische Tages- ohrr ürganifa- tioiMrageii erörtert wurden. Die VorstanbSwahl beließ die seitherigen Vorstandsmitglieder in ihren 3cmtcm; sowohl der engere als auch der er­weiterte Vorstand wurden durch eine Zuwahl er­gänzt Hieraus sprach Landtagsabgcvrdneter Dr. R i e p o 1 h - ©d)lih über die politische Lage im Reich und in Hessew 3n seinen etwa k'/zstündi» gen Ausführungen befchäftigte sich der Redner mit den ^häufigen RegierungSkri'en im Reich und ging besonders auf die letzte Krise ein. Sich zu den hessischen Verhältnissen wendend, sprach der Redner zunächst über den Volksentscheid und legte in überzeugender Weise dar, warum die Deutsche Dolksporiei in die Opposition gehen und warum sie insbesondere die Bewegung d:s Volks­entscheids unterstützen muhte. Zum Schlüsse be- schästigle et sich noch mit Den neuen Entwürfen der hessischen Gewerbe^ unb Sonderlleuer. Aus verschiedene, in der sehr regen Aussprach? ge­äußerte Anregungen und Wünsche konnte der Redner erklären: die Deutsche Vollspartei ist eingetreten und wird das auch in Zukunft tun für gerechte Besteuerung der Äonfunivcrrine und Fckialgeschäflc und für eitle vernünftige Be­messung und Verwendung der Sonberstkuer. Die Parte! tritt ein für die Erhaltung der Oimultan- f(foule In all den Ländern und SanDcßleUcn, in Denen sle schon besteht, eine gerechtere Gestaltung der Bcamtenbesoldunq sucht die Partei mit allen Mitteln herbeizuführ^'

* Deutschna tionoler HandlungS- gehilsen-Derband. Man berichtet unß: Am Mittwoch hielt die Ortsgruppe Gießen des D, H. V. ihre Jahreshauptversammlung ab, an die sich die Jahreshauptversammlung der Vcr- wattuugsstelle Gießen der Krankenkasse anlchloß. Aus dem vom KreiSgeschäftSsührer erstatteten Jahresbericht war zu entnehmen, daß der D.H.V. bad Jahr 1926 mit einem Mitgliederbestand von 291 486 abschloß, 3n der Inflationszeit war die Zahl bet Mitglieder auf 286 000 emporgeschnellt, um nach beendeter Inflation auf 242 400 zurück- lufinken. Der Verband hat demnach seit der In­flation in zäher Arbeit um nicht weniger als runb 50 000 Mi.glieder zugenommcn unb den Höchst inslakivnsbestand um runb 6000 Mitglieder überschritten. Die Zahl bet Ortsgruppen stieg von 1570 aus 1611. In 151 Geschäftsstellen dienen außerdem 1500 berussamtliche Kräste dem Derbanb unb feinen Unternehmungen. Die Druckerei des Berba.ldes «Hanfeali'che Druck- und VerlaaSaastalt) beschäftigt 340 Personen. Einem Einlag-ebestand von 6,2 Mill Mk. am 1. 1. 26 standen Ende 1926 12 Millionen Mk. Spareinlagen gegenüber. Die Bankabteilung halt? 4000 Dccwklonten, während die Deulsch» natlondlc Lebensversicherung einen Verf'.che- rungSbrstand von 150 MUI. Mk. aus weist. Die Lebensversicherung konnte 10 000 neue Versiche­rungen in 1926 abschließen. Der weittragendste Beschluß deS Verbandes war die Einführung der Alterssürforge, bestehend in der Zahlung einer Altersrente mit (Beginn des 60. Lebensjahres, ober Unktütlnaung in einem Allersheim des Verbandes. Auf Burg Lobeda bei Jena wurde ein Sport-Sanatorium eingerichtet unter der Lei­tung eines Arztes und Sportlehrers. Sine An­zahl eigener Erholungsheime beherbergte erho- lungsbedürstige und kranke Derbandsmitglieder während allen Jahreszeiten. 45 000 Lehrlinge gehören dem Verband an. Die Ortsgruppe Gießen hat an Mefer Entwicklung regen An­teil genommen. Sie konnte im Jahre 1926 ihren Mitgliederbestand von 488 auf 591 (Beitrags- rückständige nicht nitaerechnet) erhöhen und hat inxwifchen die Mitgliederzahl 600 überschritten. Der Bund Der Kaufmannsjugend lLehrlinge) konnte feinen Bestand von 148 auf 156 erhöhen, obwohl ein Drittel Ostern 1926 in Die Gehilfen- abteiluna überführt wurde. Kostenlose Unter­richtskurse für Lehrling? und Junggehillen in Kurzschrift und Plalatschrist wurden durchgesührt, und eine Anzahl Vorträge bildender und unter­haltender Art im Winterhalbjahr gehalten. In regelmäßigen Monat-oersammlungen wurden Fragen gewerkschafrlicher und fozialpolit.scher Tlaiur erörtert. Auf Veranlassung des KreiS- geschästSführers, Der Der gegenwärtigen Stadt­verordnetenversammlung angehöri. wurde kosten­loser Unterricht zu Lasten der Erwerbslosensür- forge In kaufmännischen Fachem an stellungslose Angestellte erteilt. Zur Frage der Sonntagsruhe und anderen sozialen Fragen nahm die Orts­gruppe In Eingaben an Behörden Stellung. Die Geschäftsstelle ist nunmehr mit drei berufs- amrlichei- Ärä ten besetzt Auch der Bericht Der Verwaltungsstelle der Krankenkasse ergab ein er­freuliches Bild guter Entwicklung. Die Zahl der Kiankenkassenmitglieder stieg von 363 auf 445 mit 161 versicherten Familien. An Kranken- Hilfe wurden 27 861 RM ausgezahlt. Die als­dann bergenommenen Vorstandswcchlen bestätigen unter Berücksichtigung einiger Ersatzwahlen die bisherigen Vorstandsm tglieber der Ortsgruppe und der DeNvaltungSstelle in ihren Remtern.

Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 269 Ochfen. 52 Ballen. 626 Kühe, 270 Färsen, 426 Kälber. 120 Schase. 4521 Schweine.

Amtsgericht Gießen.

Gießen. 9. Frbr. Ein Schlosser M. Hai die mit ihm in demselben Hause wohnende Ebesrou D. und deren beide Söhne wegen Beleidigung und Bedrohung verklagt. Da der eine Der Sohne noch nicht 18 Jahre alt ist und deshalb im Privat- klageversahren noch nicht belangt werden kann nimmt er die Klage gegen diesen zurück. Der andere ist schon seit längerer Zeit mit unbekann­tem Aufenthalt abwcfcnd, weshalb baS Verfahren gegen ihn ausgesetzt wirb. Frau W. soll den M dadurch beleidigt haben, daß sie ihm vorgeworfen habe er habe einem Mitbewoyner Kartoffeln aus dem Keller entwendet, er habe mit feiner Pflegefchwester unerlaubt verkehrt, und er kaufe Sachen auf Kredit unb bezahle fie nicht. 3m Lause Der Verhandlung erhob Frau W. Wider­klage gegen M., weil dieser behauptet habe. Die Frau W. und seine eigene Frau, die inzwischen verstorben ist. hätten die Kartofseln gestohlen und fein noch jugendlicher Sohn habe daoei Schmiere stehen müssen. Rach längerer B?tc* saufnahme verglichen f i ch die Parteien dahin, daß sie ihre gegenteiligen Behauptungen mit Bedauern zurücknehmen, und daß jeder Teil feine außer­gerichtlichen und die Hälfte der Gerichiskosten übernahm.

Strafhammer Gießen.

Gießen, 11, Febr. Ein Schlosser aus Gießen ist wegen Diebstahls einer Handtasche vom Amtsgericht verurteilt worden. Er soll sic ge legenllid) her Einkassierung von Geld bei einer Familie dahier mitgenommen haben. Degen bas Urteil verfolgte der Angeklagte Berufung, doch ohne Erfolg. Die Xaldje ist bei ihm gesunden und von Zeugen, namentlich der Bestohlenen, wie dererkannt worden.

Wegen Diebstahls von 60 Mk. zum Nachteil eines totubienfolleren war ein Student des Poly technikums aus Friedberg verurteilt worben. Er soll einem Bundesbrnder, 1. Chargierten seiner Verbln- Dung, gegenüber den Diebstahl eingestanben, später aber Dieses Geständnis mit Der Behauptung rolber rufen haben, er habe es aus Angst, Daß fein ge strenger Daker etwas davon erfahre, abgegeben. (Fr beteuerte auch in der heutigen LerufungsverhanD luna feine Unschuld, so daß es noiwendig ist, ihm welkere Zeugen gcgenüberanfteUen; Die Verhandlung wurde Daher vertagt.

Gerichtsfaal.

Todesurteil

im Mordprozeh Krämer.

WSN. Limburg, 12. Febr. 3m MorD prozetz Krämer verkündete heule mittag nach cinftünbiger Beratung des Gerichts Der Vorsitzende folgendes Urteil: Der Angeklagte wird wegen Mor des zum Tode verurteilt: die bürgerlichen Ehren rechte werden auf Lebenszeit aberkannt.

Turnen. Sport und Spiel

Um die süddeutsche Fußballmeisterschaft.

Frankfurt a. M., 13. Febr. (TU.) Die Kämpfe um die süddeutsche FußbaUmetsterschasi brachten heute insofern eine Uek^rraschung. als der Frankfurter Fußballsportver­ein, der am Sonntag vom deutschen Meister, Der Spielvereinigung Furth, mit 7:0 über­spielt wurde, heute im hiesigen Stadion DfV. Stuttgart mit 4:3 nach spannendem Verlaus nicbcrranfl. Die Stuttgarter, Die bei Halbzeit noch mit 3:0 in Führung lagen, mußten sich am Ende mit 4:3 geschlagen bekennen.

Einen Achtungsersolg erzielte der Meiste, von Rheinhessen-Saar, Mainz 0 5, der in Rürnberg Dem 1. F. C. R. vor 17 000 Zuschauern mit nur 0:1 unterlag. Das einzige Tor des Tages fiel in Der 33. Minute Der ersten Halb­zeit durch Wieder, der eine Vorlage von Rein- mann glatt verwandelte.

Der VfL. Reckarau mußte die technische und taktische Ueberlegenheit der Fürther Spielvereinigung mit einer 3:5-Riederlage anerkennen. Das Treffen war ziemlich ausge­glichen. Reckarau lag sogar eine Zeitlang mit 3:2 in Führung, doch zwei Elfmeter und ein Sologang Aschcrl- (Fürth) brachten den Fürthern Sieg und Punkte.

Die Runde der Zweiten.

6. F. Die Runde der Zweiten brachte Der Eintracht Frankfurt eine 3:1-Niederlage gegen 1860 München und für den D. f. R. Mannheim einen 4:2-Sieg üoer Fußba kl- verein Saarbrücken.

Rundfunk-Programm

deS Frankfurter GenderS.

(Aus der .Radio-Umschau-.-

Dienstag, 15. Februar:

3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde Der Jugend. 4.30 bi» 5.45 Uhr: Konzert des Haucorchesters: M. Glinka. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lksestunde. 6.15 bis 6.46 Uhr Ueberfragung von Kastel. Vortrag: Professor Wllh. Fechner überKassels Kunstschätze". 6.45 bis 7.15 Uhr:Die Kneippsche Wosserheilkunbe", Vortrag von Dr. Bottenbcrg. 7.15 bis 7.45 Uhr: Fimkhoch- schule.Altdeutsche Tafelmalerei XVIII', Vortrag von Dr. Oswald Goy. Assistent am Städtischen Kunstinstktut. 7.45 bis 8.15 Uhr: Die Schachstunde. 8.15 Uhr:Die Wildente", Schauspiel in süni Akten von Henrik Ibsen.

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