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fahr der WurzellosigkeU von Hunderttausenden von DoKsgenos.en zu unterbinden. Zu der Frage, ob genügend Land vorhanden sei, erklärte der Mi-mter, es komme nur der zehnte Teil des Oedlandes in Frage, das wir haben. Der Mi.ifter nies sodann auf die bedenkliche Bildung der Bodenpreise hin, an denen die schas­senden S ände ci.i Önlcreffe halten und machte daraus auunertsa.n, daß in den übrigen deut­schen Ländern ver Gegenstand g!eich:a:l6 in An­griff genommen sei. Der Ausichuh beschloh, die Verwirlstchrn.g des von Prozessor Schu­macher-Hamburg ausg arbeiteten Kölner De-- bauungdplanes in 2lUr,ensche.n zu nehmen, im Ruhclohle b^i.k einen Do.trag des Verband^-- direktoro Dr. Schmidt zu hören r.nd die Ber­liner Bezirke zu bZich.igrn.

Der Varmatprozetz.

Berlin, 13. San. (SU.) Am heutigen zweiten Berhandlungstage des BarmatprozeUes sind nur die bcioen Bormats. sowie Die An­geklagten Klonsky, Dr. Hellwig und Dersicherungs- direllor Hanlow anwesend. Das Gericht wrrd sich über die Folgen des A u s b l e i b e n s d e r anderen sechs Angeklagten noch schlüssig werden und beschloh, die Verhandlung in ihrer Abwesenheit fortzusehen. Bor Eintritt in die Derhandlung beantragt die Verteidigung, B a r- m a t Gelegenheit zu geben, sich über seine Ver- mögensverhältniise noch einmal zusammenfassend zu äußern. Angeklagter Julius Barmat verliest hierauf eine Reihe von Briesen amerikanischer Bankfirmen, wonach er 1920 aus eigenen Mitteln ein Aktrcdi.iv von zwei Millionen Dollar ge­stellt habe. Der Vorsitzende unterstellt als wahr, dah Barmai 1920 ein Vermögenvonrund neun Millionen Dollar gehabt habe. Der Angeklagte erklärt wiederholt erregt, er müsse hier alles vortragen, um der falschen Be­hauptung der Rechtspresse entgegenzutreten, dah er als ein armer Schnorrer nach Deutschland ge­kommen sei. um hier Geld zu machen. Durch Verlesung weiterer Briese sucht er nachzuwersen, dah amtliche deutsche Stellen ihn wiederholt er­sucht hallen, nach Deutschland zu kom- m e n. DaS Gericht unterstellt als wahr, dah Barmat aus Wunsch verschiedener deutschen Per­sönlichleiten und amtlicher Stellen ersucht wor­den sei, nach Deutschland zu kommen. Julius Barmat schildert bann die Entwicklung sei­ner Geschäftsunternehmungen. Erst im März 1924 sei er an den Krediten der Staats­bank selbst beteiligt gewesen, die ihm anstands­los bewilligt worden seien, nachdem Dr. Rühe und Dr. Hellwig mit der Verwaltung der Staats­bank Fühlung genommen hatten. Die Staats­bank sei davon unterrichtet gewesen, dah er nen­nenswerte Beträge wieder weiter verlieh und, dah die A n e x i m a in Berlin ein Finan- zierungsinstitut war. Besonders günstige Bedingungen habe die Staatsbank ihm nicht be­willigt. Die Herren der Staatsbank hätten ihm besondere Vorteile nie angeboten. Auch bann nicht, als er ihnen in ber Inflation Lebens- mittel geschickt habe, welche sie durchaus bezahlen wollten. An Bestechungen habe er hier­bei nicht gedacht. Wenn er Dr. Hellwig eine Stellung angeboten habe, so habe er auch nicht daran gedacht, dadurch günstigen Einfluh bei der Staatsbank zu erlangen.

Es wurde bann der Angeklagte, Finanzrat . Dr. Hellwig, über seine Beziehungen zu den - Barmats vernommen. Der Angeklagte wies dar- - auf hin, dah er am 1. März 1921 ohne bank­technische Vorbildung aus dem Ju­stizministerium in die Preuhische Staatsbank gekommen sei und nach kurzer Anlernung bald ein selbständiges Referat er­halten habe. Während eines Urlaubes des Dr. Rühe habe er di e Verhandlungen mit den Barmats allein zu führen gehabt und, da er die Barmatfchen Unternehmungen so­lide fundiert glaubte, sei er zu Julius Barmat in ein freundschaftliches Verhältnis gekommen. Zu spät habe er erkannt, dah Julius Barmat nicht nur ehrgeizig, sondern vor allem ein unbegreiflicher Optimist sei. Dr. Hellwig betonte, daß die Staatsbank eine ber letzten Banken gewesen sei, die selbst in der Inflation noch Kredite zu normalen Bedingungen gegeben habe. Dabei seien die fälligen Gelder ber Bank so dahingeschwunden, dah sie im No­vember 1923 der Anexima den Kredit nahezu gänzlich kündigen mutzte. Dr. Hellwig be­gründet sein Vertrauen zu den Barmats damit, baß Empfehlungen Vorlagen seitens des Reichs­kanzlers a. D. Bauer und des sächsischen Ge­sandten Gradnauer, die bei.de der sozial- bemofratischen Partei angehören.

Heber die Goldmarlkredite befragt, erklärte Dr. Hellwig, datz für sie die bret Aktienpakete als dauernde Deckung gegeben worden seien. Bei ihrer Bewertung seien ihm allerdings, heute unver­st ä n d l i ch e Fehler unterlaufen. Dr. Hellwig gab unumwunden zu, datz er. unter Barmats Ein­fluß die Zukunftsaussichten der Papiere m a tz- los ü b e r s ch ä tz t habe, doch entschuldigte er sich damit, daß er selbst noch unter dem Einfluß Per Papiermarlsummen gestanden habe, als er die Ehromo mit etwa sechs Millionen Marl ringe» schätzt habe. Dr. Hellwig verwahrt sich ent­schieden dagegen, daß die Barmats. als die Staatsbank anfangs 1921 viel flüssiges Geld zu vergeben halte, von ihm bevorzugt worden seien. Weder die Lebensmittelpakete, zu deren Bezah­lung er stets bereit gewesen war, noch die Aus­sichten auf eine angenehmere Stellung in ber Hypothekenbank hätten ihn bewogen, den Bar» ma'S eine Vorzugsstellung einzuräumen. Die Verhandlungen wurden darauf auf Freitagmittag vertagt.

Cotbans

Besuch in Od-rMesten.

. *1 ®3- 3-n. CZSDlff.) ©eitern fand

auf Schloß Reudcck, dem Sitz des Präsidenten der Gemischten Kommission Cal ander. ein Emvsang inli anschließendem essen und vertrau- llcher Besprechung statt, die sich wiederum mit bem Proolem ber oberschlesischen Minderheit frage befaßte. Daran nahmen u. a. Sir Eric Golban. Präsident $ a Ion ber von der Ge­mischten Ko.nmijs.cn. der Präsident des Schieds- geeichtes für Oberfchlesien Äädenbcd, die Spitzen der deurschen Behörden, darunter Öder- prä ident Dr. Proske, der deutsche General­konsul Geheimrat von G n a u , das öeu': MUglied der Dem schten Kommission Landrat a. D. Dr. Lucaschek. und andere teil

Nachmittags traf Eolban in Oppeln zum Betuch beim Oberpräfidenten Dr Proste ein

In seiner Begleitung befanden sich Präsident Calo n der und die Generalsekretäre Huber und V e 11 e r I e von der gemischten Kommission. Zur Begrüßung durch das Auswärtige Amt war Gesandtschaftsrat Dr. Boltze aus Berlin erschienen. Der Oberpräsident gab ein Früh­stück, an welchem neben einer Reihe deutscher Herren auch Präsident Käckenbeck teilnahm. Der Oberpräsident hielt hierbei eine Ansprache, in der er ausführte, daß Oberschlesien berufen er­scheine, ein Schrittmacher zu sein für die Lösung des in der Welt so brennend gewordenen Pro­blems des Minderheitenschutzes. Zu den Lebensrechten der Völker gehöre auch das Recht auf die Pflege ihrer individuellen Geisteswelt und der Ablehnung jeder Vergewal­tigung. jedes Zwanges, jeder Verunglimp­fung Sir Eric C o l b a n begrüßte besonders warm die jetzige Mitarbeit Deutschlands im Völ­kerbund. Die Regierungen und Völker aller Staaten müßten zu ber Einsicht kommen, baß die Grunblagen ber Zivilisation ber Menschen als gleichberechtigt behanbelt werben müßten.

Bedrohung Schanghais.

Bertcidigungsinas;itahmcn der Mächte.

Schanghai, 13. Jan. (WTB Funkspruch.) Der Oberbefehlshaber der asiatischen Marine­streitkräfte der Vereinigten Staaten, Admiral Williams, ist an Bord seines Flaggschiffs' Pi11burgh" von Manila kommend hier etn- getrossen. Mit seiner Ankunft beginnen die Pläne für die Verteidigung Schanghais end­gültige Gestalt anzunehmen. Cs herrscht die An­sicht vor. daß Schanghai zweifellos der Schau­platz ernster Unruhen werden wird, infolge ber riesigen Zahl ber Agitatoren, die in ber Ein» geborenenftabt tätig sind. Zunächst rechnet man mit zahlreichen Streiks und wenn die Wut des Pöbels den Höchststand erreicht habe, wird, so erwartet man, ein Funken die ganze Stadt aufflammen lassen. Der diplomatische Bericht­erstatter desDaily Telegraph" schreibt, die internationalen Niederlassungen in Schanghai würden erforderlichenfalls entschlossen von d e r ö r t l i ch.e n Freiwilligenwehr verteidigt werden, die von allen verfügbaren britischen Streitkräften unterstützt werden würde. Außer Japan und Frankreich würden voraussichtlich auch die amerikanischen Kriegsschiffe an der Verteidigung Schang­hais teilnehmen.

Gestern abend kam es bereits in zwei Baum- wollsplnnereien ber Firma Jardine, Matheson & Co. zu Ruhestörungen. Die Polizei mutzte die Hilfe der Feuerwehr in Anspruch nehmen, um die Arbeiter zu vertreiben. Unter letzteren befanden sich zahlreiche Frauen, die eine Haupt­rolle bei den Beschädigungen des Eigentums der Spinnereien spielten. Die Ruhestörer, deren Zahl auf 1000 geschäht wurde, benutzten Spulen und andere Maschinenteile der Spinnereien als Wurfgeschosse gegen die Polizei. Sie zerstreuten sich aber, als der Wasserstrahl ber Feuer­wehr auf sie gerichtet wurde. Der Befehlshaber der Feuerwehr und »nefirere Polizisten wurden (eiebt verletzt. Man glaubt, datz der Aufruhr von Extremisten angestiftet wurde, von denen mehrere eine führende Rolle unter ber Menge spielten Doch wird die Angelegenheit als rein lokal be­trachtet, da in zwei anderen Spinnereien ber gleichen Firma, die sich in ber Nachbarschaft be- finden, die ganze Nacht in ber üblichen Weise gearbeitet wurde.

Die Polizei hat die Barrikaden rings um die englische Konzession verstärkt. Die briti­schen Marinestrei tkräste in Schanghai sind außer­ordentlich verstärkt worden. Es werden Vor­bereitungen für den Abtransport von 4C0 Aus- ländern getroffen. Der britische Konsul in Han- »au, der sich an Bord eines Dampfbootes auf» hwlt, hat das Archiv abtransportieren lassen. Dec französische Zollinspektor versieht seine Funl- rivnen gleichfalls an Bord eines Schiffes. Die MartneftreiKräfte der ausländischen Mächte in xiufi sind durch einen amerikanischen Minen- leger und ein japanisches Kanonenboot verstärkt worden Der Vertreter des englischen Cesandten in Peking hatte gestern eine längere L1.it er- retung mit dem Kantoneser Außenminister. Vor Beginn ber Verhcrnblungen nahm er Rücksprache mit den Vertretern der britischen Kolonie, ber Handelskammer und anderen Stellen.

Chinas Zollpolitik.

Die Stellung Japans zu der Entwicklung in China.

e 9 ' ^3. 3an. (Wolff.) Die Regierung hat drei Derorbnungen erlassen, durch die ein allgemeiner Zu, chlagszoll von 21/» und für Luxusartikel ein weiterer Zuschlag von 5 Proz. eingeführt wirb. Außerbem wird ausgesprochen, dah China vom 1. Januar 1929 an Zollauto- nomie verlangt. Der Minister des Auswärtigen ist angewiesen worden, bei den Mächten auf eine baldige Wiedereröffnung der Zoll­konferenz hinzuwirken. In einer weiteren Verordnung wirb bestimmt, daß der Ertrag ber

^°nö5öne für Zwecke ber inneren und äuße­ren Anleihen, und zum Ausbau der Verwaltung verwendet werben soll.

Der japanische Minister für auswärtige An- gefegcnheiten beauftragte den japanischen Gc- sandten in Peking, gegen den Beschluß ber ch.ne- hschen Regierung Protest einzulegen. Es wirb jedoch als unwahrscheinlich betrachtet, daß Japan Gewalt gebrauchen wird, es sei denn, daß Ch na den Ver.uch macht, die Zollzuschläge gewaltsam in Tsingtau und Oairen zu erheben. Man 9wrwt. baß die chines fche Erklärung über die oUichlagszölle eine Erleichterung ber Auf - va Lm,ec 1 ncr inneren Anleihe eher als die Erfassung der Zölle selbst bezweckt. Die ja- panische Regierung bewahrt auch weiterhin über iijre Haltung zu dec chines.scheu Frage Zurück» oaltung. Dagegen bringt die ZeitungAsahi ^Jr^oun einen Art.kel, nach dem das japanische Minister um des Aeutzern folgenden Standpunkt einnimmt:

1. Japan muß sich jeder aktiven At- t i on m dem Streck zwischen Nordchina und Süd» chiua und ebenso jeder Handlungen enthalten die eine Versöhnung der beiden Teile verhindern konnten.

2. Zollaufschtäge dürfen nur nach Ge- nehmiaung durch die Lariskonferenz, auf der so- tooljl Nordchnia tote auch Südchina vertreten fein sollen, emgefuhrt werden.

3. Japan steht dem chinesischen Wunsche, die ^»^ndischen Niederlassungen in hn^.7ltlta9^Lcn Suruckzuerhalten. sym- bathtftb gegenüber, es billigt jedoch nicht die

ungesetzlichen Mittel zur Erreichung dieses Zieles und wird sich vielmehr jedem Versuche, die ja­panischen Vertragsrechte zu verletzen, und jeder Handlung, die die japanischen Rechte und Inter­essen in China gefährden, energisch wider­setzen.

Verhaftung des belgischen Konsuls in Hankau.

Pari-, 13. Jan. (WB.) Nach einem im belgi­schen Außenministerium eingeganaeuen Telegramm ist der belgische Konsul in H a n t a u , als er, da er gleichzeitig das Amt eines Konsuls der N i e ° derlande verficht, sich der Fortführung des Di­rektors einer niederländischen Firma durch einen chinesischen Kaufmann widersestte, von diesem chine­sischen Kaufmann mit Unterstützung von Eingebore­nen einem chinesischen Polizeiposten übergeben worden. Auf energisches Eingreifen des französischen Konsuls ist der belgische Konsul alsdann wieder freigelassen worden.

Englands Flottenrüstungen.

London, 13. Jan. (TU.) Das Budget der englischen Admiralität für 1927 28 wird aller Vor­aussicht nach die Vorjahrssumme von 58100 000 Pfund überschreiten, da neben den bereits im Bau befindlichen Schissen drei neue Kreuzer, neun Zerstörer und sechs Untersee­boote in Angriff genommen werden sollen. Im Verlauf von sieben Jahren, bis Ende 1930, gibt England nicht weniger als 64 Millionen Pfund für den Bau neuer Kriegs­schiffe aus und erreicht so den Jahresdurchschnitt von 9 150 000 Pfund Sterling allein für Kriegs­schiffsneubauten. Der Gesamtaufwand für Neu­bauten einschließlich der bereits im Bau befindlichen Schiffe wird 10 723 000 Pfund erreichen. Einschließ­lich der für das Finanzjahr 1927/28 in das Budget gesetzten neuen Schiffe jinb seit März 1924, als das erste Nachkriegsschiffbauprogramm durch die Arbeiterregierung angenommen wurde, für Schiffs­neubauten mindestens 41 Millionen Pfund aufge­wendet worden. Das Regierungsprogramm sieht ferner für die Jahre 1928 bis 1930 den Bau wei­terer Schiffe mit einem Gesamtkostenaufwand von schätzungsweise 23 Millionen Pfund vor.

DasSchicksa! Deutsch-Ostasrikas

Berlin, 14. Jan. Der Gouverneur von Tanganjika, Sir Donald Cameron, hielt an­läßlich der Eröffnung des neugebildeten gesetz- gebenden Rates bes Direktoriums von Tanganjika eine Ansprache, in der er mit bc- sonberer Betonung barauf hinwies, baß Tan­ganjika ein permanentes britisches Mandat sei. (!) Er sagte: Es bestehe keine Bestimmung, die eine Beendigung ober eine ilebertragnng des Mandates vorsieht. Ich gebe biete Erklärung mit voller Autorisation ber britischen Regierung ab. Möge sie das Interesse aller derer finden, die es angehet.

Aus aller Welt.

Die Grippe in Berlin.

Wie das Hauptgesundheitsamt der Stadt Berlin mitteilt, befinden sich in den Berliner städtischen Krankenhäusern zur Zeit 899 Grippekranke. Die Zu­nahme seit Mittwoch beträgt 100 Fälle. In den Krankenhäusern sind seit dem 7. Januar 17 ausge­sprochene Grippetodesfälle, vorgekommen. Nachdem die Stadtverwaltung Berlin umfassende Vorbereitungen für den Fall eines weiteren Fort­schreitens der Grippe getroffen hat, wird das Haupt- gesundheitsamt von Freitag ab regelmäßige Bulle­tins über den jeweiligen Stand der Krankheit her- ausgeben. Die Räumung von Schulen zur Unterbringung von Kranken ist bisher nicht er­folgt, da dazu kein Anlaß vorliegt. Sie ist jedoch in jeöer Beziehung vorbereitet.

Lungcnpefl in Algerien.

Amtlich wird das Vorkommen von Lungen- pest in dem algerischen Hafen von Bona ge­meldet.

Hitzewelle in Australien.

In verschiedenen Teilen Australiens herrscht augenblicklich eine starke Hitze, In Südaustra- lien sind zahlreiche Todesfälle zu ver­zeichnen. so in einem Altersheim in Adelaide allein sieben. Als Folge der Hihwelle werden zahlreiche Brände in verschiedenen Landes­teilen berichtet. Einzelne Bezirk- leiden empfind­lich unter Wassermangel.

keine Hochwassergefahr mehr am Rhein.

Koblenz, 14. Jan. (WTB.-Funkspruch.) Da der Regen nachgelassen hat und die Temperatur etwas gesunken ist, ist in dem Steigen der Flüsse ein Stillstand eingetreten. Der R h e i n geht lang­sam zurück. Auch für die Mosel wurde aus Trier ein Fallen des Wassers gemeldet. Aehnlich lauten die Meldungen über die Lahn. Die Hochwassergefahr ist als beseitigt anzusehen.

Das Hochwasser der Ober.

Die reicsluven '~i.vu.J_. tage Der letzten Tage haben das Hochwasser der Oder erneut zum Steigen gebracht. Das Bruch ist meilenweit von einer unübers.hbaren Wasserfläche bei e it. Von überall her treffen alarmierende Nachrichten ein. In K ü st r i n ist das Wasser der Oder und der Warthe bis an die Mauern der Stadt her­angetreten. Im Warthebruch steht das Wasser zum Teil über einen Meter hoch. Die Aeaer sind vollständig überschwemmt.

37 lote bei einer Schissserplosion.

Bei einer Ga,eti.-Exptotiou auf einem Dampfer tollen in Tampico (Mexiko) 37 Hafen­arbeiter ums Leben gekommen sein.

'ISettervorauS^age.

Noch weiteres Anhalten des unbeständigen, trüben, regnerischen Wetters, bei späterem lang­samem Temperaturrückgang und südlichen bis westlichen Winden.

Gestrige Tagestemperaturen Maximum 6,4 Grad, Minimum 3 Grad Celsius. Niederschläge 0,3 M'llimcter. Heutige Morg ntemperatur- 1,4 Grad Celsius.

Wetterlage auf dem hoherodskopf vorn 14. 3anuor. morgens 8 Uyt:

Wi.rich'.ung- Süd: Wind'.k.v start Quft- remperatur: minus 2 Grad C Isius: Höchsttem­peratur in bei letzten 24 Stunden: 0 Grad (SHilus; Ge'arnlsch. eel öhe: 33 Zentimeter: Höhe bes in drn letz en 21 Stunden ce allen en Neu­schnees: 1 Zentimeter: Beschaf enheit te. Schnee­decke: fest: Sportmögckchkeit für Ski: noch vor- I Händen

Aus der Provinzialhauprstadt.

Gießen, den 14. Januar 1927.

Wie vermeidet und heilt man Frostbeulen? Don Dr. med. Grundmann.

Frostbeulen gehören zu den unangenehmsten Begleiterscheinungen des Winters. Es ist viel besser, die Bildung von Frostbeulen von vornherein 3U vermeiden, als sie nachher heilen zu müssen. Am meisten leiden anFrost" Menschen mit Blut- armut und Bleichsucht. Oder solche, die kalte Füße und kalte Hände von einem ihrer Vorfahren geerbt haben. Alle diese Personen müssen ganz tatkräftig an eine Allgemeinbehandlung ihrer Blutarmut und ihrer Blutstockungen gehen. Kalte Hände und Füße behandelt man am vesten durch tägliche Wechsel­bäder, zuerst heiß, dann ganz taU, jmmer im Wechsel, zuletzt kalt aufhören. Statt kalten Wassers kann man auch Schnee nehmen. Auf jedes Wechsel­bad folgt ein sehr kräftiges Abreiben und Durch­kneten der Hände und Füße, insbesondere der Zehen und Fingerspitzen, in denen die Blutstockung am stärtsten vor sich geht. Ein weiteres, vorzüg­liches Mittel gegen kalte Füße und Hände ist eine kleine Turnübung, die man insbesondere mit den Händen vornehmen kann: Man läßt die Hände ganz locker im Gelenk und macht mit den Armen derart kräftige Schüttelbewegungen, als wollte man Hände und Finger von sich schleudern. Diese Schüttelbewegungen vollzieht man einige Zeit nach oben und unten, dann wieder nach rechts und links. Durch die Zentrifugalkraft wird das Blut in die Fingerspitzen geschleudert, und die Hände erwärmen sich viel kräftiger, als wenn man sie bloß reibt ober am Ofen erwärmt. Dieses Mittel kann man jeden­falls sehr leicht überall anwenden und von vorn, herein die Bildung vonFrost" und Frostbeulen an den Fingern verhindern. Ganz wichtig ist ee auch, daß man niemals mit halbabgetrockneten Hän­den ins Freie ober in kalte Räume geht. Ferner find oft zu enge Handschuhe, insbesondere Leder­handschuhe, die ja ohnehin Jefjr kalt sind, die Ur­sachen von Frostbeulen.

Wie heilt man nun Frostbeulen? Da gibt es ver­schiedene Mittel. Das einfachste Mittel ist das Ver­graben der Hände in frisch gefallenen Schnee. Man läßt die Hände solange darin, bis der Schnee ge schmolzen ist. Dann tut man die Hände in heißes Wasser, darauf wieder in Schnee bis er schmilzt usw. In ein bis zwei Wochen ist berFrost" aus den Fingern herausgezogen. Ein anderes einfaches Mittel ist das Hineinstecken der Hände in heißes, steifes Kartoffelmus. Man läßt die Hände so lange darin, bis die Kartoffelmasse sich abzukühlen be­ginnt. Das wiederholt man mehrmals. Man nimmt diese Behandlung jeden Abend vor dem Schlafen­gehen vor. Nach einigen Tagen oder Wochen ist ebenfalls jede Spur von Frost verschwunden. Be kannt ist ferner die Behandlung der Frostbeulen mit einem heißen Aufguß von getrockneten Eichenblät tevn oder -rinde. Man stellt diesen Ausguß her, in­dem man zwei Eßlöffel Eichenrinde in ein Liter heißes Waßer tut, die Mischung aufkochen läßt und durchseiht. Man kann diesen Aufguß auch aus selbst gesammelten Eichenblättern Herstellen, selbst sol­chen, die bereits vom Baume gefallen sind, sofern sie nur noch fein Anzeichen von Fäulnis an sich tragen. Auch Tanninbäder sind gut gegen Frost­beulen. Einen Teelöffel Tannin rechnet man auf ein Liter heißes Wasser. Auch diese Bäder werden allabendlich vorgenommen.

Man sieht also, es gibt eine ganze Reihe von wirksamen Mitteln gegen die Frostbeulen! Jeder kann sich das Richtige und für ihn Passende aus­suchen. Die Hauptsache freilich ist. daß man die Behandlung täglich vornimmt und solange durch­führt, bis |le völligen Erfolg gehabt hat.

5. M. der Käufer.

Der Käufer ist in dem Gesamtmechanismus der Wirtschaft das Triebrad. Ohne ihn müßte die Pro- duktionsmaschine bald leerlaufen. Eine kapitalkräf. tige Käuferjchicht löst automatisch die Schaffung von Werten zur Befriedigung vorhandener Bedürfnisse aus. Daher dienen Luxusgegenstände der Erhal­tung der wirtschaftlichen Blutzirkulaiion cbensosehr wie etwa die Herstellung von Schnürfenkeln oder Kernseife.

Eine kapitalverknappte Berbraucherschicht muß naturnotwendig die Lebensenergien der Produk­tionsfaktoren lähmen. Umstellungen, Vereinfachun­gen, Normierungen, Typisierungen usw- werden erforderlich, um die Betriebsstillegung abzuwen« den. Ein halbtoter Paukt, auf dem wir in der Hauptsache noch immer stehen. Wir rationalisieren, um ihn zu überwinden. Theoretisch vorläufig in der Hauptsackx- In der Praxis wird der kleine (be­rühmte) Silberstreifen am Horizont erst mit Fern­rohr und auch dann nur zeitweise sichtbar.

Dieser S i l b e r st r e i f e n ist (nehmt alles nur in allem) S. M. der Käufer. Nicht die ameri­kanische Blutübertragung in Gestalt von Anleihe- und Kreditinjektionen. Ein Kredit kann nämlich gefährlich werden. Er kann, wenn man es so aus- drücken will, zu einer wirtschaftlichen Euphorie führen. Zu einer Selbsttäuschung. Zu einer Trü­bung des Blicks für die tatsächlichen Verhältnisse, die in dem Geldbeutel ihre reale Basis haben.

S. M. der Käufer bekommt in diesem Fall, medizinisch gesprochen, eine Art Eäsarenrausch. Was kostet die Welt?!" Er kauft. Kauft noch ein­mal. Kaust wieder. Denn dieZahlungserleichterung gestattet" ihm, großzügig zu sein. Bis zum nächsten Ersten. Dann werden aus den Zahlungs- erleichterungen eine Reihe von fälligen Monats­raten, die man zusammenhält und sich an den Kopf greift. Weil sie bezahlt werden müssen. Dom Gehalt oder Lohn, ober einem anderen Verdienst, die sich leider diesem Zug ins G'oße nicht ange- schlossen haben. (Wie es so viele Undgreiflichkeiten im Leben gibt.)

S. M. der Käufer fühlt mit einem Mal, wie der Hermelinmantel derspielend leichten" Er­werbsmöglichkeit seine tariflich ausbalanzierten Schultern zu drücken beginnt. Wie man sich nach der Decke strecken muß, um den Boden unter den Füßen zu behalten. Der Kredit soll eben nur Brücke, Notbehelf und kein Funda­ment sein.

Aber trotzdem bleibt S. M. der Käufer wirt­schaftlicher Angelpunkt.Der Käufer ist ein König", so lautet ein amerikanischer Geschäftsleitsatz, ein König, den man entsprechend behandeln soll, selbst wenn seine Prioatschatulle nur ocringe Anschaffun­gen zulüßt. Nur wenn er rollt, arbeitet der Taler!

Vor noch nicht langer Zeit war S. M. der Käufer zum Bettler, zum Nichts, und die Ware, der Sachwert" alles geworden.

Langsam kam die Hochachtung vor dem Gro­schen wieder, und gleichlaufend damit wurde der Käufer wieder umworbener Kunde, den man zu­frieden zu stellen sich bemühte. Man erhob S. M