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malten. Das Helden- -beiden wird in diesem wt schlichten männlichen ch in diesen Menschen p'el zwischen dem Drang Liebe zur Heimat ein ton allgemein germani­sches Problem. Werte nie vergessen und *xr- in der gewaltigen Ein- Glanz. Zer Geist dieses gen Beiträge des Hcstrs gebet Dr. Erich Mehne .ö.H. Union Deutsche ignieberlassung 'Berlin, eitschnst beginnt mit dem chrgang. Aus dem viel- i wir die Aussähe »Thea- " undFliegende Tiere'. m Teil heben wir eine des kürzlich in Deutsch-

riftan Dernard hervor. IW hinter die Kulissen, geweihter Autor, der sich verbirgt, den ßefeni

schnittDie Lustreise mit seltenen Augaus-

tilel des Fliegers und Doch über einen von Leitung (Mag i Aus bem Inhalt des >n des Marders schildert ; Sin Aäuber in Dald ^"interessante W« be­lichtet über.Wasser. - Süfte A. Heimcke sührl rch viele Vilder belebten ,r Hauptstadt von An- e Dummer an V.ülag

Kunst und des Oirtifel yumor m alt.m Z--M l".

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Nr. U Erster Blatt

UZ. Jahrgang

Zreltag, U- Januar 1927

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Pro» mid Verlag: BtWIdje UniverfUSIr-Sach, nni> SttinOmtftrci R. !an,e in Gießen. Schristleitnng und S-lchSst,Nelle: $J)nI!tra6e 7.

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Preis für | mm Höhe für Anzeigen ov.l 27 mm Drelle brllich 8, auemärts 10 Rcichepsennig, für Re­klameanzeigen von 70 mm Drelle 35 Reichrpsennig, Platzovrschrist 20 , mehr, dbefrebakteur

Dr Friedr Wilh Lange. Derontworllich sür Politik Dr Fr Will) Lange, für Feuilleton Dr H Tdyriot; für Öen übrigen Teil Ernst Dlumlchein^ für Öen An­zeigenteil i Dertr H. Deck, lämtlid) in Dießen.

Erschein« täglich,ouher Sonntags unö FeieNag» Beilagen.

itfoener Famtliendlütt« Heimai im Bild

Die Scholle

HTonais-l ejogirrtls;

2 Reichsmark unö 20 Reichspfennig für Trüge» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummem infolge höherer Gewalt. Fernfprechonschlüffe:

51, 54 unö 112

Anschrift für Drahtnach­richten Anzeiger Sieben.

Post sch.cklonto:

granlfurtam Main 11680.

Vor der Entscheidung des Zentrums.

Durch den Beschluß des Zentrums, der in weiten Ktc.len zunächst als Absage an die Re­gierung der bürgerlichen Parteien betrachtet wurde, ist die ganze Frage der Regierungsbil­dung in ein neues Licht gerückt worden, das heißt. in ein neues Licht nur in dem Sinn«, dab man noch am Dienstag ziemlich ungewiß über die Haltung des Zentrums überhaupt sein konnte. Auch jetzt sind noch lange nicht alle Drücken zwischen dem Zentrum und den Deutsch- nationalen alS abgebrochen zu betrachten. Dr. Curtius jedenfalls hat den Beschluß der Zen- trumssrauion, wohl auch auf Grund bestimm­ter Informationen aus Zentrumskreisen selbst, nicht als eine völlige Absage be­trachtet, sondern er ist im Gegenteil bestrebt, die Verhandlungen weiter in Fluh zu halten.

DaS Verhältnis der bürgerlichen Parteien untereinander bedarf nach vielen Richtungen bin einer gründlichen Klärung. Wenn man es sich fo leicht machen will, wie die großstädtische Presse der Linken, dann braucht man aUe^oiilgS weiter kein Mort mehr darüber zu verliere,z, dann ist die Droste Koalition mit den Sozial­demokraten selbstverständlich. Rur vergessen die Herrschaften dabei, was vielfach auch geflissent­lich von Zentrumskrcisen im Geiste derGer­mania". vergessen wird, dast unmittelbar nach der Rede Scheidemanns im Reichstag über die Reichswehr der ZentrumSiührer und damalige Kanzler Dr. Marx selbst die Drohe Koalition mit den Sozialdemokraten für außer Frage erklärte. Cs ist notwendig, zum Verständnis der Situation gerade diesen Punkt immer wieder von neuem hervorzuheben. Es trennt das Zen­trum. wenigstens in seinem gröheren Teil, von den Sozialdemokraten einmal die Behandlung der Reichswehr und zweiten- doch auch die Sozial­politik. Ucbrigens sind auch die Demokraten in dieser Hinsicht keineswegs so einig, wie man es so gerne darftcllen möchte, sondern auch Demo­kraten gibt es genug, die mit der Behandlung der Retchswehrsrage durch die Sozialdemokratie alle- andere als einverstanden lind.

Mit diesen Demerlungen ist auch schon die Stimmung im Zentrum gestreift worden. Dort spielen allerdings die Anhänger der christlichen Gewerkschaften eine starke Rolle. Ds ist unver­kennbar. dast eS in der Arbeiterschaft unter dem Druck der großen Arbeitslosigkeit stark gärt und hast di« Arbeitermassen augenblicklich zum Ra­dikalismus neigen. Hieraus must auch di« Füh­rung der Zentrumspartei Rücksicht nehmen und dadurch erklärt sich auch die Reigung gewisser Zentrumskreise, lieber nut den Sozialdemokraten zusammenzugehen. Aber auch sie stosten sich umner wieder, wenn es zur praktischen Durch­führung der Sozialpolitik kommt, an den Gegen­sätzen. die zwischen ihnen und den Sozialdemo- kratcn klaffen.

Der Delitfchen Dolkspartei liegt die Aufgabe des ehrlichen Maklers zwischen Zen- t r u m und Dcutschnationalen ob. Daß das keine leichte und dankbare Aufgabe ist, haben sich die Führer der Deutschen Volkspartei von Anfang an selbst gesagt. Dr. Curtius hat bereits in den wenigen Tagen, seitdem ihm der 'Auftrag des Reichs­präsidenten zuteil geworden ist, erfahren, wie schwer und undankbar eine solche Aufgabe ist. Trotzdem sind wir immerhin in der Klärung der Dinge ein gutes Stück vorwärts gediehen. Wenn cs bei den Besprechungen mit den Führern der Zentrums. Partei darauf anfomint, sie dem Gedanken einer bürgerlichen Regierung mit Einschiust der Deutsch» nationalen zugänglicher zu machen, so bedarf es da­zu des weitesten Entgegenkommens der Deutsch- nationalen selbst. Sie müssen in Zukunft, gleichgül­tig, wie die jetzigen Verhandlungen auch auslaufen mögen, von der verhängnisvollen Hebung a^fehen, durch ein taktisches Zusammengehen mit den Sozial­demokraten etwa das Zentrum zu ihrer Auffassung zwingen zu wollen. Ein derartiges Verhalten läßt sich eine große Partei unter keinen Umständen gefallen.

Jetzt ist die Hauptsache, bah man sich vor Augen hält, worauf cs wirklich anfommt. Der Reichstag und namentlich die beiden genannten bürgerlichen Parteien stehen vor der Frage, ob sie cs auf eine Reichstagsauflösung und Reu- wählen mit allen ihren unerfreulichen Begleit­erscheinungen ankommen lassen wollen oder nicht, zumal im Hinblick darauf, dast voraussichtlich doch eine nennenswerte Verschiebung der Parteiver- hältnisse durch eine Reuwahl nicht zu erreichen sein wird. Unter solchen Umständen wäre es besser, man machte den Versuch, mit e ner bürger­lichen Regierung eine gesunde nationale und soziale Politik zu treiben.

Dr. Curtius empfängt die Zentrumsführer.

Die Entscheidung auf Freitag vertagt.

Berlin, 13. Ian. (SIL) Heute nachmittag 5 Uhr wurden die Führer der Zentrums^rteu die Abgccrdneten von Guerard und Ste­ge r w a l d im Reichswirtschaftsministerium von Dr. Gurti und dem Reichsaußenminister Dr. Strcfemann emp'angen. Die Zentrums^ührer kehrten nach dreistündiger Aussprache wieder^nach dem Reichstag zurück und berichteten ihrer Frak­tion kurz über die Unterredung. Die Frakiions- sihung wurde aber sogleich abgebrochen, ohne daß in eine Beratung eingetreten wurde. Die Zentrumsfraktion will sich vielmehr erst ara Frei­

tagnachmittag 5 Uhr wieder versammeln. Amtlrch wurde über die Besprechung im Reichswirtschafts­ministerium folgendes Kommunique veröffentlicht: Heute nachmittao fand die angekündigtc Be­sprechung zwischen den Beauftragten der Zen- trumsfraltion des Reichstages, den Abgeordne­ten o. Guörard und Stegerwald und Dr. E u r t i u s und dem Reichsaustenminifter

Dr. Strefemann im Reichswirtschafts- minifterium statt. Die Vertreter der Zentrums- frattion trugen die schweren inner- und austen- politischen Bedenken vor, die die Zentrums­sraktion gegen die Bildung der von Dr. Curtius in Aussicht genommenen Regierung habe. Dar­an schlost sich eine eingehende Aussprache an. Herr Dr. (Surtius hat in Aussicht genom-

Oer amerikanisch-mexikanische Streit

Dor dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen.

London, 14. Jan. (IDIB. Funkspruch.)Daily Telegraph- berichtet aus Reuyork, die Meldungen mexikanischer Korrespondenten bezeichneten die Lage in der Hauptstadt Mexikos als so gespannt, dast eine Lösung der Beziehungen zu den ver­einigten Staaten noch diesen Monat erfolgen könne. Diese Meinung sei der Riederschlag des Eindrucks, den die Erklärungen Loolidges und Kelloggs in Mexiko gemacht hätten. In einer Erklärung an die Associated Preß spricht der liberale Präsident 5 a - casa von Rücktrittsabsichten, da dadurch vielleicht die Möglichkeit eines Krieges Nicaraguas mit den übermächtigen vereinigten Staaten verringert werde, wenn es auch seht schon Tatsache sei, dast beide Länder sich im Kriegszustand befinden. Sorahs Feldzug gegen Loolidge.

Washington, 14. San. (WTB. Funk­spruch.) Senator Borah griff im Senat die Poli­tik der Regierung gegenüber Ricaragua an. Er forderte die Regierung auf, in ihren Beziehun­gen zu Mittelamerika die Anwendung von Ge­walt zu unterlassen und Freundschaft durch freundschaftliches Verhalten zu schaffen. Die Monroedoktrin komme nicht in Frage. Keine nichtamerikanische Regierung erstrebe einen Landgewinn ober versuche, die Re­gierung von Ricaragua zu stürzen. Die Vereinig­ten Staaten hätten auf Grund der Monroedoktrin kein Recht, in die Rcgicrungsangelegcnheiten irgendeines rnlltclamerikamschen Landes sich ein- zumischen. Zweck der Monroedoktrin sei es, die lateinamerikanischen Bürger von der Beherrschung durch Ausländer zu schützen. Wir können nie­mals Frieden in M.ttclamerika haben, wenn wir uns nicht auf den Voliswillen stützen. Gegenüber Ricaragua solle Amerika ebenso handeln, wie gegenüber den mächtigen Rationen, bei denen zu intervenieren Amerika sich ja auch nicht er­laube. Schließlich forderte Borah die Zurück­ziehung der amerikanischen Trup­pen und Ausschreibung neuer Präsidentenwahlen in Ricaragua. Die Entscheidung über das mexika­nische Oelgcseh werde am besten einem Schieds­gericht übertragen. Amerika dürfe auf keinen Fall seine Macht zur Errichtung des noröameri- kanifchen Imperialismus in Latein-Amerika miß­brauchen.

Die mit großer Spannung erwartete Rede des Senators Borah stellt einen glatten Bruch mit der Rcgierungspolitik dar. Wäh­rend der Rede waren die Galerien des Senats überfüllt.

Die Rede Staatssekretärs Kellog über die drohende kommunistische Gefahr hat bei der

Opposition im Kongreß nicht die geringste Wir­kung gehabt. Von den Rednern der Opposition wurde erklärt, daß die Ausführungen über den Kommunismus dazu bestimmt seien, die Oppo­sition und die Weltmeinung umzustimmen, daß es sich also nur um eine Propagandaaktion der Regierung handele. Senator W Heek er er­klärte. Kellogg habe bewiesen, daß lediglich einige amerikanische Kommuni st ennach Mexiko abgeschoben worden seien, Mexiko also allen Grund habe, die Vereinigten Staaten dafür anzugreifen. Kellogg verwechsele schein­bar Kommunismus und Liberalismus. Die An­klagen Kelloggs basierten auf unwesentlichen Din­gen, die bereits Jahre zurücklägen. Kcl- log müßte eigentlich ebenso wie gegen Zentral­amerika auch gegen den Senat Kriegsschiffe in Bewegung setzen.

Auch die amerikanische P r e s s e ist nicht sehr begeistert von Kelloggs Erklärungen über die Tätigkeit der Kommunisten. DieRewyork Times" schreibt: Es ist der amerikanischen Tradition un­würdig, wenn die Regierung behauptet, daß der wirkliche Beweggrund für ihre Politik in Zentral­amerika die schmähliche Furcht vor den ruf» sifchenRevolutionären sei, bi« von keiner Ration, am wenigsten von den Vereinigten Staa­ten, gefürchtet zu werden brauchen. DieRew- york World" ist der Ansicht, daß die amerikanische Regierung ernsteDinge vorbeveite. Der gegen Mexiko geführte Schlag könne nur so erklärt werden, daß er entweder vollkommen unverant­wortlich ober vorsätzlich unfreundlich war. Kel­loggs Erklärung wäre daher nur Propa­ganda, um sich selbst aus der Patsche zu ziehen, oder ein Versuch, die öffentliche Meinung zu erregen als Vorspiel zu dem diplomatischen Bruch und zum bewaffneten Eingreifen. Da Ame­rika völlig antisozialistisch eingestellt ist und leinen Unterschied zwischen Sozialismus und Bolsche­wismus macht, kann durch nichts besser die öffent­liche Meinung beeinflußt werden, als mit der­artigen Schlagworten. 3m übrigen sind die Zei­tungen weiter mit Greuelmeldungen aus Mexiko gefüllt. Man sagt, Mexiko sei in völliger llnorb- nung. In der Rähe von Mexiko-Cif) hätten Amerikaner 142 airgesehene Mexikaner au gelängt gefunden, die von den Regierungstrupp eil dorthin verschleppt worden seien.

Die A.B.T.-Slaalen bieten ihre 'BermitHunq an.

London, 14. Jan. (MTV.-Funkspruch.) Times" meldet, in diplomatischen Kreisen in Mexiko seien Gerächte verbreitet, daß Argentinien, Brasi­lien und Chile, beabsichtigen, ihre Dienste als Ver­mittler zwischen den vereinigten Staaten und Mexiko anjublefen.

Die Kontrollverhandlungen.

Die deutschen Ostsestungen.

Paris, 13. Ian. (WTB ) Seit Rückkehr des Generals v. P a w e I s z und des Geheimrats For- [ter nach Paris wird die öffentliche Meinung in Frankreich täglich mit Berichten überschüttet, die offenbar von einer Stelle inspiriert werden, die alle Veranlassung hat, die Dinge so darzustellen, als machten die eingeleiteten Verhandlungen keine Fortschritte. Während einerseits behauptet wird, die deutschen Delegierten hätten überhaupt keine neuen Vorschläge unterbreitet, wird andererseits wieder, und zwar in einer angeblich aus London stammen­den Havasmeldung, die sich auf Informa­tionen aus englischer Quelle in Paris stützt, erklärt, deutscherseits versuche man, die Dis­kussion nach Berlin zu verlegen. Demgegenüber muß, um lebe Zweideutigkeit zu vermeiden, feftge- stellt werden, daß General v. Pawelsz überhaupt nur über die Fe st ungen an der deut­schen O st g r e n z e verhandelt, während die Ver­handlungen "über die Begriffsbestimmungen für das Kriegsmaterial nach wie vor in Berlin zwischen deutschen und alliienen Sachverständigen geführt werden. Der Quai d'Orsay hat offenbar nach der alarmierenden Berichterstattung der französi­schen Presse aus London die Ueberzeugung gewon­nen, daß Tcndenzmeldungen entgegengetreten wer­den müsse, denn derT e m p s", der gewiß in der Frage der Entwaffnung nicht als unparteiisch be­zeichnet werden kann, muß erklären, daß dos fran­zösische Außenministerium ausdrücklich sestgeftcllt hat, daß die Verhandlungen im Gegensatz zu den pessimistischen Auffasiungen, die gestern und heute festzustellcn waren, sich'in einer eher günsti­

geren Atmosphäre vollziehen sowohl in Ber­lin wie auch in Paris. DerParis Soir^ kann so­gar derTemps"-Meldung noch hinzufügen, daß sich in den letzten Tagen eine überein stim­mende Auffassung über das Gelingen der jetzt im Gange befindlichen Verhandlungen zeige.

Der englische Pessimismus.

London, 14. 3an. (WT2. Funkspruch.) Rach bem bipsomatischen Berichterstatter des Daily Telegraph" herrscht jetzt in London die Ansicht vor. das; die Frage der Rechtsmäßig­keit der von der Reichswehr in der Rähe Königsbergs i. Pr. und anderer ostdeutscher Festungen gebauten Vorwerke auf bem Wege über Genf dem Haag zur schiedsrichter- llchen Entscheidung unterbreitet werden müsse. Perrinax meldet demDaily Telegraph" aus Paris, daß der Autorität Vri- ands ein sehr ernster Schlag verseht werden würde, wenn bis zum 31. 3anuar kein« Ver­ständigung erzielt werbe. Der Pariser Kor­respondent desDaily Telegraph" schreibt, in alliierten Kreisen bestehe der Wunsch, die augen­blicklich in Berlin ftatfinbenben Erörterungen über Kriegsmaterial ebenfalls nach Paris zu verlegen. Trotz der Andeutungen in einigen Abendblättern, daß die Lage besser sei. scheine der allgemeine Eindruck nach den Besprechun­gen der letzten beiden Tage noch keineswegs günstig zu sein.

men, am morgigen Vormittag über die Ergeb­nisse dieser Besprechung mit den Vertretern der Deutschnotionalen Dolkspartei zu verhandeln. Die Vertreter der Zcntrumssrak- tion nahmen in Aussicht, am morgigen Nach­mittag eine endgültige Stellung­nahme ber 3entrumsfrottion her- beizuführcn.

Die heutige Besprechung für die ursprünglich nur eine Stunde in Aussicht genommen war, dauerte fast drei Stunden an, so daß allein aus dieser Tatsache auf die Wichtigkeit ber Unterhaltung ?«schloffen werben kann. 3m Anschluß an diese Bc- prcchung konferierte Dr. Curtius längere Zeit allein mit bem Rcichsaußenininifter Dr. Ctrefe- mann. Nach bem augenblicklichen Stanb ber poli­tischen Lage wirb Dr. Curtius morgen abenb nach ber Fraktionssitzung bes Zentrums dem Herrn Reichsprösibenten seinen abschließen­den Bericht erstatten.

Die Lage.

DatzZcntrumbt'anspruchidcnKanzlcrPostt'n

Berlin, 14. 3an. (TU ) Obwohl über die heutigen Verhandlungen strengstes Stil.schwei­gen gewahrt wird, wird von den Wor zcnblätt.rn allgemein angenommen, daß die Bedenken, die die Zentrumspartei geäußert hat. d e n D c u t s ch- nationalen zur Kenntnis gebracht werden sollen, damit diese Gclegrnhcck hatten, sich zu ihnen zu äußern. DieDeutsche Tages­zeitung" erklärt in diesem Zusammenhang, falls oas Zentrum die Deutschnationalen sondieren lassen wolle, ob und unter welchen Umständen sie etwa doch bereit wären, eine Reg erung äu ermöglichen, an der sie zunächst nicht sel­ber beteiligt seien, könne schon jcht fest- gestellt werden, daß diese Frage von deutsch- nationaler Seite eine ablehnende Antwort« finden würde.

3n dem Stegerwald nahestehenden Gewerk-' schaslsorgan®cr Deutsche" wird noch einmal eines der Hauptbedenken des Zentrums gegen eine Kanzlerschaft Dr. Eurtius hervorgehoben, daß nämlich das Zentrum einer Besetzung des Kanzlerpoftens und des Außen- ministeriums mit Volks partcilcrn seine Zustimmung nicht geben werde. Wenn sich Dr. Curtius. so heißt es dann Weiter, entschlossen hat, trotzdem die fachlichen Verhandlungen sortzusehen. so tut er das in dem offensichtlichen Glauben, daß er Damit die Wege zu einer Re­gierung mit den Deutschnationalen ebnen kann. Die Führung des Kabinetts wird das Zen­trum stellen.

Für die Stimmung in den dem Zentrum nahestehenden Kreisen wird im übrigen als be­merkenswert eine Ausführung der Kocrespoirdenz der Bayerischen Volkspartei angesehen, in Der cs heißt:Sie Stellung Der Zentrumspar­tei ist im ganzen Spiel sehr bedeutsam. So un­abhängig ist Die Partei nicht, daß sie auf die Deutsche Volkspartei keine Rücksicht zu nehmen braucht. Auch von der Bayerischen Vollspartei wird das Zentrum wissen, daß sie volles Ver­ständnis für den Gedanken einer Politik der mitt­leren Linie hat, daß sie aber das 3entrum unter keinen Tlmständen auf Wege begleiten wird, die nicht mehr als Zentra mswege ange­sehen ~erben können, weil sie von der 3dee der nahen Mitte abirren."

Die wirlschaftlichen Spitzen­verbände bei Curtius.

Berlin, 13.Jan. (Wolff.) Um 10 Uhr vor­mittags fand im Reichswirtschaflsmimfterium ber Empfang ber Fndustrieoertreler durch Dr. Cur­tius statt, zu bem der Reichsverband der Deutschen Qnbuftrie, ber Deutsch« Jnbusirie. und Hanvelstag unb die Vereinigung ber deutschen Arbeitgeberver­bände etngelaben worden waren. Zu dieser rein informatorischen Besprechung erschienen u. a. die Herren Frohwein, Krämer unb Geheimrat Kastl vom Reichsocrband, Minister a. D. Hamm vom Industrie- und Handelstag, Präsident Braun­weiler unb Geheimrat Borsig von ber Arbeit­geberoereinigung. Die Vertreter wiederholten zu den zur Debatte stchenden Fragen ihren in der Oeffent- lichkeit bereits bekannten Standpunkt. Es wurde je­doch beschlosien, von einem Äommuniqus abzusehen.

Das preußische Stäötebauge^.

Berlin, 13. Ian. (V D. Z) 3m n.-ugebil- deten Landtagsausschuß für das Siebte- baugesetz wies Wohlfahrtsminister Hirt sieter zunächst darauf hin. daß wir gezwungen sind, m Den nächsten 3ahren eine Million Familien wohnlich neu unterzubringen. Es gilt, die Ar­beitslosen aus Städten und 3nbuftriegebieten in Gebiete zu bringen, in denen Mangel an Ar­beitern vorhanden ober für die Zukunlt zu er­warten ist. Der formelle Anlaß zur Einbringung des Gesetzes war der ülmstand, daß bisher die Bestimmungen über das Bauen in einer Anzahl von Gesetzen zerstreut waren. Es war notwen­dig, sie in einem Gesetz zu vereinheitlichen und zugleich die Bestimmungen den neu e ttichen Anforderungen über den S.ädtebau anzupasien. Dazu kommt die Aenderung in der Auffassung, für die richtige Unterbringung der Menschen überhaupt, die dahin geht, die Mer.schen wie­der in stärkerem Maße mit der Scholle in Verbindung zu bringen und die ®e-