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hinzuarbeLte». Dk $tc«enw aur OtaSeflereng er wirtschaftlichen. ßaae dc« Ä>gels«rge« («« schon im »origen 3jhrh jndrt^genftcmb ern .er Ikratirr.gen gewesen. 3efrt darf bte 2lrbeitaber nicht ruhen, sie muß zu einem s-uchtba-en ^folg j-sÄhrr toerder- Auch daS Ärei4amt arbr.tet int tirx.aen Jahren an einschlägigen Fragen, vor allem an der Einschränkung de« Acker- baue«, der Echasfung von Weihen, der Züchtung de« DogelSberger Rot- Vieh« u. o. Er ist mt dem Dor sitzenden bann einig, daß alle« geschehen muh. um e.ne U m - st«llung der Betriebe au ermöglichen. Sr verbricht, seine ganAe Äraft Dafür einzuletzen unb ist auch davon überzeugt, daß der Staat diese großzügigen Pläne unterstützen w.rd und mutz. . « . . ,

Landwirt Fischer- Sichenhausen schttbertc dann noch einmal kurz aber treffenb bie schwere TZotlage de« Bogel«berge«. Trotz de« schweren Geschickes lieben auch toir unsere Heimat. Der- AtDcifelt suchen wir nach *2K;ttdn und Wegen, um au« dieser fürchterlichen Rottage herauS- Aufommen. An einzelnen Beispielen zeigte er. wie weil die Rot schon fortgeschritten ist. Die Hllle der Regierung kann nur eine augenblickliche sein. Da« hat da« Jahr 1925 klar aejeigt. ODir wollen nicht immer al« Bettler nach Darmstadt gehen, sondern der Regierung gleichzeitig einen Pstm vorlegen, mit bellen Hilfe wir unter Unter­stützung ber Regierung au« bet Rotlage herauS- zu kommen hoffen. Zum Schlüsse bat er um ruhige unb >achliche Behandlung, ba nur dadurch da« Ziel der Dersammlung erreicht werden könne

Hierauf trug Herr Weidner- Herchenhain die Wünsche und Beschlüsse ber Herchenhainer Dersammlung vor. Der Anfang ber Umstellung mutz unbedingt die Feldbereinigung un Rahmen eine« allgemeinen ® en er a 11 u [ t u r- plane« für den oberen DogelSberg sein. Die -Zucht de« Dogclsberger Rotv eh« ist zu begünstigen. Ergänzend fügte ber Vorsitzende noch an, dah eine geringe Umstellung schon da­durch zu erreichen sei, dah bet Winterfruchtbau wegen seiner Unrentabilität zugunsten de« Sommer- und Hackfruchtanbau- gänzlich einzu- stellen sei.

3n längeren Ausführungen äußerte sich bann LandwirtschaftSdirektor Dr. Helfen über bie Maßnahmen, die zur Umstellung ber Betriebe auf Viehzucht notwendig seien. Er unterscheidet Augenblick-maßnahmen unb Maßnahmen auf lange Sicht.

Hierauf sprach ber kommunistische Abgeord­nete Angermeier, der bie Rotlage der Vogelsberger Dauern für seine Zwecke auszu- bcutcn suchte. Der Dor sitzende trat ihm energisch entgegen und verhinderte dadurch, baß die Behandlung der Sache in« politische Gebiet überging.

Kreisbirektor Dr. Michel, Lauterbach, be­tonte vor allem den großen Zug ber durch die Dersammlung gehe. Der Dogeisberger Land­wirt will nicht Kostgänger bei ber Re­gierung sein. Gc will dem Staat beweisen, daß er große Ziele hat unb daß er Wege sucht, die ihn von ber Hilfe de« Staate« unabhängig machen werden, ja die e« dem Landwirt ermög­lichen, die früheren Hilfen durch erhöhte Steuern wieder auSzugleichen. Rur der Fortschritt ist richtig, ber sich auf einer guten Ueberlieferung und auf ben tatsächlichen wirtschaftlichen Verhält­nissen aufbaut. Er empfahl daher al« guter Kenner ber Vogelsberger Derhältnisfe Um­stellung auf Weidewirtschaft. Dor- auSsetzung sei aber eine generelle Bereinigung de« ganzen Dogelsberge« durch einen großen Kulturplan.

Der nächste Redner. Landtagsabgeordneter Dr. Leuchtgen« führte etwa folgendes aus: Die Hilfe tut im Augenblick not, es ist uns ganz gleichgültig, wie es im Vogelsberg in 30 Jahren auSschen wird. Aber auch er ist für Verwirk­lichung der Plane und sagte die Hilfe ferner Fraktion zu. Weiter sprach er über die allge­meinen Gründe, die zur Rotlage der gesamten deutschen Landwirtschaft geführt haben.

Herr Stein, Stumpertenrod, setzte sich als prakkischer Landwirt mit Warme für einen all­gemeinen Generalkulturplan für den DogelSberg ein. Er forderte bie Landwirte zum Zusammenhalten auf. dann wäre ein wirk­licher Fortschritt, ber nur burch eine allgemeine Umstellung kommen könne, sehr leicht zu erreichen.

LandtagSabgeorbneter Jost referierte nun über feine Anträge im hessischen Landtag. Er ging weiterhin noch einmal ausführlich auf die Schäden und Fehler de« früheren Generalkultur­plans ein und befürwortete mit Wärme einen neuen Generalkulturplan, der aber mit maß­

gebende r Beteiligung der dabei in Frage kom­menden Gemeinden ausgestellt wird.

Herr Schnägelsberger. Alsfeld, machte Ausführungen in steuerlicher Hinsicht und emp­fahl, dies« Fragen ben berufenen Vertretern des Landbundes zu überlassen. ...

Herr Th. Tellarius Schotten, tote« auf die Bestrebungen der Lanbwi-tschaftskammer hin, die sich in dem Sinne unb dem Wunsche der Ver­sammlung bewegten. Er wirs weiter auf ähn­liche Derhältnisfe in Baben hm und forderte, daß diele ZukunftSpläne nicht auf weite Sicht behandelt würden, sondern sofort in Angriff ge­nommen würden.

Regierungsrat Dr. P l o ch vom «Finanzamt Schotten sprach als Vertreter ber mit Unrecht meist gehaßten Behörde. Er erklärte, daß er alle« veranlassen werde, um die Rotlage zu lindern, unb empfahl, von einzelnen Steuerstun­dungsgesuchen Abstand zu nehmen ba wegen der allgemeinen Rot eine generelle Regelung notwendig sei.

AlS Ergebnis der Derfammlung wurde eine

Entschließung

einstimmig angenommen, die folgenden Wort­laut hat:

..El« zahlreiche Dauernversammlung. die sich am 9. Oktober auf dem HoherodSlopf zusammen- gefunben hat, forbert erneut von ber hessischen Regierung weitgehende Hilfsmaßnah­men für bie durch Witterungsschäden in bringende R o t geratene Bevölkerung des Voaelslerges, insbe'onlere verlangt sie S te u e r- erlässe für Landes steuern, Ermäßi­gung der Umsatzsteuer von der Reichs­regierung und kostenlose Lieferung von Saatgut für Winter- und Sommer­getreide. Weiterhin fordert sie Staats­mittel zur Durchführung der Feldbereini­gung als Vorarbeit für bie Durchführung bed nach wirtschaftlichen Erfahrungen abgeänderten Gener alkulturplans des Staatscates Weber in ben Gemeinden ^es Dogelsberge«. und die baldige Dorlage eines Ku'kurplancs ähn­lich wie beim Riedprojekt in ö.arlenburg.

Weiterhin wurde noch bie Bildung einer Kommission für bie Dorarbeiten des ge­wünschten Kulturplons beschlossen, bie sich aus Vertretern ber Gemeinden unb ben Behörden zusammensetzt. Die Kreisämter haben bie so­fortige Inangriffnahme dieser Arbeiten zugesagt.

Dann wurde noch angeregt, daß Gemeinden, die sich aus irgendeinem Grunde an der Ver­sammlung nicht beteiligen konnten, unverzüglich an den Versammlungsleiter, Fortbilbungsschul- lehrer Steinmann, Herchenhain, die Ramen ihrer zwei Kommissionsmitglieder mitteilen, da- mit ihnen ber genaue Zeitpunkt ber Verhand­lungen in Darmstadt befanntgeqeben werben kann unb sie dadurch Gelegenheit bekommen, an den Verhandlungen teilnehinen zu können. Auf diesen Beschluß ber Versammlung fei noch einmal hin- getoiefen unb gleichzeitig angefügt, bah diese Meldungen spätestens am 16. Oktober im Besitz des Versammlungsleiter« fern müssen.

So war das Ziel ber Versammlung in ge­meinsamer harmonischer Arbeit erreicht. Und so konnte ber Vorsitzende bie Versammlung mit Worten be« Dankes an alle Teilnehmer schließen und mit Berechtigung dem Wunsche Ausdruck geben, bah ber 9. Oktober 1927 ein geschichtlicher Tag für ben Vogelsberg geworden fei und ber Anfang einer neuen und besseren Zeit für bei Vogelsberg sein möge.

Schöffengericht Metzen.

* Gießen. 12. Oft Am 22. April fuhr der Kraffwagensubrer Sy E. von Ober-Rosbach mit dem Wagen feine« Friedberger Dien st Herrn durch Ziegenberg. Er überholte dort c nen Kraftlastwagen mit Anhänger. Beim Weiter­fahren will er nun sein Augenmerk lediglich nach vorne gerichtet und erst bann bemertt haben, baß ihm ein Kind von rechts her auf den Wagen zulief, als eine bet Insassen aufschrie. Er hat darauf nach seinen Angaben ben Wagen nach links gerissen und gebremst. daS Kind war aber schon übersahren unb starb am nächsten Tage. Rach umfangreicher Beweisaufnahme verurteilte da« Gericht den Angeklagten wegen fahrlässiger Tötung. Es hielt für erwiesen, daß er daS Kind schon auf eine größere Entfernung hin ge- schen und unzulässigerweise versucht fcae, auf bet linken Seite der Straße an dem Äinb vot- beizukoinmen. Mit Rücksicht auf verschiedene 8 traftn i lde rungsgründe würbe auf 2 Monate Gefängnis erkannt.

Giehener Stadttheater.

Vernarb Lhaw.Kapitän Braßbounds Bekehrung."

Wenn ber tapfere Abo el Krim nicht von ben Franzosen in bie Verbannung geschickt unb nicht heute schon samt feinem zähen Unabhängig* keit«lamps so gut wie vergessen toure, bann würde diese« 8tiirf von g.uu besonderer Aktualität fein; denn e-8 spielt in Marokko, und der zweite Akt versteigt sich sogar in« AilaSgebirge. Die aktuelle Bedeutung jedoch, die Shaw bei seinen 3 Akten vorschwebtc. ist von ar derer Art, ist nicht an die Vergänglichkeit politischer Tageseregnsfe ge­bunden. ist bie gleiche wie in Galswort hyS Loyalties. ist bie erste unb letzte Aktualität bei Shaw überhaupt Ablehnung der destel-enben Gcsellschast unb ihrer Einrichtungen, insbesondere ihrer RechtSvslege; Kritik. Spott. Hohn, Bloß­stellung, Besscrwisien. Drauf schlagen und immer unb unter allen Umständen .dagegen" und anderer Meinung fein: biti war von je die Freude Shaw«, ba« ist die Meimmg auch in diesem Stück.

Zwar geht über Anlaß unb Anregung zu »Br.chbounb« Bekehrung" eine anmutige Legende um: von ber Geburt ber Komödie auS dem Geiste der Ritterlichkeit, sehr frei nach Rietzsche; näm­lich: «« fei einmal eine bekannte englische Schau­spielerin Großmama geworben unb habe Tränen darob vergossen, daß nun bie schöne Zeit der jugendlichen Heldinnen (unb so) endgültig vor­über sei. Da habe der gute Shaw. Kavalier vom Dollbart bis zur Sohle, ihr diese Rolle aus den zarten Skib geschrieben, in der sie eine Ge­legenheit bekommen sollte, da« Gegenteil zu be- beweisen.

nun aber um die Rolle herum auch noch, rückstündigerweise, ein Drama sein mußte so entstand die wilde und aufregende geben- V"t 'M Lande Abd d Krim«, bte Geschichte von ber Bekehrung be« RauberhauptmaTtns Bratz-

bound, unb al« baS Ganze fertig war. ba mußte jedermann sehen. baß Shaw wieder einmal nicht auS feiner Haut hevauSgekonn: hat. Die Haupt­sache ist nämlich gar nicht fo sehr bte Bekehrung be« rauhen Mannes durch bte Güte unb ben Lieb­reiz der schölten unb tugeubfamen Lady Eicely..., sondern die Dvrgdchichre der Bekehrung, die Ge­schichte von Groll und Rachedurst des wilden Brahbound. Und indem man bie erfährt, wun­dert man sich, wie leicht George Bemard Shaw c« sich gemacht hat. um wieviel leichter zum wenigsten, als sein Landsmann GUsworthy, dem bitter ernst war, und der nicht das leiseste ßädxrln um die Mundwinkel hatte, als er Loy.ilties fdyrieb. Shaw aber feixte breit, alS er jum Iagbhieb gegen Sir Hallam, den Oberstaats­anwalt, ausholte. Der begleitet nämlich Ladh Ctceln auf ber Reise nach Afrika. Millionär Rankin in Mogador besorgt ihnen al« Führer bei der Expedition ins Innere den Brahbound. Jetzt kommt es man staune: es stellt sich heraus, daß ber Dock zum Gärtner gemacht würbe, denn Draschound ist ber verlorene Sohn von Hallams Derftorbene:n Bruder. Und er hat eine Wut, toctl Hallam schlecht gegen seine arme Mutter war und ihn um sein Erbteil gebracht habe. So ein Staatsanwalt! Man denke nur.

Wie bie Reisenden aus ben Hauben feind­luder Berg stamme gerettet werben, denen Braß- bounb sie freundlich zugebacht hat, wie der Kapi­tän bestraft werden sott unb endlich zu einem frommen unb gottgefälligen Wandel bekehrt wird, wie Eicely alles zum Besten wendet ba« erfühlt ber zweite und bet dritte Akt und ist amüsant, aber nicht weiter wichtig. Die Haupt­sache ist nunmehr: bie Geburt ber Komödie au« bem Geiste der Ironie unb ber Gescll'cvasiskritik. Mle« gebt gut au«; ein Wunder, bah hierin unb Brahbound sich am Eiide nicht noch .kriegen" 2Ler wenn sie inzwffchm ba« Ganze begab

hn Jahre 1899 nicht gestorben sinb. dann leben sie noch heute.

^Ilnd dos ist eine Betrachtung, bie alle ®in- toände und gehässigen Bedenken sogleich im Keim

Oberheffen.

Landkreis Gietzen.

Lang-G öns, 12. Ott Am Sonntag hat die Kleinkaliberschützenabteilung des hiesigen Kriegerverein« ihr Herbst- i ch i e h e n abgehalten. Geschossen wurden 15 Schuß 50 Meter kniend. Zehner-Ringscheibe. Den ersten Preis mit 101 Ringen erhielt Aug. Herbei, ben zweiten <94 R.) Karl Söhn- gen. den dritten (91 R.) Wilh. Henrich, den vierten (85 R.) Otto Herbel. ben fünften (62 2L) Wilh. Bink, den sechsten (82 R.) Otto Ru­dolph. den liebten (66 R.) Hans 2 l t h a u s. ben achten (65 R.) Friede. Höfer. Der ge­stiftete Ehrenpreis wurde von Wilh. Henrrch errungen. Bei günstiger Witterung soll an den nächsten Sonntagen weiteres Uebungssctz e en ab- gehalten werden. Es wäre zu begrüßen, wenn bie Lang-Gönser Jugend dem edlen Sch ri spart sich mehr als bisher widmen wollte.

V Mainzlar, 12. Oft. Sin Unfall, bet leicht schlimme Folgen hätte haben können, er­eignete sich gestern nachmittag bei dem Auto- schuppen ber hiesigen Firma Scheidhauer ft Gieß in a. Dort wollte ber Ehausfeur ba« Per- sonen-Autv aus bem Schuppen herausfahren, als in benfeiben Augenblick ein bei ber Firma beschäfttgter Arbeiter Kehr aus Mairrzlar mit seinem Fahrrad den Weg kreuzte. Beide stie­ßen dabei zusammen. Rur durch ben Umftanb, daß ber Ehauffeur sehr langsam fuhr, kam ber Arbeiter mit einigen Hautabschür­fungen unb Prellungen ohne sonstige ernste Verletzungen davon. Das Fahrrad wurde zum größten Teil demoliert.

j Mainzlar, 12. Oft Dank des guten Wet­ters der letzten Woche ist die Gemüseernte bei uns zum größten Teile eingebracht. Sie ist vor­züglich ausgefallen. Allenthalben sicht man wieder Haufen eingegrabener Dickwurz auf den Aeckern, ein Zeichen dafür, daß mancher Keller bereits voll ist. Die Aussaat des Wintergetreides kann bei dieser guten Witterung ebenfalls bis Ablauf der Woche zum größten Teil als beendet angesehen werden. Recht geringe Nachfrage besteht gegenwärtig nach 0 b st. Während in früheren Jah­ren reger Derladebetrieb an unserem Bahnhof herrschte, sind bis jetzt im ganzen nur drei Waggon Fallapfel verladen worden. Die Händler bezahlen 2 bis 2,50 Mk. pro Zentner.

z Aus dem DuseckerTal, 12. Oft. Am Bahnhof Großen-Duseck werden zur Zeit große Mengen Tafel - und Kelterobst auS Gr- Buseck und ben umliegenden Dörfern waggon­weise verladen. Für das Tafelobst werden 8 bis 10 Mk., für das Kelterobst 2.50 Mk. für ben Zentner bezahlt.

b. Beuern. 12. Oft. Bei der von Jahr zu Jahr sich steigernden Bautätigkeit wird cs als äußerst vorteilhaft empfunden, daß man nicht mehr, wie früher, den zum Bauen nötigen Sand bet Gießen ober Wieseck zu holen braucht. In ber Rähe ber Reumühle betreibt ber jetzige Besitzer auf bem sog.Pfaffenköpf" ber Rame rührt von bet früheren Zugehörigkeit dieses Di- strikts zum Kloster Arnsburg her eine Sand­grube. In den oberen Schichten findet sich weißer Sand, ber von ben Weißbindern zum Tünchen verwandt wird. Auch ber tiefer lie­gende gelbe Sand ist von vorzüglicher Güte und wirb auch von ben Rachbarorten, besonder« von Ber «rod, viel geholt, ba bie Dersröber eine besonders bequeme Zufuhrstrahe zu der Grube haben. Die Sandschicht hat eine Mächtigkeit von etwa 3 Meter. Um aus den tieferen Tellen des Betriebs baS Wasser abzuleiten, hat man einen Durchstich nach bem vorbeifliehenden Mühlenbach vor genommen. DaS Vorhandensein eine« Sandlagers war zwar auch früher schon befannt, jedoch wird eS erst durch ben derzeitigen Inhaber der Reumühle ausgebeutet. Ein: längst verwachsene Dcrtiefung beutet darauf hin, daß auch früher schon einmal im kleinen hier Sand gegraben worden ist. In diesem Herbste wur­den zum erstenmal in unserem Ort, wenn auch nur von einzelnen Landwirten, Kartoffelschleu­dern zum Ausmachen verwendet, während die Kartoffeln bisher nur mit bem Pflug ausgezackert unb vereinzelt auch noch mit bem Karst aus­gehackt wurden. Zahlreiche Zuschauer fammelren sich in ber ersten Zeit immer wieder, wo bie neue Maschine in Betrieb gesetzt wurde. Wie man hört, haben bie offensichtlichen Dorteile dieser Kartoffelerntemaschinen eine ganze Anzahl wei­terer Landwirte veranlaßt, sie im nächsten Jahre auch anzuschaffen, da gerade im Herbst jede Zeitersparnis doppelt schwer ins Gewicht fällt.

# Hungen, 12. Oft. Die hiesige Spar- und Leihkasse hielt am Sonntag eine außer­

ordentliche Generalversammlung ab, bie sehr gut besucht war. Es wurde beschloßen, an Stellt des verstorbenen langjährigen Rechner» Emmel besten Vertreter H. Büttel zum Ren­danten zu ernennen. Weiterhin wurde der Bc» ichlutz gefaßt, von der Stadt einen neben ber katho­lischen Kirche liegenden Bauplatz käuflich zu er­werben, um darauf ein eigenes Kossenge- b ä u b e zu errichten. Mit der (Erbauung soll im kommenden Frühjahr begonnen werden.

Kreis iyricbberg

«X Bad-Nauheim, 12. Oft. Zu den lehr­reichsten Denkmälern au» der Römerzeit gebärt dank der von Prof. Helmke (Gießen) geleisteten For­scherarbeit das Kastell (Eapersburg, da» in de» letzten Jahren immer häufiger von Ausflügler» ausgesucht wird. Nicht immer behandeln die Be­sucher aber die ausgegrabenen Kastellreste mit der Sorgfalt, die man Altertümern zuwenden muß. E» waren daher in den letzten Wochen durch das Hoch- bauamt Friedberg verschiedene Ausbcstrungsordei» ten nötig, die von einer hiesigen Baufirma aus­geführt worden sind. Es handelte sich vor allem um Arbeiten an dem freigclegten ranfrfd)tn Bad, das durch den Fremdenverkehr gelitten hat, seitdem ber schützende Drabtzaun nicht mehr erhalten ift Wie man hört, sollen im nächsten Jahre zur Fort­setzung der Ausgrabungs- und For­scherarbeiten größere Mittel vom hessischen Staat bereitgestellt werden. (Einer ber men gen noch lebenden Mitkämpfer von 1870 71 feierte gestern seinen 8 0. Geburtstag in bester Rü­stigkeit. Es ist der Feldschütz i. R. Ronr. Wagner im nahen Schwalheim.

Kreis Büdingen.

nb. Ribda, 12. Oft. 3m Gasthaus .Zur Krone" fand jetzt die diesjährige Haupwerlanun- lung ber hiesigen DezirfSsparkasse statt. Der Direktor Der Kasse, Rektor Gatzert, er­stattete ben Rechenschaftsbericht über da« abgelaufene Geschäftsjahr, ba« al« recht gün­stig bezeichnet werden kann. Rach bem je)em Teilnehmer gedruckt Überrc.ch en Geschüstsberie^t betrugen die Einnahmen 6 354 032,41 Mk., bte Ausgaben dagegen 6 320 170,97 Mk., so baß ein Rechnungsrest von 33 861,41 Mk. verblieb. Di» Zahl bet Sparkassenbücher hat um 341 Stück zu­genommen, bie Zahl ber G.rv-Konten um 15. Rach ber Höhe des Guthabens der 1267 Konten verteilt sich dasselbe auf die Einleger bi« 500 Mk. a 940; 327 haben über 500 Mk. bi« über 10 000 Mk. Guthaben. Für bas verstorbene Dor- ftanbdmitglieb Kaufmann Heinrich Rappvlt wurde Bauunternehmer Adolf L u p p von hier ge­wählt. Iustizrat Dr. Reh h.ell bann einen Vortrag über bie Zweckmäßigkeit des Zusammen­schlusses der hessischen Girozentrale und ber Kommunalen Landesbank in Darmstadt. Die Er­läuterungen des Redners waren so überzeugend, daß die Versammlung ben Anschluß ber Bezirks­sparkasse Ribda an den Verband cinftimnrig be­schloß.

# Nidda, 12. Oft. Eine Versammlung der Bürgermeister de» Kreise» fand dieser Tage unter Vorsitz des Bürgermeisters Albrecht aus Düdelsheim und im Beisein von Rreisbv'tor Dr. ® a ß n e r in Büdingen statt. Allgemein n)u~be Klage geführt über den schlechten Zustand der L a n d ft r a tz e n. Es wurde einhellig belchlos- fen, entsprechende Anträge l m Landgemeindctast zu stellen. Auch die Kostensrage der Tfiafterunq der Ortsdurchfahrten wurde eingehend besprochen

# Echzell, 12. Oft. Der jüngste hiesige Schweinemarft hatte einen außergewöhnlich starken Austrieb von 431 Stück zu verzeichnen. Ob­wohl er von Kaufliebhabern stark besucht war, wur­den nur geringe Preise erzielt. Während zu Beginn de» Markte» die Preise auf der Höhe de» letzten Markte» einsetzten, flaute das Geschäft im Ver­laufe sehr ab. (Ein großer Teil de» Jungviehs wurde n^cht abgesetzt. Nachfrage bestand hauptsäch­lich nach starken Tieren, die mit 25 bis 35 Mf. für das Paar bezahlt wurden. 6 bis 7 Wochen alte Ferkel kamen auf 10 bis 12 Mf. pro Kopf. Stärfere Springer unb Einlegschweine waren gesucht, da» Stück wurde je nach Große und Alter mit 30 bi» 45 Mf. bezahlt. Man ist hier eben mit dem Ein- ernten der Dickwurz beschäftigt, die sich bei dem Sünftigen Wachsweiter sehr gut entwickelt hoben, nollen von 20 Pfund Gewicht find feine Seltenheit. Die Anbaufläche ist zugunsten ber Zuckerrüben, die in den letzten Jahren immer mehr angebaut werden, zurückgegongen. Bei dem diesjährigen Mindestpreis non 1,70 Mf. pro Zentner gegen 1,05 Mf. im Vorjahre sind auch Heinere Landwirte zum Zuckerrübenbau übergegangen, zumal neben Lieferung billiger Trockenschnitzeln der hohe Futter- wert des Rübenkrautes zum Anbau reizt. Außer­dem haben die Zuckerfabriken in Würdigung

erstickt; z.B baß e« doch komisch fei.. . komischer, als es in einer Komödie erlaubt ist..., baß aus­gerechnet bie gute Eicely unb ber böse Staats­anwalt zusammen eine so weite unb beschwerliche Reise tim, unb baß sie ausgerechnet in Marokko diesem Manne begegnen, gerabe diesem, bem sie besser nicht begegnet wären. Der Kritiker Alsreb Polgar hat sogar hämischerweise erwogen, ob es mir ber ganzen Bekehrung nicht überhaupt Essig sei, wenn Laby Cicely einen Blähhals hätte unb eine Warze am Kinn unb O-Beine. .Aber sie hat ein halbes Antlitz wie bie kolorierten Mägden m ber Christraas number berLondons News*-. Unb bas charmanteste Lächeln. Unb bie schönsten Augen. Und bie Deine sieht man bei Shaw nicht."

Die Rolle ber Eicely ist wirklich, was man bei Shaw kaum erwartet hätte, so etwas wie eine Liebeserklärung an ihre Trägerin, bie noch boAU bie unglaubliche Ehance hat, ganz allein unb ohne jede Konkurreitz unb weibliche Nach­barschaft unter vielen weißen und braunen Män­nern geschäftig einherzuwanbeln, unb Gute« zu tun. Maryela Dau mann tat am gestrigen Abend sehr viel Gutes, tat es mit soviel strau­licher Grazie, Schelmerei unb überlegner Be­wußtheit ihres Geschlechts, baß man ganz vergaß, sich darüber zu Wundern. was für phantastische Hüte um 1899 getragen wurden unb was für lange Röcke, selbst im Atlasgebirge. wo bas sicher recht beschwerlich ist.

Bekehrt wurde Gefser«, man fühlte sich bei brekem wohlgefälligen Werke de« öfteren angenehm an feinen weiberte.üblichen Esirsieblcr in .DoverEalaiS" erinnert; vielleicht nahm er seine Sache ein wenig zu schwer, aber seine ernst­hafte unb ehrenvolle Kapitulation laßt, was wirllich nicht vonnöten ist, den Glorie ifchein seiner Uebertrnnberin in noch milbcrem Lichte erstrahlen.

Biel schwierig« hatte c« Telekv, ber ben von Shaw wirklich wenig liebevoll aus gegatteten Hal­

lam spielte: einen langen, hageren, zugeknöpftere Gentleman, ber sich trotz allem redlich ben - . bas Ansehen Olbenglanbs unb feiner Rich r- schast auch im finstersten Marvlk nicht vertom nen zu lassen.

Aus ber abenteuerlichen und wahrhaft fclkn«» werten Schiffsbesatzung des Kapi ans verdient K u r z h o f f hervorgehoben zu werden, ber ein dunkles Subjekt mit Ramen Felix Dnnkwat« zum besten gab. bas in brolligem K ladtrweffch unpassende Zwischenrufe anbringt unb sich wich ig macht. Dolck war ein würdiger Miffivnar, Schubert ein stattlicher unb wohlwollender Marineoffizier. T annert ein Hn ft er er Berber» ^id) und Gehre ein aufgeregter Kadi in wallendem Burnus.

Die Aufführuna unter Telekhs Führung war auf einen frischen unb heiteren Ton ge­stimmt (einige textliche Unebenheiten im dritten Akt werben sich ab'cMcifen) unb hatte in drei sehr hübschen unb stimmungsvollen Bühnenbil­dern bie Herren Löffler imb Keim feien mit Anerkennung genannt die intercflant? Aus­gabe gelöst. unS einmal afrikanisch zu kommen.

Es war ein amüsanter Abend Dr. Th.

Hochschulnachrichten.

Mit Wirkung vom 1. Oktober 1927 ab sind an der Leipziger Universität in ben Ruhe- stanb getreten: Der ordentliche Professor ber speziellen Pathologie unb Therapie Dr. Friedrich Rolly unb ber Ordinarius der Statistik Geb. Reg.-Rat Dr. Eugen Würzburger. Dm amtliche Ernennung be« Geh. Hofrat« Prof. Dr. Zerdinanb Sauerbruch zum ordentliche» Proselior in ter Medizinischen Fakultät ber Uni­versität Berlin ift jetzt erfolgt. Professor Dr Eduard Luka« in Graz wird bem Ruf auf den Lehrstuhl der Dolkswirtichaflslehre und Staustik als Rachfolger von Prof. Süden an der Universität Tübingen folgen.