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llr. 240 Erster Blatt

Donnerstag, 13. Moder (927

177. Jahrgang

Die Tagung des deutschen Einzelhandels

Licht auf die Fi sellschaft, die in P,

tischen

am

Vertrages

den kann.

Der preuhijche Staatsrat zur Befotoungsreform

Ä.

Eigener Drahtbericht des ..Gießener flnaeigers*.

Berlin. 13.07t Der bereit- vor wahren verstorbene ehemalige Generalftabschef der bri­tischen Armee Feldmarschall Sir Henry Wil­son hat ein Tagebuch hinterlassen, daS vor kurzem in London vervssen licht worden ist 3n diesem Tagebuch zeigt sich Wilson nicht nur alb ein grausamer Satiriker seiner Umgebung und der ephemären Großen von Versailles, son­dern auch alS ein im Grund« duvchauS ernster

An ähnlichen Sinzelszenen ist daZ Buch des ehemals höchsten Offiziers der britischen Arniee überreich. Auch wenn Lloyd George und die andern sich gegen die absolute Richtigkeit der Sarftdlung jetzt verwahren sollten, ist es kaum anzunehmen, baf) ein Mann, dec in seiner mili- türischen Eigenschaft eben die ernstesten Fahre deS Kriege- hinter sich hat. sich all diele DetailS nur aus Lust an Bosheit au- den Fingern ge­sogen haben sollte. Vielmehr wirft seine Darstel­lung, selbst wenn sie in Einzelheiten übertrieben oder unwahr sein sollte, ein so bezeichnendes r i v o l i t ä t der ganzen Ge-

tenbörfe.

märf., 253-251 ®t, llärj 211 biS 216 is 239, Ott 24550 >44, Mm? 248,W big 251 Mers: M). Oft 214,50. ?a PlaiL \Sft bi/

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52 biS 58; fieine rrbfen 22 biS 24, bvhnen 22 M« 24: (au 14,50 bis 15.50; einstlchen 22,50 bi« bis 11;

jden 25 bis 25,50.

(Ein kompromittierendes Tagebuch. Feldmarschall Wilson über den Geist der Friedensstifter von Versailles.

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| Zrschotnt täglich,außer | 5o*ntags und Feiertag»

Beilagen.

( Siebener FamUienblättcr Heimat im Bild Die Scholle

BZonatS'BejegsFTds: i ? Reichsmark und 20 fieichspfennig für Irlgct. ahn, auch bei Richter- Heinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüsse: B 61, M und 112.

Huschrist für Drahtnach-

-cht« Anzeiger Gießen.

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aussetzung hat. Eine zweckmäßige Ordnurm der streditbeeithungen zwilchen dem Einzel­händler und Innrn Kunden sowohl wie zwischen ihm und seinen Lieferanten gewinnt ganz außerordent- lid) an Bedeutung. Was die gegenwärtige Lage des Einzelhandels ganz allgemein gegenüber früher er- chiv^rt. sind innere Strukturwandiungen im beut- chen Wirtschaftsleben. Der Wettbewerb zwi- chen den einzelnen Unternehmungen ist wesentlich churser geivorden. Der Wettbewerb wird ferner er- chwert durch das Anwachsen de» Hausier- mb Straßenhandels. Man darf diese Tat- ache in ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung nicht unterschätzen. Der deutsche Kaufmann ist Anhänger einer freien Wirtschaft und wendet sich ganz mit Recht gegen obrigkeitliche Einengung de» freien Güteraustausche». Und doch

v« ... »lariS unter rauschenden Sieges­festen und in einem Wettbewerb der Eitelkeiten die schicksalsschwere Frage einer Veugestaltuna Europas so nebenbei zu lösen versuchte, daß diesen Dokumenten vielleicht eine grössere mensch- liche und historische Bedeutung z.lomml. als irgendwelchen bisher erschienenen schweren Alten- sammlungen. Damit wird natürlich die mora­lische Grundlage der Friedensvcrlräg. an die sich die Gegenseite so krampshaft Hämmert, noch weiter erschüttert, und zusammen­gehalten mit den bereits bekannten Dokumenten, die die Unkenntnis der Große,: Vier und ihrer Cniitarbcitei" in geographischer, ethnogcaph.- scher und historischer Beziehung kraß genug be­leuchteten. wird ein weiterer Beitrag geliefert, der den Völkern schließlich die Leberzeugung bei­bringen muh, dah ein in solcher Atmosphäre und aus solchen fänden hervorgegangeneS VertraaS- werk unmöglich für alle Ewigkeit sakrosankt blei»

bei Ländern und Gemeinden.

rück. Das wird auch durch denReparations- agenten anerkannt, der insbesondere die Be­amtengehälter in den mittleren und oberen Gruppen für unzureichend erklärt. Ein- menbanfcn gegen die Besold ingserh bang könnten nur erhöben werden bezüglich des Ausmaßes der Erhöhung und bezüglich des Zeitpunkte» der Besoldungserhöhung. Gegen den ersten Einwand sprechen die Zahlen und der Zeitpunkt der Durch- führung der Bejoldungscchöhung wird gerechtfertigt durch die Tatsache, dah die konmenden Jahre poli­tisch ohnehin genug belastet sein werden, so bah sie eine neue Besoldungsordnung nicht tragen würden. Em Teil des Befoldungsmehrauswandes wird aus laufenden Mehreinnahmen bestritten werden können. Db cs gelingen wird, eine stär­kere Hilfe des Reiches zu bekommen, ist eine offene Frage. Ich glaube, die preuhische Staatsregicrung wird oui die grundsätzliche Forde­rung. dah das Reich helfen must, nicht verzichten können. Sollten wir vom Reich teinellniej- ft ütz u n g bekommen durch die »enberung des Fi­nanzausgleiches, so wird die Deck ina 'ür L' -nbrr und Gemeinden sehr schwer fein. Wenn de bc- vorstehende Besoldungsechohang zu B re isst ei- ar rangen benutzt werde, so könne das nicht scharf genug verurteilt werden. Dazu liegt kein Anlaß vor. Weder d'S Reich roch vr< J-;en Plenen pr.: «re Steuererhöbun?cn. . j war: - v:r einer Angstpsychose, 2ie sich daran cus- w:rke. dah die Beamten in der E^vartuixi von Preiserhöhungen olles mögliche einkauien. 5*e feil- len es e bi ihnen. in Geschäften zu kau'en. die gkrecktfertigte Preissteigerungen vornehrr.Der Minister schloß mit der Heroorheb- dah die vor- peschiagene Erhöhung die äußerste Grenze oüd». Die Brsoldungserhohuno fei jedoch eine stoatspoütische Ronoendtgkeit. Bei der Ar Stimmung w^rde ein stzialdemvkrati'cher Antrag betreffend 21 recht- erhaliung der Gleichstellung der Äomnuinfllbeamien rmt den Staatsbeamten angeno.nmen. Dem Gut­achten des Hauptausfchuffes wurde zugesnmmt.

Politischei Beobachter.

Die Veröffentlichung dieses BucheS hat in England vor allem deswegen eine lebhafte Er­regung hervorgerusen. weil darin Oie zur Zeit noch amtierenden Grüßen. wie Lord Robert Cecil und Lloyd George, recht schlecht wegkommen. Dieser letztere hat sich deshalb ver- a.ckaßt gesehen, in den Zeitungen Heike einen Bries zu veröftentlichen. worin er eine Anzahl der Mitteilungen des verstorbenen Sir Henry Wilson bestreitet, andere wieder damit abzu­schwächen versucht, dasz er scherzhafte Bemer­kungen als ernstgenommene Behauptungen hin­gestellt bezeichnet. Aber daS ist gerade der wunde Punkt.

An einer Stelle seines BucheS richtet sich die schärfste Kritik WilsonS dagegen, dah die Man- ncr. denen man in Versailles das Schicksal der Welt unter besonders tragischen Umständen in die Hand gegeben hatte, die ganze Sache leicht­fertig und zum Teil humoristisch auftaßten. Da sagt er von Lloyd George, er habe am Dor­abend der Uebergabe des Versailler an die deutsche Delegation den Vertrag selb st noch nicht gesehen gehabt, so wenig wie irgend ein anderer, und habe bei biefer Gelegenheit die Verfassung des Böl- kerbundes .ein äußerst lächerliches unglaubliches Dokumen f genannt. 2L 3. Balfour seinerseits habe, als Wilson mit ihm

idcbörsk.

D>e SBdrfe oerfitf iteis, dagegen war rt ermäßigt Mehl ernMchcschäst ver- flut, gesund, Irodtn, jen, gesund, Irodtn, 25; Weizen, Detlev 3 Prozent Feuchlig- ischer, 24,75 bis 25, !6 bis 28; haser, in- ausländischer, 24,50 25; Weizenmehl in. is 39; Woggenmehl I, Roggenkleie 12,75

Absatzmethoden. namentlich im Hinblick auf die Frage der Preis st unduna und der Ratenzahlung und empfahl bei Prüfung der Verwertbarkeit solcher Mckhoden die beson­dere Eigenart der deutschen Verhältnisse sorg­fältig zu berücksichtigen.

Eine Betriebsrationalisierung. wie sie bl Großbetrieben möglich fei, könne im Mittel- und Kleinbetrieb nur weit weniger vollkommen ge­lingen. Das dürfe indessen nicht zum Verzagen in den Reihen der selbständigen mittleren und Äldnb. triebe führen Da» Bedürfnis nach individueller Kundenbedienung und -beruiung ziehe aua> < < r Qliir Warenhäuser eine gewisse Grenze. Nachdem der Minister auf die Wichtigkeit des sogenannten Kundendienstes, der in Amerika besonder- hoch entwickelt sei. bingewlesen hatte, stellte er mit Befriedigung fest, dah die krisenhaften Ab- fatzstv 'ungen. die für die Marltstige allgemein im Anfang dicfeS 3ahreS kennzeichnend waren, allmählich einem normaleren Lager­um f ch I a g gewichen find. Auch die Kaufkraft der Verbraucher fei im Wachen, doch warnte der Minister vor einer Liebertchäyung der Kaufkraft der Beamten. Er warnte w.'iter vor der lieber- treibung der Konjunklurbevbachtung bis zur Jton- junkturprophetie. die nur die öftenlliche M inung verwirre. Die richtige Haltung liege vielmehr darin, die Gunst der Stunde mahvoll zu genießen. Der Wirtschaft fei nicht mit Hochspannung und Erschlaffung gedient, sie er- fcr1<rc ruhige», stetige», ebenes Fort­schrei ten.

Der Flaggen,riede.

Tie Haltung des Berliner Magistrats.

Eigener Drahtdericht des .Gtehener Anzeigers".

Berlin, 13. DH. lieber die Rolle, die die Reichsregierung bei dcm Zustandekommen einer Vereinbarung zwischen der preußischen Staatsregierung uni) den Berliner Hotels gejpiclt hat, verlautet von unterrichteter c. ie, dah die Reichsregierung selbftoerftänötich ein sehr gro­ßes Interesse an der Beilegung des Streites gehabt und sich daher darum dem ht hat, ein» c reinbar ing gemäß der Reichsver­sa f f u n g zustande zu bringen Die riiigungs- all on ist derart erfolgt, dah die Hotelbesitzer auf ihren Wunsch eine Aussprache mit dcm Reichs- henm n ster ZV. Strejemonn tze t haben, u der dann später der preuhi che - aaBlefretär Jeismann grtaden worden ift C*m Lause der lertjcr Ju g.n ist es darauf zu der gemeldeten Verständigung gekommen Cs muh betont werden, dah sich das preuhische Kabinett i n seiner Ge' amtheit mit der getroffenen Regelung einoersranden erklärt hat. M" sterpräsi- dent Tr. Braun hat die Rückgängig­machung der preuhischen Maßnahmen gegen die Hotels ve'anlaht urb die preußischen Minister haben im Laufe de» heutigen Tages an die ihnen rrchgeordneten S'-llen ein RunVchreiben gerichtet, in tim daraus b'ngewiesen wird, daß von nun an wieder preuhi'ä. Vertreter an Veranstaltungen in jenen Hotels teilnehmen können.

Die ungelöste Deckungssrage

Berlin. 13. Olt. (D.DZ) Der preußische Staatsrat be'chaft.gte sich am Mittwochabend mit der Beamlcnoe'oldungsreferm. Gin umfangreiches Gutachten bringt zum Aufdruck, dah der Staats­rat eme allgememe Erhöhuna der heutigen Dc- amiengehäl^r für notwendig hält. Die De- soldungsvorlage werde eine ganz erhebluhe 6 te t- gcrung der Ausgaben bei Aeich. Lan­dern. Gemeinden und Gemeinderxroänden zur Folge haben und bei Annahme der Vorlage mühten die Wünsche der Wirtschaft au^ e.ne Senkung der Steuerlast. insLe?on- de re auf dem Gebiete der Realsteuern, uner­füllt bleiben. 3m ©caenieil werde bei dcm Gemeinden und Gemeindeverbänden durchweg die Deckung nur in einer weiteren Anspan­nung der Kommunal steuern zu finden fern und auch be.m Staate bleibe auf dir Dauer bx Deckungslras.c obne Steuererhebung ober wei­tere Lteucrüberwe.'ungen fra^l.ch. Es mühten daher stärkere Ueberweisungen von Reichs steuern an Land und Gerne rüden er­folgen Außerdem ist die Verwaltungs- r c | o r m ernstlich in Angri^ zu nehmen, wo­bei auch an der immer dringender werdenden staatsrechtlichen Reuordnung deS 2?er- hältnr'ses zw-lchen Reich und Ländern nicht vor- übergegenflen werden kenn. Der St-aa:Srat ver- urteilt .n Ieinem Gutachten r nackdrückl-' die P r e i S st c i ge r u n a e n. är wünsch: tre; e. daß die Erhöhung der Lehrer:ebälter zu Lasten

Staates gehe und meinte, d .e Bestir-nungen über War:ege'.d. Ruhegehalt und Hinterb'. ebenen- für'orge müßten erneut geprüft werden

Finanzminister

Dr. Höpker-?isckoff

führte darauf auc Die preußische Staat-regierung hält in lleberein :ng mit der Reichs reg lerung die Erhöhung der -iier.befolbung fur notrornbtg. llr. reitbar bleiben die jetzigen 1 eamteooehalter hinter den ^riedensgehältem nicht unechebt.ch zu­

l9?n , diese M »ten. ^-une

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Sto »s 3m.RH,. ,cn- toabrenö <«8 M iitapy n Nflcn fflun tV''» le-TeschZst. 5m '^aflsiätifl. 'U'btrgehend eine Jt. brcdtittn lif o war etwas leich. ivisenverkehs )bcl weiser fest mit tflen Kabel 4,1913 ]r>5 gegen ßonbo.i '0 89,15 unb TIg.

hat feit etwa einem Jahre eine Frage weite Streife de» deutschen Einzelhandel» schwer beunrub.gt. und zwar die Lockerung der Zwangswirt­schaft für gewerblich benutzte Räume. t*r Redner ist der Meinung. daß das allgemeine Mietrecht schleunigst dahin geändert werden muß. daß dem M^ter, der seine ; tiichten gegenüber dem Bennle- ter erfüllt und insbesondere eine angemes­sene Tliete bezahlt, nur dann gekündigt werden darf, wenn ein wichtiger Grund für die Kündigung oorliegt.

Von den der Aussprache des MinckterS fol­genden Referaten verdient bdoni ctc Erwähnung der Vortrag von Dr. Passau über daS Thema:

Der Einzelhändler als Abnehmer und al- Lie­ferant. ferne Umsätze und feine Unkosten". Der Redner warnte vor der allgemeinen Reigung

zur Derdeamlung. die auch den Einzel. bandel nicht verschont 6abe und vor icber zuntt- leri'chen Erstarrung Das geschäfte udrende H:t- fllixi) der Hauptgeine n'chast. Dr. Tiburliu.'. wies in feinem Korreferat auf tnc stloNve,dig- feit der Konjunkturerkenntnis für den Einzelhandel h.n. Der Einzelhandel zeige zur Zeit grbsttente ls noch gute Umsätze, doch ir.r c feine Fähigkeit, weiierzud^ eben, geschwächt durch da» MißverhälmiS zwischen seinen SinfauU- preisen unb Unkosten und seinen eigenen Zah­lungseingängen. Cin selbständiger Ein'.elhandel- inde» sei In Vorbereitung.

Belch»wirtschast»mlnlster Dr. tturflu»

hielt bann eine Rede, in der er zunächst über die Aufgaben des Einzelhandels sprach, die In dem Sai.e gipfelten, daß ein felbständiger Liirzel- handel für eine erfchöp'ende und rasche Waren- vcrmittlung zwischen Produktivn und Verbrauch unentbehrlich ist. und bellen Ausgabe in der Erzielung eines möglichst hohen Umsatzes in QuolltäKuxiren durch größtmögliche Senkung der Der- triebskosten unb einem möglichst bil­ligen Derka uf spreis besteht Der Mi­nister rfannte es eine Verkennung wichtiger wirt­schaftlicher Gesetze. n>enn die Steigerung bc r Kaufkraft. die mit einer Erhöhung der Einkommen Verhältnisse großer Verbraucherschich­ten verbunben ist, zum Anlaß für eine Heraufsetzung der Preise genommen wird. Damit würde die Steigerung ber Kauf­kraft wieder aufgehoben werd.m. Die Rci^ - tegierung erwarte, so betonte ber Minister t ut Rachdruck, daß der Sinzelhanbel in der aegen- wärligen Konjmik urvhase die e gesamtwirlf txiU- lichen Grundsätze und Forderungen beachtet urb damit zugleich seinen eigenen Interessen am besten bient. Dr. CurtiuS kam bann auf die gegenwärtige Entwicklung des Einzelhandels zu sprechen, die neben zahlenmäßiger Vermehrung derBetriebe wichtige Strukturwandlungen inne - halb deS Einzelhandels aufweise. Ramentlich sei das Warenhaus, dessen Dedeuft'ng in d r RachkriegSzeit außerordentlich gewachsen fei, eine ganz besonders wirksame Absatzform geworden. Der Minister warnte jedoch vor einer fdbema-

Metzemr Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

vnick »stß Verlag: vrühl'lche Univerßlütr-Vuch. unö Sletnörnderel R. Lange in Gießen. Schnflleitnng und GefchästZttelle: 5chnfttraße 7.

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über die Friedensbedingungen zu sprechen ver­suchte, eine vollkommene Unkenntnis gezeigt und ganz unverhohlen vor den Damen Witze über die Komik der ganzen Sache gemacht I .lind er wird zu unterzeichn em haben!" setzt WU- svn sarkastisch hinzu.

üeeabwe vo> lajetaca für |ie lagtsnummcr di» juwi Rachminag vorher.

Preis fit l mm höhe ftr Anzeigen von 27 mm Breite ertlich 8. au ♦märt» IO Reichspsenmq; ftr Re- klaMeanzeigen von 70 mm Breit« 35 Reichopfenniq. Platzvorschrift 30* , mehr.

Lheiredakteur

Dr. Fnedr Dilh. Lange. Verantwortlich für Pot :ilt Dr. Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H Tdynot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschrtn: für den An- jeigenteil Kurl Hillmann, sämtlich in Vie en.

I llgene Drahtmeldung desGießener Hnäelger»*.

Berlin. 13. Ott. Mil dem Abschluß der Einzelhandelstagung 6aben die össent- l^cn Hauptversammlungen der drei großen --itzenverbände der Warenerzeugung unb -txt- -lung. nämlich des Reichs Verbandes der Deut- Hen Industrie, des Reichs Verbandes des Groß- cndelS und jetzt der Hauptgemeinschaft des putschen Einzelhandels ihr Ende gefunden. 3m llgemeinen pflegt eS so zu fein, dah die Haupt- edanken und Wünsche, die von einer dieser roßen Wirtschaftsgruppen auSgehen und auf den sfenlllchen Jahresversammlungen diskutiert wer- 1 pn, von den andern Gruppen übernommen und .eitergetragen werden. Rach den drei Tagungen !rm fest gestellt werden, daß in vielen Dinaen. i welchen früher Gegensätze bestanden haben.

zum Teil noch aus der Zwangswirtschaft 5rtrührten. die Zielrichtung die gleiche jjDorben ist, daß also mit anderen Worten die rirtschasilichen Rotwendigkeiten den einzelnen Gruppen Ziele gesetzt Haden, die nur in ein- ),itl ichem Streben verwirllicht werden !6|men. Der vom Rcichsverband der 3 n d u ft r i e :rlählich feiner Frankfurter Tagung in den 7'vrdergrund gestellte Gedanke der Q u a l i t ä t S- ! tb c 11 und der Schaffung von Qualitätswaren sn auch in den Streifen des Groh- und Ein - ,ei Handels den ftärfften Widerhall gefunden.

Gerade die Stellungnahme de- Deutschen Einzelhandels, der innerhalb der Gesamt- -.ittschast eine bedeutende Rolle spielt und die- inge Produktionsstuse harftdlt. d.e dem Pubii- ! irr am nächsten stebt. ist von besonderer Be­te itung. Der Sinzelyandel hat bi.-ber den Ver- whingen einer ».irtdllerten Wirtschaft wider- anben unb das gesunde Prinzip des freien vettbewerbs gewöhn, wenngleich er seine ribere Rolle als Träger deS streng indioidua- ftischen Prinzips in ber W rtfchaft wenigstens Ersichtlich der Organisation aufgegeben Hal unb cb tn Fachverbänden zusammengeschlossen hat. >ah es überhaupt gelungen ist. die gchimten Sranchen unb vielseit.gen Interessen des Srn^el- Mnbete in eine so große Gemeinschaft zusam- tzenzuschliehen, ist erfreulich, und derHan- VlSminister Dr. Schreiber als Verfechter der reien Konkurrenz, die immer im Einzelhandel »Herrschend fein muß, hat diese Tatsache be- nr-derS hervorgehoben. 3a. er ist sogar sehr reit gegangen, wenn er Verwahrung gegen alle Bestrebungen im Einzelhandel einlegte, die im Konkurrenzkampf gegen Kons u m ve r- tlne unb Großbetriebe den Staat für bre Interelfen einlpannen möchten, unb erklärte. M könne nicht Aufgabe des StgateS fein, fsth In Mcfc Entfcheidung einzrnnifchen. die allein 'en Verbrauchern überlaffen werden muffe. Pirfer freie Wettbewerb könne allein nur zu Qualitäten führen. Die freie Konkurrenz fei ker beste Schutz des Kunden, wenn ber Stunde ff verstehe, diese Konkurrenz aus'unutzen.

Auch der so ost erwähnte .Dienst am st ilnden" ist eine wirtkchaftliche Rotwendigkeit li.t den Einzelhandel, da nur Dauerkund^t die rentable Sntwicklmig deS einzelnen Geschäftes Gingen können. Aus der anderen Seite muß -,!ürli<b tsr freie Wettbewerb vor der

-0 r e i S f ch I e u d e r e i geschützt werden, denn dndurck- w rd ja eigentlich nichts ande.'es g.'chüyt, c'.i die Qualität. Der Einzelhandel ha- heute hne jeder andere Wirtschaftszweig feine Sorgen irb Röte: eS muß hervorgehoben werden, daß tr alles tut. um d.e lick teilweise aus ber Tmberung bet wirtschaftlichen Formen ergeben- tei Schwicrigke ten zu bekämpfen. Besonders cin- öc-nglich ist tnc Frage der Betriebsmittel- fvappheit des pro: ' n

lieb bisher dem E.nzelhandel nicht zugute ge- tcwimen. er hat aber dadurch seine Selbständig!eit «b Hnabb .ug gleit grtr-abrt, unb w r glauben, kvß 3nbr£?rtA unb Großhandel durch möglichst 1 »eitgehent'e jielgewährung in dieser Hinsicht fte beste Hilfe für den Einzelhandel bieten '^nen. Für die weitere Entwicklung de^ Dtnzel- Icnbeld. und zwar für alle feine Branchen, ift Ott Steigerung der Umlage bei gleichzeitiger H-rrabminderung ber Unkosten auf ein tragbares iinimum entscheidend.

Der Reichswirtschastsminister zur U)irtfd)afislagc.

Berlin, 12. Ott. (TU.) Die Tlitylicberoer- anmlung der Hauptgemeinschaft des Deutsä^n mzelhandel» wurde durch eine Ansprache des preu- pichen Handelsminifters Dr. Schreiber eröff- (HL Der Redner führte aus. daß es nerftänb id) fei r mn der deutsche Einzelhandel auf seiner dic-iäh- ricen Tagung den Fragen der Wirtschaflsentw:ck- iLig unb des mutmaßlichen Konjunkturver- aufs seine ernsteste Aufmerksamkeit schenke. Die ^eineinen Lorausseßungen für eine solche Ent- oicklung seien nicht ungünstia. jedenfalls dann nicht, xnn alle fireife unserer Wirtscha'. Volkswirtschaft- rte Einsicht genug haben werden, um eine z u ätzliche Kaufkraft, wie sie dir 'Besoldungs- Morbnang für die deutsche Beamtenschaft mit sich rngt, nicht etwa in einer Preis steige- un g , fonbern vielmehr in einer U m f a Q ft e i cerung auszuwerten. Die UmfaQf!eigenmg bringt, nn freilich für den Einzelhandel auch ^ewisie Dcmicrigteiten mit sich, weil sie natur'-.näß eine k: höhung des Betriebskapitals des kirzelnen Unternehmens der Regel nach zur Dor-