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sächlichsten Regierungsparteien. Die Rede von Kardorffs sei gerade in dem Augenblick gehalten worden, in dem die Reichsregierung auf einer sofortigen starken Herabsetzung der Besahungs- truppen bestehe. Di« Rede v. Kardorffs trete zu den zahlreichen Ereignissen, die in der letzten eit Frankreich gewarnt hatten, klug zu sein and nicht an eine politische und moralische Wand­lung zu glaubtn, die gar nicht ei»ngetreten sei. Jedenfalls beweise die Erfahrung, daß es für die französische Regierung nur ein Mittel gebe: entweder den Ruin der Locarnopolitik, oder deren Ruhbarmachung als Zerstörungsmacht zu verhindern. Dieses Mittel bestehe darin, eine feste Entschlossenheit zu zeigen. Sei sich die fran­zösische Regierung darüber klar?

Glückwunschtelegramme.

Berlin, 12. Aug. (Wolff.) Zum Verfas­sung s t a g e hat der amerikanische Präsident Coolidge an den Reichspräsidenten v. Hin­denburg folgendes Glückwunschtelegramm über­sandt:Ich entbiete Euer Exzellenz aufrichtige Glückwünsche anläßlich dieses bedeutenden Jahres­tages und verbinde damit die Versicherung mei­ner größten Hochachtung und meine besten Wünsche. gez. Calwin Coolidge.'

Der König von Aegypten sandte an den Reichspräsidenten das nachstehende Tele­gramm :Gern benutze ich die glückliche Ge- ^genheit, die mir der Jahrestag des Inkraft­tretens der deutschen Verfassung bietet, um Ew. Exzellenz meine besten Wünsche, die ich für Ihr Glück und das Gedeihen des Deutschen Reiches hege, zum Ausdruck zu bringen. gez. Fuad."

Ferner ging von dem König von Per­sien folgendes Telegramm ein:Die Wieder­kehr des Jahrestages des deutschen Rational­feiertages gibt mir die günstige Gelegenheit, Ew. Exzellenz meine wärmsten und aufrichtigsten Glückwünsche für die Große des Deutschen Reiches zum Ausdruck zu bringen.

gez. Reza Schah Fahle VI."

Auch die Präsidenten Columbiens und Cubas sandten telegraphische Glückwünsche. Der Reichspräsident hat den fremden Staatsober­häuptern noch gestern telegraphisch den Dank zum Ausdruck gebracht. Außerdem sind beim Reichspräsidenten von zahlreichen deutschen Ver­einen und Verbänden im Ausland Glückwünsche auf drahtlichem Wege eingegangen.

Die Feier in Darmstadt.

"Darmstadt, 12. Aug. Zur Feier des Verfassungstages waren gestern in erster Linie die staatlichen Gebäude, namentlich die am Luisenplah, reich geschmückt, ebenso das Ludwigs- monument, und zwar teilweise unter Verwen­dung der Dekorationen zum Mittelrheinischen Turnfest. Die Girlanden aus Tannengrün waren erneuert worden. Die Hauptfeiec fand im Lanbestheaier statt: ihr wohnten Staatspräsi­dent LI l r i ch und die Minister Henrich und Kirnberger, sowie die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden bei. Den Mittelpunkt der Feier bildete die Festrede des Prof. Kinkel- Gießen. Dieser feierte die Verfassung als ein Rettungswerk, denn dadurch sei das deutsche Volk vor dem Untergang bewahrt worden. Er nannte die Weimarer Verfassung eine Verfas­sung des Friedens, der Gleichberechtigung, des sozialen und des humanen Geistes: sie sei auch friedlich nach außen hin und lasse anderen Völ­kern gleichfalls ihre Rechte. Staatspräsident U l- r l ch hielt später vom Balkon des Landtags- oebäudes bei strömendem Regen eine kurze An­sprache an die Teilnehmer eines Fackelzuges, der sich aus Mitgliedern des Reichsbanners und der republikanischen Parteivereinigungen zusam- mensetzte. Der Fackelzug bewegte sich dann nach einem neugeschafsenen Platz im Rordsn der Stadt, den Bürgermeister Mueller mit einer Rede auf den Ramen Ebert-Platz einweihte. Im Verlaufe des Abends gerieten die Dekorationen am Ludwigs-Monument, wahrscheinlich durch Kurzschluß der elektrischen Lichtleitung in Brand, doch konnte dos Feuer bald durch die Feuerwehr gelöscht werden.

Die Bergarbeiternot im Saargebiet.

Saarbrücken, 13. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der PräsidentdcrRegierungskommis- s i o n des Saargebiets, Wilton, erklärte saar- ländischen Pressevertretern, daß die Regierungskom- mission bemüht sei, durch besondere Unterstüt- zungsmaßnohmen den in Not geratenen Bergarbeiterfamilien zu helfen. Auch werde er als Präsident der Regierungskommission bei der französischen Bergwerksverwaltung die Wünsche der Bergleute persönlichno ch Kräftenunterstützen. Die gegenwärtige Not­lage der Bergarbeiter sei aber in erster Linie in der WeltkohlenlEe mit ihrer um 15 Prozent zu hohen Weltkohlenproduktion zu suchen.

Mißglückter Staatsstreichversuch in Lissabon.

Lissabon, 13. Aug. (W. T. D. FunkspruchZ Eine heute früh unternommene Staats st reich- Aktion wurde durch das rasche und entschlossene Eingreifen der Regierung im Keime erstickt. Eine wesentliche Mehrzahl der Truppen blieb regierungstreu.

Stedbricf gegen General Sagorski

Warschau. 12. Aug. (WB.) - Polnische Telegraphenagentur. Heute abend hat das Büro des Ministerpräsidenten der Warschauer Presse ein offizielles Kommunique über die Angelegenheit des verschwundenen Gene­rals Zagorski mitgeteilt. Das Kommunique stellt fest, daß General Zagorski, welcher im Wilnaer Gefängnis unter der Anklage, dienst­liche Mißbräuche begangen zu haben, sah und auf Antrag des Militärstaatsanwaltes bis zur Ge­richtsverhandlung auf freien Fuß gesetzt werden sollte, am Samstag von Wilna nach Warschau transportiert wurde. Am selben Tage hatte sich der General beim Kriegsminister zum Rapport zu melden. Der Termin dieses Rapports wurde auf Montag bezw. auf Dienstag vertagt was auch dem General mitgeteilt wurde. Am Diens­tag, dem 9. dieses Monats, hat sich General Zagorski nicht zum Rapport gemeldet. Er wurde auch weder in seiner Wohnung wo ihm auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft die Anklageschrift überreicht werden sollte, noch anderswo angetroffen. Diese Tatsache bietet der

Die deutschen Gzeanfiieger alarmbereit.

Von Dipl.-Ing. Mangold.

(Rachdruck verboten!)

Die zwei, bzw. drei für den Flug nach Amerika bestimmten Flugzeuge der Junkers- Werke sind alle von gleicher Konstruktion, und zwar freitragende Eindecker mit tief­liegenden Tragflächen. Sie sind konstruktiv aus dem Wasserflugzeug W 33, das am Seeflug­wettbewerb Warnemünde 1926 teilgenommen hatte, hervorgegangen. Als Werkstoff für Rumpf und Flügel ist Duralumin verwendet. Dur­alumin ist eine magnesiumhaltige Aluminium­legierung, die von den Dürener Metallwerken nach einem besonderen, gesetzlich geschützten Ver- edelungsverfahren hergestellt wird. Es ist ein Seid) t meta II mit spezifischem Gewicht von nur 2,8 gegenüber Eisen 7,8 und das gegebene Konstruktionsmaterial zur Erzielung hoher Festigkeit bei möglich st geringem G e- w i ch t. Seit vielen Jahren wird es schon im Luftschiff- und Flugzeugbau verwendet. Die Tragflächen der Flugzeuge mit nach außen

geben werden. Sie hat eine Flügelspann­weite von beinahe 30 Meter und int mittleren Teil drei Motoren von der gleichen Stärke wie der eine Motor der Amerikaflugzeuge. Im übrigen ist sie ebenfalls ein Tiefdecker, von ähnlicher Konstruktion wie die anderen Flug­zeuge.

Alarmbereitschaft.

Dessau. 12. Aug. (WTB.) Wie die Iun- kers-Werke milteilen, ist von Samstag- mittag an Alarmbereitschaft für die Ozeanmaschinen. Bessert sich das schlechte Wetter über dem Atlantik. Dann erfolgt morgen abend der Abflug von Dessau. Meldet die Hamburger Wetterwarte weitere Stürme, Dann wird am Samstagabend nicht gestartet.

Die Flugzeuge sind vom Samstag vor­mittag ab startbereit. Alles ist nc mals überprüft und alles in bester Ordnung befunden worden. Die Motoren, der neue Kompaß und die Empfangsanlage für das Radio arbeiten aus-

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tV/ 'e die Junkers fZieger den Atlantik erreichen wollen.

abnehmender Flächentiefe sehen sich aus drei Teilen zusammen, nämlich dem fest mit dem Rumpf verbundenen Mittelstück und zwei sich daran anschließenden Teilen nach außen hin. Diese sind durch Kugelgelenkverbindungen mit Lieberwurfmuttern aus hochwertigem Stahl an dem Mittelstück sicher befestigt. Die Flügeldecke aus Duralumin ist durch Riete mit den Rohr- holmen aus dem gleichen Material, verbunden. Die Spanten des Rumpfes sind durch Träger miteinander verbunden. Auch der Rumpf ist außen mit Duralumin-Wellblech be­kleidet. An dem Rumpfmittelstück, das Motor­vorbau, Führer- und Tankraum (letzterer ist sonst Kabine) in sich schließt, greifen alle Kräfte und Hauptlasten an. Sehr günstig ist hier die Bauart des Tie fdeckers, weil durch die starke Konstruktion des Mittelgerüstes diese in der Lage ist, alle Stöße bei harten Landungen oder bei Verlust des Fahrgestelles aufzunehmen. Das unter dem Rumpf liegende Fahrgestell be­steht aus Stahlrohr. Die Laufräder haben Luft­reifen.

Vorne im Rumps ist der wassergekühlte Sechszylinder 285 PS. -Motor, Bauart Lunkers L 5 eingebaut. Der Kühler ist vor dem Motor angeordnet. Die verschiedenen Behälter für die Mitnahme des Brennstoffes (je Flug­zeug etwa 2300 b is 2 5 00 Liter Benzol) sind außer einigen im Flügelmittelstück zum größ­ten Teil im Rumpf selbst untergebracht. Der Brennstoff wird aus ihnen über einen hinter dem Führersitz angeordneten Falltank dem Mo­tor zugeführt. Die beiden nebeneinander ange­ordneten F ü h r e r s i h e liegen hinter dem Mo­tor und sind von diesen durch ein feuersicheres B r a n d s ch o t t getrennt. Sie haben Doppel» st e u e r u n g. Der Führerraum selbst kann durch Klappen nach oben abgeschlossen werden, um die Fahrer nach Möglichkeit gegen die Un­bilden der Witterung zu schützen. In der Kabine ist Schlafgelegenheit für einen Führer.

Beim Motor ist der geringe Brenn­stoffverbrauch beachtenswert, der durch eine spezielle Bauart des Vergasers mit besonderem Luftzusatz erreicht wird. Dadurch wird beim Flug in großen Höben, die durch den geringen Luftdruck bedingte Anreicherung mit Brennstoff vermieden und die Leistung erhöht. Beim Fliegen in geringer Höhe ist die Möglichkeit vorhanden, das Gemisch nach den äußeren Verhältnissen wie Luftdruck, Feuchtigkeit, Temperatur einzustellen und dadurch an Brennstoff zu sparen.

Das Leergewicht der Maschine betrug beim 52', »stündigen Rekordflug auf der Strecke Dessau Leipzig 1324 Kilogramm. Hierzu kam eine Zuladung von 2336 Kilogramm, so daß das Flugzeug den Start mit einer Belastung von l3/< seines eigenen Gewichtes machte, was eine hervorragende Leistung ist. Beim Start zum Ozeanflug wird jedes Flugzeug etwa ein Gesamtgewicht von 3700 Kilogramm haben. Der mitgenommene Brennstoff wird die Möglichkeit geben, bis z u 60 Stunden in der Luft zu bleiben und eine Maximal- entfernung bis z u 7700 Kilometer zurückzulegen, womit man gegen alle ungünstigen Witterungsverhältnisse gesichert zu sein hofft.

Da bekannt wurde, daß die Riesenmaschine O 31 der Iunlerswerke die Amerikaflugzeuge bis zum Atlantischen Ozean begleiten soll, so möge auch über sie kurz noch einige Angaben ge-

gezeichnet. Die Piloten strahlen: sie sind mit der Generalprobe der heutigen Schlußflüge Un­frieden. Sie haben das Vertrauen, daß ihre Maschinen sie sicher über den Ozean tragen wer­den. Im letzten Augenblick zeigt sich der Wetter­gott wieder ungnädig. Es ist sinnlos, bei einem Orkan zu fliegen. Das Schicksal und die Tra­gödie ixm Rungesser und Coli schrecken. Die Leitung der Iunkers-Werke steht auf dem Standpunkt, daß die Piloten und die Maschinen zu wertvoll sind, um leichtsinnig der sicheren Gefahr preisgegeben zu werden.

Die Deutsche Lufthansa wird auf Wunsch Der Iunkerswerke die Besatzung der Ozeanflugzeuge insofern unterstützen, au? sie für die Dauer des Fluges über deutsches Gebiet ihre gesamte Bodenorganisation zur Verfügung stellt. Insbesondere wird sie in Zusammenarbeit mit den FlughafengeseNschaften für die Racht- beleuchtung der Häsen Magdeburg, Braunschweig, Hannover und Osnabrück sorgen, da die Flug­zeuge voraussichtlich in den Abendstunden in Dessau starten werden. Lim der ersten Maschine den Kilometerabstand der zweiten Maschine be­kanntzugeben. wird die Deutsche Lufthansa außerdem auf Den Häfen große beleuchtete Schrift auslegen. In derselben Weise wird den Flug­zeugen Windstärke und Windrichtung bekannt- gegeben.

Die Wetterlage auf dem Nordatlantik.

Hamburg, 12. Aug. (WB.) Wetterbericht Der Hamburger Seewarte. Die Wetterlage auf dem RorDatlantik hat sich im Augen­blick verschlechtert. Cs lagern ausgedehnte Regengebiete über dem Ozean. In der ©cgenD von Neufundland herrscht dichter Rebel mit sehr niedrigem Wolkenhang. Diese Schlechtwetter­gebiete stehen im Zusammenhang mit einer Tief­druckwelle, die sich von Reufundland bis Irland erstreckt und in Der mehrere. TiefDruckgebiete in ostnorDöstlicher Richtung wandern.

(Empfang Könneckes beim amerikanischen Botschafter

Berlin, 12. Aug. (Wolff.) Der amerika­nische Botschafter Shu r man empfing heute vormittag den Ozeanflieger Könnecke und seinen Begleiter Graf Solms. Der Botschafter erkundigte sich mit großem Interesse nach den von Könnecke getroffenen DorbereitungLn für den Flug und erklärte, er beabsichtige, dem Start des Flugzeuges von Berlin aus beizuwoh­nen, um den Fliegern persönlich Lebewohl zu sagen und ihnen die besten Wünsche für das Ge­lingen des Fluges auszusprechen.

Infolge des schlechten Wetters sindet Der Start Könneckes nach Köln heute nicht statt. Er wird voraussichtlich morgen erfolgen.

Ein französisches Kriegsschiff zur Hilfe bereit.

St. Johns (ReufundlanD), 12. Aug. (WTB. Funkspruch.) Das französische Kriegs­schiffDille d' QJ ö ist heute nach dem Flämisch-Kap, einem Teil Der Grand Dank, abgefahren, wo es verbleiben wird, bis die be­vorstehende Reihe Der A11 a n t i k f l ü g e be­endet ist, um allen Fliegern, die sich in Schwie­rigkeiten befinden, beizustehen.

Staatsanwaltschaft ausreichende Gründe zu dem Derdacht, daß General Zagorski sich absichtlich der Stellubaspf licht entzieht und sich verborgen hält. Mit Rücksicht darauf wurde Die Angelegenheit dem Llntersuchungsrichter über­wiesen und von Amts wegen di« steckbrief­liche Verfolgung angeordnet.

Indianeraufstand in Bolivien.

La Paz, 12. Aug. (WTB.) Zur Unterdrückung des Indianeraufstandes sind von Potosi und Druro Truppenabteilungen in das ge­fährdete Gebiet gesandt worden. Bei einem Zu­sammenstoß mit den Rebellen, die insaefamt

etwa 50 000 Mann zählen sollen, wurden fünfzig Rebellenführer gefangen genommen, an die hundert Indianer getötet und eine große Anzahl ver­wundet. Die Indianer plünderten zahlreiche Waren­lager und steckten mehrere Farmen in Brand. Die nach Potosi führende Eisenbahnlinie ist be­droht.

Siückttritt

des griechischen Kabinetts

Athen, 13. Aug. (WTB. Funkspruch.) Das Kabinett Zairnis ist gestern nachmittag zu- rückgetreten. Der Präsident der Republik hat das Rücktrittsgesuch des Kabinetts angenom­men. Heute vormittag werden die ersten Bespre­chungen des Präsidenten der Republik mit dem Kam­merpräsidenten und den Parteiführern stattfinden. Es wird angenommen, daß Z a i ml s das Kabi­nett aus den bisherigen Elementen neu bilden wird unter Ausschluß des Ministers des Innern Tsaldaris und der feiner Partei angehörenden bisherigen Minister. Die Krisis, die bereits längere Zeit latent war, trat zutage, als Tsaldaris darauf bestand, daß die gesamte Golddeckung zur Garan­tierung des Papiergeldumlaufs der Nationalbank an eine neue Emissionsbank übergeführt werden und voll­ständig in Deren Eigentum übergehen sollte. Da hierüber keine Einigung erzielt werden konnte, trat Tsaldaris mit Den beiden seiner Partei angehörenden Ministern zurück. Das neue Kabinett wird sich der Kammer in Der nächsten Woche vorstellen und ver­suchen, die Finanzsanierungsgesetze noch vor Schluß Der Session des Parlaments zur Annahme zu bringen.

Der Bürgerkrieg in China.

London, 12. Aug. (WB.) Reuter erfährt, daß der Minister des Auswärtigen Der Hankauregierung, Eugen T schen, zu - rüdgetreten ist. Der Rücktritt ist auf einen Konflikt mit General Tang-Sching-tschen zurückzuführen, Der jetzt sämtliche Armeen der Hankauregierung unter seinem Befehl hat. Der neue Minister Äuning-QJu ist so unpo­pulär, daß die Beamten des Ministeriums des Auswärtigen mit dem Rücktritt gedroht haben. Wie aus Kiukiang gemeldet wird, hat Tschang-Fekuei, der vor kurzem aus Hankau dort eingetroffen ist, den Belagerungszu­stand proklamiert. Er hat 50 Kommunisten verhaften lassen, von Denen 26 st and - rechtlich erschosssen wurden.

Times" meldet aus Schanghai: Die Rordtruppen unter Sung-Tschuang- Fang erzielten weitere Erfolge. Sie werden mög­licherweise Schanghai innerhalb einer Woche bedrohen. Angesichts des erwarteten Angriffs auf R a n k i n g, sind die dortigen auslän­dischen Einwohner auf gefordert worden, sich bereit zu halten, Zuflucht an Bord von Kriegsschiffen zu nehmen.

Ersatzwahl zum Dölkerbundsrat

London, 12. Aug. (WTB.) Reuter. Wie ver­lautet, wirD Die Bölkerb undsver samm­ln n g im September als MitglieD Des Rats an Stelle Der Tschechoslowakei, Deren Rats» manDat abgelaufen ist, voraussichtlich Finnland wählen, da ja die Kleine Entente im Völkerbundsrat bereits durch Rumänien vertreten ist.

Kleine politische Nachrichten.

Reichsaußenminister Dr. Stresemann hat gestern abend Berlin verlassen und sich zu einem längerem Kuraufenthalt in ein Rordseebad be­geben.

Reichskanzler Dr. Marx richtete an den Vor­sitzenden des Vereins Deutscher Zeitungsver­leger, Kommerzienrat Dr. Krumbhaar in Liegnih, folgendes Telegramm:Zu Ehren Ihres 60. GÜmrtstages spreche ich Ihnen, sehr Der* ehrtet Herr Kommerzienrat, der Sie sich als Vorstandsmitglied und als erster DorsihenDer des Vereins Deutscher Zeitungsverleger große Verdienste um die deutsche Presse erworben haben, aufrichtige Glückwünsche aus. Reichskanz­ler Dr. Mar x." Auch von Außenminister Dr. Stresemann und von dem Chef der Presfe- abteilung. Dr. Z e ch l i n, sind an den Iubilar Glückwunschtelegramme gerichtet worden.

Aus aller Welt.

Der Berliner Lotteriebetrug.

Der Staatsanwalt hat, wie den Berliner Blättern mitgeteilt wird, die Voruntersuchung gegen Lotterieobersekretär S ch l e t n ft e i n und Lotterieinspektor Böhm beendet, so daß Die Anklage gegen die beiden Beamten der Preu­ßisch-Süddeutschen Klasfenlotterie erhoben werden kann. Die bisher durchgeführte Llntersuchung er­gab. daß außer ihnen kein weiterer Beamter sich Verfehlungen zuschulden kommen ließ. Die Rumnrem der Ziehung, bei der es zu Llnregel- mähigkeiten gekommen ist, und die von den beiden ungetreuen Beamten hinterzogenen Ge­winne werden noch einmal gespielt.

Notlandung französischer Flieger in Saarbrücken.

Wie DasSaarbrücker Abendblatt" meldet, landeten gestern morgen kurz vor 9 Llhr sieben Flieger Des 12. französischen Fliegerregiments, Die sich auf einem Geschwaderflug von Reustadt nach Diedenhofen befanden, auf Dem Saarbrücker Flughafen. Der Führer erklärte, wegen schlechter Witterungsverhältnisie zu Der Landung gezwun­gen gewesen zu sein. Lim 1/2H Tlhr trat daS Geschwader Den Weiterflug an.

Schwere Sturmschäden in Südfrankreich.

Gewaltige Stürme haben gestern in den Ge­genden des Rhone- und Saone-Tals bedeutenden Schaden angerichtet. An verschiedenen ©teilen sind Die Bahnstrecken aufgerissen toorDen. Die Ernte in 5 Departements ist völlig vernichtet. In vielen Ortschaften sind Die Dächer von sämtlichen Häusern abgedeckt worden. Besonders schwer ist Die Gegend von Rankes heimgesucht. Todes- fälle sinD bisher nicht gemeldet worden.

Wettervoraussage.

Bei süDwestlichen bis westlichen Winden wechselnd wolkig, mäßig warm und zeitweise ver­einzelt Regen.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 21,8. Minimum 12,2 Grad Celsius. Riederschläge: 0,5 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 15,8 Grad Celsius.

Witterungsaussichten für Montag: Fortdauer des wechselnd wolkigen Wetters mit strichweise« Regenfällen.

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