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räumen eine, wenn auch bescheidene, Einnahme für die Kleinrentner wenigstens bisher bedeutete. In jüngster -Zeit ist auch diese Möglichkeit des Nebenverdienstes dadurch schwieriger geworden, daß durch die Mietsteigerungen auch andere Kreise in erheblichem Umfange genötigt sind, die erhöh­ten Mieten durch Untervermietungen auszu­gleichen.

Eine Notlage der Kleinrentner besteht also sicherlich, und es ist daher zu begreifen, wenn sie mit allen Mitteln eine Besserstellung bestreben. Zurückzuweisen sind aber die Beschwerden gegen die Durchführung der Fürsorge durch die Für- sorgeverbände in der allgemeinen Form, wie sie erhoben werden.

Von den Fürsorgeoerbänden geschieht, was im Rahmen der Fürsorge und mit den zur Verfügung stehenden Mitteln geschehen kann. Damit soll aber natürlich nicht gesagt sein, daß Beschwerden im Ein­zelfall immer unberechtigt wären. Letzten Endes ist dies auch den Kleinrentnern bekamst, und sie for­dern, weil sie wissen, daß ihnen im Rahmen der Für­sorge nicht das werden kann, was ihnen nach ihrer Auffassung werden müßte, die Versorgung durch das Reich auf Grund eines Rentenversorgungsgesetzes.

Diese Forderung stellen sie in dem Entwurf, den sie dem Reichstag Ende 1926 unterbreitet haben. Darin verlangen sie für die Kapitalrentner, die durch die Inflation ihr Vermögen verloren haben, und für die ihnen gleichzuachtenüen Personen als Mindest­rente ein Kulturminium und eine nach der Höhe des verlorenen Vermögens zu berechnendes Entgelt. Ferner Zuschläge für die mit im Haushalt lebenden Angehörigen des Kleinrentners. Als Kapitalrentner betrachten sie nach den Ausführungen des Vertre­ters des Rentnerbundes auf der Tagung des Haupt­ausschusses des Vereins für öffentliche und private Fürsorge in Berlin vom 25. März 1927, Personen, die mindestens ein Vermögen von 10 000 Mk. vor der Entwertung besaßen. Die Deckung der erforder­lichen Ausgaben sollen nach ihren Vorschlägen durch Wiedereinführung der Schaumweinsteuer, Erhöhung der Getränkesteuer, sowie der Luxus- und Vergnü­gungssteuer erfolgen.

Bemerkenswert ist an dem Entwurf vor allem, daß als Mindestrente nicht das sog. Existenz­minimum, sondern ein Kulturminimum gefordert wird. Was der Rentnerbund darunter versteht, läßt sich aus der Begründung ersehen, die er zu dieser Bestimmung gegeben hat und worin er an die Er­klärungen des preußischen Ministerpräsidenten Braun und des jetzigen Reichsfinanzministers Dr. Köhler erinnert, wonach die Beamtenbezüge der Gruppen 1 bis 6, den notwendigen Lebsns- bedarf nicht decken würden. Ein Kulturminimum in Höhe der Bezüge eines Beamten der Gruppe 7, denn das ist wohl nach der Begründung und Auffassung des Rentnerbundes das angemessene Kulturmini- mum, durfte wohl außer Erwägung bleiben. Dom Standpunkte der Entschädigung, auf dem ja die Kleinrentner stehen, ferme bei einem Minüestkapital von 10 000 Mk. höchstens ein Kulturminimum von 500 Mk. in Frage. Mehr hätte der Kleinrentner bei einer Verzinsung von fünf Prozent ohne Inflation auch nicht gehabt. Diese 500 Mark entsprechen unge­fähr dem gegenwärtigen Durchschnitts-Jahres-Unter- stühungs-Richtsatze für Kleinrentner.

Damit das Ausscheiden aus der Fürsorge auch restlos erfolgt, wünschen die Kleinrentner die Fest­setzung und Auszahlung der Rente durch das zustän­dige Finanzamt. Zweckmäßiger dürfte wohl eine Regelung entsprechend dem Vorzugsrentenverfahren denn auch bei der Versorgung wird die Prüfung der Hilfsbedürftigkeit erforderlich fein, die ohne Zweifel durch die Bezirksfürsorgestelle am zweckdien­lichsten und schnellsten erfolgt.

Mit dieser Frage der Aenderung der Klein- rentnerfürforge war der Reichstag gelegentlich der Beratungen des Haushaltsplanes für 1927 mehrfach beschäftigt. Man war sich darüber einig, daß etwas für die Kleinrentner geschehen müsse, konnte sich aber nicht entschließen, dem Antrag des Rentnerbundes auf Erlaß eines Rentnerversorgungsgesetzes zu fol­gen, sondern begnügte sich damit, einen laufenden Betrag von 25 Mill. Mark für die Kleinrentner in den Reichshaushaltsplan einzustellen, der an die Bezirksfürsorgeoerbände über die Länder zur Ver­teilung kommen sollen. Mit der Verteilung dieses Betrages hat es aber eine besondere Bewandtnis. Die Fürsorgeverbände erhalten nämlich die auf sie entfallenden Summen nur, wenn sie vertraglich Be­dingungen bez. der Kleinrentnerfürsorge eingehen, die auf eine Aufhebung der Reichsgrundsätze über Art und Maß der Fürsorge hinauslaufen. Darauf eingehen würde Aufgabe des Grundsatzes der Hilfe nach Maßgabe der Bedürftigkeit, bedeuten, des Grundsatzes der Subsidarität jeder Fürsorge und des Grundsatzes der Rückerstattungspflicht bzgl. eines Teiles der in Fürsorge stehenden Personen. Tatsäch­lich hat der Reichstag in diese Bedingungen bereits den Entschädigungsgedanken dadurch ausgenommen, daß er bestimmt, daß die Zuschüsse namentlich für diejenigen Kleinrentner zu verwenden sind, die durch die Geldentwertung besonders schwere Ver­mögensverluste erlitten haben. In der Fürsorge hat aber der Entschädigungsgedanke keinen Raum. Aus diesen Gründen und auch mit deshalb, weil diese Zuwendung eine nennenswerte Besserstellung der Kleinrentner nicht bedeutet, (auf den Kopf würden etwa nur fünf Mark pro Monat entfallen), haben die Mehrzahl der Bezirksfürsaraeoerbände die An­nahme oieser Mittel abgelehnt. Gegen die Annahme dieser Mittel haben sich aber auch unter schärfstem Protest die Kl.^rentner selbst ausgesprochen.

Die Verhältnisse liegen nun also so, daß man es entweder bei dem alten Zustand der Kleinrentner- sürsorge beläßt, der ja eine Besserstellung im Rah­men der Fürsorge nicht ausschließt, ober aber dem Drängen der Kleinrentner nachgibt und die Versor­gung der Kleinrentner durchführt.

Daß man im Reichstag den letzten Weg zu gehen beabsichtigt, läßt sich aus der Entschließung ersehen, die der Reichstag im Anschluß an den Beschluß der Einstellung der 25 Millionen in den Haushaltsplan gefaßt hat, und worin die Reichsregierung ersucht wird, in eine Prüfung darüber einzutreten, ob durch ein besonderes Gesetz die Versorgung der Kleinrent­ner geregelt werden kann, und das Ergebnis dieser Prüfung in einer Denkschrift dem Reichstag bald­möglichst vorzulegen.

Da sich auch sonst die maßgebenden Körper­schaften und Personen mit Rücksicht auf die Entwick­lung der Dinge, und obwohl sie beiher meist Gegner einer Versorgungsreglung waren, nunmehr für eine Versorgung aussprechen, ist mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, daß die Lösung der Klein­rentnerfrage auf diesem Wege erfolgen wird. Schwierigkeiten finanzieller und anderer Arten wer­den genug zu Überwinden sein.

Aus dem Amtsverkü )igungsblatt.

** Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 52 vom 12. Juli enthält: Straßensperre. Er­laß einer Polizeiverardnung über das Tragen un­

gesicherter Sensen. An die Gendarmerlestationen des Kreises. Volksmusiktage in Frankfurt a. M. Dienstnachrichten.

59. Verbandstag der Hessischen Erwerbs- und Wirtschafts- genossenschast.

* Der 59. Verbandstag des Verbandes der Erwerbs- und Wirtschaftsgen as­sen schäften im Volksstaat Hessen, sowie gleich­zeitig die 3. Tagung der Arbeitsgemein­schaft der Hessischen Kreditgenossen­schaften fand am 9. und 10. Juli in Baden­hausen statt. Außer einer stattlichen Zahl von Ehrengästen hatten alle Genossenschaften ihre Abge­ordneten entsandt. Die zweitägigen Verhandlungen nahmen bei reger Anteilnahme der Erschienenen eindn erfreulichen Verlauf.

Die Versammlung nahm in der Sitzung am 9. Juli den Bericht über die Prüfung derVer - bandsrechnung für das ab gelaufene Jahr 1926/27 entgegen und erteilte dem Verbands­direktor Entlastung; der Voranschlag für 1927/28 fand die Zustimmung der Anwesenden, ebenso wurde die Beitragserhöhung in der vom Vorstand vorgeschlagenen Form angenommen und einstimmig die Aenderung der Satzun­gen zur Einführung der jährlichen Revision gut» geheißen. Der stellvertretende Derdandsdirektor, Bankdirektor Weiler, Darmstadt, berichtete so­dann von den Bestrebungen innerhalb des Kredit­genossenschaftswesens, ein einheitliches Gironetz zu schaffen. Zweck dieser Bestrebungen sei, die bestehen­den Gironetze der Reichsbank und der Postscheck­ämter wirksam zu ergänzen und eine volkswirtschaft­liche Aufgabe zu erfüllen, indem man alle Gelder, die nicht durch den Reichsbankgiro- ober Postscheck­verkehr erfaßt würden, in den genossenschaftlichen Giroverkehr einbezieht und so der Wirtschaft dienst­bar macht. Vor ungefähr drei Jahren fei die Ar­beitsgemeinschaft der Hessischen Kreoitgenossenr schäften gegründet worden, die noch eine Reihe zum Teil schwieriger Fragen zu lösen hat. Der Ausbil­dung fähiger'Bezirkskreditgenossenschaften solle man erhöhte Aufmerksamkeit schenken. Im Anschluß hieran nahm die Versammlung den Revisionsbericht des Verbandsrevisors Schneider, Darmstadt, entgegen. Ziel und Aufgabe der Verbandsrevision sei es, allmählich alle Genossenschaften auf die Stufe der höchsten Leistungsfähigkeit zu bringen. Aus die­sem Grunde hat man sich im Deutschen Genossen­schaftsverband allgemein dazu entfchlossen, an Stelle der bisherigen zweijährigen Revision die jährliche treten zu lassen. Die Praxis zeige immer wieder, daß die Persönlichkeit des Leiters von der größten Be­deutung für die Entwickelung der einzelnen Ge­nossenschaft sei. Schließlich wurde auf die Notwen­digkeit einer Zinspolitik hingewiesen, die auch dem wirtschaftlich Schwachen die Aufnahme von Krediten ermögliche.

An Stelle des bisherigen /Verbandsdirektors Paech, Darmstadt, der aus Gründen gesundheit­licher und beruflicher Art fein Amt Anfang dieses Jahres niedergelegt hatte, wurde von der Versamm­lung Bankdirektor Weiler, Darmstadt, zum Ver­band sdirektor, sowie Bankdirektor R o i ß, Groß- Urnftabt und I. Weber, Darmstadt, zu seinen Stellvertretern gewählt. Als Ort für den 1928 statt­findenden 60. Verbandstag wurde Darmstadt be­stimmt.

Die Hauptversammlung am Sonntag wurde durch Verbandsdirektor Weiler mit einer Begrüßungs­ansprache eröffnet, der auch den Jahresbericht erstattete. Er erfüllte zunächst eine Ehrenpflicht, in­dem er dem Andenken des allseits verehrten Ehren- anmattes des Deutschen Genossenfchaftsverbandes, Prof. Dr. (Krüger, der zu Beginn dieses Jahres gestorben ist, einen eindrucksvollen Nachruf widmete. Ferner fprach er herzlichen Dank dem bisherigen Verbandsdirektor, Direktor Paech. Darmstadt, aus, der in den Jahren 1925/26 die Hessischen Genossen­schaften mit fester Hand geführt und sich große Ver­dienste erworben hat, indem er in den kritischen Tagen nach der Inflation den Genossenschaften Er- gänzungskredite in ausreichendem Maße zuführte. Bei dieser Gelegenheit wurde erneut die Wichtigkeit und Notwendigkeit des Zusammenschlusses in der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Kreditgenossen­schaften betonte. Bezüglich der Entwicklung der hessi­schen Kreditgenossenschaften im Geschäftsjahr 1926 könne z. T. auf die gedruckt vorliegende Statistik hin- aewiesen werden. Die Reinigungskrise sei im we­sentlichen in den ersten Monaten des, Jahres 1926 beendet gewesen. Im Verhältnis zu den Sparkassen sei allmählich ein Wandel zum Besseren eingetreten; die Bestrebungen der beiderseitigen Spitzenorgani- sationen, das Betätigungsfeld gegeneinander abzu- grenzen (hier Hypothekar- dort Personalkredit), dürsten in weiterem Verlauf die Entwickelung von Erfolg begleitet fein.

Es folgte bann ein Referat des Direktors Schüttler von der Hessischen Handwerkskammer in Darmstadt, der das ThemaG e n offen = schaftsarbeit bei der Hessischen Hand­werkskammer" behandelte. Es wurde, so führte der Redner aus, die Handwerkerzentral- genosfenschaft als gemeinnützige Aktiengesellschaft ge­gründet, wozu der Staat die Hälfte des 'Aktien­kapitals gegen jährliche Tilgung zur Verfügung

stellte. Die Handwerkerzentralgenossenschaft als Ein­richtung der Handwerkskammer hatte die Hcmd- werksgenossenschaften zu beraten, sie betätigte sich weiter in umfangreichster Weise in der Maschinen- besck-afsung für alle möglicljen Handwerkszweige und leistete insbesondere während des Krieges durch die Uedernahme und Durchführung von Kriegs­lieferungen außerordentlich wertvolle Dienste. Hand­werkskammer und Handwerkerzentralgenoffenschaft stellten sich nach der Inflation in den Dienst der Ka­pitalbeschaffung; sie fetzten sich lebhaft unter Bürg­schaft der Kammer für die Bereitstellung von Kapi­talien bei verschiedenen Bankinstituten ein und sorg­ten für Kapitalzuführung an das hessische Handwerk bei der Verteilung der vom Reich und Staat bereit- gesteMen Mittelstandskredite. Dies geschah weit­möglichst im engsten Zusammengehen mit den ge­werblichen Kreditinstituten, die sich durch die Lan­desgewerbebank als Abteilung der Handwerker­zentralgenossenschaft ein gewerbliches zentrales Kre­ditinstitut geschaffen haben. Weiter förderte die Handwerkskammer die Bildung van Baugenossen­schaften zur Belebung der privaten Bautätigkeit. Ein weiterer Programmpunkt bedeutet die Schaffung von Absatzorganisationen für solche Gewerbezweige, die mit ihren Erzeugnissen kaum noch direkt an den Konsumenten herankommen können.

Zum Schluß der Tagung hielt der Anwalt des Deutschen Genossenschaftsverbandes e. V. in Berlin, Professor Philipp Stein, einen Vortrag über Sie Bedeutung der Genossenschaf­ten für Wirtschaft und <51 a a t . Die Auf­rechterhaltung eines in der Produktion und des Han­dels leistungsfähigen und kaufkräftigen Mittelstandes ist für die Erhaltung und Ausweitung des inneren Marktes wirtschaftlich von ebenso großer Bedeu­tung, wie sie für das Volksganze und den Staat unentbehrlich ist. Nur auf den breiten Fundamenten eines finanziell unabhängigen, wirtschaftlich selb­ständigen, sozialen, selbstbewußten Mittelstandes ist Dasein und Entwicklung des Staates und des Volkes gegründet. Die Genossenschaften haben früher und umfassender als andere Organisationen ben Wiederaufbau ihrer Mittel und ihrer Arbeit durch­führen können. Sie können Träger einer neuen sozialen Selbstverwaltung sein. Die Genossenschafts­bewegung kann in ihrer Gesamtheit Vorbild und Keim zur Schaffung einer Volksgemeinschaft sein, auf daß wir, nachdem wir in ben Jahren bes Glücks bie Einheit des Reiches gewonnen haben, in ben Jahren der Not aus ber Einheitlichkeit ber Ar­beitsgesinnung bie Einheitlichkeit ber Volksgesinnung und der Staatsgefinnung erringen.

Die Versammlung folgte den Ausführungen der drei Redner mit lebhaftem Interesse und gab ihre Zustimmung des öfteren deutlich zu erkennen. Die Veranstaltung legte Zeugnis ab von dem gesunden Geist und ber Kraft 'ber Genossensck-astsbewegung, woburch allein ber Wiederaufbau unserer Wirtschaft möglich ist.

Qoerhesien.

Landkreis Gießen.

A Großen-Linden, 12. Juli. Infolge Ausführung von Kanalarbeiten ist die hiesige Bahnhofstraße in der Zeit dorn 12. bis einschl. 29. Juli für jeglichen Fährverkehr ge­sperrt. Leichteres Fuhrwerk wird, sofern es nicht auf der Straßenseite verkehren kann, auf der nicht gearbeitet wird, durch einen Feldweg nach dem Bahnhof um geleitet. Das Postauto der Linie GießenHochelheim wird während der Straßensperrung voraussichtlich nur bis zum Wasserhaus verkehren können.

* Leihgestern, 12. Juli. Dieser Tage fand hier ein Probealarm mit anschließender Hebung der hiesigen Fveitvilligen Feuerwehr unter Leitung des 1. Kommandanten G. Held statt; die hierbei gezeigten Leistungen stellten der jungen, aber schlagfertigen Wehr daS beste Zeugnis aus.

t Grünberg, 12. Juli. In der Haupt­versammlung des B.H. C., Ortsgruppe Grünberg, wurde der seitherige Vorstand wieder- gewählt und die Rechnungsablage gutgeheißen. In dieser Versammlung wurde u. a. beschlossen, an t)\s Tagung des Verbandes der Deutschen Ge- birgs- und Wander vereine am 3. und 4. Septem­ber in Herborn teilzunehmen, außerdem wurde die Errichtung einer Jugendherberge in Grün- berg besprochen; man will mit allen Mitteln versuchen, den schon seit Jahren in Aussicht stehenden Plan nun endlich zu verwirklichen.

)) Lich, 12. Juli. Das diesjährige In­ge n d s e st wird hier am nächsten Sonntag auf dem Hardtberge gefeiert. Nach den Gepflogen­heiten der Vorjahre wird mittags am Rathaus unter Beteiligung der Schuljugend und aller hie­sigen Vereine ein Festzug aufgestellt, der unter Dorantrü detr Kapelle der Freiw. Feuerwehr Lich nach dem Festplahe marschiert. Ansprachen, Gesangsvorträge der hiesigen Gesangvereine, tur­nerische Vorführungen des Turnvereins, 3ugenb«> spiele und Konzert der Kapelle werden für ge­nußreiche Abwechslung sorgen. Vormittags findet ein Festgottesdienst in der Stiftskirche statt. Der Licher Sommer markt, einer der be­liebtesten und besuchtesten Märkte unserer Stadt, der alljährlich am Sage nach dem Licher Jugend­fest, im lausenden Jahre also am Montag, dem

StraßEnsperrungen

mitgeteilt vom Oberhessifchen Automobil-Elub E. D., Gießen.

Welche Strecke wird gesperrt?

In welchem Straßenzng liegt die Strecke?

Für welche Fahrz. erfolgt die Sperrung?

Voraussicht­liche Dauer der Sperre

Umleitung

Don Windhof- Landesgrenze

Gießen - Rodheim

Wagen- und Automobil, verkehr

unbestimmt

Krofdorf

Inheiden-Utphe

©icfeen- Hungen- Gelnhausen

ii

Grund-Schwalheim - Unterwiddersheim - Rodheim

In der Gemarkung Elz km 0,0-1,2

Landstraße Limburg - Rennerod

II

bis 26. 7. 27

Elz-Hundsangen Hadamar

Ortsstraßendurchfahrt Ober-Rosbach

Friedberg - Homburg

II

bis aus weiteres

Nauborn - Schmalbach bzw. Laufdorf

Wehlar-Nieder- Quembach

II

bis 27. 7.

Oberndorf - Bonbaden

Oberzeuzheim - Dorchheim

Limburg - Rennerod

II

bis 4. 8.

Frickhofen

Obernhof-Nassau

Limburg - Nieder-Lahnstein

tl

bis 23. 7.

Seelbach - Singhofen

18. d. M., stattfindet, wird in diesem Jahre uh. ber in hergebrachter Weise begangen. Außer dem üblichen Rindvieh-, Schweine- und Krämermartt ist Prämiierung von hessischem Fleckvieh und Vogelsberger Vieh, Bullen- und Schafbock-Auk­tion mit dem Markt verbunden. Die Anmel­dungen hierzu sind recht zahlreich eingelaufen, so daß mit einem Auftrieb von 150 Fleckvieh- und Vogelsberger Tieren zur Prämiierung und zirka 25 Tieren der genannten Rassen zur Auktion schon heute gerechnet werden kann. Die Prä­miierung beginnt um 9 Uhr. Preisrichter mit gutem Namen aus den verschiedenen benachbar­ten Zuchtgebieten sind für die unparteiliche und richtige Beurteilung der Tiere gewonnen. Die Auswahl unter den gemeldeten Tieren ist jetzt schon so reichlich, daß zuchtviehsuchende Gemein­den und sonstige Interessenten eine gute Gelegen­heit zum Erwerb erstklassiger Tiere finben werden. Am gleichen Sage erfolgt auch die alljährlich stattfindende Auktion von Jährliygsböcken der Stammschäferei der Fürstlichen Verwaltung in Lich. Da die bekannte Versteigerung in Götzen in diesem Jahre ausfällt, verspricht die hiesige Auktion, die wertvolles Material aufweist, an ihrer Bedeutung wesentlich zu gewinnen. Mit dem Markt ist gleichzeitig eine Tombolaverlosung verbunden, für die recht wertvolle Gewinne zur Verfügung stehen. Die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Lich wird von 11 bis 12 Uhr mittags auf dem Marktplätze konzertieren. Am Nach­mittag soll ein ümjug der prämiierten Tiere durch die Stadt erfolgen. Hieran wird sich Volks­belustigung, Konzert und Tcrnz auf dem Adler- Platz in Lich anschließen. (Aus die in der Frei­tagsnummer veröffentlichte Marktanzeige wird nochmals hingewiesen.)

* Trais-Horlv'sf, 12. Juli. Gestern mit­tag ereignete sich auf der Grube Friedrich" bei dem einer Frankfurter Firma übertragenen Neubau ein bedauerlicher Unfall. Dem Hilfsarbeiter W. F i l s i n g e r aus Utphe fiel ein Bolzen vom Gerüst so unglücklich auf den Kopf, dast er bewußtlos zusammenbrach. Er kam nach kurzer Zett wieder zur Besinnung, aber die Sprache blieb aus. Der Verunglückte wurde ins Hungener Krankenhaus übergeführt.

I" Aus der nördlich«n Wett-Tau, 12. Juli. Infolge des ungünsttgen Wetters ist erst jetzt das letzte Heu eingebracht worden. Die Heuernte ist hier sowohl der Qualität als auch der Menge nach gut ausgefallen. Eben ist man noch mit dem Einernten des Kleeheus beschäftigt. Während in normalen Jahren der rote Klee ganz und der ewige Klee zum größten Teil als Grünfutter verwendet wurden, ist heuer der erste Schnitt der hier viel angebauten Lu­zerne zu Dürrfutter aufgearbeitet worden, und teilweise wird auch noch der Rotklee zu Winter­futter hergerichtet. Die Preise für Heu sind sehr gedrückt, für erstklassiges Heu bieten die Händler jetzt 1,80 bis 2 Mark für den Zentner. Einen herrlichen Stand weisen die Getreide­äcker auf; nur macht sich in solchen Gemar­kungen. die seither verschont waren, die Weiter­verbreitung des Hederichs bemerkbar. Falls nicht noch schwere Unwetter Schaden anrichten, steht eine außerordentlich gute Körnerernte bei allen Fruchtarten in Aussicht. Gut haben sich auch die Hackfrüchte bei den regelmäßig sich ein» stellenden Regengüssen entwickelt, während die Gartenkulturen, besonders Gurken und Bohnen, infolge der naßkalten Witterung etwas zurück­geblieben sind. Glänzende Aussichten find für eine Rekordobsternte vorhanden. Die Apfelbäume zeigen einen überreichen Behang, und da es an Baumftühen, sogenanntenStei­pern", mangelt, werden eben in den Gemeinde­wäldern Sommerschläge ausgeführt. Auch die Birnbäume, die erst im Vorjahre gute Erträge lieferten, haben wiederum reich angeseht und gerade die besseren Sorten zeigen'' starken Be­hang. Wo es in den Hochzeitstagen der Zwetsche regnete, ist nur ein kärglicher Fruchtansatz vor­handen, anderorts haben die Maifröste ufnb die Obstbaumschädlinge die Hoffnung auf eine Voll­ernte zunichte gemacht. Mirabellen und Reine­clauden versprechen eine sehr gute Ernte.

Kreis Frievberg.

ss. Friedberg, 12. Juli. Unter dem Vor­sitz von Kommerzienrat Langsdorf fand dieser Sage die General-Versammlung des B a u - VereinsEigener Herd ist Goldes wer t" statt. Nachdem H. Heß zum Protokoll­führer ernannt worden war, verlas der Rechner des Vereins, Metz, den Bericht der letzten Ver­sammlung, der genehmigt wurde. Kühn erstat­tete den Geschäftsbericht, aus dem heroorgeht, daß die Geschäfte sich glatt abgewickelt haben. Im Laufe des vergangenen Jahres konnten alle Häuser, bei denen die Notwendigkeit dorlag, reno­viert werden. Bei der Jnneneinrichttlng wird diese Arbeit noch fortgesetzt. Dagegen ist die Wiederaufnahme der Neubautätigkeit vorläufig nicht möglich. Die Interessen der Mieter sollen auch weiterhin möglichst gewahrt werden, vor allem die Miete- so niedrig wie möglich bemessen werden. Kommerzienrat Langsdorf ist grund­sätzlich Anhänger der Bautätigkeit, sieht jedoch auch die Gefahren, die der Vorsitzende bereits geschildert hat. Die Kassenprüfung wurde ge­nehmigt. H. Metz verlas sodann die Bilanz, die mit über 50 000 Mk. in Llttiva und Passiva abschließt. Dem Vorstand und dem Auftichtsrctt wurde danach Entlastung erteilt. Med.-Rat Dr. Becker und Kaufmann Schneider, die aus dem Aufsichtsrat ausscheiden, wurden in gehei­mer Wahl wiedergewählt. Zum Schluß dankte der Vorsitzende des Auftichtsrats, Kommerzien­rat Langsdorf, dem Vorstand für seine mustergültige Geschäftsführung.

Kreis Schotten.

!* Freienseen, 12. Juli. Lanbwirt- schaftsrat Srautmonn, Direktor des Land­wirtschaftsamtes Grünberg, hielt gestern nach­mittag in unserer Gemeinde einen Feldrund­gang ab. Der Rundgangsleiter wies an Hand Iber praktischen Beispiele auf eine sachgemäße Bodenbearbeitung und Düngung, sowie auf eine richtige Sortenwahl und Pflege des Saatgutes hin. Die Winterfrüchte stehen in unserer Ge­meinde wesentlich besser als die Sommerfrüchte. Auf eine jedesmalige Saatgutreinigung wurde besonders aufmerksam gemacht. Ferner soll in ber nächsten Zeit eine Jungviehweide ein­gerichtet werden. Die Besichttgung des dazu ge­hörigen Ortsgelänbes soll demnächst erfolgen. Die Ausführungen des Rundgangleiters wurden mit Interesse verfolgt.

Kreis Alsfeld.

H Alsfeld, 12. Juli. Am Sonntag weilte der Hessische Geschichtsverein mit sei­nen Abteilungen Marburg, Kirchhain und Hers-