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Mittwoch, 15. Zuli 1921

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

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Alle sagen, das Unglück habe sich in weni­gen Minuten abgespielt. Wie war diese Natur­katastrophe nur möglich? Wolkenbruch zunächst. 2lber schlimmer war das Holz, dem nichts wider­stand. In diesen ganzen Tälern liegen Holzschleife­reien, sind Millionenwerte von Holz aufgestapelt gewesen. Man rechnet in dem ganzen Unglücks­gebiet mit 120 Toten. Es werden an die zweihundert sein nach roher Schätzung. Ein Beispiel hierfür.

*

Auf großem Umwege suchen wir Sauen ft ein zu erreichen, immer wieder Irrfahrten, hier ist der Weg aufgerissen, hier eine Brücke fortgeschwemmt, da peht man den Schienenweg der Schmalspurbahn wie Streichhölzer aufeinandergelegt. Wo Klee und Hafer stand, ist eine Wüste von Schlamm, die Zei­tungsmeldungen haben nicht nur nicht übertrieben, man ahnt bis zur Stunde nicht einmal schätzungs­weise den Menschen- und Materialschaden eirrschließ-

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fordern keine Fürsorgeleistungen, sondern Entfchä- a für die durch die Währungspolitik des

Bon Heinrich Zerk aulen.

hoch flüchten konnte, war verloren. Achtzehn Tote zählen sie allein in Glashütte. Im Bürgermeister­amt halten sie gerade Sitzung ab, als ich hinzu- komme. Man hat nicht genug Särge.

Man soll feinem Menschen einen Vorwurf machen, sie wissen ja noch von nichts, die Abend­zeitungen sind ja noch nicht da.

Mir liegt immer noch im Ohr das Wort: Ich dachte nur, die Welt geht unter . . .

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Kaleidoskop des Grauens.

Augenblicksbilder von der Unwetterkatastrophe im Erzgebirge.

finger in Bafel zum o. Profesior der Geogra­phie an der Universität F re i b u r g i. B. als Nach- olqer von Professor N. Krebs. Ernannt wurde vom 1. Oktober 1927 an der o. Professor Dr. Wal­ther Brecht in Breslau zum o. Profesior für neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität München als Nachfolger Franz Munckers. Amtlich wird die Ernennung des o. Professors Dr. Martin Kirschner in Königsberg zum o. Professor der Chirurgie und Direktor der Chirur­gischen Klinik an der Universität Tübingen als Nachfolger von Professor Dr. G. Perthes bestätigt. An den ordentlichen Professor für pharma­zeutische Chemie Dr. Karl Mannich an der Frankfurter Universität ist zur Wieder- besehung des durch den Rücktritt von Geheim­rat Professor Dr. Thomas frei gewordenen Lehr­stuhls für pharmazeutische Chemie an der Ber­liner Universität ein Ruf ergangen. Ernannt wurde der o. Professor Dr. Theodor F r i n g s in Bonn vom 1. Oktober 1927 ab zum ordentlichen Professor der deutschen Sprache und Literatur an der Universität Leipzig als Rachfolger von Prof. Reumann. Dem ordentlichen Professor für politische Oekonomie an der Universität Graz Dr. jur. Eduard Lukas ist die ordentliche Pro­fessur für Volkswirtschaftslehre und Statistik an der Universität Tübingen wm 1. Ok­tober d. 3. angeboten worden. Der ordent­liche Professor Dr. 3ohannes Ziekursch in Breslau hat einen Ruf auf den neuerrichteten Lehrstuhl für neuere Geschichte an ter Uni­versität Köln erhalten. Prof. D. Emanuel Hirsch m Göttingen hat den an chn er­gangenen Ruf auf den Lehrstuhl der K^tchen- geschichte an der Universität Halle als Nach­folger von Prof. Erich Seeterg abgelehnt.

Abenteuer auf der Blumenjagd.

Wenn sich der Blumenfreund jetzt in ter reichen Blütenfülle seines Gartens die wunder­vollen Rittersporne, Mohnarten und andere Pflanzen betrachtet, um die unsere Gartenwelt in den letzten Jahren bereichert worden ist, dann sollte er auch dankbar der Manner ge­denken, die mit den größten Gefahren und Muhen diese exotischen Kinder ter Natur aus weiten

_____,______Unser Bahn- toller Schwimmer. Als das *'**/ »r cr aus dem Bahnhofsgebäude gs- prungen und mußte mit den Wassermassen 500 Meter weit schwimmen, bis es ihn gegen' eine Baumkrone geworfen hat. Hier hat er sich an Tele­graphendrähten und Baumästen 3 Stunden lang fest­gehalten. Ein anderer Arbeiter flüchtete auf einen Steinschuppen und hielt sich gegen die anbrauenbe Macht der Holzstämme. Er kann nicht mehr gehen, eine Knochen sinb noch ganz, aber Haut und Fleisch

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Fernen herbeigebracht haben. Die 3agd nach eltenen und neuen Blumen ist durchaus nicht o ungefährlich, wie man wohl denken mag. Der Pflanzenjäger" hat eine der schwierigsten Auf­gaben, die es gibt. Bon seinen Abenteuern in den feuchten Urwäldern am Fuße des Hi­malaja und in den Wüstengebieten des ostllchen Tibet berichtet ein bekannter englischer Pflan­zensammler, Kapitän Kingdon Ward in einem Fachblatt. Er hat bereits neunmal Expeditio­nen, die durchschnittlich ein 3ahr dauerten m diese Gegenden und in die wilden Berglander an der Grenze von Birma und im westlichen China unternommen, um neue Seltenheiten in die Gärten zu bringen. Die Blumenjagd ist kein einfachesBlumenpflücken". Die schön­sten Pflanzen blühen in den Bergen häufig an unzugänglichen Abhängen, auf steilen Beraspitzen, und der Sammler ist einem Hagel sich losender Steine, den grausigen Schlünden unsichtbarer Spalten und der furchtbaren Gewalt der Berg­winde ausgesetzt. 3n den sumpfigen Tiefen ter Urwälder lauert der Tod in vielfacher Gestalt, und in anderen Gegenden, die von ter Zivi­lisation weit entfernt sind, wie z. B. in China, hat man mit Angriffen gefährlicher Räuber­banden zu rechnen. Einmal auf einer Wanderung an der Grenze zwischen China und Tibet trennte sich Ward von seiner Karawane, um einigen seltenen Pflanzen nachzuspüren, verirrte sich und verbrachte zwei Tage und zwei Nächte allem im Urwald, bis er den richtigen Weg fand. Ein andermal streikten die Kulis, weil es ihnen zu kalt" war. Bei seiner letzten Expedition wurde er in einem Haus, in dem er über­nachtete, von einem Erdbeben überrascht. Glück­licherweise fühlte er den ersten Stoß, sprang vom Lager auf die Veranda hinaus und fum Fuß tief hinab auf den Boden, wodurch er ftq) rettete, während das Haus zusammenstürzte. Das Ergebnis dieser gefahrvollen Reisen sind, wenn sie erfolgreich verlaufen, 200 bis 300

Samen, unter denen sich etwa 50 neue Garten­pflanzen befinden, di« dann von Partnern ge­züchtet werden. Unter den letzten Füllten Bards befindet sich eine blaue und eine vwiette Mohn- art, ein Dutzend neuer Primelarten, darunter bunte Primeln, die vier Fuß hoch wachsen.

Spät in der Nacht kamen wir auf Umwegen von Altenberg nach Kipsdorf. Wir sind 200 Kilometer durch Not unb Tob gefahren. Im Gaschos wirb Zither gespielt, Sektflaschen stehen auf bem Tisch. Man macht Knieübungen, um zu be­weisen, baß man noch nüchtern ist.___________________

Gießener Stadttheater.

Hermann Bahr:Das Konzert".

Dieses Konzert ist das harmlos-heitere und auch ein klein wenig nachdenkliche Gegenspiel zu der bitterbösen und grimmig-ernstenMusik des weiland Frank Wedekind. , ,

Bei Hermann Bahr kommt niemandhucker schwedische ©arbirten wie die arme Klara Huy- nerwadel; nein, sondern man steigt _ selbander, gerate wie bei Anzengruber das selig-unselige Liebespaar imDoppelselbstmord', auf die Alm, hvldrioh, wo die Kuhglocken klingen (und so), und wenn man wirklich hier, wie dort, zuerstvom Regen in die Traufe" kommt, so scheint doch auch nachher die Sonne wieder und trocknet die Tra­nen, und der Abstieg in die Gefilde der Wirk­lichkeit, in den Hafen der rechtsmäßigen Ehen ist dasglückliche", lustspielhafte... ein bißchen sühsaure Ente.

Die Ehebrüche und die vertauschten Mauen sind gar nicht ernst gemeint; Wedekind konnte nur damals durchaus nicht finden, daß das ganze Künstlerproblem auch wohl eine leidlich heitere Seite hätte; er sah nicht den Humor da- bei, sondern nur die unglückliche Klara und auch den bejammernswerten Kammersänger.

Bahr findet die einfache Formel: dies Kon­zert ist gar Lein Konzert; sondern bloß ein kleiner Abstecher zu zweien ins Grüne, in die Natur (Wer hat dich, du schöner Wald...") aber Bahr ist auch wiederum nicht plump genug, um es dckbei schwankhaft bewenden zu lassen.' Sondern im besinnlichen Schlußakt be­kommt dasKonzert" noch einen anderen Bei­klang' es ist das Drumherum von äußerer Auf­regung und Glanz und Beifall und Frauen­schwärmerei und Blumensträußen, das der Meister haben muh, um leben zu können.

Dies hat Hermann Bahr alles hübsch vor­bereitet, zuweilen reizend gesagt, mit Einsallen und ernsthaft-klugen Bemerkungen verziert. Aber es wird ein bißchen viel gwedet mehr als nötig denn in manchen Augenblicken dreht sich da« Ganze doch eben um ein Problem von gestern und man sollte sich daran erini^rn, Lah Otto Drahm, ter vor langen 3ahren

gefunden." _L ., . ,

Ein Fabrikant führt uns $um Strandhotel. Ueberall Schlamm, Holzstämme, Eisenbahnschienen, aufgewickelt wie Draht. Daneben die weltbekannte Uhrenfabrik Aßmann. Die Feinmaschinen stecken in Schlamm und He-u und Holzteilen. Das Holz hat die Wände eingedrückt, als seien sie aus Papier. In die Gaststube des Stadthotels ist bas Wasser in Minu­ten hoch gestiegen bis in Schrankhöhe. Der zehn­jährige Sohn des Wirtes hat seinen Kopf zur Ven­tilation über der Tür herausgesteckt, um nicht zu^ - sticken.Der Lokomotivführer des Zuges, den Sie da draußen liegen sehen, ist auf die Esse der Loko­motive geklettert in Brusthöhe über bem rasenden Wasser. Ein Reisender stand bis zum Hals rni Wasser unb hat zwei Stunden lang sein dreijähriges Kind mit beiden Armen über sich gehalten. Sie schrien alle entsetzlich, wir konnten nicht an sie heran. Erst als das Wasser fiel, haben mir auch Vater unb Kind gerettet, ber Mann fiel ohnmächtig um.

Zehn Minuten weiter bie große Rechen­maschinenfabrik bcrVereinigten Werke", ein Trüm­merhaufen. Die Müglitz bildet hier einen See Mittendarin steht die Hanbelsgartnerei oon Seubert. Herr Straßberger erzählt:Vor Schreck hatte die Frau eine Fehlgeburt. Dann, als das Wasser kam, ist sie mit den Ihren auf den Schrank geklettert, haben ein Loch in bie Decke über sich geschlagen, um in bas obere Geschoß zu kommen, ba die Treppe schon weggerissen war. Daraus haben wir fiejjeute morgen um fünf zu acht Mann herausgeholt.

Wo bie Müglitz roieber rechts abbiegt, liegt bie WirtschaftZur Brückenmühle". Da sind drei Mann vom Skattisch weg von den Fluten mitgenssen worben. Wer nicht augenblicklichst die Berghänge

Glashütte, die Stadt ber Uhren unb Fein­meßgeräte, die Stadt, die ihrer Schulden wegen unter Staatsaufsicht steht. Kurz vor bem Bahnhof Halt. Schutzpolizei:Sie dürfen nicht weiter!" Journalistenvaß des sächsischen Innenministeriums. Danke, passieren!" Wiederum Halt, wir steigen aus. Feuerwehr sperrt den Weg, Sanitäter schleppen Tragbahren an, Technische Nothilfe, Reichsbanner­leute, Jungdeutscher Orden, Militär in Hose und Mütze, nackte Oberkörper. Mitten auf dem Platz ein umgeroorfener Eisenbahnzug, einzelne Wagen zwei­hundert Meter wett fortgeschleudert gegen ein Haus, bem bcr Giebel eingedrückt ist, geaer'~ Steinbrücke, die mitten durchbrach. Ai......

massen der Müglitz ragt noch ein Stein mit dem Wappen des Kurfürsten Moritz und der Jahreszahl

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vor Augen.

Ein Mann sagt zu mir: ,Zch war vier Jahre im Krieg. Diese Nacht könnte ich nicht noch einmal erleben. Es war wie ein Schnellfeuer von Kanonen unb Maschinengewehren, das Prasseln der Fluten, das Krachen zusammenstürzender Häuser. Ich dachte "nur, die Welt geht unter."

lich des Verlustes an ersoffenem Vieh. Es ist dies die größte Katastrophe, die Deutschland in den letzten Jahren betroffen hat. Unb diese Schilderung nur ein winziger Bruchteil eines erschütternden Mate­rials Die Bahn verloren, die Chaussee unpassier­bar, so sind ganze Ortschaften nur über den ©c- birgstamm von Altenberg, Geising erreichbar. Die Leute haben kein Lickt, keine Nahrung, kein Wasser. Alle Telepbonoevbinbungen sind unterbrochen.

Wir striwen hin, wo noch keine Reichswehr und keine Nothilfe sich hingefunben hat. Ein steiler Berg führt hinunter in bie Ortschaft Bärenhecke an der Bahnlinie nach Bärenstein. Als wir im Schlamm weiterzukommen suchen, läuft ein Mann hinter uns her. Ein Rittmeister von Lüttichau. Der Herr dieser unermeßlichen Ländereien will uns sprechen und uns einiges zeigen. Ach,einiges °ei92)a bie Straße auf hundert Meter aufgeriffenift, umspült von dunkelbraunem Wasser mit zischenden, weihen Wellenkämmen, klettern wir über em sump­figes Waldgclände, um im Tale zum großen Säge­werk von Oswald Zimmermann zu gelangen. Un­terwegs treffe ich einen Mann, der im Eimer das Wasser vom Berge holt. Immer wieder die erste Frage:Wie konnte das nur so rasch kommen?

.Weiß nicht", sagte er. .Wir hatten plötzlich fein Licht mehr. Sahen nur Blitze und flammenden Himmel. Meine Frau sagte, das Wasser kommt ja über bie Straße. Bei jedem Blitz mehr Wasser. Plötzlich ein Donnerschlag, eine Tanne schneidet uns das halbe Haus entzwei. Wasser drängt schon durch die Haustür. Wir wollen die Gäule retten. Die Frau des Kutschers, ihr 21jähriger und 12jahrlger Sohn

1545.

Der ba hgt auch Frau unb zwei Kinder ver­loren, alles verloren, hat vor einem Jahr ein photo­graphisches Atelier aufgemacht", sagt ein fremder Mann zu mir.Wie ist das nur so rasch g< kommen?"Das kann Ihnen kein Mensch b- schreiben", sagt ein Dritter. ,Zch stand auf der Brücke nach dem ersten Wolkenbruch, wir hatten alarmiert, aber das Wasser ging zurück. Vor dem Bahnhof wartete der fahrplanmäßige Zug 10.12 Uhr aus Dresden. Plötzlich ein Schrei, ganz Glashütte schreit, der Zug wird von Wassermassen oorangeschoben, ein Wagen löst sich, wird abgetrieben, schlägt gegen das Haus an steil bis zum Dach und schlagt um, Wasser bringt durch die Haustür, steigt rasend rasch in ber Stube, Mutter und Tochter wollen nach vorn heraus sich retten, fprmgen aus dem Fenster und springen in die zwei Meter hohe Wttfserslut, die sich vor dem Hause geteilt hat. Wir haben sie noch nicht

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hältnissen teuerere Wohnungen nmehaben. Aach Feststellungen in ter Stadt Hannover bezahlen dort 54 Prozent der Kleinrentner mehr als 500 Mark Friedensmiete gegenüber nur 6 Prozent der Sozialrentner. Nun werden zwar diese Mietsteige­rungen im allgemeinen durch Erhöhung ter Tln- terstühungssähe wenigstens teilweise ausgeglichen, die lOprozentige bzw. die ab 1. Oktober eiintre- tende 20prozentige Erhöhung der Mieten wird aber jedenfalls durch die Unterstühungserhohun- gen nicht gedeckt. Günstiger stehen in dieser Be- ziehung die Kleinrentner in Hessen durch die Mietunterstühungen, die aus dem Sonder­st euer aufkommen fliehen. Ein Wohnungswechsel in eine bescheidenere Wohnung, ter als der nächst­liegende Ausweg erscheint, ist nicht immer möglich und bei der bestehenden Wohnungszwangswirk- schast, zumal für alte Leute, auch mit Schwierigkei­ten verbunden. Dabei darf auch nicht übersehen Wer­den, daß gerade das Untervermieten vonWohn-

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Vahrs kräftigsten Erfolg mit dem Lustspiel aujs Theater byachte, dies nur vermochte, indem er einen großen Rotsttft schwang und ein Streich­konzert veranstaltete. -

Die kleine Reminiszenz ist für den ^Re­gisseur, Telekh, bestimmt; es muß noch viel mehr gestrichen werden; die Partitur ter drei Akte ist gewissermaßen mit dem Zeitraffer zu spielen (selbst auf die Gefahr hin, daß un Par­kett einer nicht mitkommt); überhaupt hatte in ter Konversation vieles dichter sein müssen, lüssiger und gelenkiger. Auch war die Souffleuse steilenweise zu laut. 2m übrigen darf man mit der vermutlich etwas eiligen Inszenierung zu­frieden sein. , . ..

G e f f e r s hatte ten konzertierenden Professor und brachte vor allem ten Schluß att, auf ten es ankommt, mit viel Humor. Nur die Perücke Bahr selbst hat keine schönere paßte schlecht und störte die Maske. Tannert (Dr. 3ura) gab die rundeste Leitung des Abends und steuerte die sorgsam zusammengesehte Rolle mit erfrischender Heiterkeit des Gemütes gleichmäßig sicher durch alle drei Akte. Maryöla Bau­mann gefiel uns in der gesammelten Heber* legenheit des Schlußaktes am besten. 2ngeborg Scherer (Delsine) sah sehr niedlich aus, war aber nicht die romantisch verstiegene und ent­täuschte Frauenfigur (von gestern), die sich der Dichter hier doch wohl gedacht hat. Wir nennen nock Susanne Heym und Goll mit Anerken­nung aus dem Ensemble. Der Besuch war schwach; der Beifall lebhaft. vr. Tb.

Zochschulnachrichlen.

Zum Rektor der Universität Frankfurt a. M. für das Amtsjahr 1927/28 ist der ordentliche Pro­fessor Dr. phil. Fritz D reo er mann gewählt worden. Als Dekane für die gleiche Amtszeit wur­den gewählt von der rechtswisienschaftliaien Fakultät Prof Dr Lewald, von der medizinischen Fakul­tät Professor Dr. Schmieden, von der philo- fonbikhen Fakultät Professor Dr. Naumann, von ter" naturwissenschaftlichen Fakultät Professor Dr. Hetlinger, von der wirlschafts- und sozial­wissenschaftlichen Fakultät Professor Dr. Z i z e t. Ernannt wurde der o. Professor Dr. Hugo Has-

Verschiedenes

Beamten ÄttgesMeti ar&rite dringen- zur flennt« nitznahme!

Hmen- unb Dainmsloffr (reine fiammgarnci iu soliden greifen gegen ein Ziel von 6 Monaten von Frankiurler Soe- zlaltuiÄauk.Cueng- (te Diskretion

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, an der Marb-Stt. (noch v-Wiefeck-Legi :0 verpicM®0-

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Pirna, 12. Juli.

Unser Wagen saust. Herrliche Sonne, üppige Felder, die Berge der Sächsischen Schweiz zum Greisen nahe. Wir sitzen geduckt, Karten ausge­breitet auf den Knien, der Kilometerzeiger weist auf achtzig. Nichts ist zu sehen, sie arbeiten friedlich auf den Feldern. Ob nicht alles übertrieben ist? Da, vor uns drei schwere Lastzüge mit Reichswehr, ein Wagen mit Pioniergerat. Vorüber. Scharfe Wen­dung ins Erzgebirge hinein. In saufender Fahrt durch lange Dorfstraßeii. Plötzlich überall Gruppen von Menschen. Sie schimpfen nicht hinter uns her wie sonst, sie blicken nur mit weiten Augen un^ nach, ängstlich, stumm, die Hand am Mund.

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helfen. Auf einmal reißt mich meine Frau die .

Straße hoch, etwas Dunkles kommt angeschwommen, IHV«ICtnteiUHCtlUtiOtGß 1 . es ist der Motottastwagen aus der Garage. Die

Kutsckersehesrau mit ihren beiden Söhnen reißt er Bon Dr. jur. Hugo Loh, Du dingen.

mit sich fort. Die Leichen konnten wir noch nicht Unter den Personengruppen, die heute in bergen." öffentlicher Fürsorge stehen, nehmen die Klein-

Der Mann erzählt ganz einfach und sachlich, rentner zweifellos eine besondere Stellung ein. Wir schweigen entsetzt ,Hat sich denn der Besitzer Kleinrentner sind nach der Definition ter Rxichs- retten können?" fragte ich. grundsähe über Voraussetzung Art und Maß ter

«Ä» - s BSsäsSSSSS naa)t' t . .. x liebe Fürsorge angewiesen wären. Die Besonder-

Der Rittmeister, nur um etwas zu sagen:Unb also in ter Ursache ihrer

die Gäule sind Ihnen abgetrieben? I Hüfsbedürftigkeit.

Stein, sie sind in ihrem Stall geschwommen bis ^hne Inflation hätte ihnen chr Vermögen heute morgen. Da standen sie bis zum Kopf un- I ^nen von materiellen Sorgen freien Lebensabend beweglich im Schlamm. Wir haben sie erst aus- gewGrleistet. Sie liegt ferner darin, daß sie einer graben müssen." I gegenüber den anderen Hilfsbedürfttgen sozial

* und kulturell höher stehenden Gesellschastsschicht

Unser Wagen wird auf Umwegen nach Bären- anaehören mit höheren materiellen und geisttgen stein geschickt. Wir selbst bahnen uns unter Füh- Bedürfnissen, und nun auf einmal ohne eigenes runq des Rittmeisters einen Weg durch das völlig Verschulden genötigt sind, ihre L^ensbeterfwsse aufaebrochene Tal. Es gilt, das Schaurigste zu auf ein Minimum herabzuschrauben, das ihnen eh en. die öffentliche Fürsorge gewährt.

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bürftigen gehobene Fürsorge zuteil werden ließen.

Diese gehobene Fürsorge besteht barm, daß bei

- der Prüfung der Hilfsbedürfttgkeit eines Klein­rentners auf die früheren Lebens Verhältnisse Rück­sicht zu nehmen ist, unb findet ihren materiellen ewvn, Ausdruck darin, daß für die Fürsorgeempfänger 'leisck ber gehobenen Fürsorge von ten Fürsorgeverban-

, /,, ,, ben ein um 25 Prozent höherer Unterstützungs-

md abgerissen. richtsatz festzusetzen ist, und daß von ber Derwer-

Unb bas Schaurigste, das wir sehen, ber em- ber noch vorhandenen kleineren Vermögen

geklemmte Wald von geschälten Baumriesen vor der ber Kleinrentner und ber Sicherstellung des Er- Schloßmühle in Bärenstein! Hier befand sich vor ein s^hes dann Abgesehen werben soll, wenn diese paar Tagen noch bie Kistenfabrik von R. Leimbrock Maßnahmen eine besondere Härte für den Hilfs- Nachf. Als die erste Meldung vom Hochwasser kam, bebürfttgen oder seine unterhaltsberechttgten An- es handelt sich immer wieder um die neunte Abend- gehörigen bedeuten würden.

stunde, alarmierte der Betriebsleiter die Feuerwehr Mit dieser Regelung sind die Kleinrentner von Bärenstein. Fünf Mann kamen. Das Wasser ^r nie zufrieden gewesen. Ihr Streben geht geht zurück, die Gefahr scheint vorüber. Sie setzen au3 ber Fürsorge herauszukommen. Sie

sich auf einen der riesigen Holzstapel, die hier auf- ködern keine Fürsorgeleistungen, sondern Entscha- gehäuft sind. Plötzlich, die Hölzer geraten ms Rollen, bigirng für die durch die Währungspolittk des Drei können sich retten, zwei Mann reißen die ^M^s erlittenen Vermögensverluste und Aner- Baumstämme mit sich, schieben sich ineinander, quer, fcnnimg eines Rechtsanspruches auf E Rente ragen hoch und durcheinander, ein Wald nackter eMprechend ter Versorgimg der Knegsteschavig- Hölzer, em Krater weißer Holzleichen, untendurch ^d Kriegshinterbliebewrn. Der Rentnerbund, braust die Müglitz, schaung, schaurig. bie Vertretung der Kleinrentner, führt diesen

* Kampf um die Versorgung mit nimmermüder

In Weesenstein hat der dortige Bürger- Zähigkeit und <£f<teint 8^ fo, ati ob ihm meister, Bürgermeister Weidauer, die Ortschaft alar- der Erfo^ in ,^^^r w^ten soN WMMMM LMMHWM Jet ZrtXgn Steigen un» Fallen de-

» e r g g i e ß -> ll b e < steht ein Hau-, man

sieht den dunklen Wasserftteifen bis zum zweiten scywer^weu ---Z :--

Swck. Das Haus lehnt gegen eine Bergwand Sie | konnten nicht mehr aus dem Hause, um den Berg- .

hang hochzuklettern. Sie sind bis zum Heuboden | gestiegen, handbreit über ben Wafserstreifen haben sie drei Stunden lang ausgehalten, bauernd den Tob

und Akai. R* U abteilung-

Monats' oersaNlinA Am iihf.