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Mittwoch. 12 ©Höbet 1927
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dderhessen)
Nr. 230 Zweiter Blatt
.Sau-'chUcsiungS- ur.b
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toaren. SeitDcm toanbertm
gegmüberliegen- e halbe Stunbe
AuS sicherem Versteck eines
lebereives.
ober Reu-Fundiand. au« Qlkfilo gebürtig ein: 3m
Öen HauseS siebt Marion eine halbe Stunde später Qlbatbert auS der Tür treten. Sr Hal ben Hut tiefer als sonst inS Gesicht gedrückt, so bafl sie feine Züge nicht erkennen kann.
naDicrn to.e bet der gesamten läleinisch-arrer- konischen Völkersamiiie Todfeindschaft gegenüber dem Dankeelum entfachen.
Lnglisch-ruDiche wirtlchaftsverhandlungen
Don Shristian Rakowsky. a. o. u. bevollm Botschafter der Sowjetunion in Paris.
unterstützt. sich erneut mit arbfctem Rochdruck für eine Ausdehnung beS Quoten ges et)eS vom Iahre 1924 auf Sanaba, Mefikv und alle lateinamerikanifchen Republiken einfetzt, während bisher d.efeS Gesetz nur für btc Einwanderung aus der Alt« Mell galt. Die Überwältigende Mehrheit der Einwanderer auS diesen Ländern kommt auS Sanaba und Men ko. Aach dem ZensuS vom 1. Januar 1920 wohnten in bet Unton 1 138 174 Personei', bie au« Sanaba “ ’■ ‘ und 485 418 Personen, bie
So hat sie noch eine lanae, bange Rächt durchwacht, durchweint und Gespenster zu scheuchen versucht.
MS sie zerschlagen in ben RachmittaSstunden den Sai entlang wandert, sieht sie Adalbert. Lächelnd steht er da, gegen das Geländer gelehnt, und füttert die Möwen...
Mit dem folgenden Artikel setzen wir bie Reihe der unS von führenden Persdn- lichkeiten de« Auslandes zur Verfüaung gestellten MemungHäuherungen mit tuen Beitrag be« V>tt-->iNerS der Sowjetunion tn Pari«, ®. Rakowsky, fort, dessen Persönlichkeit im Augenblick im Mittelpunkt deS politischen Interesses steht. Wie immer bie Frage der Abberufung Rakowsky«, eine« der fähigsten Diplomaten der Sowjetunion, sich entscheiden mag. man wird mit ihm auch weiterhin al« einem wichtigen S , p onen ten der ruf - fischen Politik zu rechnen haben. Dah er besonder« in heiklen Situationen von seiner Regierung vorgeschickt wird, zeigt sich auch In der Unterredung mit Ehamberlain. die er tn diesem Artikel schildert. Damals standen die Beziehungen England- zu Ruhland auf einem ebenso kritischen "punkt wie heute die fran- zös-.'ch-rusillch« Beziehungen. SS wird unsere Leser gewiß interessieren, die Unterredung zweier so gewandter Diplomaten über die damaligen heiklen Fragen der enalisch-russischen Beziehungen tn der Schilderung Rakowsky« kennenzuternen.
Meine erste Unterredung mit Herrn $bam- beriatn sand kurz nach seinem Eintritt in txrf Äneign Office statt O bleich e« der erste Hdf- liÄeitSbesuch war den ich dem neuen Staats- fefretär der Auswärtigen Angelegenheiten mache«, benutzt« ich die Gelegenheit, MneQfaifmerffam- keit auf den Zwischenfall zu lenken, der eine so unangenehme Wirkung auf die «gftsch-rusft- sch«n gehabt bat: ich meine den
befanr .viev-Brief. 3ch aab ihm
die allerbest test« Versicherung. bah dieser
Bries gefälscht sei. 3ch erinnert dah ich tn meiner Bote vom 25. entscheidenden Beweise für seine liefert hatte. 3n einer späteren Rode meine Regierung, die Frage der Echtheit Unechtheit diese« Bries cS einem unparteiisch« Schiedsgericht zu unterbreiten. Herr Chamberlain sagte mir. dah er bi« jetzt noch nicht Gelegenheit gehabt hätte, sich mit dieser Frage zu beschäftigen und dah er also nicht imstamde fei zu tagen, ob der Brief echt ober gefälscht sei.
.Sie werden mit erlauben, mit der Botschaft det'Regierung zu beginnen. Die Stelle in Inder Qfote die sich mit der Rotwendigkerl der Erhaltung regelmäßiger bipkomatischrr Beziehungen zur Sowjetunion befahl, ist mit Befriedigung von meiner Regierung aufgenommen worden und mit Sympathie von unserer öffentlichen Meinung, aber ich muh sagen, bah die Rede, die Sie über dasselbe Thema an da« Unterhaus
wie d.eft Invest non« oft zustande kommen, ist
spiel dieser In bildet di« Ankündigung der Scha'- fung eine« „neuen Monte Sarlo“ tn Habana, wo ein Rcuyorker Hotel-Svndikat einen Süstenstrich von fünf Meilen auigekauft hat. um bort Rennbahnen und S. elklub« einzunchten. Der Schwtc- ger^vhn de« Präsidenten Der Republck ist laut der Ankündigung an dem Unternehmen beteiligt. D.e Erfahrungen, bie man in Saba m'.r der Verwendung der zugunsten der Opfer der letzten Stur n-Satastrophe ge'ammclten Gelder gemacht hat haben dem Amch« be« Banker tum« schon sehr geschadet. Da« mit einem Aufwand« von 12 Millionen Dollar geplant« .Reu Monte Carlo" könnte ihm leicht den Rest geben. 3ine Ucfartragung der gegenüber Asiaten und Europäern üblichen Eii.wanderunaSauS'chlicsir Fremdcngcsetzgebung auf b e gesamt«
kanische Umwelt aber würde sowohl bei den Sa-
beigesteuert, unter denen .Armand Zaepsel vom StaalStheater in München al« Paulu«' sich durch den Au-druck heftigster Leidenschaft au«zeichnet und gleich» lt q « ne ekstatisch- St mmung darstellt. Da« Bildni« de« Barons von Habermann ist «ine vorzüglich« Leistung ekpressioni Aicher Malerei. Huao Sunz. dem ebenfall« sech« Bilde«, eine größere Zahl al« üblich, eingeräumt wird, läßt seine Sunst nicht unmittelbar, sondern in symbolischen Formen sprechen. Sein .Rornan- tischeS Bildnis" ist in ber Art roman>''cher Sun ft gemalt und von stark symbolischem Gestalt. Sein Gemälde .Vergangenheit" wrst In feinen Absicht ei' erst klar, wenn man den Titel kennt. Mit typischen Arbeiten find vertreten Georg Altheim, Adolf Beyer. Ernst Eimer, Richard Hoelscher und Franz Huth: eS handelt sich hier um Schöpfungen, die mit zu den besten bet Ausstellung gehören Auch IuliuS Saufmann« LattbschJften. Sari Scheid- Pserdestudien und Han« D t«l m e 11 e r « Aquarelle vom Bodensee finb von starker Bildwickung. Die Abtellung ®rffcllunfl hat Lelltunaen auizu- weifen, wie sie an dieser Stätte gleichwertig feit Jahren nicht mehr gezeigt worden find. Da« Schaffen Heinrich Wolff« (SönigÄbeKÜ ist getragen von einem gefunden Sunstgefühi, einem scharfen Blick für da« Wesentliche der Form und einet reifen Technik. Unter seinen graphischen Blättern finb die Porträt« wegen diese« Vorzüge besonder« hervvrzuheben. Auch Hev- mann SätelhönS Porträt« von Grvhinbu- striellen üben auf ben Betrachter eine starke Anziehungskraft au«. Otto Engel (Berltn) hat die Ausstellung mit zahlreichen Ansichten au« Oberhellen beschickt: e« find darunter Schlitz Alzey und Büdingen. Diese Schöpf angen find im Gesamtbild der Ausstellung von wesentlicher Bedeutung. Die Plastik uaaegen tritt stark zurück. Seltsam zwiespältig ist ber Eindruck, den Harold Winters .Reue Frau" erweckt, bie Gestalt ist in S'-nzelsteit« vorzüglich au« dem Hviz berau«ge arbeitet. aber von ber steifen HU- tung einer ägyptischen Statue, während bet Sopi eine erpresftonistllche Fvrmgrbnng hat- Die gara: Darstellung wirkt dadurch tm-ra^-^/ibeTt
Marionhat ihrengreund oerraten
Aon Willibald O mankowf ki.
Marion hat ihren Freund verraten. Sie tat e« nicht etwa, weil sie den anderen mehr liebte, sondern, weil st« für ihr müßige« Leben einen neuen Reiz wünscht«. Al« aber auf ihren Absagebrief — e4 war ein ganz gewöhnlicher, bummer Absagebrief - nicht« erfolgte, kein Erschrecken, keine Beschwörung, kein Zorn, stand e« für Ne fest, dah ste etwa« Böse« angerichtet hatte. Da setzte fit sich kurzerhand auf die Dahn und fuhr tn die Stabt, m der Adalbert lebte Sie zeigte ihm an, daß st« gekommen fei und bat ihn um «in Zeichen.
Ihm sitzt Marion in einem Sast«chauf« und wartet. Da« Getränk, da« vor ihr steht. Hal st« nicht angerührt, und e« ist kalt geworden Si« starrt verloren durch da« Fenster, an dem geschäftig« Menschen rorüberbehcr. Zu Stunbe ist das Loka, to.e auSgestorben Jn ferner Snlle fängt sich bie Pein iKr letzten Tage und Stunden, läßt da« Geringsüg.ge bebeutoto. das Bedeutende in gespenstischer Gr?ße erfchetnen. H.neinhvrchenb in ihre beladene Seel« d^rtste es raunen und rauschen wie in einer Muschel, und fte erwacht erst au« ihrem Dämmern, al« sie di« Augen de« in einer Rische harnenden Kellner« auf ihren übereinander ruhenden Beinen spazieren fühlt.
Sie begibt sich In« Hotel zurück Wenn ste ben Portier nach einem Briefe fragt, vermag sie ihm kaum noch anzuschauen, denn ste weth im voraus, daß er .nein“ sagt.
Während sie an einem Salbsteak zu essen versucht, überbringt ihr der Page ein kleines Paket. Sie erkenn! sofort die Handschrift: das Herz schlägt ihr bi« zum Haste hinauf. Sie läßt da« Sssen stehen, läuft auf ihr Zimmer. Adalbert hat ihre Briefe unb kleinen Gedanken zurück- gesandt, auf einem beiliegenden Blatte stehen nur bie Worte: .Ich lege die« in die Hände zurück, aus denen ich es empfing: e« ist nicht nötig, dah es in fremde gelangt Leb wohl, Marion, und Dank für den genwtnfamen Weg! Mr bleibt ba« Glück, dir begegnet zu sein."
fer« Flott« in Bizerta. 3n a^fM Steil« har man bi« Rachr.ch- txrbrrt:ct daß M« vmgl.lchc Regierung sch «lfäneden hätte. Dw Xlckkehr unterer Flotte zu v « r h i n d e r n. damit fit für England feine Gefahr bedeuten kann
.Zeitungsberichte-- . . _
3a. aber man muh ben llmüanb in Betracht ziehen, dah ft« vom Fore gn Office n i® t dementiert Word« finb. P.v'« von mehr o'er minder amll chen Agenturen verbreitet« Derichlen müssen wir Aufme:k1amke.t schenken, denn !i« find n untere' Jcilungen aba«druckt worden und haben nicht allein d.e öffentlich« Meinung, sondern auch d.e Re. erung in «ine gewisse Erregung versetz'. Von d.csem Tatbestand lonnlen Sie 'ich bei ihrer letzten Unterredung mit Herrn Tfch'.tsch.-rin überzeugen Hebt.gen« war« 6ie n.ch: tn London, to dah ich die nbtlgen Aufklärungen nicht erhalten Inn nie."
„Wir könn« welrr den Pors'e-.: somnat.na« Rechnung :ragen, noch sie bemen: ,-r«. DaS .TOtvign Office hat nicht Zeit g«ug. alle falschen Gerüchte zu fernen:Irren. W..S d.e Flotte von Bizerta betrifft, fo hat man mir. al« ich m Vari» war. mitflcUiU. hast Herr Poincar >ich berc.: erllätt halte, bie Flotte sofort nachdem -üi« Ihre Verpflichtungen anerkannt hätten wieder abzul.esern Ich ama>oriete, dah Sngland in dieser H nstcht nicht« etnzuwen-
Harr Ghamberiain notierte sich metm Mitteilung und erklärte: „Don diesen absurden Berichten weih ich nicht«. Ich habe der albanischen Regierung niemals irgenbeine Unterstützung versprochen. Ich halte den Zwischensall in Albanien für eine rein lokal« Angelegenheit."
Ich bemerkte, dah nach den von mir eingezogen« Erkundigungen die Sache ein« sehr viel ernsthafter« Charakter hatte. Bei der angeblich« 2ier»vlte grg« die alte albanische 'Regierung hab« mehr al« 5000 einer f rem» den Arme« angehörend« S ol da ten teiIgeru>TTmTcn, der« Dlajorität au« alten Wrangelkämpsern. die sich auf jugoslawischem Gebiet befand«. zufamm«gesetzt war. Der zweite Borsall. über d« ich eine sicher« Örflärung Ihrerseits hab« möchte, betrifft un-
Si« folgt ihm eine Weile in gemestener Entfernung und weih es einzuricht«, dah sie sein« Weg trewt. Er sieht sie daherkomm« und «r- blaht bi« in« Herz. Dann zieht er tief d« Hut und geht an ihr vorüber.
Marion bleibt stehen, will ihm nacheilen, ihn ansprech«. Aber die Gröhe diese« Unerwartet« nimmt ihr Mut und Stroh dazu.
Lange irrt ft« durch die Dass« Immer klarer kommt ihr zum Dewuhtfein. dah st« Adalderr verlor« hat, endgültig und für immer. Sie weih, wa« ste ihm bedeutete, und dah fein Leb« nun zerbrochen und leer ist, und ste denn mit einem Schreck«, der stündlich wächst, dah er diefe« Leb« ohne fte nicht wird ertragen können und es viLlleicht von sich werf« im Zorn der Enttäuschung, im Schmerz der Einsamkeit Wenn eine Turmuhr die Stunde kündet, schreckt ste aus ihrem Summ der grähltche Gedanke empor: jetzt ist es vielleicht schon ge- schH«!
Roch dreimal läutet Marion vergebens am Adalbert« Tür. Er scheint verfchwund« Auch zur Rachtzett steht ste kein Licht m seinem Hau'«.
Vie sremdenseindliche Union.
Don Otto Eorbach
Der festllche Lärm, womit die amerikanischen Legionär« in Frankreich programmgemäß offiziell begrubt Word« finb, wird ihr« Derdimh darüber kaum zu übertä b« vermögen, dah sie nur durch ein starke« Auf- flrfwt von Polizei und Trupp« vor feindselig« Demonstration« breiter Mast« be« frunzöfi- (Am Dolle« geschützt werd« konnten. Di-r Früchte eine« Siege«, ber ohne amerikanische Hilfe n.cht möglich gewes« wäre, sind d« Fra7'Z7»s« verbittert worb« durch die Schuldverpflichtungen. mit den« diese Hilfe erlauft werd« muhte Weniger in Frankreich aU tn ander« Stilen Europa« hat die wachsende LnnbMtg« Stimmung, die dem ständig anfchwell«de.i 6 rvm amerikanifcher Touristen d« 2bif«t- halt überall tn der alt« Welt etwa« vergällt, noch eine andere Quelle: Während sich jeder DurchschnittSamerikaner beut« wenigsten« einmal ein« mehrmonatig« Ferienaufenthalt tn Europa leist« tarnt, ohne dah der .Dvllarfeg«" Hundert tauf «der solcher Tourist« auch nur die Zinf« aufwöge, die der amer.lani'che Gläubiger für SriegSschuld« beansprucht, umgibt die Union, bie «inst aU da« gelobte Land der Unterdrückt« und Derfvlgt« der ganz« Welt galt, sich gegenüber den Waren und arbeittuch«d« M«fch« der All« Welt mehr und mehr mit einer chinesischen Mauer.
Gerade gegenwärtig rührt da« bunbertprry A<ixtig< Amerikcmer'.um wieder eifrig btc Trommel für eine noch stärkere Drosseluna der Einwanderung und eine noch schärfere Ueberwachung Öingctoanbertcr. S« handelt sich habet vor allem um die Forderung einer Rcai- Rrtening aller Singctoanber«, die da« amerikanische Dürgervecht noch nicht ettoorb« hab«, und ihrer polizetlla^en Ueberwachung Dabei soll« alle, die sich irucnbtoie unberechttgt e.ngeichmug- grft haben, rücksichtslos au«gewiesen werd« Diel wichtiger ist. dah der Staatssekretär für Arbeit, m geschickter Weise von verschieden« Mttglle- de« be« Somitee« für Einwanderung im Songreh
Marion lleft dies« Bries ««mal, zweimal, dreimal, fünfmal, zehnmal. Sie weih feinen schrecklich« Inhalt schon auswendig, Wort für Wort. Sie denkt: das ist doch alle« nur ein Traum, ein entsetzlicher Traum: werde ich beim nicht erwach«? Socnmt beim nicht bald da« Auf atm« der Erlösung? »in fremdes, fröstelnd« Zimmer mit Schrank und Bett und Waschtisch und einer widerlich« Landschaft über dem Plüschsofa gibt ihr erbarmungslos Antwort, dah die« kein Traum ist. sondern harte Wirklichkett.
Sie springt auf. Sie nimmt Mantel und Hut, läuft aus die Strahe. Gin Auto bringt sie zu Adalbert« Wohnung. Riem and öffnet ihr.
ben hätte.- , _ _
.Ich vornehme Ihre d.llarung« mit .xrnibe. aber Sic dürfen nicht überrascht k n. da st derartige Berichte Glaub« f nd«, beim wahrend der letzt« Wochen ist d.e Politik Ena.andS un« iKgcnüber tn einem besonder« L cht bar- gefldli word« »« ist einstimmig versichert worden, bast England bestrebt ist. geg« uni ermn europäischen Block zu 0r9an1f e.cn. ^ic Rachrichten, die wir in dieser Hinsicht von den baltischen Staat« erhalt« hab«, schein« ur.« bezeichnend. So hat man uni rn.tgete.lt. dah die baltisch« Staatsbank«, welche mit un« Geschäfte abzuschlicst« pflegt«, darauf lx-rztch- Men. gcirtlk Unternehmung« zu finanz crcn. indem sic s.ch auf d.e Anweisung der mit thn« in geschäftlich« Beziehung« st eh« den Bank« berufen."
.Die englisch« Banken b<inbdn unab!,..i Iky; meine Regierung karm sich nicht in ihre Ange- leg«heir« mischen."
.Aber bie Bank« folacn der P 0 Ntik der Regierung und pas'm sich ihr an.“
Ich erkläre Ihn«, dah die Regieimng f ch nicht in da« Arbe tSaebie' der Dank« mischt und aus kein« Fall d« Dank« ähnliche Instruktion« gegeben hat.“
Die Unterhaltung ist dann auf die Handelsbeziehungen zwi'ch« England unö Sowjet-Union übergegana«.
3Ä habe ihm bewies«, dah. obgleich er in feiner ParlamentSrede mit Recht betont hat. dah in unserer Handelsbilanz bie Säufe bet der englisch« Industrie e.n« schwach« Post« auS- maäen. in d« Zahl«, welche er für bie Säufe anführt, die man WiedeeauMuhrckäufe »mut. gewisse wichtige Säufe. wie der SUbertuuf für eSm Summe von ti Million« Pfund Sterling, nicht erwähnt Word« finb.
Sodann habe ich Her« Ehamberlain auseinander gesetzt. bah ber Mangel an langfristigen Sre bi ten unS Atpänge. tn England vor allem Rohstoffe zu kaufen, die augenblicklich in Ware um gefetzt werd« können. Wir wär« selbst Daran interessiert, soviel Maschinen wie m-glich tn England zu kaufen. Sm Umstand, ber auch tm Interesse ber englsich.m Industrie liegt. Herr Thamberlain wandte ein. dah die Bewilligung der langfristig« Srebito durch die Ta fache, bah wir die Derpflich- tungen ber alten zaristischen Regierung nicht erfüllt hätten, erschwert worden fei ör hat bann bie bekannte Thete entwickelt. das, man ixi« Vertrauen Englands nur gewinnen könne, indem man gewiffe Prinzip 'N wie das der Fortdauer der Derpfktcht ungen, respektiere.
Die Unterhaltung ist Dann auf die aufgehobenen Der trä ge übergegangen. Ich be- inühte mich. Herrn Lhamberlain zu betoeifen, indem ich mich auf die neu« anglo-rufsifchen Verträge stützte und mich auf meine Unterhandlungen mit Dm Inhabern von Scheinen berief, die auf Grund Der Verträge Forderung« zu
Kunstausstellung in Darmstadt.
Die .Freie Dereinigung Darm- städter Sünftlet". bie bald auf ein Dreihig- lährigcS Besteh« zurückblicken kann, hat jetzt in Der Sunsthalle am ."iheintor eine Ausstellung eröffnet, in ber ein: Reihe erlesen« Werke zur Schau gestellt sind W«n sie auch nicht Dw Ürn’ang Der Gemäldeschau DteseS Sommert tm städtischen Ausstellung-Hause erreicht, so ist Dafür die künstlerische Qualität im allgemein« viel höher zu bewerten Die .Freie Vereinigung Darmstädtor Sünstler^ ist nicht, wie man aus Dem 21 amen schlichen könnte, ein herein nur von Darmstädter Sünstlern, sondern die Mitglied« stamm« in Der überwiegend« Mehrzahl au- ganz Heften. Ein nicht gering« Teil von ihn« ist überhaupt nicht in Darmstadt anfällig, sondern in anbei en hcsii'chen Ort«, ob« fie sind nach ander« Sur.foftäMen au-gewand«t. wie 2Kün- ch«, Berlin. Düsseldorf. DreSd«, Stuttgart u’to.. halt« ab« noch durch die (Bereinigung die Verbindung mit Der Heimat aufrecht. Auch ist diefe Künstlergruppe auf feine Sunftrichtung einge- schwor«: ihre Mitglied« gehör« d« älter« und Der jünger« G««ation an. die sich fonst vielfach in Darmstadt scheiden. Bei Der Eröffnung der Ausstellung, auf der staatliche und städti'che Behörd« verttelen war«, wirt Pro- feffor Richard Hoelscher auf etTxigc markante künstlerische Persönlichkeit« hin. auf Prof Son- rad Hommel und Pros Hugo Sunz. die aus Mainz stamm«, sich jedoch m München an- gefebene Stellung« errungen Fyätten. <5em« tourbm zwei Königsberg« Sünfti« ber Graphiker Heinrich Wolff unb der Haler Eduard Bischofs genormt Ad« eS sind auch sonst noch ride nangMle 2Iamen vertret«: «trage fei« hi« herauSgegrillen. Hcemvel hak sechs Brlb«
bunt ort jen'eitS b« Dort grenze l.egt. nach dem ZentuS ftbO 938 betrag« Dürfen, alle 19 618. Für die Der'chärfung ber E.nwanderungSge<etzgebung und ihre Ausdehnung auch auf d.e westliche Hemisphäre fetz« s:ch auch Per'on« em. die diSh« dafür bekannt toarrn. auS ge'chäftl.chen Gründ« ihre M.lderuna zu wünsch« Dazu geböten die M.tgsied« des Rational Industnal (Souncil. einer Arl-ener-Gruppe, bw feit dem Sacco-Danzetti-Fall le.d«'chaftlich bie von dem Staatssekretär für Arbett vorgeschlagrne frem- bmfelnblidbe Politik befürwortet
ES ist gle.chwvhl begreiflich, hast sich in t*r nächst« Umgebung des Präfidmt« Eoo- libge noch vorläufig unüberwindliche Widerstände gegen eine Ausdehnung des Quo.en- gefetzeS auf Sana Da und die „Schwcsterrepublllen" aeltenb mach« Zwar hat die Union in den llrtein-amer.kanifchen Republik« an Zuneigungen überhaupt nicht mehr viel zu verlieren: aber schlich sich wäre eS auch für daS reichste und mächtigste Land ber Erde auf D.e Dauer ein unerträglicher Zustand. eS jen'eitS D« «Iceitn Drrn- z« nur mit Re.de« und ausgesprochen« Sein- Dm zu tun zu hab«.
Dah wächr«d b« letzt« Iahre in den lattm- amerckan 'chen Aepublil« gewaltige Summen
Rach diesen Zahl« wohn« tn der Union heute L6 biS \9 Million« auS.Kanada und 08 biS 09 Millionen auS Meeiko Gebürtige. I- Wirklichkeit handelt eS sich um wesentlich gröhere Masten, Da besonders in frübaw Iahren zahlreiche Sinwander« auS dies« Ländern jeder Kontrolle sich au entAiehen vermochten. Man nimmt an. dah Die Zahl der auS Sanaba Gebürtig« 2'/. Millionen, die ver auS Meriko Debürttgen V/i Million« überf«breitet. Besonders beunruhigt fühlen sich die >Hund«t- prvzentig«“ durch da« Anwachs« der Einwanderung auS M e , i k 0: die Einwanderung auS Äonaba toürbm sie wohl vorläufig aus sich beruhen lall«, wenn nicht diese wiederum ben Arbeiter-Gewerllchaft« ein Dorn tm Auge Ware, deren Druck «S zuzuschreiben ist. dah in der Empfehlung“ deS ArbeitS-MinisterramS kein Unterschied zw.fch« Sanada und Latein-Ame- rika gemacht ist. Bei Anwendung deS Quoten- gefetzeS würde die Einwanderung auS Sanaba jährlich nur 2 Prvz. b« im Iah« 1889 in Der Union wohnenden Perfon«, deren Ge-
nor Da mer ikn:ftben SapitalS angelegt worden sind, bedeutet keine Gewähr für die Fortdauer freundsttza «sich« Beziehungen zw ich« bük.; Lände« und der Union. D.e Art und Weiie
gerichtet hab«, bei uni Bestürzung ber- vorgerufen hat Im Gegmfatz zu Dem. waS Sie in Der Botschaft 'er 2tegierang tagten, haben Sie Dort erklärt, bah zwischen uns keine regelrecht« bi^omatifoxm Beziehungen beständen.“
Herr Thamberlain tat überrasch: .Wiefo? Ich erinnere mich nicht eine Derartige Erklärung abgegeben zu hab«“
Ich antwortete iljin, dah diese Erklärung trotzdem in sein« Rede gefallen fei
Sofort verlangte er daS Parlamentssteno- gxauim.
Sobald man es ihm vorlegte, habe ich Herrn Ehamberlain selbst Die Stelle sein« Rede gezeigt. die meiner Ansicht nach in Widerspruch zu Der Bollchan der Regierung stehl. Mir schien rt. al» fei er ein wenig verlegen. al» er mir erklärte, dah diese Stelle keinen Widerspruch «thielte.
.Ich muh fallen. Dah man nach Ihrer Rede in gew.fs« Steif« ein« tatsächlich« Bruch unser« Beziehung« erwartete, übr.gen» wirkt« eine Reiche von Dorfäll« mit. Diefe» Gefühl xu bestärken, z. B. Die Haltung de» «,lisch« Repräsentant« in Tirana, nach Dell« E.n- schveit« uns« Diplomatisch« Vertret«. Herr Srakovetsky. Di« albanische HaiwtstaDt verlasi« muhte.“ Ich erzählte Herrn Thamberlain mit einig« Wort« Die Vorfälle, wie fte un» be» richt« Word« sind
.Da» ist absurd, wober hab« Sie dies« Aachrichton? Au» Den 3ettungen?"
.Reto, Die Zeitungsberichte sind durch bi« Mitteilung« unseres Diplomatisch« Vertreters tn Tirana bestätigt Word«, nach der Unterhaltung. Dte er mit Dem RegierungSsekretär DeS Herrn Fanoli chitte. Gr hat und mitgcteiU, Dah die «fische Regierung nut Im Falle der Abreife unsere- Repräsentanten.
1 U "ff-
1. 30. 3uni)
au» Kanada
aus Mexiko
1920
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81506
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