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Kummer *) au hören, der auf Euerer Majestät lastet. Es ist das Schicksal der Herrscher, daß der Bereich der Gefühle ihres Herzens notgedrun­gen eingeschränkt ist, aber man sagt, dah sie dafür einigen Ersah in dem Bewußtsein ihrer Herrscher­pflichten finden, bas eine stutzende Kraft besitzt. Aber Mr. Disraeli hat schon lange bemerkt, Euere Majestät sitzt -war auf einem erhabenen Thron und ist mit einer Klugheit begnadet, die der großen Aufgabe nicht nachsteht, aber bei Euerer Majestät verbindet sich die Tatsache eines Reiches und die Eignung es zu beherrschen, mit einem Herzen von äußerster Feinfühligkeit.

Es würde von ihm verwegen fein, eine Kon­dolenz zu versuchen, selbst wenn eine Kondolenz überhaupt einen Wert besäße; aber auch die Niedrigsten dürfen ihre Anteilnahme ausdrucken, und diese Anteilnahme äußerst er seinerseits in Ergebenheit und ehrerbietiger Anhänglichkeit.

Außenpolitische Umschau.

Don Professor Dr. Otto Hoetzsch, M. d. R.

Die Sitzungen des Völkerbundes und des Dölkerbundsrates, arie sie jetzt wieder in Genf stattgefunden haben, werden immer mehr ge radezu ein Terminkalender für die große Po- litik. Natürlich kann der Völkerbund, der nicht einmal alle Staaten der Welt umfaßt, die große Politik im ganzen nicht von sich aus regeln unD be stimmen. Aber es ist so, als wenn die großen Ver­kehrslinien, die großen Stränge, auf denen die Welt- Politik läuft, jeweils bei diesen Völkerbundssitzungen tn einer Röhre, in einem Tunnel zusammengepreht werden, um dann danach wieder auseinanderzu- fließen. Wenn das auch nicht zu praktischen Resul­taten führt, so hat es das Gute, daß alles im Zu jammenhang gesehen wird, und daß damit der Ernst der einzelnen Vorgänge den in erster Linie In der Welt verantwortlichen Staatsmännern vor Augen gerückt wird. Dabei ist schließlich gleichgültig, ob diese Fragen auf der Tagung selbst behandelt werden, oder nicht vielmehr in den vertraulichen Be­sprechungen der Minister vor und hinter den Ku­lissen, die das eigentlich Wichtige, Praktische an diesen Zusammenkünsten geworden sind.

Was wir sagten, wurde jetzt in Gens ganz beson­ders beleuchtet Durch die überraschende Erklärung des italienischen Verlreters am 8. März in Gens, daß Italien beschlossen habe, den Vertrag über Bessarabien zu ratifizieren. In Genf war gar keine Veranlassung zu diesem Schritt. Aber daß er in Genf so mitgeteilt wurde, akzentuiert ihn als wichtig, bedeutungsvoll und beabsichtigt. Es handelt sich dabei um das Abkommen vom 28. Oktober 1920, in dem England, Frankreich, Italien und Japan den Besitz von Bessarabien Rumänien garantie­ren, der ihm schon in Versailles zugesprochen wor­den war. Das 2lbFommen sollte aber erst rechtsgültig sein, wenn von den vier Hauptmächten drei cs rati­fiziert hätten. Bisher hatten das nur England und Frankreich getan; Japan bat sich nicht geäußert, Italien aber hat die Ratifikation jahrelang, und zwar, wie man immer wieder hervorhob, im Hin­blick auf Rußland, mit dem es besondere Beziehun­gen verbanden, hingezögert. Noch bei dem Abschluß Der Verträge Rumäniens mit Frankreich und Italien im vorigen Jahre (mit Frankreich am 10.6. und mit Italien am 16.8.) hat die Frage eine Rolle gespielt, und Italien hat auch in diesem Vertrag nicht den bessaradischen Vertrag ratifiziert. Jetzt aber bat es das getan.

Das Abkommen ist damit rechtsgültig, Ru­mänien ist durch die vier Hauptmächte der Besitz Bessarabiens garantiert. Die Begründung, die in Genf gegeben wurde, war überhaupt keine Begrün­dung, ebensowenig wie der Satz etwas bedeutet, daß die Ratifikation keine feindselige Tendenz gegenüber Rußland habe. Natürlich hat sie eine solche Spitze t gegen Rußland. Chamberlain hat vor der Presse in Genf selbst zugegeben, daß diese Frage zwischen ihm f und Mussolini so besprochen worden sei. Der plötz­liche und überraschende Beschluß Italiens, das in * der großen Politik überhaupt das Stoßweise liebt, ist so einmal ein Teil seiner Balkanpolitik, in der es mit Rumänien zusammenzugehen strebt in der Rivalität mit Frankreich, und ist vor allem eine Etappe in Der immer aggressiver werdenden Politik Englands gegen Rußland. Daß das gerade in Genf gespielt und damit so unterstrichen wurde, hat hie Bedeutung des Schrittes nur noch erhöht.

Sonst ist der englisch-russische Gegensatz und die chinesische Frage in Genf kaum zu Wort gekommen. Gfjanwerlain hat noch einmal betont, daß er bereit Jei, die chinesische Frage vor den Völkerbund au ringen, sobald sich die inneren Verhä11nisse Chinas gellärt hätten und man wisse, mit wem man im Völkerbund über China erhandeln könne. Und er hat scharf gegen Rußland gesprochen, von dem England eine andere Haltung erwarte. Diese Stel­lungnahme ist recht interessant. England ist es auf die Dauer sehr unangenehm, in China so isoliert gegen Forderungen zu kämpfen und kämpfen zu müßen, deren innere Berechtigung auf der ganzen Welt eingesehen und anerkannt wird. Und ebenso ist es auch England auf die Dauer unangenehm, in dem englisch-russischen Gegensatz von der ganzen Welt als der eigentliche Angreifer oder Störenfried betrachtet zu werden, der einen Ring gegen Rußland zustande bringen wolle.

Diese Erklärungen zeigen erneut, wie schwach im Augenblick die englische Politik mit den großen En­gagements in der Welt sich fühlt, und es bedurfte keiner besonderen Prophetengabe, um zu wissen, daß für die Unterhaltungen zwischen Briand und Dr. Stresemann von England keine Unter­stützung zu erwarten war. Danach aber bemißt sich Dann auch, was es für Deutschland wert ist oder märe, wenn es gerade Dem englischen Zureden be­sonders sein Ohr leihen würde, sich mit Polen freundschaftlich zu verständigen.

Und Frankreich? Briand hat sich in Genf recht zurückgehalten. Die Erklärung dafür ist nicht schwie­rig. Natürlich empfindet er es, abgesehen von Den Schwierigkeiten seiner Stellung, die man ja kennt, auch als nicht gerade bequem, in Gens als der Ver- ftändigungsapostel für Europa aufzutreten. Der im GrunD nichts Tatsächliches bietet und bieten kann, während zu gleicher Zeit In Paris die Kammer mit der Reorganisation des Heeres sich beschäftigt. Diese Verhandlungen finden, soweit wir sehen, in Europa noch nicht die Beachtung, die sie beanspruchen konn­ten. Sie sind sachlich von größter Wichtigkeit, weil die Auseinandersetzung um die Reorganisation Der französischen Armee im allergrößten Maßstab alle Erfahrungen des Weltkrieges nutzbar machen will zu einem lückenlosen System der Kriegsvorberei­tung, desbewaffneten Friedens", das Mann und Frau und Jugend, Wirtschaft, Finanzen und Ver­waltung. Landarmee und Flotte, Bescstignngsgür- tel und Kriegsmaterial bis In alle Einzelheiten um

) Es stand der Tod von Lady Augusta Stan­ley, der nahen Freundin der Königin bevor Er erfolgte am 1. März.

faßt. Schon allein organisatorisch und grundsätzlich t find diese Verhandlungen von größtem Interesse.

Sie sind es aber noch mehr im Zusammenhang mit der ganzen Abrüstungsfrage. Was jetzt in Frankreich angestrebt wird, steht in vollendetem Gegensatz zu dem Abrüftungsgedanken, der von Nordamerika, insonderheit vom Präsidenten Coo- lidge verfolgt wird! Das läßt sich sehr einfach und knapp zusammenfassen. Coolidge wünscht zunächst für die Seerüstung und bann auch für die Land- ruftung im weiteren eine vertragsmäßige gegen­seitige Bindung in bezug auf die Zahlen der Rüstung, in einem einfachen Verhältnis, bas nicht allzu schwer hcrausgerechnet werden könnte und das die einzelnen Staaten auch in ihren Rüstungen sehr eng miteinander verbände. Abrüstung schlechthin und durchaus ist das ja auch nicht. Daß dies im gan­zen möglich ist, glauben heute wohl nur noch sehr wenige unentwegte Pazifisten. Aber^das, was Frankreich hier mit einem bewaffneten Frieden an- l'trcbt, unter den Verhältnissen von heute. Die ja auch darin ganz anders sind als vor dem Kriege, ist etwas grundsätzlich anderes.

Damals galt Der bewaffnete Frieden für Mächte, die in ihren Rüstungen nicht beschränkt waren. Die darin lediglich von ihrer Bevölkerungszahl, ihrer finanziellen Kraft und dergleichen abhängig blie­ben. Heute aber liegen die Dinge doch fo, daß in Europa vollständig abgerüstet und entwaffnet sind die Länder: Deutschland, Oesterreich, Ungarn und Bulgarien und nicht zu vergessen, England, das die allgemeine Wehrpflicht adgefchafft hat und^heute in bezug auf Die Landrüstung aus gleicher Stufe mit Den genannten besiegten Staaten steht. Das schafft mithin für Den bewaffneten Frieden nach den Pa­riser Friedensschlüssen ein vollständig anderes Verhältnis, das nun Frankreich mit aller Kraft aus- zubauen und sicherzustellen sich bemüht. Darin aber liegt nicht nur ein Widerspruch gegen die Ab- rüstungsoerhandlungen in Genf, der ja mit dem Zusammenfall dieser Verhandlungen geradezu wie Hohn anmutet (am 20 März beginnt die vorberei- lende Abrüstungskonferenz), sondern Darin liegt noch mehr eine Gefahr für den europäischen Frieden direkt. Das hat ein Mann wie Renau- dcl, der begeistert für den Plan eintritt, gesagt, in­dem er zugao, daß ein solch bewaffneter Frieden sicherlich fein Friede fei. So sehr man in Frank­reich beteuert, zu einem Teil vielleicht ehrlich be­teuert, daß man mit dieser Heerespolitik lediglich dem Frieden Dienen wolle, so stammt sie Der Wir­kung nach Durchaus unD zu einem großen Teil auch Der Absicht nach aus Dem Hegemoniewillen Frank­reichs gegenüber Europa. UnD so wirkt sie nicht defensiv, sondern sie wirkt im Sinne einer B e Droyung Des europäischen Friedens.

Das wird, weil es Frankreich in einen zuneh­menden Gegensatz zu den Vereinigten Staaten stellt, Dann auch zu Frankreichs schaden sein. Denn wird Nordamerika bereitwilliger werden, in Der Schulden- frage entgegenzukommen, wenn Frankreich so zielbe­wußt Die Abrüstungspolitik Des amerikanischen Prä­sidenten sabotiert? Man übersehe dabei auch ja nicht, daß, wie diese Verhandlunaen zeigen, die ganze französische Nation darin einig ist! Die paar widersprechenden Kommunisten bedeuten nichts. Männer wie Boncour und Renaudel, die Führer der Sozialisten sind, sind bei Der ganzen Arbeit ton- angebenD. Angesichts Dieser Rüstungsoolitik unD an­gesichts Der inachtpolitischen Schwache EnglanDs gegenüber Europa fragt man Dann freilich zwei­felnd und besorgt, wie Die Befriedung Europas im Ernst vorwärts kommen soll!

Aus der provinzialhauptftabt.

Gießen, den 12. Mär; 1927.

Aulobusverbindung Gießen - Schiffenberg.

3m vorigen Jahre hat sich der Berkehrsverein wiederholt bemüht, in Verhandlungen mit hie­sigen Auromobilfirmen den Betrieb einer Au- toomnibusverbinbung von Gießen nach dem Schiffenberg zustande zu brin­gen. Trotz besten Willens aller Beteiligten konnte der begrüßenswerte Plan nicht verwirtticht wer­den, da einerseits gewisse technische Erforder­nisse nicht gegeben waren und andererseits leine ausreichende Frequenz gesichert erschien, die als Unterlage zur Anschaffung eines entsprechend großen Auloomnibuslcs ausgereicht hätte. 3n den letzten Wochen sind nun die erforderlichen Vorbedingungen zur Schaffung einer solchen Kraslwagenverbindung in ausreichender Weise Wirklichkeit geworden, liniere Stadt hat jetzt Autoomnibusbetriebe, die dem Verkehr mit Annerod, bzw. mit Albach und Steinbach dienen. Die Inhaber dieser Betriebe sind Gießener Bür­ger. Sollte es nun nicht möglich fein, mit diesen Herren oder mit einem von ihnen eine Vereinbarung zu treffen dahingehend, daß we­nigstens an Samstag- und Sonntagnach­mittagen ein regelmäßiger Fahrdienst zwi­schen Gießen und dem Schifsenberg einge­richtet wird? Wir sind überzeugt, daß weite Kreise der Einwohnerschaft einen solchen Betrieb dankbar begrüßen würden: lnsbesondeck dürfte er älteren Leuten, die nicht mehr ausreichend wanderfähig sind, um zu Fuß den Schissenberg und seine Umgebung zu erreichen, recht willkom­men sein. Man könnte vielleicht eine Haltestelle am Forstgarten einrichten, mühte aber vor allem auch die Möglichkeit bieten, bis zum Schifsen- berg hinauszufahren. Ebenso wäre für belric- digende Vücksahrtmöglichkeit zu sorgen. Selbst- ! verständlich müßte der Fahrpreis so gehalten sein, daß er auch von geringer bemittelten Bürgern bezahlt werden kann. Der Berkehrsverein und die Stadtverwaltung würden sich ein Verdienst erwerben, wenn sie eine solche Fahrverbindung zwischen her Stadt und dem beliebten Aus­flugsort im Einvernehmen mit den in Betracht kommenden Kraftwagen besitzern baldmöglichst schaffen würden.

vJ ic;,2ncr TSochcumarttPreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 170, Matte 30 bis 35. Käse (10 St.) 60 bis 110. Wirsing 25 bis 40. Weißkraut 10 bis 15. Rotkraut 15 bis 30, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 15 bis 35. Unter- Kohlrabi 8 bis 10. Grünkohl 20 bis 25. Rosenkohl 40 bis 45. Feldsalat 150 bis 220. Enoivien 80 bis 100. Tomaten 70. Zwiebeln 10 bis 20. Meer­rettich 35 bis 80. Schwarzwurzeln 30 bis 50. Kar­toffeln 7. Aepsek 20 bis 70. Birnen 15 bis 25. Dörrobst 30. Honig 45 bis 50 Russe 70. junge Hahnen 100 bis 120. Suppenhühner 100 bis 120 Pfennig das PfunD: Eier 9 bis 11. Blumenkohl 30 biS 140. Salat 20 bis 40. Lauch 5 bis 15. Seiler e 20 bis 40 Pf das Stück: Radieschen Bd.

Schu?ge!d-Erhöhung.

Rach einer Bekanntmachung Des SanDesamts für Das Bildung--wesen in Helfen wurDe mit Wir­kung vom 1. April 1 927 Das Schulgeld für höhere Schulen wie folgt sestgefetzl: a) voller Satz jährlich 210 Mk., monatlich 17,50 Mark: b) bei cleichzeinger -chulausbilDung von zw.-i unD mehr Geschwistern: bei 2 Geschwister auf je 174 Mk. (jährlich), 14.50 Mk. (monatlich): bei 3 Geschwistern rrif je 138 Mk. (jährlich), 11,50 Mk. (monatlich,: bei 4 GcjchwGerii auf je 108 Mk. (jähr- üd)i, 9 Mk. (monatlich): bei 5 Geschwistern auf je 7S Mk. (jährlich), 6,50 Mk. < i 6 unD

mehr Geschwistern auf je 48 Mk. ^jährlich. 4 Tlf. (monatlich).

* Gewerbe- und Maschinenbau­schule. Die neuen Kurse beginnen am 2. Mai. Man beachte die heutige Anzeige

' D i.e Volkshochschule stellt einen Ge­mischten Chor auf, Dessen Leitung Herr Linden- struth übernommen hat. Die Hebungen beginnen am kommemnden Montag. Näheres im gestrigen Anzeigenteil.

Driefsendungen an entlassene Straf- oder U n t e r f u ch u n g s g e f a n - gene. Der hessische Iustizminisler hat solgendes bestimmt: Wenn nach der Entlassung eines Ge­fangenen für ihn bei der Gefangenenanstalt eine Postsendung eingeht, so wird die Rachsendung künftig an die neue Adresse durch die Post in Der allgemein üblichen Weise erfolgen. Zuvor werden in der Anschrift der Sendung alle Angaben, die den vorherigen Aufen halt des Empfängers in der Gefangenenanstalt erkennen lassen könnten, durch Uebcrtleben oder Durchstreichen derart unleserlich gemacht, dah unbeteiligte Personen von dem An- stattsausenthalt des Empfängers keine Kenntnis erhalten. Der Reichvpostminister ha! sich mit diesem Verfahren einverstanden erklärt. Die Post- anstalten sind dementfprechend verständigt worden.

** Allerlei Dicbstähle. Der heutige Polizeibericht meldet: 3n der Rächt zum Don- nerstag (10. März) wurden aus einem Garten an der Lahn aus einem dort befindlichen Enten- stali zwei Enten, ein Enterich (blau und grau) und eine Ente (braun meliert) gefiedert, ge­stohlen. In der Rächt zum 6. Februar (Sams­tag auf Sonntag) wurden in der Schanzenstraße und Bahnhofstraße zum Rachteil des Konsum­vereins und eines Dentisten Einbrüche verübt, bzw. versucht einAubredjen. Gestohlen wurde nichts. In der Rächt zum Mittwoch (9. März) wurden aus einem Maureraufenthaltsraum in der Friedrichstraße mehrere blaue Arbeitskittel, Ho­sen und Brennholz entwendet. Sachdienliche Mit­teilungen, die zur Ermittelung der Täterschaft dienlich sind, nimmt die Kriminalpolizei ent­gegen

Festgenom m. e n wurden hier Drei Frauenspersonen wegen Gewerbsunzucht, ferner ein Mann aus Flensungen wegen DerDachts Der BranDftiftung.

Der Obst- und Garlenbauverein Gießen hielt am Mittwoch im Saale des Kauf­männischen Vereinshauses eine gut besuchte Mit­gliederversammlung ab, zu der auch eine grbRcre Anzahl von Gästen erschienen war. Im Mittel­punkt des Abends stand ein Vortrag des Uni- verfitäts-Garteninspektors a. D. Rehnelt über »Pflege der Zimmerpflanzen', wobei auf die hauptsächlichsten Arbeiten des Zimmergartens, wie Begießen, Verpflanzen, Aufstellung während der verschiedenen Jahreszeiten, Lichtbedürfnis, Düngung, Lüftung usw. näher eingegangen wurde. Die verbreitetsten Zimmerpflanzen, namentlich Alpenveilchen, Amaryllis. Araukarien, Azaleen. Begonien, Blumenzwiebeln, Kalla, Gloxinien, Hortensien, Kakteen, Myrten, Palmen. Wachs- blume, Zimmerlinde und viele andere wurden in ihren Bedürfnissen und Eigenarten in dec Zimmerpflege dem Liebhaber leicht verständlich besprochen. Eine Aussprache und Besprechung innerer Bereinsangelcgenhci.en, wie Schädlings­bekämpfung durch Die neu angeschafften Vereins- sprihen und gemeinsamer Bezug von Bedarfs­gegenständen des Obst- und Gartenbaues, be­schloß den anregend verlaufenen Abend.

** Zur Zuchtviehversteigerung t n Butzbach am kommenden Donnerstag. 17. März, vormittags lO'/g Uhr, sind endgültig 115 Bullen (111 Fleckvieh und 4 Vogelsberger), 44 Eber (20 Edelschweine und 24 veredelte Landschweine) und 4 Zuchtsauen (Deutsches Edelschwein) ge­meldet. Von 12 Bullen liegen Leistungsnachweise der Mutter vor. Die große Anzahl der zur Ber- fteigerung kommenden Zuchttiere so schreibt man uns bietet beste Gewähr, daß alle Kauf­liebhaber ihren Bedarf an wertvollen Zuchttieren dort decken können. Die Anmeldungen zur Prä­miierung (Pferde. Rinder, Schweine, Ziegen) sind ebenfalls sehr zahlreich eingelaufen, fo daß der Besuch des Marktes für jedermann, defsen Auge sich an dem Anblick schöner Zuchttiere er­freuen kann, lohnend ist. Die Prämiierung beginnt bereit« um 8'/» Uhr vormittags.

WDR. Ein Seuchenfonds. Um sich bet Sperrmärkten vor Verlusten zu schützen, haben die den Frankfurter Markt besuchenden Großvieh- Händler einen Seuchenfonds errichtet. in den für jedes Stück Großvieh pro Markttag 50 Pfennig einzuzahlen sind. Dem von einer Sperre betroffe­nen Händler soll aus diesem Fonds her Scha­den voll vergütet werden.

Kleine Strafkammer Gießen.

Gießen, 11. 2Kärz. Ein Reisenoer von Trier war vorn Amtsgericht Gießen wegen Rückfalls betrug« zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er hatte sich unter falschen Vorspiegelungen in einem hie­sigen Hotel eingemietet und war ohne Bezahlung der Zeche von über 50 Mark verschwunden. Seine Berufung wurde heute als gänzlich unbe­gründet zurückgewiesen.

Bon der Anklage des D i e b st a h l S war ein herumziehender Händler von Frankfurt a. M. vom Amtsgericht Ridda mangels ausreichenden Beweises freigesprochen worden. Die Be­rufung des Amtsanwalts gegen das Urteil hatte keinen Erfolg. Rach dem Weggang des Händlers von e.nem Hofgut in der Rahe von Ridda hatte Die Hausfrau eine Hof? vermißt. Die sie Dem Kleidungsstücke anbietenden An­geklagten gezeigt hatte. Gleich dem Gericht erster Instanz kam die Etrallammer, und zwar im Einklang mit der Auffassung der Staatsanwalt­schaft. zu der Ansicht, daß zwar ein hoher Ver­dacht. aber kein emtoanDfreier Beweis für einen Diebstahl vorliege.

Freigesp rochen wurde ein Chauffeur I aus Bad Homburg, der vom Amtsgericht Vilbel

wegen Transportgefährdung zu einer Geldstrafe verurteilt worden war und hiergegen (Berufung verfolgte. Er sollte mit dem Last­auto seiner Firma einer elektrischen Straßenbahn in den Weg gefahren sein. Da die Verhandlung die, wenn auch nicht gerade naheliegende, Mög­lichkeit ergab daß der Wagenführer imb em neben ihm stehender Siraßenbahnbeamter die Autonummer falsch abgelefen hatten, wurde das Urteil aufgehoben

Schöffengericht Gießen.

* Gießen. 11. März. Gegen einen wieder­holt vorbestraften, zur Zeit in Strafhaft befind­lichen Betrüger namens Weitzel wurde erneut wegen Betrugs verhandelt. Er hatte sich im Jun: 1925 zu Steinbach bei Gießen unter der Vorspiegelung, in Gießen einen Kosfer auf- p.ubcn zu wollen, von seinem D.enstherrn dessen .fahrrad, eine Joppe und einen Geldbetrag von I Mark geben lassen und verschwand damit auf Rimmerwiedersehen. Strafe: ein Iahr drei Monate Zuchthaus.

Wegen wiederholter Wechselfälschung und Betrugs stand ein Schwr.nehändler und Landwirt aus Crainfeld vor -Gericht. Gr hatte von einem Viehhändler aus Lauterbach Schweine gelaufi und auf den Kaufpreis einen gefälschten Wech'el gegeben, außerdem sein Vieh verpfändet, das bereits durch den Gerichtsvoll­zieher gepfändet war. Es wurde auf sieben Monate und eine Woche Gefängnis erkannt.

Gin vielfach vorbestrafter Dieb und Gin­brecher ist Der Weber Johann Dreßler von Luckenwalde. Diesmal ist er anaeklazt wegen EinbruchsdiebstahlS zum Rachteil eine« Spinnereib. ihers in Rainrod. dem in der Rächt zum 30. Rovcmber 1925 sechs bis acht gestrickte Herrenwesten, ein Bündel Wolle. Strickgarne, mehrere Meter Anzuasstosf und ein Triebriemen im Werte von etwa 300 Mark gestohlen wurden. Die Strickjacken wurden bei dem Angeklagten gesunden, der sie von einem Unbekannten am Bcchnhos Hungen gekauft haben will. D.ese An­gaben konnten durch die Beweisaufnahme glatt widerlegt werden. Mit Rücksicht Darauf, daß 'Dreßler wiederholt rückfällig ist. wurde auf eine Zuchthausstrafe von drei Jahren unö fünf Jahre Ehrverlust erkannt.

Aus vcm Amtsverkiindigungsblatt.

Das ArntsverkündigungSblatt Rr. 18 vom 11. März enthält: Ablösung der An­leihen der Gemeinden und Gemeindeverbände. Abgang der Landgestütbeschäler nach den Deck­orten. Erhebung von Deckgeld. Fleisch­beschau. Gefunden, verloren Dienftnach- richten.

Spielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag, 13. März, 7 bis 10 Uhr. Don Juan. Montag, 14., v'/r bis 10l/i Uhr: Lohengrin. Dienstag. 15., 7 bi« 10 Uhr: Der Golem. Mittwoch, 16., 71/» bis 10 Uhr: Tosco. Donnerstag. 17., 8 bis 9l/t Uhr: Elektra. Freitag, 18., 7 bis 10'/, Uhr: Carmen. Samstag, 19., V/2 bis 10 Uhr: Der Waffenschmied. Sonn­tag, 20., 6/. bis 10V4 Uhr: Der Rosenkavalier.

Schauspielhaus. Sonntag, 13. März. 3'/r bis 5'/, Uhr: Relson-Revue: 8 biS 10 Uhr. Helfen Revue Montag, 14., 8 biS 10 Ubr: Rel- fon-Revue. Dienstag, 15., 7 biS 9 Uyr. Ser Diktator: 10 bis 12 Uhr. Relson-Revue. Mitt­woch. 16., 8 bis 10 Uhr. Bluff. Donnerstag, 17w 8 bis 10 Uhr: Der Diktator. Freitag, IS., 8 bi« 10 Uhr: Ein besserer Herr. Samstag, 19., 8 bi« 10 Uhr: Der Diktator. Sonntag, 20., 3'/, bi« 51/, Uhr: Weihnachtseinkäufe', hierauf OTIa- potrida: 71/, bis 11 Uhr: Bonaparte.

Rundfunk-Programm

des frankfurter SenderS.

(Au« der .Radfo-Umschau-.)

Sonnlag, 13. Mär;:

8.30 bi« 9.30: Morgenfeier, veranstaltet vom Wartburgverein, Frankfurt a. M. 11.30 biS 12: Uebertragung von Kassel: Clternstunde. 12 biS l: Konzert des Frankfurter Domchors. 1 bis 2: Gedenkstunde für die Gefallenen De« Weltkrieges. 3.30 bis 4.30: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 6: Konzen des Hausorchester«: Die Oper der Woche. 6 bis 7:Der SpinoziSmu« in der Gegenwart", Vortrag von Dc. Karl Gebhardt. 7 bis 7.30: Briefkasten der Morgengymnastik. 7.30 bis 8:Ratürliche Heilmethoden". Vortrag von Dr. Th. Plaut. 8.30: ..Torquato Tasso". Ein Schauspiel von Goethe. Darauf bi« 12.30: Uebertragung von Berlin: Tanzmusik.

Montag. 14. Mär;:

3.30 bis 4: Die Stunde der Jugend. 4.30 bi« 5.45' Konzert des Hausorchesters. 5.45 bis 6.05; Die Lesestunde. 6.30 Uebertragung au« dem Frankfurter OpernhauS:Lohengrin". Roman­tische Oper in drei Akten von Rich. Wagner.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelisch« Gemeinden.

Sonntag, den 13. März Reminiszere.

Volkstrauertag.

Gießen. Stadtkirche. 9",: Pfarrvikar Hertel. 11: NmDelbrche t.D.Matlhäuegm. Pfarrvikar Hertel, b: Pfr. Becker. - IvbanneSkirche 9'/,: Pfr. Bech- tolsyeimer 11: KinDerkircbe für Die Lulasgrn. Pfr. Bechtolsheimer. 6: Piarrastist. Schultheis. Mitlwoch. Den 16 Marz, abenDs 6: 3. Passionsandacht. Pfr. BechtolSbrimer. L'ch. Kollekte f. d. Epileptischen. 91 : Stiflsdechant Lenz. 7.1: KindergotteSDienst. 2: StutSplarrer Schorlemmer. Mittwoch 8: PasstonS- andacht Kirchberg. 10. Siollekie f. d. Kriegs- gräberfürforge. 1,: Mainzlar. - Wieseck. 10: 'Frauenchor: Opfer für die KriegSgräberfüiforge. 11: KinDerkirche. Abds. 71/,: Kirchenmusikalifche PasstonsanDacbt. - Watzenborn - Darbentetch. Watzenborn-Steinberg: 1: 7'/,: 2. PassionSondacht. Garbenteich: 10.

K- holische Gemeinden.

Gießen. SamStag. den 12. März 4'/, u. 7 Beichte. Sonntag, den 13. März. Zweiter Fasten-Sonntag.

6' , Beichte, 7 Messe, Kom. Der Jünglinge, 8 Kom, 9 Hochamt m. PreD., 11 Meße m. Pred.,5' ,Christen­lehre und Andacht. Dienstag und Freitag abenDS 6 , ist FastenanDacht - Grünberg. 97« Messe m. Predigt. Hungen 9V, Hochamt mit Predigt. Lich. 77, Messe mit Predigt.

Sonntanöoicnit*> 'lernen. Rvotdeken nm 13.8.27 Dr (9cner. firl.Dr Gürtler. Dr.W-Klein. Peklkanavot.

ZnbnnrAt: Dr. Bmim.