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aber mich zuweilen durch wirtschaftliche Maßnahmen, die wohl von diesem Gesichtspunkt aus berechtigt, nicht aber für die Zucht von Vorteil toären und eine Verfettung der Geschlechtsorgane bewirkten. SS gebe aber auch InfektionSkrank- heiten, die große Schädigungen der Zucht verursachen könnten. Die Deutsche Landwirtschaft«* gesellschost habe diese Frage eingehend prüfen lassen, und eS sei gelungen, manche der Schäden zu erkennen und sie um einige Prozent einzu- dämmen. Der Redner ging dann dazu über, in eingehender Darstellung die Erfordernisse festzustellen, die zur Vachzucht zu erfüllen sind. Sr bezeichnete daS Problem der Unfruchtbarkeit als sehr kompliziert, da die Ursachen sehr mannigfaltig feien; er empfahl die genaue Untersuchung durch einen Tierarzt. Der Vortrag fand lebhaften Beifall.
hierauf iorach Dr. 6 a flame, Vorstand der Betriebsabteilung der Deutschen Landwirtschasts- gesellschast (Berlin), über das Thema: Inwieweit ist der Hackfruchtbau bei den heutigen Lohnen und Getreidepreisen noch lohnend?" Der Redner wies aus den Zusammenhang der Preisbildung mit diefem Problem hin; die Wirkung habe zunächst sich z. D. beim Anbau von Weizen und Roggen gezeigt. Der gute Preis des Weizene habe einen verstärkten Weizenanbau herooraerufen, dann aber sei die Preisspanne zwischen Weizen und Roggen zurückgegangen, und der erwartete hohe Gewinn sei ausgeblieben. Durch Neuerungen und Aeiiderungen in der Organisation könne der Landwirtschaft durchaus nicht immer geholfen werden. Für die Kartoffelernte beständen in Hessen, wenn ein Teil des Ertrages der Viehzucht, insbfondere der Schweinezucht zuaefiihrt werde, keine Absatzschwierigkeiten; der Kartoffelbau brauche In Hessen nicht eingeschränkt zu werden. Sollte der Marktpreis jedoch sinken, so könne für Betriebe, die über 80 Prozent der Fläche mit Kar löffel anbauen, eine Aenderung der Betriebsweise in Betracht kommen. Die Frage des Arbeitslohnes dürfe hierbei nicht allein ausschlaggebend sein. Beachtlich wären die indirekten Vorteile des Hacksruchl- baues; die nachfolgenden Früchte, etwa Getreide, brächten einen Größeren Ertrag. Vorteile böte auch die Arbeitsvertellung; beim Rübenbau komme auch noch der Wert des Futters hinzu. Die verstärkten Betriebsmittel brächten keineswegs automatisch bessere Preise. Die Betriebe mühten sich weit mehr als bicher nach äußeren Verhältnissen, Zinsendienst usw. richten. Der Buchführungsdienst und die Echuldenstatistlk zeigten, daß die Frage der Jnten- livierung von qrofocr Bedeutung gewesen sei; die Landwirte, die ihre Betriebsmittel nicht übermäßig verstärkten, hätten besser abgeschnitten. Die äußeren
Verhältnisse mahnten auch heute noch zur äußersten Sparsamkeit, denn die Krise sei noch keineswegs überwunden Jeder Landwirt Müsse eine regelrechte Buchführung haben und einen Voranschlag aufftellen. der strikte äu befolgen fei. Es gäbe heute noch viele Maßnahmen im Betrieb, die ohne große Kosten Verbesserungen bringen könnten, wie Unkrautbekämpfung, Entwässerung usw.; es fei nicht immer nötig, auf eine Vermehrung ter künstlichen Düngemittel (Kali) sich zu stützen. Der Vortragende empfahl eine stärkere Intensivierung nur dann durchzuführen, wenn die Geldmittel dies zulieben. Der Gesichtspunkt der Ren- Labilität müßte ausschlaggebend bleiben. Zu der
Frage, wie bet Hackfruchtbau lohnend zu gestalten sei, äußerte sich der Vedner u. a. dahin, dah Bodenentwässerungen und Ausbesserungen der Feldwege im Winter, weit mehr alS bis jetzt geschieht, vorgenommen werden müßten. Weiter besprach der Redner die Wiesenverbesserung. die Unkrautbekämpfung, die Technik der Düngung. die richtige Verwendung und sorgfältige Pflege der Maschinen usw. 3m landwirtschaftlichen Betriebe solle man nicht« bevorzugen, nicht« vernachlässigen. sondern alles gleichmäßig behandeln. Die Kunstdüngung sei nicht aus Höchsterträge, sondern aus Durchschnittserträge einzustellen. Der Ausbildung der Landarbetter zur sorgfältigen Feldbestellung sei die größte Aufmerksamkeit zuzu- wenben. Vor jeder EpekulationSwirtschast sei zu warnen Auch dieser Redner fand mit feinen Darlegungen die Zustimmung der Versammlung.
3m Anschluß an die Vorträge sand eine Aussprache statt, in der Anfragen auS der Zuhörerschaft von den Rednern beantwortet wurden.
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
n. Droßen-Linden, 11. 3an. Die hiesige keramische Fabrik, die in letzter Zeit außer Betrieb war, wird in Kürze durch Ramsbacher Unternehmer wieder eröffnet.
(2 Lollar, 11. Jan. Am Samstagabend sand die diesjährige Iahreshauptoerfamm- lung der Ortsgruppe Lollar des Deutschen Seeoereins statt, die sehr gut besucht war. Der hiesige Verein hat mit 60 Mitgliedern den Stand der Vorkriegszeit überschritten. Beschlossen wurde, im Lause dieses Vierteljahres einen öffentlichen Vortrag und einen nur für Mitglieder und deren Angehörige bestimmten Vortrag zu veranstalten.
L Reiskirchen, 11. Jan. Aus dem kirchlichen Jahresbericht unserer Gemeinde für 1926 sei mitgeteilt: Es wurden 14 Kinder getauft, 20 konfirmiert, 6 Paare getraut und 11 Gemeindeglieder kirchlich beerdigt. Am heiligen Abendmahl nahmen 544 männliche und 558 weibliche Personen teil. An Opfern und freiwilligen Gaben gingen 814,21 Reichsmark ein. Dazu kommt noch die Naturaliensammlung für das Eo. Schwesternhaus in Gießen.
L Burkhardsfelden, 11. Jan. Die k i r ch- liche Statistik für das Jahr 1926 zeigt folgendes Bild: Es wurden 11 Kinder getauft, 1/ konfirmiert, 8 Paare getraut und 5 Gemeindcglieder kirchlich beerdigt. Zum heiligen Abendmahl gingen 454 männliche und 536 weibliche Personen. An Opfern und Gaben gingen 600,09 Reichsmark ein. Außerdem wurde eine Sammlung von Kartoffeln, Obst und dergleichen für das Ev. Schwesternhaus in Gießen veranstaltet.
t Burkhardsfelden, 11. 3cn. Nachdem die Maul- und Klauenseuche nahezu 4 Monate in unserem Dorf gewütet hat, ist sie jetzt endlich erloschen. Die Sperre toiiröe in der vergangenen Woche aufgehoben. Die Seuche hat unter dem Viehbestand etwa 40 Opfer gefordert, meistens Jungvieh Wenn auch den meisten der geschädigten Besitzer eine staatliche Beihilfe gewahrt wird, so gchm doch viele leer au«. Diese hofft man au« den beiden Viehversiche- rungskassen, tue hier bestehen, zu entschädigen.
□ TD innere 8. 11. 3mt Zu Anfang der 60er 3ahre des vorigen 3ahrhunder1- wurde der Thor unserer Kirche schwer verstümmelt. Um Raum für die Orgel zu schaffen, die bi« dahin auf den Boden de« Ehors gestanden hatte, wurde das prächtige Grabmal des Johann v. Windhausen. deS letzten feine« Stamme« (f 1612) und seiner Gemahlin Adelheid geb. v. Selbach (t 1639) teilweise -er- stört und verdeckt. Man hatte jetzt die Absicht, die Orgel auf die gegenüberstehende Männerbühne zu verlegen und den Chor, dessen Decke herrliche Stuckarbeiten (die vier Evangelisten) auS dem Ende de« 17. Jahrhunderts zeigt, wie- der freizulegen. Die Kosten dieser Wiederherstellung sind indessen nach dem Plan des Denk- rnalpfleger« so hoch, daß man, angesichts der geringen Mittel unterer Kirche, den schönen Gedanken leider nicht auSführen kann.
ri. Rieder» Bessingen. 11. 3an. Den bereits im „Gießener Anzeiger" veröffentlichten Zahlen der kirchlichen Statistik fügen wir heute die Zahlen der für wohltätige Zwecke eingegangenen Beträge bei. 3m vergangenen 3ahre gingen hier für wohltätige Zwecke insgesamt 522 Mk. ein. Daran sinh die allgemeinen Kirchenlollekten mit 182 Mk. beteiligt. Die freiwilligen Opfer und Gaben für kirchliche Zwecke betrugen 115 Mk., die Misfions- gaben 95 Mk. Aus den Kopf der Bevölkerung lommen 1,67 Ml. an Gaben der Wohltätigkeit. Der Gottesdienst wurde nach dem Durchschnitt der Zähltage von 39 Prozent der Erwachsenen besucht. Die Beteiligung an den Abendfeiern betrug 229 Prozent.
ri. Lich, 11. 3an. Hier wurde eine von der Kirche Lich veranstaltete D o l k s m i f - , ionswoche abgehalten, in der Missionar Walther von Beuern jeden Abend sprach. Der Redner, der seit einigen 3afjren im Dienste der oberhessischen Bolismi sion steht, war vor dem Kriege als Missionar in unserer Kolonie Kamerun tätig und geriet mit anderen Missionsleuten in französische Kriegsgefangenschaft. Seine Dorträge in Lich fanden eine ständig wachsende Beteiligung. Außer den allgemeinen Vorträgen wurden besondere Abende für Eltern, für die Ougenb und für Eheleute gehallen.
:/: Trais-Horloff, 11. Can. Am Samstagnachmittag war über unserem Dorfe ein ungewöhnlich großer Schwarm Schneegänse zu bemerken, die in westlicher Richtung weiterflogen. — Lehrer Buh, dessen Stelle in Utphe vorige Ostern dem Abbau anheimgefallen war, und der seitdem die hiesige zweite Schulstelle kommissarisch versah, wird in den nächsten Tagen nach seinem neuen Wirkungsorte Roßdorf bei Darmstadt übersiedeln. Bis zur endgültigen Wie- derbesehung der Stelle wird sie von Schulverwalter H e ] f i n g e r versehen.
: : Utphe, 11. 3an. Am Samstagabend hielt der Turnverein seine Generalversa m m l u n g in der Wirtschaft Rühl ab. 3n der Hauptsache beschäftigte man sich mit der Vorstandswahl und mit der Vorbereitung des G a u t u r n s e st e s, das der Gau Wetterau in diesem Jahre in unserem Ort abzuhalten beschlossen hat. Mit diesem Fest soll auch die Fahnenweihe unseres Turnvereins verbunden werden. Da der hiesige Hofgutspächler Ris -
sek in bereitwilligster Weife «in sehr geeignete« Gelände in unmittelbarer Rähe de« Dorfes dem Verein als Festplatz zur Verfügung gestellt hat. ist die ganze Veranstaltung im großen Ausmaße ermöglicht. AlS erster Vorsitzender wurde Lehrer Arnold, als zweiter Hermann Sack gewählt, während die übrigen Vorstandsmitglieder dieselben biteben. Die Rechnungsablage ergab beit erfreulichen U eberschuß von über 330 Mark. Der neue Vorsitzende richtete an die Turner fctcofcl wie an den Vorstand die Mahnung, daß jeder an seinem Teile zur Weiterentwicklung de« Turnvereins. besonder- im 3nteresse der körperlichen Ertüchtigung unserer Fügend beitragen möge.
df. LangSdorf, 11. 3an. Dieser tage sprach hier im Auftrage der Liga zum Schutze der deutschen Kultur Herr Dr D o l l h o p f über „Internationale Kartellbildung" , die allmählich zum Zustandekommen der Vereinigten Staaten von Europa führe. Der Redner sprach zunächst übet die Entwicklung der einzelnen Wirtschaftsformen. wie und warum man in der Industrie durch Syndikats- und Kartellbildung zur Verbilligung und Vereinfachung des Produktionsprozesses komme und wie sich diese Wirtschaftsformen für Erzeuger und Verbraucher auswirken. Besonders beschäftigte er sich mit dem im Herbst 1926 unter dem Druck der Verhältnisse zustande gekommenen Internationalen Eisen- und Stahl-Kartell, nach dessen Zustandekommen nationale Grenzen kein Hindernis mehr seien und welche« den Weg für die Zukunst vorzeige, daß sich die gleichen Indu- ftrien Westeuropas zusammenschlieven müssen, um nicht von Amerika, Rußland und Asien erdrückt zu werden. Der Vortrag wurde mit Interesse entgegengenommen.
Kreis Friedberg.
pb. Butzbach, 11. Jan. Bei der Bamag- M e g u i n A.-G. wurden im Lause der vorigen Woche 21 Leute neu eingestellt. Im Laufe dieser Woche sollen weitere 25 bi» 80 Leute Annahme finden.
WSR. Bad -Rauheim, 11. Ian. Dor einigen Tagen wurde hier einer Dame abends in der Dunkelheit eine H a n d t a s ch e mit k einem Inhalt entrissen. Später sand man di? Tasche ert cert In der Rähe des Konihki iis es. Die Untersuchung über den Vorfall läßt eine baldige Aufklärung erwarten.
KrciS Büdingen.
„?'* Ridda, 11. Jan. Vertreter der hiesigen Gemeinde und zahlreiche Geschäftsleute, zusammen etwa 60 Personen, besuchten am Sonntag die dem Zweckverband angeschlossene Gemeinde Ulfa. Das neue Auto in zweimaliger Fahrt, sowie ein weiteres Auto, übernahmen die Beförderung. Diese gegenseitigen Be- suche, die wiederholt werden sollen, verfolgen den Zweck, die zu einer Schicksalsgemeinschaft verschmolzenen Orte menschlich einander anzu- näbern, wirtschaftliche Verbindungen zu festigen und abgerissene wieder neu zu knüpfen. Der Besuch verlief äußerst anregend, den Zweckverband berührpnde Fragen wurden erörtert, Wünsche geäußert und Ausblicke in die Zukunst getan. Am Abend brachten die Autos die Gäste wieder hierher zurück.
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nehmen selbst erfahrene Menschen heute oft als Wahrheit an.
Jüngst konnte man ein typisches Beispiel dafür beobachten.
Da erzählte Einer dem Arideren, daß ein Regierungsbeamter nach einer Kontrollreise seiner Behörde berichtet habe: „Maschinen und Kessel alle in Ordnung, Kesselstein nicht vorhanden”.
Prompt sei darauf „von oben” die Weisung gekommen: „Feh^ lender Kesselstein Ist sofort anzuschaffen”.
Nimmt man denn so etwas für bare Münze? Nein, nicht wahr?
Aber der Andere hat's tatsächlich geglaubt.
Doch wir sind etwas vom Wege abgekommen.
Auch unser Münchener K indl, das Wahrzeichen der alten, weltbekannten Zuban-Zigarettenfabrik, ist mit Dr. Ali Nabt, unserem Tabakdoklor, auf das Thema „Märchen” gekommen.
„Da muß ich Dir noch etwas erzählen”, so spricht der A Ite. „Die heute besichtigten Lager bergen gute Durchschnittsware, die jedem meiner zahlreichen Kunden zur Verfügung steht, welche sie schriftlich bestellen.
Kaum haben sie die Sendung, dann geht stets ein Märchenwetterzählen los. Sie berichten der Raucherwelt von romantischen Einkaufsreisen, von eigenen Einkaufshäusem und sie werfen mit Fachnamen um sich, als wären sie in den Tabakfeldem geboren.
Sei glücklich, liebes Kindl, daß die Zuban-Zigarettenfabrik mit solchen Finessen nicht zu arbeiten braucht. Die
Zuban-Zigaretten bergen wirklich Köstlichkeiten in sich.
Übermorgen hören Sie mehr!
Die Geschmacksrichtungen der Raucher sind wandelbar wie die Zeiten. Wir gehen mit! Die leichten, süffig süßen Mischungen unserer Zigaretten sind Glanzstücke der heutigen Zig ar elfen-Herstellungsart.
Drum seien Sie nicht nur Lebenskünstler, sondern
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