*•"5 Zr
"l'chailplftatz, ■? "■■«•«< m' D“«9®^cnl92I luchte AilaÜ^ * .--ZSL ;«Sg“ ff£M
w atnmen mit hr
,l; t«hm!<he DurchM^
Sanben dej OtS2 »a&«nb alle« übrige s nonuncn Wirb. Die m ©aranticlumme angt- Mdratmter gedeckte Aut.
6er Quabratmrttt w? Men Er dar, nut gt. tU\ä)t Arbeit aut. Ausstellung soll llTag, he auf drei Archen aut s Eröffnungstag >, s»cht genommen. Dir m en .GewerbeauSftrl. 2<“ tragen. CS l|t beab hrfarbiges Plakat für tffl en. Direktor Dr. Äün. ' Plakatherstellung üoqu. if, einen Führer durch l>ii m, der ähnlich btm fir eingerichtet werden |t£ e flehen zu Ausstellung- inb der Aaum unter diese sind zusammen etwa W darüber hinaus noch no: rrch Aufstellung toa|> e geschaffen werd.'n. Si mds um 8 llhr gefchlofsn ein einheitlich ^eftaltLs lagen werden. Ton eint igeftelllen Arbeiten feie Lotterie i[t vorgrsehv iningfl benotete Alm elaufenen A! ldungen wt ife bekannt, die aMella if) man ganz des andern vM. ganze ) vorzusühren. An Her- erte er den Plan der Aut
he wurden noch eine M Mehrfach kam der Dunst fingflfeietiage nL ko&t Der tag .üalich der Frage ns w. ü mit ö;m Aoltshal.evetto ^beschloß hierauf ein- .Ä"«* EWSg freche^nd1"geri4^ -in 6ze SÄ» Dr. Jünnings »u ™ ■ ®a,?Ä Ä nou) ubtt Bie| hrungs st' Aanöij)ctte -teile
re S^t^Srcn noch in. 3n% un& bat d« Kss- rsZsZ °ie wir erfahr^ ei, er cßoll6n,H ^n9el29?w i eM baL^
tzeitssrage» i«re
Sl°xL^L
ijnde>.<' SP'Pr'Jef^ •.te •.x*eSs ch i" ° «Ä<Id < €*ÄM -ÄS?.«*
sia!'
Borbellttrung. Di« letzter» Art ist bi» furchtbarste. Die Insassen der Bordelle sind scheinbar freie Menschen. Sie können das Haus aber nur dann verlassen. wenn sie dem Inhaber nichts mehr schuldig sind, was in den allermeisten Fällen nicht der Fall ist. Es besteht seit langem ein scharfer Stampf gegen ble staatlich« Anerkennung der Prostitution, insbesondere gegen die Bordelle. Letztere sind die Hauptansteckungsquellen für Geschlechtskrankheiten. Unsere Fugend wird darin zugrunde berichtet. Jeder sechste Mensch in Deutschland ist gefastechtskrank, oder ge- schlechtskrank gewesen. Es mutz unbedingt gefordert werden, dah, ähnlich wie in der Türkei, auch bei uns ein Gesetz erlassen wird, wonach alle Braut- leute, bevor sie die Ehe schließen, sich von einem Arzt auf das Vorhandensein von Geschlechtskrankheiten untersuchen lasien müsien. Nur auf diele Weise kann der Wciterverbreitung dieser entsetzlichen Krankheit wirksam begegnet werden. In den meisten Fällen ist die Reglementierung der Prostitution auf- gehoben: auch in England haben die Frauen die Aushebung durchgescgt. Es ist Pflicht aller Deutschen, besonders der Frauen, dagegen aufzutreten, daß die P r o st i t u t i o n als ein st a a t- lich anerkanntes Gewerbe betrachtet wird. Qeqenübr den unglücklichen Mädchen, die der Prostitution zum Opfer gefallen, lind, sollten mir nicht allzu stolz und überheblich sein. Sie tragen oft nicht die alleinige Schuld daran, daß sie auf die schiefe Bahn geraten sind. Ihre ganze Umwelt, die Art der Lebensführung in ihrem Elternhause, der Alkohol, ganz besonders aber die oft entsetzlichen Wohnungsverhältnisse wirken mit, um das Mädchen dem Laster in die Arme zu treiben. Könnte der Staat durch eine großzügige Bautätigkeit jeder Familie eine gesunde, einwandfreie Wohnstätte schaffen, dann wäre schon vieles gewonnen. Erschreckend groß ist unter den Heu- tigen Prostituierten die Zahl der kaufmännischen weiblichen Angestellten, die der Jugendlichen und die der Mädchen aus Bürgerkreisen. Biel Nachsicht und Mitleid und viel, viel Liebe könnten manches dieser Mädchen wieder auf den rechten Weg zurückführen. Die Frauen und Mütter können im Kampfe gegen die Unsittlichkeit, die Prostitution und die Geschlechtskrankheiten sehr vieles leisten. Auch hier ist Vorbeugen und verhüten leichter und besier als heilen. Die Mütter müssen ihre Kinder zu reinen Menschen erziehen. Den Jungen muß wieder Ehrfurcht vor Gott, vor der Fraulichkeit und Mütterlichkeit und den Mädchen wieder Sinn für wahre weibliche Würde anerzogen werden. Die Aufklärung der Jugend über die geschlechtlichen Fragen darf nicht dem Zufall über- lassen werden, dafür sind die Eltern da. In welchem Aller die Auskläruna erfolgen muß, hängt von dem einzelnen Fall ab; sie geschieht besser ein Jahr zu früh als eine Stunde zu spät. Die einzelne Frau ist im Kampfe gegen die Unsittlichkeit und ihre Folgen machtlos; nur der Zusammenschluß bringt hier Erfolge. Alle Frauen, ohne Unterschied der Partei, des Standes oder der Konfession, müssen sich zusammenfinden, um unsere I u - ?c n b und unser Dolk wieder körperlich und eelisch gesund zu machen.
Zum Schlüsse brachte die Rednerin in einer großen Zahl von Lichtbildern teil» Statistisches über die Geschlechtskrankheiten, teils erschütternde Bilder über deren Erscheinungen und Verlauf. Der Dortrog war sehr gut besucht und fand verdiente Zustimmung.
Die evang. Landeskirche Hessens im Jahre 1925.
)( Aus der soeben veröffentlichten Statistik der evang. Landeskirche Hessen» sind folgende Angaben von besonderem Interesse:
Die Zahl der an den drei Zähltagen (1. Ostern, 12. S. n. Trinitatis, 3. Advent) ermittelten Kirchenbesucher beträgt im ganzen 106 788 Erwachsene und 41 502 Kinder oder 18,1 bzw. 14,1 Prozent. Den höchsten Kirchenbesuch weist Oberhesfen mit 25 bzw. 17,9 Proz. auf. Für die fünf größten Städte ergaben sich folgende Zahlen: Offenbach 4,9 Proz.. Gießen 8 3 Proz., Darmstadt 8 9 Proz., Mainz 13,6 Proz., Worms 14,4 Proz. 400 767 Personen oder 67.8 Proz. nahmen am Hl. Abend nah! teil: für die obengenannten Städte lauten die Zahlen: Offenbach 22,7, Gießen 26,3, Darmstadt 28, Worms 37,2, Mainz 43,7 Prozent. Zur evang. Krche traten 401 Personen über, es traten 2676 Personen aus, davon ohne Uebertritt zu einer anderen Konfession 2045. Ende 1925 standen von der evang. Landeskirche getrennt: 2266 Freiprotestanten, 6759 Freireligiöse und Deutschkatholiken. 1092 Altluthcraner, 1675 Aposto- lisch Katholische, 978 Methodisten u. a., sowie 734 andere evang. Christen. Bon 6245 Ehen, in denen beide Teil» evangelisch waren, wurden 5875 oder 94,1 Proz. kirchlich getraut, Trauungsoerweigerungen kamen im ganzen 291 Fälle vor, evang. getauft wurden 17 367 Kinder (21 Taufoerweigerungen), tonfirmiert wurden 16 968 Kinder (Konsirmations- entziehungkn: 6). ungetauft in den Religionsunter, richt wurden 6 Kinder aufgenommen, von 10 027 verstorbenen Evangelischen wurden fast alle kirchlich beerdigt. An Liebesgaben gingen, soweit sie pfarramtlid) festgestellt werden konnten, 1 358 969 Mark ein; diese verteilen sich für folgende Zwecke: allgemein erhobene Kirchenkollekten 99 719 Mark, Gaben für Ortrarme 164 510 Mark, milde Gaben an Vereine und Anstalten, wie Heidenmission, Innere Mission, Guftav-Adolf-Ver^in, Krankenpflegestationen usw. 574 114 Mark, sonstige Leistungen, wie Stiftungen, Kirchenopfer u. dgl. m. 520 626 Mark, lauter Zahlen, die eine deutliche Sprache reden von der in unseren evang. Gemeinden vorhandenen Opferwilligkcit und sozialen Gesinnung. Der Bericht bietet noch in vielen anderen Dingen manches Inter- esiante; so waren Ende 1925 im ganzen 70 Pfarreien erledigt, davon in Rheinhessen 12, in Starkenburg 13, in 0 b e r b e ff e n 45.
Bornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch. Sladtheater: 7 Uhr, „Iuarez und Marimilian" (Ende gegen 10 Uhr). — Radfahrerverem „Germania": 8.30 Uhr, Dereinslokal, Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Flammen lügen". — Astoria-Lichtspiele: „Das große Abenteuer".
— Deutscher Bund für christlich- evangelische Erziehung. Morgen, Donnerstag, abend Familienabend mit Dortrag. (Siehe heutige Anzeige.)
** Eine Sitzung des Provinzialausschusses findet am nächsten Samstag, vormittags 8’/» Hhr beginnend, im Sitzungssaal des RegrerungsgÄaäudes zu Gießen statt. Aus der Tagesordnung stehen: 1. Klage der Gemeinde Saasen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 8. November 1926 in Sachen: Schulgeld für ortsfremde Schüler. 2. Berufung der Gemeinde Hain-Gründau _un6 des Gemeinderechners zu Hain-
Gr ü n d a u gegen das Urteil des KreiSauSschus- I ses des KreiseS Büdingen vom 18. September 1926. 3. Gesuch des Bäckermeisters Gustav
Weisensee in Friedberg um Erlaubnis zum Betrieb einer Kaffeewirtschast in seinem Anwesen Kaiserstraße 127 daselbst.
•• Eine eindrucksvoll» Dorfkirchentagung fand gestern in dem benachbarten Dutenhofen statt. Den Borsitz führte Pfr. Mahr- Gießen, der verdiente Führer der deutschen Dorskirchenbewegung. Die hessische evang. Landeskirche war durch den Prälaten D. Dr. Diehl-Darmstadt und den Superintendenten der Provinz Oberhessen, Oberkirchenrat Wag- nner -Gießen, vertreten; die rheinische evang. Kirche vertraten Generalsuperintendent D. Klingemann-Koblenz und Superintendent D. Wolff- Aachen. Borträge hielten Landes- jugendpfarrer von der Au -Darmstadt und Psr. Müller- Diersfordt bei Wesel. Einen eingehenderen Bericht über die bedeutsame Tagung werden wir morgen bringen.
** D i e Bismarck st raße zwischen der Lony- und der Ludwigstrahe wird jetzt in eine etwas bessere Derfassung gebracht. Dieses Straßenstück war bekanntlich im vorigen Jahre versuchsweise mit einer neuzeitlichen Teerung versehen worden, die fich aber in keiner Weise bewährte, so daß der Fahrdamm bei trockenem Wetter eine gummiartig» Masse bildete, während die Schuhe bei nassem Wetter so eine Art Schlammbad nehmen konnten. Hm diesem Hebelstande einigermaßen abzuhelfen und die Straße wenigstens für den Winter passierbar zu halten, wird sie gegenwärtig mit einer Schicht Basalt- Kleinschlag gedeckt und eingewalzt. Eine durchgreifende Erneuerung der Straße wird jedenfalls noch im Laufe dieses Jahres vorgenommen werden.
’* Die Wege in den Anlagen und einige ungepflasterte Straßenteile in den Außenbezirken werden gegenwärtig mit feinkörnigem Steinschlag beworfen, wodurch die Passierbarkeit dieser Gehsteige erhöht wird und zugleich auch deren Aussehen eine freundlichere Rote bekommt.
" Ein Rohrbruch der Wasserleitung wurde gestern vormittag in der Walltor- straße an der Ecke Zozelsgass: sestgestellt. Bei den Bemühungen, den Schaden zu beheben, entdeckten die Arbeiter etwa 1/1 Meter neben der Bruchstelle einen weiteren Bruch in der Rohrleitung. Die besonderen Ausmaß? dieses doppelten Schadens machten erhebliche Etraßenaufvruchsarbeiten erforderlich, die seit gestern vormittag im Gange waren und erst in der letzten Rächt zwischen, 2 und 3 Hhr beendet werden konnten. Da die in Betracht kommenden Rohrleitungen unter Hochdruck stehen, waren weitgreifende Rohrenilastungen erforderlich, um die Schadensausbesserung überhaupt möglich zu machen. Durch diese Cnt- lastungsinaßnahmen mußten ansehnliche Wasser- mengen ungenutzt den Abwässerkanälen zugeleitet werden.
=b. Städtische Holzoer st eigerung. Bci der gestrigen Brennholzversteigerung der Stadt Gießen wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Eichenscheiter 13 Mark, Kiefernjcheitcr 12, Fichtenscheiter 11,40, Eichcnknüppel 11,60, Kiesernknüppcl 11, Fichtenknüppel 7, Eichcnstöcke 8, fiiejernftöcfe 7, Fichtenstöcke 4 Mark je Raummeter; Fichtenderbstangen 1. Klasse 23 Mark je Festmeter, Riefern- reisig 14 Mark, Fichtenreisig 12, Eichenreisig 16 Mark je 1U0 Wellen.
" Saalsportfest der Gießener BDR-Dereine. Man schreibt uns: Die Meisterschaften des Gaues „Lahn", Bund Deutscher Radfahrer, im Daalfahren, wie 1er-, 2?r-Kunst- fahren, 6er-Kunstreigcn, 2ec-, 3er-Radball, sowie die Austragung des Conrad-Carl-Waldeck-Wan- derpreises im 2er-2ugendradball. finden am 6. März in dem Saale des früheren Cafe Leib, Walltorstraße, statt. Die vier Gießener BDR.- Vereine, der Gießener Radsahver-Brrein 1885, die Radfahrer-Gesellschaft „Die Wanderer" 1893, der Rad-Club „Germania" und der Radfahrer- Berein „Fortuna" haben gemeinsam die Ausrichtung des Festes übernommen und sich als erstes Ziel gesteckt, die Gaumc-isterschaften im Rahmen eines schönen Saalspor festes zum Aus- trag zu bringen. Die Ausschüsse s.nd bereits gebildet und an der Arbeit.
•• Rohlinge. Der Pvllz-ribericht meldet: 3n der Rächt zum 10. Januar wurde durch bis jetzt noch unbefannte Täter die Erkerscheibe der Drogerie Haus Hindenburg im Seltcrswcg eingeschlagen bzw. ci.,getreten. Personen, die über diesen Vorgang Wahrnehmungen gemacht haben, werden hiermit ersucht, der Kriminal- Polizei Rachricht zuiommen zu lassen. Am 5. Januar abends gegen 6 Hhr wurden auf der Landstraße Gießen—Krofdrrs Passant:n rvn Radfahrern in der gröbsten Weise belästigt. Die Täter wurden ermittelt und zur Anzeige gebracht. — Festgenommen wurde eine Person wegen Betrugs.
•“ Der Zweigverein Gießen vom V. H. C. hiell am Sonntag im Katholischen Ver- einshaus seine Weihnachtsfeier. Schon vor Beginn war der große Saal beseht, so daß die Galerie zu Hilfe genommen werden mußte. Rach einleitenden Musilvorträgen der Bruder A. und W. B e h (Geige und Cello) unter sicherer Klavierbegleitung. begrüßte der 1. Vorsitzende V. H. C.-2r. W i l l die Erschienenen. Warme Worte fand er zur Begrüßung eines Ehrengastes, des 80jährigen, in Gießen lebenden V. H. C.-Dr. Rechnungsrat Jochim, der als Mitbegründer des D. H. C. 46 Jahre lang dem Bunde treu geblieben ist; Herr Jochim ist Ehrenmitglied des Zweigvereins Schotten. Hnter dem strahlenden Christbaum brachten ein von einem V. H. C- Schwesterchen reizend gesprochenes Gedichtchen und das vom Frauenchor sehr stimmungsvoll Dorgetragene Lied „Stille Rächt, heilige Rächt" die schönste Weihnachtsstimmung. Auch das Melodrama „Der Geigersriedel" von Rosemann, von V. H. C.-Schw. grL Heimes mit feinem Verständnis gesprochen, war ergreifend und in seiner musikalischen Ausführung eigenartig und wertvoll. Zwei von Herrn W. Betz zu Gehör gebrachte Cellosoli „Wiegenlied" von Schubert unb „Largo" von Händel fanden großen Beifall. Dann tarnen die Kleinen zu Wort bei der Ausführung eines Bühnensprels von prachtvoller Wirkung „Waldgeister in der heiligen Rächt", in zwei Akten mit Gesang und Reigen. 3n wechselvollen Bildern zogen Elsen und Zwerge, Engel und die böse Hexe an den Zuschauern vorüber. Für die Kinder blieb die Mahnung: sei folgsam und nicht neugierig! Damit verbunden eine Weihnachtsbescherung für 60 V. H. C -Kinder. die aus der Hand des Christkindes ihre Gaben in Empfang nahmen. Für die Erwachsenen folgte noch eine Abendfeier, bei der Musikvorträge. gemeinsam gesungene Lieder und Lieder des Frauenchors sich einander ablösten. Besonders
hervorgehoben fei von diesen da- dankbar aufgenommene schalkhaft» „Ein- und EinS" und der luftige „Altefrauen-Walzer". Der Frauenchor, dem die Ausgestaltung der Feier hauptsächlich oblag, zählt zur Zeit 41 Mitglieder und zciat unter Leitung von D. H. C.-Schw. Frau Witz recht beachtenswerte Leistungen. Mit Tanz schloß die wohlgelungene Feier.
Amtsgericht Gießen.
• Gießen, 8. 3an. Anfangs Rovember 1925 kam ein Kaufmann mit feiner Frau spät in der Rächt in »in hiesiges Hotel und verlangte ein Zimmer zum Hebernachten. was ihnen auch gewährt wurde. Er erklärte sofort, fein Musterkoffer werde in den nächsten Tagen nachkommen, er habe schon früher da gewohnt. Da feiner Frau angeblich nicht wohl war. ließ er sich am nächsten Tage die Speisen und Getränke auf fein Zimmer bringen, und zwar bestellte er recht teuere Sachen. AIS am Abend der Oberkellner die Rechnung zur Begleichung vorlegen wollte, schlief das Ehepaar angeblich schon zu früher Stunde. Am nächsten Morgen verlangte der Oberkellner wiederum Zahlung, allein die Frau erklärte ihm. ihr Ehemann fei zur Besorgung von Geschäften in die Stadt gegangen. Schließlich gelang es dem Oberkellner um die Mittagszeit, den Gast zu stellen Bei Vorlage der Rechnung meinte er: „Was. schon 50 Mark? Ra. morgen werden es 70 Mark sein. Sie brauchen keine Angst haben, ich habe gerade in den letzten Tagen sehr Diele Aus träge bekommen, die ich an meine Firma geschickt habe, von der ich gute Prozente bekomme. Das Geld wird in den nächsten Tagen eintreffen." Als der Oberkellner erklärte, so lange könne er nicht warten, erwiderte der Gast, er wolle sofort auf die Post gehen und sich das Geld beschaffen. Rachmittags sah das Hotelpersonal, wie der Gast versuchte, sich heimlich davon zu schleichen. Er wurde angehalten und gab seine Reisemappe als Pfand, daß er und seine Frau vor Abend wieder zu- rückkehren würden. Sie kamen jedoch nicht zurück, sondern reiften nach Essen ab. Dis heute sind auf die Zeche trotz wiederholter Versprechungen erst 5 Mark abbezahlt. Der wegen Hnterschla- gung. Untreue, Urkundenfälschung und Betrugs schon mehrfach vorbestrafte Kaufmann erhielt wegen RückfallbetrugS eine Gefängnisstrafe von drei Monaten.
Schöffengericht Wetzlar.
Q Wegen Betrugs und Urkunden älfck ung hatte sich ein Schlofscrmeister aus Niederlemp zu verantworten. Im Verlauf der Verhandlung entrollte sich folgendes interessante Bild: Im Sommer 1926 follte der Angeklagte im Gerichtsgefängnis Wetzlar eine Freiheitsstrafe verbüßen, gab aber an, krank und nicht haftfähig zu fein. Aus.Anordnung bes Gerichts wurde er von dem Gefängnisarzt untersucht und für haftfähig erklärt. Daraufhin erfolgte feine (Einlieferung in Wetzlar und Ueberfüh- rung nach dem Zentralgefängnis Freiendiez, wo er von dem dortigen Arzt untersucht, für krank befunden und anschließend daran als haftunfähig wieder entlassen raun'. Ki-rze Zeit später schrieb dann der Angeklagte dem Wetzlarer Gefängnisarzt einen Brief, inhaltsdessc.i er behauptete, er habe eine Erfindung gemuckt, die er einem Patentanwalt zwecks Anmeldung zum Patentamt übergeben habe. Dadurch, dah er seinerzeit für haftfähig erklärt und auch ins Gefängnis cingelieiert worden fei, habe er diese Erfindung nicht weiter ausnützen können, und es seien ihm daher etwa 1000 Mk. Schaden entstanden, für den er den Arzt verantwortlich mache. In ultimativer Farm ersuchte er den Arzt um eine Erklärung. Seinem Schreiben fügte er anscheinend zum Beweis der Richtigkeit seiner Behauptung ein Schreiben seines Patentanwalts vom Juni 1925 bei, in dem die Zahl 5 von 1925 wegradiert worden war, um vermutlich den Anschein zu erwecken, das Schreiben datiere vom Juni 1926. Tatsächlich war in dem Schreiben von einer Erfindung die Rede und dem Erfinder, dem Angeklagten, aufgegeben, noch verschiedene Formalitäten, wie Zahlung eines Geldbetrags, Beibringung von Zeichnungen usw. zu erledigen, dann könne erst (Ein- reichung beim Patentanwalt erfolgen. Hierin erblickte die Anklage Betrug und Urkundenfälschung. Der Angeklagte will keinerlei Betrugsabsicyt gehabt haben. Er gab zu, die Zahl 5 in dem besagten Schreiben entfernt zu haben. Dies entschuldigte er damit, daß er bereits mit einer Fabrik zwecks Ankaufs und Verwertung in Verbindung gestanden habe. Er habe aber befürchtet, wenn die Fabrik merke, daß er die Erfindung bereits ein Jahr früher gemacht habe, wurde diese van dem Ankauf der Erfindung wieder zurücktreten. Aus diesem Grunde habe er die Zahl entfernt bxro. unleserlich gemacht. Das Gericht sah Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug als erwiesen an und erkannte auf 1 Woche Gefängnis. Gegen Zahlung einer Geldstrafe von 30 Mk. wurde dem Angeklagten eine 3jährige Bewährungsfrist in Aussicht gestellt.
Wegen gefährlicher Körperverletzung bzw. unbefugten Waffenbesitzes waren sieben Burschen au» Braunfels an geklagt. Den Angeklagten war zur Last gelegt, anfangs Oktober 1926 zwischen Ober- und Neumühle an dem Steinbruch drei junge Leute, einen Steuerpraktikanten, einen Studenten und einen Reichswehrsoldaten, vorsätzlich und gemeinschaftlich mittels Knüppels und eines Dolches körperlich miß- handelt zu haben, und zwar durch eine das Leben gefährdende Behandlung. Die Verhandlung endigte mit der Verurteilung sämtlicher sieben Angeklagten zu je 150 Mark Geldstrafe, Hilfsweise je 30 Tage Gefängnis.
Gerichtssaal.
)l Marburg, 10. San. Dor dem erweiterten Schöffengericht hatte sich heute dec vierzig Jahre alte Bergmann H ch. Thomas aus Freudenthal bei Siegen zu verantworten, dem irrsgesamt 14 Straftaten zur Last gelegt wurden. Es handelte sich meist um Einbruchsdiebstähle in Singlis, Treisbach, Frielendorf, Wetter. Malsfeld, Borken. Amönau, Treysa und Wiera. Der Angeklagte, der die Hälfte seines Lebens hinter Gefängnismauern zugebracht hat und auf den Kasseler und Marburger Gerichten kein unbekannter Gast ist. gab einige D ebstähle zu. 3n den meisten Fällen verlegte er sich aufs Leugnen. Aus der Verhandlung, in der etwa 30 Zeugen vernommen wurden, ging hervor, dah er einen schwunghaften Handel mit Fahrrädern getrieben hatte, die er von einem nicht aufzufindenden Kasseler Kaufmann gekauft haben wollte. Das Hrteil lautete auf 8 Jahre Zuchthaus, 10 Jahr» Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht.
Buntes Allerlei.
Ein neues afrikanische» Jagdschutzgesetz.
Hganda, das Paradies der «sroOtotlojägtr, ist in den letzten Jahren von einer merkwürdigen Sorte von Eportsleuten heimgrsucht worden, die die Ausrottung des WildcS auf eine barbarische Weise betrieben. Welche Methoden man angc- wendet. daS zeigen die Verbote, bi» durch das neue Iagdschuhgesetz für Hganda erlassen sind. So ist das Jagen mit Rudeln von Hunden und daS Verfolgen deS Wildes im Kraftwagen unter schwere Strafe gestellt. Wenn ein Jager eine erschöpfte Antilope, die sich vor den Hunden in die Fluten des Viktoriasees gerettet hat, mit einem Motorboot verfolgen wollte, so würde er mit 6 Monaten Gefängnis und 2000 Mark Geldstrafe belegt werden. Streng verboten ist auch die Verwendung von Explosivgefchossen, daS Sagen deS Wildes mit Sy.lf» von Scheinwerfern sowie das Fangen und Töten von Tieren, indem sie mit Feuer umgeben werden. Der echte Jäger hat sich ja von solchen Maßnahmen stets fern- gehalten. denn er erblickt den höchsten Reiz dteseS Sports in dem Mut, der List und der Ausdauer, mit der er daS Wild zur Strecke bringt, aber die Methoden, die von sportswütigen Aüßen- feitern angewendet wurden, sprechen allen Gesetzen der Menschlichkeit und des WildschuheS Hohn, so daß strenge Maßnahmen notwendig geworden sind.
Vas Geheimnis der römischen welnsäsier.
Heberall. wo an alten Römerstätten Ausgrabungen veranstaltet wurden, hat man di» dickbauchigen, unten spitzen und mit Henkeln versehenen Tongesäße gesunden, di» bei den Römern das Weinfaß ersetzten. Diese sogen. Amphoren haben gewöhnlich eine Höhe von 70 biS 100 cm und fassen gegen 60 Liter Flüssigkeit. Sie wurden zum Transport und zur Aufbewah- rung von Wein, Oel und anderen Flüssigkeiten benutzt. Die Henkel zeigen die Stempel der Fabrikanten der Gesäße oder der Wcinhändler, während di» Ramen der Besitzer häufig auf den Bauch der Amphore eingekraht sind. Run sind die Wände dieser antiken Weinfässer recht dick, aber dabei sehr poröS. und man hat sich daher den Kopf zerbrochen, wie der Wein in diesen durchlässigen Gefäßen auf lange Strecken befördert werden konnte. Andererseits ist es sicher, dah Wein in solchen „Fässern" übet See gebracht wurde. Sind doch ganze Scherbenberge ausgedeckt worden, die Heberreste der aus Spanien und Rordfrankreich nach Rom gebrachten Weingesäße enthielten. Jetzt endlich ist man dem Geheimnis der römischen Weinsässer auf die Spur gekommen. In einem Schutthügel der alten Römersiedlung Vindonissa in der Schweiz, dem heutigen Dindisch, wurden zahlreiche Amphorenstücke gesunden, die auf der Innenseite mit einer sehr fest hastenden Harzmasse bestrichen sind. Daraus ergibt sich also, daß die antiken Fässer, wenn sie zur Beförderung von Wein oder anderen Flüssigkeiten verwendet wurden, vorher mit heißem Harz ausgegossen und dadurch undurchlässig gemacht wurden.
Ein Volk von Pelzsägern.
DaS ruisllche Vollstoinm.ilarlat für Landwirtschaft hatte eine Expedition nach dem Komi- Gebiet entsandt, wo die noch wenig »tforf/*en Syrjenen und Samojeden wohnm. Die jetzt nach Moskau zurückgekehrten Mitglieder erstatteten einen interessanten Bericht über diese Stämme, die sich hauptsächlich der Pelztierjagd widmen. Die kostbaren Blaufüchse und Hermeline, di» sich in diesem Gebiet noch finden, werden von ihnen auf die primitivste Weise mit Fallen und Fußangeln erbeutet. 3m Durchschnitt fängt der syrje- nische Jäger in der Saison etwa 40 bis 60 Füchse und gegen 500 Eichhörnchen. Für ein schöne« Fuchssell werden an Ort und Stelle bis 150 Rubel gezahlt, während man für ein Eichhörnchenfell nur 95 Kopeken erzielt. Der größte Teil der Eevölkerung hält sich zahme Füchse, die wie Haustiere mit der Familie zusammenleben. Die Pelztierzucht hat hier noch eine große Zukunft, wenn dieses Volk erst gelernt hat, die Füchse nicht nur zu seinem Vergnügen, sondern zu Rutz- zwecken aufzuziehen. Dies wird um so eher notwendig sein, als die Zahl der freilebenden Pelztiere abnimmt. Sehr reich ist immer noch die Zahl der Blaufüchse auf der berühmten Kommandeur-Insel, die durch ihre günstige Lag« fast als ein künstliches Raturschuhgebiet anzusrhen ist.
Eingesandt.
i Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die RedrUtion dem Publikum ge-v ;b’r keinerlei Beantwortung.'
Stabt, hilf aus dem Dreckt
Dor einigen Wochen hat man ganz treffend die Verlängerung der Ebel st raß» den S t u d e n t e n st e a getauft. Täglich wird dieser auch rege von ihnen in Anspruch genommen. Aber Glück kann man denen wünschen, die nur das vordere Stück des Weges nach der Stadt hin zurrlckzulegen haben. Für sie hat man in jeder Weise gesorgt, daß sie trodenen Fußes ihr Ziel in der Stadt erreichen lönnen. Wie lieht es dagegen in der Verlängerung nach den Kliniken hin aus? Rur mit einem Schlammbad läßt sich ein Teil dieses sogenannten Weges vergleichen, wenigstens bei der jetzigen schlechten Wltterung. Warum sollen denn alle die Mediziner, Beamten und Arbeiter, für die der Weg überaus praktisch ist, so stiefmütterlich behandelt werden? 3m vorderen Teil nach der Sbelstraße hin hat man eine schöne Treppe, eine Schranke für Fußgänger, ja sogar eine Laterne angelegt. Die winkt aber dem armen Fußgänger, der von der Klinik her kommt, nur von weitem höhnisch zu, wenn et hilflos bemüht ist, wenigstens die Schuhe nicht in dem Dreck stecken zu lassen. Mit ein paar Wagen Kies und einem Verbot für Fuhrwerke auch in diesem Teil des Weges, könnte man hier sicher Wunder wirken. — Es soll aber nicht gesagt sein, daß dies der einzige Weg der Stadt Gießen ist, der infolge des Schmutzes nicht passiert werden kann!
Einer von den vielen, die keine Zeit zu einem Hmweg haben.
Kostenlos
io allen Apotheken und Drogerien die belehrende Broschüre Ober die Behandlung von blutigen Verletzungen, Brandwunden,
Ausschlägen, Katarrhen der Luftwege usw. mit dem blutstillenden, antiseptischen und gantllch ungiftigen
Chinosol.
Zu haben in allen Apotheken und Drogerien. Alle Packungen Rind bestimmt vorrätig in der Kaiser-Drogerie Ernst Noll, Lindenplatz 5. I94«?<


