Ausgabe 
11.11.1927
 
Einzelbild herunterladen

Landwirtschaft freien «rfifte h*f«n ch« Beschätti» gung lieber in bet Stnrunbuftne, tn Gruben u. bgL. ba sie hier höhere Löhne erhalten. Der »tnfauf von naemitteln für bw Herbstbestellung war ün allgemeinen günstig. Da­gegen ist der Wnfmi* ron laridwrtschasttchen B^arföartileln zurückhaltend. DieAbfatz-und Mark,Verhältnisse lind im hiesigen Dienst bezirk f..r die die«»Lhrraen 2Uer1riid>tc, mit Ausnahme der ©etreibefrückte. ettvis günstiger als In den Dorjvhren geworden. Die Preise für Kartoffeln sind gr-tiegen. so dah für geidfleifchiye Cortm 5 bi- 5,50 All., für rvtfchalige Dorren 3,50 bi- 4,50 MI pro Rentner bezahl« wurden Die Preise für ÄHterobfi betragen 2,50 bis 3.50, für Tafelobst 10 bis 12 All. Der 5tarto I f ete bau hat sich im Vergleich zu den Vorjahren wieber e^was günstiger gestaltet unh ist M' Aen- tabitilät gewähr! eistet. Güterver ftcig e- ru n gen ergaben folgende Preise: für Ackerland 380 bi- 6b0 'JHL. für Mesen 76-0 OHL und für ein Daumstück 2500 Ms., sämtlich für den Morgen. An parasitären Krankheiten konnten sestgest^llt werden: an fifatt-rrflh r Rattfleck^n- franff)eilen i) Pieospori putreficicus. b) Oro'-pora beticol». Un tierischen Schädlingen wurden beobachtet: Ackerfchnecken und $rtflieget an Roggen. Die Grummeternte trxrr infolge deS ungünsti­gen Detter- in Qualität schlecht Infolge der Auslaugung und der Aäffe würbe die Qualität stark b.'rabgetetit. 3u Futterzwecken dürfte dieses Grummet keine Verwendung finden. Man benutzt eS zur Einstreu Die Hockfruchtverfuche des Amtes wurden im Monat Oktober sämtlich cingoemlet Besonders auffall nd tritt die Tat­sache in Erfch -inung, dah die Erträge bei starker Kaligabe gedrückt tnerbit Ferner treten unter­schiedliche Ergebnisse zwilchen 'Bo(Ibüngun-i und Aitropho«ka auf. Reu an Versuchen w<rden an­gelegt : 2 Deizendlingung-versuche. 3 Deizen- dünnsa al versuche. 4 Roggendüngungs versuche, ein Roggendünnsaatversuch und ein Mnzensorlen- an bau versuch Da« Amt hielt im Monat Oft ober in 12 verschiedenen Gemeinden 12 Dorträge und veranstaltete 4 Trockenbeizvorfüh- r u n g e n.

K Grünberg. 10. Aov. In den Räumen des L.indwirlschaftsamtes wurde der 7. Lehr­gang derLandwirtfchaftlichenLchule eröffnet. Direktor Trautmann toter tn einer kurzen Ansprache auf die volkswirtschaftliche und berufliche Bedeutung der Landwirt schasllichrn öd/ulen hin und begrüfjte die neuen Schüler mit herzlickxm Dorten. Bürgermeister Jockel hicft die Schüler In den Ma uern Vrünbergs will­kommen. Er richtete Dörte der Ermahnung an die jungen Schüler, bah sie nun auch die Ge­legenheit benutzen sollten, um etwas für ihren Beruf zu lernen. 3n ähnlichem Sinne sprachva der Derlrauen-mann der Landwirlschast-kammer K. Bäusch und der Landwirt Kahl (Alten- Duseck), Mitglied des Wirtschaftsausschusses der Landwirtschaftlichen Schule. Die Schule wird In diesem Din ter-Semester von nahezu 50 Schülern besucht.

Lich, 10.91oo. 3n der Novrmbrrvcrsammlung de« hiesigen Turnvereins bei Gastwirt fiammcl wurde den Turnern und Turnerinnen ein bemerkens­werter 93 ort ran überJahn und seine Zeit' ge­boten. Die Ausführungen des Dortragenden fanden verdientermaßen ernste Beachtung Der Tieft des Abends war frohgestimmter turnerischer Geselligkeit gewidmet.

S. Trais-Horloff. 10. Aov. In den letzten Tagen wurde die Umbetiung der Toten vom alten auf den neuen Friedhof beendet. Man verfuhr dabei so, daß alle neueren Gräber einzeln geöffnet und die Angehörigen derselben Familie nach Mög­lichkeit zusammen In ein neues Grad gelegt wurden. Auf diese Weise wurden etwa 260 Gräber ausgegraben. In sehr vielen Fällen waren die Särge noch so gut erhalten, dal) sie Aum ForttranSport verwendet werden tonnten. GS ist dies darauf zurückzuführen, daß trotz der nassen Jahre der Untergrund an den meisten Stellen vollständig trocken war. Anscheinend hat der ganz In der Aähe befindliche riesige Tage- bautrichier der Grube .Friedrich" das Grund­wasser abgeirommen. Wo die Särge bereits zer­fallen waren, wurden die Gebeine tn neue, durch

die Gewerkschaft beschaffte Sänge uragebettet Len Angehörigen wurde ge fronet der Grab- öffnung ihrer Der ftorbenen beizuwohnen. 3m übrigen war der 3utritt muenagt. L.e Arbeiten toutben von dem .Kreisarzt überwacht. Auch war stets der Orts Polizei diener sowie Vertreter des Oemeinderats anwesend, um eine ordeuinas- gemähe Ueberführung der Leichen zu gew-^hr- leiften. Es konnten täglich etwa zehn Gräber geöffnet werden. Sämt .che Kosten der lieber» fübnmg trägt die Dewerst chatt .Friedrich". Ob» wobt der volle Betrieb des umgestellten Werkes r.> nicht ün Gange ist, läßt 'ich schon jetzt sehen, dah es ein unhaltbarer 3uftanö gewesen wäre, hätte man den Friedhof an der alten Stelle belasten wollen Es war ein erschütterndes Bild, wenn man kaum 100 Meter voneinander entfernt du« Tosen menschlichen Schufen« und das Rattern moderner A'.esenmalch-nen aus der einen Seite und die aufgewühlten Grabstätten auf der anderen beobachtete.

Kreis Friedberg.

# Wölfersheim. 10. Aov Dachdem bei der Wahl eines Beigeordneten am 22. Oktober keiner der drei Kandidaten den Sieg davongetragen hatte, fand am Sonntag Stich­wahl statt, bei der "-er seitherige Beigeordnete Landwirt Müller I mit 347 Stimmen wiedergewählt wurde. Sein Gegner, Landwirt Adolf Ales, erhielt 225 gültige Stimmen.

Kreis Büdingen.

Zjb Aidda, 10. Aov. Auf dem hiesigen Martinimarkt waren trotz des ungünstigen Wetters doch über 400 Ferkel und Läufer auf» gelt leben. Der Handel entwickelte sich mich und nach lebhaft. Die Preise hielten sich ziemlich auf dem bisherigen Stande. Es wurden Ivzahlt durch- schnittllich für ein Paar Ferkel, 6 Wochen alt, 20 Mk.. 8 bi« 9 Wochen alt 25 bi« 28 AN. 21 eitere Ferkel waren entsprechend teuerer. Läu­fer, reif zum Einlegen, kosteten 80 bis 90 Mk. das Paar Der Preis für fette Schweine beträgt gegenwärtig in hiesiger Gegend 69 bis 70 Pf. für das Pfund Lebendgewicht. Landwirt L. Be n- ner in Kohden verkaufte ein PaarSchlacht» schweine - keine gemästeten alten Zuchtsauen , die das seltene hohe Lebendgewicht von 937 Pfund hatten. Er erhielt von einem Auf­käufer für eine Schlächterei in Homberg 72 Pf. für das Pfund Lebendgewicht. Der Krämer- markt war infolge des CKegentretter« schwach besucht und nicht mehr mit feinen Vorgängern vor dem Kriege zu vergleichen. Der ehemalige Flachsmarkt an diesem Tage ist verschwun­den. Gar manche Dorffchöne kaufte sich damals Flachs zum Spinnen im Winter: denn am nächsten Abend nach Aiddaer Martinimarkt be­gannen überall die Spinnstuben.

Berstadt, 10. Aov. Dieser Tage sprach im dicht gefüllten Saale des Gasthauses3um Löwen" Herr Reffschneider aus Wolfen- bom über daS Thema: »Deutsche« Aus- wandererelend in Brasilien". Der H ebner schilderte, wie sich Tausende von Deut­schen, besonders in der Zeit der Geldentwer­tung. durch leere Versprechungen gewissenloser Agenten verleiten lassen, nach Südamerika, be­sonder« Brasilien, auszuwandern. Drüben er­wartet die 'Betrogenen statt unentgeltlicher Zu­weisung von Land und zinslosem Darlehen bit­terste Aot und günftigenfaU« schwere Arbeit in den Kaffee Plantagen. Hierbei steht der deutsche Auswanderer dem Aeger gleich. Der Vortragende erzählte da« meiste auS eignem schweren ®neben.

T Ober-WidderSheim, 10. Aov Die Bautätigkeit Hai in diesem Jahre hier an Umfang zugenommen. Heben einer gröberen Zahl An- und Umbauten von Scheunen und Stallun­gen, wurden 7 Aeubauten errichtet, darunter 2 Doppelhäuser, die bereits alle bezogen sind. Sech« der neu erstellten Wohnhäuser beflnben sich in den, neu erschlossenen Gelände in unmittelbarer Aähe des Bahnhof«. Bei der Zuführung der Wasferleitung hat man auch gleich die Kanalisation durchgesührt.

Kreis Schotten.

! Scholten, 10. Nov Sim Dienstag fand unter herzlicher Anteilnahme der ganzen Stadt da» f ü n f

«»dzwoszigfährlge S d) w e ft e r j u b i l ä u m der städttjche» kraaltnid)jxiur S a l ha­rt n t Hainz statt. Morgen» wurde in der kie­sigen Sladt.'irch« eia Souesdiensl cbgeballen, bei dem Pfarrer vl e m m e r t (Ober Stibber^brim), der Schwesternpfarrer für die Provinz vbertzesiea, pre­digte. Eine grotze Anzahl der ober des fischen -Schwe­stern war mit der Aorfttzenden der oberkrsstschen ^chuxstrrnmrcinigung, GräfinElifabethoon Schlitz, erschienen. Nach dem Äutag.'fen fand im ^chesfischen Haus- eine weitere ^eier zu (Fhrtn der Subdann statt Dekan Bolp überreichte für da» Dekanat Schotten ein Gebetbuch. Pfarrer 9t ö m er (schotten) für die Dekanatskranken pflege m sicher ne» Äreu^. Bürgermeister e n g e I überbrachte die Glückwünsche der Stadt und eine Spende von 100 Mark Roch eine fehr grobe Anzahl wertvoller Ge schenke erh-elt die Schwester, die wegen ihrer groben Tf(id)ttreue. Bescheidenheit und Herzensqi'tte grrstte Liebe und Berrhrung in der Stadt geniefjt

Kreis Lauterbach.

P. Schlitz. 10. Aov Hier bildete sich nn Anfchlust an eine vom Landtagsabgevrkmeten Dr. Aiepoth abgehaltene, stark besuchte In- gcnböcrlammlung, eine Iugendgrupve der Deutschen Bolkspartei m t zunächst fünf­zig Mitgliedern, während ander >'eit« durch rege Werbearbeit die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Bolkspartei :hren Mitglieder-- bestand von 100 auf 170 steigern konnte.

Rheinhessen.

WSA Mainz. 10. Aov. 3n der Aähe von Bechtheim atN der Strecke Gauodern­hei mO fthofen ist heute morgen, wohl in­folge des Aegens der S i s e u b a h n d a m m auf ungefähr "inen Meter gerutf <bt Der Durch­gangsverkehr ist gesperrt Dcr Personenverkehr wird durch Pendelzüge aufrecht erhalten.

Preußen.

JRvcie Marburft.

sch Marburg, 10. Aov. Die Stadt­verordneten bestätigten die ab 1. Oktober eingesührten erhöhten Zinssätze der städtischen Sparkasse. Diese betragen nun­mehr bei Einlagen: im Scheck- und Kontokorrent- verkehr 4.5 Proz., im Sparverkehr: bei täglicher Kündigung 5 Pro;., bei monallich-r Kündigung 6 Proz. bei längerer Kündigungsfrist je nach Vereinbarung, bet Schulden: für Darlehen an Private 11 Proz. an Gemeinden 10 Prvz.. für Hypotheken 9 Prvz., für Kredite in laufender Aechnung 11 Pro; Damit sich die Erhöhung der Zinssätze für Schulden nicht allzu stark aus­wirkt. sind die Tiigungssähe für Hypotheken all­gemein von 2 auf 1 Prvz. herabgesetzt Sodann befasste sich das Stadtverordnetenkollegium mit der Beschlu'sasfung über die Wahl de« Bür­germeister«. Der Bürgerin ei sterpvften ist seinerzeit öffentlich ausgeschrieben word.m. Es find ca. 100 Bewerbungen eingegangen. Trotzdem find die Hoffnungen getäuscht worden, und es war der Antrag eingebracht worden, den Bürgermeislerposten noch einmal au«zuschreiben. und zwar mit der Besoldungsstufe von Gruppe 13 und nicht wie bisher von Grttppe 12. Der Antrag wurde mit 24 gegen 2 Stimmen ab­gelehnt.

TillkrciS.

1-1 SKIenfcurfl, 10.So» Der Gewerbe verein hat beschlossen, im kommenden Jahre eine graste Gewerbeausstellung zu veranstalten.

bl. Driedorf, 10. Aov. Die von hier nach Weilburg cingcriditetc Autobuslinie hat sich zwischen unferem Orte und der Gemeinde Nenderoth sehr gut bewährt. Die Benutzung des Wagens, der zweimal am Tage hin und zurück verkehrt, lästt nichts zu wünschen übrig. Ab Nenderoth nach Weil­burg ist die Benutzung schwächer, auch fährt da» Auto hier nur dreimal in der Woche

Maingau.

DSA. Frankfurt a. M. 10. Aov Mit der nunmehr fer t i g q c ll eilten Kot rei am Ostbabichos wird da« Gaswerk Ost in der Lage fein, rund 70 Millionen Kubik­meter GaS im Jahre zu tiefem. Dazu

kommt noch die Ortung der Werk: West und Heddernheim. Insgesamt hat heute jraalhat einen jährlichen Verbrauch von rund 100 Mil­lionen Xiibif.-eetcr. davon entfallen auf Grvh- xranfhm rxnb S? 2EUlumen. auf Offenbach 15 Millionen und auf Heddernheim 5 MillVnen Kubikmeter. Heute gegen Mittag spi Ue sich tn der Schnurein aufregender 3odaQ ab. In das Haus Ar. 36 bitte sich ein Einbrecher einae'chltch e n, wurde aoer b -merkt enb von schnell herben gerufenen S^ i'.I -uten vrsotgt. Der Vur<che flüchtcte yier<t auf den Dachboden und von da weiter über das Dach des Aachbarhaufes Als he weitere Flucht wegen einer hoher. Brandmauer ur.mbg» lich war. konnte er von der Poltzei f eigenem» men und gv'r^ell nach der Pott^-iwache tenns- porttert werden. Eine a-oüe M n^chenmeng- be­obachtete von der S<rah' aas he tbentnwrftCbe fluch' Der Berh^ re ist der 2Ssährlge Georg Kraus. Kaltmühle 1.

IkSA. Hanau. 10. Aov Gegen' Mitte macht brach in der Hoizhalle der Hanauer Kücheo» möbelfabrif in Bruchköbel au* unbe­kannter Ursache Feuer aus Schon noch tpem- gen Mttnttei hatte das Feuer, das tn den trockenen Hölzern ausgexetchnete Nahrung fand die Dachpappe der Fabrik ergrifiert, und mit rasender Geschwindigkeit griff es weiter um llch und eyte da» ganze Grtzä.tde in Flammen D 11 Fabrik brannte bts auf die Grund­mauern nieder. Alle Maschinen, eht grober Test der Fertigwaren und Haldferti itnatvn wur­den e n Rtud der Flammen. Aur etn Holzlager unb Wen ge Möbel formten vor dem Feuer ge­rettet werden Auch m neuer Lastwagen mit zwei Anhängern verbrarmte. Der Schaden, der durch Versicherung gedeckt ist, istfehrgrost und lästt sich zur Stunde noch gar nicht über­leben. Man vermutet, dast es sich um Bra nd» ftiftung handelt Das Eracbnis der Ermitt­lungen nach dieser Auhtting in noch nicht bekannt.

WSA Höchst a M.. 10. Aov 3m Stadt- teil Unterlieberbad) vettetzte her 27jährige Ar­beiter Friedrich Sauer dem Schlosser Dhllipp Seiler einen Zaustschlag ins Gesicht und zerschlug biefem habet das Aasenhein Dabei zog sich Sauer eine geringe Bee letjung an her Hand zu Die anfangs nicht beachtete Wrmde verfchlimmeNe sich e« trat eine Blutvergiftung hinzu, die jetzt dem Mann das Leben kostete.

Der Vorstoß der Tierfreunde.

Der Verband der Detitscheu Tier» schutzoereine hotte bekannttich vor etwa Jahres- in ft im ganzen Kelche den Kampf aegen die Tierquäler aufgenommen lkr moflte erreichen, dast die Tierquäler einer empfindlicheren Strafe al» bisher zugeführt würden, und hatte zu diesem Zweck eine Neihe von Listen au»aelegt, in denen sich aste die eintragen sollten, die sich auf die Sette der Iler- fretinbe stellen Der Verband deastsichttgte auf drwnb der in die Liften eingetragenen Namen eine V e titlon an den Reichstag zu richten, tn der der Wunsch ausgesprochen wird, ein Gesetz zur s chä rferen Bestrafung der Tterquäler in erlösten Die Unterschriftensammlung ist, wie wir erfahren, dieser Tage abgeschlossen worden <k» Haven sim rund eine Million Männer und Frauen für die Petition, die jetzt beim Reichstage cingegangen ist, ausgesprochen Unter den 'stamen, mit denen die Petition unterzeichnet ist. befinden st-tz hervorragende Vertreter aller Berufszweige, de» afsentüchrn Lebens, der Polttik und der Parlamente. Die Petition dürfte aller 'Voraussicht nach noch in diesem Jahre vom Reichstag zur Behandlung kom­men, und e» steht zu hoffen, dah sich auch das Par­lament in gleichem Sinne wie Me Tierfreunde au»- sprechen unb dem tfdudxn des Verbandes der Deut­schen Tierfchutzvereine durch Annahme eine» entspre­chenden Gesetze» stattgeben wird

Aundsunkprogramm.

Samstag, 1). Vooember

15» bis 16 Uhr: Die Stunde der Jugend. 16-30 bis 17.45 Uhr Konzert des Hausorchester»: Jlrue Schlager. 17.45 bi» 1> 05 Uhr: Die Lesest,mde 1* 51 bis 13.45 Uhr: Der »tteskasten. IM 45 di» 10.15 Hbf

Neue Bücher.

Professor Dr. Leo Kosenberg (Giehen), Lehrbuch de» Deutschen Zi- oilprozeft recht», Berlin (Dito Liebmann, Perlaasbuchhandtung) 1927, 7U9 Seiten, 27 Mk., ueb. 29,50 Mk für Abonnenten der Deutschen Iuristenzeitung 24 Mk.. geb. 26,50 Mk. Cs ist ein schöne» und sinnreiche» Zusammentreffen zu nennen, datz der neue Rektor dcr Landeouniversital un» im Augenblicke seines Amtsantritts ein Werk vorfegt, da» al» seine wichtigste wissenschaftliche Leistung angesprochen werden barf. An einem guten, modernen Lehrbuch de» Zivilproresse» hat e» uns bislang gefehlt. Diese empfindliche Lücke ist jetzt auf vorzügliche Weile ausgefüllt. Da» Studium des Zioilprozesses wird leider nicht an allen Hochschulen mit der (Gründlichkeit gepflegt, wie In Girhen. Und

grobe Täuschung, wenn man glaubt dah die hier einschlägigen Kenntniste noch In der Praxi» In zureichendem Mähe erworben werden könnten. Manche» freilich mag der Anschauungs­unterricht. wie ihn der dem juristischen Studium sich anschliehende Borbereitun^dienst bei den Gerichten und dem Anwatt vermtttelt, einprägsamer lehren al» Kolleg und Lehrbuch. Aber in vielen Beziehun­gen werden hier doch schon Kenntnisie vorausge­setzt. die sich der Student aus der Hochschule unge­eignet baten muh. Dies um so mehr, al» sich häufig die Beherrschung der Derfabrensregeln sofort und unmittelbar kundtun muh. Die der Tatbestand, um den die Parteien streiten, materiellrechtlich zu wür­digen ist. da» kann im Aichterstmmer oder auf dem Anwaltsdureau in Zurückgezogenheit sorgfältig ge prüft werden. Wie sich dagegen der Dichter oder Parteivertreter in der Sitzung zu verhalten hat und es können sich hier unvorgesehene Komplika­tionen ergeben da» muh ihm jein parate? Wis­sen lagen 'Wenn Irgendwo so gilt hier da» bekannte hic Khodue. hic wlta! Und bei der Bedeutung der Wahrung der Formallen, der Ausnutzung der durch die Prozehordnung gebotenen fterteih und der Vermeidung durch sie in Aussicht gestellter Nach­teile für den endlichen Prozehausgang und !,»> not IcMt für die floftenfroge ist e» von gröhter Dich tigfell. dasi über dem Studium bt materiellen Aecht» da7 de» Perfohrensrechts nicht vernachtälsigt wird. Aielleicht wird es ein Bertzlenst de» ne-en Lehrbuch» sein, in dieser Beziehung öfter» u> br- nehmbare Unvollkommenheiten zu oefeitigen Der

voren Lehrbuchs des Zlvilprvrehrekbtc bit f-cxr zun Tc i feinen Grund in der Sprödigkeit dcr zu meilten-

den Materie. Es darf die Behauptung gewagt wer­den. dah die prozessuale Begrisscwelt eine» der kom­pliziertesten ltzedankensysteme darsteM, da» über­haupt menschlicher Geist in seiner geschichtlichen Ent­wicklung ersonnen und air-gebaut hat. Das (for­male. das dem Prozeh anhastel, erhält seinen Nie­derschlag in abstrakten Kunstprodukten der gesetz- geberischen und rechtswisfenschastlichen Begrisssbil» düng, für die ce im Bereich der Wissenschaften wenig Analoga gibt. Man lese die Ausführungen über den Begriff des prozessualen Anspruch« oder vertiefe fich in Die Lehre von der Zwangsvollstreckung, um ich hiervon zu überzeugen. Der hierdurch be­dingten Schwierigkeiten der wissenschastlichen (fr- sassung und Darstellung wird da» vorliegende Lehr­buch al» die Leistung eine» klaren und eindeutig sich entscheidenden Denkens Herr. E» werden schari um- rissene Definitionen und Lehrsätze nn den Ansang der einzelnen Paragraphen gestellt und im Fortgang der Darlegung unter Beibringung der Einzelheiten und Auseinandersetzung mit den herrschenden Lehr- meinungen ii flüssiger Sprache zur Entwicklung ge­bracht Dabei werden, [orocit hie» tunlich ist. Die Zwecke, die dcr Gesetzgeber bei Aucgestaltimg der einzelnen Rechtsinstitute Im Auge hatte, dargelegt um Sinn und Bedeutung der betreffenben Bestim­mungen durchsichtig xu machen und so im Verein mit zahlreichen Beisvielen da» Derständni-r des Becht-rstosse? zu erleichtern, wenn nicht erst zu er­möglichen. Die Systenwtik ist straff und uberstcht- lid) Der Dersaller folgt auch nicht der quälenden Gepflogenheit dcr meisten unferrr Lelrrbuchcr, wich­tige und unwichtige Aiislafsungen unter den Text zu erweisen und den Leser womöglich mitten im Satz zur Unterbrechung seines Gedankenfortsedritts p nötigen (das Ausland spricht hier von deutscher ouhnulengelebdamfeit). vielmehr ist die Hu*füb- rung fortlaufcnb gestaltet und nur durch verschie­denartigen Druck bat Bedeutsame vom weniger We­sentlichen geschieden. ichliehlich dur.1, weitgehende Heranziehung der Iudtkatur (bie Kechtiprechung de» Ke ch»aericht ist lückenlos beriicksichtigt) auch den Bedürfnisten der Praxi» Aechnung getragen wird o Dürfen nur bolfen. dah dem L brbu.y in allen uristischen Kreisen ein guter Erfolg besHieben ist. 545) -ng-

Waldemar Bossel s Mario und

gerät nach Vern Tode feiner Mutter, hilfslos noch und von dunklem Drang nach hem Wesen der Tiere getrieben, in die Woldtiesen und .verwildert" dort vollständig. Aber diese Ver­wilderung ist das Erleben einer ungetrübten unb unverfälschten jungen Menschenseele in ihrer innigen Gemeinschast mit Pflanze unh Tier mit Taa und Aacht, mit Himmel und Erde Unter der Obhut eines alten KräutenweibleinS beginnt für Mario ein Leben wie am Anfang alUr Dinge, mit Leib und S'Me erobert er sich diese e nscnne Urwelt, kämpft in stillen und wUden Abenteuern, zwilchen Leben und Tod, mit dein Marder und der Schlachze. gerät in die Gefangenschaft des Förster« unh gewinnt seine Freiheit mit Hilfe der Ticxe zuruck. Er erobert Bach. Fluh und See mit hem felbftgebautcn Floh uno wirb Herr im Wald und in her Aatur. deren Licht und Kräfte fein Teil werden, so von Freitzeit erhellt, von Daleins^lück unb Unschuld gelegne«, wie unser aller Sinn es in Lärm. Staub und Unruhe unterer der Aatur entfremdeten Tage ersehnt. Tieses neue Werk ist wieder em Jahrbuch von her seltenen An. das« auch Erwachsen? es mH Teilnahme lesen Groh menfchilch unh herzbe- zwingend. wie Frkihling und Kinhheit 566

Qtobert Tte u ma nn: 2H i t fremden Febern. Parodien. Umschlagzcichnun i v-n Olaf ® ulbranf f en. 175 Seiten 8*. Brosch. 3.90 71t!.. Ganzleinen 5.20 TR!.. Halbieder 7,60 M!. Verlag 3. EaaeIorns Aachs Stuttgan. 1927 TM® etn fabekhaftes Talent btt4er Aeumann- man wolle ihn. zunächst, mcht ort dem Kletftprns- träger Alfred Aeumann verwechseln, unh man wird sich ferner, v-ekleicht noch cntlmnen hast wir früb*r schon an hieter Stelle auf ibn ver­wetten konnten alt auf einen begabten jungen Epiker, der sich nut hem Erzählungsbande .Iht Pest von Lianora" sehr vorteilhaft e.ngeführt bet! Das er hier vor'.egt .Mit fremden Fe- hem". ift ein ganz hanebüchenes Buch: man weih kaum, oh man sich mehr über bie Belefen- hei: oi-er die frappante Aachahmungsgabe Aeu­mann- wundern soll, der uns hier gewisser- mähen in ein literarisches Lachkabinett hinefn- fühn. in dem uns eine Fülle bekantter Ge':ch<er

die Tiere. In Leinen geb. 650 Mk. l S-rut'4x* in grotesken Dm errungen rnli

Verlaqs-AnftaN, Stuttgart

Der Dichter her

In den Grundzügen her Phys ognomle noch völlig unverkennbar. Der Gedanke Ift n'.ch^ neu Gump-

Franz Bleis

_Dm

.Grotzes Bestiarium wandelten auf glv-ch^oder

.Biene Maso" und bvr .Indiens.ihn' ist mit dic'em Buch in den D-ild zurückgel.trl. Mario her jun« Held des Buches m brffen Knabenleele sich Licht un^ Wunder der Wildnis spiegeln.

v ' 'er hier sch eindeutiger, pointierter unh schonnn-zslofer. So sehr, day es einem gelegeittlich leih tut. Manch­mal ver1 igt er and) an Rilkes tm: .Kornelf z. B prallt jeder Karillerungsversuch glatt ab: erliche« ift minder geglückt: Me Vhdf von Hofmannskhal zum Eeempef: aber da« meiste ist von erfchütternder Treffsich-ryett unb gröfter Komik, doch muf) man schon mit nnem foiM<agen gefestigten literarischen Bekiyge'übl dies Buck» tw Dir Hand nehmen, wenn der Scherz nicht Emst werden soll. Denn die meisten. t»re hier .ver­treten- flrtf», erscheinen Doch zu wertvoll, um dauernd dem Fluche her Lächerlichkeit zu ver­fallen Aus dem reichhaltigen Register kam» mir einiges besonders empfohlen werben gleich Me einleitende .Tlovelle in zwei Fassungen"', von der Eschftruth und von Sternheim. dann Me Probe» etwa nach Tagore. Ernst ,>ahn. Han« Leitz: dic .Kulisten-Kokosse" Schönberr und Zuckmah«; Lasker-Schuler. Sourths-Mahler. Audrsf HerHs« die .Sinnsprüche' von W lbelm von Scholz. Me .lyrischen Paraphrasen über etn bekannte» Thema- und die .Assaire- genug, gennefl Gulbranffons romifff Umfck.laazeitz7iung oeiMMl nicht zuviel es ist etn Lnher'' i-.:' ar.tr* Buch^ das zur Privatlektüre wie zum Borlefen le literarischen Zirkel als etn al.ichermatzen vor» trefsticher Zeitvertreib erfcheim MZ

Robert Walter Di ea rotze Heb- amncnlunlt. Komödie In drei Akten 83Seile» 8'. Aeclams Untoer^al-Biblioihek Ar 6791 Heft 40 Pf. Aerfam. Leipzig. - .Dir grotze Hebammen- kunft- nennt Sokrates feine Lebensauf gab Me Kunst den Menschen zu feiner geist'.grn Be- ftin-muna »u fübrm Z^hrlaufenbr. die uns vo» dem W nlen Sokrates trennen, mlialcn. unb das Athen aller Zeiten umgibt uns. Flachheit unb Minberwertislcir stehen gegen den Geist, Politik gegen reines Mentchentmn Das Werk it .JvxnbMc nur Im C nne einer höheren Jrontt \ die über jedem Vorgang und jedem Gespräch schwebt Alles IrMsche wird zur Farce tm Lichts dieses tragischen Humor« Der Geist geht in» gründe. Sokrates trinkt den Gistbecher - Me Weisbeik stirb! und erringt dadurrtz ihren grötz» ten Sieg Ofobrr* Walter hat Me drei Akt ertl ihrer bewegten Handlung zu hinreihender Wir­kung gestaltet Und Me Bühnen haben wieder eine hob und lohnende Aufgabe zu erfülle», j 3n Kein Ift das Werk bereit« mit Erfolg über Me Bretter gegangen. 563