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Lietzener Anzeiger iLeneral-Anzeiger für Gdertzejscu,

Nr. 85 droeites Biart

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jugollatD moniert!

nDS und in einem

Hochschulnachrichten

Direktor der

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Beratungen bet Äaburi 138 (HiliWctlem der Zinanz « nt fort Hierzu liegt etn 3n- trag Dr Lcuchtgens hör. einen Teil der *Be- r zu betfrlhgen; der 3n-

Halbjahr ihre Fortsetzung fammenlünften Sonntagabet- geplanten Ausflug zu den um die Plingstzeit Natlfindenden 400ja()ngen Iubiläumssestspiclen in

2 olhard. Direktor an der llniDcdtlät

Der Ordinarius für Handelsrecht einlchlieft- lich GenolsenlchattSrecht. Bürgerliche« Recht. Pri­vatrecht und deutsche Rechtsgeschcchte an der Universität Frankfurt a. M Pros. Dr. zur. Friedrich Kia ufing hat den an ihn seinerzeit ergangenen Huf an die deutsche Universität in Prag nunmehr abgelehnt. 3n der mefrym- lchen Fakultät der Universität Frankfurt a. M hat sich Dr rned. Hans Iost für das Fach der Physiologie habilitiert mit einer Antritts­vorlesung über das Thema .Die Atmung der Selle". - Professor Sratu ~ "

der Medizinischen xlinil

Halle hat die Berufung zum $ Medizinischen Universitätsklinik in F angenommen. Der durch den ® Prof. Srich Seeberg an der Universitas H alle erledigte Lehrstuhl der Kirchengeschichte in dem ordentlichen Professor Hans Freiherrn von So - den in Marburg angeboten worden. Der ordentliche Professor des Maschinenbaues an der Technischen Hochschule in Darmstadt Veh

Oberheffen.

t'niiDtrcio Wiefcen

üL Allendorf (ßa b n). 9. April Sine von den hiesigen Schulkinder n erhobene Hauskollekte für die Geisteskranken in Hessen ergab die ansehnliche Summe von 43 Ml ~

t Treis a. d Lda. 9 2lprll Der hiesige Spar - und Darlehenskassen-Berein. Mitglied des Raiffeisen-Verbandes. hielt jeht seine diesjährige erste ordentliche Haupiver- f ammlung ab Den Jahresbericht erstattete der Vorsitzende Caspar E u l e r . den Kassenbericht der Rechner Kehr. Danach betrug in 1926 der Gesamtumsatz 114 183 Rm.. der Reservefonds beträgt 2202 Rm.. der Reingewinn 880 Rm. Die Spareinlagen erreichten die Hohe von 8494 Rm. Die M11glie berzahist von 80 auf 79 gesunken. AIS Ersatz für zwei "usgeschie» dene DorstandSmitglieder wurden Heinrich Fritz und Friedrich Heinrich Becker gewählt, die beiden ausfcheidenden Aufsichtsratmitglieder R a- b e n a u und Ruhl wurden wiedergewählt. Stell­vertreter de« Dorfitzenden wurde Heinrich Fritz. Dem Borstand und Rechner wurde Entlastung CrtC1f ® tünber g. 9. Lprib AuS der füngfien Gemeinderatsfitzung ist als besonders bemerkenswert folgendes zu berichten: Die An- schaffung eines dreiteiligen HeimatbucheS für bic Volksschule. das zur Riederschrift besonderer Ereignisse in Schule und Gemeinde dienen soll, wurde genehmigt. Auf Anregung des B e r kehrSvereins wurde beschlossen für die Sauberhalt ung der Streben Zweck« Berfchönerung des Stadtbildes besondere Maft- nahmen seitens der Gemeinde, wie Abfuhr von Abfällen ufw. zu treffen, ferner eine Strotze tn Ordnung bringen zu lassen und schließlich der Abhaltung von Frucht- und Kartoffel» mär ft en näherzutreten - Da der Gemeinde, rat befürchtet, day derAnbauandie Oder- re a l f ch u l e den Koftenvoranfchlag erheblich überschreiten wird, wurde der Bürgermeister be­auftragt. beim Hochbauamt in Gießen Aufklärung

künde Ceccarelli angehören. Aber es ift ge­lungen! SS ist nicht eine ®de in der reichen Aus­stellung. die nicht bis ins kleinste getreu aus­gearbeitet wäre, und alles, was an Gängen. Treppen, an Bögen und Brunnen auf gebaut wurde, ist aus gutem, solidem Material her- gestellt. Die antiken Fragmente im Hofe der Oftcria sind echt Nirgend« das Ernüchternde von Zement oder Rupfenwänden. Und überall spürt man die still ordnende Künstlerhand des Super­intendenten der Galerien und Muleen Her­rn a n i n. der schon bei den Restaurationsarbeiten De« Palazzo Venezia und der Einrichtung des bortigen Museums Hervorragendes geleistet hat.

Die Ausstellung wird wohl den ganzen Sommer über geöffnet bleiben, und es wurde schon angeregt, sie in ein ständiges Museum für Volks- und Trachtenkunde überzuleiten.

z «pul 1927

chcnchor ml! einigen klangrein vor getragenen Liedern rcbgtökn Inhalt« mit Frühlings-, Wander- und zum Schluh mit Abendiiebern er­freute Die beliebten, von durchschnittlich 40 bi# 50 Frauen besuchten Abende finden Im Sommer» in monatlichen Zu»

Römische Trachtenschau.

Bon unterem Dr. »^.-Berichterstatter sRachdruck. auch mit Quellenangabe, verboten!)

Rom, im April 1927.

Die ewige Stadt stellt die letzten zwei Iahr- Hunderte ihrer mehr als zweitaufendjahrigen Ge- schichte zur Schau. Die Trachtenau-stellung im Palazzo Dalentini. die im Beisein des König« und eines auserwählten Publikum- vor einigen Tagen eröffnet wurde, bedeutet geradezu est» künstlerisches Ereignis. Sie ist das geschloffene Bild des Lebens der Provinz Rom m den letzten 200 Jahren. Die weite Sampagna mit ihren Ar­beitern und Hirten - die reizvollen kleinen mittelalterlichen Städte wie Diterbo Monte Fias- coni, Anlicoli die Märkte der Sabina - da« Leben in den Schlössern der 2lbanerb«ge - Palais eines röm.fckxni Kardinals - ein Kloster Hof, da« malerische Trastevere mit s^nen WmkIn und Gäßchen Da ist nicht« zu sehen von Den sonst scheinbar unentbehrlichen Aeguisiten eines Museums von den T;tnnen und n^rnen Sälen - da steht alles lebendig undfarb en reich, jede ® nippe in einem geschlossenen Milien. 3eM Bild auch architektonisch abgeschlossen, nach Raum und Lichtverteilung vcllstanfrg ^sch'rden

&.n unb klar der Saal, in dem an Richter des 18 Jahrhunderts Recht spricht - feierlich gedämpftes Licht in der Neinen Hauskapelle, in der ein greiser Kardinal fein ®d>et ve^ichket. während dort in den Vorzimmern Diener herum­stehen oder scheu in Ne <Me gelehnt derweil an Schläfchen wagen. Helle Sonne über dem Jahr­markt auf dem mittelaUerlichen Platz, mit dem bunten Treiben der Handwerker und Handln und der Bauern im Sonntagsstaat. Wenige Schritt weiter und wir stehen im Mondschein auf den Stiegen und Treppchen eines engen Hofes in Anticoli. , . _. .

Im reichen Saale des Palazzo in Rocca Suii- balda breitet ein Drvkathändler vor den Damen seine leuchtenden Schätze aus und gleich daraus

warnt da« feierliche .Silentium über einer Klo- sterpforte. vor der Bettler stehen, denen etn Klo- sterbruder die Suppe reicht. - «in flaner oer- schlafener Platz in Mtergo mit mittelalterlichen Torbögen und dem leife plätschernden Brunnen. Nichts Lebendes, ein paar schlafende tauben tn den gotischen Fensternischen, an Orangenbaum, der feine früchteschweren Zweige neigt Die be­rühmte. leider vergangene, römische Ostern del Sole, getreulich rekonstruiert nach den Stichen von Pinelli. der Io oft hier sah und trank und zeichnete 6in bäuerliche« HvchzeitSmahl. Die Kindtaufe im Haufe eines Wohlhabenden Weber Töpfer. Bauern und Hirten. Priester und Bettler, alle tn ihrer echten historischen Tracht in lebensg rosten Terrakottfiguren Richt« von der Blödigkeit der Panoptikumfiguren. Sie leben, fprechen und gestikulieren, sie sind bi« ins einzelne künstlerisch durchgearbatet. Verweilt er nicht nur einen Augenblick in feiner Bewegung, dort der Heine Bub am Marktplatz mit feinen Dast'chuben unb der blausamtenen, geflickten Hofe, der sich über den Brunnen beugt oder der Alte da beim Hochzeil«mahl. der wohl etwa« zu viel vom weihen Frascati getrunken Hal. und der nun dösig mit hängendem Kinn zwilchen den fröhlichen Zechern sitzt.

Die Figuren stammen zum grotzen Teil aue her berühmten Sammlung Loria, die jetzt in der Villa d Este unlergebracht ist. Was nachae- schassen werben muhte, ist Meisterarbeit. Aus Pnvatfammlunaen. aus den Mu'een und aus manchem Haushalt tarnen Mobiliar und Bilder Gobelins und Teppiche. Trachten und kostbare Gefähe. Und all diele bunte Reichhaltigkeit ist in dem weiten Hof und in den Parterreräumen das Palazzo Valentini. dem Sitz der römischen Prälektur. untergebracht. Sollte nicht eine# vom anderen erdrückt werden so muhte mit und groher Kunftfertigfeit bei der Ausstellung au Werke gegangen werden. Ein ganz«! Zahr Hal die Kommission gearbeitet, der nutzer dem Ingenieur Genari die Maler Amato und Barrera. sowie der seine Kenner der Kostüm-

wird

Die innercholilifche Lage Rumäniens gestal­tete sich unter dem Regime Avere-cus noch un­sicherer und verworrener als bisher. Zersetzt und untergraben von gewissenloser Habsucht und den Parteiintrigen ehrgeiziger Politiker, gewährt der Zustand der Verwaltung des Landes keinerlei Sicherheiten, und mit dem Ableben des König« find ernste Komplikationen durchaus zu erwarten. Averescu verlangte bereits nach Diktaturgewalt, weil er den Boden unter seinen Fähen schwanken fühlt. m ,

Sein gefährlichster Gegner ist sein Vorgänger im Amt der Führer der Liberalen Ionel Dra- tianu Al« dieser am 28. März v. 3 von der politischen Schaubühne Rumäniens abtrat, hielt er es lür angebracht, den Willensschwächen kran­ken König auf Averescu. den er sich durch einen Wahlpakt verpflichtete, al» den einzig möglichen Rachfolger aufmerffam zu machen, um unmittel­bar danach den Bewei« erbringen au können, dah die Geltung rumänischer Staatsgeschäfte nur sicher in den Händen de« verschlagenen und ener­gischen Brachinu liegen könne. Man half Averescu in seinen Sessel, nun hilft man ihm wieder her­aus Unbeugsam und rücksichtslos geht Bratianu den Weg. der ihm am zweckmähigsten zum Ziel zu führen scheint und weih sehr geschickt alle Vor-

ttag wurde ibgclegni. das Kapitel selbst ange­nommen. Kap 109 < Hausverwaltung, wurde

cbenlall« angenommen Zu Kap 110 stellt Dr Lcuchtgens tn einem Antrag fre Forderung aul VerminderunaderZahl derBeamten Die Regierung erklärte dazu, dah fic bestrebt sei. im S.nne des Anträge« zu verfahren Der Austchuft erflärte den 2 urag durch die Mah­nahmen der Regierung gegen 2 Stimmen für er­ledigt Zu Kap 111 iLandesver Messung«- . I c n) lag ein Antrag Brrnemann-Lur-Delp vor in dem die Reg erung um Ersparnllle er- tucht wird um Bereit gung von Lehrlauf und Zusammenfassung des gesamten Vermessunas- tcx-tcr.« in der Hand eines M.nisterum« habet aber keinesfalls eine neue Abteilung zu bilden. Dei Antrag wurde angenommen. Ai-a Fenchel bellag' in einem Antrag, dah die Metzbriefe zu teuer fint»; er ersucht die Regierung, die Kosten wesentlich zu verbilligen. Auch dieser Antrag wurde genehmigt. Zu dem Kapitel selbst hat d c Regierung einen Rachtrag gegeben über d'.e Verwendung von Kraftfahrzeugen und Kraft- räkcrn in verschiedenen D.enstbezlrken 0« ist darin die Bemerkung beigefügt, dah die Reg e- tung ern ächtigt wird den VermessungSl»eamten bei Anschaffung von Kraftfahrzeuaen verzins­liche und vorn Gehalt abzüglichc Darlehen b s zu 2000 Mk. zu gewähren und bis »u 1000 Mk bei Anschalluna von Krafträdern Die Dar­lehen dürfen drei Viertel der Anschaffung«- kosten nicht überdrehen. Da« Kapitel wurde angenommen und der Rachtrag bewilligt. - Kap 112 <Ba uwefen) wurde ebenfalls ae- nehmigt. aber ein dazu gestellter Antrag Di Lcuchtgens. die neue Organisation de« Bau­wesen« wieder rückgängig zu machen, indem die Straften wieder den Kreisen zurückgegeben werden und die Leitung einheitlicher unb rationeller zu gestalten, verfiel der Ablehnung. Die folgenden Kapitel 113 'Brücken und Ueberfahrten, 114 tLandesanstalt für Detter- und Gewässerkunde!. 115 «Privaicisenbahnen und Krafttoagenoerbin- düngen». 116 tStellvertretungs- und Aushilfs- lostenl und 117 (Postgebühren) wurden genehmigt

Marburg

Hungen. 8 April Auf den Zug Diesten ab 1 43 Uhr mittags wurde heute zwilchen hier unb Trais-Horloff in dem soge­nannten Wall ein Schuft abgegeben. Die Kugel durchschlug die Scheib« des letzten Abteils de» Schlustwagens 4. KL. ft reifte dicht die Stirne eine» schlafenden Rei'enden und prallte an der Seilenwand ab. Sofortige Rachfvrschungen der hiesigen Gendarmerie stellten als Täter z v e i schulpflichtig« Jungen von hier fest die mit einem leichten Flodertgewehr aus U c b e r m u t geschossen hatten Für die Eltern sollte dieser Dummejungenst reich der um ein Haar em Menschenleben gefordert hätte, eine ernste Warnung sein.

tt Trais-Horloff. 8. April Aul der Grude ..Friedrich" oerunglüdte heute der Heizer Otto Kraft von hier. Er war damit delchäftigt. den Zubringedienst der Kohl« zur Keffelleutrung mit Hilfe eines Karstes zu beschleunigen, glitt dabei au«, fiel in den Füllschacht und wurde von der selbsttä­tig arbeitenden Förderung über­schüttet. wodurch er erstickt«. Erst durch da« Rachlaffen der Dampserzeugung wurde man auf da« Fehlen des Verunglückten auhnerflam. der eine Witwe mit zwei unmündigen Kindern hinterläftt.

Kreis Vitdingcn.

tt Ridba. 10 April Der Hibbaet Pferdeverficherungsverein hielt im Saale ..zur Traube" feine diesjährige orbent» liche Generalversammlung ab Aus dem vom Direltor. Mann erstatteten Jahresbericht gmg hervor, dah der Verein im Wachsen be­griffen ist unb da« Iahre«ergebnis einen Heber» schuft aufweist, der dem Reservefonds zugelührt wird Der Vorstand wurde wiekxrgewählt. an Stelle des verstorbenen Metzgermeisters Lupp von hier trat H Koch von Kohden in den Vorstand ein S« wurde beschloßen. im Lauf«

Baurai Dr.-Ing h. c Otto Berndt, ist auf sein Ansuchen vom 1 April 1927 an in den Ruhe­stand verseht worden. Der Privaldozen« für deutsche Philologie an der Technischen Hochschule in Darmstadt, Stubtenalfeflor in Wiesbaden Dr. Advll Bach, ist als Dozent für Deutsch­unterricht und Volkskunde an die Pädagogi^e 2kkademie in Bonn berufen worden. Der durch den Dod des Pro! Dr Karl Weule an der Universität Leipzig erledigte OebHtubl der Völkerkunde ist dem ordentlichen Professor der Anthropologie und Ethnographie und Direk­tor de« anthropologisch-ethnographrtchen Instituts an Der Wiener Universität Dr Otto Reche angeboten worden. Ernannt wurde vom 1 Aprrl 1927 ab der aufterordentliche Prvsesfor Dr. Smil v Skramlik in Freiburg LB zum ordentlichen Professor der Phtzlivlogie an bet Universität Jena als Rachfolger de« Geh. Rats W Biedermann. Der nichtbcamiete aufterordentliche Professor für phd'ikalllche unb anorganische Ehemie an der Universität W ü r z » bürg und Konservator für physikalische Ghemie am Dortigen chemischen Institut Dr. Hans Grimm hat einen Rus auf die planmäftige aufterordentliche Lehrstelle für physikalische Che­mie an der Universität Jena zum l.Wai 1927 erhalten - ProL Dr Richard Lang an der Universität Halle a. S. hat den Rus auf das durch das Ableben De« Professors Dr. Ra mann in bet staaiswinlchaftlichen Fakultät der Uni­versität München erledigte etatSmähige Ordi­nariat für Agrikulturchemie und Bodenkunde an­genommen Der auherordenlliche Profes'ov für mittlere und neuere Geschichte an der Hei­delberger Universität Dr. Friedr. B a e t h - gen ist zum Honorarprofessor Der Universität Berlin ernannt worden. Der Lehrstuhl der ihooretifchen Phylll an der Berliner Un^ rer<ität an Stelle von Pro' Mat ?:and) m dem ordentlichen Professor Geh. Rat Dr- Arnold Sommerfeld an der Universität München angeboten worden.

Averescu und Bratianu.

Don unterem ft»-Dcricht«rstattcr

'Rachdruck, auch mit Quellenangabe, tti o.er

Bukarest Apt.l 1927

9m Iaht hat sich gerundet, le.t General Ave­rescu Den rurnän Ichen Win.sterptä'idemenfettel bezog dah et ibn 'ür die gesetzlich« Wahlf rist von 4 Iaftren inneha>en wirb Ichiint mehr als zweifelhaft Die Situation im Land» hat sch ii den letzten Tagen durch Da« stündlich za er­wartende Ableben König Ferdinands auherotdentlich zuaespitzt und erfüllt alle Ge­müter mit gtofier Beunruhigung unb Besorgnis.

Auhenpolitisch hat sich auch unter Dem Re­gime der Averescancr für Rumänien nicht viel an dem sutus quo ante geändert. Der w'.e rüher ein ewig glimmender Funke im Puloeri-ft neuer Ballankonflilte ist. und der den Staatänianncrn des übrigen Europa immer wieder Sorgen be­

reitet.

Sicherlich wird sich die a. cr(ecan:iche Re- ?ierung die unlängst erfolgte offizielle i t a - l e ttl f <b e Anerkennung der Anverion Bessarabien« Durch Rumänien zu ihren Gunsten buchen. Aus reiner Rächstenltebc und Uebetzeuguna vom .rumänischen hiftorilchen Recht" auf Bessarabien erfolgte dieser Liebes- bienst dergroben lateinischen Schwestcrnaf.on' liier nicht. Italien hat sich vielmehr sehr klug stillschweigend einen Bundesgenossen zu ver­pflichten gewuftt «Dem mit Ungarn nunmehr Der zweite gefolgt ist), unb zwar für feine Aus- elnanberfeoungenmit Jugoslawien. Worüber man in Bukarest nachzudenken beginnt und leicht beunruhigt nach bet Residenz De« serbischen Schwiegersohnes hinüderschaut Wird amtliche Versicherung. ..in der italienisch- ^vslawilchen Streitfrage bei der Stellung Ru- | zu beiden Ländern unbedingte Reu- tralitäl zu bewahren", auch reibungslos inne- gehalten werdeii können?

Das Verhältnis Rumänien« zu Deutsch­land stehl im Zeichen der 200 Millivncn-Anleche. An den Anl- !>-V,rftanDlungen hat Ministerprä­sident Averescu. der Das Portefeuille des Finanz­ministers übernahm der Andrang zu diesem Ministerposten war von anderer Seile nicht über­wältigend groftes Interesse. Was lelbstver- stäntzl'ch ist. wenn die Staatskassen so leer sind, wie dir rumänischen. Es ist ebenso selbstverständ­lich. datz man in Meier Laae den guten Willen zur freundschaftlichen Verständigung betont und auf die Vorteile wechselseitiger Handels- und wirt­schaftspolitischer Vertrage hinweist. Ganz fraglos bietet Rumänien mit feinen reichen, zum Tell noch völlig unerschlossenen Bodenschätzen Dem Deutschen Handel und der Industrie ein reiches 2rbeit«feld und denkbar günstige Möglichkeiten. Garantiert werden sie aber nicht durch einen deutschen 200 Millionenkredit. Wenn auch die deutsche Arbeit. Geschäftstüchtigkeit und Zuver­lässigkeit allgemein in Rumänien anerkannt wer­ben. man empfindet fie unangenehm, weil sie den Rumänen fehlen. Aufterdem ist die Liebe zu allem, was au« Frankreich kommt, viel zu grob, wenn auch diese rumänische Zuneigung von Den Franzosen wesentlich kühler erwidert

einzuholen Der G.n-c.nderat bat für Diden Bau bekanntlich 50 AX' Mk bemtnigt. aber bis jetzt sind schen für Den noch nicht krügen Rohbau seitens der Bauleitung rund 35 COO Mk ange­wiesen worden.

'Reinhardsha,-. 9. April Der hielige Kriegerverein ve^chloft gclegcnllich ferner dtesjähngc-. Generalperfammlung die Errich­tung eines Denkmals für die im Welt krieg« gefallenen deutschen Brüder Mne für dielen xKveck tn Dl« Wege geleitete Hauetammlung ergab den an'ehnlichen Beirag von 500 Ml D<r V.-rein will tolvrt mit Fachleuten tn Verbindung treten um Die Err ch- :ung und Weih« Des Denkmals noch In freiem Zahlt vornehmen zu Bnnen Bei Der Vor - standswahl wurden, nachdem Der Icilberige Vorsitzende Hc.! rich Graulich lein Amt nieder- gclcg! Georg AI ü Iler als 1 Dorflyender unb Hcinr-.O RI aller als 2 Vorsitzender gewählt

M u n st c r b Li ch. 9 April. Gastwirt Ehristian Pfeffer erhielt au» der groben Gieftenc r HunDeausste11ung für «inen braunen Rrdc Der Gruppe deutsche kurzhaarige Vorstchhunde einen e r c n Preis und das Prüdika! .vorzüglich' Züchter des Tieres ist Förster Becker- Laubach

Hungen. 9 Apnl Die Abend« des hiesigen Frauenvereins Der im Winler- ha'.bjahr regelmäftig Donner«!agabends zulam» menkan- Haven mn d.'tn beginnenden Frühjahr wieder ihren A b s ch l u ft gesunden. Im Vor­winter wurde an Hand von Erzählungen In die Hugenottenbewegung eingefübrt und die Glau- benekämpse au« jener Zeit behandelt Eine ge­meinsame Weihnachtsleler mit der Mädchenver­einigung sch oft da« alte Iahr ab Rach Reujahr fanden die Bücher des gegen Ende de« vorigen Iahre« verstorbenen Schristste'.lers Erwin Gros: .Der Sauernbfarrer''. .Da« Ops«> Der Maria Bach' unb . Der mich bekennet" aufmerksame. Dankbare Zuhörer und gaben Anlaft zu wert­vollen Aussprachen Der darin kbanDeltm Le- l en«lragen. Die Win erarbeit des Verein« wurde tn dielen lagen beendet mit einem gemütlichen Abend bei Kaffee und Gebäck wobei der M ä D -

teile auszunutzem Di« Kronpttnzenaffäre bewies das

Unzweifelhaft ist Bratianu fr« bedeut endsta Persönlichkeit unter den rumänilchrn Politikern. < Ziellewaiftt übernahm er mit feinem Bruder bk politische Million seines verstrrbenen Vaters. Vintila Bratianu. des Begründers der Liberalen Pan«i. fr« fein er zeit Dir Hvfrnzollern in« Land rie> Ionel Bratianu ha: r« ausgezeichnet per- standen. Die Fäden Der vielverlchungenen rumä­nischen Politik fest in der Hand zu halten, auch wenn er nich offiziell am Ruder ist. Sein« Freunk-e und Anhänger du denen das könig­liche Haus und der Ho' als die Treuesten zu rechnei'. sind, nennen ibn den .B ismara Rumänicns. Seine Gegner und 'auch deren gibt es viele, gaben ihm und ferner Famllie den Be-namen .die Ratten". Wenn nun auch Diele unangenehmen Ragetiere infolge ihrer wei­ten Verbreitung im Lande beinahe Ichor, als Haustiere betrachtet werden, bleibt b.e Bezeich­nung unfreundlich genug Während seine ärgsten Feinde, die Rational« Bauernpartei, unter der Ziel- und Haltlosiakeit ihrer Führer leidet, und bisher eine geschossen Durch'üh- rung ihres an sich gefunfrn Programms nicht erreichen konnte, nutzte Bratianu die Unenl» schossenheir und Parteizwist gkeiten recht klug au« Rur selten und ungern zeigt sich die grobe Erscheinung Ionel Bratranus mit dem bulchiaen Struwelkops in der breiten Oe entllchkeit Der Allgemeinheit bleibt viel seines Wirkens und Einflusses verborgen. Am Rednerpult oder im Parlament erscheint er nur dann, wenn politisch« Rotwendigkeit ihn zwingt lofort nach Abgabe 1

Iönl'.che« öffentliches Ai> treten ist Dann ein be­deutungsvolles Zeichen für bevor­stehende entscheiteiide ä.i schüsse u»»> Handlungen.

2r ist au« feiner Zurückhaltung letzt heraus- getreten, und Die Schwächen der aivresccmischen Regierung angreifenD. machte er sich den natio­nalen Gedanken und Da« Programm der Ratio- nal-Zarartisten. das im rumänischen Volk immer mehr Anhänger sindet. nutzbar, indem er für Die Einsetzung einer nationalen Regie­rung eintritt, an Der alle Parteien Rumäniens beteiligt sinD (soweit he vvm einzig möglichen Ministerpräsidenten Bratianu. seine n Bruder und seinen FrenDeun hinzugezogen werden können).

Der König liegt tm TodeSkanips. D>c für Den vierjährigen Erbprinzen Mihai im Vorjahre ernannte Regentschaft besteht aus Anhän­gern Der Liberalen die Königin, ehrgeizig und nicht geneigt, al« Königinwitwe auf ihre Machtstellung. Die sie Dem Sins lüft der Bratianu« und Dem mächtigen, wenn auch stets im Hinter­grund bleibenden Prinzen Stirbeh dankt, zu verzichten, bietet alle« auf, in Die Regent­schaft ausgenommen zu werden. .

Die Regierung Averescu sicht trotz Wahl­pakt und lüngfien Ausgleich mit Bratianu aus tönernen Füßen Die Rationalzaranist n verhan- dein über Prestigefragen. Unterdes en ist ge­wissenlose Selbstsucht und schrankenloser Ehrgci.z am Werk. Dte geloderten Fundamente des ru­mänischen Staate« weiter zu untergraben. DaS Volk wird mit Den Gefahren eine« rusfischen Einmarfches in Bessarabien erschreckt, um mit dieser Begründung gewaltige Truppenaufgcbo'.c in die Hauptstadt zu schicken, was Die Ge­fahr eine« Bürgerkriege« in unmittelbare Rahe rückt.

Das ganze Land hält den Atem an. S« war­tet angstvoll auf den Tod des unheilbar hän­fen König« Denn In freiem Augenblick müs­sen die hocherplosiven Spannungen zur Ent­ladung kommen Kehrt der abgcdankte Kron­prinz zurück, der schon zum Erponenten einer neuen auftenpolitischen Theorie, der Abkehr von von Italien und der Anitäherung an Frank­reich geworden zu sein scheint? Wenn nicht entsteht dann ein offener Kampf um Die Regent- fchaft? Ruhl Ruftland Den inneren Wirrwarr? Alles Fragen, Die noch nicht zu be­antworten find. Die aber ent fd>e \ Den D be­einflußt werben von Dem Verhältnis zwischen AvereScu unD Bratianu. in welchem Bratianu das auslosende Wort zu sprechen hat Bei ihm allo laufen Die Za Den zusammen, von Denen da« geänftigte LanD umstrickt ist.

Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.

SarmftaDt. 9. April. Der FinanzauSschuft - Des Hessischen Landtages letzte am Freilag feine