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Oberhessen.

Landkreis Gictzen.

z. Heuchelheim, 10. 3an. 21m Samstag waren es 2 5 Jahre, daß unser Bürger- meister Kreiling zum erstenmal zum Ge- meindeoberhaupt gewählt wurde. Daß er bei jeder neuen Wahl meist ohne Gegenkandidaten wiedergewählt wurde, sagt gewiß genug. Die Ge­meindevertreter und Gemeindebeamten über­brachten dem 3ubilar anläßlich seines Jubiläums ihre Glüclwünsche nebst einer entsprechenden Ur» .künde. 3n der darauffolgenden Sitzung in der Rathausstube fanden dann gegenseitige An­sprachen statt. Der Jubilar betonte besonders, daß er seine schwersten Zeiten doch während deS Krieges gehabt hüt e; wer eine Ahnung von der damals zu bewältigenden aufreibenden Arbeits­last hat, wird ihm das gerne glauben. Daß auch zwei seiner Sohne im F.lde standen, von denen der eine nicht mehr zurückg'kehrt ist, hat ihm ferne verantwortungsreiche Tätigkeit nicht erleichtert. Herr Kreiling hat es durch feine große Pflicht­treue verstanden, sich bas Vertrauen der Ge­meindevertreter zu ertoerben, gleichgültig, welcher Dichtung sie angehörten. Deshalb ist es ihm auch gelungen, in dieser kurzen Zeit eine Reihe wert­vollster Kulturarbeiten zu vollbringen. So wurde u. a, die Feldbereinigung, und zwar teilweise in der Inflationszeit, glatt durchgeführt, dabei der Dieberbach reguliert, 1/9 Dutzend Brücken darüber gebaut, dieser in letzter Zeit sogar auch teilweise kanalisiert. Ein neues Feuerlöschgerätehaus wurde erbaut, und das im letzten 3ahre im Innern um­gebaute und renovierte Gotteshaus hat alle Er­wartungen übertroffen. Möge es dem Jubilar mit Hilfe seiner bewährten Mitarbeiter nun noch ge­lingen, die geplante und sehnlich erwartete QDafierleitung nach Heuchelheim zu bringen.

'Großen-Linden, 11. 3an. Der Obst­händler Johannes Weber V. feiert morgen (12.1.) feinen 8 0. Geburtstag. Seine Ehe­frau Cliiabeth, geb. Pirr begeht am 31.1. ihren 81. Geburtstag. Beide erfreuen sich noch körperlicher und geistiger Gesundheit. Johannes Weber ist Deteran von 1870/71.

!! Dau bringen, 10. 3an. Am Sams­tag abend hielt in der Wirtschaft Erb der hie­sige Männerturnverein feine Iah res- schluß -Der s ammlung ab. Der seitherige Vor­stand (1. Vorsitzender: Dr. Balser, Rechner: Heinr. Braun, 1. Schriftführer: Heinr. Wal­ther, 1. Tumwart: Aug. Erb) wurde wieder- gewählt. Von dem Vorstand des Lahn-Düns- berg Gaues wurde dem Verein das diesjährige Bergfest, das voraussichtlich im Monat August stattfindet, zugesvrvchen.

5. Treis a. b. ßba., 10. Ian. Gestern veranstal­tete der hiesige TurnvereinGut Heil" in Wills Saal einen wohlgelungenen Schüler- abenb. Rach einer Ansprache des ersten Spre­chers, Lehrer Walter, worin dieser auf den Zweck der Veranstaltung als Werbeabend und tue Bedeutung des Turnens als wichtiges Er­ziehungsmittel hinwies, folgten in bunter Reihe Dedrchle, turnerische Vorführungen und Volks­tänze durch Turnschüler. Auch ein von solchen recht nett ausgeführtes Märchenspiel fand gro­ßen Beifall. Rach Schluß des offiziellen Teiles vereinigte em gemütliches Deisammenfein noch lange Turner und Turnsreunde.

's Weickartshain, 10. Jan. In der Klrchenbauangelegenheit ist man nun endlich zu einem Ergebnis gekommen. Gestern faßte nämlich der Gemeinderat den Beschluß die Bauarbeiten in diesem Frühjahre zu eröffnen. Da die alte Kirche sehr klein und baufällig ist, sollen die Arbeiten mit aller Be» fchleuniguna bis zum Herbste zum Abschluß ge­bracht werden. Die Erwerbslosen werden schon m den nächsten Tagen mit dem Brechen der erforderlichen Steine beginnen. Mit der Kirche wird auch gleichzeirig ein neue« Schulhaus für die zweite Klasse gebaut.

rt L i ch. 11. Ian. Die Landstraße von JHeber-tBeTjinflen, die ständig |et)t start In Anspruch genommen ist, well auf i|r der lebhafte Verkehr nach Laubach und Grunberg erfolgt, soll im Frühjahr gewalzt toetben. Seit der Kriegszeit befindet sich die Landstraße in einem Übeln Zustand, so daß die in Aussicht stehende Verbesserung von allen Be­teiligten, besonders auch von den Kraffahrern, mit «zreude begrüßt wird.

_ \n $ &urg , 10. 3an. Gestern tagte hier

der Vorstand des We 11 e r t a l - S ä n g e r » b u n d e s , dem die Vereine von Lanasdorl sausen, 2lüicbenbcim, Dorfgill, ßiferftabt unb der Verein .,Eintracht" von Gruningen an- «ehoten Dach d-r Scqtüfang t>ur* ^ $1 V C Gunther-Muschetfe'm ^ageLorduung erledigt, die sich im ?^Echen um die Veranstaltungen innerhalb x61 ^rselben durch die

Bundesmitglieder und um die Teilnahme an □3cranVtaUung«n von Vereinen anderer Bünde drehte. In diesem Jahre hält der Bund aus sinanzZellen Gründen kein W?rtungssin^n ab ®er ©cfangDcrein in JHuid'.fnh j feiert fein 50 j a h r i g e s B e st e h e n alle Bi desrercine können hier ihre ßeiftun unb ar«, , schritte zeigen. ' ^Dtt*

Hilfe, der Deutsche Deamtenbund, fit übernommen und die Beamtenhochschulkurfe eingerichtet.

Professor Dr. Hollatz - Darmstadt hielt den i5 e ft d o r t r a g; er sprach über parteipolitische Ideale. Er unterschied zvei Gruppen: die eine verlangt den guten Staat, die Verwirklichung des Staatsgedankens. Ihre Vertreter sind u. a Dlato, Rous.eau und Marx. Die zweite Gruppe ftelü i icht abstrakte Forderungen, sondern steht auf hi^or.schem Do e : ihre Vertreter sind u. a. Machiavell', Frtediich der Große, Frei e r vom Stein und Friedrich Raumann. 3m Anschluß an T^rrachtungen über historisches und rationales Denken von den die Parteien beherrscht wer­den, schi berte der Redner in schar,en Ilmriffen die polnischen 3deale der größeren Parteien in Deutschland.

Der ublenleiter der DerwaltungSakademie in Franlfurt, Dipl.-3ng. Studienrat Lieb­mann, übermittelte Grüße der Franlsurter Der- walrungLalademie, die die Darmstädter Hoch- schulkurse ins Leben gerufen hat. Er wies auf die Bedeutung terar.i er Kurse hin, die bereits eine Reihe von Stadtverwaltungen erkannt habe. Die Stadt Bochum hatte 60 000 Mark hierfür in ihren Haushalt eingestellt, doppelt so viel wie die Stadt Frankfurt.

Winisterialrerifor Werner dankte in einer Ansprache allen Mi.arbe.tern an dem Zustande­kommen der Kurse und legte die Grundgedan­ken der Veamtenhochschulbewegung in einem Vor- trage dar.

KrciS Friedberg.

m. Dutzbach, 10.Jan. Der hiesige Zweig­verein des D. H. E. beging am Samsiagabend fein 17. Auszeichnungs- und Sllstungssest im gro­ben Saal des Hessisches Hofes. Studienrat Wer­ner, der 1. Vorfitzende des hiesigen Zweig­vereins, verteilte eine ganze Reihe von Aus­zeichnungen an verschiedene, z. T. recht jugend­liche Dereinsmitglieder für rege Beteiligung an den Wanderungen. Bürgermeister Dr. Jans e n, der als Ehrengast an der Veranstaltung teil­nahm, feierte den V. H. C. als eine Vereinigung zur Pflege der Wanderlust, der Heimatliebe und der edlen Geselligkeit. Vertreter vom Zweia­verein Butzbach des Taunusklubs überbrach­ten dem Bruderverein die besten Wünsche für ferneres Gedeihen. Den Höhepunkt des Abends bildete die Aufführung eines dreiaktigen Ders- spie's. Einzel- und Chorgesänge, instrumentale- mufikalische Darbietungen, Vorträge des Dialekt­dichters und V. H. C.-Bruders Heß-Leihgestern und die launige Ansprache von Pros. Dr. Wer­ner trugen sehr zum guten Gelingen des Abends bei.

CO Nieder-Florstadt, 10. Jan. Durch die hiesige Polizei wurde cinHandwerksburfche fest genommen, der von Frankfurt aus steck­brieflich gesucht wurde. Er führte einen großen Hund mit fich, der ihm angeblich in Frank­furt zugelaufen war. Durch diesen Hund, den er an Kinder hetzte, wurde man auf ihn aufmerk­sam und nahm ihn besonders unter die Lupe. Er wurde in Friedberg eingeliefert. Am Samstag­abend kurz nach 10 llf)r entstand an einem Maste am Transformatorenhäuschen Kurz- schluß. Die starke Stichflamme leuchtete weithin, so daß man einen größeren Brand vermutete und von allen Seiten zur Hilsel istung herbeieilte. Am Sonntag wurde durch die stleberlandanlage Fried­berg der Strom ausgeschaltet und der entstandene Schaden ausgebessert.

Kreis Schotten.

* Schotten, 10. Ian. Reuer starker Schneefall ist im hohen Vogelsberg einge- trelen. Das vom SkiklubW i n t e r s p o r t- Gießen vorgesehene S p o r t s e st konnte daher am Sonntag auf dem Hoherodskopf stattfinden. Eine große Zahl Winter Sportler kam bereits am Samätagnachmittag in Schotten an. Den größten Teil der Gäste brachte der Sonderzug. der am ©enntagmorgen von Gießen direkt hierher durch­fuhr. Weit über 100 Personen benutzten diesen Sonderzug. Hoffentlich legt die Reichsbahn diesen Zug an Sonntagen regelmäßig ein. Von der Lehr- und Kunstfilmgesellschaft Wiesbaden wurde der Wintersport, gefilmt. Die Filmauf­nahmen werden dem großen, zusammengestellten Vogelsbergfilm eingegliedert werben. Auch eine Aufnahme von Spinn st üben in alter und heutiger Zeit ist veranlaßt. Dcr Dogels- bergfihn wird geeignet fein, unsere schöne Land­schaft weithin bekannt zu machen. Teile des FilmS find schon aufgeführt worden und haben größten Beifall gefunden. Die neueingerichtete Kraftwagenlinie Schotten Lllsa Hungen wird außerordentlich stark benutzt. 3n drei Tagen sind über 400 Personen von den Wagen befördert worden. An den Sonntagen haben regelmäßig Sonderfahrten stattge­funden.

------- Gedern. 10. 3an. 3n der jüngsten Gemeinderatssitzung teilte der Bürger­meister mit, daß das Kinderschulgebäude in nächster Zeit gründlich hergerichtet werde. Die Reugestaltung solle ermöglichen, den Betrieb auch im Winter aufrechtzuerhalten. Die neue Kindergärtnerin wird am 15. April ihr Arni antreten, dann wird auch die Kleinkinderschule wieder eröffnet werden. Der hiesige Zweig­verein des D. H. C. hielt dieser Tage seine diesjährige Hauptversammlung ab. Aus dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß das Vereinsleben im abgelaufenen Jahre im großen und ganzen recht rege gewesen ist. Das dies­jährige Dekorierungsfest soll am 13. Februar stattfinden. Bei der V o r st a n d w a h l trat, da der bisherige Vorsitzende, Apotheker Beesen- m e t) e r, infolge Arbeitsüberhäufung eine Wie­derwahl ablehnte, ein Wechsel in der Leitung des Vereins ein. Die Spitze des Vorstandes bilden jetzt: Lehrer Riedel. 1. Vorsitzender, Hofprediger Widmann, stellv. Vorsitzender, Lehrer L i st. Schriftführer. Otto Hagel, Rech­ner. Dem bisherigen Vorsitzenden wurde für seine hervorragende Tätigkeit im Vereinsinteresse herzlich gedankt. Der Wanderplan für 1927 sieht 7 Wanderungen vor. Von besonderem In­teresse dürste noch die Mitteilung sein, daß man die Aufstellung von Ruhebänken am Galgenberg und Gelmerberg beschloß.

ld. Burkhards, 10. Ian. Heute hielt hier im Schmidtschen Saale das Forstamt Schot­ten die erste diesjährige Holzversteige­rung ab. Obgleich kein Händler mitbot, tourben sehr hohe Preise erzielt. Ein Raummeter Buchenscheitholz 1. Klasse kam auf 12 bis 13 Mk., ein Raummeter Duchenprügel aus 12,50 Mk., Buchenastreisig auf fast 2 Ml. Da in unserer Gegend nur wenige Leute auf Kohlenbrand ein­gerichtet sind, wurde trotz der immer größer werdenden Geldknappheit lebhaft gesteigert.

Kreis Alsfeld.

-er. Homberg a. d. O h m , 10. Ian. Dieser $age fand eine Sitzung des Vorstandes unseres Verschön erungs- und Touri st enver- eins statt, in der der Wanderplan für das Jahr 1927 ausgcarbeitet wurde. Für das be­vorstehende Wanderjahr sind zwölf Wan- d e r u n g e n vorgesehen. Die Teilnahme an lamtlichen Wanderungen wird mit 20 Punkten bewertet, von denen neun zu einer Wanderaus- zeichnung berechtigen. In den Räumen des HotelsHessischer Hof" tagten die Mitglieder des Landbundes von Homberg und Umge­bung. Den Kernpunkt der Tagung bildeten Steuerangelegenheiten. Da sich in der Veranlagung mancher Mitglieder Ungenauigkei­ten ergaben, erteilte der Geschäftsführer S ch n e- gelberger von Alsfeld Auskunft, soweit ihm dies an Hand von Unterlagen möglich war. 3m taufe dieser Versammlung trat zutage, daß man bet Öen Steuerberechnungen von einer fal- außgeciangen war. Um in allen ßunficn Klarheit zu erlangen, beschloß die Ver­sammlung die Mitglieder der Steuerkommisfion deS Landbundes zu unsrem Finanzamt zu ent» fenben. v- dow A"S''"nfte mn-.uholen.

r r i ' 10 3an. Bei der gestern hier en B e i g e o r d n e t c n w a h I erhiel- KTa r 1 ® m b f. Tast- und Landwirt. 154.

Landwirt und D reltor des Otto An r * 122 Unö £er Nutzere Beigeordnete r mann. Rendant der Spar- und

a b c u e t g h Weih.

Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt.

Weih: 5 Steine Kg2; Db6; Ld8; Se6, g3.

Schwarz: 6 Steine Ke5; Lb8; Bc4, d5, g7, hZ.

Partie Nr. 68.

Die nachstehende kurze Partie wurde im Ber­liner Meisterturnier gespielt.

Sizilianisch.

Weiß: v. Holzhaufen.

Schwarz: Bogoljubow.

1. e2-e4

2. Sgl-f3

3. d2-d4

4. Sf3xd4

5. Sbl-c3

6. Lfl-e2

1. c7-c5

2. e7-e6

3. c5xd4

4. 8x8-

5. d7-d6

6. Lf8-e7

Diese moderne Verteidigung der sizilianischen Partie ist gut und sicher: zu empfehlen ist je­doch auch die Fianchettierung des Läufers nach gZ.

7. 0-0 7. 0-0

8. Kgl - hl

Um, wenn f4 geschieht, den König aus der mit Gefahren verbundenen Diagonale gebracht zu haben.

9. 22-24 10. f2-f4 11. Le2-f3 12. e4xd5 13. Ddl-d3 14. Sd4xc6 15. Lei -e3 16. Tal-dl 17. Le3-d4 18. Ld4xg7?

Diese scheinbar gut wird von Schwarz in legt.

18 ...

8. a7-26

9. b7-b6

10. Lc8-b7

11. d6-d5

12. e6xd5

13. Sh8-c6

14. Lb7xc6

15. Tf8-e8

16. Lc7-b4

17. Sf6-e4

aussehende Kombination kräftigster Weise wider-

18. Dd8-h4!

Diesen äußerst starken Zug dürste Weih über­sehen haben.

Schach-Ecke.

Deaiveiiei von W O r b a ch.

Alle für die Redaktion bestimmten Mittei­lungen. Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des ..Gießener Anzeigers".

Problem Nr. 95.

Don P. Andrews.

Schwarz.

2

8

6

19. Khl-gl

20. g2-g3

21. Sc3xc4? Lxe4 war

21. ...

22. Dd3-c4-f"

23. Dc4xc6

24. Kgl-hl

25. Dcöxf3

26. Df3-b74-

19. f7-f6

20. Dh4-h3 jedenfalls vorzuzieh«.

21. d5xe4

22. Kg8xg7

23. Lb4-c5+

24. e4^f3

25. Tc8-e3!

26. Te3-e7

Herr v. Holzhausen gab hier mit Recht die Partie auf, denn auf 27. DxaS entscheidet 27..... Te7-e2 27. Db7 - f3 hat jedoch Ta8-c8

(droht Te2) 28. Tdl-d2, Tc7-el 29. fd2-dl, T el-e2 zur Folge.

Lösung des Problems Dr. 92. Don Samuel Lohd.

1. Db2-a3!, b7- 2. Da3-b2, b6xc5 oder b5 3. Sa4-b6 ober Db2-c3 matt

1. .. ., Kc4 - b5 2. Ke4 -d5, bet 3^a4 -c3 matt.

Richtige Lösungen zum Problem Rr. 92 er­hielten wir noch von den Sperren: Dx. in ®.; H. Kappes, LangSdors. Problem Rr. 93 wurde richtig gelöst von den Herren: Hofmann, Pfar­rer, Londorf: 3. Mehl, Hochelheim: B. LooS (Schuler): Problem wird geprüft: H. Jäger, (Schüler-, hier; D. O. Schm.

Aus dcr Lchachrvclt.

Aus dem erst kürzlich beendeten Münchener Echachineisterturnier ging üöerraschenie.weise D. Przepiorka (Warschau) mit 4'/a Zählern vor E. D. Bogoljubow (Triberg) 3'/, Zählern als Sieger hervor: es folgen: 3. Spielmann, 4 Samisch, 5. Gebhardt, 6. Schmitt.

Die Narrenkappe.

Splitter und Sparren Dom Redakttonsttsih.

Vom fröhlichen ftommis.

3n derTagt. Rundsch." findet man folgende» Späßchen:

O du wunderschöne, unvergeßlich schöne Ma- növerzcil, du Quell so vieler Späße und Scherze!

Den Reservistenkniff in der Feldmütze, sitzen die Füsiliere vor den Bauerngärten auf den Bänken mll> schäkern mit den geputzten Dorf- schönen. Fern auf den Stoppeln fällt zuweilen ein Schuß. Die Offiziere sind auf Hühnerjagd g^ gangen.

Rur der beliebte und beleibte Herr Ober* leutnant der Landwehr dem das Manöver zur Entfettungskur dient, hatte andere Passionen, nämlich seine Josephine, die er für teures Geld einem Tattersall entlieh -n, aus dem Stall gezerrt und war spazieren geritten.

Ratürlich paßte dem Zossen diese Extratour nicht. Er machte unterwegs kurz kehrt, nahm die Schnauze hoch, legte die Ohren an und fegte, was haste, was tannfte, nach Hause.

Wie die Katze auf dem Schleifstein hockte der dicke Landwehrvbcr auf seinem durchgehenden Gaul und hielt sich, mit dem berühmten Griff im .Stabsoffizierzügel", dem Riemen am Sattel- rtst, krampfhaft fest.

Mit unverminderter Fahrt saust der Gaul in den Ort hinein. Die Leute springen auf und knallen schadenfroh so recht laut die Hacken zu­sammen.

»Sitzen bleiben! Sitzen bleiben!! ruft, mit aus Rot geborenem Wohlwollen auf die Ehren­bezeigung verzichtend, der wckde Reiter.

Unb kichernd tönt es hinter ihm her:

»Danke gleichfalls Herr Ober­leutnant!" P. v. Z.

Darlehnskasse Kirtorf, 79 Stimmen. Die niedere Stimmenzahl des letzteren ist Wohl auf die an dieser Stelle schon berichteten Vorgänge bei der genannten Kasse zurückzuführen. Es findet nun­mehr Stichwahl zwischen Stumpf und Wolf statt, auf deren Ergebnis man sehr ge­spannt ist.

<p L e h r b a ch , 10. Ian. Am Samstag fand durch Kreisdirektor Dr. Stammler vor ver­sammeltem Gemeinderat die feierliche Amts­einführung und Vereidigung des neugewähl-- ten Bürgermeisters Heinrich Stroh statt. In den nächsten Tagen wird in Gegenwart von Vertretern des Kreisamtes die Heberlieferung der Akten und des Inventars der Bürgermeisterei erfolgen.

Nheinhessen.

WER. Bingen, 10. Jan. Im Alter von 83 Jahren ist gestern hier einer der wenigen noch am Leben befindlichen Mitkämpfer bei der Erstürmung der Düppeler Schanzen am 18. April 1864, der pensionierte Lokomotiv­führer Johann Devez, gestorben. Der Vete­ran hat als Mitkämpfer auch am deutschen Bruderkrieg 1866 und am deutsch-französischen Krieg 1870/71 teilgenommen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

OO Aus d e m Kreise Wetzlar, 10. Jan. Durch die in zahlreichen Gemeinden des Kreises noch immer herrschende Maul- und Klauen­seuche ist auch die Schafzucht sehr in Mitleidenschaft gezogen. 3n Ortschaften, in denen die Maul- und Klauenseuche herrscht, stehen die Schafherden, soweit sie sich im Felde befinden, unter Weidesperre. In der Regel erstreckt sich die Sperrweide von der Gemar- tungsgrenze bis zu einem im Abstande von mindestens einhundert Meter von der Ortsgrenze gezogenen Umkreis. Falls die Schafherden in­folge der Ungunst der Witterung nachts nicht auf den Feldern verbleiben können, vielmehr in den Ställen der Besitzer untergebracht werden müssen, unterliegen sie dort der S t a l l s p e r r e. So­wohl zu dem Eintrieb der Schafe von der Feld­weide in die Gehöfte der Besitzer, als auch zum Wiederaustrieb auf das Feld bedarf es der vorherigen Genehmigung des Landratsamtes. In jedem Falle muß eine amtstierärztliche Unter­suchung des gesamten Klauenviehbestandes des Defitzergehöftes DorauSgeljen. die die Seuchen­freiheit des Gehöftes ergeben muß.

Wißmar. 10. Jan. Die Gemeinde Wiß­mar, bekannt durch ihre ausgedehnten Waldungen (rund 690 Hektar) bringt alljährlich bedeutende TRengen Brenn- und Rutzholz zum Verkauf. Die am u.amstag aögehaltene erste Holzverstei- Z"ung war über Erwarten, auch aus den hessischen Orlen, stark besucht. ES kostete Duchen- fcheit durchfchnlltlich 15 Mk. Knüppelholz 14 Mk

je Raummeter, Reisigholz war im Verhältnis zu früheren Jahren auch sehr teuer, 20 Meter Reiser kosteten beispielsweise 40 bis 42 Mk. Diele aus- wärtige Interessenten haben infolge der enormen Preise fein Gebot getan.

Y Oberkleen, 10. Ian. 3m vollbesetzten Saale des Gastwirtes Reuter Hierselbst fand gestern nachmittag eine Versammlung von W v h- nungsbauinteressenten statt, In der Herr Essinger-Butzbach im Ramen derD a u- und Siedlungsgemeinschaft Darm­stadt einen sehr interessanten Vortrag über die Zwecke und Ziele dieser Vereinigung hielt. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Rach einer regen Aussprache wurde eine Ortsgruppe her Siedlungsgemeinschaft gegründet.

Kreis Fulda.

WER. Fulda, 10.3an. In Volker« bei Brückenau in der Rhön hantierte der 13jährige Sohn des Landwirts Betz mll dem Jagdgewehr seines Vaters. Plötzlich entlud sich das Gewehr und traf den daneben­stehenden jüngeren Bruder, der so schwer verletzt wurde, oaß er sofort tot war.

Leichensund im Frankfurter Stadtwald.

Sranf f urt a. OH., 10. Jan. (WSR. Draht- bericht.) Gestern abend wurde in der Rähe de« Abstellbahnhofes bei Reu-Isenburg die Leich« eines Mannes aufgefunden, die nut noch mit einem Oberhemd bekleidet war. Der Tod war infolge eines R e v v l v e r sch u s s e S tu die rechte Schläfe dicht übet dem Auge eingetreten. Die von der Mordkommiffion sofort eingeleiteten Feststellungen haben ergeben, daß eS sich um den Obertelegraphensckretär E. Hein, wohnhaft Zeißelstraße 34 in Frankfurt a. 1 handelt. Hut und Revolver des Cr.chofscnen wur­den etwa 20 Meter vom Fundort entfernt in einem dichten Gestrüpp entdeckt. Dicht neben der Leiche war eine große Blutlache. Die Kleidungs­stücke des Toten lagen in weitem Umkreis zer­streut umher. Die Obduktion ergab einwandfrei, daß der tödliche Schuß in selbstmörderi­scher Absicht abgegeben worden ist. Hein, der 48 Jahre alt war. hat die Tat anscheinend in einem Zustand geistiger Umnachtung be­gangen. Bei seinen Kollegen war er allgemein als hochgradig nervös bekannt.

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