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Turnen, Sport und Spiel.

Skirennen

auf dem Hoherodskovf.

Sn Oiefeen hielt man es schon am Freitag für unmöglich Warme Witterung, Regen und trotz­dem teine Absage des Rennens. Aber der zünftige Skiläufer kennt feinen Hoherodskopj und weife, bafe der Alte seine Skifreunde nicht so leicht im Stich (äfet Und so roars denn auch. Am Samstag: Schneedecke ab Michelbach, Frost, Sonne. Sonntag früh bis 1U Uhr vormittags heftiges Schneetreiben. Körniger Pulverschnee. Beste Skibahn. Zwar trieb es den Langläufern auf der Heide die eisigen Schnee­körner ins Gesicht. Aber was schert's den Skimann, wenn der Ski gleitet im aefüferigen Schnee. Für Langläufe der Damen und Jugend um 10 Uhr vor­mittag war der Schnee schon etwas stumpfer. Wach­sen hals nach. Als der Sprunglauf begann, hatte das Schneetreiben aufgehürt. Hierbei hätte es auch ichon mehr gestört. Nur die Sonne versagte sich. Nebel, dichter Nebel.

Bereits am Samstagabend herrschte reges Trei­ben in den Räumen der beiden B. H. C.-Häusern. Mancherlei war zu erledigen: Meldungen, Bekannt­gabe der Wet.laufbedingungen, Startnummern usw. Dann begrüßte der 1. Vorsitzende, Dr. Wodaege, die Sportgenosfen, insbesondere auch die Vertreter auswärtiger Skioereine, roie_ ©rünberg. Marburg und Skiklub Wetterau. Sein Ski-Heil galt dem näch­sten Tag. Ab 11 Uhr abends strikte Ruhe und Schlaf.

Um 6 Uhr in der Frühe am Sonntag weckte der Lauswan v. G r o l m a n n durch einen Horn ruf die Schläfer. Frühstück, Wachsen. Dir Spur des ß a n g l a u f 6 ist verweht und mufe nochmals ge- sourt werden. 8.15 Uhr läuft der erste Langläufer. Die anderen folgen in Abständen von je 30 Sekun­den. Die Strecke ist mit Fähnchen abgesteckt. Es geht von der Rennbahn durch den Oberwald in weitem Bogen zum alten Ulrichsteiner Weg, über die Haide, Richtung Gackerstein. Abfahrt bis in die Nähe des Breunges^ainer Friedhofs, hinauf zum Hoherods- kopf, und Schufefahrt die Rennbahn hinunter durchs Ziel. Länge der Sttxzfe: 64 Kilometer.

Damen unb Jugend laufen um 10 Uhr, zunächst auf derselben Bahn, biegen jedoch früher zur Haide ob, hinauf zum Hohcrodskopf, Schlußstrecke wie die Herren.

Der Hauptanziehungspunkt für die Zuschauer mar der Sprunglauf um 12 Uhr mittags. Der Extrazug, den die Eisenbahnverwaltung von Gie­ßen nach Schotten in dankenswerter Weise eingelegt hatte, brachte viel Skivolk. Die Wetterkleingläu- tigen mögen sich das auf ihr Konto schreiben.

Gefilmt wurde auch, für den Vogelsbergfilm. Das Kreisamt Schotten, von dem Regierungsrat Weber erschienen war, hatte dies veranlaßt. Oft versanken die Operateure bis über die Knie im hohen Schnee. Trotzdem filmten sie wacker, selbst bann, wenn ein Läufer bebentlid) nahe bei ihnen landete. Leider war der Nebel den Aufnahmen nicht günstig.

Die Langläufe zeitigten erfreuliche Resultate. 9m Herrenlanglauf waren erhebliche Steigungen zu überwinden. Langläufer von 13 bis 60 Jahren waren beteiligt. Des ältesten sei besondere Erwäh­nung getan. Zahnarzt Jäger errang im Alten- Herren-Lauf den znx-iten Preis, mit 4 Sekunden hinter dem ersten Sieger dieser Gruppe und mit 5 Minuten 25 Sekunden hinter dem Sieger der Sonderklasse 1A. Ski-Heil dem jugendlichen Alt- Herren-Läufer. Beeinträchtigt wurden die Resultate, insbesondere bei der an erster Stelle laufenden Son­dergruppe, durch die stets wieder verwehte Spur. Auch die Damen, an ihrer Spitze Frl. Jäger, leisteten Gutes. Die Fugend, vor allem die männ­liche, hätte etwas zahlreicher vertreten fein können. Warum fördern nicht viele Eltern bei ihren Kindern diesen Sport, de. an Gesundheit, Kraft und Lebens­freude kein . anderer gleichkommt? Etwa der Kosten wegen? Sonntagsfahrkarte. Jugendherberge und Leihski des Skliklirbs verbilligen. Hocherfreu- lich war das erstmalige Erscheinen der Lyzeums- Sugenbgruppe unter Führung von Frl. 93 a u p c 1. Ski-Heil der Fugendgruppe!

Bei dem Sprunglauf walteten die Herren Legler und Dr. ©erster in unangefochtener "Weise ihres verantwortungsvollen Amtes als Kampfrichter. Das Publikum staunte über die Forschheit, mit der die Springer übet die Schanze gingen. Die Ungunst der Schanze mag dazu bei» getragen haben, daß eine Reihe von Stürzen vor­gekommen ist und daß selbst die besten Springer nicht die Weiten erreicht haben, wie auf anderen Schanzen. Ein Umbau der Schanze, der freilich erhebliche Summen v?r chlingen wird, ist geplant. Jedenfalls aber zeigte gerade der Sprunglauf, welch echt sportlicher Geist den Ski-Klub Gießen beseelt. Verletzungen tarnen keine vor, außer einer gebrochenen Ski-Spitze.

Aach dem Mittagessen wurden vom 1. Bor- sitzenden die Qlamen der Sieger bekanntgegeben und die Preise an Die Jugendlichen verteilt. Die nicht jugendlichen Teilnehmer wurden durch Di­plome geehrt. Die Preise für die Jugendlichen waren von Mitgliedern des Sn-Klubs gestiftet.

Die Ski-Mei st er schäft des Ski- Klubs Gießen wurde an Dr. meb. Heiß ICnftltui für Körperkultur) vergeben, dem ersten Sieget in den Sonderklassen des Herren-Lang» laufs und des Sprunglaufs

Manches Sli-Heil erschallte zu Ehren der Sieger. Das letzte Ski-Heil galt der organi­satorischen Tätigkeit deS 1. Vorsitzenden bei dem Rennen.

Reben dem sportlichen Erfolg ist zu erhoffen ein Ptopagandaerfolg für den Ski-Lauf. Der 6li"SUub Gießen kann mit dem Tag zufrieden sein.

Die Ergebnisse des Aennens sind:

1. Gang lauf, Herren. 18 bis 32 Jahre. (6.5 Kilometer.) a) Sonderklasse: 1. Sieger Dr. Heiß (Gießen). 32.20 Min., 2. v. ©rohnann (Gießen). 33.30 Min. b) 8°Klasse: 1. Sieger Gustav Müller (Gießen). 32,53 Min., 2. Hein­rich Kappes (©rünberg), 33,50 Min.. 3. Willi Erle (Gießen), 36.25 Min.

2. 2 a n g l a u f, Herren, 32 bis 63 Jahre (6,5 Kilometer.) 1. Sieger Baurat Mangold (Gießen). 37.41 Min.. 2. Zahnarzt Jäger (Gießen), 37.45 Min.. 3. Staatsanwalt Schulst (Gießen). 38,57 Min.

3 2 a n g I a u f, Damen ab 18 Fahren, (4,5 Km.). 1. Siegerin Frl. Margrit Jäger (Gießen) 17,30 Min., 2. Frl. 2ottc Brill (Gietzen) 18,30 Min., 3. Frl. Heini Schmoll (Aidda) 20.30 Minuten. Anerkennungen erhielten: 1. Frl. Else Rinn (Gießen) 22 M n., 2. Frl. Elisabeth Schmidt (Grünberg) 22.30 Min.

4. 2 a n g I a u f. männliche Iugendgruppe, (4.5 Km.) A-Klasse, 16 bis 18 Fahre. 1. Preis Wolfram 2 a n g c (Gießen) 20 Min.. 2. Gerhard Rabe (Gießen) 21,45 Min. ll-Klasse, bis zu 16 Iahten: l.Pr. Waltet Häufet (Gießen) 19,33 Min., 2. Hanns Ammonn-Wodaege (Gie­ßen) 20,15 Min., 3. Helmut Roloss (Gießen) 26,30 Min.

5. 2 a n g I a u f, weibliche Ougendgruppe, bis 18 Iahte (4,5 Km.). 1. Pr. Marie Hertel- Friedberg (Sli-Klub Wetterau) 23,15 Min.. 2. Hiltrud Seriba (2yzeumsgruppe © eßen) 24,45 Minuten, 3. Anneliese Schaum-Friedberg (Ski- Klub Wetterau) 26 Min.. 4. Gerti Will (2t)- zeumsgruppe Gießen) 26.30 Min . 5. Lesel Petri (desgl.) 28,45 Min., 6. Elsbeth Will (desgl.) 29 Minuten.

6. Sprunglauf, Herren 18 bis 32 Jahre, je zwei gewertete Sprünge, a) Sonderklasse: 1. Sieger Dr. Heiß (Gießen). Weite der Sprünge: 11,80 und 12,70 Meter, beide gestanden. 2. Forstrefcrendar Walker (Ski-Klub Wettetau), 11,60 und 11,90 Meter, beide gestanden, b) B- Klasse: 1. Sieger Dr. Stötiko (Gießen), 8,80 und 9,30 Meter, beide gestanden: 2. Heinrich Kappes (Gtünberg), 10,90 und 10.10 Meter, beide gestürzt.

7. Sprunglauf. Herren über 32 Jahre, je zwei gewertete Sprünge. 1. Sieget Gustav Christian Schmidt (Gießen), 9,20 und 11 Meter, beide gestützt: 2. Ernst Schmidt (Gießen). 10,10 und 9,20 Meter, beide gestürzt.

8. Ski-Meisterschaft des Sti-Klubs Gießen: Dr. meb. Heiß» Gießen (Institut für Körperkultur).

SpielDcreinigung 1900 Gießen.

ö. Das erste Meisterschaftsspiel der Liga- elf im neuen Iaht wat ein Hereinsall, denn diese Mannschaft unterlag am Sonntag dem Verein für Aasenspiele in Butzbach 3:2 (Halbzeit 1:1), obwohl der Gastgeber eine ganze Klasse schlechter spielte. Zwei grundverschiedene Systeme stießen hier aufeinander. 1900 durch­weg flaches und halbhohes Kombivtivnsspiel mit sehr vielen, schnellen, gefährlichen Flügel­angriffen. Der Butzbach planloses Dallkicken mit vereinzelten schnellen Durchbrüchen, denn im großen und ganzen genommen lieferte der Gast­geber fast nur ein Abwehrspiel. Daß er dennoch siegte, lag nicht an seinem spielerischen Kön­nen, sondern an dem Leichtsinn des Gießener Torhüters. Die Bodenverhältnisse waren ganz schlecht. Tatsache ist, daß Mannschaften ohne besonderes technisches Zusammenspiel auf diesen Morastplätzen im Vorteil sind. Die Plahbcsiher verdanken in erster Linie die Reinhaltung ihres Heiligtums dem vorzüglichen Butzbacher Tor­hüter. Zu verkennen ist nicht, daß er dabei wesentlich vom Glück begünstigt wurde, denn am Bombardement beteiligten sich öfters die Gieße­ner Verteidiger, die bis In Butzbachs Straf­raum aufrückten. 3n der Gießener Stürmer­reihe konnte diesmal nur Halblinks gefallen. Das von ihm erzielte letzte Tor war eine Pracht­leistung. Die von den schnellen Flügelstürmem eingeleiteten Angriffe fanden die In­nenstürmer nie auf dem Posten. da letztere aus diesem Schlammboden direkt hilflos spielten. Einem Ligatorhüter sollte es nicht passieren, in einem Spiel drei nicht allzuscharfe Schüsse aus zirka 20 bis 30 Meter Entfernung passieren zu lassen, davon den letzten Ball angeblich sogar durch die Beine. Die Bein- stellung bei der Ballaufnahme ist bei dem Gie­ßener Hüter grundfalsch, und bann scheint Man­gel an Fangsicherheit zu bestehen, wozu noch reichliche Rervosität und Aengstlichkeit lommen. Dies alles zusammenwirkend brachte den Gieße­nern die unverdiente Aiederlage. V. s. A. Butz­bach erzielte das l.Tor aus einem Strafstoß wegen Hand. Gießen glich im Gegenstoß sofort aus, und so blieb es bis 11 Minuten vor Schluß. Innerhalb einer halben Minute stand das Spiel 3:1 für Butzbach. Drei Minutetz später 32 (End­resultat). Daß daS Treffen zettweilig ausartete, war basVerdienst" bes lasch amtierenden Schiri E n g e l t e r (Germania-Marburg). Hoch anzuerlennen ist die Leistung bes rechten Gie­ßener Derteibigers, ber obwohl erkrankt mit verbissener Energie burchhielt.

1900s Lehrmannschaft hatte die erste Elf vom V. s. B. O b e r s ch m i 11 e n im Rück­spiel als ©ast unb siegte 5:0, eine feine Leistung für bie jungen 1900er. gegen die gute Süd- deutsche B-Klasse.

V.f.B. 1.Jugend 1900 1. 3 u g c n b: 1900 verzichtete auf Grund einer sportlich un­statthaften Handlung deS Gegners auf sämtliche Verbandsspiele in der 1. Jugendklasse.

V.f.B. 2. 3 u g e n d1 900 2 3 u g c n b 0:0.

1 9 0 0 1. Schüler Butzbach 1. <5 <f> li­ier 4:0. 3n beiben Spielen zeitweise schöne Spielweise. Das Spiel ber Schüler fanb unter ftänbiger ileberlcoenfeeit ber Einheimischen statt, die in Ballbehandlung und Zusammenspiel dem Gegner vieles voraus hatten.

Wetzlarer Fuftball.

F. C. Wetzlar D. f. D. Kurhessen Marburg 3:2.

tz. Um eine alte Rückspielverpflichtung ein­zulösen, waren bie Marburger am Sonntag nach Wetzlar gekommen, unb mußten eine Riederlage

hinnehmen, die tn Ausnutzung der vielen Ehan- I cen des PlahvereinS noch höher hätte auSfatten können. Die F. E.er hatten da« Spiel jederzeit In der Hand, wenn nicht zwei Tore durch bk Gebrüder Fischer den Sieg beinahe in Frage gestellt hätten. Schindler schoß den dritten und siegreichen Treffer ein. Eckenverhältnis 6:0 für Wetzlar. Schon vor der Halbzeit waren die 5. ©er mit 2:1 im Vorteil, begingen aber in der Verteidigung einige Fehler. Marburg ist Ab­stiegskandidat der 1. Bezirke klasse. Mit der Lei­stung des F. C. kann man im allgemeinen zu- (rieben fein. 3m besonderen fiel das schwache Schießvermögen im Sturm auf.

F. E. 2. schlug die gute Burgsolmser 1 in einem schönen, spannenden Spiel knapp ver­dient mit 1:0.

Um die KreksmeMersclaft im Arbeiler-Turn- und Sporlbund.

Mörfelden I Gießen I 5:0.

£ Rach einem Spiel, das in Mörfelden staltfand unb alle Zuschauer restlos befriedigte, mutzte ber Gießener Bezirksmeister bie Punkte seinem besseren Gegner überlaffcn. Die reich­lich hohe R'.eberlage war. obwohl der Sieg der Mörselber nie in Frage gestellt, in dieser Höhe nicht notwendig, unb hat seine Begründung in dem unentschlossenen Spiel des Gießener Stur­mes vor dem gegne.i^chen Tor. 3m Angriffsspiel zeigten bie Gießener gutes Stellungsverinögen unb ganz exaktes Zuspiel, zögerten im entschei­den ben Moment aber immer zu lange, so baß die gegneri'che Der.eibigung stets noch rechtze't:g Eingreifen konnte. Dieser Umstand ist im Inter­esse der Mannschaft sehr bedauerlich, war es doch gerade ber erfolgreich arbeilende Sturm, ber den Gießenern in den Dezirksspielen bie Meisterschaft sicherte. Läuferreihe unb bie brei Schlußmänner waren nicht imstanbe, das Unheil abzuwenden. Sie sind an ber Riederlage schuldlos, ihre Lei­stungen waren anerlenneswert. Mörfelden hatte seine Hauptstärte in der Stürmerreihe. 3cber der fünf Leute ist ein präziser Torschütze. Die Verteidigung schien etwas unsicher: diesen älm* stand hatte Gießen besser ausnuhen müssen. An­genehm fiel in dem Spiel bie vornehme ruhige Spielweife beider Gegner auf, bie Dem Schiebs- richter sein Amt sehr erleichterte. Mit dem An­stoß zog Mörfelden sofort vor Gießens Tor, der Erfolg konnte aber glücklich noch verhindert werden. Es folgt eine Reihe weiterer scharfer, aber erfolgloser Angriffe Mörfeldens. Langsam konnte sich Gießen befreien und seine erste Ecke erzwingen, die ebenso, wie die unmittelbar nach­folgende Mörfeldens, keinen Erfolg brachte. Vald zeigte Gießen wieder einen vorbildlichen Angriff, der gerade noch abgewehrt werden konnte. End­lich löste sich bie Spannung, Mörselben ver­wandelte eine Ecke zum Führungstor. Ein aber­maliger Angriff Gießens wurde durch Handspiel unterbunden, der dafür gegebene Strafstoß ging knapp über die Latte. Bis zur Pause erhöhte Mörfelden seinen Vorsprung auf 2:0. Rach an­fänglichem Abflauen im Tempo stellte der Mittelstürmer Mörfeldens das Resultat auf 3:0. Dies brachte wieder mehr Leben in das Spiel: Gießen versuchte nun mit aller Kraft, Zählbares zu erreichen, es war aber vergebens. Mörfelden konnte hingegen durch seinen Halbrechten noch das vierte und fünfte Tor erzielen, und damit seinen Sieg vollständig machen. Rach dem Ver­laus des Spiels müßte man Gießen mindestens zwei Tore zuerkennen. Mörfelden spielte eines seiner besten Spiele und wäre wohl auch gegen stärkere Mannschaften siegreich geblieben.

D. f. L. Bornheim I Friedberg I 7?0.

Mit diesem eindrucksvollen Sieg sicherte sich Bornheim endgültig die Kreismeisterschaft. Der damit erzielte Vorsprung ist so groß, daß er von keiner Mannschaft mehr eingeholt werden kann. Gerade in den letzten Spielen hat die V. f. L.-Mannschaft bewiesen, daß sie über die reifste und stabilste Spielweise verfügt und als die technisch am weitesten vorgeschrittene Mann­schaft angesehen werden muß. Friedberg ent­täuschte im Gegensatz zu seinen seitherigen Spie­len vollkommen und zeigte ein reichlich zer­fahrenes Spiel. Schon kurz nach dem Anstoß erzielte der eifrig arbeitende Bornheimer Sturm seinen ersten Trester, dem bald darauf der zweite folgte. Friedberg versuchte sich nun im 3er» storungsspiel, die Ueberlegenljeit ber Bornheimer würbe aber immer brückender, bie sich auch nach ber Pause halb wieder zeigte. Einige weitere Erfolge von V. f. 2. brängten bie Friedberger immer mehr in bie Defensive, so baß säst nur noch von einem einseitigen .Spiel gesprochen werben konnte. Kurz vor dem Schlutzpstst jagte Bornheim ben Ball zum siebenten Male zwi­schen bie Pfosten.

D. f. R. Wiesbaden I Hanau! 1:2.

Scharf, aber im Rahmen des Erlaubten, war das Kennzeichen dieses typischen Kampfes um bie Punkte. Mit einem unheimlichen Tempo, das sie bis zum Schluß burchhielten, begannen bie Hanauer das Spiel. Wiesbaden zeigte zwar eine reifere Technik und eine zum Teil stark her- Dortretenbc äleberlegenheit, Hanau kämpfte aber mit verbissenem Eifer. Erft nach 30 Minuten konnte Hanau mit einem verwanbelten Elfmeter in Führung gehen, Wiesbaben glich kurz vor ber Pause aus. Kurz nach Wieberanstoß verlor Wiesbaden seinen Mittelläufer, war aber trotz seiner 10 Mann immer noch im Vorteil. Eine Minute vor Schluß kam bas Verhängnis: Dies- babens Verteidigung war weit aufgerückt. Ha­naus Sturm brach blitzschnell durch und konnte an dem herausgelaufenen Tormann vorbei das Siegestor erreichen.

Aus dem 3. Bezirk des Arbeiter- Turn- und Svortbundes.

Gießen IbWetzlar I. 0:2.

£. Wetzlar t rat dem Reuling ber 1. Klasse mit nur 9 Mann gegenüber unb konnte bereits bis Halbzeit obiges Resultat herausholen. Das

erste Tor war ein unhaltbarer Ball deS Wetz­larer Mittelläufer«, da« zweit« ein vrrwand-.ltci Elfmeter. Rach der Pause wurden beiderseits die größten Anstrengungen gemacht, um zu Er­folgen zu kommen, die schönsten Torgelegenheiten wurden aber ausgelassen.

Dietzen DngenbBürgel Jugend 1:2.

Auch diese« Spiel ging für Gießen tx'tloren. DaS ist auf dir etwas Nachlassende Spielveife der Gießener Gugenbclf zurückzusühren. Bürgel dagegen zeigte sich al« ruhige und ausgeglichene Mannschast. die bereit« bi« Halbzeit Atoei Tore vorlegte. Rach dem Wechsel zeigte Dießen bessere Arbeit, konnte auch ein Tor aufholen, aber den verdienten Ausgleich nicht erzielen.

Heuchelheim L2U$fclb L 4:0.

Rach langer Pause traten bie AlSselder wie- der einmal In Aktion und wählten sich gleich eine der besten Mannschaften als Gegner. Heuchel­heim zeigte sich alS Gastgeber In seiner b.ckanntcn hervorragenden Form und hatte da« Spiel haupt­sächlich in der ersten Halbzeit ständig In der Hand. Dreimal mußte bis dahin ber Alsfelder Tormann den Ball aus den Maschen holen. Rach dem Wechsel zeigte Alsfeld sein alte« Spiel Heuchelheim konnte t rotz ber Anstrengungen der Gäste ein viertes Tor erzielen. Die Spiele der Alsfelder wären erfolgreicher, wenn ber Sturm weniger Ucbcrfombination trieb.

Marburg ILollar L 1:2.

3n Marburg standen sich diese beiden Gegner gegenüber, Lollar nur mit 10 Mann. Dieser Üin­stand hinderte die Lollarer jedoch nicht, bis zur Halbzeit mit 2 Toren in Führung zu liegen. Rack dem Wechsel konnte Marburg etwas drücken und dernzufolge ein Tor aufholen. Als dann ein Spieler Lollars völlig ungerechtfertigt vom Platz verwiesen wurde, beging Lollar eine Unkorrektheit unb brach das an sich schöne Spiel ab.

Buntes Allerlei.

Das Ende der Zahnschmerzen.

Wenn man die Lebendo.ia-re»bungen unb eigenhändigen Auszeichnungen be; Menschen der Vergangenheit durchsieht, so findet man sehr häufig ausführlich Schmerzen geschildert, bie heute kaum noch erwähnt werden. Es ist das Zahn­weh. Friedrich der Große hat bekanntlich gesagt, daß bei Zahnschmerzen einem auch bie Kantlsche Philosophie nichts nützen könne, unb er wollte bamif zeigen, wie ohnmächtig ber Mensch biefen Qualen gegenüber ist. Holtet bekennt in seinen Lebenserinnerungcn. bas Zahnweh habe ihm seine ganze 3ugenb zerstört, unb er sei erst von bem Augenblick an überhaupt ein Mensch geworben, da er keine Zähne mehr hatte. Der 3unge mit der dicken Backe und dem umgjbunbenenMaul­korb" war früher eine ständige Erscheinung, die in allen Bilderbüchern eine yalb komische, hall» tragische Rolle spielte, und jeder Mensch des 19. 3ahrhunderts von früheren Zeiten gan- abgesehen hat noch mehr oder weniger oft an Zahngeschwüren gelitten. Runmehr aber scheint es, als wenn bas Ende bieferMenschheits- plage" nahegerückt fei. Die Zahnheillunbe ist heute so weit, daß sie den Leibenden nicht nur rasch von seinen Schmerzen befreit, sondern sogar überhaupt bas Auftreten dieser Pein verhindern kann. Amerikanische Zahnärzte flaacn in neuester Zeit darüber, daß sich die Zahl i^rer Patienten auffällig vermindert, daß bie Menschheitzu gute Zähne" bekommt. Heutzutage geht nicht nur jedermann meist rechtzeitig zum Zahnarzt, sondern die Zahnpflege wirb schon bei ben fletnften Kin- bern durchgcführt, unb die Schulzahnärzte sorgen bafür, bah bie älteren Kinder auf einen guten Zustand ihres Gebisses halten. Die Verbesserung der hygicnischen Bedingungen. d':e Aufklärung der Mütter, die früh eingreifende Sorgfalt der Aerzte all das hat die Zahnschmerzen, unter denen früher der Mensch wie unter einergott­gewollten Prüfung" litt, vertrieben oder zum mindesten sehr verringert. Auch engllsche Aerzte versichern, daß bie Zahl ber Kinder, die schlechte Zähne haben, sich sehr vermindert hat. unb das gleiche ist sicherlich auch bei ben beutschen Kin­dern ber Fall. Die allgemeine gefünbere Lebens­weise trägt dazu viel bei, unb ba gesunde Zähne in ber 3ugenb auch bie Aussicht auf gesunde Zähne im Alter eröffnen, so dürfte bie früher so gefürchteteHvdra" ber Zähnepein von ber Menschheit allmählich moberg-runden werben.

Die Banfräuberin macht sich selbständig.

Währenb bisher bie Banditinnen, die in ber letzten Zeit in ben Vereinigten Staaten aufge­treten sind, mit männlichen Helfershelfern zu- fammenarbeiten, fjat man jetzt die erste Räuberin verhaftet, die sich selbständig gemacht hat unb ganz allein arbeitete. Es ist ein? 22jährige 6tu- bentin ber Texas-Universität, Rebecca Bradley, bie sich auf ihr Doktorexamen vorbereitete und unterdessen ihren Lebensunterhalt als Steno- typistin in bem Bureau bes Generalstaatsanwal­tes von Texas t^rbiente. Diese tüchtige junge Dame wirb beschulbigt, einen überaus kühnen Bankraub ausgeführt zu haben. Verschiedene Zeugen erklären überetnftimmcnb, daß sie es gewesen sei, die in eine Bank in einer Dorstadt von Austin in Texas einbrang, den Kassierer unb bie beiben anderen Angestellten mit einem Revolver bedrohte, 2000 Dollar der Kasse ent­nahm und bie Bankbeamten bann in einem Rebenraum fesselte und einsperrt«. Danach ver­ließ sie ganz ruhig bie Bank unb fuhr in einem Kraftwagen bavon. Wenige Stunden später wurde sie verhaftet.

Rundfunk-Programm.

Mittwoch, 12. Januar.

12 bi« 1: Mittagsständchen dc« Hausorchesters: Wunschkonzert. 4.30 bis 5: Die Stunde der Fu­gend. 5.30 bis 6:Das Weib als Giftm'.scherin im Spiegel der Geschichte", Vortrag von Otto Schwerin. 6: älebcrtragung aus bem Frankfurter Opernhaus:Tristan und 3folde" Handlung in drei Auf zögen von Wo'mer.

in großen Originalflaschen zu RM 6.50 besonders vorteilhaft. Man füllt daraus das kleine Maggi-Fiäschchen selbst nach und hat außer Geldersparnis noch die Garantie der Echtheit.

" Achtung auf unversehrten Plombenverschluß.

MAGGI* Würze

Man verlange ausdrücklich MAGGI5 Würze.

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