Nr. 289 (Zrftti Blatt
ITT. Jahrgang
Zamrlag. 10. Dtjtmber |927
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Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
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Um den Frieden im Osten.
tnglflnter ur* Buffnijii* hl •<"* "*■ doch noch ^ulammingifommm. Wtl brr zähen Beharrilch- fett Mr Mr dosichewstrsch, Diplomat«, au «zeichnet. ?r« UilBlnoo gtlunara. dem tuhl rrfertHrrtrn tza md »rlo ' n ein# UnMrmOung abjuprrflwt.
6U sich immrr^n über lönocr al« rin, Stunt* 3U0- t**ntr votz ir ein mit ftänten fl teil bare«, praf* ttid*« tireetmt« hotte, hat niemand oon bir|er etilen isichlu ngnah n, erwartet Hbtr tue Tailad* Meier UmrrraOung an sich will gewertet wetten S« bari hoch ooht trop be« redn pe||tmifti|* gehaltenen fMvrwn quh al« rin vewet« dafür gmonvnen inerten bafc auf betten Beilen ter Dille besteht. tHeter zu einander ju rammen. Tat bi« nicht von beute auf morgen geschehen tann, ist für feten em- leudjtrr*. ber sich ber Udachen te« britstch. russischen »onHifi« unb der Bealeitumftänbe erinnert unter denen leinerytl dir drittsche Regierung di, ve. Ziehungen zur 6o»jetunion abbrach. Man muh sich ferner uw Griuchtni« zu rück rufen. bah « ganz wesenttich Grünte i n n e r p o 1111 f che rA r t waren. Me do« Rubinen Baldwin w ter 9Ui^a im (Bf- bl ute der Brco«. ter russischen fantelOriegution ib London, oerantahten Man wollte den britischen Äommunienw« auf« f>aupt treffen und die Cobour pari» vor die Alternative stellen, entweder eine national britische Parte, yi bleiben, ater sich unter Me Rnute IRoafou« in bie Drill, Internationale zu beheben vi, entschlossene Abkehr ter britischen Ar- beitertewegung von den destruktiven Mrlhoten be« Ronunumannie Hal seitdem unleugbar iZortschritte gemach« Der Äommumomu» hat heute in (infllanb ichwerilch noch Chancen. Bir 3oqn|on Hick«, der 3nnenmmi|ier tei> Äabinett« Baldwin war ter Träger dieser scharfen Abwehr gegen Moskau. Er sah 'eine Aktion von Erfolg gekrönt. Da« mnerpoinische 3iel ist erreicht und die Regelung ter Bähungen Ji Rutztand kann vom f)onw Office wieder in« oreifln Office zuru(tverlegt werden. Bir Austen bamberlain ist zweisello« auch ter gegebene Mann. Me zerrissenen Jaden wieder anzutnupien. Er war innerhalb te» xabtnett« der stärkste Expo- neni gegen einen Bruch mit Ruhland, und den )>ihkbpfen in der konservattoen Partei, f)kf« unb c burdHU bat e« Muhe genuu gerned)L ihre Politik 4 egen den Diterstanb C Samte nein» und Balbroin« durchzusetzen Immerhin bedurfte e» auch setzt noch in dknf ter k^rmiittertoligteit te« geschmeidigen PaulBoncour. Frankreich« fianbux-n Dele- aterwn beim VSlkerbund, um die betten Gegner zu- bimmen)ubriii9en. Denn man darf nicht übersehen, buh bk grohen sachlichen Gegensätze auhenvoli- Iricher und wirtschastticher Natur sich inzwischen kaum gemilbert Huben. Jedoch auch em Staat w.e Ruhland braucht Ersolge. um sich behaupten zu können, und die« umsomehr, al« neunteng» eine rührige Opposition dafür «ergt. die heftigen Nacken- schlage, die ter Auhenpolitik de» Kreml in ten letzten Iohien nicht erspurt geblieben sind, gebührend an den Pranger zu stellen. Unb auch in England wird schon Politik gemocht mit em em Seitenblick aus die kommenden L<ahlen. Die Konservativen würden die Abrechnung mit ter Opposition nicht gerne unnötig mit dem Rassenkonflikt belasten und sähen e« vermutlich schon deshalb nicht ungern, wenn sich ter britisch russische Gegensatz, wenn er auch nicht von heute auf morgen au« der Del ju schaffen ist. doch zum Mindesten in ter nächsten Zeit etwa, oer- wischte. So ist diele Genfer Begegnung im Augen- blick vielleicht nicht» al« eine Geste, vielleicht sedoch ein erster Versuch, wenigsten« auf wirtschaftlichem Gebiet wieder zu einem modu« vivendi ju kommen.
Sichtbarer ist wohl ein anderer Gr!via. den tfitwinow aus Gen! heimbringt. Da« ist die Xui'ftacte mit B11 a n b . die sich zum Teil um ähnliche Pinge gedreht baten dürfte, wie Me Unterhaltung mit dem Briten. TDie in Londe iu Io t<t auch in Paris den Rill'en he enge Verbindung zwi'chen ihrer dip-omatifchen Der- tretung un> den auslänbi'chen Propaganda stellen der Tritten Jatcmationalf zum Verhängnis geworden Vic Rvmmunifti'che Propaganda Hal sich im französischen Heer und noch mehr in der Larine und In den Aolonien Höcht unangenehm bemerfbar gemacht, woaei der Tätigkeit Moskauer itmlNurc eine au« chiaggebente Rolle »u- Itel. Ti, Rechte im Äabinett Poincare wünschte nach englischem Tlluster ein Stern».! zu Ratuiercn. und Xalowski. Xusilan ds BosichaÜer in Paris, dem enge Berlunbung mit den franzä- 'ischen Äommu iikken unschwer nachzuweUen war. nutzte über bi, Älinge springen. 3n Moskau wurde mitgeteilt, dah Herr Rakowski in Frankreich nicht mehr länacr persona gnta war und nach einigem Hin unb Her erfolgte die 3b beruf u n g des mißliebigen Botschafters. Auch hier wurde Me 2Ütion gegen den Willen des lei- lenden Äutzenminlltrrs in Szene gefeht. Ater Brianb war insofern glücklicher als sein Kollege iLhamterlain, als es ibm wenigstens gelang, den völligen Bruch mit Moskau zu vermeiden Der Trabt war zwar gelockert, aber nicht genHen. Herr Rakowif, bekam In Paris einen Hadtfolger. unb jetzt fetzten sich in Genf Bhanb und Litwinow zusammen, um bie wie oft schon unterbrochenen Schuldenverhanblungcn wieder in Gang ,u bringen. Auch ber Aichtangrisfspakt. den Tichilsäterin seinerzeit im Notenwechsel zum .rall AalowM vorsch'ug. toll wiederum Gegenstand einer französisch» russischen Aussprache werden.
Dieser lettfc Punkt ist für uns Deutsche deshalb von nicht geringem Ontereffe. als man chn unschwer in Lufammenhang bringen könnte mit ten alten französischen Plänen eines Ost- l o c a r n ?. Unter die em Schlagwort verbirgt sich für uns die Abficht Zrankre.chs unb seiner östlichen Dundesceno fen. das Teut’cbe Aeich zu einer erneuten, d esmal freiwilligen Inerten-
Oie Not des besetzten Rheinlands.
Reichskanzler Marr berichtet im Reichstagsausfchuh über bie Besatzungsverminberunq.
Berlin, S Dez (BT3 ) 3m Ae cheiogs- ausschuh für die besetzten Gebiet, gab Reichskanzler Dr Mar» einen De richt über bi, Lage in den besetzten Gebieten, in dem « na. sagte D , Datschas.erlon e enz hat an ang» September die Berminbtruna ber Besatzung um 10 000 Mann beschloss«». Diese Zusage kann nimmt jr wohl als e i n l b ft an- üf f t.i werten Tic G.famtve m n erung um- saht 8003 Zranzo en unb je 1030 Sng.änöer unb Belgier T e bas sranzösiiche und e.nalilche Äcn- tIngeni tetref enben Abtransport, sind bereits erfolgt. Der belgische Abtransport Ist aus den 15. Dezember festgesetzt 3m Zusammenhang mit ber Desatzungsverriagerung wirb mit ter Rückgabe mehrerer hundert Wohnungen gerechnet. Ohne den err..nger.en Iort- schritt herabsetzen zu wollen, müs en wir doch feftfiellen. batz bie noch verbi ebene Defahung einen schweren Druck bar'teiLL Gs s.nd in ber Xat noch weit über 1 000 farbige Mannschaften vorhanden. Die völlige De- fettlgung der farbigen Truppen war stet» eine deutsche Forderung, die wir immer w eder er heben müssen. De Schtetzübungen haben infolge ihrer technischen Anordnung schon wie.erholt Me .s .enleten ge ährtet. Oe.ensalls bce.n- trächtigen sie in empfind.ic^er We.se den Detrieb der Landwirtschaft. Die Herbstmanöver. bie In d»e e.n Jahre gefonbert* ba« sranzöl^ch, unb bas britische Desatzungskonlingent abgehasien Haden, haben bie tetrof.e.Tcn Gegenden auher- orbentlich schwer geschädigt.
DI, sog. muftreungoorbonnan} macht, ba« ganze besetzte Gebiet mit AuBnahm, ter britischen Arme, zon, für militärisch, Zwecke dienstbar Vies, izählunaen und Zfiallrrunatn fuhren auch zu zahlreichen kr>egvqer>chtiichen Verurteilung^! teutscher Bürger, von ter Bevölkerung werten sie einmütig al« Modilmachungsvorberelsiingen gegen Deulfchlond empfunden.
Wir Werben die Beseitigung dieser Ordonnanz auch weiterhin mit dem größten Aachdruck betreiben, gerate, weil sie sich Im schärssten Widerspruch tu einer Politik ter friedlichen Derstänbigung teflnbet
Gs soll nicht verkannt werden, batz die Handhabung des Or onnanzenlystems in manchen Punkten milder geworden Ist. So sind bi, Ausweisungen im 3ahr, 142T stark zurückgegangen unb ohne politische Spitze erfolgt Wir müssen aber 1 robbem bie Ausmerzung ber Ausweisungsmöglichkeit aus dem Ordonnanzen- systeni verlangen. Auch die Presseverbote unb Presseverwarnungen Wei'en diesen Rückgang au*. Ta gegen Haden die FUmverbote bedauerlicherweise zugenoiinnen. Auch in ter Frage der Rückgängigmachung ter Vereins- unb Verbands verböte lind nennensweNe Fortschritte nicht erzielt.
5 ic 11 11 a r j u ft i a gibt seit tem Reu- zierprvzetz Weniger zu Klagen Antatz. ater im ersten Halbjahr 1921 mutzten noch über 700 deutsche Bürger vor den sremden Militärgerichten er'cheinen. — Leiter ist das traurige <toptici der Gefangene ninihhandlungen immer noch nicht abgeschlossen.
Die Zahl ter Av«schresiungen ter BNIltär Personen gegen bie wehrlose Zlvilbevslkerung Ist In diesem Jahre ungefähr bi, gleiche wie im Vorjahre, nämlich 700.
Ich will gern anerkennen, batz bl, Befahungstehör- ten e« an Drmuhungkn zur Eindämmung bi,s,r Uebelftänte nicht had,n fehlen lasten. Ich möchte
ober ter tefttmmien Erwartung Aufdruck geben, batz zene Bemühungen nachdrücklich fl fort ae setzt werten, bamtt endlich Beruhigung in ter Bevölkerung eintreten kann. Reden ter relmrtmabig de- sonter« pltfflhdyn Behandlung be« befehlen Gedie te«. bie sich all, delelligten Reich»- unb Länberrefort« •ur Pflicht machen. Hal ba« Reich»min,sterium für bie befehlen Gebiet, eine umfast,nbe Fürsorge entwickelt. ?.irrt) die U n l e r ft > p u n g ber 9 a u t a l i f, • keil unb durch umfangreiche Bauten be« Reiche wirb tem Dohnungsmorkl ter Dohnraum. ter ibm burd) bi, Befayung kntzogen wirb, in bl,fern Jahre Mieter zuruckgegeoen fein. Dlr haben in biefem Jahre allein 15ÖU Banda rieten zu je 1200U Mk gegeben. In «gesamt sinb 4166 Bandarlehen verteilt worben. Tie weiteren In biesem Jahre noch zur Perfügung stehenten Baumittel in Höhe oon 1,5 Millionen Mark haben hauptsächlich dazu gebient, ten besonder« betroffenen Stabten zu helfen, wie
Bad Kreuznach. Mainz unb gewissen Blähten der Pfalz, flu« meinen Darlegungen werben ei, meine lieberjrugunfl eriehen Haden, dotz bie Besetz ng. die nun in da« 10. Jahr ihre« Bestehen« etntritt, nicht nur mit der politifchen Gefamtlage. sondern auch mit der Denkweife be# zwaniigsln, Jahrhundert» i in Uiberfpruch fleht. Pie Anweienheil ber Be- satzung»lruppen auf deutschem Boten ist ein Unrecht. ba sie jebe» Wr. nbe» entbehrt De»hald mutz bie Besatzung auch beseitigt axrben. Ich bestreit, e« burchau». batz bi, B e t , 11 i g u n g der Deutschnallonalen Dolf «partei ,ur 1ieiit,lfuna der autzenpolitischen Lage gesuhrt habe. Diese ’Brrfieifuna ist bereit» vor der letzten Regie- rungsumdilbung erfolgt. Die Rotlage H, f f e n » ist eine grobe politii<te präge, die demnächst entschieden werden mutz. Die Reich»regiening wirb -i« übermittelten Anregungen prüfen unb mit Wohlwollen zur Entscheidung bringen.
Oer neue Balkankonflikt.
Gchwere Ausschreitungen rumänischer Gtudenten in Großwarbein und Klausenburg.
Budapest. 9 TXy (Bol|f.) Lsl berichtet noch folgende Llnzrihellen über bie Vorgänge In Grotzwartein: Vie Au»schreitungen ter rumänischen Stuten tm begannen vor ber Jlleberla, lang der englischen Stof fabelt B ar bary. rvo ter Ca ten In ha ber neben ter rumänischen auch die nrglische Jlagg, gehitzl hatte. Mehrer, hundert rumänisch, Studenten demolierten bas Geschäft und holten dle eaßllfch, Jlagg, herunter, um sie untrt Pfuirufen auf Bothermer, Id den Ä • t j b treten. Unter ten von den romänl- schen Studenten In Grotzwartein Insultierten Personen befand sich auch ter amerikanische Ä a • pltin Gottfried teilet, ter sich dort al« Delegierter der Sportpropaganda ter amerikanischen Regierung aufdielt. Keller erlitt ein, Stichwunde. Di, Annahme einer Depesche an da« Bukarester amerikanische Konsulat wurde von dem Lhef te« leiegmphenamte« verweigert.
Die »Az Cft* ferner berichtet, verübten die von dem Grotzwardeiner Kongretz heimkedrenten Studenten auch In Klaufenbnrg grotzc Ausschreitungen. Di, Behärden halten verfügt, datz der Bahnhof von militärischen Kordon» umgeben unb nur ba« Aussirigen ter Stubentra au« Klaufenburg gestattet werte. Der Lokomotivführer hatte aus ter Lokomotive zu verbleiben, um den Lisntbahnzug weiter zu fübmt Die Studenten setzten sämtliche Bremsen in lätigkeit, oertInterim bi, Abfahrt te« Zuge« unb risten ten Lokomosioführer von der Maschine. Den Militärkordon durchbrechend. zogen etwa zweitausend Studenten in« Stabtinnere, wo sie Kaufläden ohne Rücksicht auf bk Rationalität te» Eigentümers, sowie ten jüdischen Tempel zerstörten. Der Schoten beläuft sich auf 100 000 Cd.
Protest im ungarischen Oberhaus.
Budapest. 9 Dez (Wo! f 3m Ob rh iu c erklärte der fiel v.rtretende M nisier räft) nt Bah In Teen Wortung ein?r Red üb r die f n - sten Sreign.sie in Grohwartem 2D r wo.len uns in die inneren Angelegenheiten eine« benachbarten Staates keine weg« , nmi ch n W r mü'- fen uns sogar feder RritU enthalten 83 gibt f*- doch auch noch einen anderen Geflchtsvun.t Dte Friedens'.e träge h be-, den Wlnderdeiten ihre Rechte verbürgt. Wan hat in Ungarn niemanden erstochen oder ihm fein Haus vcriv • stet, nur deshalb, weil er eumänl cher Rationa • lät war Wir haben ein unbedingtes Recht, unsere Stimme zu erheben zu denen, die über die ainbaltung der Friedensverträge z u wachen haben, wenn für un» diese Sretgntffc als Beweis dienen G« ist aber I Ibft- verstänbl.ch dah Winisterpräfidnt Bet hl en und die Mitglieder der Regierung die gunstize Gelegenheit benutzt haben, gei g-ntlich privater .^e'prechungen die iZrc gn 1 e in Grn m i i zur Sprache zu bringen, und meines T isiend at Gens dielen Borstellungen auch sein J.>r , - liehen Wir müssen aber gegen die Gefchehnif e. auch aus dem Ge ichtspunltc der Wenschsichk t. Protest einlegen Jeder Ungar muh da« vergällen, Blut, das auf die von ungar icher Hand aclcg'en etc ne Grchward:irs f oh tm S.n^e behalten. dieses Blut kann nicht spurlos verwischt werden. (Sehr richtig' Zustimmung Im ganzen Hau'e i Das vergof enc Blut 'chreit zum Himmel Aber auch die Klagen jener, die man ihrer Rechte beraubt, schreien zum Himmel. tLebhafter Befall) Wir haben nichts anderes zu tun als un'erer Bestürzung Ausdruck äu geben. Der Minister erklärte zum Schluh, dah die ungarische Regierung mit jedem hr zur Verfügung stehenden Wittel danach trachten werde, be'onters gegenüber b-m Internat vna en Forum, dieser Bestür-ung Ausdruck zu verleihen, i Langanhalt, nter Beifall.)
n u n g der uns im Deriailler Vertrag auf gezwungen en Ostgrenzen zu peranlaMm Mit Recht haben wir <4 bislang stets auf das entschiedenste adgelchnt. bie politisch wie wirtschaftlich tür uns gl, ch unmöglichen Gediersver- hältniise. wie he 1919 m Pari« geichas en find, al« unal-än.-erlich anAuer'cmien. Das diel unterer Außenpolitik muh ve mehr heul, mehr denn te (ein, eine pernünfnge Revision dieser auf bie Dauer untragbaren Bertrag«ber' unmutigen zu erreiaen. Daraus haben wir me r.n Hehl gemacht, unb ti wäre unseres Erachtens ein vrr- ängnisvoller Irrtum, wenn w;t glaubten, durch freÜDtlliaen Verzicht auf alte« deutsches kolonial- unb Siehlungs'.onb im Osten für uns auf anderen Gebieten tm Augenblick Srle.chterungen erfaufen zu können. Unb das um so mehr, als biekr Verzicht früher ober später auch den Verlust Danzigs unb Ostpreuyens zur unausbleiblichen Zolae haben mühte. Denn diesi beiden vom Reich künstsich abgriwnüricn Gebiete, bie heute schon hart ringen müssen um ihre volk- liche unb wirtfchaftliche Gristenz werden hilf- lote Opfer der polnischen Invasion, wenn erst einmal ber beute überall als provisorisch empfundene Zustand in »eiten feierlichen Verträgen als endgültig anerlaimt und befAlof- (en wird Bon Dem bi.term Gmst der Gefahr einer Uebcrfiuhmg unb we teren Lurückdrängung der beul fr en Ostmark unb den geradezu katastrophalen Folgen, b.e eine weitere B.rengung unferee Lebevsraums durch den rmeuien Verlust vorwiegend agrarisch einzestellter Gebiete für unser Voll haben mühte, macht man sich bei uns im Westen vielleicht nicht immer das richtige Bild Aber bei aller öor-je um bad (tit neun Jahren unter fremder Be'etzung qualvoll lei- tenbe Rheinlanb dürfen wir nicht vergessen, datz mit der politischen unb vvlkllchen Behauptung
der Ostmark die ikffistenz des deutschen Volkes steht unb füllt.
Mit welcher ttnetgie Polen beftrebt ist. feinen Besitzstand nach Westen zu festigen unb sogar auszudehnen. sehen wir ja ft et« wieder trenn auf den Denier Völkerbundstagungen deullch-polnische Streitfragen zur Sprache kommen Unb ist man Im diese-. Jahren 'eit dem Bestehen der Versailler .Del orbnung" in Dens schon cmmal zuiammengekommen. ebne dah Danzig und Oberschlesien, die Xngel- tninfte des polnischen Anweriasismus. mit ihren Rlagen auf der Tagesordnung standen? Gerade jetzt wieder haben wir vor dem Völkerbunds rat eine Debatte gehabt, die sich u beiden deutschen Ostprod'eme dreht'. Die Sinschulung der Rinder deutscher 8bcm in dem Polen zu- griprochenen Teile OberichkesietzS hatfcit langem Aniah zu befugen Wagen gegebm. Die Warschauer Regierung wüickcht die Fiktion von dem hundertprozent tg cn Polcntum de. Oberschtri.er auf vocht zuerhalt en unb verweigert der deutschen Minderheit das Recht auf eigene Schulen. Wo auf den Druck von Qkn' her tatsächlich Minder- hei'en schul en ringericht« waren, wurde die Zu- Ladung der Rinder durch unerhori.e Schikanen der vÄni'chen VerwaltungsbehLrden erschwert, ja so gut Wie unmöglich gemacht. Deutschland gelang es dann endlich, im Völkerbund durch- zu fetzen dah ein Schweizer Pädagoge mit der Prüfung der Ratir-.-sität der für die deutschen Schulen in Frage kommenden Rinder betraut wurde. Das ist im vergangenen Zähre geschehen, aber für das kommende bestreitet Polen die Be» rechtigung einer gleichen Prasis. Teut<4>tonb wird nun die Streitfrage beim 3ntemaiiDnaIen Gerichtshof im Haag anhängig machen.
Ebenso all, wie dieser ©treu sinb Danzig- Klagen über das polnische Munitfvnslager
auf der Westerplatte unb ten Aufenthalt polnischer Kriegsschiffe tm Hafen ter Freien State. Obwohl Polen mit ungeheuren Koiten in tem benachbarten, aber auf polmschttn Hohe-l«äll>i^ liegenden Gdingen einen dgenen Kr eg«Hafen rinzurichten (ich anschickt, ir.ffi die Wirichauer Regierung keinerlei Anstallen, das von ihr belegte
Run sollen militärische Sachvrrilanteg? de4 Bel- kerbundes an Ort unb Stelle die B*rbältni,le prüfen, unb nach ihrem Bericht wirb der Rat auf feiner nächsten Tagung entscheiden Danzigs größter Kummer ist jedoch die W e st e r p l a 11 e. etnft ein belicht'« Seebad, heute Stapelplatz für polnische Munit on. he h er auäg laben w rd unb wegen der unmittelbaren Rühe te« Dmziger Freihaferts und Reufahrwassers eine ständige Bedrohung der frteditchen BcnoUerung bild. t. Das Recht auf die Anlage teries Munitions- Hasen« ist Polen zugefprvchen. jetzt fordert Danzig -edvch das Recht auf Zollkontrolle und Sicherheitsaufficht, da die Steie Stabt mit der Einräumung des ManNio^S'tap«lp|-:>es keineswegs auf seine Souveränität übet die Westerplatte verzichtet habe. Dan- ^« Auffassung wird u:.terstützt durch he G<itr^>len 5'.r ®kil Hursts, deS Äronjuriften der britischen Regierung, unb seines Italien.Ichen Kol''gen Pilotti. Trotztem kam der Rat auch in bietet Frage tu feiner enbgültigen Sprich siung. sondern brich lost, einen neuen B richt ern^uf örtern.
lleberftür^ungen sind in Gen' nicht behebt bie deutschen Ostprcb eme werten immer w.ctet h n- geschleppt. um nur nicht das Schohtind Polen zu vergraulen, das man in guter Stimmung braucht, um den groben politischen (Solid zu machen, um dessenttvitten man (ich eigentlich in Genf zu'ammcnge'etzt hat. Der Konflikt zwsichen Polen unb Litauen soll bereinigt werden,


