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lauten auf Den Betrog von zwei Pfennig und allen ^ilfebebürftiflfn Verköstigung und Nacht- luortitr gewähren. Man verspricht sich von dreier Maßnahme ein« starke Einschränkung des Bettel- Mesens. w _

A Orleshausen. 9. OIL Beim Obst- pflücken siel ein SOjährtger Mann von der hoben Leiter und zog sich schwere Quetschungen und sonstige Qterletungen zu. - Sin im 70. Lebensjahr« stehender GeichättS- mann au» Düdelsheim wurde auf einer Radtour von einem vorbeifahrenden Motorrad mit Anhänger angerannt und eine Strecke weit sortgeschleifL Außer einem Unterschenkelbruch trua der Ueberfahrene noch andere schwere Der le Hungen davon und muhte mittel- Ärantenauto» In» Hanauer Landkrankc-nhau- verbracht werdem

/- AuS dem Aiddertal, 9. Oh. Da» schöne Herbstwet er, daS mll Ausnahme einig r Regentag« in letzter Zeit herrscht hat die Herb st arbeiten deS Landmanne» f:br fleir .tt. Immerhin ist noch Arbeit in Hülle und Fülle vorhanden. Zur Zeit ist die Kar­toffel» und Obsternte in vollem Gange. Erstere fällt je nach Sorte und Bodenart ganz verlchicden au». 3n leichterem, sandigen Boden bringt die Ernte naturgemäß in diesem feuchten Jahr größere und auch gesündere Erträge, al» in nassem und schwerem Boden. Immerhin darf aber doch mit einer guten Mittelernte gerechnet werden. Die Preise bewegen sich pro Zentner zwischen 3 und 4 Mk. je nach Sorte und Güte. Die O b st e r n t e sällt überall glänzend au». Fast keine Sorte hat in diesem Jahre ver­sagt. selbst Dirnen, die bereit» vorige» Jahr eine Dollernte gebracht hatten, liefern auch heuer einen vollen Ertrag. Bur ist da» Kernobst dies­mal vielfach klein und f ledig geblieben. Die Obstversteigerungen sind fast all« be­endet, die Preise waren mit wenigen Ausnahmen überall sehr gering. Selbst bestes Tafelobst stand am Daum kaum höher al» 3 bi» 4 Ml. pro Ztr. Da» Handelsgeschäft kommt allmählich auf. Früh­reife» Wirtschafsobst, wie Jakob Level (Meck­lenburger), gelb« Richard u. dgl. wurden für 6 der Zentner verladen, für Schütteläpfel werden 2 bi» 3 Mk. bezahlt. Auch für Tafelobst wurden bereit» Käufe für 8 bl» 10 Mk. getätigt, au»-rlesene Ware wurde mit 14 bis 15 Ml. be­zahlt. Da bei den geringen Preisen für viele Züchter das Abpflücken nicht lohnt, wird eine Menge Obst, selbst besseres, geschüttelt und für Kelereiz wecke v rwandt. Die neugegründeten Obstwerke in Büdingen finb voll beschäftigt, be­sonders werden zur Zeit große Mengen von ver­schiedenen Sorten Wirtschaftsäpfcln zu Achsel- mark verarbeitet.

ttreiö Schotten.

Schotten, 9.Okt. Nachdem bereits vor einem Zahrc die Schuhmacherzwangsin- n ii n fl des Kreises sich o u f g e l ö st hat, ist ihr jetzt die S ch n c i d e r i n n u n g auf gleichem Wege g e - folgt. Auch andere zur Zeit noch bestehende In­nungen erweisen sich nicht als lebensfähig, so daß mit weiteren Auflösungen zu rechnen ist.

Kreis Lauterbach.

P. Schlitz, 9. Oft Arn Freitag nahm ein sechswöchiger HauShallungSkurfu», der in der Turnhalle stattfand und von Frau Fried­mann- Lauterbach, sowie von der Kre.vsürsorge- schwester Schrimpf geleitet wurde, sein Ende. AuS diesem Anlaß fano ein« kleine intern« Feier statt, wozu die Mitglieder des Schulvorstands mlt Bürgermeister Dr. Aiepoth erschienen waren. Rektor Adolph begrüßte die Kursus- teilnehmerinnen. wie auch die Herren vom Schul­vorstand und wie» treffend daraus hin, daß der­artig« Kurse in sozialer und wirtschaftlicher Hin­sicht eine durchaus notwendige Ergänzung zum sonstigen Unterricht der Iungmädchen bildeten. Darauf folgte eine Prüfung der Schülerinnen durch Frau Friedmann, woran sich ein ge­meinsame» Mittagessen anschloß, da» der Koch­kunst der Schülerinnen alle Ehre machte. Bürger­meister Dr. Riepoth sprach den Unterrichts­leiterinnen seinen Dank und seine Anerkennung Hir di« theoretischen und praktischen Leistungen der Schülerinnen aus. Ein neuer Kursus für Iungmädchen auS den benachbarten Schlitzerländer Dörfern wird am Mon-

Locarno ohne Geist.

Bon Gustav W. Eberlein.

E» ist schwer. Im europäischen Blätterwald spazieren zu neben, ohne dem Geist von Lo­carno zu begegnen. Daher trifft man ihn nicht z u Hause an. Gr ist Reklamereifend« geworden, wie man mir beim Anklopfen an feine Türe sagt, und wenn nicht die Loccrrnisten. Id doch die ßocamefen haben allen Grund, mit feiner Tätigkeit zufrieden zu sein.

In Scharen kommen die Fremden in da» früher nicht übermäßig berühmt gctoelene Städt­chen am Langens««, frühen mit Feldstechern nach der auf den Wellen treibenden .Orangenblüte" au» und stehen ergriffen vor der historischen Katze von Ascona. Born spirito selber ist. wie gesagt, Leiber nicht mehr vorhanden, al» auf der Wartburg von Luther oder In Stratford von Shakespeare, aber Reliquien, ja. die sind zu haben, bitte sehr, ganz billig, mein Herr: 0 t r e f e in a n n 20 Gentime». die Stelldichein­terrasse mit dem zweiten Tisch links 30 Centime», mit Katze 10 Centime» mehr Wünschen der Herr vielleicht gleich ein Album?

Ich hab« il paese della pacc. den Friedens­ort. wie die guten Qocamefen jetzt stolz sagen, trenn sie ihre Vaterstadt meinen, im Kriege ge­sehen. S» war traurig. Der neutrale Kurort flechte dahin wie di« toll« Gräfin Reventlow. deren Freunde, Versprengte aller Rationen, da» Kasino bevölkerten. Aber auch in der gang­barsten Vorkriegszeit luchte man Locarno nur im Frühling, vielleicht noch auf ein paar Herbst­wochen zur Weinlese auf. im Sommer ftbltef e» 3» lieg: ja nicht, wie feine Rivalin Lugano, an einer >>1 upk Verkehrsader, man muß in Bellin­zona in ein Bummclbäbnchen um steigen Auch fürchtet« man die öumplluft der drei hier ein- mündenden großen Flüsse, de» Tessins, der Maggia undher Verzasca, die mit ihren - zum Teil jetzt kanalisierten Delta» mächtig« Schwemmgebiete geschaffen haben. Dl« Maggia- ebene frißt sich wie ein Krebsgeichwür in den Öce ein und wird eine» Tages den kleinen schweizerischen Teil vom großen Italienischen ob- schnüren, sofern e» Mussolini erlaubt. Man fürch­tete die Hitze, di« Stechmücken und de Lange- we-.le in Locarno und jetzt bat di« Stadt «In Strandbad. Gerade an der JKaqginmünbung Und hat Sommerfrischler, Lnd ist ÄongrthR geworden.

tag wieder in untrer Turnhalle feinen Anfang nehmen.

Starkenburg.

WSR. Offenbach. 9 Okt. Wie jetzt mit­geteilt wird, ist durch das AuSströmen der Phosgenaase in t«.n Offenbacher Werk der I G.-F..cber.iiwu .ric noch ein Ar­beiter erkrankt: er mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. Lebensgefahr b-st ht bet diesem Erkrankten vorläufig nicht. Die Unter­suchungen in dieser Sache sind noch nicht abge­schlossen.

Preußen.

blrci« Wcijlar.

L Klein-Rechtenbach. 9 Okt. Rach- bem der Reubau eines SchulhauseS für die hiesige Geme.n^e seiner Vollendung ent­gegengeht. sand dieser Tage die Derg bung der mit der H e r st e 11 u n g d e s S ch u 1 h 0 f e S ver- bunbcnen Arbeiten statt. Durch Beschluß des Gemeinderats wurden übertragen: bie Maurer- und HofbeseftigungSarbeiten den Unternehmern Rehorn und Höchst von hier, die Schlosser- arbeiken den Sch.niedemeifiern Schmidt und Rehorn von hier und die UmzäumungSarbei- ten dem Zimmermeister Schäfer von Nieder­wey. Die Arbeiten sind sofort in Angriff ge­nommen worden.

Tillkrcis.

LPD. Dillenburg, 8. Oft (Tel.-Union.) Durch einen dreist: n Diebstahl ist die Bau- firma Ernst R 0 mpf in Dillenburg um 1500 Mark geschädigt w;r cn. 6i.i jun er Mann beobachtete am SamStagm tlag. wie d e Tochter des Vauunternehme'-s Lohngel.er auf b?r Dink abgehoben hatte. Er verfolgte da» chen bis in das Bureau de» elterlich?^ Gc chäfts. wo er auf Befragen erklärte, den Ehef sprechen zu wollen Das Mädchen legte nichtsahnend die Lohngelder in den offenen Kaffenschrank und li ß den Fremden allein im Bar'au. um den Bstuch anzmnelden Als man zurückkam. war der junge Mann verschwunden und mit ihn der Be­trag von 1503 M. Der Dieb konnte entnommen.

Maingau.

WSR. Frankfurt a. M., 9. Okt Das Amt Maingau in Fratrkfur a. M.-Dockcn- heim ist am Sa.nstag in der Zeit von 17 bi» 20 Uhr als Selbstanschlußamt umgcst^l.t worden. In die er kurzen Zeit mußten 8000 Telcphonanschlü le fertiggestellt werden. Diese Riesenarbeil ist in so kurzer Zeit mit verhältnis- mäßig wenigen Leuten war nur dadurch möglich, daß alle Anschlüsse schon vorher fertiggc-tellt waren und nur noch einzeln eingeschaltet zu werden brauchten, während die al en Anschlüsse getrennt wurden. Die Umschaltung funktionierte sofort tadellos

Turnen, Sport und Spiel.

Fuhballbundespokal.

Dm gestrigen Sonntag kamen auf drei Plätzen die Vorrundenspiele um den Pokal deS Deutschen Fußballbundes zum Aus trag.

In Duisburg siegte Westdeutsch­land nach hartem Kampf über Süddeutschland mit 4 3. Bis zur Halbzeit lag Süddeutschland mit 3:0 in Führung. Rach der Dause setzte sich der flinke Angriff der Westdeutschen durch und erzielte einen knappen, aber verdienten Sieg.

In 2 reslau wurde Berlin überraschend von Südostdeutschland 0:2 geschlagen. Die mit Ersatz spielenden Südostdeutschen kamen in der zweiten Spielhälfte, in welcher Berlin nur mit 10 Spielern durchhalten mußte, gut in Schwung und siegten verdient 2:0, nachdem bet der Pause die Seiten torlos gewechselt worien waren.

In Stettin wurde Mitteldeutsch­land mit 5:2 erwartet Sieger. Zur Halbzeit stand das Spiel 3:0 zugunsten Mitteldeutsch­land».

Fußball im Bezirk Main-Hessen.

Die Derbandsfpiele der mainischen Gruppe nahmen diesmal nur zum Teil den erwarteten Ver­lauf. Eintracht Frankfurt erfocht auf dem ge­fürchteten Platze der Niederräder Union einen verdienten Äeg mit 3:0 Toren, wobei aber bemerkt werden muß, daß Union bereits fünfzehn Minuten nach Spiclanfang einen Stürmer verlor, der bereite verletzt auf den Platz gekommen war. R 0 t ro e i ß besiegte an der Festyalle den 1. Fußballklub 18 9 3 Hanau mit 2:1 Toren, während reichlich viel mehr Torgelegenheiten ungenützt gelassen wur­den. Daß der Verein für Rasenspiele Offenbach gegen Viktoria Aschaffenburg verlie­ren werde, stand ohne weiteres fest. Die Nieder­lage ist aber mit 3:8 Treffern sehr hoch ausgefallen. Auch der andere Offenbacher Verein, die Kickers, brachte aus Fechenheim eine deutliche Niederlage mit, da er sich von der Spielvereinigung 1 90 3 mit 1:4 obfertiaen ließ. Der Fußball- fportoerein Frankfurt holte sich dagegen in Hanau di« erwarteten zwei Punkte gegen Vik­toria Hanau mit 3:0 Toren. In dem Spiele Sport 1 8 60 Hanau gegen Germania 1894 Frankfurt gab es den ersten Spielabbruch in die­sem Verbandsjahre. Ein Spieler der Frankfurter griff bedauerlicherweise den Spielleiter an, da er mit besten Entscheidung nicht einverstanden war, weshalb dieser den Kamps abzubrechen ge­zwungen war.

In der Gruppe Hessen gab es die erwarteten ganz knappen Ergebnisse mit Ausnahme des einen Spieles, das der Tabellenführer, W 0 r m a t i a Worms, in Darmstadt gegen den Sportverein 1898 mit 4:2 Toren gewann. Durch diesen Spiel­ausgang gerät Darmstadt zunächst in die Gesellschaft der Abstiegskandidaten. Wesentliche,Verschiebungen in der Tabelle gab es überhaupt nicht. Nur Ale­mannia Worms verdrängte den Sportverein Wies­baden vom fünften auf den sechsten Platz. Der Fußball fportoerein 1905 Mainz teilte mit der Sportgemeinde Höchst 1:1 die Punkte, Alemannia Worms schlug Sport­vereinigung Arheillgen 2:1; mit dem gleichen Siege über Hassia Bingen fuhr Germania Wiesbaden nach Hause, und Verein für Lei­besübungen Neu-Isenburg errang gegen den Sportverein Wiesbaden ein 1:0.

Dr. Peltzer siegt in Wiborg.

Heising f or s, 9. Okt. (WB.) Der deutsche Weltrekordlauser Dr. P e l h e r ging am Sams­tag in Wiborg zu einem Lauf über 1500 Meter tn den Start. Es gelang ihm, mit Ausnahme von Qlurmi, die gesamte Elite der finnischen Mittelstreckenläufer zu schlagen. Pelher siegte im Endspurt leicht mit 3,57 vor Eino Borg 3,57,9, Lagerstrvm 3,59,6 und Helgas 4,00 Min.

Speerwurfrekorde.

Die von dem 3nfterburger Schlokat am 18. September in Oslo erzielte Speerwurf­leistung von 64,60 Meter ist jetzt, nach Eingang der erforderlichen Unterlagen, von der D. S. B. als neuer deutscher Rekord of- stziell anerkannt worden.

Bei dem internationalen Sportfest in H «l - f in g f 0 r 6 stellt« am Samstag der Finne Penttilae, Wiborg, mit einem Wurf von 69,88 Meter einen Weltrekord im Speerwerfen auf. Die alte Welthöchst­leistung wurde von dem Schweden L i n d st r ö m mit 66,62 Meter gehalten.

Weltrekord Arne Borgs in Berlin.

Eine hervorragend« Leistung vollbrachle die deuttche Rekordschwimmcrrn Frl. Lotte Lehmann (Poseidon Dresden) beim Damenschwimmsest des Damen S. C. Germania 94 Berlin am Samstag im Berliner Luna park. Im 200 Meter-Freistil­schwimmen blieb sie mit der Zeit von 2:51,7 weit unter ihrer eigenen Höch st -

Das hat mit feinem Propagandageist der Geist von Locarno getan.

Sage man also nicht mehr, die ^Rückwir­kungen" feien ausgeblieben I

Eook steht sich offenbar nicht schlecht mit dem Geist, seine Schaflein brauchen nur einen Passier­schein, wenn sie mal schnell nach Mussoliniew hinüberrutschen wollen. Die Berge herunter stei­gen Lodencirnbem und Windjackenteutonen, die Fünfuhrlöffel plätschern in babylonischen Ur­tiefen, im Strandbad ist man überhaupt ganz unter sich. Man weiß nicht, ob man die Ame­rikanerinnen mehr wegen ihrer unerhörten Schlankheit oder wegen der Unbekümmertheit be- wundem soll, mit der sie sich zunächst einmal in den Sand setzen und ihre Strümpfe auf eine Meise auSziehen, die keinen Wunsch der ßerum- llegenben Herren unerfüllt läßt. Dann erst gehen sie in die Kabine.

In Ascona hat sich ein noch zwangloserer Lido ausgetan. Obwohl er eine halbe Stunde vom Städtchen entfernt ist, sieht man bie Aphro­diten gruppenweise in ihren Transparenten durch die Hauptstraße bummeln, die Scham geren mit einer Handvoll Rosenrot oder Resedagrün. für das der Ausdruck Badetrikot eine Grobheit wäre, ihre Reize unterstreichend. Das Auge de» Gesetzes steht wohlgefällig drein, wie e» sich für den paradiesischen FriedenSort gehört.

Uebrigen» tragen die meisten Gäste einen Freibries, ein AbsolutionSattest an der Brust ein runde» Wapperl. daS sie als Äonferenynit- glieber ausweist. ®» findet jetzt in Locarno immer eines jener beliebten internationalen Kränzchen statt, die sich gerne nette Gegenden auSfuchen und dank Fahrpreisermäßigungen und Vergünstigungen aller Art nie über schlechten Besuch zu flagcn haben. Und wie reizend ist es dann, in der Presse al» Weltkongreß ober Welt- kvnferenz zu erscheinen, gerade al» habe man es ernst gemeint

Der Strandphotvgraph als ebenso höflicher wie diplomatischer Mann weiß das. Gr über­fällt dich unverfeben» mit seiner Spiegelrefler- kamera, gleichgültig, ob du gerade das $ran»- bar«nte anhost ober gemessenen Schritte» in ben Konferenzlaal wandelst du auf der Promenade im Gespräch mit einem Staat» namt eine gute engur machst Tags darauf kannst km dich ausge­stellt tebev und für zwei Fiänkli mit nach Haus« ne. ntn. d«-liest du mr. Uulu oött etrefemann ober bloß Herr Märgeli.

Die Friedenspalme, die bisher nur in Witz­blättern, amtlichen Bankett reden und ähnlichen Mistbeeten gedieh, soll nun auf dem so be­währten Boden der vollzogenen Tatsachen ge­züchtet werben, in Locarno. Wie der Zeitungs­leser schon weiß, ist ein trefflicher Bürgermeister auf den Gedanken gekommen, deutsche unb fran­zösische Erde herbeitragen zu lassen, sie feierlich Alt vermengen und den Samen, der vom heiligen Geiste von Locarno befruchtet wurde, hinein- zubetten. Der Same wird keimen, aufgehen und gedeihen, eine» Tages ist die Palme da und damit der ewige Friede. Ja, so wird es sein. Ist nicht auch aus einem bescheidenen Hühnerei das nachher so berühmt gewordene Qlmerita ausgekrochen? Man muß nur den Mut haben, bie Sache auf bie Spitze zu stellen.

Freilich, auch Kolumbus wäre ohne Denk­mäler vergessen worden. Die Hotels ersten Ran­ges haben sich daher beeilt. Gedenktafeln an ihren Mauern anbringen zu lassen, in Marmor den Aufenthalt der ruhmreichenDelegationen", die hier den Frieden entdeckten, zu verewigen. Wer wüßte sonst .noch. daß zum Beispiel auch die Tschechen und Polen »dabei waren? Der Geist von Locarno ist, anders als Rübezahl, der bei allem Herumwandern fest im Volke wurzelt, ungemein flüchtig. 3n einer zarten Retorte ge­braut, besitzt er die Fähigkeit, durchs Schlüssel­loch zu entweichen, sowie «in Deutscher in« Zimmer tritt, um ihn zu sehen. Rur welt­abgewandtem Augenauffchiag glückt es, ihn zwi­schen Rosawolken und Silberstrrifen am Horizont zu erspähen, man darf e» also den ßocamefen nicht verdenken, wenn sie ibn vorsichtigerweise an die Wände spießen.

Am dauerhaftesten hat ihn der Wirt von AScona festgehalten. Beim ersten Schritt auf bie welthistorische Terrasse des Restaurants Sl- vezia fällt der Blick des erschütterten Fremd­lings auf eine in bie Wand eingelassene Grab­platte. auf deren Bronzeplakette sich Briand und Luther die Hand reichen, wie Goethe und Schiller auf dem Sockel in Weimar, wie, um e» mit angem:firner Feierlichkeit zu sagen, das Huhn, das keinen Tropfen Wasser trinkt, ohne einen Blick zum Himmel auf zu tun. Unb au» die'em Hän .'druck wächst unb wallt und toegt es auf. Palmen oedrl, Segelsslügel, Seft^- kcirsr iten. er. Fried« unb Wonne. l»ex! Das stedt da. In Treue fest. Dein auf ewig. Rur

leistung (2:55) und schlug chr« Rivalin Reni Erkens (Oberhausen). Durch ihr glänzende« Schwimmen rnanc ihr Verein auch in der 3XM'Meter-Freistilstaffel einen sicheren Sieg. Bille (Hamburg) mußte in der Da-nenwgenstaissl .5 <1(X> Meter eine Niederlage durch Germania y» (Berlin) e nstecken. Das 400 Meter. Freistil- ichwimren der Herren gewann Steinhaus hyru en) in guter Zeit vor Jung (Poseidon Berlin). 21 mc Borg erntet« in einem Schauschwimmen reichen Beifall.

Am gestrigen Sonntag bewies hier Arn« Borg lein Kannen mit einem neuen Welt­rekord in 880 "fards Freistilschwimmen, die er in 10:14.5 beroulfgte und mit dieser fabelhaften Leistung die erfLn 1" Mc er ging er mit 1:04 an verbesserte er die bisherige Höchstleistung um 13,5 Sekunden Die Einleitung bildete ein« große Damenbruststaffel, bie fcdoch von sechs startenden Vereinen niemand gewinnen konnte, da sämtliche Stapeln disqualifiziert werden mußten. Bille (Hamburg) bitte vor Nix« (Eharlottendurg) das Ziel als Erste erreicht. In der darauffolgenden gro­ßen Bruststaffel für Herren schwamm der DsD. von 1878 eine weit beste re Zeit als -am vorigen Sonntag und gewann so das Nennen sicher gegen keinen alten Rivalen Weißense« 96. Äm 100 Meter- Damen-Freistilschwimmen gelang es der Rekordhal- terin Frl. L. Lehmann die deutsche Meisterin. Frl. Reni Erken» in 1:16,8 überlegen zu schla­gen. Ein« Ueberrvschung bracht« da» T^amen-Brust- schwimmen 100 Meter, indem e» der deutschen Strommeisterin Frl. Zimmermann möalich war, in 1:33,6 die Europameisterin Frl. Schrader (Magdeburg) hinter sich ,zu lassen.

Eine Engländerin durchschwimmt den Kanal. Miß Merced«» Gleiße, eine englische Stenotypistin, Mc am Frcilagmorgen erneut zur Äanalübcrqucrung startete, konnte ihren achten Versuch erfolgreich gestalten. Bel ruhi­ger See. aber äußerst nichtiger Wafsertempera- tur. gefährdete der starke Rebel, bet die kühne Schwimmerin zeitweise von ihrem Begleitboot trennte, noch kurz vor Erreichung der englilchen Küste, bas Unternehmen. Trotzdem gelang c» bet Schwimmerin In 15',', Stunden ben Kanal z u bezwingen. Rach Erreichung ihres Ziel» fiel bie Englänbetin in Ohnmacht au» ber sie erst nach zwei Stunden erwachte. Miß G l e l tz « ist bie erste Englänbetin unb überhaupt bie dritte Frau, ber Die Kanaldurchquetung gelang.

Groher Opelpreis von Deutschland.

Die größte deutsche Radfernfahrt, bet Große Opelprei» von Deutschland, fand gestern tn der In Kassel begtnnenben 15. und letzten Etappe in Frankfurt a. M. ihren Abschluß. Die tm Frühjahr In Berlin unter außerordentlich starker Beteiligung be­gonnene Fahrt sah in Kassel nur noch vier Fahrer am Start. Die um bie SiegeSpalme ran­gen. Wie vorauSzusehen, ging Rubvlf Wolke sowohl im ©efamtnanement, alfl auch m ber Wertung ber Etappenfahrt selbst al» Siege« hervor. Der Start der 6-Klasse war stärker be­schickt, so daß tn dieser Etavp«. bi« al» Rennen» für sich gefahren würbe, sich fpannenbe Kämpfe abspielten. Die Strecke, die die Orte Kastel. Homberg, Ziegenhain. ÄlSfeld, Kirchhatn. (Sölb* Marburg, Gießen. Wetzlar ('Ik-rpfleflund). Butzbach. Friedberg. Vilbel berührte, ging über ungefähr 255 Kilometer. Die gefahrenen Zeiten sind m Anbetracht ber schlechten Beschaffen­heit der Straßen als sehr gut zu bezeichnen. DaS herrliche, klare Herbsnvetter war wohl zum Gelingen dieser Leistungen auch «tn nicht zu unterschätzender Faktor. Kurz nach 3 Uhr nach­mittag» gingen di« ersten Fahrer, die um 6.10 Uhr vormittag» in Kassel gestartet waren, durch» Ziel. Eine zahlreich« Menschenmenge batte sich zu beiden Seiten der Strecke innerhalb d«S Weichbildes der Stadt Frankfurt zum Emp­fang ber Fahrer eingestellt. Rachstehenb die Ergebnisse:

^-Klasse (Etappenfahrt Kassel Frank­furt a. M. als besonderes Rennen gewertet); 1. Rudolf Wolke, Chemnitz, in 8.54.00 Std.

der Tob soll uns scheiden. Ergreifend! Und darunter rn Gvlbbuchstaben

Am 7. Oktober 1925 legten hier Briand unb Luther den Grundstein zum Frieden von Locarno.

Kaum hatte ich dies gelesen, da sprang bie historische Katze auf ben Tisch, da» einzig« Lebe­wesen, daS bei der BeschwöruT^ de» Geiste» seinerzeit zugegen war. Sie hat seither dreimal Junge gekriegt, obschon sie nach den damaligen Zeitungsberichten über die epochemachende Un­terredung ein Kater war. Sine Reine Abände­rung de» Vertrages von Locarno, di« sich nicht umgehen ließ, da die Rachfra-T« noch der magi­schen Katze all« Erwartungen überstieg. Spleenige EngläTrderinnen zahlen jeden Preis für die Originalreligui«. Das Wundertier wird daher nach Bedarf erneuert, wie ber abgekrayte Tinten- flca aus ber Wartburg und da» zerschnitzte Bettgestell in Stratford on Avon.

Hochschurnachrichlen.

Der Professor Dr. Walther G 01han an ber Technischen Hochschule Eharlottenburg ist zum HonorarprofZ or in b:r philosophisch«n Fakultät der Universität Berlin ernannt wor­ben: gleichzeitig hat er hier einen Lehrauftrag für Paläobotanik erhalten.

Die amtliche Ernennung Professor Dr. Adolf Sievert» in Frankfurt zum ordent­lichen Prvfess"r der anorganischen Ehemic unb Direktor deS chemischen Laboratoriums in Jena Ist erfolgt. Der ordentliche Professor der Aka­demie der bildenden Künste in München Adolf Hengeler wurde auf fein Ansuchen zum 1 Ok­tober b. 3. in ben Ruhestand versetzt. Der Ehemiker Professor Dr. Adolf Kreutz. Privat­dozent für RahrungS- unb Genußmittel an der Darmstädter Technischen Hochschule, wurde zum Direktor der chemischen Prüfung»statlon in Darmstadt ernannt. D:r Professor ber Mathe­matik an ber Darmstädter Technischen Hoch­schule Geh. Rat Hermann Wiener trat am 1. Oktober in den Ruhestand

An Stelle des am 1. Of ober in ben Ruhe­st arid getretenen Gehe.m n R:gi rungSrat» Prof. Dr. Ot,o Ritter von Falke ist der Ministerialrat im Ministerium für Wissenschaft. Kunst und Volk.-. 1 dang G h.imer RegierungSrat Professor Dr. Wilhelm W a e tz 0 l d t zum Generaldirektor der Staatlichen Museen in Berlin ernannt worden.