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Franzöfische Blättsrstimmen
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DLe deutsche Unterzeichnung
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Frauen, Kinder und alle Habs« lassen. Der Erfolg des Mullah
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dis hauptsächlich auf sein Versprechen reiche« Beute Lurüctzufühven. Es verlautet, daß die britischen Behörden infolge dieser Vorfälle eins Aktion unternehmen wollen.
Kommunistenunruhen in Litauen.
Tilsit, 9. Sept. (WB.) Hier waren heute Ge- rächte von Kommuni st enunruhen in Litauen verbreitet. Genaue Nachrichten waren nicht zu erhalten. Tatsache ist jedoch, daß der Verkehr über die Tilsiter Luisenbräcke nach dem Memel- Gebiet um 4,30Uhr nachmittags gesperrt wurde. Gleichzeitig trafen litauische Truppen In Uebermemel ein, die die Brückenköpfe an der Luisenbrücke besetzten und die der Eisenbahnbrücke bewachten. Große Offizierspatrouillen halten das nördliche Memelufer unter Bewachung. Außerdem find von Memel im Lastkraftwagen noch Pogegen und Langßargen Truppen gesandt worden. In Pogegen hält eine Kompanie den Bahnhof unter strenger Bewachung. In Tauroggen soll es blutige Kämpfe zwischen Kommunisten und Militär gegeben haben. Die Grenzsperre ist wohl hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß die Litauer kommunistische Hilfe von Tilsit befürchten. Die mit dem Abendzug aus Memel in Tilsit eingetroffenen Reisenden berichten, daß in Memel vollkommene Ruhe herrsche.
Unruhen im Pundschnb.
Das Zentrum und Wirth.
Eine Kundgebung
für den Neichsschulgesetzeutwurf.
Berlin, 10. Sept. (WTB.) Gestern fand in Dortmund eine Sitzung des Parteivorstandes der Zentrumspartei in Verbindung mit dem Vorstand der Reichstaasfraktion statt. Vach einer eingehenden Besprechung der politischen und innerparteilichen Lage wurde einstimmig eine Kundgebung beschlossen, in der es heißt:
„Die Vereidigung und Forderung d«. Konfessionsschule hat seit jeher zu den vornehmsten Aufgaben und Grundsätzen der Zentrumspartei gehört. Im Verfolg dieses Standpunktes hat di« Zentrumspartei wiederholt die Sicherung der Konfessionsschule gefordert. Der zur Zeit zur Beratung vorliegende Entwurf eines Veichsschulgesehes entspricht vorbehaltlich notwendiger Verbesserungen im einzelnen diesem Verlangen. D e Vorstände dec Deutschen Zentrumspartei und der Reichstogsfraktion des Zentrums sprechen deshalb einmütig ihre Mißbilligung darüber aus, daß Angehörige der Zentrumspartei, sogar der Zentrumsfraktionen, in öffentlichen Kundgebungen sich bereits gegen den vorliegenden Reicb»r^'ilgesetz-
dieser Session vollziehen. Wir werden mit Recht die Kritik auf uns ziehen, wenn wir jetzt nicht mit größter Energie an diejenigen Aufgaben herantceten, die man gestern mit vollem Recht als den Prüfstein für die moralische Cxistenz- lerechtigung des Völkerbundes hingestellt hat, üe Fragen der allgemeinen Abrüstung.
Man kann nicht den Krieg verfemen, gleich- zeitig aber unsere Sicherheit ausbauen auf die Fortsetzung der Rüstungen. Die moralische Macht, die von dem Völkerbund ausgehen soll, wird auch für die Zukunft abhängen von den Staaten, die in der Welt die Herrschaft haben. Vor uns liegt das der Welt feierlich gegebene Wort, das die moralische Grundlage gab für die Entstehung des Völkerbundes, das besagt, daß die Abrüstung der Im Kriege unterlegenen Rationen die Voraussetzung fein solle für die kommende allgemeine Abrüstung. Wenn Sie dem Glauben an große Ideen eine Bedeutung beimesfen und mit Recht beimessen für die Entwicklung der Völker, dann dürfen Sie nicht den Glauben an die Heiligkeit des Völkerbundes fallen lassen.
Was vielen von Ihnen noch vorschwebt als Ergänzung vorhandener Lücken der Friedenssicherheit, werden Sie leichten und freudigen Herzens entgegengebracht sehen, wenn der Weltsriede, zu dem sich der Völkerbund bekennt, nicht mehr auf Bajonetten, sondern auf dem Geist des Glaubens und des Vertrauens ruht. Einmütig war der Jubel, der Herrn Briand entgegenbrauste, als er die Worte sprach: „Weg mit den Kanonen, weg mit den Mitrailleusen!" Mögen diese Worte ihre Bedeutung für alle Rationen behalten! Möge man, wenn man die neue Zukunft aufbauen will, sich daher auch darüber klar sein, daß diese neu« Zukunft nicht aufgebaut fein darf auf Mißtrauen, sondern auf gegenseitiger Achtung und Gleichberechtigung und daß man die volle Wirkung dieses Geistes bei keinem Volk bis in die letzten Verästelungen seiner Seele erwecken kann, solange es noch Kriegsgefahren ausgesetzt ist. Wenn wir feierlich dem Krieg absagen, müssen wir die Sicherheit der Völler begründen auf dem Geist, der diese Erklärung durchweht. Ist der Mensch das Höchste der Schöpfung auf dieser Erde, dann wende er alle seine Kräfte des Körpers und des Geistes an, um das, was in ihm ruht, zum Höchsten zu entfalten, zum Segen für sich und die Seinen, für die innere Heimat und sein Vaterland, aber Über das Vaterland hinaus für die Ziele des Zusammenwirkens und der Verständigung der Völker. Die Welt sieht dann ein Wettstreben um die Erreichung der höchsten Ideal«, aber sie sieht nicht wieder Waffen gegeneinander gekehrt. So lassen Sie uns Zusammenwirken in dem Kampf, der der schwerste und auch der ehrenvollste ist: „Im Kampf für den Frieden und die auf dem Frieden und der Gerechtigkeit aufgebaute Entwicklung der Völker."
Der polnische Delegierte Lokal
sprach dann gleichfalls unter größter Aufmerksamkeit des Hauses zur Begründung der polnischen Resolution, die er am Schluß seiner Red« «inbrachte. Die moralische Wirkung einer allgemeinen Erklärung der Völkerbund^versamm- lung, daß unter keinen Umständen ein An- §riffskrieg geführt werde, würde von erheblicher Zedeutung sein, um das Vertrauen der Völler in die Sicherheit zu starken: denn das sei die höchste und weitestgehende Hoffnung aller. Wir haben nicht das Recht, so meinte Sokal, zuzu- lassen, daß die Atmosphäre des Mißtrauens sich um uns verdichtet. Sicher feien Verträge besser als eine Erklärung allgemeiner Natur. Der Einwand aber, daß eine solche allgemeine Derpönung des Krieges das gleiche wie der Dölkerbundspakt selber sei, treffe nicht zu, weil man sich ja keiner gleichartigen juristischen Situation gegenüber befinde und weil der Pakt die Kriege nicht durchaus ausschließt, wie man das jetzt in der oben erwähnten Resolution erzielen wolle. Ebensowenig sei der Einwand berechtigt, man wolle den Pakt ändern. Cs handle sich darum, durch eine feierliche Kundgebung für den Frieden und die Abrüstung zu wirken und em; das sei
London, 10. Sept. (WTB. Funkspruch) „®ai(t) News" berichtet aus Alahabad: Die letzten Nachrichten von der Grenze ^*6- chen von ernsten Unruhen in Pund- schab. Dem berüchtigten Führer Mull a h Mahmud ist es gelungen, die Afridis so aufzuhetzen, daß sich 20000 von ihnen verschiedenen Tausenden anderer Stammesangehvrr- gen angeschlosfen haben. Diese Streitkräfte haben die Dörfer der mohammedanrschen Sekte Schias bei Kalaya südlich von Kohat im Pundschab angegriffen. Die Schias waren vollkommen in der Minderheit, kämpften jedoch sehr tapfer. Sie verloren 100 Mann an Toten, töteten aber mindestens 500 ihrer Feinde. Sie wurden ledoch ausgeplündert und mußten dabei ihre Häuser, Frauen, Kinder und alle Habseligkeiten im Stich
Hofes für alle oder einzelne Rechtsstreitigkeiten als obligatorisch anerkennen. Deutschland wird voraussichtlich sür fünf Jahre unterschreiben und ist damit die einzige Großmacht, die bisher die Fakultativ-Klausel angenommen hat.
Geheimrat Kastl Mitglied der Mandatskommission.
Genf, 9. Sept. (WTB.) Geheimrat K a st l, gefchäftsführendes Präsidialmitglied des Reichsver- banö«5 Der Deutschen Industrie, der aus der kolonialen Karriere heroorgegangen ist, wurde heute vom Völkerbundsrat in geheimer Sitzung zum deutschen Mitglied der Mandatskommission ernannt.
Berlin, 9. Sept. (WB.) 79 Vertreter des Reichsverbandes Landwirtschaftlicher Klein- und Mittelbetriebe, des Bayrischen Bauernbundes und des Deutschen Bauernbundes, vollzogen im Reichstagsgebäude die endgültige Konstituierung der Deutschen Bauernschaft. In den Vorstand wurden gewählt: Minister Fehr, Landwirt Evers- Sachsen, Hillebrandt - Schlesien, Marth- Pommern, K u h r - Emsland, Reime r s - Hannover. Der Geschäftsführende Ausschuß wählte zum Vorsitzenden den Abgeordneten Wachhorst de Wente. Unter einmütigem Beifall wurde der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß die organisatorische Einigung der Deutschen Bauernschaft bewirken werde, daß die deutsche Agrarpolitik eine Bauern-
treter erklären, daß sie von nun an keiner Sitzung des Stadtparlaments mehr beiwohnen und sich in keiner Weise an den städtischen Arbeiten mehr beteiligen würden. Dem deutschen Stadtverordnetenvorsteher wurde das Mißtrauen ausgesprochen. Die polnischen Nationalisten fordern auf Grund des Vorfalles die Auflösung der Kattowitzer Stadtverwaltung, zu der bekanntlich der Wojwode nach einer vor mehreren Monaten in Kraft getretenen Ausnahmeverordnung in jedem Falle der „Gefährdung staatlicher Interessen" das Recht hat.
Die „Polska Zachodnia", das Organ des Woje- - - - _ । woden, kündigt denn auch schon die Auflösung der
der SchledLgerrchtSK <. el. Stadtverordnetenversammlung an. Wenn auch amt- m t ia ßptxf (•TßoTff) Artikel 36 2 des lich darüber noch nichts Näheres verlautet, so muß
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glied oder Staat gegenüber, der die Klausel- | Mehrheit haben, beschlußfähig ist.
Verpflichtung übernimmt, die Gerichtsbarkeit des Internationalen Ger ich ts -
Die polnische Resolution
hat folgenden Wortlaut: „In Anerkennung der Solwarität, die die internationale Gemeinschaft verbindet, beseelt von dem festen Willen, die Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens zu sichern mit der Feststellung, daß ein Angriffskrieg in keinem Falle als Mittel für die Regelung von Differenzen zwischen Staaten dienen soll, und daß er aus diesem Grunde ein internationales Verbrechen darstellt, in Anbetracht ferner, daß ein feierlicher Verzicht auf diese Art des Angriffs dazu geeignet ist, eine Atmosphäre des allgemeinen Vertrauens zu schaffen, dem Fortschritt der zum Zwecke der Entwaffnung unternommenen Arbeiten förderlich ist, erllärt die Versammlung das Folgende:
1. Jeder Angriffskrieg ist und bleibt untersagt.
2. Alle friedlichen Mittel müssen für die Regelung von Zwistigkeiten, welcher Art immer, angewandt werden, die sich zwischen Staaten einstellen sollten.
Die Versammlung erllärt, daß für jedes Mitglied des Völkerbundes die Verpflichtung bestehl, sich diesen beiden Grundsätzen anzupassen?
Diese Formulierung entspricht inhaltlich im wesentlichen der vorgestern von den Juristen der beteiligten Mächte für die gemeinsame Deklaration vorgeschlagenen, ersetzt aber eine mehr in Wunschform gehaltene durch eine etwas verpflichtendere Lösung.
Der italienische Delegierte Senator Sclaloja,
kam zu einer schroffen Ablehnung des polnischen Entwurfes. Scialoja betonte zunächst, daß es keine brauchbarere und wirksamere Formulierung für die Sicherheit gäbe, als die bereits im Völkerbundspakt festgelegten Bestimmungen. Er verlas Art. 10 des Paktes und sagte, die Bestimmungen dieses Artikels gingen weit über das hinaus, was der polnische Vorschlag enthalte. Jede neue Entwicklung habe eine gewisse Zeit zur Reife und Auswirkung nötig. Ein Versuch, bip Entwicklung des Völkerbundes zu überstürzen, könne zu einem völligen Fiasko des Bundes führen. (Chamberlain applaudierte leb-
gegenseitiges Mißtrauen zu auch «ins der wertvollsten Ergebnisse des Locarnopaktes gewesen. Die Llbrüstung sei möglich, sobald ein zusammenhängendes System der Sicherheit im Bewußtsein der Völker verankert sei. Die Tatsache, daß über die Abrüstung noch nicht völlige Einigkeit bestehe, sei durchaus mit einer gemeinsamen Erklärung der Dölterbundsmächte in dem geforderten Sinne verträglich.
Berlin, 9.Sept. In der Kattowitzer Stadtverordnetenversammlung kam es gestern zu einem Auszug sämtlicher polnischer Vertret e r. In der Sitzung wurde über die Schließung der drei unteren Klassen der städtischen Mittel- schulen verhandelt, die deutscherseits als eine starke Benachteiligung d e r deutschen * '' igesehen wird. Die deutsche Frak-
Magistratsvorlage ab und ver-
Lus aller Welt.
Schweres Explosionsunglück bei einem Schulausflug.
In Burg bei Magdeburg ereignete sich bei einem Schülerausflug, ein schweres Änglück. Auf dem Toxfelde, wo früher eine Munitionsverteilungsanstalt Geschühmunition verlegte, fand ein Schüler einen Zünder. Ehe der Lehrer dem Knaben den gefährlichen Fund abnehmen konnte, warf dieser den Zünder beiseite. Eine gewaltige Explosion erfolgte. 15 Schulkinder erlitten teilweise sehr schwere Verletzungen. Transportwagen des Magdeburger Krankenhauses waren bald zur Stelle, die die verwundetes Kinder fortschafften. Mehrere Kinder schweben in Lebensgefahr.
26 Mädchen eines Ferienheims in Bergnot.
Bei einer Bergwanderung im Salzburgischen waren 26 Mädchen im Alter von 6 bis 14 Jahren, Zöglinge des Mondseer Ferienheimes, während eines heftigen (öturmeä vom Wege abgeraten. Sie schwebten an einer steilen Felswand in Lebensgefahr. Die Rettungsep-edition von St. Lorenz rettete die völlig erschöpften Mädchen, indem sie sie einzeln über die Felswand abseilte. Die Rettungsarbeiten dauerten die ganze Rächt über. Ein Mann der Expedition wurde durch Steinschlag verwundet.
Raubüberfall im Eisenbahnabteil.
In dem Rachtpersonenzua Meiningen — Eisenach wurde zwischen den Stationen Immelborn und Salzungen ein Raubüberfall ausgeführt. In ein halb dunkles Abteil drang ein Räuber, der den einzigen anwesenden Passagier unter Vorhaltung eines Revolvers zur Herausgabe seiner Barmittel aufforderte. Dabei entstand ein Handgemenge, bei dem der Heber* fallen« versuchte, die Notbremse zu ziehen Dem Räuber gelang es, den Passagier an die Tür zu drängen und aus dem fahrenden Zuge hinauszuwerfen. Der Äeberfallene erlitt schwere Verletzungen an Kopf und Händen, vermochte sich jedoch bis zur nächsten Station zu schleppen. Dem Täter ist man bereits auf der Spur.
Schweres Explosionsunglück in London.
Im Westen von London brach in einer Fabrik, in der Filmabfälle verwertet werden, «in Brand aus. Die gesamten Fiimvorräte explodierten. Die zur Zeit der Explosion in den Fabrikräumen tätigen Männer und Frauen, etwa 40 an der Zahl, konnten sich nur zum Teil retten. Mehrere sprangen mit brennenden Kleidern in einen neben dem Hause stiebenden Kanal. Vier Frauen wurden getötet, sechs Personen trugen zum Teil schwere Verletzungen davon. Das Feuer griff auch auf eine Garage über und zerstörte eine Reihe von Automobilen und Motorrädern.
Ein neuer Flugzeugtyp.
Aus dem Flughafen Bremen wurde von Direktor Wulf der Focke-Wulf-Flugzeugbau- atttengesellschaft ein neuer Flugzeugtyp eingeslv- gen, 5er eine vollständige Neuheit auf dem Gebiete des Flugzeugbaues darstellen soll. Bei diesem Flugzeug, der Focke-Wuls-Ente, liegen nämlich die großen Tragflächen rückwärts, während Schwanzflossen und Steuer vorn eingebaut sind. Diese neuartig« Konstruktion soll ein Heber» schlagen des Flugzeuges bei Start und Landung unmöglich machen und überhaupt auch bei Fehlern des Flugzeugführers die Gefahr des Absturzes sehr erheblich vermindern.
Die Wetterlage.
0 Wolkenlos. <3 neuer nein oedecKt ® woikiq. ®Gedeckt .regeix »Schnee & Graupeln e HePti K Gewiiter.(§)windstiiie.O seh» leichter Osi massiger Südsüdwest A stürmischer «ordwest Oie Pfdie fliegen mit dem »rinde. Oie veinen Stationen stehenden Za» Ifn geben die Temperatur an. Oie Linien veromdeo Orte mit gleichen auf eueresniveao umgerecBoeteo Luftdruck
Wettervoraussage.
Das skandinavische Tief hat seine Lage wenig verändert. An seiner Rückseite bringen polare Luftmassen vor, die bereits die Wetterlage veränderlich gestalten. Wechselnd« Bewölkung mit Aufklaren und vereinzelten Schauerregen treten auf. Die Rückseitenwirkung erhält zunächst den Witterungscharakter, so daß morgen die Wetterlage wenig Aenderung zeigen wird.
Wettervoraussage: 'Weiterhin veränderlich, wechselnd wolkig mit Aufheiterung. Temperaturen außer vereinzelten Schauerregen trocken, um West drehende Winde.
Witterungsaussichten für Montag: Roch Fortdauer der herrschenden Wetterlage.
Lufttemperaturen am 9. September, mittags 16,2 Grad Celsius, abends 15 Grad Celsius: am 10. September: morgens 14,8 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 9. September: 15,7 Grad Celsius; am 10. September 14,9 Grad Celsius. Maximum 16 Grad Celsius, Minimum 9 Grad Celsius. — Niederschläge 0,0 Millimeter.
haft.) Scialoja erklärte weiter, die polnische Resolution bedeute eine Täuschung der öffentlichen Meinung über die Durchführbarkeit der in ihr gekennzeichneten Ziele. Der Fehler, den man beim Genfer Protokoll gemacht habe, bestehe in den übertriebenen Hoffnungen, die man auf die Grundsätze dieses Protokolls setzte. Nun begehe man den entgegengesetzten Fehler und übertreibe die Kritik und das Mißtrauen an der Tätigkeit des Völkerbundes. Mit allen Mitteln müsse jetzt versucht werden, das Gleichgewicht zwischen beiden Tendenzen herzustellen, und das sich gegenwärtig dokumentierende zu weitgehende Mißtrauen gegenüber dem Völkerbund zu überwinden.
Die Erklärung Scialojas hat in allen Delegationskreisen tiefen Eindruck hervorgerufen. Man glaubt, daß diese schwere Kritik an dem polnischen Entwurf die Haltung vieler Delegationen beeinflussen wird. Die Erklärungen Scialojas bedeuten zweifellos eine vollständige, wenn nicht vernichtende Ablehnung der polnischen Vorschläge.
Berliner Presseecho.
„Eine ^ehr korrekte Völkerbundsrcde".
Paris, 10. Sept. (W.T.D.-Funkspr.) Die
Genfer Rebe des Reichsaußenministers toirb_ in i Interessen an der hiesigen Presse allgemein als eine ausdrück- tton Zehnte die ______
liche Bekundung des deutschen <!>-rledenswlllens ( tc namentliche Abstimmung. Darauf verließen gewürdigt. So schreibt der Berichterstatter des bie polnischen Parteien geschlossen den Sitzungs- „Journal", der gestrige Tag hat die sehn- rQQ( unb ließen nach einiger Zeit durch ihren Der- lichsten Hoffnungen aller derer erfüllt, bte den > 1 • —• - - " — —
Krieg verdammen, und der Menschheit eine neue Wiederholung seines Grauens ersparen wollen. — Der „Matin" erklärt, daß die Großmächte wiederum die Leitung des Döllerbundes übernommen haben und daß die internationale Genfer Regierung einem Vertrauensvotum entgegensehe. — Selbst der nationalistische „G a u l o i s" muß zugeben, daß Deutschland gestern als der Pionier der Defrieduvg Europas
enttourf ausgesprochen haben, ohne erst eine weitere Beratung abzuwarten. In der letzten Zeit sind in gegnerischen Blättern von Parteimitgliedern Angriffe ehrenrühriger Art gegen Persönlichkeiten, die Vertrauenspersonen der Partei in verantwortungsvollen Stellungen sind, erhoben worden. Die Vorstände weisen dieses illoyalei und jeder Zentrumsgesinnung bare Verhalten mit Entrüstung ab. Wer mit solchen Waffen für feine politische Meinung kämpft, kann nicht mehr als Zentrumsmann, geschweige denn als Zentrumspublizist angesehen werden."
Anläßlich der Schulungswoche der westfälischen Windthorstbünde in Soest sprach am Freitag abend Reichskanzler a. D. Dr., Wirth in einer öffentlichen Kundgebung. Er erklärte, die Feinde der Republik suchten mit der Debatte zum neuen Schulgesetzentwurf das Gebäude des Dolksstaates zu unterwühlen. Er betonte, daß neben der Bekenntnisschule auch die Simultanschule bestehen , müsse und wies die Behauptung zurück, er sei gegen di« Bekenntnisschule. Die Erhebung der Simultan- Derlin 10 Sept. (TU.) Die Rede Dr. I schule in die Sphäre edelsten deutschen Geistes Stresemanns ' in Gens findet in der Berliner fei eine ebenso hohe Aufgabe, wie die Sicherung Press«, soweit sie dazu Stellung nimmt, ge- der Bekenntnisschule.
teilte Aufnahme. Die „D. A. Z." mihi
die Hauptbedeutung in der Rede Dr. Stresemanns MDiqillUUZluiiy
der außerordentlich prägnanten Herausarbei- bet Deutschen Bauernschaft, tung des Gedankens zu, daß die moralische 1 Existenz des Völkerbundes davon abhängig ist, ob die feierliche Verpflichtung der Mitgliederstaaten zur Abrüstung ebenso durchgeführt wird, wie Deutschland entwaffnet wurde. — Die „Voss. Ztg." sieht einen Vorteil darin, daß die Rede posittv gewesen sei und keine Vorbehalte enthalten habe in Dingen, von denen heute jedermann wisse, wie das deutsche Volk über sie denke. — Der „Lok. -Anz." nennt sie eine politische Enttäuschung, weil man sanfter als Dr. Stresemann wohl keine Kritik an der Unzulänglichkeit des Völkerbundes üben könne. — Die „Deutsche Tag es ztg." bedauert, daß Dr. Stresemann es versäumt habe, der Anzu- riedenheit Deutschlands mit den Auswirkungen der von uns in Locarno für den Frieden , & z
der Welt einzig dastehenden Opfer in klaren P01 m t061 und entschiedenen Worten Ausdruck zu ver- Im ^lODCHlbCt
leihen, und daß er nicht mit aller Deutlichkeit
auf die wahre Friedensgefährdung NeUWahleN IN Hessen.
hingewiesen habe. — Die „Kreuzzeitung" wzn. Darmstadt, 9. Sept. Wie jetzt end- vertritt die Auffassung, daß die Rede e ne Rmhe gü({ig feffffeljf, finden die Neuwahlen zum hefsifchen gerade der wichtigsten Punkte hinjichtlich der ^nndtaa in dec zweiten Hälfte des Mo- deutschen Wünsche und Forderungen uner° I n G t Q jtooember statt. Der jetzige Landtag wird wähnt lasse und da, wo sie die deutschen >snter° oor jeiner offiziellen Schließung im Oktober vorher essen wahrnimrnt, nicht von der nötigen Scharfe nc(u 3U e,ner furzen Tagung zufammentreten. und Klarheit sei. Dr. Stresemann habe sich, wie es 1 cheine, wieder einmal die Initiative aus der Hand nehmen lassen. — Der „B o r s e n k u r i e r" meint, Stresemann habe eine sehr korrekte Völkerbundsrede vorgetragen, der man anmerkte, wie oft sie gesiebt worden sei. — Der „Vorwärts" sagt, Dr. Stresemann habe unzweifelhaft durch diese Rede Deutschland einen


