Nr. 58 Drittes Blatt
Lietzener Anzeiger (Leneral-Anzeiger für Äderhessen,
jüiinersiag, (ü. ttiarz 1927
Jur Einführung der Sütterlin-Schreibweife in unseren Volksschulen.
Don Ot&rrr Dr. öubttng Balser. 5>aubringcn.
Am 29. 2luqust »origen Jahres erließ da» Kreisschulamt Gießen an die Landschulen eine Verfügung. In der mitgeteilt wurde, daß die Bindung an die bisher vorgefchri ebene Rormal- fchrififormen aufgehoben fei. Deikerhm wurde der Lehrerfchaft empfohlen, sich mit der in vte- len deutschen Ländern bereit- mit grohem öt- fvlge eingeführten Sütterlin-Schreibmethobc zu befassens von einer allgemeinen Einführung dieser Methode solle vorläufig abgesehen, dagegen sollen tn den Schulen praktische Dersuche zugelassen werden.
Ueberzeugt von dem erheblichen Fortschritt, den die Sütterlin-Methode gegenüber den hessischen Normalschristformen hat, werden Im neuen Schuljahr sicherlich manche Lehrer von dem Hinweis deS Kreisfchulamtcs Gebrauch machen und sie einsühren. Damit nun das Elternhaus nicht unmittelbar vor diese Aeueinlührung gefüllt wird, um ihr auch in Laienkreisen die Wege zu ebnen, und einer falschen Kritik vorzubeugen, gebe ich folgende Ausführungen:
Bereits im Jahre 1911 hielt Sütterlin in 'Berliner DolkSschulen in Arbeitsgemeinschaften Schreibkursc ab, in denen jede Duchstabensorm eingehend besprochen wurde. Die hier erarbeiteten Schrift form en wurden vom Kultusminister einem SachverständigenauSschuh zur Prüfung oorgelegt, gutgeheis'en und angenommen Obwohl die Einführung-Versuche während deS Krieges durch Ein- derusung der Lehrer, Zusammenlegung von Älaf- sen und sonstige Schwierigkeiten stet- behindert wurde, war die Methode 1917 doch schon in den Berliner Schulen, den Landschulen der Rßein- prvvinz und der Provinz Westfalen eingesühn worden. Seit dieser Zeit hat sie aber noch in vielen anderen deutschen Ländern Eingang gefunden.
Wenden wir unS nun zu dem Wesen der neuen Schreidtveise, wie sie Sütterlin in feinem .Neuen Leitfaden für den Schreibunterrichl" mit Abbildungen anschaulich erläutert. Wohl das am stärksten in die Augen fallende Merkmal unserer gewohnten Schrift ist die starke RechtSncigung, wodurch sich die Hohlräume aller kreisrunden Formen an v. a, r. v usw. stark in die Länge gezerrt haben. .Das Seitenbild enoeit daher stark den Eindruck, als sei mit einem 5<amm durchgesahrcn worden" Die erste WesenSänderung durch 6üt- terlln war daher die Ausrichtung der Schrift auS der schrägen in die Steillage. Wertlose .Schreiberkunste . wie der überlünstliche Flammenstrich bei I, F, K u. a. der Teilstrich in S muhten, um die Schreibslüsfigkeit zu heben. aus- gemer^t werden
Die absichtliche Abstimmung in der Strich- stärke, die ein fliehendes Schreiben stark behindert und zu einer kiampshaften Federhaltung führte, wurde ebenfalls beseitigt. — Großbuchstaben, die keine Verbindung mit den Nachbarbuchstaben zu- liesten, oder deren Ausführung ein zwei-, dreimalige- Aufheben der Feder erfordern, denken wir an das F. P. T u. cu. wurden derart geändert. bah sie in einem Zug geschrieben und zugleich mit dem Nachbarbuchstaben verbunden
werden konnten. Der U-Xogen. bet in t, T, f. k lein säuberlich abgelebt werden muhte, wird mit dem Abstrich in einem Zug eingefügt. — Zur Erreichung einer gröberen Deutlichkeit dient dir gtbhere Weite der Schriftzeichen, ihre Steilheit und die Befreiung der Zeichen von allem entbehrlichen Rankenwerk. — Zur stärkeren Unterscheidung ähnlicher Formen, wie bei den lateinischen Großbuchstaben H. P. T. wurde an Stelle der kapitalen" die .unzialc', d. h. die auf bk Druckschrift zurückgehende Grundform gewählt Zur letzteren Erlernst ar keu trägt bei. dah bk Formen der Neinen lateinischen Buchstaben aud) für bie groben benutzt werden (C. M. N. V. W. X, Y. Z). — Dah bie Maßvcrhältnisse betritt ver- änbert würben, dah bie Mit'el-, Ober- und Unterlängen bet Dchristzcichen gleich sind, trägt ferner zur leichteren Einprägung bei und gib! dem Schriftbild ein gefällige- Aussehen. Obwohl die Grundformen der Sütterlin-Schrilt sich nicht wesentlich von unserer gewohnten Schulschrift unterscheiden, macht sie doch den Eindruck etwas völlig Neuen.
Die gleichmähige Stärke der Zeichen. Weiterung der Formen, die schwungvollen Bögen an Stelle der langgestreckten Kurven, die Ausrichtung der Grundstriche geben dem ganzen Schriftbild ein äußerst übersichtlich, geschlossenes, wohl schlichtes, aber trotzdem formenreiches Aussehen.
Was nun das Dchreibwerk;eua betrifft, dessen Beschaffenheit von größtem Einfluß auf die Hand- schrist,ift. so fordert die Sütterlinschreidweise auch wesentlich Neues. Bei der gebräuchlichen spitzen Stahlfeder konnte die Strichverstärkung nur durch einen willkürlichen Druck mit den Fingern her- vvrgerufen werden. waS die Schreibslüsfigkeit stark behindert und zu einer krampfartigen Haltung führt. Das Schriftbild wurde unregclmähig. Dagegen erfordert das regelmäßige Schriftbild der mittelalterlichen Schreiber noch heute unsere Derwunderung. Dies dürfte in der Hauptsache darin feinen Grund haben, daß die Gänsekiel- oder Nohrfeder unserer Altvordern nicht in einer Spitze endigte, sondern in eine flache Kante. 3n der Längsrichtung geführt, ergab diese Feder einen Grundstrich, in der Ouerrichtung dagegen einen Haarstrich. Die Feder glitt leicht über das Papier hin, jeder willkürliche Druck war ausgeschlossen. und die Verstärkung muhte immer in derselben Richtung erscheinen. Diese strenge Desel-mähigkeit in der Strichstärk« ist die Schönheit dieser alten Handschriften. Ze fpitzer die Feder wurde, und in der Herstellung der Feinheit der Spitzen wurde das Bi. glichst« geleistet, desto mehr muhte die Haltung in die Aichiung de- Grundstrichs gebracht werden, roeim die Feder überhaupt noch ihren Dienst versehen sollte. Eine spitze Feder zwingt daher zu einer gesundheit- widrigen Haltung. Daher ist es ganz naturgemäß, dah Sütterlin zur Dreitkantseder zurück.ehrt. Aut bie An der Schreibhefte, Lineatur usw. cinzu- 3ehen, erübrigt sich im Rahmen dieses Aufsatzes. Interessenten sei gesagt, dah dieSütterlin-Schreib- hefte unter dem Namen ,. Diktoria-Schreibtzefte" im Handel find.
Märtyrer der Liebe.
Roman von 3. Schneider-FörstL
20 Fortsetzung Nachdruck verboten
Merkens Körper schlug schwer gegen einen Stamm, glitt und blieb reglos, das Gesicht zur Seite gewandt, liegen.
Drunten im Fluste lispelten bk Wellen weiter, neckten und haschten sich Im Mondenglan). Hoch oben in der Weißtanne, die den Toten umschattete, wispelte ein Vogelpaar im warmen Nesi: „Mutter, wo bleibst du so lange?" Schlaf nur, Mutter wird nie wiederkommen! (Befanden! Erschossen! Eines weniger auf Erden, was tut’s?
Als Merken um Mittemacht noch immer nicht zurück war, suchte man ibn.
Der große Hühnerhund fanb als erster die Spur des 5)errn. Elisabeth jagte ihm nach, den Hang hinunter.
„Vater!" gellte es durch den Hochwald.
Sie warf sich über ihn und drückte ihren jugend- mannen Körper gegen feinen starren, erkaltenden. Dann brach ein Flehen aus ihrem Mund! Herz- zerreißend! Zn allen liefen wühlend.
„Vater, sag' mir doch, hat es jo kommen muffen? --Müllen?"
Keine Antwort.
„Warum hast bu mich nicht mitgenommen? Haft nicht gewußt, daß Ich mit dir gehen wollte durch die Seit — betteln — hungern, in zerrissenen Schuhen gehn!--Vater, warum hast du mich
nicht mitgenommen?"
Der schlanke Mädchentörper stemmte sich etwas auf, al» könne feine leichte Last den Toten drücken. Mit beiden Händen tastete Elisabeth über dessen Gesicht
„Vater! Nur einmal noch! Fragen will ich dich! Bist du freiwillig gegangen?--Vater!"
Sie preßte ihren Mund an den feinen, legte ihr Ohr dagegen: die Lippen des Schläfers öffneten sich nicht. Stumm! Kein Laut! Kein Ton! Du sollst mich ruhen lasten, mahnten die geschiostenen Augcn. Was qHälft du mich? frug der schweigende Mund Hab' ich es nicht lange genug ertragen, das Leben?
„Du hast mich nicht llebgehabt!" wimmerte bas Mädchen. „Was habe ich getan, daß du dich fort
geschlichen haft von mir ? Keinen Kuß zum Abschied, kein liebes Wort auf den langen Wcg, oon dem du wußtest, daß du nie wieder zurücktommst!"
Mit beiden Ar-nen umschlang sie ben Toten: ,2ch la6 dich nicht! Du warst mein Letztes! Ich habe ja sonst nichts mehr im Leben als dich! — — Nichts als dich!"
Zwei Arme faßten sie behutsam unter und hoben sie liebevoll empor.
„Komm, mein Armes!" sagte Reichmann und bettete ihr Gesicht an seiner Brust.
Sie schrak auf, machte sich von thm frei und kniete im nächsten Augenblick vor ihm im Moos.
J)ilf mir! — Er kann ja nicht tot sein! 0 bitte! Bitte!"
„Ja, Elisabeth!'
Er hob sie von neuem empor und warf einen sichenden Blick zu HilberU hinüber, der mit chm in seinem Wagen gekommen war.
„Vielleicht ist noch NeMtng möglich!" jagte dieser mit heiserer Stimme und drückte Elisabeths kalte Hände.
„Bitte!" hauchte sie mit starren Augen.
„Du mußt ganz ruhig sein. Elisabech!" mahnte Reichmann. „Er könnte dich hören, wenn du so klagst!"
Sie preßte die Lippen auseinander und gab feinen Laut mehr oon sich, sah nur unverwandt zu Hllbertt hinüber, welcher den Toten zu untersuchen begann.
Von den beiden Aerzten hatte es ]eiter sofort oe sehen, daß es nichts mehr zu reiten gab. Aber (Elua deth sollte noch eine letzte Gnadenfrist geschenkt br kommen. Ein letztes, kurzes Hoffen.
Hilbertt wagte den Kopf nicht zu heben. Wenn er aufsah, mußte er in ihre schreckenstarren Augen schauen. Das konnte er nicht
„Tot!" sagte er kaum hörbar und legte trotzdem das Ohr noch einmal an Merkens breite, atemlose Brust.
Elisabech knickte zusammen.
Reichmann stützte sie liebevoll, sic hörte von allem, was er sagte, kein Wort. Aber «r war da. Jemand, zu dem sic sich zugehörig wußte. Der Mann, in dessen Händen sie morgen Die ihren legen würde, daß er ihr Trost und Weggenosse fei. Er ’ührte sie langsam die Böschung hinauf zum Da-
Betrachten wir nun noch die Schreibhaltung der alten und der neuen Schreibweise vorn gesundheitlichen Standpunkte aus. fo ergibt sich folgendes Resultat: Die Schretbbewegung setzt sich aus der Bewegung der Finger und des Handgelenk- zusammen. (Smc Schreibbewegung der Finger allein würde link-kchrägc. eine solche deS Handgelenks allein eine rech'Slchräge Richtung der Buchstaben ergeben.
Bei gleichmäßigem Gebrauch beider Bewegungen entsteht die Steilschrift. Diese setzt nun auch eine natürliche Heftlage vvrau-, d. h. das Heft liegt vor der Körpermitie und fein unterer Rand läuft gleich mit der Lischkante Bei unterer seitherigen Schulschrift hat man aber dem Dorbild der erwachsenen Schnellschreiber gemäß eine Ucberedlage des Hestes verlangt, d. h. das Heft muhte in einem Winkel von 45 Grad zur unteren Tischlante liegen. Seitens der Aerzle sind nun folgende Einwände gegen eine solche Schreiblage gemacht worden: .Dem Auge ist es unangenehm, schrägen Linien zu folgen. Die Kinder sind daher bei schräger Heftlage immer in Versuchung, den Kops nach links zu neigen, um bell» Augen mit der Zeile in eine Ebene zu bringen. Dieser Kops- betoegung folgt aber bald der Rumpf, um eine starke Knickung des Haise- zu nennetben. ilnb um den verschobenen Schwerpunkt des Kö pers wieder mehr nach recht- zu verlegen, muh die Wirbelsäule eine Krümmung machen mit der Hvhlseite nach links. Diese üble Körperhaltung kann auf die Dauer mancherlei körperliche Schäden zur Folge haben, dauernde Rückgratverkrümmung und Schiefwuchs des Körper- und in Verbindung damit Gefährdung der Organe der Atmung und des Kreislaufs. Bor allem aber sollen die Augen durch diese schlechte Körperhaltung schwer geschädigt werden, und man glaubt, eine Ursache der heule so verbreiteten Kurzsichtigkeit in der gesundheitswidrigen Schreibhaliung zu erblüfen.“
Ebenso wie diese Heftlage war auch die feil' herige Federhaltung, die statt naturgemäß nach rechts, am Ohr vorbei ^>der über die Schuller -eigen mußte, gezwungen unnatürlich und erzeugte bei längerem Schreiben den Schreibkrampf. Da dabei das Auge die Spitz, der Feder nicht sehen konnte, trat eine unwillkürliche Linksneigung deS Kopfes ein. Daher verlangt die neue Schreibweise eine natürliche, bequeme Haltung so wie der Zeichner feinen Bleistift hält.
Zum Schluffe sei noch einigen Urteilen aus dem Erlasse der Preuß. UnterrichtSverwalttmg vom 20. April 1926 über den Erfolg der 6üt- terlin-Schreibweife hier Raum gegeben: „Die auf den Runderlaß vom 29. II. J924 - U III A 138 erstatteten Berichte sämtlicher Regierungen, in deren Bezirk bie Süuerlin-Schrcivweise bisher erprobt worden ist, stinnnen darin überein, das; sich durch chre Anwendung der allgemeine Stand des SchrcibunterrichtS bceutenb gehoben Hal Nicht nur sind die Schristzeickxn Rarer, ausgeglichener und lesbarer geworden, sondern auch die einzelne Schristseit« als Ganzes bildet ein wesentlich befriedigenderes Gesamtbild als es die frühere Schreibweise ergab Besonders hervorgehoben wird, daß sich auch die Schrift der sogenannten Schl.chtschreiber schon kurz nach der Einführung der Sütterlin-Schrick bcdeu.eud ver- bessert hat. Die Borzüge der Sütterlin-Schrift haben, wie Gutachten von GeschältSfirmen und HandelSdirekioren betreten, auch in Kaufmanns- [reifen Beachtung gefunden und zur Anweisung
der Schrift in Handelsschulen geführt. Auch hier ging daS Umkmcn schnell, und die erzielten Erfolge waren, namentlich bei Schlechtschrcibcrn, hervorragend gut. usw."
Möge auch der Qtrfubrung der Sütterlin- Schrift in unfern hessischen Scholen guter Erfolg beschickten fein!
Kirche und Schule.
Lehrgang beö Cvang. Vnndes in Mainz.
2. Für die Zeit vom 14. bis 16. Mörz plant der Evangelische Bund in Mainz in den Räumen des Evangelischen Bercinshauses die Abhaltung eines Lehrgangs, in dem namhafte Persönlichkeiten sprechen werden. Tkr- handlungsgegenstand sollen die kvnsefsioneüe Frage, die Mischehensrage und die Arbeit des Evangelischen Bundes in der Gegenwart sein. Am Montag. 14. März, wird abend- in einer össentlichen BollSversammlung der Vorsitzende deS hessischen Hauptvereins des Evang. Bund«-, Pfarrer 1>. Waitz- Darmstadt, über .Die gegenwärtige Kulturkrisls und die Kräfte zu ihrer llebcrtoinbung sprechen. Sine zweite öffentliche Versammlung ist für den Abend deS 15. März vorgesehen, für den UniversitätSprofesfvr D. Hans Schmidt- Gießen als Redner über daS Thema: »Luthers Llebersstzung deS 46. Psalms" gewonnen ist.
* Rainrod, 8. März. Gestern fand hier unter Anteilnahme der ganzen Gemeinde eine Kirchen Vorstehertagung statt, die von etwa 200 Kirchenvorstehem und Kirche naeme»nde- vertretern besucht war und von Dekan v c r i b a- Sichelsdors geleitet wurde, Der vorausgehende Sonntag brachte der Gemeinde einen erhebenden Festgottesdienst (Prediger. PsarrerM c m- m c r t. Ober-WidderSheim). einen Kinder- So 11eSdienst (Pfarrer Waldeck- Darm- adt) und einen Gemeindeabend, der Bilder aus der Inneren Mission vor die Seele stellte. Die gestrige Tagung wurde durch eine eindrucksvolle Predigt von Oberkirchenrat W a g- ner-Giehen eingeleitet, an die sich ein Dorlrag von Pfarrer Waldeck Lber.K indergottes- d i e n ft c“ anschloß. 3n der am Nachmittag in einem Saale statt findenden Aussprache wurde mehrfach betont, daß zwar Kindergottcsdie.iste in einer Gegend, in der die Schüler die Gottesdienste noch regelmäßig besuchen, kein dringendes Bedürfnis seien, aber der Wille vorhanden sei, so weit es die Derhältnisse gefiatlen. Kindcr- gotteSdienste einzuführen. Alsdann zeigte Pfarrer Köhler-Nidda in seinem Bortrage ..Die Pflege des Friedhofs und der Umgebung i er Kirche" vorhandene Mängel und Wege zur Abhilfe und berührte besonders Einfriedigung, Bepflanzung. Blumenschmuck und Grabdenkmal.Dank der guten Vorbereitung durch den Kirchenvorstand Rainrod nahm die Tagung einen glänzenden Tkr- Tauf. Ganz besonders ist die reiche musikalische Ausgestaltung des KirchenfefteS durch Lehrer
Sprrcktslundcn der Redaktion.
12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen.
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gen, der auf der Straße seine Scheinwerfer spielen ließ.
Der Chauffeur legte die Hand an die Mütze. Zn seinem Gesicht stand ehrliche Teilnahme. Die Baronesse Merken würde eine gute Herrin fein. Es würde sich ohne Zank mit ihr unter einem Dachc leben lassen.
Sorgsam legte er die mitgenommenen Decken zurecht, in die Reichmann seine Braut nun hüllte. Ein Fieberfrost schüttelte chren Körper Hilbertt sah be sorgt nach ihr hin.
„Schenke deine ganze Sorge deiner Braut!" sagte er halblaut. „Das andere überlasse mir!"
„3a, tu mir die Liebe, Hans Zorg!"
„Wer bringt Vater nach Hause?" frug Elisabech mit leisem Weinen.
..Es wird alles geregelt, Kind! Sei ganz ruhig und suche dich zu faßen. Ich bleibe die Nacht über in Ludwigstal. Allein mit dem Toten Iah ich dich nicht."
Mit einem dankbar müden Blick sah sie ihn an.
Sanitäter brachten eine Stunde später den Frei Herrn nach Hause.
Zn dem großen Saal, dem gleichen, den der alte Friedrich mit so viel Mühe für die Hochzeitsfeier geschmückt batte, jaa der letzte Merken aufgebahn.
Ruhig, voll Frieden und weich in den Zügen, wie fast nie in seinem Leden, sah das bleiche, ins Gelbe spielende Gesicht auf dem breiten Paradckissen. Zu Haupt und Füßen brannten je ^wei Herren in hohen, schweren Silberleuchtern. Hilbertt hatte für alles gesorgt und nichts vergessen. Zn den Geruch von Tannenzweigen und Rosen und Sommer blumen in allen Farben und Arien mischte sich Weihrauch und dieses allen Totenzimmern gemein same Etwas, das an Sterben und Äerwesen mahnt. Trotzdem die Läden geschlossen waren, sickerte durch Spalt und Ritzen die helle, lachende Zunifonne. Eine Amsel sang hoch oben auf der Linde, dic sich nahe dem Eingang wölbte, ihr Lied und schmetterte und flötete, als gäbe es nichts als lachendes, blühendes Glück — keinen Tod — kein scheiden — nichts.
3m Flur klang der schlürfende Tritt Friedrichs. Er trug heute zum letzten Male die Livree des Hauses. Nun brauchte ihn niemand mehr. Er war kein sanfter Herr gewesen, der Tote. Der guten Worte hatte er nicht zu viele, der barschen dafür um fo mehr gegeben. Und doch, es war jemand gewesen, —rr—L 1-- -TM hu. . > m ■■—■iir tim ■!
ZU dem man gehört halte seit vierzig Zähren. Und Merken, das wußte bet' Alte, hatte doch an ihm gehangen, auch wenn er es nicht gesagt hatte.
Behutsam öffnete Friedrich die Tür zum Saal. Ein Lichtfünkchen hüpfte neugierig mit hinein, erlosch hier und flitzte dann wieder zu ben anderen, bie draußen über bie hellen Fliesen fpiciren. So finster, fo kalt, so grabesstill war es ba brinntn. und hier alles voll lachender, blenbenber Helle.
Friedrich ging mit langsam-sachten Schritten au dem Toten, entfernte bas abgeronnene Wachs, richtete eine Schleife zurecht und nahm ein Aestd-en vom Boden auf. Dann versenkte er sich in bie Züge des Heimgegangenen Der gnäbige Herr war ihm zuvvrgekvmmen mit bem Sterben Das hatte er nie geglaubt. Nun gab es fein Räsonieren mehr, fein Poltern und Schimp-en, und hatte boch alles mit zum Tagewerk gehört unb war boch alles feinen (%ng gelaufen unb schön gewesen, so wie es gewesen war.
Bon ber Straße her kam bas Rollen eines Wagens. Friedrich sah noch rasch dem Toten ins Gesicht, als müße er sich erst Erlaubnis holen, daß er sich entfernen dürfe. Dann trat er eilig in den Flur und stürzte die linke Hand über bk Augen, fo blendete ihn Der jähe Uebcrgang vorn Dunkel in bie strahlende Helle. Mit bet Rechten riß er bk breite Flügeltür, bie ins Freie führte, aus.
Der feste Männerfchritt. unter bem der Kies knirschte, verichlang ben weichen, frauenhaften, ber mit ihm kam.
Reichmann hatte ben Arm um sein junges Weib ge^gt unb führte sie schweigend bic wenigen Stufen hinauf. Bor knapp einer halben Stunbe waren sie aeiraut morden und Sofort wieder urückgefahren. 'Hain allein, beim Hilbertt welcher Brautführer ge» roekn war, lehnte bie Einladung, mitzukommen, ent« schieden ab. Als Hochzeitsgast in ein Traucrhaus zi> geben, erschien ihm taktlos. Elisabeths Gesickn war weih unb schneeig wie ihr Kleib. Unter bem hauch ' 'ft-n Schleier mit ber feinen Myrlenfponge bar .’ber sahen ihre verweinten Augen teilncihwlos auf 'hre Umgebung. Als sie Friebrich erblickte, fam eine stille Wärme in dieselben
Dcr Alte will Gluck wünschen, ihr dic fymb 1 affen unb bring: keinen Ton hervor steinen Finger vermag er zu rühren. Die Tranen fallen, ihm über
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e Wunderkräfte derMilch
sind durch die neuen Forschungen der Wissenschaft in besseres Licht gerückt und die Lehre von den lebenswichtigen Aufbau- stoften-Vitamine genannt-erregt berechtigtes Aufsehen- Ohne Säumen sollte der Genuft^on Milch der alsEbrinncn ?en^ndunc k^1 n^T 7^" Z-U ?en »^hmsten und w^lbekömml^srenAnenÄS!
HhJendie WOÖ 10111120(800811 OkM-^lklLL ieJ,(ih e,nf- scine,'u Pre,sv- m M'lch herstelien lassen. Kinder >ind zählen die nvuiWJillCUICUUCD UCIRKI rUuUlUyi, ausgelassen vor Freude,wenn sie wissen: Heute gibt s Oetker-Pudding l
Kiefamifi erhtititen, wmn ren;: ifftn, gegen Bmendnog von Marken von or. r. oetker. Bielefeld.
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