vr. 5| Drittes Blatt
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Donnerstag, 10. $ebruar 1927
Wirtschaft.
Der Kampf
um die Rohftcsfmonopole.
Ss gibt eine ganze Anzahl Länder, die für «wisse Erzeugnisse eine monopolartige Stellung besitzen. So lontrcLi:ren die Vereinigten Staaten von Dordamerika von der Weltkupfererzeugung in Höhe von 1,31 Mill. Tonnen nicht weniger alt 800000 Tonnen', Brasilien kontrolliert 65 Proz. der Kasfeeerzeugung. England ungefähr 63 Proz. der Rohgummi- unb Kautlchukgewinnuna, Chile ist der unbeschränkte Herrscher auf dem Salpeter- markt, Japan verfügt über 93 Prvz der Kampf «r- erzeugung, Euba ist maßgebend für di« Gewinnung von Zucker out Zuckerrohr usw
In den letzten Jahren haben nun manche Länder Versuche zur rücksichtslosen Ausbeutung ihrer Monopolstellung unternommen. Brasilien hat z.B. Anleihen ausgenommen, mit deren Hilfe es die Erzeugung der Kaffeepflanzer bevorschussen kann: dadurch hat et die Möglichkeit, nur so viel Kaiser auf den Markt gelangen au lassen, wie der jeweiligen Aochfrage entspricht. Kuba hat seine Zuckerrohrernte im letzten Jahre auf 4,5 Mill. Tonnen begrenzt: der darüber hinaus- gehende ‘Betrag soll vor Verarbeitung vernichtet werden: schon die Ankündiguna dieser Maßnahme brachte ein gewaltiges Anzieyen der Preise für Rohzucker. Die Vereinigten Staaten von Dord- amerika planen eine Begrenzung der Anpflan- 2ung bzw. Ernte von Baumwolle, da in den ehten Jahren immer ein Ueberschuh an Baumwolle vorhanden war. Vor ganz rücksichtslosen Maßnahmen hat es nur die Erwägung zurück- aehalten, daß England in einem solchen Fall in Aegypten oder Indien seine e.genen Daumwoll- vslanzungen ausdehnen könne und daß die immer stärker emporblühende Kunstfeidenindustr'e in die durch den Ausfall der Baumwolle geschaffene Lücke sich einsch'.eben werde. Auf dem Gebiet der Kupfererzeugung haben die Firmen, de in den Vereinigten Staaten die Erzeugung kontrollieren, ein Exportabkommen zur Aufrechterhaltung der Preise getroffen. Selbst der Umfang der Schweinemast wird insofern kontrolliert, als die maßgebenden Schlachthäuser in Chicago über eine bestimmte Menge hinausgehendes Fleisch nicht verarbeiten. England hat für Kautschuk Anbaubeschränkungen durchgeführt, um auf diese Meise eine früher vorhandene Ücberzeugung einzu- schränken: hier zeigten sich allerdings auch sehr bald die Grenzen einer Monopolausnuhung: denn innerhalb zweier Jahre ging infolge dieser Maßnahme der englische Anteil an der Weligew.n- nung von Dohgummt um ungefähr 40 Prozent Jurüd. In Chile haben vor kurzem Salpeter- nteressenten von der Aegierung Unterstützungs- Maßnahmen zur Hochhaltung der Ausfuhrpreise verlangt, die allerdings we^en der finanziellen Schwäche dieses Landes nicht gewährt worden find. Die schlimmste Ausnutzung des Monopols liegt zweiselloS vor auf dem Gebiet der Gold- gewinnung. für das die Vereinigten Staaten von Aordamerika, die ungefähr 60 Prozent der gesamten Weltgoldgewinnung k"N rcllier n, einen Einfluß haben, der so groß ist. daß mit seiner Hilfe die Vereinigten Staaten beinahe eine Art Kreditmonopol begründen konnten. Von welchen Folgen solche MonopolauSnuhungen sind, mag der eine Umstand zeigen, daß allein Ne nord- amerikanischen Verbraucher für die Preiserhöhung, die infolge der Einschränkung der Kautschukerzeu- flunq durch England eingetreten war, innerhalb Aweier Jahre über eine Milliarde Mark mehr bezahlen mußten, als im freien Angebot notwendig gewesen wäre.
Angc'ichts dieser Zustände ist «S erfreulich, baß Deutschland auf wichtigen Oetle'ei die Durchbrechung des Aobstoffwonovol? andrer Länder gelungen ist. Während Deutschland vor dem Kriege a".S Chile all ähritch für 2)3 Mill. Mark Chile-Salpeter einsuh en mußte, kann eS seht seinen Sakpeterbedarf aus eigener künstlicher Stidstofferzeugung decken und obendrein noch für rund 150 Mill. Mark Stickstoff auSsüßren. Die fierade in Deutschland be'ond-rS blühend« Kunsteidenindustrie wir) v rnutlich in ab'ehbarer Ze't ba^nb elende Um; ä auf len Ceb e d r Tertilversorgung mit sich bringen. Für andere Gebrauchsgegenstände (z. B. Lade), die bisher auf natürlichem Wege gewonnen wurden, hat die deutsche chemische Cn'u ir r durch künstliche Gewinnung vvllwert'gen und biüigrren Cr'atz geschaffen. Die Verslüssiguna der Koh'« wird den Petroleum- und DenLinwe'tmarkt umgestaitrn und dadurch Deutschland von der bisherigen Abhängigkeit befreien. Erfolgversprechende Arb'it n a- s ähnlichen Gebieten befinden sich noch in Anfangs- stadien. Alle diese Dinge hindern aber nichts an der Berechtig' ng dcr Forte ung daß au.chDeutsch- land Anspruch erheben muß auf Beteiligung an den Doßstofsvcrkrinmen, die ihm durch den Versailler Vertrag genommen worden sind.
•
WDR. KommunaleLanbeSbankfür Hessen. In der Zusammensetzung deS Vorstandes der Kommunalen LenbeSbank für Hessen tritt eine Linderung ein. Der seit etwa einem Inhre im Ruhestand lebende Bürgermeister D a u m - Darmstadt hat sein Amt niedergelegt. An seine S'elle tritt Oberbürgermeister Dr. Glüssing - Darmstadt, dazu tritt ferner Bür- germeist er Angermeher- DenSheim.
• Keramische Werke Offstein und Worms A. G.. Worms. Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, ist der Geschäftsgang des Unternehmens im vergangenen Jahre sehr gut gewesen, so daß man glaubt, von einem Rekordjahr sprechen zu können. Die in nächster Zeit flat findende Aufüchtsratssihung soll darüber Beschluß zu fassen haben, der diesjährigen G.-D. die Ausichut ung einer Dividende von 8 Proz. (L D. 5 Proz.) vorzuschlagen.
* Siemens fr Halske A.-G. Der Ge- schäftsgewinn der Siemens fr Halske A-G. für das laufende Jahr beträgt 15 123 423 Mk. gegen 9 891 470 Mk. im Vorjahre. Aach Abschreibungen für Gebäude von 771 915 Mk. verbleibt ein Dein- gewinn von 15 348 513 Mk. 68 wird eine Dividende von 10 Prozent gegen 6 Prozent im Vorjahre vorgeschlagen, ferner eine Sonderrüctlage von 2,5 Millionen Mk. zu bewilligen, für Wohl- fahrtszwede 1 Million Mk. zurückzustellen und 2 450 000 auf neue Aechnung vorzutragen. — Der Geschäftsgewinn der Siemens-Echudert- Werke beträgt 13 365 296 Mk. gegen 10 043 433 Alan im Vorjahre. Der Reingewinn beträgt 12 175 701 Mk. gegen 8 951 755 Mk. im Vorjahre. Die Gesellschafter sollen 8.5 Prozent gegen 6 Pro-
M"t im Vorjahre «Halten der vonderrüdlage sollen 3 000 000 gegen 2 000 003 im Vorjahre überwiesen werden, für Wohlfahrtszwede 1 Mill, gegen 750 003 Mk. im Vorjahre zurüdgestellt und 525 701 Mk. auf neue Rechnung vorgetragen werden.
• Der Abschluß derAE G. sür 1925 bis 1 92 6. Die Allgemeine Elektrizlläts-Gelell- schast in Berlin legt nunmehr ihren Geschäftsbericht für das am 30. September 1926 abgeschlossene Rechnungsjahr vor. Wie bereits gemeldet. ist die Gel Illchaft infolge des überaus günftigen GelchüftSergebnilles in der Lage, ihren Aktionären diesmal eine Dividend« von 7 Prozent gegen 6 Prozent im Dorj. zukvmmen zu lallen (die Vorzugsaktien erhalten die sahungspemäßen Gewinnanteile). Die Gewinn- und Vcrlustrech- nung enthält im wesentlichen lediglich drei Postens den Geschäftsgewinn. der sich einschließlich des Dewlnnvortrages auf 15129151 Dm beläuft, die Ab'chreibungen, die auf den Anlagekontcn in Höhe von 3 313 362 (im Dorj. 3 058 863) Rm und aus Disagio auS Amerika-Anleihen in Höhe von 1024 953 (957 506) Rm. vorgenommen wurden, und den auf 10 760 836 (8 333 047) Rm. erhöhten Reingewinn. Die Angaben Über die Steuern und die soziale Belastung fehlen gänzlich. AIS bemerkenswert verdient festgehalten zu werden, daß die AuffichtsratStantieme gegenüber dem Vorjahre eine Erhöhung von 57 581 auf 135 350 Rm. erfahren hat. Der Reingewinn-Rest in Höhe von 465 011 Rm. wird zum Vortrag gebracht. Wie wir von Derwaltungsicite weiter erfahren, bewegten sich die Umsätze im Geschäftsjahr 1926 ungefähr auf der Höhe deS Vorjahres. Gegenwärtig ist der Auftragsbestand jedoch erheblich größer als zur gleichen Zeit K26. Ramentlich die letzten Monate haben den Orberbestand in sehr starkem Maße vorwärts gebracht. Auch das industrielle Geschäst beginnt sich jetzt zu belfern. Insgesamt wurden im Berichtsjahr ungefähr zwei Drittel des Umsatzes der AEG. in Deutschland und ein Drittel im Auslande abgesetzt. Der Arbeiterstand hat sich nicht wesentlich verändert, doch besteht Grund zu der Hoffnung, daß allmählich wieder Reucinstellungen Dcrgenommen werden können. Die verschiedenen Rachrichten über die angebliche Trustbildung in der Elektro- Industrie entsprechen nicht dem tatsächlichen Stand. ES bestehe lediglich eine Fühlungnahme mit anderen Gruppen der Elektroindustrie auf bestimmten Gebieten. An einen trustartigen Zusammenschluß sei aber schon wegen der Viel- gestaltigteit der elektrotechnischen Erzeugnisse kaum zu denken.
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berliner Börse.
Berlin. 10. Febr. Die heutige Börse begann sehr schwach. An den Terminmärkten nahm die berufsmäßige Spekulation größere Blantoabgaben vor. während das Publikum eine starte Zurückhaltung an den Tag leate. Rach den beträchtlichen Kursverlusten an der Mittwochbörse stellten sich neue Ab schwäch u n g e n ein, bei vielen Werten um 5 bis 8 Prozent. Im Durchschnitt ging das Kurs- Niveau um 2 bis 3 Prozent zurück. Rach Festsetzung der ersten Kur'e fehlen sich die Abschwächungen weiter fort und erst nach Beginn der zweiten Stunde erholte sich die Tendenz etwas auf Dedungskäufe der Bais'etpekulation. Die Situation am Geldmarkt war durchaus nicht ungünstig. Tagesgeld wurde in großen Beträgen angeboten und stellte sich auf 4 biS 5-. Prozent, teilweise auch darunter. Monatsgeld 5>. bis 61 . Prozent. Warenwechsel mit Großbank-Giro 41 <
Prozent. Am Devisenmarkt ging die Belga infolge Der Diskontermäßigungen leicht zurück und stellte sich auf 3189 gegen London. Paris Segen das Pfund 123.55 Madrid 28.94 gegen ondvn. London-Kabel 4,8510.
frankfurter Börse.
Frankfurt a. W. 10. Sebv. Tendenz still und schwach. — Die Effektenbörse war w.eder Lußerft geschäftsunlustig, wobei d.e Spekulation weiterhin bemüht blieb, starke Abgaben oorzunehmen. Verstnnmend mirtie die Streikgefahr in der sächsischen Metallindustrie und die Schwierigkeiten in den handelspolitischen Verträgen. Der günstige Abschluß dec Siemens u. Halske-A G. sowie die 12prozentige Dividende der Berliner Handelsgesellschaft konnten demgegenüber nicht stärker ins Gewicht fallen. Er- yeblich gebrüdt waren Kaliaktien, in denen bereits Mebio-EngagementS gelöst wurden. Westeregeln minus 8.5 Prozent. Aschersleben minus 6.5 Prozent. Die Rhein-Elbe-Gruppe setzte 2L schwächer ein. Kohlenwerte, die zunächst etwas widerstandsfähig lagen, wurden im Verlaufe mit- gezogen. Sehr schwach lagen I. G. Farben, die 1,5 Prozeitt niedriger eröffneten und rasch um weitere 2.5 sanken. In Verbindung damit Rheinstahl minus 2,5 Prozent. Bankaktien lagen nur teilweise behauptet, so Commerz und Sarmftäbtcy die übrigen Werte schwächten sich ab. Berliner Handel wurden trotz des günstigen Abschlusses etwa 10 Prvz. niedriger taxiert. Von den Werten der Mctallbankgruppe verloren Metallbank 4 Proz. Auch Scheideanstalt minus 4,75 Prvz In Elektroaktlen erfolgten stärkere Abgaben mit Ausnahme von Siemens & Halske, die auf den günstigen Abschluß hin um 4.5. Prvz. anzogen. Felten mtnus 4 Proz., Licht und Kraft minus 7 Proz.. Lahmeyer minus 3.25 Pro- Von variablen W c r t e n lagen Zellstoffaktien sehr flau. Woldhof minus 10 75, Aschaffenburg minus 5 Proz. Von Motoren büßten Kleyer 3, DSU. 2,75, Karlsruher Maschinen minus 1,5, Vereinig.« Chemische Frankfurt minus 3L5 Proz. Don Bauaktien Zement Heidelberg 2,25 und Dyckerhofs 1,37 Prvz. schwächer. Der heimische Anleihemarkt lag äußerst ruhig. Kriegsanleihe 0,885, Schutzgebiet 15,5. Don fremden Renten schwächten sich Türken ab. Der weitere Börsenverlauf blieb still und weiterhin schwächer. I. G.-Farben 318, Gelsenkirchen 189. Harpener 325,25 Prvz. Der Geldmarkt ist außerordentlich' leicht. Tagesgeld 3'/« bis 3*/t. Mvnatsgeld 43/4 bis 6 Proz. Im Devisenverkehr stellte sich Paris gegen London auf 123,50 fast unver- ärlert. Zürich-London 25,22, London-Kabel 4.85. Die Reichsn.ark notierte gegen London 20,4725, gegen Kabel 4,22.
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wurde.« notiert: Kälber: Beste Mast- und Caujiätber 70 bis 75 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber (2 bis 6J. geri.ige Kälber 54 US 61. — Schafe: Mastläin.ner und jüngere Wast- (ammel (Weide.na.t) 50 bis 53, mit.hr« Mast- fär mer, äl e c Mast Hammel und gut genährte Schafe 42 bis 49, fleischig S a vieh 34 bis 41. ~ Schweine: Fettschwein« über 300 Piund Lebendgewicht 71 bis 73, voll'leischige S weine von ca 160 bs 300 s.funb Lebendgewicht 71 bis 73. fleifd ige Schweine von ca. 120 b s 160 Pfund Lebendeewicht 70 bis 72 Mk. — OK ar ft» erlauf: Kälber und S^ weine b.i anfangs leb- haf.em, zum Schluß abslauende.n, Schafe bei lebhaftem Handel ausve.kauft.
^rantfurtor
Frankfurt, 10. Febr. ES wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 29,50 biS 29.75 Mk., Roggen sink.) 27 bis 27,25. Sommergerste (iür z>rau5mede) 26 b s 27,50. Ha er (ml.) 21,53 bis 22,25. ma.e (gelb) 18 50 bis 18.75, Weizenmehl <u»b, Spezial 0) 40 25 b:S 40,75. Roggenmehl
bis 33 75, W.-izenkleie 13.50 bis 13,75. Doggenklete 13,75 bis 14 Mk. - Tendenz. Duhig.
Erweitertes
Schöffengericht Gießen.
A * Dießem, 9. Febr. Unter Ausschluß der O Öffentlichkeit wurde gegen einen Schuhmacher cu« Friedberg wegen S i t t l i ch k e i i s- verbrechens verhante'.t. Das Gericht kam nach eingehender Beweisaufnahme zur Freisprechung. Aus dem öffentlich verkünde'en älrietl ging hervor, daß die Freisprechung keines
wegs wegen erwiesener Lnschuld des Angellag- ten erfolgte; vielmehr halte daS Gericht mit Rüa- ficht aut di« Umgebung, in der der Hauptbe- laktungszeuge, ein vierzehnjähriger Junge auf- wächst. trotz deS guten Zeugnisses, das Ihm von feinem Lehrer ausgestellt wurde, Bedenken, seiner Auslage, die auch von Widerspritchen nicht frei war unbedingten Glauben bei.zumeffen.
Die Meliorationen auf dem Westerwald.
WSR. Dillenburg, 9. Febr. Auf Grund des Gesetzes übet die Bildung von Bodengenossenschaften vom 5. Mai 1920 haben sich im Westerwaldgebiet drei Genossenschaften, welch« die Meliorationen durchführen, gebildet, und zwar die Genossenschaften Cbertvefter- wald. Westerburg und Dillkreis. Letztere ist die bei weitem stärkste und erfolgreichste Die unter Leitung des Kreiswielenbauamtes Dillenburg ausgeführten Meliorationen erüreden lieb auf folgende Arbeiten: Sprengung und Beseitigung der Basaltfindlinge, Descittgung des Erlen- und Dornengestrüpps. Entwässerung durch unterirdische Steindrainage und Anlage von Viehtränken, Umwandlung besonder« geeigneter Flächen in Ackerland. Aufforstung deS zu Meliorationen ungeeigneten Geländes und Anlage von Windschutzgehegen. DaS fo gewonnene Kulturland wird mit 20 Zentner Aehkalk, 12 Zentner Thomasmehl. 4 Zentnern hochprozentigem Kalidüngersalz und drei Zentnern schweselsaurem Ammoniak pro Hektar gedüngt. Mit Schluß dieses Jahres werden 575 Hektar mit einem Kostenaufwand von 230 000 Mk auf diese Weise melioriert sein. Die Melioration d r Gesamtfläche von 4095 Hektar soll in 15 bis 20 Jahren ausgeführt sein Gegenwärtig sind 53 Gemeinden mit 39-18 Hektar Weideland in der Genossenschaft vereinigt. Die fehlenden sieben Gemeinden mit 575 Hektar werden voraussichtlich noch im Laufe de« Iotzre» hinzutreten.
Büchertifch.
— D. H. C.-I a h r b u ch 192 7. Herausgegeben von C. Linck - Rudingshain. Schotten lb27 bei W. Engel. (230 Seiten Klcinoktav, 1 Mark.) Eine sehr dankenswerte Gabe wird allen Freunden der Heimat in vorliegendem Büchlein geboten. Insbesondere die Mitglieder des Vogelsberger Höhenclubs müssen ihre ausrichtige Freude daran haben. Wir beglüdwünschen aus das herzlichste den Herausgeber und den Ver- laa zum trefflichen Werke. Alles Wissenswerte in bezug auf den Bund, der nunmehr 69 Zweig- vereine umfaßt, finden wir darin. Zu Anfang steht ein kalendari ch eingerichtetes Aotizbuch sodann genauere Mitteilungen über die Einrichtung und die Tätigkeit dcr einzelnen Zweig- vercine Auch eine ganze Reihe wer vo ler 2luf sötze finden wird. Wir heben daS schöne Lebensbild deS .Sängers deS VogelSbergS", unseres lieben Glard Briegleb (t 1904), hervor. daS dessen jüngster Sohn so lebenswahr vor jetzt einem Jahr zeichnete. Mittlerwelle ist er dem Vater auch in die Ewigkeit gefolgt Das Porträt deS teuren Mannes ist als Titelbild verwandt. Weiter sind bemerkenswert der Aufsatz K. EsselbornS über die Ermordung Emeraners durch die Zigeuner i. I. 1725. „Ne kulturgeschichtliche Entwicklung Kassels" von P. Heidelbach, und „Oertliche Eigentümlichkeiten aus dem DegclSberg" von Dr. Damb- m a n n. Besonders sei noch auf die geistvollen Dätsel F. S c r i b a s und die verschiedenen mundartlichen Gedichte aufmerk.am gemacht. Tief beherzigen aber sollte jeder V. H. C er die trefflichen Geleitsworte LindS und Druchhüu- l e r S. Dr. 2t X
— Das Februarheft von „WestermannS Monatsheften" der Lebensfreude, der Le- bensbejahut.g und dem Humor gewidmet: Jener Lebensfreude, die ihre stärkste Bejahung im Sport sieht, gibt ein prächtiger Aufsatz von Willy Stcinhcf (dem früheren Lehrer an der Hochschule für Leib sübungcn. Berlin) „Wintersport" mit zehn wunderhüb chen farbigen Offsetbildern beredten und beglüdenden Aus rud — jener Le- ber.tzbejcchung. die im Wein die Wahrheit sucht, ist ein illustrier er Auf atz „Hundert Jahre deutscher S.k." gewidmet. Und t<r Humor... darüber finden wir tinen Aufsatz „Der Humor und seine Sippe". Zwar fällt uns b:i dem Titel ein, daß Humor fei, „was man nicht hat, wonn man drüber spricht". (So ähnlich hat doch H ine gesagt?) Wenn wir aber den Tert lesen, so tritt uns der Hum-r in feinen verschiedenerlei Gestalten leibhaftig entgegen: „In jedem Lande ist er anders. In Spanien ist er stolz wie ein Hi- dalgo und mager wie ein Gespenst und kämpft gegen Windmühlen, die so leer, und Riesen, die so groß sind wie die Dummheit der Menschen. In England ist er rund wie ein volles Sektsaß und voll wie ein rundes Sektsaß und vvllge'ogen mit der saftigsten Spl'bubenweisbeit. mit der je ein englisch r Strauchdieb und Beutelschnei^er andre Leute um ihr Hab und Gut erleichtert hat. In Frankreich wird er galli ch (nie gallig!,, lügt und über'relbt tote ein Gase-gner. überfchäumt vor Lebrnskeiterkni, übertreibt alle Freuden des Lebens bis in die letzten Ilebermahe. Und in Deutschland —", doch daS lese man im Hefte selbst nach. —
Äirrhliche IRachrfchfen.
Israelitische Gemeinden.
8fr.Rekig onSne-neintz?. d.Snnaaoqe
(Süöanhge). Samstag, den 12 Febr. 1927. Vviabd • 5 30. moraens- 9.00 Abends 5 45 und 6.25.
Gottesdienst her i!r. Teltgton6ge1«nfd.aft Cabbatfeiei den 12 Febr 1927. Freitag abend 5 10 SamStaa vormittag 8.30, nachm. 3 30, SabbatauS-' eang6.25. Dochengotteödienst: morgens 7.00, abends
Rundfunk-p rogramm.
Freitag, 11. Februar:
3,30 ms 4: Die Stunde der Jugend. 4.30 brs 5.45: HauZfrauen-Rachmilt g Programm u. <l: „Hat das Kind recht?Vortrag von Dr Bappert. 5.45 b:i 6.05: Die SefeftunDc. 6.15 biS 7: «Rirtzsches Idee vorn Ring der Ewig-- kert". Vortrag von P arcer Ta edler. 7 biS 7.30: Itallsnischer Sprachunterricht. 7.30 bis 8: Cte^o» Maphifcher Fort ildungslursus für Anfänger 1 nb Fortgefchr.ttene <2idat von 83 Silben aufwärts, 8.30 bis 10.30: Kammermusik-Konzert.


