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Nr. 34 Lrstes Blatt

in. Jahrgang

Donnerstag, IO. §ebruar 1927

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

trrrf cnb Verlag: vrühl'sch« Universttälz.vuch. enö Steinörndtrei R. £ange in Sietzen. Sdfriftlcttnng und SeschSftrNelle: rch»lRratze 7.

Erschein» täglich.autzer Sonntags und feiertags.

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Usenet Familien dlätta Heimat im Bild

"Die Scholle

Monat,.krzvxrrret«: 2 Reichsmark und 20 Veichsotenntg |ür Träger, lohn, auch Lei Richter» fcheineneinzelnerNummern infolge höherer Gewalt. 5ern|prrd)on|d)lül|t: 51, 54 und 112

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Chefredakteur Dt Friede Wilh Lange. Kerantworilid) für Pol tik Dr Fe Wilh Lange, für Feuilleton Dr H Thyeiot; für den übrigen Teil Ernst Blumlchein^ für den An- jergenteil üDeete H Bc», lämtlid) tn (Bienen.

auf Rußland. Polen

Botschafter von hoefch bei Brianö

ruppen rnißbil -

Der W om die omeiilonifdie ßinmsntiererquote

Das

sei.

bißen Garantien für den Frieden tens Deutschlands erhalten habe. Auch auf Ratifizierung der Schuldenabkommen

sei- die mit ein

Romanen und Slawen ins Land, auch (Brie* chen und Asiaten. In der letzten Zeil war am

stärksten die Einwanderung

London, 9. Fcbr. (WTB.) Die Debatte über die Adresse zur Deantwortung der Thron­rede wurde heute im Unterhaus fortgesetzt. Der Arbetieriührer Thomas sprach von einer Mci- rtungSvclschiebenheit zwischen Chamberlain und Amery, dem Kolonlalstaatssckrctär. Die er sei mit Chamberlains .Fricdcnlbenn hung' nicht zu­frieden gewesen und habe anscheinend geglaubt, baß Chamberlain nicht wisse, wie man mit den Chinesen verfahren müsse. Jedes Arbcitcrmit- glied sei der Ansicht, daß alle Friedenshinder- nisse beseitigt werden mühten.

Lloyd George

und Rumänien. Dieser Zustrom von rassesrcinden Elementen machte doch die

England und Amerika ging der Aationalrat , und verwarf die Ratifizierung der Verträge Mellon-Döranger und Cecil-Caillaux.

Meinung zu begegnen, die wisse, .was vor- gegangen Ist", bereit zur Aktion und bereit

der Gefahr zu begegnen, wenn sie kommt.

Ein Hbänherungsanlrag der Arbeiterpartei.

London. 9. Febr. (WB.) Ein Abänderungs­antrag der Arbeiterpartei zu der Anlwortadresse 5eS Parlamentes auf die Thronrede gibt dem

Möglichkeit und stellte sogar den Ankömmlingen Land frei oder für geringes Entgelt zur Der- fügung Freilich machten sich auch frühzeitig na- tivistische Bestrebungen geltend, die darauf hin­ausliefen, das amerikanische Bürgerrecht ein­geborenen Amerikanern vorzubehalten, die Ein­wanderer also von der Erwerbung deS Bürgerrechts auszuschliehen.

wäre eine Ausdehnung der Dcrsastungsbestim- mimg gewesen, wonach die Erwerbung des Bür­gerrechts auf Angehörige der kaukasischen Rasse beschränkt, solchen der gelben Rasse aber ver-

ligt habe. Er fragte, ob dies der Fall sei und ob L'Malley und Lampson um die Landung ersucht Jiätten. China, erklärte Lloyd George, sei nicht bol» chrwistisch. Die chinesische Bewegung sei im wesent- ichen nationalistisch. (Nationalismus und Bolschewismus patzten nicht gut zusammen, wie dies die Solfffemiften entdecken würden, sobald der rus. psche Nationalismus beginnen würde, auszuwachen. Die Ausrüstung der chinesischen Parteien stamme »im grotzen Teil von amerikanischen und britischen Kaufleuten und nicht aus Rußland.

Churchill

der für die Regierung antwortete, erklärte, die Regierung wisse, das; sie auf ein sehr grohes Matz von älnlerstühung über die Grenzen ihrer' eigenen Partei hinaus rechnen könne, solange ihre Politik beschränkt sei auf den Schuh des bri­tischen Lebens, und nicht von irgendwelchen an­deren Gründen bestimmt werde. Das Urteil über die tatsächliche Gefahr für britisches Leben in Schanghai müsse den britischen Vertretern an Ort und Stelle überlassen werden. Man dürfe nicht versuchen, von England aus die tat­sächliche Lage in Schanghai zu beurteilen. Menn keine unmi'tclbare Gefahr für Schanghai bestehe, so würde die Regierung durchaus bereit sein, die Truppen in Hongkong zu lassen. Grobbritannien werde nur nach seinen eigenen Angelegen­heiten in Schanghai sehen. Gegenüber all den verschiedenen in China streitenden Kräften sei die britische Politik, Versöhnung anzubieten und zu versuchen, Gerechtigkeit und angemessene Be­rücksichtigung für die britischen Untertanen zu erhalten, ober nicht irgendwelche vorgefaßten oder europäischen Meinungen mitwirken zu lassen Die Frage müsse von denChinesen allein geregelt werden.

Am Schlüsse seiner Ausführungen befaßte sich Churchill mit der Stellungnahme Groß­britanniens gegenüber Rußland und dem BolschelAsinus. Die Regierung gebe sich keiner Illusion darüber hin, was vorgehe, es mangele nicht an Provokationen. Aber die Regierung war bisher der Ansicht, daß die diplomatischen Beziehungen zu Rußland aufrecht erhalten werden sollen. Churchill erklärte unter lautem Beifall auf der Regierungsseite, die Regierung sei der Ansicht, daß sie das Ziel einer heimtückischen feindlichen Propa- g a n d a in einem großen Teile der Welt sei und sei entschlossen, wenn dies fortdauere oder ZU irgendeiner Zeit zum Ausbruch komme (come to a head), dieser durch eine öffentliche

die Politik der britischen Regierung in Heber- einstimmung mit den Buchstavim und dem Geist der Völker^undSsayung ist. Die brit.sthe Re­gierung bedauere tief, daß kein Weg zu be­stehen scheine, auf dem der Beistand deS Völler- bundes in der Regelung der Schwierigkeiten in China äugendlicllich gesucht werden könne, daß jedoch, wenn irgendeine Gelegenheit sich ergeben sollte, die britische Regierung davon gerne Ge­brauch machen werde, die guten Dienste deS Völkerbundes in Anspruch zu nehmen Lord Reading, der ehemalige Vizelön-.g von In­dien, erllärte, er glaube im Ramen der libe­ralen Peers sprechen zu können, wenn er allem, was Baljour erklärt habe, sich voll anschließe, denn er könne sich nicht denken, daß eS Irgend­einen Meinungsunterschied zwischen den Par­teien über diese Frage gebe.

boten sein soll. Für die schwarze Rasse oder für die Farbigen, wie man die Leute afrikani­scher Abstammung in Amerika lieber nennt, brachte erst der Bürgerkrieg den Wandel und die Berechtigung mit sich, Dollbürgrr der Ver­einigten Staaten zu werden. Mit der zuneh­menden Bevöllerungszahl nahm auch die Ein- wanderungsfeindlichieit vielfach zu.

9n den lehten beiden Jahrzehnten hat nun auch der Charakter der Einwanderung in Amerika einen starken Wandel erfahren. Früher waren es hauptsächlich Söhne und Tächter ger­manischer Böller, die in größeren Mengen nach dem gelobten Land Amerika zogen, also Engländer, Deutsche, Holländer und Skandinavier. Anfang der neunziger Jahre stand die deutsche Einwanderung auf ihrem Höhepunkt, um dann bei fortichreitender wirtschaftlicher Besserung in Deutschland zurückzu-- gehen. Dafür strömten in immer größeren Scharen

Paris, 9. Febr. (TU.) Briand empfing heute den deutschen Botschafter v. Hoesch. Ueber den Gegenstand der Unterredung wird van fran­zösischer Seite keine Mitteilung gemacht, während von deutscher zuständiger Stelle folgendes offizielle Kommunique ausgegeben wird:

»Der deutsche votschaster. Herr o. hoesch, der gestern naajmihag oon Benin nach p a- ri» jurückgekehrt ist, hatte heute abend eine einslünd.ge Unterredung mit dem sranzö- schen Auhemninister, Herrn Briand. Auf Grund der Unterredungen, die der deutsche Botschaster in Berlin mit Reichsaußenminister Vr. Stresemann gehabt hat, besprach er mit Herrn Briand die verschiedenen Jragen, die Deutschland und Frankreich zur Zeit bewäl­tigen. Dabei wurde u. a. der Abschluß der Ver­handlungen über die Entwaffnung Deutschlands und die weitere Gestaltung der deutsch - französischen Handelsbe­ziehungen berührt."

Wie der Übertreter der Telunion zu der Unter­redung hoeschs mit Briand erfährt, hat diese etwa eine Stunde gedauert und allen Problemen ge­golten, die zwischen Frankreich und Deutschland in den nächsten Wochen behandelt werden sollen. Man geht kaum seht, wenn man annimmt, datz neben den in dem deutschen ftommuniquä erwähnten Fragen auch das Problem der R h e i n l a n b r ä u » m u n g eingehend erörtert und die Möglichkeit einer Zusammenkunft zwischen Briand und Stresemann in Betracht gezogen worden ist. Auch die bevorstehendc Genfer Rats­tagung und die aus ihr zur Behandlung stehen­den Gegenstände sind allem Anschein nach gestreift worden. So lammt denn dieser ersten politischen Aussprache hoeschs mit Briand nach Bildung der neuen Reichsregicrung besondere Bedeutung zu, da in den deutsch-iranzösischen Beziehungen der Weg schluß der Entwafsnungsverhandlungen der Weg für die Lösung der weiteren Deutschland so sehr am Herzen liegenden Probleme eröffnet ist.

Die Opposition gegen Briand.

Paris. 10. Febr. (XU.) Der Rationalrat der Liberalen Vereinigung, deren Vorsitzenter Minister LouiS Warin ist. verlangte in einem Echlußantrag, die Regierung daran zu erinnern, daß sie sich strikte an die Artikel des Ver­sailler Vertrages, insbescmdere an Ar­tikel 429 halte. Er erwarte, daß die französi­schen Truppen solange am Rhein verblei­ben. bis Frankreich die unumgänglich notwen-

aab feiner großen Befriedigung über die gestrigen Erklärungen Baldwins Aur chinesischen Frage Aus- druck. Er sagte, dies bcoeute, daß England in den chinesischen Streitigkeiten wirklich strikt neu­tral sein werde. Chamberlains Verhalten gereiche nicht nur ihm selbst, sondern auch England zur Ehre. Chamberlain habe ehrlich und aufrichtig ver­sucht, eine friedliche Regelung der britischen Pro- oleme mit China zustande zu bringen. Er habe voll­kommen klargcstellt, daß er nicht auf irgendwelchen unhaltbaren Vorrechten bestehen werde. Wenn die Zeit, die Chamberlain dazu verwandt habe, die Mitwirkung anderer Mächte herbeizu­fuhren, vergeudet sei, so sei es nicht Chamberlains Schuld. Oie augenblickliche Lage sei aus die Tat­sache zurückzusühren, daß die Beschlüsse der Wa- shingtoner Konferenz nicht verwirklicht worden seien. Wenn irgendeine wirkliche Gefahr in Schanghai bestehe, sei die Regierung gezwungen zu handeln. Sie habe die Verantwortung für eine Räumung nicht übernehmen können, ohne der britischen Stellung im Offen einen sehr ernsten Schlag zuzufügcn. Rach den Geschehnissen in Hankau sei es unmöglich, die britische Bevölkerung in Schanghai abzutransportieren. Lloyd George gab der Hoff­nung Ausdruck, daß es möglich sein werde, eine Truppenlandung In Schanghai zu o e r m e i- den. Er erklärte, Japan könne gut sagen, daß es noch keine Truppen entsende, da seine (Entfernung von China verhältnismäßig gering ist. Desgleichen höre er. daß Amerika seine Truppen nicht sehr weit von Schanghai entfernt halte. Trotzdem habe er einige Besorgnis. Er lenkte besonders die Ausmerk- famkeit aus die Behauptung des Pariser Temps, wonach das gesamte KoN^ularkorps in Schanghai die Entsendung oon **

Die Tangerfrage.

i Spaniens Bedingungen.

London, 9. Febr. (TU.) Rach einerTi- mes"-Meldung auS Tanger veröffentlichen die dortigen Blätter folgende spanische Be­dingungen für die Lösung der Tang-rrsrage, falls eine Forderung auf Einverleibung Tanger- in die spanische Zone a b g e l e h n t wer­den sollte:

Aufhebung deS Kontrollkomitees, Einfehung eines fpanischen Kontrolleurs an Stelle des Ad­ministrators, älmwandlung der gesetzgebenden Versammlung in einen internationalen Muni- zipalrat und der gemischten Gerichts­höfe In spanische Gerichtshöfe mit Un­terstützung von Vertretern der ausländischen Mächte. Die internationale Zone soll sich in Zukunft auf das Stadtgebiet von Tanger be­schränken und die Gendarmerie mit der spa­nischen Militärpolizei verschmolzen werden.

Dagegen verpflichte sich Spanien zur Auf­recht erhattung der Ordnung und Sicherheit, zur Förderung der Religions- und Erziehungssreiheit und zur Respektierung der Prinzipien inter­nationaler Gleichberechtigung. Die Veröffent­lichung der spanischen Bedingung:n habe die in Tanger wohnenden Europäer, besonders die Franzosen, f e h r überrascht und es habe den Anschein, als ob sich den heute in Paris beginnenden Verhandlungen neue Schwie­rigkeiten in den Weg stellten.

Abd ei Krims Artillerieführer.

Casablanca, 9. Febr. (Havas.) Dor dem Kriegsgericht in Meknos begann der Prozeß gegen Öen deutschen Staatsangehörigen K l e m S, der in dem Riffeldzuge Abd el Krims rechte Hand war und besonders dessen Artillerie or­ganisierte. Die Anllage lautet auf Desertion aus d e r Fremdenlegion und Be'chießung französischer Posten. KlemS gibt zu, durch Schrift­stücke in englischer und deutscher Sprache f ü t 2lb d e ( K r i m Propaganda gemacht zu haben, bestreitet aber, irgendwann ein offizieller Llgent Deutschlands gewesen zu fein.

, Amerikaner stutzig. Man versuchte die Einwanderung arundfätzlich zu be* schranken, indem bestimmt wurde, daß nur eine gewisse Kopszahl oon Einwanderern im Sabre zuzufassen und diese nach dem Verhältnis der betreffenden Nationalität zur Gesamtbeoölkerungs- zahl aus Grund einer Volkszählung zu verteilen fei. Ein solcher Schlüllel mutzte natürlich, wenn er in der beabsichtigten Richtung wirksam jein sollte, nach dem Ergebnis einer ziemlich weit zurückliegen­den Volkszählung berechnet werden, die vor dem Einsetzen des starken Einwanderungsstromes aus Italien, Rußland, Polen, Rumänien und dem Bal­

kan lag. Als das betreffende Gesetz im Kongreß an­genommen wurde, standen die Mitglieder noch stark unter dem Einfluß der Kriegszeit und es herrschte das Bestreben vor, die englische Einwanderung zu beoor^ugen. Die Folge war die Annahme des letzten Einwanderungsgesetzes, und zwar noch für eine Uebergangszeit dem deutschen (Element eine leidlich aute Stellung einräumte, es aber vom 1. Juli 1927 ab auf mehr a l s die f)älfte beschränken wollte.

Inzwischen hat sich herauSgestellt. daß das in Frage stehende Einwanderungsgesey. wie das in Amerika und gelegentlich auch in anderen Ländern _ vorkommen soll, übereilt und o b e r s l ä ch l i ch zusammengestellt war. Der eigentllche Zweck, den man erreichen wollte, wurde zu nicht geringem Teil verfehlt und statt dessen wurde öle Einwanderung gerade der wünschenswertesten Clemente ungebühr­lich beschränkt. Die Klagen darüber wuch­sen und eS stellte sich die Einsicht ein. daß man schwere Fehler begangen hatte Hcbtigen» war man sich in einsichtigen Kreisen schon bei Annahme des Gesetzes darüber Nar. gab sich aber der Hoffnung hin, daß es gelingen werde, noch rechtzeitig die Fehler auSzumerzen und eine gerechtere Quctenverteilung herleizuführen. Diese Erwartung hat nun wieder getrogen, und so bleibt schließlich dem Kongreß nichts anderes übrig, als die für den 1. Juli 1927 bestimmte Quotenverteilung außer Kraft zu setzen und es vorläufig bei der Anwendung des bis­herigen Schlüssels zu belassen.

Bekanntlich hatte auch Präsident C o o l i b g e den Versuch gemacht, durch ein RechtSgut ach.'en sich,die Befugnis erteilen zu lassen, den Quoten.- schlüssel zu ändern, aber vergeblich. Run muh man hoffen, daß in der nächsten langen Session, die Anfang Dezember deS Jahres zusammentritt und bis tief in den Sommer 1928 dauern kann, imstande fein wird, eine Quotenverteilung vor- zunchmen. wie sie den wahren Interessen des Landes entspricht. Amerika bietet noch reichlich Raum für Einwanderer, die arbeitswillig, fleißig, sparsam und kräftig sind. Anerkannter­maßen besitzen die deutschen Einwanderer diese Eigenschaften In höchstem Maße, und deswegen sollten sie zu den wünschenswertesten Elementen des Landes gehören.

EinUongrehgegenÜieUnterdrückllng der Kolonialoöifer.

. Brüssel, 9. Febr. (W. B.) Heute nach­mittag hielt der Internationale Kongreß ge­gen die Mn terörüdung der Kolo - nialvölker und gegen den Imperia­lismus, der erste dieser Art. eine Sitzung ab. Der Zusammentritt des Kongresses war am 14 Sanuar in Berlin von der Liga der un­terdrückten Völker des Orients be- schlossen worden. Zu dem Kongreß sind zahlreiche Vertreter erschienen, darunter auS Deutschland Professor AlphonS Goldschmidt. Willy Wün- zenberg und Ernst Toller. In seiner Ansprache legte der Vorsitzende Dr. Marteaux die Ent­stehungsgründe und die Ziele dieses KongrelseS dar. Der Kongreß wolle die Befreiung der Rassen. Er müsse die Grundlage zu wirtschast- lichen Verständigungen zwischen den verlchiedenen unterdrückten Völkern schaffen und die Selbst- regierung der Rassen herbeiführen. Der offi­zielle Vertreter der Kantonregier ung, Hsiung Kwang Suan, überbrachte in deutscher Sprache die herzlichsten Grüße der chinesischen nationalistischen Regierung. Der deutsche Ver­treter. Professor Goldschmidt, erklärte auf feinen verschiedenen Reisen durch die Welt 'habe er fest gestellt, daß viele Völker unterdrückt seien und nach Befreiung strebten. Aber den Be­strebungen habe die einheitliche Leitung gefehlt. Fast alle seien gescheitert. Hoffentlich werde bte chinesische Bewegung Erfolg haben.

Arbeilerdemonstrationen in China.

London. 9. Febr. (Wolff.) In Liukiamiao unwert Hankau wurde eine Arbeiterkundgebuna veranstaltet, an der nicht weniger als 83 000 Arbeiter teilnahmen. Cs waren fünf Redner­tribünen errichtet. An der Haupttr büne hingen Photographien von Sun Iatsen. Kar! Marx Lcmn und den von der Rordregierung im Februar 1923 Hingerichteten Aufständischen. Die Rede begann damit, daß der Führer die An­wesenden aufforderte, sich dreimal vor den Photo-

Lloyd George für Chamberlains Chinapolitik

Die Debatte im Unterhaus. Churchill verteidigt die Truppenfendungen nach Schanghai.

lebhaften Bedauern über das Zögern der Re- aierung zum Ausdruck, der Lage in China abzu- b^len, und kritisiert die Entsendung ®Pn Druppen nach Schanghai, wodurch die Sicherheit der britischen Staatsangehörigen ge­fährdet und die Verhandlungen unmöglich ge­macht toürben. Zum Schluß wird die Zurück- berusung der Truppen gefordert.

England wi ü den völterdunü nicht bemülien.

London. 9. Febr. (WB.) Im Oberhaus verkündete Lord Balfour, daß die britische Regierung eine Mitteilung an den Völ- kerbund gesandt hat. in der sie die chine­sische Lage auseinandersetzt und erklärt, daß

Da bereits der Ausschuß Jür Einwanderungs- wesen des amerikanischen Repräsentantenhauses dem vom Senat angenommenen Antraa ^gestimmt hat, die automatisch erfolgte Neufestsetzung der Einwandcrungsguoten für ein Jahr auf- zuheben, so ist mit Sicherbeit anzunehmen, daß auch das Repräsentantenhaus selbst zustimmen wird. Die deutschen Dampserlinien haben auch bereits be­kanntgegeben, daß sie mit einem solchen vorläufigen Ausgang rechnen und daß die Einwanderungsauo- ten mindestens ein Jahr lang, also bis zum 1. Juli 1928, unverändert bleiben werden. Ferner hat der Einwanderungsausschuß des Repräsentanten­hauses einen Antrag angenommen, der auf eine gründliche Abänderung der auf ein Jahr außer Straft gesetzten Quotenoerteilung hinausläuft. Dieser letztere Antrag bat allerdings feine Aussicht auf Annahme mehr, da die Kongreß-Session bereits am 4. 9Rän abläuft und noch sehr wichtige gesetzaebe- rische Aufgaben bis dahin zu erledigen sind. Aber es ist wenigstens für ein Jahr Zeit gewonnen, um die ganze Materie nochmals gründlich durchzuarbei­ten, und wir wollen hoffen, daß bas nunmehr wirk­lich geschieht, und daß nicht, wie im verflossenen Jahr, die Bewältigung dieser dringend notwendigen Ausgabe abermals auf die lange Bank schiebt, bis es zu spät ist.

Die Gefckicbte der amerilanifien Einwan- derungspvli'ik ist eine sehr wechselvo11 e. So­lange das Land noch reichlich Platz für Siedler bot, beförderte man die Einwanderung nach