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Kreis Büdingen.

eT Aiddo, 8. 3cm. 3m Himmelsbach- sch en Sägewerk verunglückte gestern ein hiesiger Arbeiter, indem ihm zwei Finger der rechten Hand von der Säge abgeschnit- ten tourben. Obwohl erst vor l1/« 3ahren neu gewalzt, ist unsere Ortsdurchfahrt, beson­ders in den tiefgelegenen Teilen, schon wieder in bedenklichem Zustande. Es zeigt sich immer deutlicher, daß diese Art der Instandsetzung nicht mehr ausreicht, dem wachsenden Durch­gangsverkehr, an dem schwere Lastwagen hervor­ragend Anteil haben, genügend Widerstand ent­gegenzusetzen. Nur die Anlage von Klein- v f l a st e r in den Ortsstrahen kann auf die Dauer erträgliche Zustände schaffen.

. S t o ck h e i m, 8. Ian. Zwecks Grün­dung einer Obstverwertungsgenos- s e n s ch a s t tagte gestern unter dem Vorsitz des Kreisdireltorö Dr. Gähner hier eine sehr stark besuchte Versammlung vvn Obstzüchtern und Landwirten. Der Landesobst- und Weinbau In­spektor Pfeiffer auS Darmstadt nahm an den Verhandlungen teil. Kreisobstbou-Inspcktor Mdlerntcf)» Büdingen sprach zunächst über die Genossenschaften der Obstbauvereine, die seit 1919 bestehen: es handelt sich um acht Genossen­schaften Infolge der scharfen Konkurrenz des 2llrslandes, so erklärte der Redner, sei der Obst­absatz zur Zeit schlecht. Es empfehle sich deshalb dringend ein Zusammenarbeiten der deutschen Obstzüchter. Es wurde in Vorschlag gebracht, in Büdingen das Anwesen der Konserven- sabril von Thüring, das verkäuflich ist, zu erwerben: cs besitzt Maschinen, Geräte und genügend Räumlichkeiten. Die genossenschaftliche Obftverwertung erllärte der Redner für vorteil­hafter als den jetzigen Handel. Sämtliches Obst solle verwertet werden, und zwar zur Herstellung von Obstsäften, alkoholfreien Getränken, Beeren- weinen, Apfelweinen, Obstkonserven, Edelbrannr- wein, Dörrobst, und das ganz geringe zu Maische für weitere Produkte. Das beste Frischobst solle in den eingeführten Einheitslisten zur 35 und 50 Pfund Inhalt verschickt werden. Als Stell­vertreter des Verbandsdirektors Berg von den Hess, landwirtschaftlichen Geno senschaften sprach Dr. Friedrich überGenossenschaftlichen Zu- sammenschluß" und erläuterte Art und Weise, wie sich etwa die einzelnen Genossenschaften an der Reuorganisation beteiligen könnten. Ber dem geplanten Unternehmen werde jede Genossenschaft etwa 500 Uli. zeichnen und Anteilscheine von 2000 Wk. als Geschäftsanteil übernehmen müssen. 30 verschiedene Genossenschaften und 28 örtliche Obstbauvereinsvorstände erklärten sich bereit, mit ihren Mitgliedern in dem gedachten Sinne zu verhandeln. An der Aussprache beteiligten sich zahlreiche Züchcec, sowie der Landes-Inspeltoc für Obst- und Weinbau, Pfeiffer, aus Darm­stadt. Es wurde beschlossen, dah in etwa 14 Ta­tzen eine weitere Versammlung stattfinden soll, in der sich die Vertreter der Genossenschaften und Obstbauvereine darüber erklären sollen, ob das neue Unternehmen, die Gründung einer großen Ob^tverwertungsgenossenschaft, ausgeführt werden

Kreis Schotten.

ft. L a r b e n b a ch , 8. Jan. In unserem Dorfe tritt zur Zeit eine starke Grippeepidemie auf. Ganze Familien sind erkrankt. Die Krankheit verläuft aber »um Glück im ganzen gutartig. Rach 4 bis 14 Tagen können die Pa­tienten das Bett wieder verlassen. Die Schule muhte bis auf weiteres geschlossen werden, da nur ein kleiner Prozentsatz der Schüler erschien. Wie man Höri, tritt auch in den Nachbarorten Groh-Eichen und Sellnrod die Grippe sehr stark auf.

Starkenburg.

WSR. D a r m st a d t, 8. Ion Als Leiter des Städt. Orchesters in Darmstadt ist Kapellmeister Max Schulz, bisher Leiter des Tvnhallen-Orchesters in Zürich, berufen worden. Schulz ist 36 Jahre alt und wird von Kapazitäten wie Pfitzner, Richard Strauh, Max Reinhardt warm empfohlen Der bisherige Leiter des Städt. Orchesters, der frühere Obermusikmeister H a u s - ke, wurde als Lehrer der Violine an die Städt. Akademie für Tonkunst berufen.

* Darmstadt, 9. Ian. Rach dem Vorbild anderer Städte will die Stadt D a r m st a d t einen Milchhof einrichten. Da der größte Teck der hier verkauften Milch aus kleinbäuerlichen

Hochfchulnachrichten.

Der durch das Ableben von Prof. K. Holl erledigte Lehrstuhl der Kirchengeschichte in der theologischen Fakultät der Universität Berlin ist dem ordentlichen Professor D. Erich See - berg in Halle angeboten worden. Der durch die Emeritierung des Geh. Medizinalrats Friedrich Kraus erledigte Lehrstuhl der inneren Medizin an der Universität Berlin ist dem ordentlichen Professor Dr. med. Gustav von Bergmann in Frankfurt a. M. angeboten worden Das durch die Berufung des Prof. W- Pinder nach München erledigte Ordinariat der Kunstaeschichte an der Universftät Leipzig ist dem ordentlichen Professor Dr. Leo Bruhns an der Universität R o st o ck angeboten worden Dr. Bruhns, ein geborener Estländer, dozierte früher in Frankfurt. - Der durch den Tod des Geh. Rats Des Coudres an der Universität Leipzig erledigte Lehrstuhl der theoretischen Physik ist dem ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule in Zürich Dr. Peter D e b h e angeboten worden. Zur Wieder» besehung des Lehrstuhls der Volkswirtschafts» lehre an der Universität Leipzig ist ein Auf an den ordentlichen Professor Dr. Gerhard K e ß° .5 Vela ergangen. Professor Dr. Fried- rich Reumann in Leipzig hat den Ruf auf den Lehrstuhl der deutschen Sprache und Literatur in Göttingen als Rachfolger E. Schröders angenommen. - Zur Wiederbefetzuna des Lehrstuhls der Physiologie an der Universi- töt Breslau (an Stelle des Geh. Medizinat- rats Earl Hurthles ist ein Ruf an den ordent­lichen Professor Dr. Haus Winterstein in Rostock ergangen. Prof. Winterstcin hat den Rut angeicommen. Professor Dr. Johannes Hasebroet in Zürich hat den Rus aus den Lehrstuhl der alten Geschichte an der Uni. versität Köln angenommen. Professor Dr- med. Otto Pankow von der Medi,'ini- schen Akademie in Düsseldorf hat der, Rus aui das Ordinariat für Geburtshilfe und Gynä­kologie an der Universität F re'bürg i Sr als Nachfolger von Geheimrat Opitz angenommen und wird sein neues Lehramt zum 1 April 192Z übernehmen. Der ordentliche Professor an der

Betrieben und auS einem VersorgungSgebi<t von etwa 30 Kilometer stammt, so besteht die Gefahr, dah im Sommer die Milch leicht verdirbt. Auf dem geplanten Milchhof soll nun die _ Milch pasteurisiert und in besonderen Kühlvor­richtungen aufbewahrt werden. Gleichzeitig will die Stadtverwaltung eine Neuregelung des Milchverkaufs wese ns in die Hand neh­men. Zur Zeit find in Darmstadt 120 Milch­händler tätig: ihre Zahl soll herabgesetzt werden.

e Darmstadt, 8. Jan. Bei Kanalisa­tionsarbeiten in Groß-älm städt stieß man auf ein Gräberfeld. Es wurden an Bei­gaben Urnen und Perlen gefunden. Die Gräber sind vermutlich fränkischen Ursprungs und stam­men aus dem 7. oder 8. Jahrhundert.

Heppenheim. 9. Ian. Bei der hiesigen B e z i r k s s p a r k a s s e hat sich die günstige Aufwärtsentwicklung auch im Jahre 1926 in recht erfreulichem Maße fortgesetzt. Das beweist insbesondere die erhebliche Zunahme der Ziffern im Spareinlagenverkehr. Die «Spareinlagen sind von 1 270 000 Reichsmark um 1 060 000 RM. auf 2 330 000 RM. gestiegen. Die Zunahme ist sogar um 60 000 RM. höher als im letzten vollen Vorlriegs-Friedensjahr 1913. Die Zahl der Einleger ist von 4159 um 1681 auf 5810 gestiegen. Damit hat annähernd die Hälfte der Sparer der Vorkriegszeit den Weg zur copartasie zurückgefunden. Aehnlich günstige Zah­len weisen fast alle öffentlichen Sparkassen nach.

Rheinhessen.

WSR. Bingen. 9. Ian. Die Rhelnpreu- ßische Glanviehzuchtgenossenschaft, der Zuchtver­band für Glan-Donnersbergvieh in der Rhein- Pfalz, sowie der Rheinhessische Glanoiehzucht- verband haben sich zu einer Vieh-Wirt­schafts-Interessengemeinschaft zu- sanrmengeschlvisen. Wenn es gelingt, die augen­blicklich schwebenden Verhandlungen zwecks Bei­tritt des Lahnviehzüchterverbandes Hessen-Nassau zum Abschluß ?,u bringen, so wird dann im größten Teile des Rheinlandes eine V'.5zucht-Interessen- und Arbeitsgemein­schaft gcscha sen, neiche die Zucht fördert und die Leistungsfähigkeit und Au-breitung guten Rind­viehs im größten Stile gewährleistet.

Preußen.

Don dec Kraftpostlinde Gießen-Niederkleen.

O Hochelheim. 8. Ian. Gestern nach­mittag fand hier eine Besprechung statt, die die Errichtung einer A u t o h a l l e für die Kraft- postlinie Gießen Niederkleen zum Gegenstand hatte. An der Besprechung nahmen teil Bürgermeister S ch n e i d e r >-Großrechten - bach Beigeordneter Dr. Ham m - Gießen. Post­direktor Körber- Gießen, sowie die Vertreter der beteiligten Gemeinden Niederkleen, Dornholz­hausen, Hochelheim, Hörnsheim, Großrechtenbach, Lützellinden und Kleinlinden. Es wurde eine Ver­einbarung dahin getroffen, daß die Gemeinde Hochelheim die Halle erbaut und die Stadt Gießen sich mit 50 Prozent an den Baukosten beteiligt, vorausgesetzt, dah diese den Betrag von 3000 Mark nicht übersteigen. Die übrigen Gemeinden tragen zu den Kosten nicht bei, was darin feinen Grund hat, daß die Gemeinde Hochelheün die Halle später vielleicht für eigene Zwecke (z. B. Dau eines Dullenstalles oder dal.) verwenden kann. Gin Beschluß darüber, welcher Art die zu erbauende Halle sein soll, ist noch nicht gefaßt.

Weiter wurde auf Antrag der Gemeinde Dornholzhausen beschlossen, die M o r g e n- fahrt nach Gießen, die bisher nur von Hochelheim ab ging, von jetzt aber wieder von Dornholzhausen ab durchzuführen, weil von dort aus das Auto von einer ganzen An­zahl Arbeiter, Angestellten. Schüler, sowie auch gelegentlichen Stadtbefuch.rn schon früher benutzt wurde und auch jetzt b: >tzt werden wird. Das Auto wird zu diesem x> ecke morgens zunächst von Hochelheim nach Dornholzhausen und von da zurück über Hochelheim usw. nach Gießen fahren. Ebenso wurde beschlossen, die M i t t a g s f a h r t an den Bahnhof Großen-Linden, die nach der letzten Fahrplanänderung für die Ge­meinden Dornholzhausen und Niederkleen a n Sonntagen ausfiel, an diesen Tagen wieder durchzuführen. Das Auto wird zu diesem Zwecke Sonntags vvn Hochelheim aus nach Dornholz- BMraaauMi rmmrn iimw imn Technischen Hochschule in Aachen Dr. Paul G a st hat den an ihn vor einiger Zeit er­gangenen Ruf auf den Lehrstuhl der Der- Messungskunde an der Technischen Hochschule in Hannover als Nachfolger von Prof. K. Ocrtel angenommen und bereits seine Ernennung zum ordentlichen Professor in Hannover erhalten. Der Privatdozent für innere Medizin und der Röntgenlunde der älniversität Erlangen und Leiter der Röntgenabteilung an der dortigen medizinischen Klinik Dr. med. Werner Teschen­dorf ist zum Chefarzt des Strahleninstituts am Allgemeinen Ortskrankenhause in Köln be­rufen worden. Der Ernst-Abbe-Ge- dächtnispreis der Carl-Zeiß-Stiftung zu Jena, der 1926 zum ersten Male für Physik zur Vergebung kommen sollte, sowie die mit dem Preise verbundene Abbe-Medaille sind nach dem Urteil des Preisgerichts tM. Wien, Jena; Sommerfeld, München: Lenard. Heidelberg) dem ordentl. Professor der Experimentalphysik an der ilniversität München Dr. pb.il., Dr. med. h. c., Dr.-3ng. h. c. Wilhelm Wien zuerkannt worden.

Wie schnell reagiert der Mensch?

Führen toir den Finger an eine zu heiße Tasse, so ziehen wir scheinbar sofort die Hand zurück, und wenn ein greller Lichtstrahl unser Auge trifft, dann schließt sich das Auge scheinbar gleichzeitig. Aber diese augenblickliche Reaktion ist wirklich nur scheinbar, denn es vergeht natür­lich eine gewisse Zeit von dem Moment des Reizes bis zu unserer Reaktion. Früher hat man allgemein angenommen, daß alle Nerven­wirkungen auf geheimnisvollen Kräften beruhen, die sich mitunendlicher Geschwindigkeit" ans- breiten, und daher kommt der Ausdruaschnell wie ein Gedanke" womit eine gar nicht meßbare Geschwindigkeit angedeutet werden soll. Tatsäch- llch aber läßt sich die Zell, die zwischen einem - 'cklcx und 'einer Reaktion verläuft, ganz genau messen. Es liegt diesem Vorgang jedesmal ein sog. Reflekbogen" zugrunde, der auü einem relzempfindenden und einem bewegungsauslössn-

Nervenstrang besteht nebst einem dazwischen- geschalteten Stück Zentralnervensystem das die Erregung von der ersten Leitung auf die zweite

hausen und Niederkleen und von dort zurück an die Mittagszüge an den Bahnhof Großen-Linden fahren. Durch die Neuregelung ist mehrfach ge­stellten Anträgen der Gemeinden Dornholzhausen und Niederkleen entsprochen worden, was die Gemeinden dankbar begrüßen. Die N a ch m i t tagsfahrt nach Gießen wird nach wie vor nur von Hochelheimab durchgeführt. Die neu beschlossenen Fahrten nach Dornholzhausen bzw. Niederkleen sollen ausgeführt werden, sobald die Oberpostdirektion zu Darmstadt zu der Fahr­planänderung ihre Zustimmung erteilt hat.

Kreis Wetzlar.

- Aus dem Kreise Wetzlar, 8. Ian. Die Erwerbslosenziffer imKreiseWetzlar hat im Monat Dezember eine Steigerung erfahren. Während zu Ende des Monats November 1544 Hauptunterstützungsempfänger mit 875 Stauen und 1686 Kindern gezählt wurden, standen Ende Dezember in der Erwerbslosen­fürsorge: 1655 Hauptunterstützungsempsänger, 1022 Frauen und 2064 Kinder. Don diesen ent­fallen auf die Stadt Wetzlar: 531 Haupt­unterstützungsempfänger, 287 Frauen. 533 Kin­der, auf die Landgemeinden 1040 Haupt­unterstützungsempfänger. 635 Frauen. 1241 Kin­der und auf die zu dem Bezirk des Arbeits­nachweises Wetzlar gehörigen Gemeinden des Kreises Biedenkopf 34 Hauptunterstüt­zungsempfänger. 100 Frauen, 290 Kinder.

Dillkreis.

bl. Herborn. 7. Ian. In der Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1926 wurden von der hiesigen Wandererfürsorge stelle 1119 Wanderer betreut, unter denen etwa 250 Jugendliche waren. Außer älebernachtungen wurde Reisegeld gegeben, Kleider gekauft usw. Die Einrichtung hat sich als sehr segensreich er­wiesen.

Maingau.

WSN. Frankfurt a. M. 9. Jan. Wie wir erfahren, ist der 22 Jahre alte Werner MageS, der vor drei Tagen in der Haide­straße seinen Stiefvater, den 53jährigen Fa­brikarbeiter Anton Hahn, mit einer Axt er­schlagen Ijat und außerdem sein fünfjähriges Stiefschwesterchen lebe nsgefährl ich verletzte, gestern nachmittag in Würzburg verhaftet worden. Der Verbrecher ist be­reits im hiesigen Untersuchungsgefängnis ein» geliefert worden. Gestern nachmittag wurde die ledige Elisabeth D e l m a n n in ihrer Man­sarde in der Haidestrahe 155 unter Vergif­tungserscheinungen angetroffen. Sie klagte über heftige Leibschmerzen und gab an. zuviel Schlafpulver genommen zu ha­ben. An den Folgen ist sie noch gestern v er» storben. Der 76jährige Arbeiter Chri­stian Zahn, wohnhaft Josef Maystraße 3. ist am 4. Januar infolge Gasvergiftung ge­storben. Der Taglöhner Sebastian Ben­der, wohnhaft in der 5riefrbetger Landstraße, wurde gestern nachmittag gegen 8 älhr infolge Gasvergiftung tot aufgefunden. In bei­den Fällen liegt Fahrlässigkeit mit der Gas­leitung vor. Der Lagerverwalter Chri­stian Kern hat in seiner Wohnung am Ger- maniaplah mit Gas Selbstmord begangen. Bereits vor einigen Wochen machte er mit seiner Frau einen Selbstmordversuch, der aber miß­glückte. Er ist wegen langer Arbeits­losigkeit aus dem Leben geflüchtet. Heute morgen gegen 9 älhr wurde der Milchbursche Wilhelm L o s e k a m m aus Ingelheim, wohn­haft in Alt-Heddernheim, auf der Mainzer Land­straße von einem Lastkraftwagen an­gefahren und auf der Stelle zu Tode ge­quetscht. Der 22jährige Bäcker Karl G. wurde wogen verschiedener M a ns a r d e n e in­st r ü ch e festgenommcn. Cs konnten ihm zahl-, reiche Mansardeneinbrüche, ausgeführt in dem Villenviertel an der Cschersheimer Landstraße, Sachsenhausen, Dahnhossviertel usw. nachgewie- fen werden. In seinem Besitz wurden noch ver­schiedene goldene Uhren, Ringe, Ketten u. dgl. vorgesunden. Festgenommen wurden fer­ner der 54jährige Arbeiter Waldemar W. von hier und der 25jahrige Ernst B. aus Kirn als Komplizen des kürzlich wegen eines Ein­bruches in einer Schuhfabrik bereits sest- genommenen Friedr. Me11ler aus Oifcnbach am Main. In der vergangenen Nacht wurde in einer Schneiderei in ber Großen Eschen­heimer Straße ein Einbruch verübt und sie -

überträft Die Erregung braucht also zum Durch­ellen dieses Reflexbogens eine bestimmte Zeit, die man mit Hilfe eines Regtstrierinstrurnentes messen kann. S. Hupfer erinnert daran, daß der erste, der derartige Messungen vornahm. Helm- Holtz um die Mitte des vorigen Jahrhunderts war. Er wurde durch eine scheinbar gar nicht damit zusammenhängende Beobachtung darauf gebracht, sich mit der Schnelligkeit der Reaktton beim Menschen zu beschäftigen. Der Astronom Bessel war nämlich darauf aufmerksam geworden, daß von den Beobachtern inöibiöuell verschiedene Angaben gemacht wurden über die Zeit, zu frei­em von mehreren betrachteter Stern das Faden­kreuz des Fernrohrs passiert haben sollte. Merk­würdigerweise waren die Differenzen stets öte gleichen und es war Helmholtz' Genie, daß er daraus schloß, es handle sich hier nicht um zu­fällige Beobachtungsfehler, sondern um eine Ver­schiedenheit in der Fortpflanzung der Erregung bei den einzelnen Beobachtern. Auf diese Weise wurde die .persönliche Zeit" der Astronomen festgestellt, nach der jeder auf dem Wege vom Auge zum Gehirn und von dort zur registrieren­den Hand eine verschiedene Zeit braucht. Seitdem haben sich nun zahlreiche Forscher mit der Frage beschäftigt, wie schnell der Mensch reagiert. So fand der Physiologe ©arten für den Reflex des Blinzelns auf Lichtreiz eine .Reflexzeit" von 0,05 bis 0,2 Sekunden, die sich wieder aus meh­reren Einzelheiten zusammensetzt. Da ist einmal die .LeitungSzeit", die während des Durchgangs der Erregung durch die zu- und abführenden Nerven verstreicht: sie beträgt etwa 0,01 Se­kunde. und da die in Frage lomnienfre .Leitung" etwa 30 Zentimeter lang ist, so legt die Erregung im Nerv 30 Meter pro Sekunde zurück: dann ist dieLatenzzeit" zu berücksichtigen, die in unserem Falle vergeht, ehe der Muskel auf die ihm zugesandte Nervenreizung antwortet, also ehe sich'die Augenlider schließen, diese beträgt 0.01 Sekunden^ es bleibt also für die Umsetzungs­zeit im engeren Sinne, während deren sich die Umschaltung" im Zentralnervensystem vollzieht.

0,03 bis 0,018 Sekunden übrig. Das ist immerhin eine verhältnismäßig lange, sehr gut meßbare Zeitspanne, so dah man jedenfalls nicht von einer unmehbarenGedankenschnelligkeit" reden

h«n Ballen Stoff gestohlen. Geger 3 älhr nachts touröen zwei Polizeibeamte in frei Nähe auf zwei Männer aufmerksam, die dr. großes Paket trugen; sie nahmen sofort die Ver­folgung der beiden Männer auf, welch? die Flucht ergriffen und das Paket forttoarfen. Dem Eigen, tümer konnte die gestohlene Ware wieder aus. gehändigt werden.

27. Provinzial« Geflügel-Ausstellung.

Büdingen, 9. Jan. Die 27. Pro« vinzial-Geflügel-Ausstellung ist eine fr et größten Geflügel-Ausstellung et, Hessens und die reich beschickteste nach den, Kriege. In rund 700 Nummern sind etwa 100C Tiere ausgestellt, außerdem sind zwei Abtei- lungen Geräte und Futtermittel in reicher Aus­wahl zu sehen. Die Räume des Fürstenhofes ver­mochten die Ausstellung nichtzwölfen: mehren Abteilungen Hühner. Gänse und Enten mußte» deshalb imStern"-Saal untergebracht werden.

Zu der Eröffnungsfeier imStern hatte» sich eingefunden: Die Fürstliche Familie! Kreisdirektor Dr. Gähner, Oefonomierat Dr. Wagner, Gfthen und Oekonomierat Bär. beibt von der Landwirtschastskammer, sowie zahlreich« Vertreter von Behörden und Vereinen. Der Aus. stellungsleiter Pätzold begrüßte die Ehrengäste Namens der Stadt Büdingen sprach Bürger­meister H i l d n e r, im Auftrag der Landwirt­schaftskammer Oekonomierat Bär. Der Vor- bandsvorsihende des Oberhessischen Geflügel­zuchtverbandes, Jean Kolter. Bad-Nauheim, wies auf die hohe Bedeutung der Rassegeflügel- zücht für die Volkswirtschaft hin. Er dankte be- sonders dem Vertreter der LandwirtschaftLkamiM für die älnterstützung und Förderung der *3e- flügelzucht in Oberheffen. Anschließend erfolgt« ein Rundgang durch die Ausstellungsräume Unter den zahlreichen gestifteten Ehrenpreis« befand sich auch ein Ehrenpreis des früher« Großherzogs, bestehend in einer goldenen Me­daille, ferner 4 Ehrenpreise der Fürstlichen Fa­milie und 10 von dem Landwirtschaftskamnier- Ausschuß für Oberhessen.

Aus frei Preisbewertung seien nach­stehend die Ehren- und ersten Preise jeder Gruppe verzeichiret:

1. Abteilung, Iungaes lüge! ausdn Zuchtstationen des Landwirtschaftskammer-AuS- schusses für Oberheffen. 1. Preise. Gust. Wal- t h e r - Bauernheim. H. Keil- Strebendorf.

H. Abteilung, Z u ch t st ä m m e: Ehren­preise und 1. Preise: W. DöngeS 3. - Bleichen­dach, Otto Dönges- Bleichenbach, üllbeü Schmidt- Ortenbetg, W. Düringer Ww.- Ober-Hörgern.

HL Abteilung, Hühner: 1. Klaf,e Hamburger Schwarzlack. Ehrenpreis unk 1. Preis: Otto Sondier- Rieder-Gemünfreil 1. Preis I. Dörnis - Laubach. 2. Klass« Hamburger Silberlack: Ehrenpreis 1. Preis, 2. und 3. Preis: Aug. Mauser Z.- Büdingen, 1. und 2. Preis: Hch. Bindi ng 7- Echzell. 3. Klasse, Hamburger Silber­sprenkel: Ehrenpreis und 1. Preise: Otti Sondler-Rieder-Gemünden. 4. Klasse Ostfriesische Silbermöwen: Ehrenpreis 1. und 2. Preis: Adolf E b e r l i n g - Büdingen 5. Klasse, Silberbrakel: Ehrenpreis pnl 1. Preis. Hch. Maus 2.-RuPpertenrod. Ä Maus-Zellbach. 6. Klasse, Rheinlän­der, schwarz. Ehrenpreise und 1. Prelle K. Rübs amen- Gießen (1. Ehrenpreis fr et Landwirtschaftskammer). 7. Klasse, Reb- huhnfarbige Italiener: Ehrenpreis bet Landwirtschastskammer: Gg. Schiefer st ein- Dettenhausen, Ehrenpreis und 1. Preis: Th Sponner- Nidda, 1. Preise: W. Kauf­mann- Büdingen. O. Hahn- Vadenrod. 8 Klasse, Schwarze Italiener: Ehren­preis der Landwirtschastskammer und 1. -Preis Jak. Burk- Londorf, Ehrenpreis, 1. und 2 Preise: Karl Block-Dettenhausen, Jul. Ro­thenberger-Gedern. 9. Klasse, Gelb« Italiener: Ehrenpreis uru) 1. Preis: Aich Schmidt- Kolbenmühle bei Ettingshausen. Ä Mäser - Selters. 10. Klasse, Weiße 3 ta l len er: Ehrenpreis. 1 und 2. Preise: Otti Dönges-Bleichenbach, W. Kraft-Selteft 11. Italiener, gesperbert: Ehrenpreit. 1. und 3. Preis: Fr. Kranz- Büdingen. 1t ÜKinorla: Ehrenpreis der Landwirtschaststam- mer, Ehrenpreis. 1. Pc ife: O. May- Langgvnt

kann, mit der sich die Vorgänge im Nervenshstea abspielen.

DZe merkwürdigste Eidechse.

Die Furcht, die man im Volk vor Kröten. Eidechsen und ähnlichem Getier hat, geht meid darauf zurück, daß man diese Tiere für giftig, hält. Nun hat aber die Wissenschaft früh« keine einzige giftige Eidechse gekannt, und erf letzt hat man eine Gifteidechse genau beobachtet über die Walter Bernard Sachs berichtet. Dies« merkwürdigste Eidechse der Welt" findet ,i4 in deut öden Gebirgsland Mexikos, in dem mto zwischen den trockenen Felsspalten kaum irgend» welche Tiere antrifft. Hier lebt nun das ettix li/3 Meter lange, unheimliche Gila-Tier, vor freu die Mexikaner so große Angst haben. Es ist eiiN Krusteneidechse, denn ihre Haut ist nicht geschuppt sondern gekörnt: rote und schwarze Binden um- ringeln den Leib, der Kopf ist plump und frid und das ganze Wesen ähnelt einer ausgestopfto Walze. Als es zum erstenmal einem Zoolog ei gelang, dies Tier lebend nach dem Londons Zoologischen Garten zu bringen, wurde eind Tages ein betrunkener Wärter von dem gewöhn' llch stumpf dallegenden Tier gebissen. Sosoti schwollen Finger und Arm mächtig an. unt unter furchtbaren Qualen verschied der ilnglüd liche. Run erst ergab die nähere ilnterfudjunf daß man hier wirklich die erste und einzige gipl tige Eidechse der Welt vor sich hatte. Die vot-i bersten, mit einer Furche versehenen Zähne frdl UnterfieferS stehen mit einer mächtigen Gift'! frrüfe in Verbindung, und wenn man das Tis reizt, so bewegt sich der Unterkiefer wie tauen! worauf zäher Speichel aus dem Maul der Echs< tropft. Die Berichte, denen zufolge Mexikaner von Eidechsen tödlich gebissen werden, beruhe» also danach auf Wahrheit. Die KrusteneD nährt sich von kleinen Eidechsen, die sich in te1 Kälte des Nachtfrostes nicht versteckt haben. Dl' rotschwarzc Färbung der körnigen Haut inuld wie eine altmodische Perlstick?rei an. Der einzig Verwandte des Gila-Tiercs. der sehr weit eni' fernt auf Dorneo lebt, besitzt die Giftwaffe n'H mehr.

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