Nr. 263 Erster Blatt
177. Jahrgang
Mittwoch, 9. November,927
fr 14 «lat tLgltch.anher Sonntags wwb JeirrtagB.
BtUefte;
ekfetn« ^mdwnblAttn JFjrtmal tm Bild
THt Scholl«.
Heeaii-Bt}egsFr«ti: 2 Reich» marb unb 2D Retchspienntg ftr Ir&grn lohn, auch bei Richter» lcheinen ein, einer Rnnum een intolg« höherer Gewalt. FervsprechanschlAff«.
61, 64 ub 112.
«»schritt ftr DrohMach- richten lajdgcr •lefcau
PoH4<#!oete:
Jran .!urt am Kall 11SM.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Dnid »nd Verlag: vrLhl'sche UitverßtLtt-vach. iäö Stetibrederti R. Lange in Gießen. Schrifllettnntz und GeschSstrftelle: Zchnlstraße 7.
leieret »oi lajeiat» f*r di» la4»»’ ummfr bis mm Rachmmag vorher.
Preis tir l mm höh» f*r *nzeigen von 27 mm Br»N« bnlich 8, au »märt» 10 H»i4sptfnnui; für Re» klaneanZeigen von 70 mm Brette 35 Retchspsennig. PlaHoerfchritt 20', mehr.
Sb»sr»bakt»»r Dt. Fn»br. Dllh. Lang». Derannoonltch tür Oolttil Dt ?rr 1VUH Vang»; ssr ^tuiDrton Dr H Iboriot; er den übrigen I»il Eri^l lnmkb»in; tür den Sn»
<
sämtlich tn Biest«.
Die nationale Aufgabe der deutschen Landwirtschaft.
Eine Ilotfiandsaktion.
vor R«lch»lonbbund Hal vor einigen Tagen ♦n Berlin ein« groste ftun^'rbjng Dtranftailrt. die darauf «ingeftellt mar. der Regierung und den ftrei fan austeri^ld der eigenen Brrufsgrnossenschaft rin- mol ein ernbrtngttche» Bild von der Rot der XSanb- wirtschaft ju geben Es war ursprünglich in Bus- sich« genommen, dost der Ernöhr-ungsminlsier Schiel, babri Programmatisches über ein Agrar- 6rogranm, sagen wollt«: er pal sich im letzten ugenblick entschuldigen müssen, da ist dann der Präsident d»s Reichslandbundes f)<pp, in die Br«sch» gesprungen und hat bie<rr, zum Teil nicht agrarisch »mgeü,Ilten Versammlung ftar gemacht, w o der Landwirtschaft der Schutz drückt.
Da» war einmal notnxndig. Denn da» schwierige unserer ganzen Lage ift )a eben da», dah jeder Wirtschasl»stond mit leinen eigenen Röten beschäftigt ist und kein« ,-seit hat. aus den Nachbarn |u achten, obwohl nationalökonomisch die Gefahren, die dem einen drohen, sich unmittelbar auch gegen den anderen auswirten müssen Dclche Beden- tung aber di» Landwirtschaft al» solche für un» alle hat. darüber legen sich nur di« wenigsten Rechenschaft ab Du» Ift — man kann da» zugeben — zum Teil Schuld der Landwtrftchaft au» der Vergangenheit her. Sie war der erste Beruf, der sich vor mehr al» einem Menschenalter organisierte, um zu verhindern, bafo sie unter den Auswirkungcn der Taprioischen k>andel»Verträge unter den Schlitten kam. Ihre Organisation hat aber dann später den Mund oft zu voll genommen und Kl uulicher angesftmmt da, wo es m.W nötig war. Mit dem Erfolge. dast er ihr so 3 wie dem Hirten, der wiederholt falschen Alarm agen hatte, ft» dast niemand ihn» half, al» der wirklich kam
Dast heut» die Landwirtschaft tn schwerster Bf- draiigni» sieht, darüber kann eigentlich kein Dori mehr verloren werden. Sie bekommt für ihre Produkt» durchschnittlich wenig mehr, al» sie im Frieden »i halten hat. must aber alle», wo» sie kauft, um ein Mehrfache» teurer bezahlen. Dazu ift Ihr der Kredit erafblid» aerleuert, die sozialen und steuerlichen L 'sten sind gestiegen, da» Rechenexempel, das einstmals eine kleine, aber sichere Verzinsung ermöglichte, ist daher längst nicht mehr richtig. Jede Nentabilltätsgrundlaae fehlt, und die Folge ist eine in raschem Tempo fortldjrcitrnbc Der- IchuIdung, bk trotz der Inflation jetzt wohl schon den Prozentsatz de» Frieden» überschritten bat, nur dast eben die Ain»bedingungen schlechter ,'.worden sind und infolgedesien die Schuldrente In her ist Nimmt man dazu die Kette von schlechten Ernten, di« wir hintereinander erlebt haben, dann ift ,» kein Wunder, wenn der Landwirt jeden Boden unter feinen Insten wanken fühlt und nicht mehr fleht, wie er feine Existenz aufrechterhalten soll
Was bas aber bedeutet, must man fich nur einmal fiarmadxn. T e Landwirtschaft ist der beste Kunde unserer Industrie, in guten Seiten hat sie inst eben'vviel abgenommen, wie uniert ganze Ausfuhr betrug, und wenn sie imstande ist. ihre Bestände zu ergänzen und sich glri b*e big zu n c»>ernsticren. so find dadurch allein MilP.aroenausträge für die deutsche Industrie ftcher. Umgekehrt gesehen aber ist die Landwirtschaft auch die groste Reserve. tne wir in dem M.stverhältnlS zwischen Ausftchr und Qinfubr noch einzusehen bähen. Irgendwann in ablebtxirvr Zeit müllen w-.r untere Handelsbilanz ins Gleichgewicht bringen, das Milliarden- deftzit ist irohl vorübergehend tragbar, solange wir Geld leihen, um untere Läger w eder aufzufüllen und die aus gegangenen Rohstoffe bereinig ubringen. als Dauerzustand aber bedeutet es nicht nur Verschuldung, sondern Katastrophe. Vielleicht könnten wir unsere Au-tuhr noch steigern. obwohl das bei der Art. wie alle untere Nachbarn sich bermetstch gegen die deutschen Produkte avfchllehen. nicht e nfadb ist Sicher ist jedenfalls, trenn wir das Probien, von der enlgeg engefebten Seite her anpacken und die Sebensmillelensuhr. die in die Hunderte von Millionen geht, abvadrosteln suchen, indem wir unsere Landwirt'chast kräftigen. Man braucht nicht einmal darüber zu ftre.ten. ob wir als Boll vollkommen von dem Ertrag der eigenen Scholle leben können: daS ist unbedingt ' cher. dah durch eine ins Intensive gesteigerte deutsche Landwirtschaft die Erzeugung an Getreide und an 3ttt ko erheblich gesteigert werden kann, dasi die Beträge, die wir heute dafür ans Ausland zahlen müssen. bann als Belastung unterer Handelsbilanz gar nicht mehr in «frage kommen.
Hier allo musi der Hebel angesetzt werden, und es ist selbstvcrständl'a). dast die Landwirtschaft auS Eigenem dazu nicht mehr stark genug ist. Cie braucht staatliche Hilfe und Unter ft ünung. Prä ident Hepp hat den Stern des liebel» in der übergroßen cdfoulhcn- b e! a ft u n q ge'ebcn und Rcichshilsc in Höhe von 2,5 Milliarden Derfar.gt. um langfriftige Rea I kre d i t e gegen insermähigung zu bekommen. Solche eurnmen werden kaum zur Verfügung itdxn aoer gewist ist. dast das Deich hier irgendwie ein'pr.ngen must. Gewist ist. dast auch das Reichskabinett bereit ift. zu helfen; über den Umfang wird sich reden lassen. 2Iur viel Zeit i st ntcht zu verlieren, denn je später die Aktion einfetzt, desto tiefer lind die Munden, die inzwischen gcfdraqen werden. Die deutsche Landwirtschaft geht einem Minter entgegen, der ihr von der finanziellen Seite her
ichwer zu schassen machen wird Aber gerade wenn man einmal erkannt hat. Vie eng mit ihrer Entwicklung die gesamte deutsche Volks- Wirtschall verbunden ift. wird man au der Erkenntnis kommen müssen, dast eS sich bei einer solchen Hilfe nicht um eine ..Liebesgabe" handelt, sondern um eine R o t st a n b sa k t i on. deren Wirkungen dem ganzen Volke zugute kommen.
Standardisierung der landwirtschaftlichen Produktion. (Eigene Drahtmeldung de» „(Siebener Hnjeiger»*.
Berlin. S. Rov. Bei der Landbundtagung, deren Bedeutung wir bereits hervorgehoben ha- L'en, sind, nachdem Präsident Hepp feine beachtlichen Ausführungen über die finanzielle Belastung der Landwirtschaft gemacht hatte, im weiteren Verlauf Redner zu Gehör gekommen, die fich tm wesentlichen mit politischen Fragen beschäftigten. Fragen von unftreittg einschneidender Bedeutung, aber doch solche, die nicht eigentlich zu der notwendigen sachlichen Betrachtung des Landbundes gehören. Denn für eine Auseinandersetzung über Zentralismus, Uni- tarismus ober Föderalismus deS Deutschen Rei
ches ift eine Fachmännerversammlung, gleichviel welcher Berufsstände, ichwcrlich die objektiv und wisfenfchaftlich zur llrteilsbildung berufene Instanz.
Freilich haben die Landwirte bet ihren viel- fälligen Zusammenkünften in den letzten Jahren die eigentlichen Fachprobleme schon ziemlich erschöpfend behandelt. Aber man kamt vielleicht nicht des Guten genug tun in der Wiederholung dessen, was zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Arbeit-- Methoden und zur Steigerung der Erträge bereits vielfach getagt worden ift. Uns scheint die gesamte Anstrengung darauf verwendet werden zu mülfett, dast die menschlichen Arbeitskräfte auf dem Lande rationeller aus- genutzt werden, dast die Anwendung von Düngemitteln mit einem Höchsttnast von Zweckmästig- keit und Wirtschaft llchleit erfolgt, dast in bezug auf Schul- und Versuchswelen Pflanzenzüchtung und Veredlung sowie schlieft! ich in bezug auf die Standardisierung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse alles geschieht, was den Ruhen des Landwirte» erhöhen und die Grtragsfähigknt des Bodens steigern kann.
Hier ist schon manwe» geschehen, aber sicher noch nicht alles. Um bei dem letzten Problem
Siegerwald über Beamtenbesoldung und Verwaltungsreform.
Berlin, 8. Rov. (XU.) Zu dem Thema .Woraus es. politisch gesehen, cmkommt!" veröffentlicht der Führer der christlichen Gewerkschaften und ehemalige preußische Ministerpräsident Adam Stegerwald in der .Germania" dnen Artikel, in dem er schreibt: In Viesen Tagen muh die Entscheidung über die Beamtenbe- soldungSres vrm fallen Nachdem ich in den letzten Wochen überall als .Decnntenfeind" angc- prungert toorben bin, nrtr entgegengehalten wurde, ich sei .den Beamten in den Rücken gefallen". und selbst politisch befreundete Beamte der Ansicht waren, dast ich in Paderborn .zur unrechten Zeit" und am .unrechten Ort“ geredet habe, ist eS an der Zeit, auch etiwnal politisch auszusprechen. waS ist. Meine Paderborner Rede richtete sich nicht in erster öärie an die Adresse der Beamten- lic war ein Schrei an die Öffentlichkeit und ein Appell an die Steuerzahler. Ab 1. September 1928. nach Beginn de» fünften Reparationsjahres. unb nach Verabschiedung der jetzigen Beloidungsordnung sehen die hauptsächlichsten öffentlichen Lasten in Deutschland folgendermaf'en auS:
1. Reparationsleistungen 2,5 Milliarden
2. Kriegsbeschädigte 1,4 w
3. Verwaltung des Reichs, der Lon
der unb (Hcmcinbcn (einfchliehl Lchule und einschliestl Pcnftonen) 5,5 „
4. Pensionen bei der Reichsbahn
und Reichspost (ohne die nor malen Betriebseinnahmen und Ausgaben, selbstverständlich auch ohne Gehälter) 0,6 „
10,0 Milliarden
Das alle» sind nur Reparationen, Kriegsbeschädigten fürforge und Personalausgaben Dazu kommen noch etwa 3 Milliarden Mark für sonftige Kriegslasten und die übrigen sachlichen Ausgaben in Reich, Landern und Gemeinden
Bei 'sicher Sachlage kann ich den von der Reichsreg.-runq in der Frage der Beamten- be'olbung eingeschlagenen W?g. ..die Bezüge der Beamten für die ersten zehn Jahr« jetzt end- gültig zu ordnen", nicht mit gehen. DaS bedeutet die'er Weg? Die Verschiebung einer Verwaltungsreform auf den St. Rimmerletnsrag. das heiftt daS deut'che Volk bringt aus s i ch heraus daim überhaupt n.ch: mehr d.e Straft auf zur Beseitigung der tieberorganifation in Reich. Ländern und Gemeinden, zur Rationalisierung der Staat-Wirtschaft. Dann ift tatsächlich der Reparation-- agent bei einer etwaigen Revision des Dawes- planes noch die einzige Stelle, die dem deutschen Volk eine Verwaltungsreform bringen kann und sicher br.ngen wird. Gegenwärtig ift in der Ucberorgam'atum zwischen Reich und Ländern alles sc st gefahren. Besprechungen im kleineren Streife führen vor lauter Bedenken zu nichts. bkibepi fo lange akademische älnterhallun- gen. als nicht ein sehr starker Druck von austen zum ernsten Handeln zwingt. Auch Parlamentsmehrheiten im Reich und tn den Ländern werden, auch nach den nächsten Wahlen, ohne starken Druck von austen sich nicht zu einer entschlossenen Verwaltungsreform zufam- menzufinden vermögen. 6;ne moderne Staatsorgan Nation ist in Deutschland nach der .verpfuschten Revolution" nur zuwege zu bringen, wenn auf der einen Seite die Beamten fräftig auf Gehaltserhöhung drängen und auf der anderen Seile die Gefamtwirtlchaft än- 'chliestlich der Arbeiter und Angestellten eben’o kräftig nach Steuerermästigung schreit. Das Vorgehen der Reichsregierung in der Frage der Deamtenbesoldung verlegt dielen Weg. Daher must die gegenwärtige Beamtenbefoldungs- ortmung als Teilreform erledigt werden.
Die endgültige Desoldungsordnung must i n D e r- binbung mitderDerwaltungsrefvrm aut Verabschiedung gelangen. Der gröstte politische Mangel der jetzigen Vorlage ift, dah s» groste Mehraufwendungen bringt, ohne gleichzeitig auf der Ausgabefeite ttach dem Rechten zu sehen.
Besonnene Beurteilung unserer Finanzlage.
ncbcrcilte Lchlüfsc autz dem toilbcritncmornnbum.
Eigener Drahtbericht de» ..Giestener Anzeiger»".
Berlist, 9. Rov. Dah das Parker ©iibert- Menwrandum und bie daraus erfolgte Antwort ter deutscheir Reichsregi.-rung nicht ohneDin- fluh auf den Geldmarkt bleiben würde, war vorauszusehun Solange fich diele Rückwirkungen aber nur in rein wirtschaft- 1 ichen Formen bewegten, war darin nichts Abnormes zu festen. Gewissen Kreisen schämt es aber eine besondere Gelegenheit zu sein, derartige Manöver durch politilche Argumente zu forcieren und dadurch eine Einwirkung auf die gesamte Finanzlage zu erz eien, bie an und für sich nicht mehr das ger.ngfte mit beö Auseinandersetzung zwischen dem ®er.cralagentcn und der Reichs re gierung zu tun hat. dadurch aber eine Gefahr in sich birgt, die bi ihren Auswirkungen. vorausgesetzt, dah es den besonnenen Streifen nicht gelingt, diese Bewegung zurück- zuweifen. noch nicht zu überleben ist. Politische Spekulation in wirtschaftlichen Fragen bedeutet eine vcsahr. die in ihrer Tendenz auf das energischste zurück- gewiesen werden must. Rach Lage der Dinge scheint es aber doch, dast bidc Machinationen im Keime ersticken und dast es zu keiner weiteren Katastrophe auf dem Geldmarkt loni.ien wird. Auf jeden Fall find die zuständigen Ct.Ilen der An icht, dast d.e theoretischen Auseinandersetzungen zwischen'. Parker Gilbert und der Reichsregierung zu lösen sind, und dah kein 2 n 1 a st . weder im Inlande noch im Auslande vorliegt, den ®d ’iarft zu beunruhigen. In dieser Hinsicht bedeuten die Rachrichten aus Amerika. nach denen das Wa'hingtoncr Schatzarm eine weitere Ausnahme deutscher Anleihen abtebnl, eine sensatwnelle Aufputschung von Tatsachen, die auf ganz anderer Grundlage beruhen.
$ür Begrenzung der Reparaiionszahlungen.
Landon. 9. Rov. (WIB. Funkspruch.) Der wirtfchastsfachoerftändigc, Sir Josuah S t a m.p , der seiner Zeit dem Dawes-Au »schuh angehört hat, erklärte gestern in einer Rebe in Manchester: „Der fpunkt rückt schnell heran, wo man darüber ent- iben muh. ro a» man von Deutschland
an Reparationen sowie Zinsen verlangen will, die nur in Gütern bezahlt werden können. Mmerila muh eine mahgcbende Rolle bei der Latscheidnng spielen. L» ist unmög- llch unbegrenzte Zeit mit Teillösungen fort- zusahren, wie e» gegenwärtig geschieht. Solche Methoden können eine Weile betrieben werden, muffen aber schliehlich versagen. Diese Tatsache würde keine tzrohe Wichtigkeit haben, wenn nicht der schliehliche Zusammenbruch auch politische J o I g e n haben mürbe." — »Financial Times" unterstützt diese Bemerkungen in einem Leitartikel und sagt: „Der Tag der Abrechnung kann aufge- schoben werden, aber, ob die Deriobe kurz ober lang ift sie kann nicht endlos sorkdauern, wenn es überhaupt einen erfolgreichen Reparationsplan geben soll."
anzufangen Biele landwirilchastüche Grzeugnisfe. die auS dem Ausl an d zu uns herein kommen, lei es Gemüse, leien es Aep'ei oder Pslaumen. leien es Molkerei- ober Fietlchproduki«. verdanken ihm, Grfolg der blosten Taisache, dast diese Erzeugnisse von vonchevetn unter dem Gesichtswinkel ihrer zweekmähtgsten Verpackung und ihres bequemen VerfandeS erzeugt worden sind, dast daneben die Erfahrungen der inodeciien Vertriebspropaganda. die Anforderungen ästhetischer Art weitgehendft gewahrt worb.M sind. Aul diesem Gebiet tüxbeit mir in Amerika unendlich viel, in Gnaland unb der Schweiz, in 5X1 nein arf und Holland mancherlei, in Deutschland sehr wenig getan. Die Schaffung i*on Markenartikeln, bie Gewähr für einen gleich- mästig ober steigenden Absatz unb für einen rationellen Flust von Produktion und Ai'satz bieten, ist bei der deutschen Landwirtschaft noch eine Ausnahmeerscheinung. Die Erzeugung gleichmähig großer Aepsel. Gemü'eköpse. durch die eine Menge Arbeit bei der Verpackung, dem Versand und der Preissestsetzung vermieden wird, kennt man bei uns kaum Die Fabrikation von Milchprodukten höchster Qualität ist noch immer erst da» Privileg einzelner Londesteile oder MolkereigenoNenschaften. Die Kontrollorganlfa- ttonen zur Sicherung der höchsten Qualität sind erst an einzelnen Stellen vollkommen durchge- biibet. usw
Weiter sind wir sicher schon ht der Verwend duna von Düngemitteln, in bezug auf Pflanzen- und Viehzüchtung und kmb- wirischaftliches Unterrichtswesen Gegen 38C landwirtschaftliche Schulen im Jahre 1013 mit 9003 Schülern gab es 1925 bereit» 591 Schulen mit über 21 000 Schülern. Aber trotzdem tollten die berufenen Führer der Van nicht Nachlassen in brr Forderung, bah der Berufsstand im ganzen da» Riveau erreichen must, auf dein allein er Anspruch auf eine bevorzugte Berücksichtigung innerhalb de» Dolksganzeir stützen kann.
Sayern und das Gildertmemorandum.
München, 8. Rov. (WD.) 3m Bayrischen Landtag kam bei der Beratung des Gtats des FrnanzministeriumS die Sprache auch auf da» Memorandum deS Reparativn^agenten. Der Redner der Bayrischen Dolkspartei übte scharfe Kritik unb erklärte, bie Alliierten würden sich einer Täuschung bingeben, wenn sie glaubten, dast der Einheitsstaat die Reparationslasten leichter tragen würde als der Staat in der jetzigen Form. Auf die Dauer würde Deutschland die furchtbaren Kriegs!. ':en überhaupt nicht aufbr.ngcn können — Für bie fo) laibemo- kra tische Fraktion erllarie Abg. Ackermann . eS sei zuzugeben, dast ber Reparattons- agent btt Grenzen, die ihm durch feine Aufgabe gezogen feien und die befonderS ein taktvolles Vorgehen verlangen, wenn es sich um die Behandlung innerdeutscher Qüxgclegtnbeiten handele, nicht streng e i n g c !) a l t r ber Antwort ber Reichsreg.erung vermisse man vvllstänbio. bah ber R parationsagent In feine Schranken zurückgewiesen worden wäre. Im übrigen könne aus bem Schritt GllberiS nicht ein Dorwurf gegen bie Unitanften abgeleitet werben. Der Redner betonte Wester, dast Oie Ansprüche Bayerns an das Reich hinsichtlich bet Dahn- unb Poftabfinbung berechtigt seien und dah eS ein Armutszeugnis für die Aeichsregierung sei wenn sie Ich m dieser Frage hinter den Widerstanden ber preußischen Regierung ver'chanzt. D< r Forberung des bayrischen Finanzminister- auf eine Erhöhung des Anteil- ber Vänber an der Einkommen- und Skörperschaftssteuer forme man ebenso!!- juflimmen.
Das Gfeuen vereinheiflichungsgesetz.
Besprechung tm SieichSwirkschasisrat.
Berlin, 8. Rov. iDDZ.) Der Finanzpoll- tifche Au-'chuh des vorläufigen Reichswiri'chafts- rates besprach das Steuera>5reinh< ilichungsge^ey. Dem auf die Vereinheitlichung hinzi st enden Drundgebarcken wurde zugestimm; D e im Gesetz vorgesehene Befugnis ber Länder jur Erweiterung ber Steuerbefreiungen wird als dem Gedanken der ‘Berr.nbdt- l.chung Widers prechen b bezeichnet: sie führ« auch ju einer Herabminderung des Stcuerauf- lommenÄ. Deshalb wurde Streichung dreier Bestimmung bef4)ü>,<en Für den l j n böirt- Ichastlichen Klein besiy soll eine Gr- mäf igungsmöglichkcit gegeben werden. Die Mest- jahl beim Grundsteuer rahmenge^ey wurde von S v. T. auf 1 t? Sy abgeän^ert. 3n einer Lnischtiehung wird die dishe ..ie allgemeine Freistellung ter freien Berufe von der Gewerbesteuer für siche mehr angvmeflen bezeichnet und Abänderung bie*cs Zustandes gewünscht. Auch die gewerblichen Rebenbetriebe ber Landwinichafl unb des Gartenbaues sotten jur Gewerbesteuer Heran- gezogen werden ebenfo Werks-Konsum.- an ft alt en. Für die Reichsbahn und ReichSpr,'t wirb nur eine beschränkte Freistellung von dcr Gewerbesteuer jugebilligt. Hauptgrurrdlage s:st


