Einzelbild herunterladen

Samstag, 9. Zuli 1927

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger smGberhefsen)

Rr. (58 Zweites Blatt

Vereine

schiede^

Istadttheaf;

sgaS

einen reißenden Dach, über den bloß los gutmutig in die Welt Mes an chm ist noch schmaler Dalken als Drücke führte, frisch und neu, fogar die Krallen an den Pfotern :ierte hinüber, schritt durch das ®e» | Den Ernst des Lebens, den furchtbaren Kampf

kamen an

verstehen uns...

So ein junger Hund, dessen ganzer Gang ein einziges tolpatschiges Lächeln ist, schaut rest-

WtW i) einieln licn gcstät. I. «ngeb. u. i_d.W8.Diz.

ein langer schmaler Dalken

Ich balancierte hinüber, schritt durch

Mpills äSS

Heule abend Kneipe mi A.H.-Abe^ js?ss

gegen Floh und Katze, kennt er noch nicht in seiner ganzen Schärfe. Dein Problem ist vor­läufig noch das Zimmer: wie man es rein hält, und dann vor allem die Tür mit dieser entsetz­lichen, unerreichbaren Klinke.

Aber dann wird man groß, bellt en­thusiastisch, sowie der Herr nur auf die Flinte hinblickt, und lernt vorstehen, mit einer erhobenen Pfote, wie aus Erz gegossen. Och habe gesehen, wie ein Hund vor einem Grashürnpel Vorstand, aus dem, statt der Schnepfe, die aufflattern sollte, bloß ein giftgrüner Frosch ein Frosch von Wilhelm Dusch! heraushupfte, und nie habe ich einen solchen Ausdruck tiefster Scham beob­achtet, wie an jenem armen Hunde. Ich wagte es nicht, ihm nachher noch Dorwürfe zu machen.

Doch eine kurze Bemerkung über diese Clowns, die Foxterrier, die ja natürlich nicht ernst zu nehmen sind: sie alle haben bekanntlich einen schwarzen Fleck auf dem Bücken: aber manche sind so rasch ins Leben hinausgesprungen, daß die Statur, die mit dem schwarzen Pinsel an der Pforte stand, nur noch mit knapper Bot auf die Stute hintupfen konnte. Daher denn viele Foxterrier ihren schwarzen Älecfö ganz weit hinten haben, und die tollsten zuweilen gar bloß ein schwarzes Stummelchen.

nüü!

Tamstag, ftM MM am d. W

Nrifk AulobuSIlchilc-'

8 Uhr, v. W.' garten aus.

Montag,".^ aufd.SMeubeu $ommerf4

Abmarsch mit M 2*1, Ubr vom 8» SÄw nach und von St senberg bei M

Nlleruns-Siand; nMvigSvlav^

Kaen

errett

enen'g"K

ö0&Sef,crr

^caich.. -Lchreinen »^erg Wnetarbehen Neubauten fof. « A Angeb. unit

sahn leer p

und würde Stüi K Ä verladen Lchnftliche Ang? boie unter Nr.W

Ks

M

w*l SG

S'e

sagen

g^Fckinctcr chtett' itthslZ

wSÄ

Diese Sieben kontrastierten gewaltig mit denen Lloyd Georges, aber natürlich waren sie nicht der e®runb des Scheiterns der Verhandlungen, son- 'dern dieser lag auf ganz anderem Gebiete.

Ich hatte in jenen schicksalsschweren Tagen zahlreiche Konferenzen mit dem politisch einfluß­reichsten Süanne der österreichisch-ungarischen Monarchie dem Grafen Stephan Tisza und die Entschlüsse, die wir faßten, waren das Siefultat dieses Meinungsaustausches. Ich denke nicht daran, die Verantwortung für die damals beschlossene Politik nachttäglich von mir abwälzen zu wollen, ich nehme dieselbe im Gegenteil voll­ständig auf mich, aber ich muß die Situation er­klären, ich muh erklären, warum wir den ameri­kanischen und nicht den englischen Weg zu gehen versuchten, warum wir auf das fal­sche Pferd setzten.

Die englischen Vorschläge enthielten zwei Puntte, welche deren Annahme für uns unendlich schwierig machten: die großen territorialen Konzessionen und Aenderungen der internen Struktur der Monarchie, zwei Dinge, welche selbstverständlich von einem ganz verschiedenen Standpunkt betrachtet werden müs­sen. Das rechtliche Empfinden Kaiser Karls sträubte sich dagegen, einen kerndeutschen Strich Landes an Italien abzutreten. Dicht ausMacht- gelüsten" wollte er die Drennergrenze nicht akzep­tieren, sondern weil er ein Unrecht darin sah, Deutsche ohne ihre Zustimmung an Italien aus­zulief em, und ich unterstützte diese seine Tendenz auf das entschiedenste. Auf der anderen Seite fträubten sich die Ungarn und Tisza vor allem dagegen, ein Gebiet an die Rumänen abzu­treten. 2ste andere Schwierigkeit, die Qlenberung unserer Verfassung im Sinnenationaler Gleich­berechtigung", also auf föderalistischer Dasis, hätte bei Kaiser Karl nicht die geringste Schwierigkeit gesunden: derselbe war dermaßen von dem Wunsche nach Frieden erfüllt, daß er keinen Au­genblick geschwankt hätte, eine solche Verfassungs­änderung durchführen zu lassen, und auch darin hatte er, meiner Ansicht nach, recht. Aber dann stand unsere bestehende dualistische Ver­fassung und der starre Wille der Ungarn gegenüber, welche hierüber nicht mit sich sprechen lassen wollten. So entschlossen wir uns nun auf das Programm Wilsons und seine 14 Puntte festzulegen und die englischen Verhandlungen nur nebenbei zu führen. In einem meiner früheren Artikel ward beschrieben, warum diese Bemühun- gen einen negativen Verlauf nahmen. Mit ihrem Schottern schwand die letzte Möglichkeit eines er* ttäglichen Friedens.

Außenpolitische Umschau.

Von Professor Dr. Otto H v e h s ch, M. d. R.

Der südslawisch-albanische Konflikt ist mit dem 2. Juli erledigt, indem eine neue Slote der jugoslawischen Regierung in Tirana übergeben worden ist. die den von der albanischen Regierung als Deleidigung bettachteten Aus­druck nicht enthält. Es bedarf freilich keines Wortes weiter, dah zwar dieser Konflikt er­ledigt, aber nicht die große Gefahr beschworen ist, die im bekannten Gegensatz zwischen Italien und Jugoslawien besteht. Immerhin ist für den AuaenÄtck hier Ruhe!

Auch im englisch-russischen Gegensatz sowie in der russisch-polnischen Span­nung ist eine, wenn wir schon nicht sagen wollen, Beruhigung, so doch Stagnation eingetreten. Die englische Politik hat seit dem Slbbruch der Beziehungen kaum irgendetwas zu dem Konflikt verlauten lassen und nur selten einmal nimmt irgendeine Stimme in England darauf Bezug. Dafür ist zu vermerken, daß ein Mann wie

aus

t Lage, mit ebäube (für jeetgneDuttb »M fof. ob- u taufen flC- .«ngeb.unt. n den Gtetz. >r erbeten^.

Wie derBaedeker" entsteht.

Die durch ihre Reisehandbücher weltbekannte Firma Karl Baedeker in Leipzig feiert jetzt ihren 100. Geburtstag. Der Slame des Begründers dieses Verlages ist aufs innigste mit dem Aus- schwung des Reiseverkehrs vettnüpft, denn er war es, der nach jahrhundertelangen Bemühungen als erster dem Reisenden einen zuverlässigen ge­druckten Führer in die Hand gab und ihn dadurch von der bis,dahin üblichen kostspieligen Bevor­mundung durch Fremden-Führer oderLohn- bedienstete", wie man damals sagte, befreite. Wie wir aus einem Iubiläumsaufsatz des Buch­händler-Börsenblattes erfahren, sind die ersten dieser Handbücher, die den Ruhm der Firma begründeten, von Karl Baedeker selbst versaht worden. Mit vorbildlichem Fleiß und unermüd­licher Sorgfalt führte er seine Aufgabe durch und hat sich seine Kenntnisse zum größten Teil selbsterwandert". Hat er doch diesen Ausdruck, für den ihn Grimms Wörterbuch schon 1662 als

büsch weiter und blickte mich um, da die Hunde nicht nachkommen wollten. Und da konnte ich aus meinem Versteck folgendes sehen: der Reu­fundländer stürzt sich mit Behagen ins Wasser und schwimmt herüber. Um Ufer bleibt er stehen und schaut zurück, denn die rotgoldene Molly winselt zitternd auf der anderen Seite und hat Angst vor dem Wasser und auch vor dem Balken. Da kehrt der große Hund um, rudert zurück, packt das Hundemädchen vorsichtig am Racken und trägt sie schwimmend übers Wasser herüber.

Wer dieser Kavalier war auch ein großer Gauner. Als ich seinen Züchter besüchte, der viele seiner Brüder besah, wollten wir einmal sehen, wer von ihnen am besten apportieren könne. Ein Stückchen Holz wurde weit in den See hinaus­geschleudert. Die ganze Horde stürzt planschend ins Wasser, nur der Kavalier schließt sich nicht an und schwimmt äußerst ruhig nach. Jetzt hat der flinkeste das Holz zu! packen bekommen, schon dreht er um, und die anderen, wie ein Kometen­schweif, ihm nach! Mein der Kavalier erwartet den Heranschwimmenden seelenruhig an der Mitte des Weges, hebt auf einmal seine Riesenpfote aus dem Wasser und legt sie ihm schwer auf die Stirn, so daß jener tief untergetunft wird und also aus Luftmangel das Holz loslassen muh welches an der Oberfläche auftaucht. Darauf nimmt der Kavalier das Holz bedächtig zwischen die Zähne, schwimmt ans Ufer und legt mir die Trophäe wortlos vor die Füße. Sllso ein Gauner.

Es ist grausam, einem Hund die Rute zu kappen, denn man beraubt ihn ja damit seines kostbarsten Ausdrucksmittels, das ist beinahe so, wie wenn man uns die Zunge ausschnitte. Run kann der arme Kerl bloß noch in Gedanken -wedeln. Und wie schön war es doch, wenn man ins dämmerige Zimmer trat und auf einmal unter dem Bette her das Tak-tak-tak des Wedelns hörte. Das liebste Einverständnis aber ist es, wenn man mit einem jungen Hunde spielt und er einen beißt: aber doch nur ganz, ganz vor­sichtig beißt, weil es ja ebey ein Spiel ist wir

tend zu verhalten und erst einmal abzuwarten, was aus diesem Wirrwarr hervorgehen werde.

Lloyd George hatte mir sagen lassen, ohne große territoriale KonzessionenOester- reich-Ungarns sei der Frieden nicht zu machen. Der englische Premier verhielt sich in allen diesen Verhandlungen äußerst korrekt und ehrlich Er gab mir zu verstehen, dah er unseren Standpunkt, nach welchem wir das kerndeutsche Tirol nicht an Italien auslief em konnten, völlig begreife und verstehe, aberein Vertag sei ein Vertrag", Eng­land sei gebunden und könne nicht so handeln, wie es gern mochte.

Es ist mir nicht möglich, zu beurteilen, ob Lloyd George persönlich diese von England eingeleiteten Friedensversuche aufrichtig meinte, oder ob er darin bloß dem Drucke seiner Kollegen nachgab. Die Sprache der englischen Unterhändler erschien, wie gesagt, ehrlich und aufrichtig, in einem gewissen Gegensätze hierzu bekannten sich jedoch die zu dieser Zeit gehaltenen öffentlichen Reden Lloyd Georges, welche von dem Willen, die Mittelmächte zu vernichten, trieften. Während Wilson in jener Epoche Reden hielt, welche keinen Zweifel darüber ließ, dah er mit uns zu ver­handeln wünsche, war in den Ausführungen des englischen Premiers auch nicht ein Hauch davon zu spüren und diese fortgesetzten Hastgesänge er­schwerten es uns natürlich unendlich, unsere Oef- fentlichkeit darauf vorzubereiten, dah wir einen schmerzlichen Frieden anbahnen. Wilson sagte am 12. Februar in einer Rede vor dem Kongresse: Graf Czemin scheint die Grundlagen des Frie­dens mit klarem Auge anzusehen, und er scheint sie nicht zu verdunkeln. Er sieht, dah ein unabhängi­ges Polen, gebildet aus allen unbestreitbar pol­nischen Bevölkerungen, die eine an die andere grenzt, eine Angelegenheit europäischen Überein­kommens ist und natürlich zugestanden werden muh, ferner, dah Belgien geräumt und wieder hergestellt werden muh, gleichgültig, welche Opfer und Zugeständnisse dies mit sich bringen mag, und ferner, daß nationale Bestrebungen be­friedigt werden müssen, sogar in seinem eigenen Reiche in gemeinsamem Interesse Europas und der Menschheit. Wenn er über die Fragen schweigt, die die Interessen und Slbsichten seinen Verbündeten näher als Oesterreich-Ungarn allein berühren, so ist es natürlich nur, weil er sich gezwungen fühlt, unter Umständen auf Deutsch­land und die Türkei zu verweisen. Indem er die wichtigen infragekommenden Prinzipien in die Rottvendigkeit, sie offenherzig in die Tat umzu­setzen, erkennt und ihnen zustimmt, fühlt er natür* lichÄveise, dah Oesterreich-Ungarn auf die Kriegsziele, wie sie von den Vereinigten Staaten ausgedruckt wurden, mit weniger Schwierigkeit als dies Deutschland möglich ist, eingehen kann. Er würde wahrscheinlich noch weiter gegangen sein, wenn er auf Oesterreich-Ungarns Bündnis und seine Abhängigkeit von Deutschland keine Rück­sicht zu nehmen gebraucht hätte." Und Wetter sagte der Herr Präsident in derselben Rede vom 12. Februar:Die Antwort des Grafen Czernin, der Hauptsache nach an meine Adresse auf meine Rede vom 8. Januar gerichtet, ist in einem sehr freundlichen Tone gehalten. Er erblickt in meiner Erklärung eine hinreichend ermutigende Annähe­rung an die Auffassungen feiner eigenen Regie­rung, um seinen Glauben zu rechtfertigen, daß sie eine Grundlage für eine eingehende Besprechung der Ziele durch die beiden Regierungen liefern*, und ferner:ich muh sagen,, Graf Hertlings Antwort ist sehr unbestimmt und sehr verwirrend. Sie ist voll zweideutiger Sätze, und es ist nicht Har, wohin sie führt. Qtber sie ist sicherlich in einem von dem Tone der Rede des Grafen Czer­nin sehr verschiedenen Tone gehalten und äugen* scheinlich mit einem entgegengesetzten Zweck*.

!bt< leider

rpritidjefr

Hebet den Umgang mit Hunden.

Von S. v. R a d e ck i.

Diese Tiere sind unserem Machtwillen und unserem Zärtlichkeitsdrang schutzlos preisgegeben: teils baut man sie durch, teils knutscht man fie ab, und zwar beides mit Vorliebe öffentlich. Denn es ist des Hundes tragische Bestimmung .Sklave und zugleich Freund eines Wesens zu H ® dem er wie zu einem Gott emporschaut. Gewiß, er ist das einzige Tier, das an einen .Gott glauvck und man muß schon sagen, daß es mn schlimmes Glück bedeutet, ausgerechnet den Menschen zum Gott zu haben. Rur der Dackel ist ein Skeptiker Als solcher zugleich aber auch Melancholiker und

Der Wettlauf um die Friedenspalme.

Oesterreichs Verhandlungen mit Lloyd George. Wilsons 14 Punkte. Das Wiener Kabinett setzt aus das falsche Pferd.

Von Gras Ottokar Czernin, k. u. k. österreichisch-ungarischem Minister des Aeuheren a. D?)

Während wir in Wien noch daran arbeiteten, bei den Verhandlungen mit England die mörderi­schen Bestimmungen des Londoner Derttages zu mildern, platzte am 8. Januar 1918 Wilson mit seinen 14 Punkten herein. Im ersten Augenblick wußten wir nicht, ob die merkwürdige Botschaft des amerikanischen Staatsoberhauptes in irgend­einem Zusammenhang mit unseren englischen Ver­handlungen stehe oder nicht, aber schon nach we­nigen Tagen erkannten wir, dah die 14 Punkte offenbar eine völlig getrennte separate Aktion darstellten. England hatte Wilson nichts von sei­nen Verhandlungen mit uns mitgeteilt. Das war ans gegenüber loyal und entsprach vollkommen dem auch von uns eing-haltenen Vorgang der Geheimhaltung. Wir beschlossen, Amerika eine entgegenkommende Antwort zu geben, gleichzeitig aber die englischen Geheimverh andlungen f ort­zusetzen. Am 24. Januar 1918 erklärte ich in bet österreichischen Delegation, daß wir die Vor­schläge Wilsons als Basis der Friedensverhand­lungen annehmen.

Da trat am 14. Februar 1918 eine neuerliche Wendung ein: Das englische Mitglied des Unter­hauses Wahte interpellierte die Regierung im Londoner Parlamente und erflärte, er verurteile die Genfer Verhandlungenals einen Schritt der Geheimdiplomatie und als wahnwitzigen Versuch, mit einem der Feinde in Sonderverhandlungen zu treten.** Wenn man den Frieden wollte, so war diese Interpellatton keine glückliche Maßregel: beim obwohl D a l f o u r in tadelloser Korretthett sofort öffentlich die Initiattve auf sich nahm und uns zu verstehen gab, dah er trotz dieses Inzi­denzfalles die Verhandlungen fortzusetzen gedenke, so spitzte dennoch jetzt Wilson die Ohren und ward argwöhnisch. Bei den Verhandlungen mit Wilson hat die Behandlung seiner typischen Men- talttät stets eine ganz spezielle Rolle gespult: Wilson toollte mit seinen 14 Punkten wirklich der Wett den Frieden geben und er glaubte auch, daß es ihm gelingen werde, er war darin völlig ehrlich, aber er wollte der arbiter mundi sein, er wollte die Friedenspalmen erorbern, er al­lein und er wollte keine englische Konkurrenz und als er nun plötzlich durch die Ungeschicklichkeit Wahtes Wind bekam, dah England selbständig und ohne Amerika an dem Frieden arbeite, ward er verstimmt und mißtrauisch, er wußte nicht, was eigentlich vorging.

Damit war die Situation eine ganz merkwür­dige geworden. Rachdem wir durch Jahre vergeb­lich versucht hatten, einen Friedensfaden anzu­knüpfen, hatten wir nunmehr deren plötzlich zwei, die sich aber kreuzten und dadurch gegenseitig be­hinderten. Dadurch, daß Lloyd George den Präsi­denten über seine Friedensversuche auch jetzt noch nicht aufffärte, mußten wir notgedrungen gleich­zeitig nach zwei Setten sprechen, und zwar ver­schieden: Rach Amerika teilten Wir mit, daß wir die 14 Puntte als Dasis akzeptteren, jene 14 Punb» welche Annektionen gegen den Willen der SlimeJrterten ausschliehen. Das war der für uns günstigere Standpunkt in Anbetracht der italieni­schen Eroberungswünsche, wie dies aus dem m meinem letzten Artikel reproduziertenLondoner Protokoll" erhellt. Da wir aber anderseits den begründeten Verdacht hatten, dah die zum -2,ecke utopischen Theorien Wilsons Eigenbrödeleten eines weltfremden Mannes seien und da wir viel­mehr Vertrauen in die realistische Urteilsfähig­keit der Engländer hatten, da wir endlich mit En^ land bereits im Gespräche waren, so wollte ich den englischen Faden unter keinen Umstanden ab- relften lassen und ich beauftragte unsere Unter­händler, sich freundlich, aber zuruckhal-

) Vgl. die Aufsätze in Rr. 146 vom 25. Juni Rr. 154 vom 7. Juli. _________

W

mit modern. Sage au tonfanenüok Preisen M »8» ffM8r»fr.l5,TO EinfacheLanitt u. Ainderkleidl

auch Wäsche wird angei. u. at gebeß, billig °

Igesuche ichsamer

Humorist. =

Ich kannte einen, dessen Spezialität es war, stundenlang auf den Hinterbeinen aufwarten zu können: ja, er setzte sich (neben dem Speisetisch­freiwillig in Positur und stieh einen mit der Schnauze ans Knie, um darauf aufmerksam zu machen. Doch die Rührung, mit der man das wahrnahm, litt wesentlich, sobald man bemerft hatte, dah dieses bloß läin Trick war, weil er nämlich seinen Schwanz dabei schlauerweise als dritten Stützpunkt verwertete und nun sozusagen als Dreifuß auf solider Basis stand. Er fraß zwar gelegentlich auch Kamelhaardecken, jedoch das Aufwarten blieb seine stabile Leidenschaft.

Mit ihm zusammen lebte eine große Tibet- kahe, die blaue Augen hatte und sich wie der Dalai-Lama benahm. 2lls einmal der Dackel mit ihr allein im Zimmer war, hat man durchs Schlüsselloch folgende Szene beobachtet: die Katze speist vornehm und nachlässig ihr Diner, während der Dackel ihr gegenüber als schwarze Statue stumm aufwartend dasitzt, seine Schaufelpfoten bittend an den Leib gepreßt hält und mit einem vorwurfsvollen Blick ihr Herz zu erweichen sucht. Er hatte geglaubt, dah auch Katzen auf seine Künste Wert legten, allein es machte auf sie nicht den geringsten Eindruck.

Ich besah einmal einen riesigen Neufundlän­der, der ein vollendeter Kavalier war. Ich ging mit ihm und einer entzückenden irischen Setter- Hündin, die acht Monate alt war und Molly hieß, eines schonen Tages auf die Jagd. Wir - C - - - m n « e U am Ta 1 aCi

Beleg anführt, erst geschaffen! Seine Arbeits­weise geht aus den zahlreichen Rotizbüchern her­vor, die er auf seinen alljährliehen Reisen führte. Für sein letztes WerkParis und Umgebung", machte er z. B. am 14. April 1854 und am fol­genden Tage seitenlange Eintragungen, indem er 1372 Stunden lang auf dem Pariser Friedhof Pere Lachaise die genaue Lage von Gräbern berühmter Männer bestimmte. Sein Sohn, Fritz Baedeker, der durch die Skrleiftung des philo­sophischen Ehrendoktors ausgezeichnet wurde und 1925 gestorben ist, setzte seine Arbeitsweise fort und machte denBaedeker" zum Vorbild des modernen Reisehandbuchs. Von einem großen Stab von wissenschaftlichen Mitarbeitern unter­stützt, unter denen sich Gelehrte ersten Ranges, wie die Geographen Schweinfurth. Kiepert, Ratzel. Partsch, die Archäologen Dörpfeld, Hülsen, Hel- big. Slmelung, die Kunsthistoriker Springer und Iusti befanden, führte er die bis ins kleinste gehende Redaktionsarbeit selbst durch. Als Bei­spiel seiner Tättgkeit wird eine Auszeichnung über das Zustandekommen des Baedekers für Spanien angeführt.Das erste Manuskript," schreibt er. lieferte der durch seine norwegischen und schwe­dischen Reiseschilderungen, auch durch eine spa­nische Reisebeschreibung bekannte Ludwig Pas­sarge. Dieses Manuskript wurde nach redaktionel­ler Durchsicht durch mich gesetzt, und mit diesem gedruckten Manuskript bereiste ein langjähriger kunstverständiger Mitarbeiter, Dr. Propping, das Land abermals und berichtigte es nach seinen Erfahrungen, in kunstgeschichtlicher Hinsicht auf Grund der Uebersicht der spanischen Kunst, die der SSerlag von Pros. Karl Iusti erhalten hatte. Den ArtikelMadrid** bearbeitete A. Dressel, der langjährige Sekretär der Deutschen Botschaft in Madrid, zweimal im Laufe der Jahre neu. Die Beschreibung und Würdigung der Gemälde­galerie im Prado hatte den bekannten Kunst­kenner Wilhelm Bode zum Verfasser. Dann gin­gen die Korrekturabzüge an eine Anzahl xn Spanien und Portugal ansässiger Deutscher zur Durchsicht. Da mir die Darstellung immer noch zu breit war, ich auch bei der Vergleichung des Textes mit den Karten und Plänen bielerkr zu ändern fand, so arbeitete ich den Text noch­mals durch, wobei ich, ohne meines Erachtens Wesentliches wegzulassen, an drei Dogen her- auSrebigierte.

Lord Grey, der in der öffentlichen Meinung Englands mit Aufmerksamkeit angehört wird, zwar den Standpuntt des konservativen Kabi­netts gegen Rußland durchaus billigt, aber vor jeder aggressiven Verschärfung iranrt und rät, man solle Rußland sich selbst überlassen.

Die gleiche Taktik verfolgt man auch (ganz ohne englischen Einfluß?) in Warschau. Die Antwortnote an Moskau ist noch nicht ergangen, und eifrig verhandelt der polnische Gesandte in Moskau, Herr Patek, über eine Beruhigung und Entspannung, an der offenbar auch auf der an­deren Seite Tschitscherin energisch mithilst. Von einem förmlichen Abbruch zwischen Polen und Rußland ist keine Rede. Im Gegenteil wird sogar die Frage erörtert, wer als neuer Ge­sandter an Stelle des ermordeten Gesandten nach Warschau gesandt werden soll, und man nemU dabei einen mit den osteuropäischen Din­gen besonders oertrauten und auch in Berlin bekannten Mann, den früheren Chef der russi­schen Handelsdelegation in Berlin, Stomomakow.

Was inzwischen aus Moskau über den Kampf der Richtungen berichtet wird, ift nicht ganz durchsichtig und bisher wenigstens in Be­zug auf die Außenpolitik ohne wesentliche Be­deutung. Worin die beiden Richtungen sich außenpolitisch unterscheiden, etwa in der Frage des Verhältnisses zum Komintern und der welt- revolutionären Propaganda, das tritt nicht her­vor, oder es kommt was durchaus möglich ist in den erregten Parteiauseinandersetzungem überhaupt nicht zur Diskussion. Rur das scheint unzweifelhaft zu fein, dah Stalin mit allem Rachdruck die bisherige Linie weiterverfolgt, die Oppositton der Trotzki und Sinowjew tot zu machen. Das ist an sich, wenn mir den Gegensatz der Richtungen in Moskau richtig verstehen, ein Vorteil für den europäischen Frieden. Aber die Auseinandersetzung ist weit davon entfernt, in der Beziehung schon Klarheit zu geben, und es ist fraglich, wieweit die mit dem Ramen Stalin begegnete Richtung nun gehen will. Eine erste öffentliche Aeußerung Tschitscherins nach seiner Wiederaufnahme der Geschäfte hat die Unabhängigkeit der Sowjetpolitik von der 3. internationale betont, und im übrigen die bekannten friedlichen Töne angeschlagen. So schwelt die ganze im russisch-englischen Gegensatz bezeichnete Spannung unterirdisch, und wird un­zweifelhaft auch auf die Dölkerbundsversamm- lung, die in zwei Monaten stattftndet, einroirPen.

Für diese Dölkerbundsversammlung ist die zentrale Frage, die die Reichstagsdebatte erneut gestellt hat: Ruhr oder Locarno? Der Ausdruck ist etwas phrasenhaft,aber immerhin ganz gut zu gebrauchen, weil er kurz und treffend den Gegensatz bezeichnet. Was Briand in dieser Beziehung will, weiß man. Aber er ist nicht fähig, jetzt in der französischen Politik wirklich entscheidend einzugreifen. Was P o i n c a r e will, glaubt man nach seinen ganzen Reden zu wissen. Doch gibt es auch Stellen, die darauf Hinweisen, auch er suche nach irgendeinem Aus­gleich, nach einer Verständigung mit Deutsch­land. Ist das richtig und erkennt er dabei an, daß diese SZerständigung ohne neue Vorleistun­gen und Opfer Deutschlands anzustreben ist, so soll uns das recht fein. Uns ist schließlich gleich­gültig, wer im Ramen Frankreichs spricht, wenn er nur wirklich den springenden Puntt sieht: ob die mit dem Ramen Locarno bezeichnete Politik weitergeführt werden tonn. Wir nehmen zur Kenntnis, daß ein Mann wie der Senator de Iouvenel sich dahin ausgesprochen hat, Locarno sei als gescheitert zu betrachten, wenn Frankreich weiterhin die Okkupatvn auftecht er­halte. Er gibt zu, daß Frankreich kein Recht habe, die Qkrlängerung der Besatzung damit zu begründen, dah Frankreich noch nicht mit der

"*a8M zen-Anzeia-! dis U&& \

- 600 nun le, mit drei ufo. preis. Web. Gest, e Angebote *6 an den ^Anzeiger

neues

*1

atband, be- Umstände

eiswert ab- Schriftliche tunt.M59D Sieh. An».

roter

zu per- )urch 05096 1 Ebert, stnaste IL

Äöner O-N ius. Tchristl te unt. 06097 idey-Meig,