OerFrosch mii derMaske
Roman von Edgar Wallace.
62 Fortsetzung. Nachdruck verboten
,Letzt sind alle Nächte gute Nächte für müh", tagte Ray, und es klang wie leises Schluchzen in seinem Lachen mit. Es war noch kein Wort über seine schreckliche Todespein gesprochen worden. Sie waren stillschweigend übereingekommen, daß dieses Erlebnis in die Region der schlimmen Träume verwiesen bleiben sollte.
„Derrieale die Hintertüre. Liebling", sagte John Bennett und sah auf, als sie hinausging. Jeder der beiden Männer rauchte, mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt. Und dann sprach Ray mit seinem Bater von Lola.
»Ich glaube nicht, daß sie schlecht war, Vater," Szte er. „Sie konnte nicht ahnen, was mit mir ge- ehen sollte. Der Plan war so teuflisch ausgeklügelt, ß ich bis zuletzt — bis zu der Stunde, da ich von Eordon die wahre Geschichte erfuhr, der Meinung war, ich hätte Brady wirllich getötet. Dieser Mann muß das Hirn eines Generals haben."
„Ich habe immer gedacht," fuhr Ray fort, „daß Maitland etwas mit den Fröschen zu tun haben müßte, ich erriet es zuerst, als er nach Herons Klub gekommen war, — was beunruhigt dich, Vater?"
„Ella!" rief John Bennett. Es kam keine Antwort aus der Küche.
„Ich möchte nicht, daß sie allein draußen bleibt und das Geschir abwäscht. Rufe sie herein, Ray."
Ray stand auf und öffnete die Türe. Die Küche lag im Dunkeln.
„Die Lampe, bring' die Lampe, Vater!" rief er. Und John Bennett eilte ihm nach.
Die Küchentüre war verschlossen, aber nicht verriegelt. Etwas Weißes lag vor ihm auf dem Boden und Ray bückte sich, um es aufzuhcben. Es war ein abgerissenes Stück der Schürze, die Ella getragen hatte. Die zwei Männer sahen einander an und Ray rannte in sein Zimmer und kam mit einer Windlaterne, die er anzündetc, herunter.
„Vielleicht ist sie im Garten", sagte Ray gepreßt, stieß die Türe auf und schrie in den Sturm hinaus.
Der Regen strömte erbarmungslos hernieder. Die Männer waren durch und durch naß, ehe sie noch ein paar Meter gegangen waren. Ray leuchtete mit
der Laterne den Boden ab. In dem regenfeuchten Grund sah er Spuren vieler Tritte und plötzlich er- kannte er die von Ellas Fuß. Am Rande des Rasens verschwanden sie, ober gerade vor der Seitentüre kamen sie wieder zum Vorschein. Dieser Durchgang verband die Straße mit einer Wiese hinter Maytree Haus, und die Gartentür war gewöhnlich verschlossen. Ray sah als erstes die Spuren eines Autos, dann sah er, daß das Tor offen stand. Er rannte hinaus und sah, daß die Spuren nach rechts wiesen.
„Wir sollten vielleicht den Garten durchsuchen, um ganz sicher zu gehen, Vater," sagte er. „Ich werde einige von den Nachbarn herausrufen und um Hilfe bitten." Als er dies getan hatte, hatte John Bennett den Garten bereits durchsucht, ohne eine Spur von Ella zu finden.
„Fahr' in die Stadt und telephoniere Eordon!" sagte er. Und seine Stimme war eigentümlich ruhig.
Nach einer Viertelstunde sprang Ray vor der Türe von feinem alten Fahrrad ab, um dem Vater die ernste Neuigkeit mitzuteilen.
„Die Telephonlinie ist zerschnitten," sagte er gepreßt. „Aber ich habe ein Auto bestellt, das von der Garage kommen wird. Wir wollen versuchen, den Spuren zu folgen."
Das Mietauto langte gerade an, als auch schon die Stadtlampen von Dicks Auto in Sicht kamen.
Gordon sah ihre Gesichter und war auf das Schlimmste gefaßt, noch ehe er heraussprang. Es folgte eine kurze, fachliche Besprechung. Dick ging rasch durch die Küche und den Spuren nach, die auf die Straße führten, und dort sahen sie schon Elk, der, gebückt, den Boden mit einer elektrischen Taschenlampe langsam und methodisch absuchte.
„Hier ist noch eine schmale Radspur," sagte er. „aber zu schwer für ein Fahrrad und zu leicht für ein Auto. Sieht wie ein Motorrad aus!"
Dick sandte Ray und den Vater ins Haus und bestand darauf, daß sie sich umkleideten, bevor sie weitere Schritte unternahmen. Sie kamen in Regenmäntel gehüllt heraus und sprangen in den gelben Rolls, der sich sogleich in Bewegung setzte. Die Spuren blieben auf der Strecke von fünf Meilen hinaus sichtbar, dann fuhren sie durch ein Dorf. Der Schutzmann hatte vor ganz kurzer Zeit einen Wagen durchkommen sehen, und ein Motorradfahrer war ihm gefolgt.
.Hielt der Radfahrer knapp hinter dem Wagen?" fragte Elk.
„Nein, er folgte ihm in einem Abstand von etwa hundert Metern, sagte der Polizist. ,Lch wollte ihn aufschreiben, weil feine Lampe nicht brannte, aber er kümmerte sich nicht um mich."
Sie legten eine neue Meile zurück, aber da kamen sie auf Die harte Oberfläche einer frischgeteerten Straße und hier verloren sie die Spur. Noch eine Meile weiter kamen sie zu einem Punkt, wo sich drei Wege teilten. Zwei davon waren makadamisiert und zeigten keine Radspuren. Auch der dritte nicht, obwohl dessen Oberfläche weich war.
„Es muß also einer von diesen beiden Wegen sein," sagte Dick. „Wir wollen die rechte Straße probieren." Sic war makadamisiert, bis sie das nächste Dorf erreichten. Aber der Nachtwächter schüttelte den Kopf, als Dick ihn befragte.
„Nein, Herr, fett zwei Stunden ist kein Auto durchgekommen."
„Wir müssen zurückfahren!" sagte Dick, Der- zweiflung im Herzen. Das Auto wendete und flog mit größter Geschwindigkeit zu dem Straßenknotenpunkt zurück. Hier fuhren sie nun auf der neuen Straße weiter und waren noch nicht lange gefahren, als Dick bas rote Decklicht eines vor ihnen haltenden Autos erblickte und heraussprang. Seine Hoffnungen jedoch sollten sich nicht erfüllen.
Das Auto war nicht jenes, das sie suchten. Es hatte an der Straßenseite eine Panne erlitten, aber der beschmutzte Führer konnte ihnen doch wertvolle Fingerzeige geben.
Vor dreiviertel Stunden war ein Wagen vorbeigerast. Er beschrieb ihn ganz genau, ja, er war sogar imstande gewesen, die Fabrikmarke zu unterscheiden. Der Motorradfahrer war gefolgt, fein Rad war ein Red Indian.
, Wie weit fuhr er hinter dem Auto?"
„Gute hundert Meter möchte ich sagen", war die Antwort.
Von nun an bekamen sic häufige Mitteilungen über das Auto, aber im nächsten Dorfe hatte man den Motorradfahrer nicht mehr gesehen, und auch an den folgenden Orten, die das fremde Auto passiert hatte, erhielten sie keine Nachricht mehr von ihm.
Mitternacht war vorbei, als sie endlich bas Auto, dem sie nachjagten, antrafen. Es stand außer
halb einer Garage auf der Straße nach Shoreham, und Elk war der erste, der es erreichte. In der Garage selbst war der Besitzer beschäftigt, Platz für diesen letzten Gast zu machen. Das Auto war leer und ohne Lenker.
,La, Herr, vor einer Viertelstunde," sagte er, als Elk sich legitimiert hatte. „Der Chauffeur sagte, er wolle sich in der Stabt nach einem Quartier umschauen."
Mit Hilfe einer starken elektrischen Lampe durchsuchten sie das Innere des Wagens. Es blieb kein Zweifel, daß Ella dessen Insasse gewesen war. Eine kleine Elfenbeinbrosche, die John Bennett ihr zum Geburtstagsgeschenk gemacht hatte, wurde in einer Ecke zerbrochen am Boden gefunden.
"Es hat gar keinen Sinn, nach dem Chauffeur zu suchen , sagte Elk. „Unsere einzige Chance wäre, wenn er in die Garage zurückkommen würde."
Die Lokalpolizei wurde zur Besprechung herbei- gerufen.
„Es ist ein sehr großer Ort', sagte der Polizeichef. „Wenn Ihr Chauffeur einer Diebesbande angehört, so ist es sehr wahrscheinlich, daß sie ihn gar nichk rinden und er des Auws wegen nicht mehr zurück- kommen wird."
Etwas aber erschien Dick noch rätselhafter 2! alles andere. Es war dies das Verschwinden be* Motorrabfahrers. Wenn es wahr mar, daß er immer in ber Distanz von hundert Meisr-Hinter dem Auw hergefahren und zwischen zwei Dörfern abgelegen war, so hätten sie ihn passieren muffen.
«Wir sollten lieber zurückfahren", sagte Elk. „Es ist fast sicher, daß man mit Fräulein Bennett irgendwo auf der Straße ausgestiegen ist. Der Motorradfahrer ist jetzt unser einziger Leitstern, denn offenbar ist sie mit ihm gewesen. Und es war entweder ber Frosch ober einer seiner Leute."
„Sie sind zwischen Shoreham und Morby verschwunden", sagte Dick. „Sie kennen doch die Gegend hier, Bennett? Gibt es hier einen Ort in ber Nähe von Morby, zu bem sie haben hinfahren können?"
„Ich kenne bie Gegend," stimmte Bennett zu, „es liegen noch ein paar Häuser außerhalb Morbys — natürlich, es könnte auch Morby-Feld sein! Aber ich kann mir wirklich nicht denken, daß man Ella dorthin gebracht haben soll."
(Fortsetzung folgt)
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Krofdorf, den 7. Februar 1927. ___________Der Bürgermeister. 1293 D }
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Der Voranschlag der Gemeinde DölhgeS für Rj. 1927 liegt von heute ab eine Woche lang auf dem Geschäfts» zimmer der hiesigen Bürgermeisterei zu jedermanns Einsicht offen. Einwendungen dagegen können während derOffenlegungs- trist schriftlich oder zu Protokoll bei der unterzeichneten Stelle vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage bc- schlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 1305 D
RöthgeS, den 9. Februar 1927.
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