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Ein wandernngsqosie, durch die Deutfdjlanb anb Skandinavien gegen­über Lngl and benachteiligt werden, voll- ftöadlg aus dein Linwanderungegefeh gestrichen unb neue Souderbesiimmungen für deutsche and skandinavische Einwanderer geschaffen werden, wie diese neuen Bestimmungen anssehen werden, ist noch unbekannt.

Des Burgenlands Bekenntnis zum Deutschtum.

Der Zwischenfall in Tchattendorf.

Gisenstadt, 8. Febr. (WB.) Der Durgen- ländische Landtag befaßte sich mit den letzten Ereignissen in Schackendorf wv es. wie ge­meldet. zu einem Zusammenstoß zwischen Ange­hörigen radikaler ungarnsreundlichcr Verbände mit Arbeitern gekommen war. und sprach den An­gehörigen der Opfer baö Veileid des Landtages aus. Des weiteren wird betont, daß Landtag und Doll des Burgenlandes einmütig Willens sind, gleich wie mit Oesterreich Frieden und Freundschaft auch mit anderen Nachbarn zu hal­ten. Frieden auch mit Ungarn. Das Burgen­land lehnt aber mit aller Entschiedenheit die Zumutung ab. jemals wieder unter ungarische Fremdherr sch ast zu gelan­gen. Darauf wurde ein fünfgliedriger Aus chuß zur Verhütung von staatsseindlichen Umtrieben

Lanüeshauptmannvertreter Leser betonte, daß 6ie überwiegende Mehrheit des Burgerlandes österreichisch gesinnt sei und bereit sei, die Freiheit, die ihr die Republik Oesterreich ge­bracht habe, auch mit ihrem Leben zu verteidigen. Dieses Oesterreich betrachte das Burgenland aber nur als ein Uebergangsstadium auf dem Wege der Heimkehr zum großdeutschen Vaterland. Die letzten Spuren der Irredenta würden auch im Burgenlande erst verschwinden, wenn bei der Grenze in Schattendorf das schwarzrotgoldene Danner wehe. Lan­deshauptmann Rauhofer drückte das Bedauern der Regierung für dir Opfer von Schattendors auS und erklärte, daß die Behörden alles tun würden, ym die Schuldigen der Strafe zuzuführen.

Die Reform des Ehescheidungsrechts.

Debatte im Rcchtsausschutz des Reichstages

Berlin. 8. Febr. (DDZ.) Der Rechts­au s s ch u ß des Reichstags beschäftigte sich am Dicnsiag mit kommunistischen, sozialdemokratischen und demokratischen Anträgen, die eine Reform der Ehescheidungen dahin wünschen, daß Ehen auch bei Zerrüttung ohne Verschul­den eines Eheteils geschieden werden können. Der neue Reichsjustizminister Dc. Hergt er­klärte. eS sei ihm eine ganz besondere Freude, seine Beziehungen zum RechtsauSschuh heute er­öffnen zu können. Vor allem sollten Straf­gesetz und Strafprozeß reformiert werden, und eS sei nach der Regierungserklärung zu er­hoffen. daß noch dieser Reichstag beide Auf­gaben erfüllt. Aber noch aiidere Reformen stän­den bevor, sowohl auf dem Gebiete deS inter­nationalen Rechts wie auch bezüglich des Paient- und Gebrauchsmusterrechts: bezüglich der Rechtsstellung der unehelichen Ä in - der und bezüglich eines Auslieserungs- g e s e h e S. Der Minister hofft auf ein enges Zusammenarbeiten mit dem RechtSausschuh.

In der Debatte über die Ehescheidungsreform sprach Abg. Pfleger (Bahr. Vp.) gegen Er­leichterung der Ehescheidung. Rur im Falle der Geisteskrankheit eines Ehegatten seien die heu­tigen Bestimmungen reformbedürftig.

Abg. Hampe (Wirlsch. Vgg.) stellte für leine Person fest, daß er im Gegensatz zu den früheren Ausführungen seines Fraktionskollegen Bredt gegen eine Erleichterung der Ehescheidung sei. Herr Bredt habe vielleicht für die Wirtschaftspartei gesprochen, aber nicht für die Deutschhannoveraner.

Abg. Dr. Rosenfeld iSoz.) richtete an den Reichsjustizminister die Frage, wie er zu den vorliegenden Anträgen sich stelle. Angesichts der widersprechenden Erklärungen der früheren Justizminister sei für den Fortgang der Be-

Vortrags-Vereinigung.

LoeweS Legenden.

Es ist der Vortrags-Vereinigung, bedingt durch ihre aus drei verschiedenen Berufsschichten zusammengesetzten Mitgliedschaft, an und für sich nicht leicht, bei der Aufstellung des Dortrags- programmeS und bei der Auswahl der Dor- tragsihemen sämtlichen Ansprüchen und Erfor­dernissen gerecht zu werden, die aus ihrem Mit- gliedcrkreise heraus an die Leitung gestellt wer­den. Sic Wahl deS letzten Vortragsabends, an dem der Prioatdozent der Musikwissenschaft Dr. Leopold H i r s ch b e r g aus Berlin über L o e - wes Legenden einen Dortrag mit Erläu­terungen am Flügel und mit Gesangscinlagen hielt, war ohne Zweifel äußerst glücklich gc- trrsfen. Auf musikwissenschaftlicher Grundlage aufbauend, verstand eS der Redner, jeden seiner Zuhörer, nicht nur den Musikkenner, in die Schön­heit cn Lrewescher Kompositionen einzuführen.

Der Eharakterisierung und der historischen Entwicklung der Legende waren zunächst die Aus­führungen dcS Vortragenden gew dmei. Der Le­gende. als dec religiösen Ballaue, wie der Red­ner diese Dichtungsart bezeichnete, hatte sich vor allem unter den deutschen Dichtern 3ohann Gott­fried Herder zugewandt. 3hm folgte Goethe mit feinen indischen und Rückert mit seinen arabi chen Legenden. Dem Schöpfer und Meister dec deut­schen Ballade Karl Loewe blieb es Vor­behalten, alle dies« Legenden in Musik zu setze . Dies ist das ureigenste Werk Loewes. denn er Bat bei der Schöpfung dieser Komposi.ionssorm weder Vorgänger gehabt, noch Rachsolger ge­sunden. Ballade wie L'egenöe stammen in letzter Instanz von dem DoUslied ab. Die künstlerische Verwandlung des Dollsliedes zur Ballade, bzw. zur Legende beruht auf einer ganz besonderen DeränderungSsähigkcit einer strophischen Melo­dieferm (d.h. sämtliche Strophen eines Lie^eS werden nach derselben Melodie gesungen,, auf. wie es mu .iktechnisch heißt. Umbiegungen der Me­lodie. Hierdurch bringt Loewe die Volkel.c^ Melo­die in ine flüssige Form. Die Modula.ionssöstig. feiten für solche Umbiegungen der Melodie sind sehr zahlreich und mannigfaltig: Wechsel von Dur in Moll, Ucberorbnung oder Unterordnung der Singstimme zur Begleitung. Wechsel der Ton-

ratung wichtig, zu wissen, wie der je big« Minister sich stelle. Die Vorschläge deS Dbg. Dr. Kahl, neben dem Verfchuldungsprinzip die Ehescheidung bei Zerrüttung zuzulassen, seien ein Entgegenkommen an die sozialdemokratischen Wünsche.

Reichsjustizminister H e rg t verwies auf die Erk.ärungen, die Staalssekrsetär 3c«I im Auf­trage des früher m ReichsjustizministerS Dr. Dell abgegeben habe, und wonach der Iustizrninister eS ablehne, in dieser Frag« einen gesetzgeberischen Dorschlag zu machen. Bei dem großen Wider­streit in dieser Frag« würde die Regierung ihre Aufgabe falsch auffassen, wenn sie die Onitialioe ergriffe.

Abg. Dr. Kahl (D. Vp.) weist darauf hin. daß auch der Abg. Pfleger (Bayr. VollSP.) im Falle Der Geisteskrankheit die Reform be- d ü r f t i g k e i t des Ehescheidungsrechts aner­kannt habe. Wenn die Reform jetzt nicht komme, würden sich die Ehebrüche und die Zahl dec Fälle, wo dec Ehebruch vorgetäuscht werde, vermehren. Er werd« einen Antrag einbringen, wenn seine Fraktion gesprochen habe.

Abg. Frau Zucharcz (Soz.) weist auf die traurigen Schicksale der Kinder bin, die in Ehen aufwachsen, die infolge der starren Ge­setzgebung nicht gelöst werden könnten, obwohl sie aus sittlichen Gründen heraus längst schei- d u n g s r e i s seien.

Abg. Dr. Hanemann «Dn.) erklärte für seine Person, daß di: verschiedenen Ehereform­bestrebungen nicht zur Ruhe kommen würden, trenn alle Reformvorschläge abgelchnl werden. Er sei der Meinung, daß es bereits eine große Besserung bedeuten würde, wenn bei dem klagen­den Ehegatten die Voraussetzung einer Schuld an der Zerrüttung seststeho, so daß ein Ehegatte schon dann die Scheidungsklage erheben könne, wenn ohne Verschulden des klagen­den Teils eine Zerrüttung der Ehe einge­treten sei.

Abg. Dr. 03 o cf i u 8 (Zentr.) verteidigte die ablehende Haltung des Zentrums. Auch in den Fällen, wo noch nicht völlige Geisteskrankheit vorliegt, seien seine Freunde gegen eine Er­leichterung der Ehescheidung, da die Gefahr be­stehe. daß dann schon bei einer kleinen Hysterie Ehescheidungen ausgesprochen werden.

Abg. LandSberg (Soz.) erklärte, daß die sozialdemokratische Fraktion keineswegs von dem Wunsche geleitet sei. eine größere Zahl von Ehe­scheidungen herbeizuführen. Bei psychopathischen Personen könne dem andern Ehegatten nicht das weitere Zusammenleben zugemutet werden. Auch in den Fällen der krankhaften Zanksucht müsse die Ehescheidung möglich fein.

Die Debatte wurde dann auf Donnerstag vertagt.

Die Arbeitslosenversicherung.

Ende der ersten Lesung im Reichstag.

Berlin, 8. gebt. Die allgemeine Aus­sprache über das Arbeitslosenversicherungsgesetz wird fortgesetzt.

Abg. $rau Teu sch (Ztr.) bezeichnet die Vor­lage als einen bedeutsamen Fortschritt im Aus­bau der deutschen Sozialpolitik. Anzustreben sei eine Vereinheitlichung der Verwal­tung unter stärkerer Betonung der Selbstver­waltung. Bei einer Arbeitslosenversicherung dars dem Versicherten sein rechtlich erworbener An­spruch nicht abgesprochen werden. Darum muß aud> die beschränkte Bebürftiakeitsprufung Weg­fällen, die in bei; Vorlage nexp enthalten ist. Die Rednerin äußert weiter Bedenken gegen die Aus­schaltung der Arbeitnehmer der Landwirtschaft. Die Lohnklassen mußten unbedingt revidiert wer­den. um auch den höher bezahlten Ar­beitskräften einen gerechten Ausgleich für ihre Beiträge zu bieten. Die Rotlage der kin­derreichen Familien müsse besser berück­sichtigt werden.

Abg. Thiel (D. Vp.) erklärt, eine Ver­sicherung im Sinne der Vorlage sei eine For­derung der sozialen Gerechtigkeit. 3n dem Auf­bau der Versichetung sollte freilich eine grö­ßere Einheitlichkeit geschaffen werden da­durch. daß die Organisation sich nicht nach den Landcsgrenzen, sondern nach Wirtschafts­gebieten gliedert, und daß an der Spitze eine Reichsanstalt steht. Der Gedanke der Lohnklassen sei an sich zu begrüßen, lieber die

art, um der Kürze halber nur einige Beispiele zu nennen.

An der Hand einer Reihe meistens unbe­kannter Legenden, wie ja überhaupt die Legenden- kompositionen Lcewes leider ein fast vergessener Schatz deutscher Musik sind, ergänzte der Vortragende seine theoretischen Ausführungen durch Gesangsvorträge und Erläuterungen am Flügel. Zunächst brachte er einfachere Legenden zu Gehör, z. B.'Sex Weichdorn" (Weihdorn), »Das Mutiergottesbild im Teich", fernerMaria und das Milchmädchen". »Des fremden Kindes heiliger Chris/', um dann zu den vier gewal­tigsten Legendenschöpfungen LoeweS überzugehen: Der GoU und die Bajadere" (Goethe),Paria" (Goethe),Gregorius auf dem Stein" (Die deut­sche Oedipussage von Franz Kugler) und schließ­lich das bedeutendste Werk, das wir unter den Loeweschen Leg.-ndenkompositionen besitzen,Der große Christopherus" (Friedrich Kind).

Die musikalischen Schönheiten und die Wucht dieser Tondichtungen verfehlten bei den zahl- reichen Zuhörern ihre Wirkung nicht, unb burch bic innere Kraft bes Vortcagsstofses selbst cm» porgehoben, gestaltet« sich die Leistung bes Dor- tragenben, sowohl sein« gesangliche, wie instru­mentale Interpretation. zu einer trefflichen unb selten zu hörenden Darbietung. Starker 'Beifall bankte dem Vortragenden hierfür. Ebenso ist der Vorlragsveveinigung für bic Vermittlung bieses genußreichen Abenbs Dank zu sagen. Dr.H.

gur Aufführung

des Deutschen Requiems.

Die Besprechung der Aufführung Des Brahmcschcn Requiems durch den Akademi­schen Gesangverein unter Leitung von Dr. «tephun lemcsoart) ist in einigen Punk­ten Mißdeutungen ausgesetzt gewesen, zu deren Aufklärung uns unser Musikreferent sollendes mitteilt:

(Entgegen ausgetretenen Mißverständnissen sei hiermit als unsere Meinung ausdrücklich sestgestellt, daß Dr. lerne-:Dort) mit seiner Dorbereitungsarbeit r.tm Deutschen Requiem seine Fähigkeiten als Lei­ter großer Chöre vollauf erwiesen hat. Bei aller Begeisterung dec einzelnen Charmitgiiedes und fei­ner Inneren Beteiligung am Werk liegt doch das Gestalten, Einigen, Ausgleichen und Zusammen­

Sätze werde man sich noch im Ausschuß ver­ständigen müssen. Die besonderen Bedürfnisse oer einzelnen Berufe seien im Entwurf viel­leicht nicht genügend berücksichtigt. Dor allem müsse aber mehr auf die Eigentümlichkeit des Berufs der Privatangestellten Rücksicht genommen werden. Das beste wäre es. das Er­setz aus die Bedürfnisse der Arbeiter )u- zuschneiden und den Angestellten daS Recht cm» zuräumen, ihre Versicherung in den als Er­satzkassen zuzulalsenden Einrichtungen ihrer BerusSverbänbe zu nehmen.

Abg. Schneider -Berlin (Dem.) stimmt dem Grundgedanken der Vorlage zu; bic vorge­sehene Organisation sei aber zu kompliziert. Die Länber brauchten nicht an ber Verwaltung be­teiligt zu werden. Die Demokraten würden des­halb beantragen, daß der Träger der Desicherung eine Reichsarbeitslosenkasse ist. Die Arbeitsvermittlung müsse straffer unb einfacher organisiert werden. Für die Arbeitslosenver­sicherung müßte im ganzen Reich ein Ein­heitsbeitrag gelten. Di« Lohnllassen müh­ten vermehrt und auch den Bedürfnissen der Ange st elften angepaßt werben. Die beson­deren Verhältnisse der Angestellten seien über­haupt in der Vorlage zu wenig berücksichtigt. Völlig ungelöst bleibe nach der Vorlage die Kurzarbeiterfrage. 3n der Krifenfürsorge sei das englische Gesetz großzügiger als die deutsche Vorlage. Gleichberechtigte Ersahkas - s e n müßten zugelassen werden.

Abg. Schirmer (Bayr. Vp.) erklärt, die Krankenkassen müßten für die ihnen aus der neuen Aufgabe erwachsenden Mehrarbeit ent­schädigt werden. Zu prüfen sei Die Frage, ob man die in der Vorlage vorgesehene Monopol­stellung der öffentlichen Arbeitsnachweise aufrecht­erhalten oder ob man nicht auch die Arbeits­nachweise von Berufsorganisationen zulassen soll. Die Bayerische Volkspartei sei gegen eine Aende- rung der Bestimmungen über den Kreis der Ver­sicherungspflichtigen. Die Lohnklassen müßten mit Rücksicht auf die höher entlohnten Arbeitskräfte ergänzt werben.

Die Vorlage wirb bem Sozialpolitischen Aus­schuß überwiesen. Das Haus vertagt sich auf Mittwoch.

Ein Kabinet!sbesch!uh zur Arbeilszettfrage.

Berlin. 8. Febr. (WB.) Das Reichs- Ia b l ne 11 hat feine geschästsordnungSmäßige Zustimmung zu den drei Vorlagen des Reichs­arbeitsministers erteilt, welche auf Grund des Paragraphen 7 des bestehenden Arbeitszeit- gesetzes die Arbeitszeit für gewisse Ar­beitergruppen in den Gaswerken. Metallhütten und in der Glasindustrie a u f acht Stunden beschränken. Anläßlich dieses Beschluisesgab das Kabinett ferner seine Einwilligung zu einer beschleunigten Erledigung des In der Regierungserklärung bereits angelünbigten Rot­gesetzes über b i e Arbeitszeit

Aus aller Welt.

Der KreuzerHamburg" in Athen.

Der deutsche Schulschiffkreuzer »Hamburg" ist, nachdem er «inen schweren Sturm zu bestehen hatte, von Argostolion kommend, am Dienstag t m PiräuS eingetroffen. Der griechische Kapitän Pezopulos ging an Bord, um die Hamburg" im (Hamen bei P räs ibenten ber griechischen Republik zu begrüßen. Der Kommanbant ber »Hamburg", G r o o S, be­gab sich nach Athen unb stattete dem beutschen Gesandten einen Besuch ab. Mittags wurde er vom Präsidenten der Republik emp- fangen. 3m Anschluß daran suchte er den Marineminister und andere Behörden auf. Der deutsche Gesandte und die griechischen Behörden erwiderten am Rachmittag die Besuche an Bord derHamburg". Abends gab der, deutsche Ge­sandte in den Räumen der Gesandtschaft ein Essen, an dem der Minister des Aeußern, der Marinechef, Admiral Tabes, Kommandant Groos und vier weitere Offiziere derHam­burg", sowie eine Reihe angesehener politischer Persönlichkeiten teilnahmen. Zu dem sich an­schließenden großen Empfang waren die Spitzen ber Athener Gesellschaft und die dQitsche Ko­lonie eingeladen.

fassen in der f)anb des Dirigenten. Die chortech nische Leistung, wie sie in der Aufführung des Re­quiems zur Geltung kam, verdient vollste Anerken­nung. Bei einer so subjektiv erfüllten Kunst wie der Musik müßte es keiner besonderen Auttlärung bedürfen, wenn, wie hier geschehen, der persönlichen Auffassung des Dirigenten eine andere gegenüber ge­stellt wird, was doch keinesfalls einen Wertungcgrad für die Leistung des Dirigenten zu bedeuten braucht. Es ist doch gerade hier zum Ausdruck ge­bracht worden, daß Dr. Temesvary schon in den vor- ausgegangenen Symphoniekonzerten an topischen Werken der verschiedensten Zeitalter und Stile es stets verstanden yat, den einzelnen Werken eine per­sönlich« Note zu geben und ihnen damit den Puls- schlag des Lebens zu verleihen. Seine Qualifi­kation als hochzuwertender Dirigent und Musiker scheint uns Herr Dr. Temesvary vollauf erbracht zu haben. -in-

Kunstausftellung in Darmstadt.

3m Kupferstichkabinett Des Lanbesmu'eums in Darmstadt ist zur Zeit eine kleine Ausstellung von Aquarellen bes Lanbschastsmalers Ehristian Philipp Karl Köhler zu sehen, ber vor hundert 3ahren am 3. Feöruic 132?, in Darmst-idt ge­boren ist. Gr tocr ein Schüler von 3ulius Lange, einem 10 Jahre älteren Maler, in bem sich bie Einflüsse Darmstädter Künstler mit denen Schir­mers unb Rottmanns verbanden. Kohler, ter auch den Buchhändlerberuf ausübte, hat sich bann auf weiten Reisen, bie ihn sogar nach Amerika führten, fortgebilbet. Die Ausstellung zeigt etwa 20 Aquarelle, zumeist aus Darmstadter Besitz: sie entnehmen ihr« Motive aus ber Umgebung von Darmstadt, ober es sind Reiseskizzen aus 3talien. Sie sind in ber akademischen Weise ber Mitte beS 19. Jahrhunderts behandelt, von feiner Zeichnung unb Aumcift Hellen Farbtönen. Auch entbehren sie nicht des Stimmungöreizes. toi: man ihn bei ber LanbschastSmalerci jener Zeit finbcL 3n den übrigen Räumen des Kupserstich- kablnctts ist eine Sammlung von ReichSdrucken untergebradjt, bie Haupt ächlich Rachbildungen von Kupferstichen aus Dem 18. 3ahrhundert. aber auch vieler Radierungen von Rembrandt unb Dürer enthält. Richt allein stofflich sind oie'e Blätter auhcrordentlich feffe, sondern auch als Bespiele dafür, was Die mvDerne Reproduktions­technik zu leisten vermag.

Ehrengeschenk des Mikados für Botschafter Sols.

Der Kaiser non 3apan ha: dem beut,chen Botschafter Dr. Soll. Dem Doyen des diplo­matischen Korps, bei seinem Eintreffen am Tage vor Dem Begräbnis DeS verstorbenen Kaisers zwei koßbare Vasen bem kaiserlichen Wappen zum Geschenk gemacht.

Rauschgiftschmuggel in Genua.

3n Genua wurden lechs schwere Kisten be­schlagnahmt. Die von einer Schweizer Firma stammten unb Dort lagerten, um nach Reuyvrk verlaDen zu werben. Da auf den Frachtbvku» menten ber 3nhalt ber Kisten einerseits als elektrotechnisches Material unb andererseits als Aluminium bezeichnet war. wurden bie Zoll- behörben stutzig, öffneten Die Kisten und stellten fest. Daß Die Kisten Kokain unD Mor­phium im Werte von zwei Millio­nen Lire enthielten. Die schweizerifche ilr- sprungsfirma. ein Malländer Spediteur sowie der Genueser Spediteur wurden zu insgesamt 1 600 000 Lire Geldstrafe verurteilt.

wildernde Vesahungstruppen.

Dor einiger Zeit wurden vier französische Unteroffiziere bei Hohenecken (Pfalz) von einem Staatsforstarbeiter und Hilfsjäger b e i m E r- schießen eines Sprungs Rehe überrascht. Der Hilfsjäger, der den letzten Schuß, der in Wirk lichkeit einem bereits liegenden Bock g?tzott«n habe, auf sich bezogen habe, ging auf die Wilderer zu. worauf diese unter Zurücklassung ihres Opfers flüchtig gegangen sind. Die Gendarmerie von Kaiserslautern konnte die Wilddiebe bereits eine Stunde später stellen. Der Bock war mit Enten schrot geschossen worden.

Sludentenschlägerei in Paris.

Der Sekretär Der rechtstoissenschastUchen Fa­kultät Der Universität Paris hat bie Polizei- präsektur Davon in Kenntnis gesetzt. Daß etwa zehn ©tubenten mit konservativen TenDenzen in die Bibliothek eingebrungen seien und den Studenten, bie Mitglieder ber sozial-repu­blikanischen Liga der llniversitäl seien, ihre Abzeichen abzureißen versuchten. Do Diese StuDentcn sich widersetzten, kam eS zu einer Schlägerei, wobei mehrere Studenten Der» wunbet würben. Die Polizei hat in den Der rechtsvissenschastlichen Fakultät benachbarten Straßen einen SicherheitSDienft ein­gerichtet.

Kursbetrug.

Das Berliner Schöffengericht verurteilte den Kommerzienrat Lindemann wegen KurSbe- truges zu 10 000 Mk. Geldstrafe ober 100 Tagen Gefängnis. Lindemann war Besitzer der Meyr- zahl ber Aktien Der Linbcar-Automobll»Ges«ll- schaft unD hatte bei Riedergang der Firma durch salsche Meldungen auS Ame­rika über eine bevorstehende Fusionierung mit einer Weltfirma bie Aktien in die Höhe ge­trieben.

Rekordflug des Verkehrsflugzeuges ParisBerlin.

Das Verkehrs,lugzeug Paris'^erlln hat aut bem Rückfluge der Strecke Köln Le Dour- g«t in einer Länge von 455 Kim. in einer Zeit von 2 Stunden 12 Minuten zurückgelegt. waS einer Stundengcschwinbigkeit von 206 Älrn entspricht.

Jeuer auf einem Berliner Hiefdgut

Aus bem städtischen Rieselgute Münche­hofe bei Hoppegarten entstand ein größeres Feuer, durch baS ettoa 2000 Zentner ©e- treibe, bad in zwei Schobern aus gespeichert war, vernichtet würben. Die Gutsleitung ver­mutet, bah bas Feuer vorsätzlich ange­legt worben ist, zumal auS beiden Schobern zu gleicher Zeit Die Flammen herausschlugen.

Ein Heldenlied vom braven Mann.

3n Wiesbaden wurde das hochbc tagte Ehe­paar St eg er, dessen Sohn im 3anuar Des Vorjahres in aufopferndster Weise 17 Men­schen aus Seenot gerettet hatte. Dabei aber selbst Den ToD fand, vom amcrÜant- schen Konsulat in Frankfurt a. M. in würdiger Weise geehrt und ausgezeichnet. Der junge Fritz Sieger hatte mit 15 3ähren fein Elternhaus in Wiesbaden-Sonnenberg verlassen, um sein Glück in der Welt zu suchen. Er fuhr jahrelang als Seemann auf englischen, argentinischen und amerikanischen Schiffen und war während deS Krieges mehrere 3 ab re lang in Amerika in­terniert. Als er im 3anuar 1926 auf Dem amerikanischen DampferPresident Roosevelt"

Rechnung-rar 3ungmann hat dem Schloßmuseum in Darmstadt 21 Aquarelle ge­stiftet. auf Denen Szenen aus Dem öffentlich«! Leben der LanDeshauptstadt währenD Der KriegS- zeit und Der ersten RachkriegSjahre dargesteklt sinD.

Generalintendant Legal verlätzt Darmstadt.

Die Derwaltungskommission DeS Hessischen LanDcStheaterS teilt mit: Die wiederholten unb ernstlichen Versuche, Herrn Generalintendanten Legal zur Verlängerung feir.eS mit Enbe Dieser Spielzeit ablausenben Dreijährigen Vertrages zu bewegen, sind leider erfolglos geblieben. Er hat sich hierzu nicht entschließen können und wird sonach mit Ende dieser Spielzeit die Leitung des Landcstheaters niederlegen. Die VerwallunaS» Eommifflon und ohne Zweifel auch Der allergrößt« Teil der Bevölkerung bedauern seinen Weggang auf daS lebhafteste. Wegen Der Rachfclgerfchaft sind unverzüglich Die ersorderlichen Schritte ein­geleitet.

GeneralintenDant Legal hatte am 1. Juli 1924 Die Leitung Des Hessischen Landcstheaters über­nommen. Er stammt aus Schlesien, war früher in Wiesbaden als Echaujpieler tätig unb leitete auch eine Zeltlang das Theater in Wiesbaden. Dann war er Regisseur am StaatStheater in Berlin, bis er nach Darmstadt als Rachfclaer Harlungs. der damals nach Köln ging, berufen wurde. Unter der Leitung Legal- hat das Thea­ter, das sich aufzulösen drohte, wieder ein festes Ensemble gebildet und in der vergangenen Spiel­zeit eine Reihe bemerken-werler Uraufführungen hcrau-gcbracht. Legal betätigte sich Hclsach, namentlich auch in der Oper, erfelgrctu) als Regisseur. Als Eharakterdarsteller war er beim Publikum äußererdentlich geschätzt. Die wirtschaft­lichen Verhältnisse des Landcstheatek'Z sind je­doch immer schwieriger geworden, unb da Die Bewilligung eines ausreichenden Zuschusses für Die Aufrechterhaltung bei Thcatcrbettiebes in einer feiner Tradition entsprechenden künstlerischen Höhe aus Schwierigkeiten stößt, so hat General­intendant Legal be chl l'cn. seinen Vertrag nicht mehr zu erneuern. Wie eS heißt, wirb et wieder zum Schauspiclcrbcrus zurückkehren, zu dem er eine besondere Reigung Hot.