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Nr. 35 Erster Blatt

177. Jahrgang

Mittwoch, 9. Zebruar

Erichein, «Stzlich.snder Sonntags ant> feiertags.

Beilegen.

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teiau-Ffjtgiprtll: 2 Reichsmark und 20 Vetchspjennig für Träger» lohn, auch Ui dichter» scheinen etnzeinerNummen» tnfolge höherer Gewalt. Fernjprecho »I chlüffe:

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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Thefredadte«r

Dr Fnedr Dill) Gange, verantwortlich für Politik Dr. Fr Witt). Gange, für Feuilleton Dr tz.Tdhriot; Hlr den übrigen Teil Ernst Dlumfchein: für den An- jeigenteil i. Tertr. H. Deck, lämtfid) in Biegen.

Deutsch-polnische Krisis.

Stocken der Handelsvertragsverhandlungen. - Unbegründete Ausweisung Reichsdeutscher.

'Berlin, 8. Seht. (WTB.) lieber den Stand der deutsch-polnischen Handelsvertrags- verhandlungen hört das von unter­

richteter Seite folgendes. Ts trifft leider zu, daß in den deulsc^polnifchen Handelsver- IragSverhandlungen eine ernste Krisis ein­getreten ist. Schon feit mehreren Monaten drehen sich die Verhandlungen im wesentlichen um ine* leiben Punkte, ohne vom Sied zu kommen. 3m Dovembcr v. 3. sah sich deshalb der deutsche kBevollmächtigte veranlaßt, der polnischen Dele­gation präzise Fragen über bestimmte Punkte der im Handelsvertrag zu regelnden Rieder- lassung der,beiderseitigen Staats- angehörigen zu stellen.

Die polnische Haltung in diesen 5tagen hat Nch jedoch seither nur unwesentlich geändert, |o bah man trotz aller deutschen Bemühungen einer Verständigung über die vertragliche Rege­lung von Einreise, Aufenthalt und Rieder- laffung auch jetzt noch nicht ndljergefommen ist.

Auch bei den Verhandlungen Über die zoll- tariflichen Bestimmungen hat eine An­näherung in den letzten Monaten nicht erzielt werden linnen. Diese Derhandlungslage ist nun in der letzten 3eil durch die Ausweisung einer Anzahl von Reichsdeutschen, insbesondere auS Polnisch-Oberschlesien noch wei­ter schwer belastet worden. Cs handelt sich dabei u. a. um die leitenden deutschen 'Beamten der Oberkchlesischen Kleinbahn und der öleftri- zitätswerke Ql.-®., deren Ausweisung der pol­nische Wojwode ausschließlich mit der Tatsache begründet hat. daß es sich hier um Reichs­deutsche handele, deren Stellen für pol­nische Staatsangehörige frei ge­macht werden mühten.

Die bcutfdx Regierung hat aus diesem Falle, der nur ein Glied in brr langen kette anderer Falle bildet, den Eindruck gewinnen müssen, bah die politische lenden, der polnischen Ver­waltungsstellen bewuhl daraus ausgeht, deut­sche Unternehmungen in Polen durch die Aus­weisung von Reichsdeutschen zu schwächen ober

1 u vernichten.

Diese- Verhalten polnischer Amtsstellen nimmt jedenfalls den schwebenden deutsch-polnischen Ver­handlungen in der Viederlassungssrage jeden Zweck und Sinn. Man kann das Verhalten der polnischen Behörden überhaupt kaum anders deuten, als daß man polnischerfeits die Rieder» lassungsvcrhandlungen nicht mehr ernst nimmt. Es widerspricht jedem Rechtsempfinden, wenn Ausweisungen, die die 'Betroffenen ihrer Exi­stenz berauben, ohne legitimen Grund unb lediglich auS nationalistischen Rück­sichten erfolgen. Die polnische Regierung ist daher vor kurzem nachdrücklich darauf hinyewiesen worden, daß die polnische Regierung die volle Verantwortung dafür treffe, wenn durch diefe Ausweisungen die deutsch-polnischen Verhandlun­gen aufs schwerste belastet würden. Die Meldung, bah die polnische Regierung dir Auswei'ung der genannten Reichsdeutschen aus Oberschlesien auf- aeschoben habe, hat sich leider nicht bestätigt. ES liegt auf der Hand, dah dadurch eine Lage entstanden ist. die die Fortführung der deutsch- polnischen HandclSvertragsverhanblungen a u f baS ernsteste gefährdet.

Der poltrige Handelsminister überdenZollkriegmitDrutschland

Warschau, 8. Febr. (TU.) 3m Sejm hielt HandelSminister Kwiatkowski eine Rede, in der er sich auch über den Stand der deutsch- polnischen Handelsvertrag?, erhandlungen äußert:. Er erklärte, dah der andauernde Zollkrieg zwi­schen den beiden Ländern keine guten Dienste leiste. Polen habe durch diesen Zoll­krieg zwar weniger Schaden zu verzeichnen als Deutschland, die polnische Regierung holte je­doch einen solchen Zustand alsauf dreDauer untragbar. Sr betonte ferner, dah die pol­nische Regierung aufrichtig einen Handelsvertrag mit Deutschland anstrebe, und dah sie ihrerseits alles tun werde, um eine Verständigung zwischen den beiden Ländern zwecks Abschluß eines Bet- tröges zu erzielen.

Der polnische Sprachenerlah für die Danziger Eisenbahnen.

Danzig. 8. Febr. (Wollf.) Wie seinerzeit berichtet, hat dir polnische E-.senbahnverwaltung den Danziger Eisrnbahnbramten eine Frist ge- stellt, innerhalb deren sie die polnische Sprache beherrschen müfen. Da die Vor­stellungen des Danziger Senats bei der polni­schen Cifenbahnverwaltung lediglich zu einer Verlängerung der gesetzten Frist, nicht aber zur Aufhebung der Mahregel führten, hat der Senat nunmehr die Entscheidung deS Ober» k o m m i s s a r s des Völkerbundes angerufen.

PolensMinderheitenpolitik.

London, 8. Febr. (WTB.) 3m britischen Unterhaus wies Beckett (Arbeiterpartei), der vor kurzem in Polen war, auf die Gefahr der Minderheiten in Osteuropa für den europäischen Frieden unter Bezugnahme auf das riesigeHeer ^Polens und feine verarmte Beo öl k e - run g hin. Er sagte, an der ganzen europäischen

Seite der russischen Grenze würden Weih- russen und ilfrainer unterdrückt und ihres Erwerbes beraubt. Sie befänden sich natür­lich im Zustande der Auflehnung, insbesondere angesichts der besseren Lage der Weißrussen und Ukrainer unter der Sowjetherrschaft. Beckett trat für freundschaftliche Vorstellun­gen Englands bei Polen in dieser Frage ein und sagte, der Völkerbund sollte untersuchen, ob Polen den von ihm gegenüber den weiß- russischen und ukrainischen Minderheiten ern- ?egangenen Verpflichtungen nachge- d m m e n sei.

Lin britisch-polnisches Bündnis?

Berlin, S. Febr. (TU.) Rach der vor kurzem erfolgten Ablehnung eines polnischen Freundschasts- ocrlragsangebotes in Prag wendet sich bas Interesse der warschauer diplomatischen Kreise in ben letzten Tagen verstärkt dem Plan eines p o l n i f ch - e n g- lifchen Vertrages zu, iu dem der IDar- ichauer englische Gesandte Sir MacMiller bei seinem letzten Aufenthalt in Conbon die ersten Un­

terlagen besprochen Hal. <£s wirb au ble Form eines Handelsvertrages gedacht, bei dem England nach dem Scheitern der amerikanischen Anleihc- verhanblungen Dolens den polnischen Geldbedarf decken soll. Enaland hofft durch eine engere Gestaltung feiner Mirtschastsbezichun- gen zu Polen eine bessere Ausbeute feiner z. A. teil­weise brachliegenden Daldkonzessionen im Bleloroefler Gebiet erreichen w können. Auch sollen englischen Derstinteresfenten Bestellungen polnischer Reebereifrclje zugesi.hrt erhalten. (Ein Teil der geplanten Anleihe ist für den Bau von strategischen Bahnen an der russischen Grenze bestimmt, die schon jetzt in der polnischen Presse erörtert werben. Soweit das Gelb nicht in Engtanb selbst aufgebracht werden kann, will mau ble europäische (Pariser) TUorgangruppc in­teressieren. jn biplomatifchen Kreisen Warschaus verfolgt man diese Bestrebungen der polnischen Po­litik mit besonderem Interesse, da Polen in einem otchen Vertrag ein erfolgreiches Instrument zu chassen hofft, um ble angeblich für Polen immer 'ebrohlicher roerbeiibe deutsch-russische Freundschaft mit englischer Hilfe zu parieren.

Lhinadebatte im britischen Unterhaus.

Die Thronrede. - Macdonald über den ChinaKonfliKI und die Beziehungen zu Rutzland.

London, 8. Febr. (TU.) Der König hat heute im Oberbause die diesjährige Parlaments­saison mit einer Thronrede eröffnet. 3n dieser wies der König auf die freundschaftlichen Beziehungen Englands zu allen Machten hin und auf die Wiederherstellung normaler Ver­hältnisse in Europa. Diese feien darauf zurück­zuführen. dah mit Deutschlands Eintritt der Völkerbund eine Stärkung erfahren habe. Daher habe die Militärkontrolle in Deutschland aufgelöst werden können. Der König ging dann aus die für England so bedroh­lichen chinesischen Ereignisse ein, die allein England veranlaßt hätten, zum Schutze deS englischen Lebens und Eigentums in China Streitkräfte nach dem fernen Osten zu entsenden. Trotzdem sei England bereit, sich mit Ehina a u f Grundlage der letzten englischen Vorschlägefriedlich zu verständigen. Die Thronrede kündigte dann eine Gesetzesvorlage an, der die auf der letzten Reichskonfe­renz angenommenen verfassungsrechtlichen Be­schlüsse zugrunde liegen. Ebenso werde sich das Parlament mit Gesetzesmaßnahmen zur Ä e i - legung von Arbeitskonflikten beschäf­tigen. Maßnahmen zur Behebung der Ar­beitslosigkeit und zur Förderung der eng­lischen Filmindustrie werden das Arbeits- programm der neuen Parlamentssaison vervoll­ständigen.

3m Unterhaus begrüßte

Macdonald

unter Bezugnahme auf die Thronrede die Auf­nahme Deutschlands in den Völkerbund, die zur Stabilität und Sicherheit Europas beitragen werde. 3m übrigen sehe man aus der Thronrede, daß die Regierung selbst in sehr großen Schwierigkeiten ist. Die Foreign-Olfice- Schuie sieht, dah die nationalt ft ifd)e Be­wegung in China so mächtig geworden ist, daß anerfannt werden muß, dah China alle Be­fugnisse einer unabhängigen und sich f elbst regierenden Ration haben muh. Eine andere Schule hält Verhandlungen an sich nicht für genug und wirft die Frage brr S i che r h e i t der Engländer in China auf. Durch die Ent­sendung von Soldaten, die als Polizisten handeln sollen, ist eine neue Lage geschaffen worden, ütc die Sicherheit der Engländer in China nicht un­bedingt vergrößert. Cs ist bezeichnend, dah der erste Protest nicht aus Kanton kam, fondrrn aus Peking. Die erste Wirkung der Ent­sendung dieser Truppenmacht ist die Vereini­gung Pekings und Kantons in einem Protest gegen England gewesen. Wenn die chrne- sischen Regierungen, sei es Peking oder Kan­ton, sich entschließen sollten. Gewalt anzuwen­den, um die Engländer aus China zu ver­treiben, fo würde die Rückwirkung in England so groß sein, dah niemand sich b;e Folgen auS- denken mochte. Daher müsse die in Aussicht genommene Gewaltanwendung in China und eine Wiederholung der Vorgänge in Hankau ver­hindert werden, in dem man verhandele.

Die Regierung spiele mit dem Feuer. Die Kriegs­gefahr f?t durch Ne Entsendung der Truppen viel nähergerückt worben, als bi es sonst der Fall gewesen wäre. Die Regierung müsse ihr Möglichstes tun, um die Verhandlungen wieder ;n eröffnen.

England müsse die Zusicherung geben, dah. wenn Verhandlungen in friedlicher Weife eröffnet wer­den, die ScAnghai-Schwierigkeiten beseitigt wer­den konnten. Dann mühten die Truppen so­fort zurückgenommen werden und nicht in Schanghai ober anderswo in China gelandet Werdern Richts würde die auswärtigen 'Begebun­gen Englands mehr zerrütten als ein Bruch

mit Rußland. Er hoffe, dah Droßb-itannien weit enger an Rußland rücken werde alS bisher. Er wünschte, man würde die Frage der englischen Beziehungen zu Rußland der Herr­schaft finanzieller Cliquen und gcttlffer Zeitungen in England entziehen und sie in die Hände deS britischen Fcreign Office legen. Er sei vollknm- men sicher, dah kein Staatssekretär deS Aeuhern sich durch das seltsame Argument beeinflussen laffeix werde, daß, weil zufällig ein Russe in Kanton fei oder mit der Kantouregierung in Ver­bindung stehe, England deshalb seine Beziehun­gen mit Rußland abbrechen sollte. Es sei voll­kommen sicher, daß der Abbruch der Verbindun­gen mit Rußland die Stellung Englands weit schwieriger machen würde als bisher.

Premierminister Daidrvin verlas eine Ent'chliehung des Kabinetts, die in wenigen Worten die Politik der Regierung ent­halte. 3n dieser Erklärung heißt es: »Die all­gemeine Politik der Regierung ist aus folgenden Erwägungen begründet: liniere Truppen wurden nach dem fernen Osten entsandt, um britisches Leben und dieS besonders in Schanghai zu schützen. Dies war und ist die einzige Politik der Regierung.

Wir sind der Ansicht, daß. wenn die Dring­lichkeit sofortige Ausschiffung in Schanghai er­fordert. wir Demgemäß handeln werden, wenn nicht, so wird d'.e führende Brigade in Bereit­schaft in Hongkong gehalten werden, während sich der übrige Teil der Streitkräfte nähert. Ratür- lich kann der Abschluh irgendeiner Vereinbarung mit Herrn Tschen oder irgendjemand anderem über die Bewegung der Truppen nicht in Frage lommeix, die einzig mit dem Zwecke entsandt sind, britisches Leben zu schützen." Baldwin erflärtc weiter: 3n Hanlau habe sich vom britischen Standpunkt aus nichts ereignet, waS die Ent­schlossenheit der Regierung, ihre Ziele durch Verhandlungen zu erreichen, ändern konnte. Grohbritannien habe das weitherzigste Angebot beiden Teilen Ch nas zu gleicher Zell gemacht. Großbritannien sei bereit, zu erörtern, was ge­tan werden könne, um zusammenzukommen, in der Hoffnung, dah England in der Lage sein werde, in neue Beziehungen mit einem vereinigten China zu treten.

TschangtsoUns Programm.

Peking, 8. Febr. (Wolfs.) Tschang» t f o I i n kündet in einer Bekanntmachung Auf­rechterhaltung der Souveränitäts­rechte Chinas, Wiederherstellung der öffent­lichen Ordnung. Zusammenarbeit zwilchen Ka­pital und Arbeit, Entwicklung des Verkehrs­wesens und Rechtsreformen an. Unsere Pflicht gegenüber den Ausländern, die in China wohnen, ist der Schuh von Leben und Eigentum. 2Inberedeitß erwarten wir, daß die Mächte unsere öffentliche Meinung und unsere angeborenen Rechte berücksichtigen. Tschangtsolin erklärte weiter, daß der augenblickliche Kampf gegen nichts anderes als gegen die Bolschewisten ge­richtet sei. Es bleibe Raum für Verhandlungen mit allen, außer den Kommunisten.

französisch-englische Einigung über Tanger?

Ablehnung der spanischen Ansprüche.

Paris. 8. Fcbr. (TU.) Aus französischer Quelle verlautet, daß die zwischen Frankreich und England in der letzten Zell geführten Aus­sprachen über das Tangerproblem zu einer voll­ständigen Uebercinftimn-ung der beiden 'Regie­rungen geführt hätten. Diele Hebereinftimmung wäre auf folgender Grundlage erzielt worden:

Der Vertrag von Algeciras, soweit er durch den Versailler Vertrag nicht abgeänberi wurde, und daS Tangerstatut von 1923 müssen in ihren Grundzügen unverändert bleiben und keinerlei prinzipielle Abänderun­gen erfahren. Beide Mächte sind sich darüber einig, Spanien eine vorteilhaftere und selbst vorherrschende Stellung in der RegierungSlom- mission von Tanger einräumen zu wollen. So wären London und Paris geneigt. Spanien den Vorsitz in der RegierungskomMis­sion. den ein Franzose bisher inne halte, zu überlassen und die Geltung der wichtigsten Qkr- waltungSamter an Spanien abzutreten. Aber es könne nicht die Rede davon fein, daß Tanger In öle spanische Marokko- zone einbezogen werde ober das. Spanien über Tanger ein Mandat erhalle.

Die Rheiniandräumuna.

Englands Bereitschaft znr Verminderung der Besatzung.

London, S. Febr. (DTB.) 3m Oberhaus stellte Lord Bcanchamp (Lide, al) hinsichtlich der Räumung des besetzten deutschen Gebietes die Frage, ob diese Räumung nicht beschleunigt werden könnte und wenn es auch nur aus dem nahe liegenden Grunde wäre, daß nach ihrer Durchüh- rung mehr Geld für Rcparatious- Zwecke verfügbar wäre. Lord Salisbury er­widerte Im Hamen der Regierung, sobald das gel­tende Recht in Betracht komme, bestehe kein An­spruch aus vollkommene Räumung, ehe alle Bedingungen des vertaillei Vertrages erfüll! feien. Das sei Im vertrage ausdrücklich bestimmt. Es fei jedoch zuzugcben. das; eine Beschleunigung sehr zu begrüßen sein würde. Dies sei auch die Abfassung der englischen Regierung gewesen und sie werde, soweit eo auf sie ankomme, ihre Macht und ihren Einfluß stets in dieser Richtung geltend machen. Es sei jedoch eine sehr schwierige und verwickelte Angelec enheit, die die aktive Mitarbeit Deutschlands bei den Verhandlungen und bei den Verhältnissen er öftere, zu denen diese Verhandlungen führen könnten, sowie die Mitarbeit der anbeten Länder. Die 2ir n» legen- heit bür;c nicht überstürzt werden, jedoch kann ich im Kamen der Regierung und wobt auch aller Par­teien dieses Landes feftffeücn, daß wie sehr gern auf jeden Fall fine Verringerung der Streitkräfte unserer früheren Verbündeten und unserer eigenen Streitfrage in der zweiten und dritten Zone des besetzten Gebietes sobald als trgendmögtich sehen würden. Cb dies bald der Fall sein kann ober nicht, kann ich nicht sagen, jeden­falls stehl der gute Mlle der englischen Regierung schon jetzt fest.

Oie Unmöglichkeit öc: O^roespfone1.

Washington, 8. Febr. (WTB.) Das frühere Mitglied des Iransferlomitees, Sterrctt, erklärte in einem Bericht über die Auswirkungen des Dawes» Planes: Die Festfeßung der end­gültigen Schuldsumme Deutschlands ist in früheren Jahren aus stimmungsmäßigen Gründen unterblieben. In all diesen Angelegenheit n ist die Stimmung mit 75 Prozent und die mirlschast liche Ueberlegung mit 25 Prozent beteiligt. Die Stimmung hat sich in den sttzten Jahren immer mehr gebessert. Das Dawesabkominen war ein Be­weis dafür. Einen weiteren Fortschritt bedeutet der Locarnooertrag. Auch die Annahme der Eigen» tumsvorlage wäre nützlich. Ob man will oder nicht, der Dawesplan sieht vor, daß Deutschland i n alle Ewigkeit eine Kriege schuld von 625 Mil­lionen Dollar jährlich bezahlt. Das ist natürlich unmöglich.

Frankreichs Kriegsorqanifalion.

P a r i S, 9. Febr. (TU.) Die Armeekommission ber französischen Kammer fehre beute ihre Be­ratungen über die nationale Bereitschaft im Kriegsfälle fort unb beschäftigte sich mit der Ausgabe der Regierung während des Krieges. ES wurde beschlossen, daß die Lei­tung des Krieges in den Händen der Regierung bleibe; sie hätte die Kriegs­ziele sestzulegen, sie stelle ber.t Oon> kommandierenden der Armee die nötigen Mit - tel zur Verfügung unb wache über die Verwen­dung dieser Mittel. Dem Oberkommannerenden der Armee obliege lediglich die Leitung der militärischen Oberatiorren. Die Kammer ging bann zur BehaiGlung ter Aus­gaben der Parlamentarier im Kriegs­fall über. Paul-Boncour erklärte, baß et die Ansicht verteidige, nach ber sich die Parlamen­tarier, Senatoren und Abgeordneten -im Kriegs­fall zu entscheiden hätten, ob sie schllchte Front­kämpfer werden oder bi« Rolle ber Parlamen­tarier übernehmen wollen. Die Kamnrrr be­schloß. zunächst bie Aufgaben deS Parlaments im Kriegsfall zu erörtern.

Die deutsche und skandinavische Einwanderung in Amerika.

Reu york, S. Febr. (III.) Der Cinroanbe- rungsausschuh des Repräsentantenhauses hak be­schlossen, daß diesenig m Bestimmungen über die