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meu. Die Bürgermeisterei soll in ber Angelegenheit nochmals Schritte unternehmen in Verbindung Mit dem hiesigen Derkehrsverein unb dem Derkehrs- bund Oberhesten. An die Sitzung schloß sich eine nichtöffentliche Beratung an.

= Ober-Ohmen, 7. Sept. Die hiesige Hartsteinindustrie hat, da ihre Arbeiter­schaft nebenberuflich Landwirtschaft betreibt, in­folge des günstigen Wetters ihren Betrieb vorläufig eingestellt. Wann die Wiederauf­nahme der Arbeit erfolgt, hängt von der Witte­rung ab. In Kürze soll in unserem Dorfe mit dem Umbau der elektrischen Leitun­gen von Holzmasten auf Dachständer begonnen werden Der eine Straßenzug des Dorfes war im Vorjahre schon umgebaut worden, die Aenderuna hat sich gut bewährt. Gleichzeitig soll nun auch die bisher unzureichende Straßenbeleuchtung einer besseren Platz macheir Die Anzahl der Lampen soll aus das Doppelte erhöht werden. Der Be- schluß des Gemeinderats findet allgemein An­klang. _

L O ber-Ohmen, 7. Sept, on unserer Gemeinde tritt in der letzten Zeit die Lungen­entzündung in Verbindung mit Rippen­fellentzündung häufig auf. Mehrere Gr- wachseiw und mehrere Kinder wurden bereits "on der Krankheit, die epidenrieariig ist, be­troffen. Merkwürdig ist, daß die Erkrankung ganz plötzlich auftritt, unter hohem Fieber und Schüttelfrost, aber ohne die gewohnte Erkältung. Man nimmt an, daß der plötzliche Witterungs­wechsel die Krankheit hervorgerufen hat. Der hiesige Gemeindcrat bewilligte die für die ärztliche Untersuchung der Schüler nötigen Mittel. Die ärztliche Heberwachung der Schulkinder, die der Kreisarzt ins Leben ge­rufen hat, soll nun auch im Kreise Alsfeld eine bleibende Einrichtung werden. Bei den vielen Fehlern und Gebrechen, mit denen gerade Kim­ber minderbemittelter Elterir behaftet sind, ist die soziale Bedeutung der ärztlichen Heber- wachung der Schüler nicht hoch genug einzu- schätzen. - D>e Getreideernt e ist nun dank der heißen Witterung beendet, und man ist allenthalben mit dem Einbringen deS Grum­mets beschäftigt. Biele Landwirte fuhren ihr Getreide direkt vom Acker zur Dreschmaschine zum Ausdreschen, da in den Scheunen fein Platz in ehr ist. Aus dem vorigen Jahre sind noch Heu- und Strohvorräte vorhanden, so daß das Neue Stroh unter freiem Himmel, auf Haufen gesetzt wird, ein in den Rachkriegsjähren tinge- wohntes Bild. Manche Landwirte wissen nun nicht, wo sie das Grummet unterbringen sollest.

Starkenburg.

WSR. 2! e u - I s e n b u r g, 7. Sept. Im süd­lichen Teile der hiesigen Gemarkung ist am Mon­tag beim Einernten der Kartoffeln der ge- lürchiete Kartoffelkrebs sestgesiellt worden. HmsassenDe Abwehrmahnahmen sind seitens der zuständigen Stellen veranlaßt worden. Aus den angrenzenden Gemarkungen wurde bisher noch kein Auftreten des Schädlings gemeldet.

Rheinhessen.

Lpd. Mainz, 7. Sept. (TH.) Mit schwe- ren Vergiftungserscheinungen, her­vorgerufen durch den Genuß von Pilzen, wurden mehrere Personen im Städtischen Kran­kenhaus eingeliefert, und zwar der Zimmermann Philipp Müller, der die Pilze Im Groß- Gerauer Walde gesammelt hatte, dessen Tochter L i l i und deren Bräutigam, der Dachoecker Josef P v s s e I m a n n. Letzterer verfiel in Starrkrampf und ist besonders bedenklich erkrankt. Auch die in demselben Hause wohnenden Adam Stadt- müller und die Arbeiterin Helene Ohler, die gleichfalls von den Pilzen gegessen hattest, muß­ten das Krankenhaus aufsuchen.

Preußen.

Kreis Biedenkopf.

# Königsberg, 7. Sept. Die gestern abgehaltene GrumMetgras-Der Weige­rung brachte sehr hohe Preise. Im Durch­schnitt wurden pro Morgen 15 bis 20 Mk. be­zahlt, einige Stücke wurden mit 30 bis 35 Mark verkauft und brachten somit einen höheren Erlös wie bei der Heugrasversteigerung. Die Frucht­ernte ist hier beendet, Roggen, Weizen und Gerste sind ausgedroschen. Der Hafer steht noch

Zwischen fiins und fleben

Roman von Liesbet Dill.

Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin.

10. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Unsere Probe ..." erinnerte er sie stach Tisch. Wann sollen wir die Lieder durchgehen? Ich habe jetzt eine Besprechung mit dem Intendanten ... Aber am Freitagnachmittag Um fünf, dann hätte ich Zeit."

In ihren Augen zuckte etwas.

Freitag nachmittag ... will Bender die Lieder mit piir proben."

Ach so? ... gestern sagtest du noch"

Gewiß. Inzwischen habe ich mich telephonisch mit Bender verständigt. Er kann auch nur am Frei­tag um fünf", sagte sie und stellte die Noten auf .. Ich kann mich selbst begleiten ... Ich singe dann irgend etwas ...Erinnerst du dich?", die Ro- nanze von Kolschetow oderVerrat" von Brahms

. cs ist ja gleichgültig, was ... Ihre Hände griffen einen dunklen Akkord ... sie begann zu spielen ... ..Du scheinst kein Intereste mehr an diesem Konzert ,u haben, Rudolf?"

..Du weißt, ich hatte es nie", sagte er ruhig. Ich finde deine Stimme zu schade für Wohltätig­keitsbasare ..."

Sie zuckte die Achseln.Mit Listen in blauen Heften kommt kein Geld eist für die Armen ..." sagte sie weiterspielen.Aber geh nur, du hast es eilig ... und grüße den Intendanten ..."

*

In seinem Bureau wartete schon Gaul.

Ich hab' etwas, Herr Doktor." Er packte aus seiner fettigen Ledertasche einen Brief aus, den er Manfred stumm überreichte.

Sein Gesicht glänzte, er hatte sich beeilt, fein Mantel hing ihm lose über den breiten Schultern, er wischte sich erhitzt die Stirn.

Manfred entfaltete das weiße Papier. Dasselbe Format, dieselbe Maschinenschrift. Er hielt den Bogen gegen das Licht. Und dasselbe WasserzeichenPan­zerfaust" erschien. Nun wußte er, woher die War­nung gekommen war...

in Haufen auf dem Felve unb wirb von dort zur Maschine gebracht. Mit Bem bei sonni Mist Wetter ausgedroschenen Getreibe ist man all­gemein zufrieden, es muß aber abgewartet wer­den, ob die Backfähigkeit durch die K? mlairg nicht allzusehr gelitten hat. Beim Abladen von Grummet verunglückte ein Mädchen als es vom Wagen sprang dadurch, daß es an einem Hagel hängen blieb und sich eiste große Fleischwunde am Bein zuzog. Der schnell her bei gerufene Arzt keistete die erste Hilfe.

JE Gladenbach, 7. Sepk. Am 1. oder 15. Oktober soll hier eine landwirtschaftliche Winterschule eröffnet werden. Damit wird ein schon lange gehegter Wunsch der Bevölkerung hiesiger Gegend erfüllt. Die Schule, bereit Innen­einrichtung die Stadt übernommen hat, wird vor­läufig in gepachteten Räumen der Kriebischen Zigarrensabrik unkergebracht. *

Kreis Marburg.

WSR. Marburg, 7. Sept. Im benachbar­ten Reustadt hatte ein (Sajafer seine Schaf­herde auf einem Stoppelfelde gehütet. Die Tiere fraßen dabei die feuchten Kornähre st, wo­durch ihnen nachts der Magen platzte. Acht wertvolle Tiere fand man morgens verendet auf dem Felde. Für den leichtsinnigen Schäfer dürfte die Sache noch ein Rachspiel haben.

Maingatt.

WSR. Frankfurt a. M., 7. Sept. Der Verein der Frankfurter Drosch kenbö- s i tz e r hatte gestern seine Mitglieder zu einer Versammlung eingeladen, um zur Frage der Herabsetzung der Kraftdroschken­tarife Stellung zu nehmen. Rach stürmischer Auseinandersetzung tourse mit großer Mehrheit beschlossen, die Grundtaxe um 20 Pf. und die Preise um 21/2 Pt- pro Kilometer herabzusehen. Durch dieien Beschluß werden die Preise für Großkraftdroschken denjenigen für Kleindroschlen angepaht, womit der Einheitstarif und damit auch der Einheitswagen vorbeveitet mirb. Es wurde eine Entschließiing angenommen, in der der Tarifabfchlag der Großdroschken noch aus acht Tage hinansgeschoben wird. In der Zwi­schenzeit soll das Polizeipräsidium veranlaßt werden, einem sogenannten Mitteltarif zuzu- sttmmen.

Buntes Allerlei.

(Eine Blinbbarmopecation mit Nähschere und Löffel.

Eine erstaunliche Operation, bei der der.Ehi- rurge auf hoher See mit einer Rähschero, Sicher­heitsnadeln, Fleischhaken, (S1; unfein und Wäsche - tlammern arbeitete, ist auf dem DampferPort Auckland" ausgeführt worden. Der Held dieser seltenen chirurgischen Leistung ist ein junge«, neuseeländischer Doktor, der 25iährige A. S. Zethringtdn, der soeben seine Studien auf der DundinAkniversität abgeschlossen hat und auf dein Schiss nach England reiste. Mitten aüf hoher See und bei recht schwerem Seegang erkrankte ein Heizer namens Merton und der Arzt stellte eine Blinddarmentzündung fest. Obgleich nicht das geringste Werkzeug an Bord war, und es auch an sachkundiger Hilfe fehlte, beschloß er, die Operation vorzunehmen. Der Eßsalon wurde als Operattonssaal hergerichtet, die Maschinen wurden angebalten, Dogenlicht wurde angebracht, und eine Engländerin, Miß Swindell, die während des Krieges eine Zeitlang Kranken­schwester gewesen war, leistete Hilfe. Außerdem standen dem Arzt noch zwei Offiziere des Schiffes bei. Die Rarkotisierung erfolgte in pri­mitivster Weise, in dem man ein Handtuch über das Gesicht des Kranken legte und darauf Aether unb Chloroform träufelte. Währenb der ganzen Operation, die von Mitternacht bis 3 Hhr mor­gens dauerte, mußte ber Arzt die Augen des Kranken beobachten, um zu sehen, ob er etwa erwachte. Der Schnitt erfolgte mit einer kleinen Rähschere; die Wmide wurde mit Eßlöffeln offen gehalten; auch Wäscheklammern und Fleischhaken wurden verwendet. Die Geräte wurden in dem Kochkessel der Küche sterilisiert. Sehr schwierig itoiar die Fortbnngung dos Kranken nach der Operation durch die e ge 1 (S'inge, aber bi? Wunde heilte rasch. Dagegen befiel den Operiertest eine Lungenentzündung, sodaß er nur durch auf­opfernde Pflege gerettet werden konnte. Der Heizer ist bei vollständiger Gesundheit in Eng­land angekommen ilnb preist dest Arzt als seinen Lebensretter.

Der Brief enthielt nur die geschäftsmäßig kurze Mitteilung an einen Herrn Meyer, daß die Zim­mer in der Pension La Rasiere bis zum Mai be­setzt waren und die Besitzerin bedaure, augenblick­lich keine Gäste mehr aufnebmen zu können.Hoch­achtend Frau Anna Heine'^ stand mit einer ziem­lich gewöhnlichen und unsympathisch verschnörkelten Frauenhandschrist darunter.

Ich danke Ihnen, Herr Gaul."

Das Geschäftliche erledigte Manfred immer in so nobler Weise, daß man nicht nötig hatte, Bedingun­gen zu stellen. Gaul legte die Scheine in feiste Brief­tasche, die ein großer Tintenklex zierte, empfahl seine Dienste für weitere Falle und ging.

Der Freitag kam grau, trüb und ohne Sonne, lieber der Stadt hing ein i'chiefergrauer Himmel voll Schnee, der noch nicht fallen wollte, und der Rauch der Schornsteine trieb nach Westen. Oben im Taunus schneite es bereits. Es war kälter geworden.

Bei Tisch fragte er nach dem Programm.Was hast dst denn gewählt?"

Zwei Lieder von dir, einen Strauß, eines vost Mahler:Ich hab' ein glühend Messer ..." Die Wolf-Lieder muß ich heute nachmittag mit Bender durchnehmen."

Das ist recht, Bender begleitet viel besser als ich."

Er betrachtete sie. Sie war schon angekleidet zum Ausgehen. Sie trug ein enges, kurzes silbergraues Kleid aus weicher, mattglänzender Seide, das an den Handgelenken und am Saum mit hellgrauem Chinchilla eingefaßt war; zwischen den Knopflöchern der langen Taille steckte eine frische blaßrosa Ka­melie. Ein Verehrer aus dem Süden hatte ihr heute einen ganzen Korb Kamelien geschickt. Sitz standen in flachen Schalen in den Zimmern umher. ... Sie bekam fast täglich Blumen, man verwöhnte sie sehr. Aber das alles machte sie weder eitel, noch hatte sie verändert. Sie blieb immer rühig, anmutig, bescheiden und einfach. Ihre Bewegungen waren gleichmäßig, ihre Haltung sicher, ihr Gang leicht, nur etwas blaß sah sie heute aus .. Oder schien es nur so? Sie trug keinen Schmuck außer ihren Ringen und den grauen großen Perlen im Ohr, von einem wunderbaren rosa Ton.

Drei Elefanten auf einen Schutz.

Man sollte es für ein arges Stückchen Jäger­latein halten, wenn man hört, daß ein Rimrod Drei Elefamen mit einem Schuy erlegt hat. Aber Da sich Die Geschichte dieses merkwürdigen Iagdabcntei.ers in cem offiziellen Bericht Der Abteilung für Wild unb Jagd der Regierung von Hganba befindet, so wird man wohl an der Wahrheit nicht zweifeln Dürfen. Eine Hmbe Elefanten war nach einer wildtzn 3agD in einem tiefen Toi verschwunden unb hatte dann versucht, Den gegenüberliegende:! Bergabhang zu ersteigen. Der Jäger benutzte diese seltene Gelegenheit, legte feine Flinte in Die Gabel eines Baumes, hinter Dem er in vollständiger Deckung stanD und wartete das Heraufklimmen Der HerDe in Dem hohen Gras ob. Der erste Schuß traf einen Elefanten ins Herz, der Den steilen Hang hin- unterstürzte und mit seinem Leib das Gras weit­hin niederbrach, bevor er ins Tal stürzte.Ein zweiter Elefant erschien nun vor Der Flinte des Jägers," fährt der Bericht fort, und erhielt eine Kugest Die ihn zwar traf, aber nicht sofort tötete. Die Steilheit des Abhanges hinDerte ihn Daran, wieder auf seine Füße zu kommen; er stürzte den Pfad herunter, Den der erste im Gras gerissen hatte. Dabei fiel Der gewaltige Körper auf einen Dritten Elefanten, Den er mit sich fortrih, unD Die beiden rollten nun zusammen herunter. Weiter unten trafen sie aüf einen vierten Elefanten, Der der ungeheuren Gewalt Dieser Lawine von Körpern nicht standhaften konnte unD ebenfalls Den Abhang her.m er ins Tal stürzte. Als Dann Der Jäger her-ntter- Hetlerte, um Die Wirkung seines Schusses fest» zustellen, fand er ale vier Elefanten tot auf dem Boden Des Tales liegen; Die Drei, die er mit einem Schuß getötet hatte dicht beieinander nvt zerbrochenen Knochen." Die Zahl der ostafrikani­schen Elefanten ist in jüngster Zeit außerordent­lich gewachsen, und Die Tiere haben sich zu einer Gefahr für Die Bewohner entwickelt. Sie er­scheinen plötzlich in großen HerDen, zertrampeln und zerstören Aecker und Felder unD greifen Die Menscheü an. Ein oder zwei bösartige Tiere können eine ganze Herde zu einer großen Gefahr machen. Die Jäger befolgen daher die Methode, Den Leitbullen abzuschießen, worauf Dann die übrige Herde so zahm wird wie eine Herde Schafe. Man persucht jetzt, die Elefanten, Die sich sehr weit ausgebreitet haben, wieder in ihre ursprünglichen Wohngebiete zurückzu­drängen.

Wirtschaft.

Sorgen der Wirtschaft.

Das deuttche Volk ist schon vor dem Kriege ein Volk ber Arbeit gewesen. Wmn nur die Zahl im Produktionsprozeß Bcschäft gker berücksichtigt wird, so muß Die Arbeitsverdichtung nach Dem Kriege sich noch gesteigert haben. Waren 1907 runD 45,7 v. H. Der Bevölkerung erwerbstätig, so sind es heute 51,3 v. H. Rein zahlenmäßig hat das Heer der Qlrbeitenbcn um vier Millionen zugenommen, trotzdem wir wertvolle Produktions­auellen im Osten in'> Westen verloren haben. Im Gegensatz dazu steht, daß wir den Produk- tionsumfang der Vorkriegszeit noch nicht wieder erreicht haben. Die Kohlenförderuirg, bieEisen- unö Stahlerzeugung sind noch weit hinter Den Ergebnissen von 1913 zurück. Allerdings ist hier, wie bei dem Ernteertrag, ber Verlust ber Pro- duktionsgebiete von Einfluß. Allein Der Gesamt­ertrag Der Wirtschaft wird durch die Gesamt­produktion bestimmt. Wir sind auf ber einen Seite In weit höherem Maße von ausländischen Rohstoffen und Rahrungsmitteln abhängig als das vor dem Kriege ber Fall war. Run hat selbst das Einfuhrrekordjahr 1925 mit einer Einfuhr von 63,5 Millionen Tonnen die Einfuhr von 1913 mit 81,5 Millionen Tonnen nicht armähernd erreicht. Diese Ziffern beziehen sich auf den Generalhandel. Soweit Der Spezialhandel, also ber reine Warenverkehr, in Frage kommt, ist der Vergleich noch ungünstiger. Wir haben 1925 im Spezialhandel nur 52 Millionen Tonnen ein» führen, sowie nur 38 Millionen Tonnen aus­führen können. Im Jahre 1913 wurden im reinen Warenverkehr 73,7 Millionen Tonnen ausge­führt. 1926 stieg zwar Die Ausfuhr auf 62 Mil­lionen Tonnen, aber die Einfuhr ging auf 43 Mil­lionen Tonnen zurück. Wir wissen weiter, daß die Einfuhr im ersten Halbjahr 1927 gestiegen ist und mit 37,5 Millionen Tonnen das Ergebnis

Bildete er sich das ein oder war sie wirklich doch etwas nervös, als er sie auf der Schwelle fest- hielt mit Fragen nach alltäglichen Dingen ... Wie unruhig sie die Hellen Handschuhe anstreifte und schloß, während er ihr auseinandersetzte, wie man sich mit der Heizung verhalten sollte, um in dem weichen Winter das Haus nicht zu überwärmen ... Man mußte anderen Koks bestellen, die Leslie wußte sicher eine Adresse ... Als sie schon die Klinke in der Hand hatte, meinte er:Du hattest doch einmal einen goldenen Schlangenreif mit einem Türkisen ... Melitta ... den seh' ich ja gar nicht mehr art Dir ..."

Sie stutzte und warf ihm einen raschen Blick ju ...Ach so, die Schlange? Die trag' ich nur noch ganz selten ... zu Gesellschaften höchstens ..."

Seit wann siehst du denn so was?" lächelte sie. Ich wette, du kennst meinen Schmuck gar nicht. Wenn er mir gestohlen würde, du wüßtest nicht ein­mal, was er wert gewesen wäre."

Ist der Schlangenreif viel wert?"

Der? Nicht mehr als irgendein goldener Reif ... er ist übrigens hohl."

Ich habe nämlich eine Idee ... es ist doch ein antikes Stück, von deiner Urgtoßmutter wohl? Man könnte ihn nachmachen lassen/'

Für wen?" fragte sie überrascht.Willst du jemand beschenken?"

Ja, ich brauche ein Geschenk ... Mareks Frau hat nächsten Monat Geburtstag ... ich möchte mich da etwas revanchieren ... er hat mir den großen Gefallen getan mit dem Urlaub zu der spanischen Tournee ... Es ist ein Opfer ich weiß ... Er ist immer gefällig und liebenswürdig ... obwohl ich überzeugt bin, daß das weniger mir gilt als deiner Person. Und die Frau hat Geschmack, hat Stil ... ich kann ihr nur etwas ganz Besonderes schenken .. "

Aber diese Armteistz sind gar nicht mehr mo­dern, Rudolf..."

Sie sino aber antik," bestand er,wenn ich nicht irre, habe ich sie drüben im Museum gesehen, an den Mumien in den gläsernen Särgen ... frü­her gab man den Toten das mit, was sie am liebsten getragen hatten ... Hast du ihn zufällig da...?"

»Wen? Den Reif?... Aber nein, ich hab' ihn im Safe auf der Bank."

bos ersten Halbjahres 1925 derglelchswetss überholt hat. Allerdings ist auch bie Aus­fuhr gcflicgen, nämlich auf 35 Millionen Tonnen. Das würben für das Jahr umgerechnet 70 Mil­lionen Tonnen sein, womit bös Ergebnis von 1913 mit 73 Millionen Tonnen Ausfuhr nahezu erreicht wäre. Inbessen sind in den 35 Millionen Tonnen Ausfuhr auch bie Zwangslieferungen enthalten, für Die Der deutschen Volkswirtschaft kein Gegenwert zUsließk. Das verschiebt das Ge­samtbild, so daß auch Die Ausfuhr immer noch weit hinter 1913 zurückblcibt. Run ließe sich .'n» wenden, daß für Die deutsche Wirtschaft der Dinnenmarkt von überragender Bedeutung ist, Da er, wie auf der Frankfurter Jndustrietagung festgestellt wurde, nahezu 80 v. H. der Gesrnnt» proouttion aufnimmt. Rur bedeutet auch bas noch keine Heberholung der Vorkriegsproduktion. Es sei Nur an den Baumarkt erinnert, dessen Zwangsbewirtschafturg mit dem Ergebnis abge­schlossen h.tt, daß uns Nah. zu 700 000 Wohnungen am nbrmakn Bedarf fehlen.

Die Frank,'urtcr 3nbu;irietggung hat zweifel­los Der Wirtschafts- und Sozialpolitik wicht ge Er­kenntnisse und Bekenntnisse vermittelt. So wenig es ein Zurück zur Vorlriegszeit in wirtschaftlicher Hinsicht gibt, ebensowenig lassen sich die Me­thoden, die in Der Vorkriegszeit nützlich waren, auf Die wirtschaftliche Entwicklung von heute und in Der Zukunft antoenben. Die Unternehmet wissen, daß die Wirtschaft nicht Selbstzweck ist. daß sie zwar Der Bedarfsdeckung dient, daß sie Darüber hinaus aber auch Werte schaffen muß, Die Der wirtschaftlichen und technischen, ber geistigen und seelischen Höherentwicklung des Volkes Die­nen. Die Sorge der Wirtschast hat sich mit Darauf zu richten, die erreichte Entwicklung nicht etwa nur festzuhalten, fonDem darüber hinaus­zugehen. Der verlorene Krieg und Die Friedens- Dittate, in Deren Auswirkung der Ruhreinbruch und Die Inflation das wichtige Produktionsmittel der deutschen Wirtschaft, das mobile Betriebs­kapital, zerstörten, sind Passivposten, mit Denen nur ein in harter Arbeit geschultes und zu harter Arbeit williges Volk unter überlegener Führung fettig werden kann. Auch Die Qualitätsarbeit allein genügt nicht, um unsere wirtschaftliche Stellung zu behaupten, wenn wir Die Erzeugnisse Der Wirtschaft nicht zu Preisen anzubieten ver­mögen, Die Der vielfach gesteigerten Konkurrenz auf Den Inlands- und Auslaüdsmärllcn gewach­sen sind. Hier spielen Die PredultionScosten aller­dings eine entscheidenDe Rolle. Wer die Sorgen Der Wirtschaft nur nach Innen gerichtet sieht, kann in Der mechanischen Lohnerhöhung vielleicht ein Mittel zur Kaufkraftsteigerung sehen. 'i?ur wird Dabei außer acht getafien, das; wir mit Der unproduktiven Daweslast 'otoie mit Dem Zwang belastet sind, gleichzeittg. in erheblichem Mas e neues Betriebskapital zu bilden. Schon oie DaweLla.. allein reicht aus, um Die Produktions­kosten über das normale Maß zu steigern, well ja die ganze Daweslast im Inland aus Dem Ertrag der Arbeit bezahlt werden muß. Das beeinflußt die Lebenshaltungskosten, zumal nicht Det gesamte Wirtschaftsertrag uns als Volks­einkommen zufließt, Da zunächst bie Kosten des Dawesplanes abzuziehen sind. Wir müssen weiter Inlandskapital bilden, also Profite erzielen, wenn nicht die Verschuldung an das Ausland eine dauernde Zinsknechtschaft herbeiführen soll. Daß Deutschland in Den dreieinhalb Jahren nach der Währungsbefestigung Kredite in Höhe von zehn Milliarden Mark aufnehmen muhte, kennzeichnet Die tatsächliche Lage Der deutschen Wirtschaft doch zur Genüge.

Die Eisenkonjunklur.

Im Gegensatz zu einem in verschiedenen Blättern erschienenen sehr pessimistischen Artikel über Die Aussichten Der Eisenindustrie betont DieDeutsche Bergwerkszeitung", daß Dir Führer Der GroßeiseninDustrie bezüglich Der Marktentwicklung nach wie vor zuversichtlich ge­stimmt seien. Die Werke seien weiterhin mit Auf­trägen reichlich versehen. Der Stahlwerksver- banD habe im vergangenen Monat mehr Spezi­fikationen hereingenommen als im vorausgegan­genen Monat. Die Lieferfristen seien zum größten Teil sehr ausgeDehnt. Die Beschäftigung der Werke Dürfte im Durchschnitt bis Ende des Jahres ausreichen. Was Den Eingang neuer Aufträge anlange, so liege auch hier fein Anlaß vor, pessimistisch zu urteilen. Wie bad Blatt erfährt, hat z. D. das Eisenbahnzentralamt wie­der große Aufträge für die Waggonfabriken vor-

Ach so .. "

Er sah sie an ... UnD sah, wie ihr langsam eine leise Welle über Das blasse Gesicht lief unb ihre Augen abirrten. Sie ist keine Schauspielerin, diese Frag, dachte er. Dieses Spiel reizte ihn, es machte ihm einen grausamen Spaß, sie endlich einmal un­ruhig zu sehen.

Sie klingelte nach ihrem Mantel.Morgen gehe ich zur Stadt, und wenn ich an der Bank vorbei­komme, bringe ich ihn mit, oder übermorgen ... vor dem Konzert hab' ich so wenig Zeit, es eilt ja sicher auch nicht ..."

Doch, es eilt. Die Goldarbeiter brauchen lange, wenn man ihnen etwas Antikes bestellt. Vor Jahr­hunderten waren es Künstler ... Ich verstehe wenig von Schmuck, Melitta, aber dieser Reif ist mir zu­fällig im Gedächtnis geblieben aus irgendeinem Grund ..."

Sie reichte ihm die Hand wie immer. Als sie sich über ihn beugte, um ihm den flüchtigen Kuß auf die Stirn zu geben, zuckte er zurück.Was willst du?" fuhr er auf.

Mein Gott, ich wollte dir nur sagen, daß wir um halb neun eingeladen sind, und daß man mit dem Esten auf dich wartet ... heute abend ... Du bist aber wirklich nervös," setzte sie vorwurfsvoll hinzu. Er antwortete nicht, er sah sie nur an ...

War es denn möglich, daß sie in seinem Hause lebte, neben ihm schlief, keine Träume hatte und un­gestört dohinlebte mit diesem Betrug auf dem Ge­wissen? Oder hatten Weiber kein Gewissen? ... Nun würde man ja sehen, ob sie den Goldreif an- brachte oder nicht ... Er hatte Angst davor, wie vor einer verschlossenen Tür, hinter der man ein Ver­brechen ahnt ... auf deren blutbefleckter Klinke die Hand eiskalt wird, und auf deren Schwelle der Fuß erstarrt ... Melitta ... Vom Fenster aus schguie er ihr nach, wie sie mit elastischen, raschen Schritten die Straße hinunterging. Sie beeilte sich sehr ...

Dann machte er sich fertig, zog seinen Mantel an und schritt, die Hände in oen Taschen, langsam durch die kahlen winterlichen Anlagen nach der Stadt zu, die in einem grauen Dampf von Nebel lag ... Die Laternen blinkten trübe, zwischen den entlaubten Bäumen fuhr eine Straßenbahn, sie war leer

(Fortsetzung folgt.)