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Desoldungsreform müsse auch die Frage des Wohnungsgeldzuschusses geregelt werden' der pensionierte Beamte müsse dasselbe Wohnungs- zeld, wie der aktive erhalten: jetzt werde beinahe em Pensionär nur die Hälfte des Wohnungs- Feldes eines aktiven Beamten bezahlt. Weiter -sprach der Vortragende den § 22 der Besvl- . ungsordnung, wonach die Beamten unter 65 wahren bei älebertritt in den Ruhestand auf den ihnen zugesagten Zuschlag von 10 Proz. ihrer Pension verzichten sollen. Vach § 8 des Pcrn- ionsergänzungsgesehes sollten die neuei, Amts­bezeichnungen nur mit der Amtsstelle in Verb in - ^dung gebracht werden: nicht aber sollte der Minister ermächtigt werden, ganze Beamtengrup- pen nach eigenem Ermessen einzustufen. Bei mini­steriellen Entscheidungen müßte die Möglichkeit gegeben werden, diese durch Gerichte nachpriifen ,u lassen. Der Härteparagraph wäre nur ein Beruhigungspulver für Abgeordnete gewesen, denn von dem Paragraphen werde kein Ge­brauch gemacht, und darum wäre es g'.'.t, wenn er aus der Besoldungsordnung verschwinde. Für die Unfallpensionäre wäre zu wünschen, wenn eine Trennung von Pension und Dienstunfähig- keitsentschädigung durchgesührt würde. Die Be­stimmungen über die nach geheirateten Frauen, die bisher nur Kannvorschriften seien, seien in Muh- Vorschriften umzuwandeln, damit diese Witwen auch eine Rente erhielten. Das allgemeine Soli- daritätsgefühl der Ruhestandsbsamten müsse ge­stärkt werden. Gehälter und Pensionen litten sehr durch die Leistungen des DaweSabkommens. Dor allzu großen Sllufionen in der kommenden Rege­lung der Dcsoldungsfrage sei zu warnen.

Finanzrat Dr. Äl e i s i n g e r übermittelte Glückwünsche für die Tagung im Auftrage des Finanzministeriums und des Ministeriums des Innern. Alles, was die Pensionäre für sich er­reichten, wäre auch zum Destest der aktiven Beamten, die ja auch einmal Pensionäre würden.

Cs folgte dann eine mehrstündige Aus­sprache, in der Kurdirektor L a f f e r t, Oberpost­direktor Capeller, Rechnungsrat Kern, Ober­inspektor Gl ahn (Mainz), Abgeordneter Kindt, Regierungsrat S t ü m p k e, Rektor Dr. C l a h, Frau Abgeordnete H a t t e M e r und Mit­glied Bodensohn (Worms) das Wort er­griffen. Die Dersammlung ermächtigte zum Schluß den Borstand, zusammen mit dem Deamtenbund und dem Süddeutschen Betbästd eine Entschlie­ßung zu fassen, die den Maßgebenden Stellen zugeleitet werden soll.

Otzsrhessen.

Landkreis Gietzen.

§ Alten-Buseck, 7. Sept. Schulverwalterin Gertrud Schwabe wird gegen Ende dieses Monats ihre Stelle an der hiesigen Schule aufgeben, in eine solche an der Deutschen Schule in cao Paulo in Brasilien anzutretest, für die sie sich auf die Dauer von vier Jährest verpflichtet hat. Während ihrer zweieinhalbjährigen Tätigkeit am hiesigen Orte hat man die Scheidende als eiste tüch­tige, gewissenhafte Lehrerin schätzen gelernt.

Z Rödgest, 7. Sept. Am nächsten Sonntag feiert unsere Kleinkinderschule ihr zwanzigjähriges Bestehen. Mittags 1.30 Ufjr wird Festgottesdienst fein, in dem unser langjähriger Geistliche, Pfr. Groth aus Beienheim, die Festrede halten wird und bei dem der Posaunenchor aus Großen-Duseck, der hiesige GesangvereinKonkordia" und der Schülerchor mitwirken werden. Um 4 Uhr soll eine R a ch f e i e r am Ausgang des Dorfes nach Gießen zu stattfinden. Hoffentlich ist schönes Wetter, damit sie im Freien abgehalten werden kann. Andernfalls soll sie auch in die Kirche verlegt werden.

Hungen, 7. Sept. Der Bezirks­lehrerverein Hüngen hielt imSolmser Hof" eine Konferenz, in deren Mittelpunkt eit< Referat das Lehrers Reih (Obbornhofen) über Die neue Lehrerbildung und das Pädagogische Institut" stand. Der Dortragende schilderte die Entwicklung, die zu der jetzigen Ausbildung des Lehrernachwuchses geführt hat. Ihr Dvrzng be­steht darin, daß sie die Allgemeinbildung der höheren Schule überweist, wodurch die seitherige Ausnahmestellung des Lehrers beseitigt wird. Für das eigentliche Studium im Institut bleibt infolgedessen mehr Raum für eine vertiefte päda­gogische Ausbildung. Da nunmehr auch zuerst eine höhere Schule durchlaufen werden muß, wird ferner die endgültige Berufsentscheidung in ein

Künstliche Gewitter.

Don Max Fischer.,

(Vachdruck verboten!)

Wenn man eine Brücke baut, so übergibt man sie erst dann dem Betriebe, nächdem man sie einer Probebelastung unterzogen hat, die Min­destens so hoch fein muß wie die Belastung, die beim Zusammenwirlen der ungünstigsten Um­stände im Betriebe zustandekommen kann, Mög­lichst aber noch etwas höher. Ebenso muß Man elektrische Anlagen mit einen! Dieifachen der Spannung prüfen, unter der sie im Betriebe stehen. Da wir nun in letzter Zeit in unseren Hoch­spannungsleitungen auf Llebertragungsspannungen von 220 000 Dolt gekommen sind und der Zeit­punkt nicht mehr fern ist, wo man auf 380 000 Dolt übergehen wird, so müssen die Apparate, die diese Spannungen erzeugen, mit wesentlich höher liegenden Spannungen geprüft werden. Die Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft hat dazu Vrzlich einen Prüftransformator für 1 000 000 Dolt gegen Erde in Betrieb genommen. Dieser Transformator ist der erste, der eine solche Spannungswandlung in einer Stufe vornimmt, ''enn bisher konnte man 1 000 000 Dolt nur da­durch erzeugen, daß man mehrere Transforma­toren hintereinander schaltete. Die Niederspan- aungswicklung des Transformators besteht aus wenigen Windungen, während der hochgespannte Strom in einer Wicklung von mehreren tausend Windungen erzeugt wird. Das eine Ende dieser Wicklung ist geerdet, während das andere Mit einer sogenannten Durchführung, einem großen mit Isolierstoff gefüllten Rohr, in das Hoch- "pannungslaboratorium geführt und dort mit einer Metallkugel von über 1 Meter Durchmesser ab geschlossen ist. Dieser große Durchmesser ist er­forderlich, damit die Elektrizität bei der hohen Spannung nicht ausstrahlt. Der Transformator arbeitet mit der üblichen Wechselzahl von hundert Wechseln in der Sekunde und dient besonders zur Prüfung von Isolatoren, Transformatoren- Wicklungen usw.

Die Gesellschaft hat diesen Transformator kürzlich in ihrer Transformatorenfabrik einer

späteres Lebensalter als seither t^cfegt. Als- cann wurden die Studienpläne der einzelnen Semester erörtert. Weiterhin wurde noch die Bearbeitung der Heimatbogen des Landesamts, sowie die neue Form der JahresberichtrrstattuNg besprochen. Für die Vertret erversammlung der Ludwig- und Alicestiftung in Mainz wurde Lehrer Hes finger (Trais-Horloff) als Der- treter gewählt.

X Hungen, 7. Sept. Am Sonntag veran­stalteten die hiesigen Schulen ihre diesjäh­rigen R e i ch s j u g e n d w e t t k ä m p f e. 89 Tur­ner und Turnerinnen nahmen an dem Wettkampfe teil, von denen nur ein kleiner Bruchteil die er­forderliche Punktzahl nicht erreichen konnte, wäh­rend etwa 75 Turner bzw. Turnerinnen der Derleihung der Urkunde des Reichspräsidenten oder der Urkunde des Reichsausschusses für Leibes­übungen entgegensehen. Die Leistungen in den einzelnen Gruppen toarert ganz hervorragend. In der 1. Knabengruppe (Volksschule) sieg­ten: 1. HeiNr. Augustin mit 104 P.: 2. Karl Schäfer mit 98 P.: 3. Ernst Seipp mit 96 P. In der 2. Knabengruppe (Turnverein Hun­gen) siegten: 1. Heinr. Schlohinger und Rudolf Frölich Mit je 121 P.: 2. Karl Lutz mit 107 P.: 3. Ernst Walz Mit 95 P. 1. Sieger in der 3. Knabengruppe (Tv. Hungen) war Werner Glitsch mit 123 P. IN der Knaben-D o r kla s s e (Volksschule) blieben Sieger: 1. Karl Diehl und Adolf Schwarz mit je 69 P.: 2. Albrecht Würtz mit 61 P.: 3. Erich Eifer mit 54 P. In der 1. Mädchengruppe (Dolksschule) siegten: 1. Elisabeth Müller, Lotte Schäfer und Erna Sehbicke mit je 69 P., 2. Marg. Svnnenberg mit 59 P.: 3. Ida Emmel mit 58 P. Siegerinnen blieben in der Mädchen-Dorklasse (Volks­schule): 1. Marie Gerhardt mit 60 P.; 2. Martha Studenroth mit 55 P.: 3. Marie Schäfer mit 50 P. In der 1. Knab engruppe (Höhere Bürgerschule) blieben Sieger: 1. Otto Jockel mit 107 P.: 2. Georg Lutz mit 89 P.: 3. Heinr. Rein­hardt mit 88 P. In der Knaben-Vorklasse (Höhere Bürgerschule) siegten: 1. Fritz Emmerich Mit 72 P.: 2. Heinz Hörning mit 70 P.: 3. Hel­mut Studenroth mit 68 P. Die 1. Mädch en­gruppe (Höhere Bürgerschule) hatte zwei Sie­gerinnen: 1. Marie Bender mit 72 P. und 2. Margot Oppenheimer mit 57 P. Die Siegerin in der Vorklasse für Mädchen (Höhere Bürger­schule) blieb Gerta Riegger mit 63 P. - Auch die Schule zu V i l l i n g e n hatte sich den dies­jährigen hiesigen Reichsjugendwettkämpfen zum ersten Male angeschlossen und konnte mit 20 Siegerst bzw. Siegerinnen den Heimweg antreten. Sieger in der 1. Knabengruppe waren: 1. Richard Päul mit 93 P.,' 2. HeiNr. Zimmer Mit 77 P., 3. HerM. Strack mit 75 P. In der K N a - benvorklasse blieben Sieger: 1. Wilh. Diehl mit 56 P.: 2. Karl Ewe mit 53 P.; 3. Otto Koch mit 50 P. Die 1. Mädchengruppe hatte folgende Siegerinnen: 1. Marie Diehl mit 54 P.; 2. Erna Koch mit 50 P.: 3. Erna Jung mit 49 P. In der Mädchen-Borklafse konnte sich Frieda Paul mit 41 P. einen Sieg sichern. Die zahlreichen Zuschauer zeigten großes Inter­esse an der Veranstaltung, und der gemeinschaft­liche Kampf der verschiedenen Schulen spornte die Teilnehmer äußerst an. Besonders zeigte sich dies beim Laufen, bei dem wesentliche Ueber- punkte erzielt wurden. Zwei Mädchen gelang es, beim Laufen je 12 Ueberpunkte zu erringen, was als eine hervorragende Leistung anerkannt wer­den mutz.

:/: Utphe, 7. Sept. EineUeberras chung seltener Art wurde am Montagabend der Witwe Katharine Schneider zuteil. Ihr Sohn, der als Lehrling in Nidda beschäftigt ist, hatte dort ein Los der Prämiierungsmarkt- lvtterie gekauft. Er hatte wegen be5 Marktes einen freien Tag und half gerade zusammen mit seiner Mutter bei einem hiesigen Landwirt am Grummet, als ihm telephonisch von Nidda mitgeteilt wurde, daß aus sein Los der Haupt­treffer, ein trächtiges Rind, gefallen sei. Der Fran ist der Gewinn um so mehr zu gönnen, als sie Kriegerswitwe ist imb in be­schränkten Verhältnissen lebt. Bei der Ver­steigerung des Grummetgrases auf den Gemein bewies en wurden folgende Preise erzielt: für erstklassige Morgen 30 bis 35 Mark, einer kam sogar auf 39 Mark, für mittlere Qualität 15 bis 20 Mark und für ge­ringere Güte 6 bis 10 Mark pro Morgen. Die Preise sind also wesentlich höher, als sie sonst bekannt werden, und als nach dem Futterreich- tum dieses Jahres zu erwarten war.

Reihe von Pressevertretern vorgeführt und zu­gleich einen Teslatransformator gezeigt, der ebenfalls 1 000 000 Volt bei 100 000 Wechseln in der Sekunde erzeugt und zur Nachahmung von Ueberspannungen dient, wie sie in Fern­leitungsnetzen beim Schalten oder bei Störungen vorkommen. Dieser Transformator liefert fort­gesetzt bis zu 4 Meter lange Ueberschläge, die bald hierhin, bald dorthin schlagen oder sich in der Luft gabeln und in ihr verschwinden. Er erzeugt sozusagen ein künstliches Gewitter.

Wie in der Mechanik, wirkt auch elektrisch eine schlagartige Beanspruchung, wie sie z. B. durch einen Blitzschlag eintritt, anders als eine gleichbleibende Beanspruchung. Zur Prüfung mit solchen Schlägen werden im Hochspannungslabora­torium schlagartige Beanspruchungen mit einer Gleichspannung-Schlagprüseinrichtung künstlich er­zeugt. Bei dieser steht einen Augenblick die un­geheure Leistung von 3 Millionen Kilowatt zur Verfügung, die ungefähr der Energie eines Blitz­schlages entspricht.

Wenn in einer Hochspannungsanlage Kurz- schlutz entsteht, so treten Ströme von mehreren Tausend Ampere auf, die gewaltige magnetische Kräfte erzeugen und zum Verbiegen oder zum Uebereinanderschieben der Wicklungen der Appa­rate führen Und verheerende Wärmewirkungen aüsüben. Würde man solche Kurzschlüsse sich aus­toben lassen, so wäre die Vernichtung unerrneh- licher Geldwerte die Folge. Man ordnet des­halb In jeder Hochspannungsanlage selbsttätig wirkende Oelschalter an, die diese Ströme ab- schalteN. Diese Schalter haben ihren Namen da­her, daß sie in Oel eingebettet sind, so daß bet bei so ungeheuren Strömen auftretende gewaltige Unterbrechungsfunke durch das Oel gehen muß und so gelöscht wird. Zur Prüfung dieser Oel­schalter daraufhin, ob sie wirklich imstande sind, so starke Ströme abzuschalten, ferner zur Prüfung von Transformatorenwicklungen auf ihre Wider­standsfähigkeit gegen magnetische Kräfte, wird eine Kurzschlußversucheanlage verwendet. Bei ihr wird ein 60 Tonnen schweres Polrad durch einen Hilfsmotor von 1000 Pferdestärken allmählich auf 500 Umdrehungen in der Minute gebracht. Ein von dem Schwungrad angetriebener Skromerzeu-

4t Aus der Wetterau, 7. Sept. Das warme Sonnenwetter ist für die Kartoffeln sehr günstig. Probeernten an Spätkartoffeln lassen beson? ers inIndustrie", der führenden Speisekartoffel, eine Rekordernte erwarten. Die Preise für Frühkartoffeln sind deshalb weiterhin nachgebend. Der Zentner kostet eben nur noch 2,80 bis 3 Mark. An den Bahnhöfen wird jetzt allenthalben Früh­obst verladen. Das zunehmende Angebot beginnt bereits die Preise fühlbar zu drücken. Je nach Große und Geschmack kaufen die Händler Aepfet zu 5 bis 10 Mark pro Zentner, während Birnen schon für 3 Marc verladen werden. Nachfrage nach Fallobst fehlt vollständig. Eine recht gute Ernte steht in S p ä t o b st bevor. Fast alle Bäume zeigen einen außerordentlich starken Be­hang. Leider haben einige empfindliche Sotten, tote Goldparmäne und Jakob Lehel, durch an­dauernde Nässe an Schorf und Stippigwerdem teilweise auch unter Hagelschlag etwas gelitten. Bei einigermaßen annHmbarc.i Preisen für Schüttel- und Pflückobst wird der g:rir,ge Schaden an der Frucht ernte mehr als ausgeglichen wer­den. In den Gärten zeigen Bohntzn, Ka­rotten und Endivien einen prächtigen Stand. Die Gurken leiden infolge der anhaltenden Feuch­tigkeit von Mitte August unter dein Meltau und beginnen schon abzusterben. An dem Kraut treten die Raupen in so gewaltigen Mengen aus, daß trotz Ablesen der Schädlinge vielfach nut noch die Plastrippen und Krautstritnte vorhanden sind. Auch die Kohlhernie tritt iN diesem Jahr in vernichrtem Urttfartg atif. Den Weinspa­li et e n an den Wohnhäusern ist der Sonnen­schein sehr zugute gttomMen. Bereits leuchtest aus dem Laube die ersten reifest Gescheine der blauenGuteöel" hervor. Durch ihr spätes Blühen habest die Maifröste keinerlei Schadest angetichtet. Daher hängest die Weinstöcke so reich voll GescheisteN, wie seit vielen Jährest nicht.

Kreis Friedberg

2)' Bab-NaUheim, 7. Aug Die gestrige Sitzung der Stadtverordneten bewil­ligte für die Instandsetzung mehrerer städtischer Gebäude insgesamt 28 300 Mk., außerdem 1300 Mark für die Herrichtung des Raumes, der bisher als Freibank gedient Hal, nun aber zur Sinter» kunftsstätte für Obdachlose umge-xiut werden soll. Beschlossen wutde die Kanalisation in der Dahnhofsallee ustd in der Ludwig- st r a ß e. Die Kosten, die sich auf rund 80 000 Mk. belaufen, sollen zum Teil aus den Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge bestritten wer­den. Beschlossen wittde ferner die Niederlegüng eines städtischen Wohnhauses in der oberen Hauptstraße: die Frage, ob an der gleichen Stelle ein Neubau zu errichten ist, wie der BaU- ausscbuß vorgeschlagen, Wurde zunächst zuruck- g'esteltt, da Bedenkest dagegen geäußert wurden.

* B uhbach, 7. Sept. Mit Der Einführung der für die Folge yllMonatlich hier stattsindestden Rindviehmärkte ist eisteM aus landwirt­schaftlichen und Händlerkreismr oft geäußerten Wunsche entsprochen worden. Die Märkte wer­den in Verbindung mit den bestens bekannten und besuchten Ferkelmärkten abgehalten.

ch Nieder-Weisel, 7. Sept. Ein hiesiger Dreschmaschinenbesitzer kehrte dieser Tage in der Nacht Mit seiner Dreschmaschinengarstitur nach hier zurück. Er mußte, da die Landstraße Nieder- MörlenNieder-Weisel gesperrt ist, eisten Feldweg benutzen. Auf diesem unebenen Wege siel einer seiner Arbeiter auf bisher unaufgeklärte Weise von einem Fahrzeug und wurde von dem nachfolgenden Strohselbstbinder überfahren. Mit schweren Verletzungen wurde der Verunglückte in das hiesige Johanniter-Krankenhaus gebracht. Der hiesige Ziegenzuchtverein, der wohl einer der eifrigsten von "ganz Obethessen ist, erhielt von dem Landwirtschaftskammerausschuß für die Pro­vinz Oberhessest anläßlich der Feier seines 25jährigen Bestehens für hervorragende Leistungen in der Zie­genzucht die Bronzene Medaille. Der Vor­sitzende des Vereins, Johannes chaub VIII., der sich besondere Verdienste um die Ziegenzucht erworben hat, bekam eine Ehrenurkunde,

0 Gambach, 7. September. Gestern fanden hier die vom Landesamt für das Bildungswesen vorgefchri ebenen Reichs­jugendwettkämpfe statt., an besten sich 22 Knaben der Obeicklasse beteiligtest. Für diese Altersstttse war ein Füstfkampf, bestehend aus Reck- und Barrenübungen, 100-Meter-Lauf, Weitsprung und Schlagballweitwurf» vorge- fchrieben. Die Leistungen der Kinder haben sich

seit den Wettlämpfen im vorigen Jahre be­deutend gebessert. Das Ergebnis: 1. Heinrich Rumpf (8. Schulj.) mit 93 Punkten den 1. Preis. 2. Karl Krausch (7. Schulj.) 88 P., 2. Preis.

3. Paul Metzger (8. Schulj.) 86' 2 P., 3. Preis.

4. Paul Müller (8. Schulj.) 85 P., 4. Preis.

5. Paul Mohr (7. Schulj.) 84 P., 5. Preis.

6. Karl Henrich (8. Schulj.) 76 P., 6. Preis.

7. Heinrich Kleist (8. Schulj.) 75 P., 7. Preis. 8. Wilhelm Alt (8. Schulj.) 75 P., 8. Preis. 9. Werner Schofflcr (7. Schulj. 741/. P.; 9. Pr. 10. Rich. Ohlemüh (8. Schulj.) 71V;'P., 10. Pr. 11. Heinrich Zeitz (8. Schulj.) 691 .» P., 11. Preis. 12. Karl Ratz (8. Schulj.) 68 P., "12. Preis.

Kreis Büdingen.

ktz Nidda, 7. Sept. Die heute abgehaltene GruMmetgrasversteigerung von 200 Morgen städtischer Wiesen brachte trptz des über­aus günfHgen Wetters und des züm Teil in verdorbenem Zustande eistgebrachien Futterstrohs einen Gesamterlös von nur 270 Mari. Es zeigt sich von Jahr zu Jahr immer mehr, daß deü CBebarf an Heu und Grummet rapid zurückgeht und dah über den eigenen Bedarf hinaus kaum noch Heu- und Grummetgras gesteigert wird. Die Stadt trägt sich deshalb mit dem Gedanken, einen Teil der Wiesen zu Ackerland anzU- legen und einen weiteren Teil auf mehrere Jahre zu verpachten.

Kreis Alsfeld.

* Alsfeld, 7. Sept. Aus der Stadt vor- ftastdssitzUng: In der gestrigen Sitzung wurde zunächst über ein Gesuch des Zimmermeisters Hein­rich Bücking IV. wegen Verlängerung der Kana­lisation bis zu seinem Neubau am Amtchof ver­handelt. Entsvrechend dem Vorschlag der Baukom­mission wurde beschlossen, die Kanalstrecke oom Amthof bis zur Landgraf-chermanststraße-Hofstndt alsbald noch zur Ausführung zu bringen. Bezüg­lich der Erhebung der Kanalbestutzungs- gebühren wurde auf Grund der Wahrnehmun­gen, die in letzter Zeit gemacht worden sind, be­schlossen, daß künftig die satzungsgemäße Kanal» bsnutzustgsgebühr in allen Fällen in voller Höhe zur Erhebung kommen soll, sobald der städtische Anschluß ausgeführi ist. Zugleich soll eine polizeiliche Kontrvlle über die Anschlüsse stattfinden. Die Otts- satzung über die Erhebung einer Kanalbenutzungs- gebühr vom 15. Mai 1916 soll einen dementspre­chenden Zusatz erhalten. Ein von der Stadtver­waltung gestellter Antrag auf Abänderung des § 8 der Friedhöfsordnung wurde mit Stimmengleichheit abgelehnt. Hier handelte es sich darum, daß künftig die Anbringung geschloffener, die ganze Fläche des Grabes bedeckender Stein­platten als Grabdenkmäler, die sehr unschön auf dem Friedhof wirken, grundsätzlich verboten werden sollte. Erhöhung der Schlachthaus­gebühren: Anläßlich der Beratung des dies­jährigen Voranschlags des Städstschen Schlachthofes mar eine Erhöhung der Schlachthausgebühren be­schlossen worden, um die Rentabilität des Schlacht­hofes fichevzustellen. Gegen diese Erhöhung hat die Metzgerinnung Einspruch erhoben. Nachdem die Verhandlungen mit der Metzgerinnung ergebnislos verlaufen waren, wurde beschlossen, die Erhöhung der Slistachthausgebühren aufrechtzuerhalten und es auf eine Entscheidung im DerwaltungsstreitverfahreN astkvmmen zu lasten. Zu einem Gesuche dxs Bäckers Heinrich Kaspar um Erlaubnis zum Be­triebe einer Schankwirtschaft mit Branntweinaus­schank wurde die Bedürsnisfrage mit Rücksicht dar­auf, daß in dem Hause bereits früher eine ^chank- wirtfchaft betrieben roqrbe, bejaht. Die ftäbti- s che Festhalle soll künftig für Ausstellungen unentgeltlich überlasten werden, sofern kein Witt- schcrftsbetrieb dabei stattfindet. Auf ein Gesuch der Allgemeinen Ortskrankenkasse für den Kreis Alsfeld wurde beschlossen, daß bei Vergebung von städtischen Arbeiten fünftig die­jenigen Bewerber, die auf die Arbeit einreichen, eine Bescheinigung vorzuleaen haben, daß sie alle Beiträge zur Krankenkasse bezahlt haben. Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende ein Schrei­ben der Reichsbahndirettion Frankfurt bekannt, daß nach eingehender Prüfung es leider nicht möglich sei, den gewünschten Anschluß des um 8.16 Uhr von Alsfeld nach Gießen abgehenden Personen- z u g e s an den beschleunigten Personen- z u g 9.42 Uhr GießenFrankfurt herzustellen. Um diesen Anschluß zu erreichen, müßte der Zug 8.16 Uhr früher in Alsfeld abfahren. Dies hätte aber zur Folge, daß eine Reihe von Zügen aus ihrer jetzigen Lage verdrängt und andere wichtige Der» keyrsbelastge dadurch geschädigt würden. Diese Mit­teilung wurde mit allseitigem Bedauern aufgenom-

ger für 15 000 Kilowatt wird dann über den zu prüfenden Apparat kurzgeschlossen und erzeugt dabei Ströme bis zu 32 000 Ampere. Bei der Besichtigung wurde gezeigt, mit welcher fabel­haften Sicherheit ein solcher Oelschalter abschaltet und welche gewalttgen Folgen die bei Kurz­schlüssen eintretenden Tleberschläge ohne solche Schalter habest.

Die Astwesenheit der Pressevertreter im TranssorMatörenwerk bvt der Gesellschaft auch Gelegenheit, ihr Neues, für dieses Werk er­richtete Heizkraftwerk zu zeigen. Die Anlage erinnert in vielen Beziehungen an das Groß­kraftwerk Klingenberg, ist aber natürlich viel kleiner: sie hat in der Hauptsache den Zweck, DaMpf zu Heiz- und Kochzwecken, z. B. zur Her­stellung von Isolierstoffen, zur Befreiung des Transfonnatorenols von Wasser, zum Trdcknen von Hölzern usw. zu erzeugest. Nun erfordert bei der Erzeugung von Dampf die Erhitzung des Wassers bis auf den Siedepunkt ustd vor allen Dingen seine Umwandlung ist Darnps eine sehr große Wärmezufuhr, während Bann die Steige­rung des Dampfdrucks mit einer verhältnismäßig geringen weiteren Wärmezufuhr erzielt werden kann. Dies ist ja der Grund, der bei der Kraft­erzeugung zur Verwendung immer höherer Dampfdrücke geführt hat. So arbeitet z. B. das Großkraftwerk Klingenberg Mit 35 Atmosphären. Das neue Heizwerk verwendet einen Druck von 33 Atmosphären und liefert Dampf von 415 Grad. Diesen Dampf läßt man zunächst in einer Tur­bine Arbeit leisten, bis er auf 12 Atmosphären entspannt ist, und zapft hier eisten Teil zu Koch­zwecken ab. Der Nest arbeitet noch im zweiten Gehäuse der Turbine, wird darin auf 2 Atmo­sphären entspannt und dann teils zur Fabrikation, teils zu Heizzwecken verwendet.

Die Dampfturbine treibt einen Drehstrom- erzeuger mit einer Höchstleistung von 1450 Kilo­watt. Der Strom dient zum Antrieb Der Ma­schinen. Das Netz ist mit Dem Netz Der Berliner Elektrizitätswerke gekuppelt, so daß bei großem Strombedarf die Berliner Elektrizitätswerke Strom in das Fabrikneh liefern, während bei geringem Strombedarf der Fabrik Strom ist das Netz der Berliner Elektrizitätswerke flieht.

Wie im Großkraftwerk Klingenberg werden Die Kessel mit Kohlenstaub beheizt. Auch dieses Werk zeigt wie das Großkraftwerk Klingenberg eine auffallend geringe Zahl von Arbeitern. Vor allem aber sind Darin alle schweren Arbeiten dem Menschen abgenommen unD Maschinen übertragen.

Hochschulnachrichten.

Der Privatdozent für Geographie an der Göttinger LIniversität Dr. Hans Mor­tensen ist zum nichtbemuteten außerordentlichen Professor ebenda ernannt worden. Amtlich wird die Ernennung des außerordentlichen Pro­fessors Dr. Anton Eitel von der Tlniversität Freiburg i. B. zum ordentlichen Professov der mittleren und neueren Geschichte sowie der historischen Hilfswissenschaften an der Üniberfität Münster i. W. als Nachfolger von Professor Kallen bestätigt. Dr. Erwin Schrödinger. Professor für theoretische Physik an der Uni* versität Zürich, hat den an ihn ergangenen Ruf an Die Universität Berlin angenommen. Der Privatdozent für Chirurgie und Radiologie an Der Universität Frankfurt a. M. Dr. Hans H o l f e l d e r ist zum nichtbeamteten außerordent­lichen Professor ebenDa ernannt worden. Dom bayerischen Stäatsministerium für Unterricht und Kultus wurde mit Wirkung vom 1. Okto­ber 1927 an Der ordentliche Professor für Chirurgie an der Universität München Geh. Hosrat Dr. Emst Ferdinand Sauer- b r u ch auf Ansuchen wegen Annahme eines Rufes an Die Universität Berlin unter An­erkennung seiner vorzüglichen Dienstleistung aus dem bayerischen Staatsdienst entlassen. Der Studienrat Prof. Dr. Wilhelm Enhlin am Staatlichen Gymnasium Philippinum in Mar­burg ist zum OberftuDienrat ernannt worden: als solcher hgt er die Stelle eines Fachberaters des Provinzjälschulkollegiums in Kassel er­halten. Dr. Estßlin gehött seit 1923 dem Lehr­körper Der Marburger philosophischen Fakultät als PrivatDozent für alte Geschichte an. Erst vor kurzem wurde er. zum nichtbeamteten auhev» ordentlichen Professor ernannt