..ucklich, daß d i e Urheber aller Ver- .rage von 191 9/20 niemals für diese einen vlchen Grad der Vollkommenheit beansprucht )ätten, daß sie sie sür unabänderlich an- ähe.i. Wir alle faßten durchaus die Möglich- .eit ins Auge, daß gewisse Klauseln und Be- :immungen der Verträge einer Erörterung, einem Rechtsspruch und einer möglichen Revision von seilen des Großen Tribunals, das in der ersten Klausel dieser Verträge errichtet wurde, nämlich des Völkerbundes, unterworfen werden können.
Das Willkürregiment im Memelland.
Die deutsche Presse fordert von Litauen volle Wiedergutmachung.
Berlin, 7. Sept. (Wolff.) Der Reichs- verband der deutschen Presse erhebt vor aller Welt schärfsten Protest gegen die Ausweisung der reichsdeutschen Redakteure aus dein Memelgebiet. Diese Ausweisung, so heißt es in dem Protest weiter; stellt einen durch nichts begründeten Willkür- a k t dar, der sich unter Bruch feierlicher Zusagen nicht nur gegen die Pressefreiheit und gegen die große deutsche Mehrheit der Bevölkerung des Memelgebiets richtet, sondern auch eine schwere Verletzung der internationalen Verpflichtungen Litauens bedeutet. Die deutsche Presse aller Parteien wünscht gute Beziehungen zwischen dem deutschen und litauischen Volke. Gerade auch unter diesem Gesichtspunkte ist die Verfolgung der deutschen Presse des Memelgebiets deshalb aufs tief st e zu bedauern, weil sie geeignet ist, die deutschlitauischen Beziehungen aufs schwer st e zu gefährden.
Die deutsche R e i ch s r e g i e run g ist, wie das W. T. 2. hört, bereits wegen der Ausweisung v o r st e l l i g geworden. Der Reichsverband der deutschen Presse spricht die bestimmte Erwartung aus, daß die deutsche Regierung in ihren nachdrücklichen Vorstellungen nicht nacAasse, bis die Ausweisungen deutscher Redakteure rückgängig gemacht sind, die Freiheit der deutschen Presse un Memelgeöiet wieder hergestellt und der Schaden, der den deutschen Zeitungen und Redakteuren aus den Unter* drückungsmaßnahmen der litauischen Behörde erwachsen ist, volle Wiedergutmachung gefunden hat.
Gewerkschaften und Kommunismus in England.
Der Widerstand gegen Moskau.
Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers".
Berlin, 8. Sept. Die englischen Gewerkschaften halten zur Zeit in Edin bürg einen Kongreß ab, der saft ausschließlich im Zeichen des sog. Antistreikgesetzes steht. Es hat sich aber nicht vermeiden lassen, auch die Frage der a n g l o - russischen Gewerkschaftsbeziehungen anzuschneiden, ein Problem, um das sich die Führerschaft bisher vorsichtig herumgedrückt hat, und das jie auch jetzt noch nicht aufzurollen wagte. Sie ist aoer von der kommunistischen Minderheit gestellt worden, die eine allgemeine Debatte zu erzwingen vermochte. Zu einer einstimmigen Absage an Moskau ist es nicht gekommen. Die Delegierten von 3 746 OOO Arbeitern billigten die vom Gewerkschafts, rat getroffene Verfügung, wonach alle Gewerkschaften sich von der kommunistischen Bewegung der Minderheit loszusagen haben. Die Minderheit, die dagegen stimmte, vertritt 148 000 Arbeiter.
Der Generalrat des Gewerkschaftskongresses empfahl dem Kongreß, die Beziehungen zur Sowjetarbeiterbewegung abzubrechen. Diese Empfehlung, die. eine Art Sensation hervorrief, wird heute beraten werden. Der Empfehlung ist ein Telegramm des Sekretärs des Allrussischem Gewerkschaftsrates Dogodoff beigefügt, in welchem von dem Verrat und der Sabotage der Arbeiterpartei bei dem Generalstreik gesprochen wird. Thomas und andere Führer der Arbeiterpartei werden als Verräter bezeichnet. 3n der Empfehlung des Generalrates heißt es, daß der Generalrat zu der Ueberzeugung gekommen ist, daß keine Anzeichen dafür vorhanden sind, daß der Allrussische Gewerkschaftsrat diejenigen Bedingungen zu beobachten gedenkt, die für ein Fortbestehen des gemeinsamen englisch-russischen beratenden Ausschusses wesentlich wären. Der Generalrat teilt daher dem Kongreß mit, daß es keinen Zweck haben könne, Verhandlungen mit dem Allrussischen Gewerkschaftsrat fortzuführen, solange dieser nicht seine Haltung und Politik ändert.
Der Kommunismus in Südamerika.
Die Hintergründe des Indianer-Aufstandes
La P a z, 7. Sept. (Reuter.) 2m Verlaufe der Parlamentsdebatte richtete der bolivianische Außenminister scharfe Angriffe gegen die Komintern, denen er zum Vorwurf machte, den Kommunismus und die Revolution in Südamerika zu nähren und zu verbreiten. Der Minister verlas eine Anzahl ihm von der bolivianischen Gesandtschaft in Paris übermittelte Dokumente, die aus den Archiven der Pariser Sowjetbotschaft stammen sollen. Diese von Bucharin unterzeichneten Dokumente hatten die Form von Instruktionen an inen Genossen Martinez, der ebenso, tote andere üdamerikanische Kommunisten aufgefordert wurde, .ine allgemeine kommunistische Revolte herbeizusühren. Der Minister teilte außerdem mit, daß die Polizei eine kommunistische Verschwörung in Bolivien im Keime erstickt unö eine Menge gefährlicher Sprengstoffe beschlagnahmt habe. Er erinnerte ferner daran, daß man den jüngsten Indianerauf- st a n d zeitweilig auf kommunistische Einflüsse zu- rückgeführt habe.
Der Berliner Flaggenstreit.
Berlin, 8. Sept. (WTB. Funkspruch.) 3n einem Runderlaß des preußischen Ministers des Innern und des Finanzministers wird das Schreiben des preußischen Ministerpräsidenten an die Staatsminister über das Verhalten der Berliner Hotels in der Flaggenfrage wiedergegeben. Es wird nun- mehr angeordnet, daß die Nachgeordneten Behörden und ihre Beamten in den in
Reichsregierung und tzrfoldungrresorm.
Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers".
Berlin, 8. Sept. Die Verhandlungen um die Besoldungsreform sind jetzt so weit gediehen, daß mit ihrer Erledigung in kurzer Zeit gerechnet werden kann. Zunächst dauern die Dearveitungen im Reichsfinanzministerium, die Besprechungen mit den Vertretern der Länderregierungen und mit den Delegierten der Beamtenorganisationeni noch an und dürften wohl auch in den nächsten Wochen ununterbrochen fortgeführt werden. 3m Zusammenhang mit den Besprechungen der Länder-Finanzminister hat sich hcrausgostellt, daß selbst die Länder in ihrer Einstellung zu der Desoldungsresonn noch nicht einig sind. So hat die Bayerische Regierung erklärt, daß die finanziellen Mehrbelastungen durch die Besoldungsreform für sie nicht tragbar wären. Die anderen Länder werden selbstverständlich verlangen, daß die Besoldungsvorlage für das ganze Reich in gleicher Form gültig wird. Eine Unterschiedlichkeit wäre ja auch schon deshalb nicht angebracht, weil damit das ganze Besoldungswesen eine Erschwerung erfahren würde, die gerade durch die Vereinheitlichung abgemildert werden soll. Man darf deshalb nur hoffen, daß es doch noch in den nächsten Tagen zu einer Einigung in den Verhandlungen der Länderminister mit dem Reichsfinanzminister kommen wird. Bekanntlich hat Reichsfinanzminister Dr. Köhler den Wunsch geäußert, noch vor dem 11. September, an welchem Tage er in Magdeburg über die Besolbungsreform sprechen will, noch eine Rücksprache mit den anderen Regierungsmitgliedern zu nehmen. Aus biefem Grunde war ja auch beabsichtigt worden, am Samstagvormittag eine Ka- binettssitzung abzuhalten. Mit Rücksicht auf die eingetretenen Genfer Schwierigkeiten, die Samstag eine Berliner Reise des Reichsautzenministers noch in dieser Woche unmöglich machen, wird sich zwar das Reichskabinett am Samstag mit der Frage der Deamtenbesoldung beschäftigen, es ist jedoch nicht damit zu rechnen, daß bereits am Samstag endgültige Beschlüsse gefaßt werden. Die Samstag-Beratung wird vielmehr lediglich Informationszwecken dienen. Die endgültige Deschlutzfassung über die Gestaltung
der Veamtenbesoldung ist erst von einer Kabinettssitzung zu erwarten, die in der nächsten Woche, etwa am Dienstag oder am Mittwoch, und zwar in Gegenwart D r. Strese- manns stattfinden soll. Trotz dieser Verschiebung der Stellungnahme des Reichskabinetts wird Reichs,inanz:ninister Dr. Köhler am Samstag seine angekündigte Rede in Magdeburg vor den Beamten halten. Er wird allerdings nur in großen Zügen über die Vesoldungsresorm sprechen, ohne auf Einzelheiten einzugehen.
Wie die Re orm cmssthen soll.
Berlin, 8. Sept (1DIB. Funkspruch.) Mehrere Blätter wissen Einzelheiten über die neue Beamfen- besoldungrordnung mitzuteilen. Danach soll in erster Linie den wirtschaftlich schwach st en B e - amlengruppen eine finanzielle Hilfe zugedacht werden. Ls wird von Ausbesserungen zwischen 10 und 22 Prozent gesprochen. Es sollen 14 Gehaltsgruppen mit parallelgruppen und außerdem a ch t Einzelgruppen ge- geplant sein. Der 5 r a u e n 5 u f d) l a g soll in das Grundgehalt eingebaut werden, während der Kinderzuschlag besonders fein soll. Die Alterszulagen sotten statt von zwei zu zwei Jahren von drei zu drei Jahren gegeben werden. Das höch sitz e h a l t soll erst nach 21 Jahren erreichbar fein. Die Regelung der Ortszuschläge soll im wesentlichen unverändert bleiben, ebenso scheint an dem Dohnungsgeldzuschuß nichts geändert zu werden. Für Beamte auf besonders wichtigen Dienffpoffen sollen pensionsfähige Stellenzulagen geschaffen werden, eine Regelung, gegen die sich die Beamtenschaft mit aller Entschiedenheit wendet.
Die Besprechung der Bevfreter der Beamten- spihenorganisationen mit dem Reichssinanzminiffcr ist endgültig auf heute vormittag 10 Uhr festgesetzt worden, und zwar soll nach dem „Vorwärts" mit den einzelnen Spihenorganisationen getrennt beraten werden. Die Beratungen des preußischen Finanzministers mit den Beamtenvertretern der Landtagsfraktionen Über die Bereinigung der noch bestehenden Differenzen zwischen Reich und Preußen in der Besoldungsreform haben, dem gleichen Blatt zufolge, am Mittwoch noch keine Klärung gebracht.
dem Schreiben aufgeführten Hotels amtliche Veranstaltungen nicht abtzalten und sonstige Veranstaltungen dort in amtlicher Eigenschaft nicht besuchen dürfen.
Hindenburgs Geburtstag.
Das vorläufige Programm
Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".
Berlin, 8. Sept. Hindenburgs 80. Geburtstag rückt immer näher, und die Besprechungen über die Feierlichkeiten nähern sich deshalb auch dem Ende. Obwohl der Reichspräsident gebeten hat, von amtlichen Feiern zu seinem 80. Geburtstag am 2. Oktober Abstand zu nehmen, werden trotzdem auch die nichtoffiziellen Veranstaltungen einen mehr oder weniger amtlichen Charakter tragen. Ihre Organisation liegt vor allem in den Händen der Polizei, die in engem Kontakt mit der Kanzlei des Reichspräsidenten arbeitet. Das Programm des Tages steht noch nicht fest, vermutlich werden die Reichsregierung und die preußische Regierung dem Staatsoberhaupt ihre Glückwünsche und Geschenke überreichen. Ferner ist der Empfang des Dipl o*m atisch en Korps vorgesehen, in dessen Ramen der Doyen, Runtius Pacelli, die Glüawünsche der in Berlin akkreditierten Botschafter und Gesandten übermitteln wird. Gegen Mittag wird der Reichspräsident bei klingendem Spiel in Feldmarschalls- unisorm die Front der Fahnenkompagnie seiner altenRegimenter abschreiten. Für den Nachmittag ist eine Fahrt im Kraftwagen von der Wilhelmstraße über die Charlottenburger Chaussee und die Heerstraße nach dem Stadion vorgesehen, wo ihm Schulkinderchöre mit Gesängen huldigen werden. Für diese Fahrt sind alle Vereine, die dafür in Betracht kommen, sowie die Verbände zur Spalierbil- D un g aufgefordert, wobei es sicherlich zu einem friedlichen Rebeneinanderschwenken kommen wird. Der Abend ist' ebenfalls einer besonderen Veranstaltung Vorbehalten, doch steht darüber zur Zeit noch nichts fest.
Der Reichspräsident in Berlin.
Berlin, 7. Sept. Am Sonntag, 4. Sept. 1927 stattete Reichspräsident von Hindenburg von seinem Urlaubsaufenthalt in Dietramszell aus Bad Tölz einen Besuch ab. Aus dem malerischen Marktplatze vor dem Rathause begrüßten die Schuljugend mit ihrer Lehrerschaft, der Stadtrat, die Spitzen der Behörden, die Dereinsdeputationen mit ihren Fahnen und ein vieltausendköpfiges Publikum aus nah und fern in stürmischen Ovationen den hohen Gast. Der 1. Bürgermeister A. Stollreither entbot dem allverehrten Ehrenbürger der Stadt Bad Tölz mit eindrucksvollen Worten herzlichen Willkommgruß und zugleich Glückwünsche zum baldigen 80jährigen Geburtstag. Sichtlich bewegt banfte der Reichspräsident mit weithin vernehmlichen, echt soldatischen Worten von Pflichtausfassung und erbat sich als schönstes Geburtstagsgeschenk die Einheit aller Deutschen. Unter dem brausenden Jubel der Bevölkerung verlieh nach zirka einer halben Stunde der hohe Gast wieder Bad Tölz. Am Mittwochabend ist der Reichspräsident mit dem fahrplanmäßigen Münchener Schnellzuge von seinem Sommeraufenthalt in Bayern wieder in Berlin eingetroffen.
Die Deutsche Bolkspartei in Hessen zum Reichsschulge-etz.
WSR. D a r m st a d t, 7. Sept. Der Geschäftsführende Ausschuß des Landesverbandes Hessen der Deutschen Volkspartei hat eine Entschließung angenommen, in der cs heißt: Die auf klarer christlicher Grundlage ruhende, nach Bekenntnissen nicht Getrennte Gemeinschaftsschule hat sich als segensreich in der Ueberwindung konfessioneller Gegensätze und zur Heranziehung einer konfessionellem Hader entrückten Jugend während mehrerer Generationen in Hessen erwiesen. Es wäre gerade in der heutigen Zeit ein verhängnisvoller Rück - s chritt, wenn an Stelle dieser Gemeinschaftsschule die scharfe Trennung der beiden christlichen Kon
fessionen auch in der Schule durchgeführt würde. Die Bestrebungen nach einer völlig folgerichtig durchgeführten konfessionellen Scheidung der deutschen Jugend können bei der Deutschen Volkspartei unmöglich Unterstützung finden. Die Deutsche Volkspartei muß deshalb einem Reichsschulgesetz die Zustimmung versagen, durch das die ch r i st - liche S i m u l t a n s ch u l e in Hessen indirekt beseitigt würde. Von der hessischen Regierung muß erwartet werden, daß sie alles tut, um den religiösen Geist der gesamten Erziehung der Gemeinschaftsschule Hessens zu wahren.
Aus dem Hessischen Landtag.
Darmstadt, 7. Sept. Dem Hessischen Landtag gingen folgende Anträge des Abgeordneten Dingeldey und der Fraktion der Deutschen Dolkspartei zu: 1. Wir beantragen, der Landtag möge beschließen, die Regierung zu ersuchen, bei der Reichsregieruna mit allem Nachdruck darauf hinzuwirken, daß ein die Zukunft der Kleinrentner sicherndes Rentnerversor- gungsgesetz beschleunigt dem Reichstag zur Verabschiedung vorgelegt wird. 2. Wir beantragen, der Landtag möge beschließen, die Regierung zu ersuchen, die für die Jahre 1925 und 1926 aus Billigkeitsgründen gestundete Gewerbesteuer v om Ertrag zu erlassen, falls die Beitreibung für den Steuerpflichtigen eine unbillige Härte bedeuten würde. Eine unbillige Härte liegt stets vor, wenn der Gewerbebetrieb des Steuerpflichtigen im Jahre 1925 bzw. 1926 einen Ertrag von weniger als 2000 Mk. ergeben hat. 3. Ein Antrag der Abgeordneten Dr. Keller, Dingeldey und Frau Birnbaum mit folgendem Wortlaut: Wir beantragen, der Landtag wolle beschließen, daß die neue Besoldungsordnung, die im Reich demnächst beschlossen werden soll, vom gleichen Zeitpunkt ab in vollem Umfang, mindestens aber, soweit es sich nicht um die Einzelgehälter handelt, auch für d i e hessischen Beamten in Kraft tritt. Gleiches hätte auch für eine Zwischenlösung zu gelten, die etwa vom 1. Oktober 1927 an prozentuale Zuschläge zu den Gehältern usw. vor-
Aus aller Welt.
Die Beisetzung Agnes Sormas.
Mittwochnachmittag fand auf dem Reuen Friedhof in Wannfee die feierliche Beisetzung der Schauspielerin Agnes Sorma statt. Neben den Angehörigen der Verstorbenen sah man in der großen Trauergemeinde u. a. Ludwig Fulda, Leopold Ietzner, Eduard v. Winterstein, Lucie Höflich, Felix Holländer und Alexander Moissi. Pfarrer Wemecke von der katholischen Kirche in Potsdam segnete die Tote ein und hielt eine packende Gedenkrede.
Schweres Unwetter in der Schweiz.
Ein schweres Unwetter mit Wolkenbruch und Hagel hat Mittwoch nachmittag in Oberstaufen und besonders in Steinebach großen Schaden angerichtet. Vielfach drang das Wasser in tief- gelegene Häuser ein. Die Feuerwehren brachten das Vieh in Sicherheit. Die Kellerräume des Elektrizitätswerkes mußten ausgepumpt werken. Auch die Neue Straße von Wengen wurde schwer mitgenommen. Schwer heimgesucht wurde von dem Unwetter auch die Pfrontener Gegend. In den Höhenlagen ist Neuschnee gefallen.
Hochwasser in Balum.
Infolge eines ungewöhnlich starken Regengusses sind in Datum viele Gebäude überschwemmt: ein Vorort steht völlig unter Wasser. Viele Häuser wurden zerstört. In der Nähe von Datum wurden durch das Hochwasser sämtliche, Gebäude einer Siedlung fortgerissen. Andere Siedlungen wurden ebenfalls überschwemmt. Einige Kurdenfamilien find ums Leben gekommen. Der Eisenbahnverkehr nach Tiflis ist unterbrochen.
Schiffskalaslrophe in Japan.
Bei Kaishu in der Provinz Hokaido sind nm Dienstag durch das Kentern eines Fährbootes 280 Personen ertrunken. Nur sechs Personen konnten gerettet werden. Bisher sind 29 Leichen geborgen worden.
Flugzeugabsturz in Dien.
Auf dem Flugfelde Aspern ist der Leiter der polizeilichen Flugplatzinfpektion Aspern, Pv- lizeirat Dr. Niekitsch, mit einem französischen Zweidecker abgestürzt und auf der Stelle tot liegengeblieben. Als das Flugzeug über der Flugzeughalle war, versagte plötzlich der Motor. Um keinen Flurschaden anzurichten, wollte Niekitsch mit einer scharfen Biegung auf den Flugplatz zurückkehren. 5>er Apparat rutschte aber über Dein linken Flügel ab, stieß sich förmlich in den Boden ein und Dr. Niekitsch wurde erdrückt.
Juwelendiebsiahl im Autobus.
Schwer bestohlen wurde der Berliner Vertreter einer Pariser Brillanten- firm a, der schon lange im Westen Berlins wohnt. Er hatte aus Paris eine Sendung im Werte von 45 000 Mark erhalten und wollte sie gestern hiesigen Juwelieren vorlegen. Die Wertsachen trug er in einem Drillantenportefeuille in seiner Mappe. Er fuhr mit einem Autobus zur Ecke Unter Den Linden— Friedrichstraße. Als er dort die Sendung einem Juwelier zeigen wollte, entdeckte er, daß das Portefeuille, aus der Mappe verschwunden war. Es hatte in sechzig Briefchen Brillanten aller Größen bis zu 4x/2 Karat enthalten.
Verbrechen im D-3ug.
Mittwochabend tötete im Schnellzug Paris— Boulogne ein Passagier einen Bankbeamten durch Messerstiche und warf die Leiche zum Abteilfenster hinaus. Im Kampfe mit anderen Passagieren verletzte er noch Drei weitere Personen) und entkam durch einen Sprung aus dem Zuge.
Auf der Spur eines Massenmörders?
In Essen a. d. Ruhr fanden Bewohner des Hauses Weißbachstraße 14 im Keller in einem mit einem eisernen Deckel verschlossenen Senkschacht einen Sack, in dem sich Teile einer weiblichen Leiche befanden. Es ist anzunehmen, daß der Mörder die fehlenden Teile in dem in einem Nebenkeller befindlichen Ofen verbrannt und auch die Absicht gehabt hat, die noch vorgefundenen Leichenteile nach und nach zu verbrennen. Die polizeilichen Ermittlungen stellten als wahrscheinlichen Mörder einen Arbeiter Franz B a g 0 s a t aus Essen fest, in dessen Wohnung man einen über und über mit Blut besudelten Holzkoffer und mehrere Koffer mit Mädchenkleidern, Schuhen, Hüten und Mänteln oorfand. Nach den in der Wohnung des Bagosat vorgefundenen Papieren handelte es sich bei der Ermordeten um die 24 Jahre alte Hausgehilfin Maria Koch aus Essen. Der Täter ist flüchtig.
Ein Eisbär in der Elbe.
Im Hamburger Hafen entsprang in der letzten Nacht ein für den Leipziger Zoo bestimmter Eisbär seinem Käfig auf dem Dampfer „Leo". Das Tier schwamm davon und konnte erst nach langem vergeblichen Suchen etwa 15 Kilometer von Hamburg entfernt von der Hafenpolizei gestellt werden. In dem Augenblick, als Meister Petz sich anschickte, das Wasser zu verlassen, wurde er erschossen.
Dieder ein Spriischmuggel aufgeberff.
Unter Mithilfe des Oberzollsekretärs Janke erlangte der Kaufmann Lindenborn In Dresden-Neustadt, der für seine Lackfabrik Mo- nopolspiritus bezog, 150 000 Liter verbilligten Spiritus, den er zur Herstellung von Trink- brannttoein verschob. Der Reichsmonopolverwaltung soll dadurch ein Schaden von rund 500 000 Mark entstanden sein. Lindenborn wurde verhaftet, ebenso ein Angestellter seiner Firma und der Oberzollsekvetär Janke.
Die Wetterlage
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^öettcrovrausiage.
Die gestrige Gewittertätigkeit mit Niederschlägen hatte geringe Ablichtung zur Folge. Weitere Tiefdruckstörungen ziehen im Norden vorüber, die aber auf unsere Wetterlage außer Bewölkung und im nördlichen Teil vereinzelten Niederschlägen keinen wesentlichen Einfluß gewinnen Dürften, denn im westeuropäischen Hoch hat der Luftdruck weiter zugenommen und das Hoch hat sich gleichzeitig ostwärts ausgedehnt. Mit der einsetzenden Bewölkungsabnahme steigen tagsüber infolge Sonnenstrahlung die Temperaturen wieder an.
Wettervoraussage: Nach stellentveiseni Frühnebel wolkig, dann aufheitemd, tagsüber Temperaturanstieg und meist trocken.
W i 11erungsaussichten für Samstag: Vielfach aufheiternd und durchweg trocken
Lufttemperaturen am 7. September: vormittags 21,2 Grad Celsius, abends 15,8 Grad Celsius: am 8. September: morgens 14,4 Grad Celsius. — Erd- temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 7. September: abends 19,8 Grad Celsius: am 8. September: morgens 16,4 Grad Celsius. Maximum 21,2 Grad Celsius, Minimum 13,8 Grad Celsius. — Niederschläge 12,5 Millimeter. — Sonnenscheindauer eine Stunde.


