Einzelbild herunterladen

..ucklich, daß d i e Urheber aller Ver- .rage von 191 9/20 niemals für diese einen vlchen Grad der Vollkommenheit beansprucht )ätten, daß sie sie sür unabänderlich an- ähe.i. Wir alle faßten durchaus die Möglich- .eit ins Auge, daß gewisse Klauseln und Be- :immungen der Verträge einer Erörterung, einem Rechtsspruch und einer möglichen Revision von seilen des Großen Tribunals, das in der ersten Klausel dieser Verträge errichtet wurde, nämlich des Völkerbundes, unterworfen werden können.

Das Willkürregiment im Memelland.

Die deutsche Presse fordert von Litauen volle Wiedergutmachung.

Berlin, 7. Sept. (Wolff.) Der Reichs- verband der deutschen Presse erhebt vor aller Welt schärfsten Protest gegen die Ausweisung der reichsdeutschen Redakteure aus dein Memelgebiet. Diese Ausweisung, so heißt es in dem Protest weiter; stellt einen durch nichts begründeten Willkür- a k t dar, der sich unter Bruch feierlicher Zusagen nicht nur gegen die Pressefreiheit und gegen die große deutsche Mehrheit der Be­völkerung des Memelgebiets richtet, sondern auch eine schwere Verletzung der inter­nationalen Verpflichtungen Litauens bedeutet. Die deutsche Presse aller Parteien wünscht gute Beziehungen zwischen dem deutschen und litauischen Volke. Gerade auch unter diesem Gesichtspunkte ist die Verfolgung der deutschen Presse des Memelgebiets deshalb aufs tief st e zu bedauern, weil sie geeignet ist, die deutsch­litauischen Beziehungen aufs schwer st e zu gefährden.

Die deutsche R e i ch s r e g i e run g ist, wie das W. T. 2. hört, bereits wegen der Aus­weisung v o r st e l l i g geworden. Der Reichs­verband der deutschen Presse spricht die be­stimmte Erwartung aus, daß die deutsche Regie­rung in ihren nachdrücklichen Vorstellungen nicht nacAasse, bis die Ausweisungen deutscher Re­dakteure rückgängig gemacht sind, die Frei­heit der deutschen Presse un Memelgeöiet wieder hergestellt und der Schaden, der den deutschen Zeitungen und Redakteuren aus den Unter* drückungsmaßnahmen der litauischen Behörde er­wachsen ist, volle Wiedergutmachung ge­funden hat.

Gewerkschaften und Kommunismus in England.

Der Widerstand gegen Moskau.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 8. Sept. Die englischen Gewerkschaf­ten halten zur Zeit in Edin bürg einen Kongreß ab, der saft ausschließlich im Zeichen des sog. Antistreikgesetzes steht. Es hat sich aber nicht vermeiden lassen, auch die Frage der a n g l o - russischen Gewerkschaftsbeziehungen anzuschneiden, ein Problem, um das sich die Füh­rerschaft bisher vorsichtig herumgedrückt hat, und das jie auch jetzt noch nicht aufzurollen wagte. Sie ist aoer von der kommunistischen Minderheit gestellt worden, die eine allgemeine Debatte zu erzwingen vermochte. Zu einer einstimmigen Absage an Mos­kau ist es nicht gekommen. Die Delegierten von 3 746 OOO Arbeitern billigten die vom Gewerkschafts, rat getroffene Verfügung, wonach alle Gewerkschaf­ten sich von der kommunistischen Bewegung der Minderheit loszusagen haben. Die Minderheit, die dagegen stimmte, vertritt 148 000 Arbeiter.

Der Generalrat des Gewerkschaftskon­gresses empfahl dem Kongreß, die Beziehungen zur Sowjetarbeiterbewegung abzubrechen. Diese Empfehlung, die. eine Art Sensation her­vorrief, wird heute beraten werden. Der Emp­fehlung ist ein Telegramm des Sekretärs des Allrussischem Gewerkschaftsrates Dogodoff bei­gefügt, in welchem von dem Verrat und der Sabotage der Arbeiterpartei bei dem Generalstreik gesprochen wird. Thomas und an­dere Führer der Arbeiterpartei werden als Verräter bezeichnet. 3n der Empfehlung des Generalrates heißt es, daß der Generalrat zu der Ueberzeugung gekommen ist, daß keine Anzeichen dafür vorhanden sind, daß der All­russische Gewerkschaftsrat diejenigen Bedingungen zu beobachten gedenkt, die für ein Fortbestehen des gemeinsamen englisch-russischen beratenden Ausschusses wesentlich wären. Der Generalrat teilt daher dem Kongreß mit, daß es keinen Zweck haben könne, Verhandlungen mit dem Allrussischen Gewerkschaftsrat fortzuführen, so­lange dieser nicht seine Haltung und Politik ändert.

Der Kommunismus in Südamerika.

Die Hintergründe des Indianer-Aufstandes

La P a z, 7. Sept. (Reuter.) 2m Verlaufe der Parlamentsdebatte richtete der bolivianische Außenminister scharfe Angriffe gegen die Kom­intern, denen er zum Vorwurf machte, den Kommunismus und die Revolution in Süd­amerika zu nähren und zu verbreiten. Der Mi­nister verlas eine Anzahl ihm von der bolivia­nischen Gesandtschaft in Paris übermittelte Do­kumente, die aus den Archiven der Pa­riser Sowjetbotschaft stammen sollen. Diese von Bucharin unterzeichneten Dokumente hatten die Form von Instruktionen an inen Genossen Martinez, der ebenso, tote andere üdamerikanische Kommunisten aufgefordert wurde, .ine allgemeine kommunistische Revolte herbeizusühren. Der Minister teilte außerdem mit, daß die Polizei eine kommunistische Verschwörung in Bolivien im Keime erstickt unö eine Menge gefährlicher Spreng­stoffe beschlagnahmt habe. Er erinnerte ferner daran, daß man den jüngsten Indianerauf- st a n d zeitweilig auf kommunistische Einflüsse zu- rückgeführt habe.

Der Berliner Flaggenstreit.

Berlin, 8. Sept. (WTB. Funkspruch.) 3n einem Runderlaß des preußischen Ministers des In­nern und des Finanzministers wird das Schreiben des preußischen Ministerpräsidenten an die Staats­minister über das Verhalten der Berliner Hotels in der Flaggenfrage wiedergegeben. Es wird nun- mehr angeordnet, daß die Nachgeordneten Behörden und ihre Beamten in den in

Reichsregierung und tzrfoldungrresorm.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 8. Sept. Die Verhandlungen um die Besoldungsreform sind jetzt so weit gediehen, daß mit ihrer Erledigung in kurzer Zeit gerechnet werden kann. Zunächst dauern die Dearveitungen im Reichsfinanzministerium, die Besprechungen mit den Vertretern der Länderregierungen und mit den Delegierten der Beamtenorganisationeni noch an und dürften wohl auch in den nächsten Wochen ununterbrochen fortgeführt werden. 3m Zusammenhang mit den Besprechungen der Län­der-Finanzminister hat sich hcrausgostellt, daß selbst die Länder in ihrer Einstellung zu der Desoldungsresonn noch nicht einig sind. So hat die Bayerische Regierung erklärt, daß die finanziellen Mehrbelastungen durch die Besol­dungsreform für sie nicht tragbar wären. Die anderen Länder werden selbstverständlich ver­langen, daß die Besoldungsvorlage für das ganze Reich in gleicher Form gültig wird. Eine Unterschiedlichkeit wäre ja auch schon deshalb nicht angebracht, weil damit das ganze Besoldungswesen eine Erschwerung erfahren würde, die gerade durch die Vereinheitlichung abgemildert werden soll. Man darf deshalb nur hoffen, daß es doch noch in den nächsten Tagen zu einer Einigung in den Verhandlungen der Länderminister mit dem Reichsfinanzminister kommen wird. Bekanntlich hat Reichsfinanzmini­ster Dr. Köhler den Wunsch geäußert, noch vor dem 11. September, an welchem Tage er in Magdeburg über die Besolbungsreform spre­chen will, noch eine Rücksprache mit den anderen Regierungsmitgliedern zu nehmen. Aus biefem Grunde war ja auch beab­sichtigt worden, am Samstagvormittag eine Ka- binettssitzung abzuhalten. Mit Rücksicht auf die eingetretenen Genfer Schwierigkeiten, die Sams­tag eine Berliner Reise des Reichsautzenministers noch in dieser Woche unmöglich machen, wird sich zwar das Reichskabinett am Samstag mit der Frage der Deamtenbesoldung beschäftigen, es ist jedoch nicht damit zu rechnen, daß bereits am Samstag endgültige Beschlüsse gefaßt werden. Die Samstag-Beratung wird vielmehr ledig­lich Informationszwecken dienen. Die endgültige Deschlutzfassung über die Gestaltung

der Veamtenbesoldung ist erst von einer Kabi­nettssitzung zu erwarten, die in der nächsten Woche, etwa am Dienstag oder am Mittwoch, und zwar in Gegenwart D r. Strese- manns stattfinden soll. Trotz dieser Verschie­bung der Stellungnahme des Reichskabinetts wird Reichs,inanz:ninister Dr. Köhler am Samstag seine angekündigte Rede in Magdeburg vor den Beamten halten. Er wird allerdings nur in großen Zügen über die Vesoldungsresorm sprechen, ohne auf Einzelheiten einzugehen.

Wie die Re orm cmssthen soll.

Berlin, 8. Sept (1DIB. Funkspruch.) Mehrere Blätter wissen Einzelheiten über die neue Beamfen- besoldungrordnung mitzuteilen. Danach soll in erster Linie den wirtschaftlich schwach st en B e - amlengruppen eine finanzielle Hilfe zugedacht werden. Ls wird von Ausbesserungen zwischen 10 und 22 Prozent gesprochen. Es sollen 14 Ge­haltsgruppen mit parallelgruppen und außerdem a ch t Einzelgruppen ge- geplant sein. Der 5 r a u e n 5 u f d) l a g soll in das Grundgehalt eingebaut werden, während der Kin­derzuschlag besonders fein soll. Die Alters­zulagen sotten statt von zwei zu zwei Jahren von drei zu drei Jahren gegeben werden. Das höch si­tz e h a l t soll erst nach 21 Jahren erreichbar fein. Die Regelung der Ortszuschläge soll im wesent­lichen unverändert bleiben, ebenso scheint an dem Dohnungsgeldzuschuß nichts geändert zu werden. Für Beamte auf besonders wichtigen Dienff­poffen sollen pensionsfähige Stellenzulagen geschaffen werden, eine Regelung, gegen die sich die Beamtenschaft mit aller Entschiedenheit wendet.

Die Besprechung der Bevfreter der Beamten- spihenorganisationen mit dem Reichssinanzminiffcr ist endgültig auf heute vormittag 10 Uhr festgesetzt worden, und zwar soll nach demVorwärts" mit den einzelnen Spihenorganisationen getrennt beraten werden. Die Beratungen des preußischen Finanzministers mit den Beamtenvertretern der Landtagsfraktionen Über die Bereinigung der noch bestehenden Differenzen zwischen Reich und Preu­ßen in der Besoldungsreform haben, dem gleichen Blatt zufolge, am Mittwoch noch keine Klärung gebracht.

dem Schreiben aufgeführten Hotels amtliche Veranstaltungen nicht abtzalten und sonstige Veranstaltungen dort in amtlicher Eigen­schaft nicht besuchen dürfen.

Hindenburgs Geburtstag.

Das vorläufige Programm

Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".

Berlin, 8. Sept. Hindenburgs 80. Ge­burtstag rückt immer näher, und die Bespre­chungen über die Feierlichkeiten nähern sich des­halb auch dem Ende. Obwohl der Reichspräsi­dent gebeten hat, von amtlichen Feiern zu seinem 80. Geburtstag am 2. Oktober Abstand zu neh­men, werden trotzdem auch die nichtoffiziellen Veranstaltungen einen mehr oder weniger amt­lichen Charakter tragen. Ihre Organisation liegt vor allem in den Händen der Polizei, die in engem Kontakt mit der Kanzlei des Reichs­präsidenten arbeitet. Das Programm des Tages steht noch nicht fest, vermutlich werden die Reichsregierung und die preußische Regierung dem Staatsoberhaupt ihre Glück­wünsche und Geschenke überreichen. Ferner ist der Empfang des Dipl o*m atisch en Korps vorgesehen, in dessen Ramen der Doyen, Runtius Pacelli, die Glüawünsche der in Berlin akkreditierten Botschafter und Gesandten übermitteln wird. Gegen Mittag wird der Reichs­präsident bei klingendem Spiel in Feldmarschalls- unisorm die Front der Fahnenkompagnie seiner altenRegimenter abschreiten. Für den Nachmittag ist eine Fahrt im Kraftwagen von der Wilhelmstraße über die Charlotten­burger Chaussee und die Heerstraße nach dem Stadion vorgesehen, wo ihm Schulkinder­chöre mit Gesängen huldigen werden. Für diese Fahrt sind alle Vereine, die dafür in Betracht kommen, sowie die Verbände zur Spalierbil- D un g aufgefordert, wobei es sicherlich zu einem friedlichen Rebeneinanderschwenken kommen wird. Der Abend ist' ebenfalls einer besonderen Ver­anstaltung Vorbehalten, doch steht darüber zur Zeit noch nichts fest.

Der Reichspräsident in Berlin.

Berlin, 7. Sept. Am Sonntag, 4. Sept. 1927 stattete Reichspräsident von Hin­denburg von seinem Urlaubsaufenthalt in Dietramszell aus Bad Tölz einen Besuch ab. Aus dem malerischen Marktplatze vor dem Rathause begrüßten die Schuljugend mit ihrer Lehrerschaft, der Stadtrat, die Spitzen der Be­hörden, die Dereinsdeputationen mit ihren Fah­nen und ein vieltausendköpfiges Publikum aus nah und fern in stürmischen Ovationen den hohen Gast. Der 1. Bürgermeister A. Stollreither ent­bot dem allverehrten Ehrenbürger der Stadt Bad Tölz mit eindrucksvollen Worten herzlichen Willkommgruß und zugleich Glückwünsche zum baldigen 80jährigen Geburtstag. Sicht­lich bewegt banfte der Reichspräsident mit weithin vernehmlichen, echt soldatischen Wor­ten von Pflichtausfassung und erbat sich als schönstes Geburtstagsgeschenk die Einheit aller Deutschen. Unter dem brausenden Jubel der Be­völkerung verlieh nach zirka einer halben Stunde der hohe Gast wieder Bad Tölz. Am Mittwoch­abend ist der Reichspräsident mit dem fahrplan­mäßigen Münchener Schnellzuge von seinem Sommeraufenthalt in Bayern wieder in Ber­lin eingetroffen.

Die Deutsche Bolkspartei in Hessen zum Reichsschulge-etz.

WSR. D a r m st a d t, 7. Sept. Der Geschäfts­führende Ausschuß des Landesverbandes Hessen der Deutschen Volkspartei hat eine Entschließung an­genommen, in der cs heißt: Die auf klarer christ­licher Grundlage ruhende, nach Bekenntnissen nicht Getrennte Gemeinschaftsschule hat sich als segensreich in der Ueberwindung konfessioneller Gegensätze und zur Heranziehung einer konfessio­nellem Hader entrückten Jugend während mehrerer Generationen in Hessen erwiesen. Es wäre gerade in der heutigen Zeit ein verhängnisvoller Rück - s chritt, wenn an Stelle dieser Gemeinschaftsschule die scharfe Trennung der beiden christlichen Kon­

fessionen auch in der Schule durchgeführt würde. Die Bestrebungen nach einer völlig folgerichtig durch­geführten konfessionellen Scheidung der deutschen Jugend können bei der Deutschen Volks­partei unmöglich Unterstützung finden. Die Deutsche Volkspartei muß deshalb einem Reichsschulgesetz die Zustimmung versagen, durch das die ch r i st - liche S i m u l t a n s ch u l e in Hessen indirekt be­seitigt würde. Von der hessischen Regierung muß erwartet werden, daß sie alles tut, um den reli­giösen Geist der gesamten Erziehung der Ge­meinschaftsschule Hessens zu wahren.

Aus dem Hessischen Landtag.

Darmstadt, 7. Sept. Dem Hessischen Landtag gingen folgende Anträge des Abgeord­neten Dingeldey und der Fraktion der Deutschen Dolkspartei zu: 1. Wir beantragen, der Landtag möge beschließen, die Regierung zu ersuchen, bei der Reichsregieruna mit allem Nachdruck darauf hinzuwirken, daß ein die Zukunft der Kleinrentner sicherndes Rentnerversor- gungsgesetz beschleunigt dem Reichstag zur Verabschiedung vorgelegt wird. 2. Wir bean­tragen, der Landtag möge beschließen, die Re­gierung zu ersuchen, die für die Jahre 1925 und 1926 aus Billigkeitsgründen gestundete Ge­werbesteuer v om Ertrag zu erlassen, falls die Beitreibung für den Steuerpflichtigen eine unbillige Härte bedeuten würde. Eine un­billige Härte liegt stets vor, wenn der Gewerbe­betrieb des Steuerpflichtigen im Jahre 1925 bzw. 1926 einen Ertrag von weniger als 2000 Mk. ergeben hat. 3. Ein Antrag der Abgeordneten Dr. Keller, Dingeldey und Frau Birnbaum mit folgendem Wortlaut: Wir beantragen, der Land­tag wolle beschließen, daß die neue Besol­dungsordnung, die im Reich demnächst be­schlossen werden soll, vom gleichen Zeitpunkt ab in vollem Umfang, mindestens aber, soweit es sich nicht um die Einzelgehälter handelt, auch für d i e hessischen Beamten in Kraft tritt. Gleiches hätte auch für eine Zwischenlösung zu gelten, die etwa vom 1. Oktober 1927 an pro­zentuale Zuschläge zu den Gehältern usw. vor-

Aus aller Welt.

Die Beisetzung Agnes Sormas.

Mittwochnachmittag fand auf dem Reuen Friedhof in Wannfee die feierliche Beisetzung der Schauspielerin Agnes Sorma statt. Neben den Angehörigen der Verstorbenen sah man in der großen Trauergemeinde u. a. Ludwig Fulda, Leopold Ietzner, Eduard v. Winterstein, Lucie Höflich, Felix Holländer und Alexander Moissi. Pfarrer Wemecke von der katholischen Kirche in Potsdam segnete die Tote ein und hielt eine packende Gedenkrede.

Schweres Unwetter in der Schweiz.

Ein schweres Unwetter mit Wolkenbruch und Hagel hat Mittwoch nachmittag in Oberstaufen und besonders in Steinebach großen Schaden angerichtet. Vielfach drang das Wasser in tief- gelegene Häuser ein. Die Feuerwehren brachten das Vieh in Sicherheit. Die Kellerräume des Elektrizitätswerkes mußten ausgepumpt werken. Auch die Neue Straße von Wengen wurde schwer mitgenommen. Schwer heimgesucht wurde von dem Unwetter auch die Pfrontener Gegend. In den Höhenlagen ist Neuschnee gefallen.

Hochwasser in Balum.

Infolge eines ungewöhnlich starken Regen­gusses sind in Datum viele Gebäude über­schwemmt: ein Vorort steht völlig unter Wasser. Viele Häuser wurden zerstört. In der Nähe von Datum wurden durch das Hochwasser sämtliche, Gebäude einer Siedlung fortgerissen. Andere Siedlungen wurden ebenfalls überschwemmt. Einige Kurdenfamilien find ums Leben ge­kommen. Der Eisenbahnverkehr nach Tiflis ist unterbrochen.

Schiffskalaslrophe in Japan.

Bei Kaishu in der Provinz Hokaido sind nm Dienstag durch das Kentern eines Fährbootes 280 Personen ertrunken. Nur sechs Personen konnten gerettet werden. Bisher sind 29 Leichen ge­borgen worden.

Flugzeugabsturz in Dien.

Auf dem Flugfelde Aspern ist der Leiter der polizeilichen Flugplatzinfpektion Aspern, Pv- lizeirat Dr. Niekitsch, mit einem französischen Zweidecker abgestürzt und auf der Stelle tot liegengeblieben. Als das Flugzeug über der Flug­zeughalle war, versagte plötzlich der Motor. Um keinen Flurschaden anzurichten, wollte Niekitsch mit einer scharfen Biegung auf den Flugplatz zurückkehren. 5>er Apparat rutschte aber über Dein linken Flügel ab, stieß sich förmlich in den Boden ein und Dr. Niekitsch wurde erdrückt.

Juwelendiebsiahl im Autobus.

Schwer bestohlen wurde der Berliner Ver­treter einer Pariser Brillanten- firm a, der schon lange im Westen Berlins wohnt. Er hatte aus Paris eine Sendung im Werte von 45 000 Mark erhalten und wollte sie gestern hiesigen Juwelieren vorlegen. Die Wertsachen trug er in einem Drillantenporte­feuille in seiner Mappe. Er fuhr mit einem Auto­bus zur Ecke Unter Den Linden Friedrichstraße. Als er dort die Sendung einem Juwelier zeigen wollte, entdeckte er, daß das Portefeuille, aus der Mappe verschwunden war. Es hatte in sechzig Briefchen Brillanten aller Grö­ßen bis zu 4x/2 Karat enthalten.

Verbrechen im D-3ug.

Mittwochabend tötete im Schnellzug Paris Boulogne ein Passagier einen Bankbeamten durch Messerstiche und warf die Leiche zum Abteil­fenster hinaus. Im Kampfe mit anderen Passa­gieren verletzte er noch Drei weitere Personen) und entkam durch einen Sprung aus dem Zuge.

Auf der Spur eines Massenmörders?

In Essen a. d. Ruhr fanden Bewohner des Hauses Weißbachstraße 14 im Keller in einem mit einem eisernen Deckel verschlossenen Senkschacht einen Sack, in dem sich Teile einer weiblichen Leiche befanden. Es ist anzunehmen, daß der Mörder die fehlenden Teile in dem in einem Nebenkeller befindlichen Ofen verbrannt und auch die Ab­sicht gehabt hat, die noch vorgefundenen Leichen­teile nach und nach zu verbrennen. Die polizeilichen Ermittlungen stellten als wahrscheinlichen Mörder einen Arbeiter Franz B a g 0 s a t aus Essen fest, in dessen Wohnung man einen über und über mit Blut besudelten Holzkoffer und mehrere Kof­fer mit Mädchenkleidern, Schuhen, Hüten und Mänteln oorfand. Nach den in der Wohnung des Bagosat vorgefundenen Papieren handelte es sich bei der Ermordeten um die 24 Jahre alte Hausgehilfin Maria Koch aus Essen. Der Täter ist flüchtig.

Ein Eisbär in der Elbe.

Im Hamburger Hafen entsprang in der letzten Nacht ein für den Leipziger Zoo bestimmter Eisbär seinem Käfig auf dem DampferLeo". Das Tier schwamm davon und konnte erst nach langem vergeblichen Suchen etwa 15 Kilometer von Ham­burg entfernt von der Hafenpolizei gestellt werden. In dem Augenblick, als Meister Petz sich anschickte, das Wasser zu verlassen, wurde er erschossen.

Dieder ein Spriischmuggel aufgeberff.

Unter Mithilfe des Oberzollsekretärs Janke erlangte der Kaufmann Lindenborn In Dres­den-Neustadt, der für seine Lackfabrik Mo- nopolspiritus bezog, 150 000 Liter verbilligten Spiritus, den er zur Herstellung von Trink- brannttoein verschob. Der Reichsmonopolverwal­tung soll dadurch ein Schaden von rund 500 000 Mark entstanden sein. Lindenborn wurde ver­haftet, ebenso ein Angestellter seiner Firma und der Oberzollsekvetär Janke.

Die Wetterlage

.ond.

:tn.

fior.

16.

ef/ns.-

tocKh..

O

M7

°

o

A£1

F

I.OM 7$

ftlittnocfijien 7.3ejot/927 nac^en.

, l i---Jan /layen-jjpjl-----

Q wolkenlos.O heiter, q nziv Deoecxt. ® woixiq. eoeaetH »Reoen * Schnee & Oraupein Neoei "K Gewitter ©Windstille.O-v leichter Ost massiger Südsüdwest Q Stürmischer nordwes'b Die Pfeile fliegen mit dem winde Oie oe: oen Stationen stehenden zah­len gehen die Temperatur an. Oie Linien verDinden Orte mit ateicnc aut rteeresmveau umgerechneten Luftdruck

^öettcrovrausiage.

Die gestrige Gewittertätigkeit mit Nieder­schlägen hatte geringe Ablichtung zur Folge. Weitere Tiefdruckstörungen ziehen im Norden vorüber, die aber auf unsere Wetterlage außer Bewölkung und im nördlichen Teil vereinzelten Niederschlägen keinen wesentlichen Einfluß ge­winnen Dürften, denn im westeuropäischen Hoch hat der Luftdruck weiter zugenommen und das Hoch hat sich gleichzeitig ostwärts ausgedehnt. Mit der einsetzenden Bewölkungsabnahme steigen tagsüber infolge Sonnenstrahlung die Tempera­turen wieder an.

Wettervoraussage: Nach stellentveiseni Frühnebel wolkig, dann aufheitemd, tagsüber Temperaturanstieg und meist trocken.

W i 11erungsaussichten für Sams­tag: Vielfach aufheiternd und durchweg trocken

Lufttemperaturen am 7. September: vormittags 21,2 Grad Celsius, abends 15,8 Grad Celsius: am 8. September: morgens 14,4 Grad Celsius. Erd- temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 7. Sep­tember: abends 19,8 Grad Celsius: am 8. Sep­tember: morgens 16,4 Grad Celsius. Maximum 21,2 Grad Celsius, Minimum 13,8 Grad Celsius. Nie­derschläge 12,5 Millimeter. Sonnenscheindauer eine Stunde.