Srtttaq, 8. April 1927
177. Zahrgcmg
Nr. 83 Erster Blatt
Der Weg zur Induftrieverständigung
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q gemacht bat und sein« eigenen Dege ye- ist. so daß Preußen bereits gedroht hat.
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Frage d e r Unabhängigkeit der Philippinen vorsieht. Der Präsident hat di« Gründe seines Vetos in einem an den Generalgouverneur Wood gerichteten Telegramm von 2000 Worten auseinandergesetzt. E» heißt dann, eine Doiksabstim- mung würde geeignet sein, die Luftnerftamkeit des Volkes der Verfolgung rein p o 1 i ti s ch e r Ziele zu-uwenden, anstatt der Aufrechterhaltung eines stabilen und gut rentierenden Gemeinwesens.
Reich die Verfassung nicht ändene, so sprechen lau- send RützUchkeit-erwägungen für dir Beseitigung der entsprechenden Bestimmungen.
Nachrichten.
e Gemeinde».
ide. Golte-d.i.d.Shnag^e en9.April 1927. Aorabd- mds: 7.15 und 7.55.
Aeligioitsgesellschast
11927. Freitagabend ö 4^, 10. Predig/, aachm. 320, ichengoitwöienst: morqtui
lkswirtschaftler > Dawesplanes, il. <DTT. Junllpruch) Mer Sir GeorgePaish Renten Tvviidg« t und chm erHärt, der nablommm und der 3ofl» aalen mühten einer Ze- t werden, do dar 2ul- leihen in den DermÜM ein weiteres Jahr nne, ohne dah die Selohr alen sinanziellen heraufbeschworen werde, n müßten mehr von die Tarifschranicn aus- mse fünfmal mehr von Denn hierin leine Acnde- Gngland sich gezwungen lausen.
der Wettlauf um das Nuffengeschüft.
Deutschland und die französisch-russischen Schuldenoerhandlungen.
Amerika und die Philippinen.
Washington. 7. HpriL (Dolfs.) Präsident Loolidge hat sein Veto gegen ein von der gesetzgebenden Körperschaft der Philippinen einstimmig angenommenes Gesetz eingelegt, dos eine Volksabstimmung über die
gangen ist. so Daß Preutzen vereits georoyt hat. . es würde dem bäuerischen Bespiel folgen falls das I
Sonntag* nnd Feiertag*
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Seeaii-Btiitsgttii: 2 Reichsmarii and 20 Neich»pfenn»g ftt Träger» lohn, cud) bet Richter- scheinen einzelnervammern infolge höherer (BeaolL Fernspr.chanschlässe:
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Dr. Jnevt TJiIb. Dang«, verantwortlich für Volittb Dr. Fr Wrih Dana«; fit Feuilleton Dr tz Thyrot; für den übrigen Teil Ernst Blnmschetn: für den Xit- ieigent.il Rurt Htvmann, famrlrch in (meßen.
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aui ber J*' Tchlmng erhielt k. »um. versuchten Gefängnis, auf du ^uchungshasl an^ch. °t die Aechlssrast rkannt und auf 5t-
ich bei Verbots von Orden und ShrenAeichen esthält oder auch hier den nun einmal bestehenden nenfchlichen schwachen eine Konzession machen Din. Da zu diesem Zweck eine VersassungS- inberung notwendig ist. läßt sich das gegen Demokraten und Sozialdemokraten nicht machen Aerade diese beiden Parteien, die die geistigen 5räger der Weimarer Verfassung waren, werden daher vor den Zwang der Enlsckx'idung gestellt, eine Wendung die nicht ohne pikanten Reiz ist.
Di« wir selbst über dcn i'all grundsätzlich den- len. Haden wir bei früherer Gelegenheit schon des öfteren ausgesprochen, spartanische Einfachheit ist m bet Throne wunderschön, in der Praris aber ist doch der etaal sehr töricht, der die billigste Möglichkeit zur Schaffung zufriedener Staatsbürger — uno das sind nun einmal Orden und Ehrenzeichen — nicht zu nutzen weiß. Die Sehnsucht noch dem geschmückten Änopf- loch ist |a eine internationale Erscheinung, und hier «eßen auch außenpolitische Erroägungen ein, bie vielleicht den Sozialdemokraten ihre Zustim- mung zu einer Verfassungsänderung schmackhaft machen können. Schon hat die deutsche Diplomatie den Schifterfrack ausgegraben, übrigen» auf Veranlassung des Sozialdemokraten 3t a u f d) e r , weil der deutsche Vertreter im einfachen schwarten Frack gegenüber den goldbeladenen Uniformen der übri- .Kn Diplomaten eine gar zu kläaliche Figur machte. Vie Leiter der ausländischen M'I'>onen haben zudem im Auswünigen 3ml wiederholt darüber geklagt, daß sie tüchtige jüngere Heroen nicht nach Benin bekommen. Der in der Diplomatie Karriere machen will, der muß Wert darauf legen, daß er feine Brust mit möglichst viel Orden bereichern kann, und dazu fehlt in Berlin jede Gelegenheit. Tlicht nur die exotischen Gesandtschaften, sondern auch die Botschaften der Großmächte stehen nun vor der Tatsache, dost ihr Nachwuchs sich gegen eine Der- i.puna nach Berlin sträubt, eben weil hier auf die- cm Gebiete nichts zu erben ist. Die Lttachees und Negation»rate gehen lieber nach London, Madrid, jom oder noch weiter ins Ausland, weil fic hier -iner dekorativen Belohnung für ihre Tätigkeit gewiß sind, die sie in Berlin entbehren müssen.
Umgekehrt ist auch schon des öfteren der Fall Eaffiert, daß den deutschen Reichsrepräsentanten । r b e n auslöndischer^Staaten verliehen wurden, die sie nach dem deutschen Gesetz nicht annehmen dursten, die sie aber doch nicht ab- lehnen konnten, ohne die Gefahr internationaler Verstimmungen heraufzubefwwooen. Sie haben bisher den Ausweg gewählt, diese Orden anzunehmen, aber nicht z u tragen. Auch das ist eine Halbheit. die wenigstens dem Geiste der Derfasiung widerspricht. Rechnet man dazu noch die w i r t - chattlichen Schädigungen, die au» dem plötzlichen Absloppcn der Titel hauptsächlich für Aerzte entstanden ist, rechnet man hinzu, daß Bagern auch in bleiern Falle sich bereits selb-
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nale v. Steubell. hat überhaupt noch keine -ng dazu genommen, weil die Frage schließ- licht |o btetmenb ist. ES kann aber kein Zweifel darüber bestehen, baß der Reichstag im Lause dieses Jahres noch vor die Frage gestellt Derben wird, ob er an dem demokratischen Prin-
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhefsen
DnitT istd verlast: vrühl'lche Untoerhlütr v»ch. nb Steinbniderel R. tauge in fciefcen. Säfriftlelhmg und GeschüstrRrle: 5chnlstratze 7-
Orden und Titel.
Berlin 7. April. Wie die.B. 3-" erfährt wird foljrrbcr Gesetzentwurf demnächst dem Reichskablnett zur Gntschliehuna zugehen: An die Stelle des Absatzes 4 bti 6 bt# Artikels 100 der Reichst eftasung tritt folgenber Absatz: Titel fowie staatliche Orden und Ehrenzeichen dürfen tut nach Maßgabe eines Reichsgesetzes verliehen werden. Akademische Grade sind hierdurch nicht betroffen. Das Tleichsgesetz be- ttnunl auch, unter welchen Voraussetzungen ein Deutscher Xitel. Orden und Ehrenzeichen von einer ausländischen Regierung an- i e h m en barf. Die .2. Z." erklärt hierzu, baß ter önttourf noch unter der vorigen Regierung rusgearbeUet worden fei und auch bereit- ein- nal dem Äabinett vorgelegen habe. Sr habe iber von der damaligen Regierung infolge des Küdtiltt» de« Kabinetts nicht mehr verabschiedet Derben tonnen.
Hierzu wird amtlich belanntgegeben: Die Lachricht der „B. Z". daß bet Reich-Minister des Innern den von dem früheren Reichskabinett ?>cht verabschiedeten Sntwurs eines Ge'etzeS zur Aenderung des Artikel- 109 ber ReichSversasfung iWiedereinführung von Titeln und Orden) unverändert gelassen habe, und ihn nach Ostern dem jetzigen R> ichskabinett wieder zuleiten verde ist unzutreffend Der Reich-minister des Innern ist lich über bie Weiterverfolgung des früheren Gcsetzentwurses überhaupt noch nicht schlüssig geworben, weil für ihn zu- «üchft wichtigere Angelegenheiten im Vorder- jrunb stehen
Ginem demnkrattschen Dlatt ist eine große anthüllung geglückt. <*8 hat aus dem Papierkorb des Rcich-innenministerium« einen Gntwurs der- ^usgesischt der die Wiedereinführung ron Dr ben un7> Titeln in Deutschland möglich machen soll. Welterlchütternd ist diese Gnt- düllung nicht, es ist ia nicht ohne Ironie, daß der Entwurf zu Lebzeiten des demokratischen Ministers Aula ausgearbeitet worden ist und daß er zudem nur eine von Dutzenden Reserenten- :usarbeilangen darftellt. die in der großen Ge- eyesfabrik hergestellt werden, ober desweaen doch !cineswcg« übet die Grenzen des Ministeriums 'elbft irgendwelche Wirkungen auszulösen brauchen. Ruch Herr Külz ist gestürmt worden, ehe er die republikanischen Orden wieder einführen konnte. Der neue Innenminister, der Deutschnatio-
digener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers^.
Berlin, 8. April Der frühere französische Wirftcha s ts m inist er Couleur, der seinen lange aufgeschobenen Besuch zur Zeit in Berlin abstattet, und hier einen Vortrag tn der Handelskammer über seine industriellen Zusammenschluß- pläne hallen wird, hat heute der Vossischen Zeitung ein Interview gegeben, in welchem er sich grundsätzlich über die Frage der zwischenstaatlichen Wirftchastsverständigung äußert.
Seine Gedanken find bekannt. Sie laufen darauf hinaus, auf dem Wege über die Schaffung internationaler ÄarteHe und Trusts zunächst bie Schlüsselinbuftrien einzeln »usammenzu- fassen. um durch eine solche Wirtschaft-Verflechtung eine lieberstaallicht eit zu schaffen, bie den Wegfall der politischen Wirtschaiisgrenzen also vor allem der Zollgrenzen ermöglichen soll. Für die sofortige Aufhebung bet Zollgrenzen tritt Loucheur nicht ein. weil er offenbar Bedenken hat. bie nach seiner Ansicht organische Entwicklung bes privatwirtschaftlichen Zusammenschlusses und Auseinandereinspielen ber einzelstaatlicken Industrien dadurch zu gefährden. Seine Ansicht hat auf den ersten Bllck etwas bestechendes, sie beruht aber hauptsächlich auf der Erfahrung, daß es einfacher ist. die Führer besttmmter Industrien in den verschiedenen Landern unter einen Hut zu bringen als die Regierungen, bie den entgegenstehenden Interessenteneinslüssen in ihren Parlamenten usw. ausgesetzt sind.
Die Frage ist nun. ob dem gemeinwirtschast- schastlichen Bedürfnis Europas dadurch gedient sein wird, daß man die großen Industrien — denn nur diese lassen sich auf dem Loucheur- schen Wege erfassen — internationalistisch verknüpft. während man den übrigen Gewerben UMter der Herrschaft eines in letzter Zeit immer p«>tektonistischet werdenden Zollregimes die Erleichterungen und Möglichkeiten versagt, die der internationale Markt und eine internationale Betriebsrationalisierung zu bieten vermag Derrn die Wirtschaft jedes einzelnen Landes stellt die Summe seiner gesamten Industrien und Ge- werbezweiae bar. 11 nb auf der anderen Seite würde sich ein Interessengegensatz ergeben, wenn einzelne und gerade die bebeutenb- ften Industrien nach internationalen Gesichtspunkten und Markt Interessen orientiert waren, während die übrigen Gewerbe zwangsweise nach nationalen Gesichtspunkten arbeiten müßten. Der objektiven und wirtschastllchen Betrachtung wird eS deshalb notwendia erscheinen, im Gegensatz zu der Aussassung LvucheurS mindestens eine Gleichzeitigkeit der Bestrebungen aus Abbau der Zo l l g r e n j e n und auf überstaatliche Berpflechtung der einzelnen
Industrien herbeizuführen. wenn man schon ben Weg des Zollabbaues, der eine politische Idee verwirlltcht. nicht ooranstellen will, und die Erschütterungen scheut, die eine solche grundsätzliche Umstellung notwendig im Gefolge haben müßte.
(Emil Kirdorf.
Essen. 7. April. (WTB.) Anläßlich des 80. Geburtstages des Geheimen Rommerzienrats Dr.-Ing. Emil Kirdorf fand am heutigen Vorabend eine besondere Ehrung des verdienten Führers der Industrie statt. Die Leiter und Direktoren der Zechen des Ruhr- reviers. etwa 350 an bet Zahl, veranstalteten vor dem Streithof. der Vesitzung Kirdorfs am Mülheimer Wald, einen großen Fackelzug unter Dorantritt der RerchSwehrkapelle aus Münster. In einer Ansprache feierte Geheimrat Hugenberg den bejahrten Herrn als Lehrer und Führer der leitenden Persönlichkeiten des Ruhrreviers und gelobte im Ramen der Tell- nehmer, gleich Kirdorf stets an bie Zukunst zu glauben. Unter den Klängen der Kapelle begann nachher der Rückmarsch durch den Wald. Spater versammelten sich die Teilnehmer des Fackelzuges im Soolbad Rasselberg. Reben den bekannten Führern der Rhein-Ruhr-Wirftchast Dr. Vöglet, Dr. Thvften. Klöckner usw. sah man dort Vankier Salomonson, den Geschästsinhaber der Discontvgesellschast und andere prominente Führet der Wirtschaft
RetchSwtrtfchaftsminister Dr. ttur- tius hat an Geheimrat Kirdorf ein Schreiben gerichtet. In dem es heißt: .Zu dem Tage, an dem Sie Ihr 80. Lebensjahr vollendet, drängt es mich. Ihnen meine aufrichtigsten Glückwünsche auszusprecken. Der Tag, der in erster Linie für Sie und Ihre Ang^ötigen ein Ehrentag bedeutet, ist zugleich für die deuftche Wirtschaft. inSbefon- dere für den Kohlenbergbau und die Eifentndustrie Rheinlands und Westfalen- ein festliches Ereignis. Ihrem wirtschaftlichen Weitblick und Ihrem leidenschaftlichen Eintreten für die von Ihnen als richftg erkannten Ziele ist eS zu verdanken, bah im Iahre 1893 nach langen Kämpfen da- Rheinifch-West- fälifche Kohlensyndikat zustande gekommen ist: ein Zusammenschluß, welcher der machtvollen Entfaltung des Ruhrbergbaue- erst den Boden bereitet hat. Für Ihr tatkräftiges Wirken erstattet Ihnen heute die deutsche Wirftchast den schuldigen Dank. Ich füge persönlich den Wunsch an, daß Ihnen noch ein langer Lebensabend belieben sein möge, der Sie Anteil nehmen lassen wird an dem von un- allen erhofften Wiederaufstieg unsere- Vaterlandes
Berlin. 8.April. Die in Pari- seit längerer Zeit geführten Verhandlungen über eine Verständigung in der Frage der russischen Vorkrieg-- schulden in Frankreich sollen, so wußte die »Voss. Ztg." zu melden, zu einer prinzipiellen Verständig ung geführt haben, wobei fich die Sowjetregierung zu einer Zahlung von 70 Millionen Goldfranlen jährlich verpflichte. DaS wären etwa 20 Prozent der ursprünglichen Zinsen auf die russisch« Schuld, soweit die betreffenben Xitel noch in französischen Hänben sinb und bas Gebiet be- heutigen Sowietrußlanb betreffen, denn bie Gesamtsumme ber Zinsen würbe aus 300 bi- 400 Millionen Gvldfranken berechnet. Obwohl habet bie französischen Gläubiger noch die Zinsen für runb zehn Iahre verlieren, während deren gar nicht- gezahlt wurde, konnten sie angesichts bet befonberen Sachlage mit einem solchen Vergleich zufrieben fein, wenn sich bie Welbung bewahrheitet. Aber diese- ilebetein- fotnmen scheint an erhebliche neue französische Verpachtungen geknüpft: eine Serie neuer Anleihen, wovon die erste 1 Mi Harde Papierfranken betragen würde und durch Verpfändung der Etdölque'len von Grvsnp gedeckt sein soll und offenbar auch Kreditverträge für größere She'c-rungcn
Diele au- russischer Quelle stammenden Rachrichten werden nun zwar in Pari- dementiert mit dem Vcmerken. daß die Berhandlungen zwar eisrig sortgeseht würden, jedoch noch nicht soweit gefördert wären, daß man von einem Angleich der beiderseitigen Aufsagungen sprechen tonnte. Immetchin ist auch die banenherte Meldung lvmptomatisch nur deswillen interessant, weil sie schon andeutet, wo ein etwaiges russisch- französisches Abkommen die deutschen Interessen berührt, ein Abkommen, da- ja pvlftilch vornehmlich ein Gcgenzug gegen die Aussperrung Rußland- vom Londvn?r Kapitalmarft bedeuten würde.
Mit dem 31. v. Mts war die Frist abgelaufen. innerhalb deren russische Vestellungen un Rahmen be4 bekannten deutschen 300- Millionenkredit-zu erfolgen hatten. Tlach allgemeiner Auftastung war dieser Kredit wegen der verschiedensten Schwierigkeiten im Warenverkehr bisher be i weitem nickt aus- genutzt: fein ursprünglicher Ablaustermin. 31. Dezember v. IS., mußte auf russische- Betreiben verlängert werden, weil erst etwa ein Drittel des Kredite- in Anspruch genommen war. Der Reichstag hat nun dazu die überraschende. aber auch zugleich erfreu!.chc Feststellung machen können, daß in der Zwilchener 1 rufs.'che Bestellungen nicht nut in voller Hohe des 300-Willionen-Krebit-, sondern sogar darüber hinaus eingelaufen sind. An ben Bestellungen sind rund 600 deutsche Firmen der verschiedensten Größenordnung beteiligt, und wenn sich bie Geschäft« in der erwarteten Weise abwickeln, so wird man die Ansicht revidieren tonnen, bie bis vor einigen Monaten ziemlich allgemein vorherrschte. daß man mit Rußland unter seinem geltenden Wirtschaftssystem Defchäsie großen Um- fange- gar nicht machen tonne Denn wenn erst der Anfang gemacht ist und das System der Reichsgaranlie gegenüber der deutschen Privatwirtschaft für ihre Kredite an d.« russische Staats- Wirtschaft sich bewährt, so ist durchaus the Möglichkeit gebeten, einen den wirklichen Bedürfn sten beider Lärider enftprocheTiden Außenhandel wieder aufzubaueri.
Sin AbkoTnmen Rußlands mit Frankreich, das Verpflichtungen der fraiizösilchen Regierung mir Weichem oder ähnlichem Tharakier einschlösfe. Wie sie so die Rerchsregierung übernommen har Wäre also geeignet in diese Entwicklung konkurrierend oder antreibend einzugreifen. Wan wird deshalb mit Intereste verfolgen müssen. Wie sich die Par 'et Verhandlungen weiter entwickeln werben
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Der AnanMSgleich im Hcid)$rüt angenommen.
Kein Einspruch qcgcn dir ffibbriilfArn Bicrstcucranteilc
Berlin, 7. April. (BDZ.) Am Donners- lag erklärte sich ber Reichsrat mit ben Beschlüssen des Reichstags zu dem provisorischen Finanzausgleich einverstanden ohne Einspruch zu erheben Ein Antrag Sachfens, Einspruch zu erheben, wurde nicht genügend unterstützt. Thüringen und Bayern ließen er» klären, daß sie »War dem Ausgleich zust-mmen Würden, aber nur in ber Erwartung baß dabei eine etwaige Reuregelung der Be- amtenbesolbungen noch nicht mit berücksichtigt lei Auch Württemberg schloß «ich dieser Erklärung an.
Zu der vom Reichstag beschloftenen Erhöhung der Bierfteueranteile Bayerns. Württembergs unb Badens beantragte als Vertreter Preußens Staatssekretär eit* mann. Einspruch gegen bie Beschlüsse des Reichstag- zu erheben. Der Vertreter Baycrns. Staat-rat v. W o l s, der zugleich im Ramen von Württemberg unb Vaden sprach, wie- nochmal- daraus hin. daß e- sich um einen gesey- 1 i ch begründeten Anspruch ber süddeutschen Staaten handele In namentlicher Abstimmung lehnte e- der ReichSrat mit 37 gegen 33 Stimmen ab Einspruch g^gen die 'Beschlüfte des Reichstags zu erheben. Für den Einspruch traten ein, da- preußische Staat-ministerium. der Vertreter der Stadt Berlin, die Vertreter bet Provinzen Westpreuhen. Posen Sachsen. Hesfen- Rastau. Weiter stimmten für Einlegung dc- EinspruchS die Staaten Sachsen. Hamburg. An« halt und Waldeck.
Deutscher Reichstag.
Berlin. 7. April. Zunächst wurde der zuletzt eingebrachle Antrag der Deuftchnativnalen, de- Zentrum-, der Deuftchen Bolkspartei. ber Demokraten und der Bayerischen Volk-parlei, wonach der Russengarantiekredit des Reiches sürLiefe rung-geschäste nach der Sowjetunion e r n e u t bis -um Höchstbetraa von 23'/, Millionen übernommen werden soll, in allen drei Lesungen angenommen.
Außerhalb der Tagesordnung erhält das Wort zu einer Erklärung Abg Behrens (Dn.): Unter dem Dorwurl. ich hätte es als Aus- fchußberichterstatter an der notwendigen Objektivität fehlen lasten, hat man gestern da- Zündholzgesetz an den Au-schuß zuruckver- toiefen. Der Bo Nours hat sich heule im Ausschuß al- völlig salsch herau-gestellt. lLebhafler Widerspruch link-. Ruse. Der Au-schuh hat ja gar keinen Beschluß gefaßt!) 3m Au-schuß hatte niemand daran Anstoß genommen, daß mir die Berrchlerstattung übertragen wurde. Die ganze Zurückverweisung an den AuSfchuß ist offenbar nur auf die Absicht zutückzusühten. die Angelegenheit zu verschleppen. Ich stelle sest. daß ich dem AussichtSrat der Rordd. Z>ündhvlzgesell- Ichafl nur wenige Monate de- Iahre- 1925 angehört habe. Ganz unabhängig davon wurde ich im Oktober 1925 in den Aussichtsrat der Preuß. Hypolhekenakttenbank gewählt. Meine Tätigkeit bort beschränkte sich ausschließlich auf landwiN- schifftich« Hypothekenbekeihungen unb DeNretung der Intereffen der Landarbeiter.
Vorsitzender des vollswirftchaftlichen Ausschusses. Abg. Simon-Franken (S) stellt sest. dah er selbst tm AuSfchuß erklärt habe, wenn er die Zusammenhänge, die Abg. Heinig (S.) gestern im Plenum nutgeiedt habe, vorher gekannt hätte, würde er bie schwersten Bebenken gegen bie Ernennung des Abg Behrens als Berichterstatter erhoben haben. (Unruhe rechts.)
Da» handelsproossoftom mH Frankreich wirb bann beraten.
Ramens der Regierungsparteien erklärt Abg. v ® u <5 r a r b (Z.). das Abkommen bade bei allen Regierungsparteien lebhastest« Bebenken bervvrgeru'en, well die Regierung Zugeständnisse für die Weinzö11« gemacht habe, die bei einem Provisorium nicht gemacht werden durften, und den Abschluß eine» endgültigen Vertrages erschwerten. Sogar die Kontingentierung der Einfuhr sei weggefallen. Auch der Schutz de- Gernüse- und Obstbaues fei durchlöchert. Ebensowenig edreu* sich sei das Provisorium für die deutsche Industrie Sie brauche eine Stabilisierung der Handelsbeziehungen Die fran-ösischen Zugeständnifse beschrankten sich zudem im wesentlichen auf bie Maschinen- und Elektroindustrie. Dagegen seien Leder-. Eilen- unb StahlinDustrie unberücksichtigt geblieben. Auch hab« keinerlei Binbung der sranzölilchen Zollsätze erreicht werden können. Wenn sich die Ttegierungjparteien rroydem entschlossen hätten (Aha! unb Lachen links), dem 2lbkommen zuzustimmen, so geschehe das nur in der Erwartung (Zurus llnkS: DeS Koickordats" — schallenbe Heiterkeit), daß ein die deutschen Interessen genügend berücksichtigender. langtrifolger endgültiger Handelsvertrag auf der Grundlage gegen!«.hgez Meiftbegünfoizung abgefchloften wirb Die Reg'erungSparie en. erklären f chon heute, daß sie der weiteren E i n- fuhr französischer Weine zu den er* mäßigten Zollsätzen d«S deuftch-itallenifchen und spanische-. .ZolloertrageS nicht zu stimmen werter Aog Dr. Hilferding (So;.» betont, dah bie beutsche Hanbelsrolltik se.t Iahren erfolglos gewesen fet Aber dieser Vertrag sei besonders ungünstig Run habe man die Gelegenheit benutzt auch ben Mehlzoll von 70


