uLpcrlichr uftö geistige Frische, wie sie von Schu- lern höherer Schulen verlangt werden muß. Diesen Unterschied zwischen Theorie und Praxis kann man aus dem Lande nachdem immer wieder auf alle mögliche Art, allerdings vergeblich, versucht wurde, die Un- Haltbarkeit dieses Zustandes klarzulegen nicht verstehen.
Sollte in obigem ein ungewohnter uno harter Ton angeschlagen sein, so wolle man versuchen, ihn zu verstehen als Notruf von Eltern, die ihrerseits zwar ihr Möglichstes tun. um die Gesundheit ihrer Kinder zu erhalten, die aber glauben müssen, daß man ihnen dabei nicht das nötige Verständnis und die nötige Unterstützung zuteil werden läßt.
Kirche und Schule.
)( Stockheim, 7.März. Dieser Tage fand unter dem Vorsitz von Dekan Schäfer- Büdingen im Gasthaus Walther dahier eine Deka- n a tsk o ns e renz statt. Zunächst gedachte me Konferenz ihres Heimgegangenen Dekanatskollegen Pfarrer Otto Adam in Lißberg, dessen sterbliche Hülle eine Stunde vorher aus dem Bessunger Friedhof in Darmstadt beigesetzt worden war. Die Konferenz verkannte bei ihrer Aussprache die Mißstände nicht, die die Osterkon- sirmotion in vielen Gemeinden mit sich gebracht hat, (Kuchenbacken an Karfreitag. Wegfall deS zweiten Feiertags als Ostertag und a. m.). beschloß aber doch, zunächst die Osterkonfirmatwn in den Gemeinden, in denen sie eingeführt ist. beizubeholten. Bei den Kindertaufen sollen, den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend, nichtkon- firmierte Kinder als Paten allgemein zurückge- wiesen werden, auch die Stellvertretung durch ihre Eltern kann nicht als gleichwertig angenommen werden. Die Paten, die aus anderen Gemeinden stammen und in einer Dekanatsgemeinde Paten werden wollen, sind in Zukunft gehalten, einen Patenbrief ihres Heimatpfarramtes dem taufen* den Pfarrer vorzulegen. Diese Bestimmung ist durch die veränderten Zeitverhältnisse nötig geworden.
Amtsgericht Gießen.
Gießen, 4. März. Vor kurzer Zeit wurde dahier in zwei Instanzen ein hiesiger Einwohner wegen Beleidigung von Beamten des Arbeits-Nachweis es zu mehrwöchiger Gefängnisstrafe verurteilt. Heute spielte sich eine Verhandlung gegen einen hiesigen Händler in fast demselben Nahmen ab. Der Be- leidiger war wiederum ein vielfach bestrafter Mensch: die Beleidigten waren wiederum Beamte des Arbeitsamts, z. T. die nämlichen, wie da- mal»; die Beleidigung erfolgte wiederum aus dem Amtszimmer eines der Beamten, aus dem der Angeklagte in sehr drastischer Weise seinem Unwillen, daß ihm bie Erwerbslosenunterstühung entzogen worden war, Ausdruck verlieh. Bei dieser Gelegenheit machte er zweimal dem Beamten den völlig haltlosen, aus der Lust gegriffenen Vorwurf eines schweren Amtsvergehens. Den Beweis der Wahrheit versuchte in diesem Falle der Angeklagte gar nicht anzu- treten; er berief sich nur darauf, mißverstanden worden zu lein. Die Aeuherungen waren aber nicht mihzuvcrstehen Die Erwerbslosenunterstützung war ihm mit Recht entzogen worden. Der Angeklagte erhielt eine Gefängnisstrafe von d r e i W o ch e n. Die Beamten hatten ihre volle Schuldigkeit getan und korrekt gehandelt.
• Das gleiche gilt von Beamten des hiesigen Wohlfahrtsamts, die, gleichwie diejenigen L des Arbeitsamts, wie die beiden heutigen Der- ^Handlungen ergaben, des öfteren ernstlichen, ja »tätlichen Angriffen der Beteiligten ausgesetzt sind, sobald es sich z. B. um Maßnahmen wegen Un- * tetbiingung von Fürsorgezöglingen handelt. Das Wohlfahrtsamt hatte zwei Ehepaare zur Anzeige bringen müssen, weil sie einem Fürsorgezögling, der bei feiner Mutter gesucht wurde, Unter« schlupf gewährten, damit er dort nicht gesunden werden sollte. Sie wurden auch für überführt erachtet und zu Geldstrafen von je 25 und t-5 Mark verurteilt, zu einer höheren Strafe um deswillen nicht, weil sie sich offenbar der ganzen Tragweite ihres Tuns nicht bewußt ton- ren und sich von der Mutter des Zöglings verleiten ließen.
Märtyrer der LieLe.
Roman von I. Schneider-Förstl.
18 Fortsetzung. Nachdruck verboten
„Elisabeth!"
Sie gab feinen Laut von sich, wagte nicht mehr zu lausen, jeder Schritt wurde zum Verräter.
Aber ihr weißes Kleid zeigte ihm den Platz, wo sie stand. Und er kam.
Er sagte nichts, nur mit einem langen Blick maß er ihre Gestalt. Dann nahm er seinen Hellen Staubmantel ab und legte ihn über einen Baumstumpf.
„Setz dich, bitte!"
Sie gehorchte wie ein Pagode. Aber sie mußte beide Hande vor das Gesicht schlagen. Er Hatzte Tränen!
„Sitzt du auch bequem?"
Sie nickte. Wie gleichgültig war es doch, ob sie bequem saß oder nicht.
Er lehnte an einem Baumstamm und sah aus sie herab, er suchte nach einem einleitenden Wort und fand keines. Das Schweigen lastete wie ein Alp aus ihr. Ich will ihm helfen, dachte sie. Er hat nicht den Mut, sein gegebenes Wort zurückzu- nehmen.
Die Hände im Schoß, sagte sie, ohne ihn anzu- i.hen, das, wovon sie glaubte, seinen Wünschen ent- vgenzukommen
„Bitte, Georg, gib mir mein Wort zurück —"
Er zuckte zusammen. „Nein!"
..Ich--du sollst nicht glauben, daß du mich
un jeden Preis mit durchs Leben schleppen mußt! begann sie stockend von neuem. „Mit Vater werde ch alles regeln. Er braucht ja die Wahrheit nicht zu wissen!"
„Ja, fang nur an zu lügen, dann dringst du es genau so weit, wie ich's gebracht habe, lochte er schneidend auf.
Und dann begann er ihr alles zu sagen! — Alles! — Auch sein yestriges Beisammensein mit Rella verschwieg er nicht. Als er erwähnte, daß seine' 'Vergiftung von dem Dpiumtrun! herrühre, streckte sie abwährend beide Hönde aus. Er griff hastig danach, aber sie zog sie ebenso rasch wieder zurück.
Schöffengericht Wetzlar.
Q Im November 1925 war in das Laboratorium der Buderusschen Eisenwerke i n W e h l a r ein Einbruch verübt und dort Platin- und Silbertiegel von beträchtlichem Wert entwendet worden, die die Diebe in Frankfurt zu Gelds machten. Der Haupttäter, ein Reisen- der auS Oberhaufen «Rheinland), erhielt mit Nückficht auf feine zahlreichen einschlägigen Dor- strafen bie empfindliche Strafe von einem Jahr, sechs Monaten Zuchthaus und wurde sofort verhaftet. Eine Anzahl Hehler, darunter solche aus Frankfurt und Herborn, erhielten bis zu 6Monaten Gefängnis.
Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen einen Hüttenarbeiter aus Wißmar verhandelt, der beschuldigt und geständig war. als Pflegevater sich an seinem 15jährigen Pflegekind vergangen zu haben. Er wurde zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.
Mehrere Arbeiter einer Wetzlarer Firma gründeten unter sich eine WeihnachtS- sparkasse. mit deren Verwaltung sie einen Kollegen aus ihrer Mitte betrauten. Als zu Weihnachten die Einleger ihr Geld zurückverlangten. konnte der Verwalter nicht alle befriedigen, da er einen Teil des Geldes für sich verbraucht hatte. Er war jetzt wegen Unterschlagung ange- tlagt. Der Angeklagte gab den Sachverhalt zu, will aber nicht die Absicht einer Schädigung der Einleger gehabt haben. 3n der Verhandlung ergab sich, daß sämtliche Einleger mittlerweile restlos von dem Angeklagten entschädigt worden sind. Auch wurde dem Angeklagten ein guter Leumund ausgestellt. Das Gericht erkannte demgemäß auf eine milde Strafe, nämlich 6 0 Mk. Geldstrafe, Hilfsweise 12 Tage Gefängnis.
Wirtschaft.
• Norddeutscher Llohd. 3n der Gewinn- und Verlustrechnung des Nordd. Lloyd sind als rechnungsmäßiger Gewinn 30 838 Mill. Mark ausgewiesen. Nach Anschreibungen von 12 587 Mill. Mk. sollen aus dem verbleibenden Ueberschuß von 7,4 Mill. Mk. nach Ueberweisung von 2,5 Mill. Wk. an den Erneuerungsfonds 6 Proz. Dividende verteilt und 701 420 Mk. auf neue Rechnung vorgetragen werden. Die Generalversammlung ist auf den 28. März einberufen.
• Der Kampf um den Filmkrebit. Die Vereinigung beutscher Filmfabrikanten hat nunmehr eine dritte Eingabe an den Reichswirt- schaftsminister gerichtet. Sie erhebt noch einmal die Forderung, daß bie geplante Krebit- aktion der ganzen Industrie zugute kommen muh. Es wird u. a. daraus hingewiesen, baß die Mitglieder der Vereinigung deutscher Filmfabrikanten zahlenmäßig bedeutend mehr hergestellt hätten, als diejenigen Firmen, bie der Spihen- ocganisation angeschlossen sind.
Frankfurter Börse.
§ r a n k f u r t a. M.. 8. März. Tenbenz. er» holt, doch unsicher. Die freundlichere Abend- börse wirkte auf den heutigen Effektenverkehr nach, der sich allgemein erholen konnte, doch blieb der Verlauf sehr nervös und unsicher, da Haussiers und Baissiers sich in verstärktem Maße gegenüberstanden. Der Geldmarkt gibt weiterhin zu Bedenken Anlaß trotz dec Erklärung, daß man sich einem Diktat in der Report- gelbfrage nicht fügen wolle. Monatsgelb blieb bei anziehenden Sätzen zu 5,63 bis 7,75 Prozent weiter gesucht. Tagesgelb war mit zirka 4,5 Prozent zwar leichter, hat aber für den Effektenverkehr weniger Bedeutung. Privatdiskonten 4,5 bis 4,63 Proz.; Warenwechsel 4.88 bis 5 Proz. Die Erholung am Effektenmarkt ging zunächst von den alten Spezialitäten aus und zwar gewannen 3.°G.-Farben 2, Rheinstahl 3, Siemens 4,5, Mannesmann 5,25 Prozent; ferner Harpener 1,75, Rhein-Elbe-Union 1,5 Prozent. Bankaktien nicht einheitlich. Darmstädter plus 3, Dresdner plus 0.75, Deutsche plus 1,25 Prozent; dagegen Eommerz minus 2 Prozent. Metallbank Pius 2 Proz., Scheibeanstalt plus 3,5 Prozent. Dem Clektromarkt gab bie Bewegung in Siemens & Halske einen starken Rückenhalt. Schuckert plus 1,5, Siemens plus 2, AEG. plus 175, gelten plus 3,5 Prozent. Sehr gering waren bie Umsätze in variablen Werten, in denen es durch Verkäufe des
Publikums zu Rückgängen kam Wayß & Freytag minus 3, Dnckerhoff minus 0.5. RSU. minus 2,75. Hirlch-Kupfer minus 3. Deutsche Erdöl minus 0,75 Prozent. Fest lagen dagegen Zellstoff Waldhos plus 2,5. Aschaffenburg plus 0,5. Goldschmidt p!uS 3,5 Prozent. Anleihen lagen unsicher und eher schwächer. Anleihe-Ablösung 23,5. Schutzgebiet 12,7. Fremde Renten schwach, nur Anatolier verhältnismäßig behauptet. Der weitere Böclenverlaus wurde wieder schwächer, wobei 3-G.-Farben 1.5, Rheinstahl 1L Prozent wieder hergeben mußten. 3m Devisenverkehr notierte Paris gegen Von- Don 124,5, Mailand 110,5 Zürich 25,33. London- Kabel 4 8520. Die Reichsmark stellte sich gegen London auf 20,4725. gegen Kabel auf 4,2180
Börsenkurse.
Frankfurt a.M.
Berlin
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1-Ut>r. Aute
Schlutz- Anfang flurt vir.
Datum:
7.3. |
8.3.
7.3. |
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Anleibe-Ablölung Nr 1-30000
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Mitteldeutsche Lreditbank. .
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Mannheimer Motoren ....
37
37,9
Frankfurter Armaturen . . .
Konservenfabrik Braun . .
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Metallgescllichafl Frankfurt -
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170.5
262
170,6
262
170,25
263.13
Berliner Börse.
Berlin, 8. März. Das Privatpublikum hat sich entgegen manchen Erwartungen von den scharfen Rückgängen an der Montagbörse nicht beeinflussen lassen und zu den ersten amtlichen Kursen keine nennenswerten Verkaufsaufträae, sondern unter Ausnutzung des ermäßigten Niveaus sogar kleinere Kaufaufträge abgegeben. Die Spekulation schritt infolge dieses Verhallens des Publikums zu D e ck u n g s k ä u s e n, die den Kursen ein freundliches Aussehen gaben. Das Geschäft blieb allerdings äußerst gering bei starker Zurückhaltung der Banken und auch der Spekulation. die sich auf bie Eindeckung ihrer Blankoabgaben beschränkte. Interesse zeigte sich u. a. für Rheinstahl, einige Bankaktien und verschiedene Spezialwerte. Eine beträchtliche Steigerung von 10 Prozent erzielten Stöhr-Kammgarn. Am Geldmarkt nannte man die gestrigen Sätze. Tagesgeld 5 bis 7 Prozent. Monatsgeld 6.5 bis 8 Prozent, da dieses
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„Wenn du den Glauben an mich verloren hast, Elisabeth, unb die Liebe, — deine Liebe tot ist — dann sag' es. Ich loerbe mir keine Kugel durch den Kops jagen, nur meine Praxis in Eisenbach gebe ich aus und sehe mich nach einer Stelle im Auslände um. Wenn du dann eines Tages hörst, daß ich nicht mehr bin — ich will sorgen, daß die Nachricht dich sicher erreicht, dann findest du vielleicht auch ein Verzeihen!"
Sie schwieg und sah ihn nicht an. sah nur auf ihre Hände und das Spiel der Wellen, die unten im Flusse dahinwirbelten.
Er konnte sich nicht mehr beherrschen, riß sie empor in seine Arme und küßte sie, in sinnloser Erregung, fühlte, daß dieses zarte Wesen, das da an seiner Brust lag, ihm alles war, nicht Rausch der Sinne allein, sondern innerstes Lebensbedürfnis. Was galt ihm das blonde Weib im Regendächer Herrenhaus? Aber wenn diese hier sich von ihm lossagte, würde er zeitlebens ein armer Mann bleiben.
„Hab' Erbarmen, Elisabeth!" Ihre Hände an seinen Mund hebend, küßte er sie so demütig, wie sie gestern die seinen.
„Ich kann dich ja nicht freigeben!" stieß er heraus. „Ich kann ja nicht! Ich will mit der Hochzeit warten, vis du dich mit allem abgesunden hast. Du brauchst mich nicht zu empfangen, wenn ich komme, du sollst mich nicht küssen, wenn du einen Ekel vor mir verspürst, es soll sein, als stünde ich erst im Begriff, um deine Liebe zu werben. Ich will es tun. Sagen wir, ich komme in zwei Jahren wieder. Ist es dir recht so, Elisabeth?"
Er hatte den Weg zu ihrem Herzen gesunden. Mil ihren schmalen, in höchster (Erregung zitternden Händen zog sie seinen Kops zu sich herunter und küßte ihn. Aber ihre Lider blieben gesenkt.
„Willst du mich nicht ansehen, mein Höschen?"
Er bereute, das gejagt zu haben, denn der Blick, mit welchem sie zu iym emporsah war nicht voll des strahlenden, gläubigen Etwas, das früher immer aus demselben gesprochen hatte. Fast glanzlos war er und ohne jeden Ausdruck.
Er haßte sich und hätte sich züchtigen mögen und das blonde Weib des Hüttenkönigs desgleichen.
„Elisabeth, vergiß, was ich dir gesagt habe!" 'nt er. „Das andere, sieh, das war ein Rausch?
Und das gestern — bei Gott, ich hab' es nicht gewollt! Ich bin — feit du meine Braut wurdest, niemals mit ihr zusammengetroffen. Ich hätte nicht hingehen sollen! Das hat mich schuldig gemacht! Und sie lag in Herzkrämpfen.--Hätte ich sie sterben
lassen sollen, Elisabeth?"
Sie wehrte erschrocken.
„Nicht, Elisabeth?"
„Nein!" kam es leise.
Die Wipfel der Rottannen |dämmerten glutfarben im letzten Licht der Abendsonne. Wie mit Blut vermengt rannen die Wellen bes Flusses über das kiesige Bett. Auf der breiten Fahrstraße aber trabte eine Herde von Schafen in schmutzigbraunem Fell. Einige Ziegen waren darunter, die hüpften vorn Weg ab über den Graben, naschten von den zartgrünen Blättern der Birken, die vereinzelt zwischen den Stämmen emporschossen. Dazwischen knallte die Peitsche des kleinen Hirten, der mit offener Hemdbrust, seine primitive Holzpfeife im Munde, die Tiere zur Eile antrieb. Ihm sagte die Abendstille und das Verbluten der Sonne nichts. Er sah das alle Tage. Aber fein Magen sehme sich nach der großen Küche des Bauern mit ihrem gedeckten Tisch und dem Berg von schmalztriefenden Topfnudeln. Leise schmatzte er mit den Lippen.
Lautlos strebte die Schafherde vorüber. Nur ihre Füße machten ein eigenartiges, ganz sonderbares Geräusch, und die braun-weißen Körper waren in eine Wolke von Staub gehüllt.
Elisabeth sah gedankenverloren in den Abend. Don fernher kamen Glockentöne, die der Ostwind auf seine Flügel genommen hatte.
„Ich muß heim!" sprach sie hastig, ohne Reichmann anzusehen.
„Wohin muht du morgen, wenn es Abend wird?" frug er bittend.
Sie zuckte zusammen.
„Heim! — Auch heim! — Heim zu mir! — Ja, Elisabeth?"
Es kam nur ein Nicken. Ihre Wangen brannten plötzlich, als hätte die Sonnenglut auf sie abgefärbt.
„Kommst du gerne?"
..3a!"
„3a," schrie er jubelnd in den Abend. „3ch will dir ein guter Mann fein — ein guter Mann! —
über den Quartals-Ultimo läuft und daher nur in geringen Beträgen zur Verfügung stand. 3m Devisenverkehr konnte sich die Reichsmark gegen Kabel auf 42175 bis 4,2180 befestigen. Mailand unb Madrid gegen London freundlicher.
Devisenmarkt Berlin -Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung.
Banknoten.
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4.235
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1 41.964
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Reichsbankdiskont 5 Prozent.
Lombardzinsfuß 7 Prozent.
Berlin, 7 März
Geld
Brie
Amerikanilche Noten.....
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Belgische Noten .......
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Täniiche Noten . ......
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112.54)
Engl'lche Noten........
20,4!
20,51
französische Noten......
16.53
16.61
ftoUäu6if(6f 'toten ....
168.18
163 02
Italienische Noten......
18 67
18.73
Norwegische Noten.....
Deu'sch-Oesterr . i 100 »ronro
IU9.O8
109,62
59.19
W.49
Numäntiche Noten......
2,605
2.545
Schwedische Noten ....
112 25
H2 8t
Schweizer Noten ......
80.945
81 345
Spanische Noten.......
Tschcchollowokische Noten • ■
71,52
71.88
'2.445
12.615
Ungarische Noten ■ .
73.42
73.71
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt, 8. März. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 29,25 bis 29,50, Roggen, inländischer 27, Sommergerste für Brau zwecke 25 bi» 26, Hafer, inländischer 21,75 bis 22,50, Mais, gelb 18,25 bis 18,35, Weizenmehl, inländisches Spezial 0 40,25 bis 40,75, Roggenmehl 37,50 bis 37.75, Weizenkleie 14 bis 14,25, Roggenkleie 14,25 bis 14,75. Tendenz: Stetig.
Berliner Produktenbörse.
Berlin. 7.März. Es notierten je 1002Kg. Weizen, märt. 267 bis 271, Roggen 248 bis 251. Sommergerste 213 bis 241, Wintergerste 192 bis 205. Mais, loko Berlin. 183 bis 185; für je 100 Kilo: Weizenmehl 34,5 bis 37, Roggenmehl 34,25 bis 36; Weizenkleie 15,75 bis 16, Roggenkleie 15,25 bis 15,4, Diktoriaerbfen 48 bis 64. kleine Speiseerbsen 32 bis 35. Futtererbsen 22 bis 24, Peluschken 20 bis 21. Wicken 22,5 bis 24. Lupinen, blau 14,5 bis 15,5, do. gelb 16 bis 17. Serradelle, neu, 24 bis 26, Rapskuchen 16 bis 16,4, Leinkuchen 20,70 bis 21, Trockenschnihel 11.8 bis 12, Soyaschrot 19.5 bis 20, Kartoffelstöcken 29,6 bis 30.
Letzte Nachrichten.
Das französische Kriegsgesetz.
Paris, 8. März. (TU.) Die Kammer ,at die Gesetzesvorlage über die Mobilisation der Nation im Kriegsfälle gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen. Die Debatte brachte heftige Vorstöße der äußersten Linken gegen das Gesetzesprojekt. Vor allem wehrten sich die Kommunisten gegen das Recht der Regierung, mitten im Frieden sogen. Versuchsmobilisierungen anzuordnen, wodurch jeder Streik unmöglich gemacht und das Ausland provoziert werden könnte, ferner kritisierte die äußerste Linke, daß die Gesetzesvorlage der Regierung die Möglichkeit ein räume, durch Dekret alle wirtschaftlichen und finanziellen Boykottmaßnahmen gegen einen Staat auszusprechen, den der Völkerbund für schuldig erklärte.
Wenn du nicht zufrieden mit mir bist, sollst du deine Freiheit zurückhaben!"
„Ich will nicht frei sein von dir!" stammelte sie erregt.
Er küßte sie dankbar.
Don Ludwiastal herauf tarnen nun auch die Abendglocken. Vater werde sich sorgen, meinte sie, und Hanna auch. Sie lief mehr als sie ging neben ihm her. Er sah, wie sie allmählich mühsam atmete.
„Will's nicht mehr gehen, mein Häschen? — Komm'"
Er hob sie trotz ihres Sträubens in die Arme und setzte sie nicht mehr zu Boden, bis sie das Herrenhaus vor sich sahen. Die blauen Fenster spielten dunkeloiolett in der untergehenden Sonne. Unter dem Toreingang stand Merken und winkte aufgeregt mit beiden Händen.
„Wo steckt ihr denn so lange?" rief er ihnen entgegen. „Wir hätten dich notwendig gebraucht," wandte er sich an Reichmann, als dieser ihm die Rechte zum Gruße entgegenstreckte, ohne Elisabeths Arm loszulassen. „Die Hanna hat sich den Fuß gebrochen! Ist ausgeglitten auf dem Krimskrams von Tieften und Zweigen, und da war der Knacks. Hil- bertt hat gesagt, es wird immerhin vier bis sechs Wochen dauern, bis sie wieder richtig laufen kann."
Elisabeth hatte sich ganz bestürzt von ihrem Verlobten frei gemacht und eilte die Stufen hinauf und zurück in Hannas Zimmer. Laut aufjchluchzend warf sie sich an den Hals der treuen Alten.
„Ist gar nicht so schlimm, kleine Liese — gar nicht jo schlimm!" tröstete Hanna tapfer. „Ls gibt auch kein Durcheinander morgen, der Friedrich holt seine Schwester, weißt du, die Line, die früher immer in ersten Häusern kochen war. Die richtet alles, daß es keine Störung gibt. Wein' doch nur nicht!"
Aber Tränen waren Elisabeth eine Erlösung. Ihre Nerven sanden dabei die Ruhe wieder. Das Gesicht neben Hannas Kopf auf deren Kisten gelegt, weinte sie fassungslos.
..Es ist wirklich nicht so schlimm, Baroneste!" jagte fjilbertt, der in dem Dunkel einer Fensternische stehend, ein Rezept notiert hatte.
Elisabeth fuhr erschrocken auf. Verlegen sah sie in fein Gesicht, das fast nur Schatten zeigte. Sie wollte die Tränen zurückhalten, aber es ging nicht. Unaufhaltsam rannen sie über ihre Wangen.
(Fortsetzung folgt.)


