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Nr. 56 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Dienstag, 8. März 1927

lebung woh f. Obctrcgi

n>

so ziemlich auf dem vorjährigen

Stande.

Rheinhessen

WSR.

itim Schmidt von

©eine Ti der

Oberhessen.

Landkreis Gictzen.

bringen.

T Allendors a. d. Ld a., 7.

PersvnalauSgaben halten sich mit einigen Ver­schiebungen

erste diesjährige Versammlung hielt ..._____ __

Zmkervereln Lumdatal in der Wirtschaft .Zum Bahnhof" dahier, die vom Vorsitzenden Lehrer S ch m i b t - Kesselbach. geleitet wurde. Vach Erstattung de- Jahresberichtes durch den Vorsitzenden berichtete der Rechner, Beigeord­neter Döll. hier über die Kafseirverhältnisse, die

, äst Herrmann,

«Ziehen, haben ihr« Mitwirkung zugesagt. Der erste Teil des Programms ist dem Andenken 3. ®. Bachs (16551250) gewidmet. Gs werden Weiter Chöre von Hegar, Lurti, Mozart, Abt. MendelSfohn-Bartholdh und Breu vorgetragen. Der Verein steht unter Leitung von Lehrer Stein.

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£ W i e s e ck. 8. März Eine interessante Vorführung fand gestern nachmittag mit der vom ftreit ® iefoen neu angeschassten M o - torfeuerspritze hier statt. Um 3 54 Uhr wurde die Motorspritze von der hiesigen Bürger­meisterei au- alarmiert, bereits nach 12 Minuten war die Spritze auf dem Philosophenplatz zur Stell«. Unter Hinzuziehung einiger Feuerwehr­leute der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr wurde die Spritze nach der Wiefeckbrücke verbracht, wo da- benöt.gte Waller aut der Wieseck gesaugt wurde. S.eben M'.nuten später konnte bereit- die Wasserabgabe crfolaen. Der Uebu len bei Provinzialdirrktor Graes. Obcrregie- rungSrat Dr. Hetz, der Diehencr städtisch« Branddirektor Braubach, der Kreisfeuerwehr- inspekloc Dick ort und der KreiSausschuh. Die Leistungen der Motorspritze waten sehr zufrie­denstellend. ft« dürste bei eventuellen Bränden

nämlich die Durchführung der Feldbereint- gung. Seit einem Zaht wird daran gearbeitet, der Zeitpunkt der Fertigstellung kann noch nicht bestimmt werden. Wenn dies« Ausgabe gelöst ist. wird die Gemeinde an die Erbauung einer Was­serleitung hcrantreten müssen.

Starkenburg.

DSV. Offenbach 7. März. Der Ober­bürgermeister legte derStadlverordnetenversamm- lung den Entwurf beS Haushaltsplan e« für 192 7 vor. Der Adfchlust gestaltet sich, wie in allen gröberen Städten, auch in Osfenbach noch wesentlich ungünstiger. Er zeigt einen unge­be d t c n Fehlbetrag von rund 3 600 000 TU art, wobei die von dem Oberbürgermeister beantragten Sinnahmesteigerungen von ISO 000 Mark aus einer Erhöhung der Krankenhaus- pflegesätze. 188 000 Mark au» der Erhöhung der Dailerpreise usw. bereits berücksichtigt sind. Diese ungünstige Finanzlage findet ihre fast auSschliest- liche Erklärung in dem wesentlichen Anwachsen der Ausgaben für die Wohlfahrtspflege. Da­neben wirken sich noch im wesentlichen die An­forderungen der Schuldenverwaltung aus. Die

Preuhen.

bircib Wetzlar.

Lützellinden, 7. März. Die Ge­meinde Grohen-Linden ist vor kurzem an bie hiesige Gemeinde wegen einer Kostenbe- t eilig un g an einer Drainierunq einer über 100 Meter langen Wegestrecke deS beider­seitigen Grenzwegcö im Flurstück »PilgerSherm" herangetreten. Dieser Weg ist für die Gemeinde Lützellinden insofern von besonderem Interesse. alS er täglich von einer großen Mizahl hiesiger, auf dem Kalkofen und im dabei belegenen Berg­werk beschäftigter Arbeiter benutzt wird, aufar- dem stellt er einen wichtigen Zufahrtsweg zu dem in der Gemarkung Grohen-Linden gelegenen .Markwald" der hiesigen Gemeinde dar. Bei schlechtem Wetter ist der Weg kaum passierbar, ebenso haben die anliegenden Grosten-Lindener Grundstücke stets unter dem hohen Grundwasser­stand zu leiden. Zur gründlichen Abstellung dieser Uebelstände soll das betr. Wegestück gelegentlich deS augenblicklich in der Gemarkung Grostcn- Lmden im Gange befindlichen Zusammenlegungs­verfahrens der Grundstücke trockengelegt und das Grundwasfer durch «inen 30 Meter langen Ab- zugSkanal in den nahen Mühlgraben geleitet werden.

Kreis viedenkopf.

WSA Gladenbach 7. März. Am Sams­tag wurde auf dem hiesigen Bahnhof der Schaffner Ludwig Sohn beim Rangierest überfahren und auf der Stelle getötet. Der Mann ist vermutlich mit dem Fuß in einer Weiche hängen geblieben.

WorckS. 7. März. Bei der Reu- anlage einer Gärtnerei stiest man in D.u nd « rS- heirn in einer Tief« von 60 Zentimeter auf mehrer« alte Tvnkrüg«. Bei vorsichtigem Wciter- araben wurden neben weiteren Tongesästen eine Anzahl Gold- und Silbermünzen. Waf­fen und Perlen aufgefunden. Di« Funde stammen auS der Zeit um 400 vor Christi Geburt. DaS hiesige PaulSmuseum hat die Altertümer angekanft.

T 2 i ch, 7. März. Der hiesige Männer- gesangverein .Läcilia", einer der füh­renden Gesangvereine im Lahntal-Sängerbund und bekannt durch seine alljährl ch ttrieberfebren- den Konzerte, die wegen ihres hohen volks- blldenden Wertes allgemeine Anerkennung fin­den. veranstaltet am 2 0 März sein dies­jährig^ Konzert. Wilhelm der Mainzer Oper und Cell!

Ein Notruf an die Reichsbahn.

gck. Grvhen-Dufeck. 7. März. Obwohl Kreits in einem Artikel auf die ungünstige Lag e der Frühzüge auf der Gt rette Gießen Fulda hingewiesen wurde, sei ge­stattet. £u dieser breite Schichten des Busecker Tales tief berührenden Frage nochmals einige Worte zu sagen, die der allgemeinen Stimmung der Betroffenen Ausdruck geben. Man kann ein­fach nicht begreifen, dah bei wirklich gutem Willen der in Betracht kommenden Behörden das nicht möglich fein sollte, was vor dem Kriege gerne getan wurde, um bie Ge­sundheit der Heranwachsenden Jugend nicht un- noi'fl zu gefährden. 3m vergangenen Jahre wurde ein« AeichsgesundheitSwvche ver­anstaltet, und hier sollte eS für eine ReichS- behorde nicht möglich fein, durch passende Zug­verbindung einen Teil des damals geäußerten guten Willens und der vielen schönen Worte in die Tat umzusehen? Rach dem schlimmen Aus­gang des Krieges hat man oft gehört, dah fast das einzige Deutschland gebliebene Gut df« deutsche Jugend sei. Und hier kann nicht ^rhutet werden, dah mit der Gesundheit eines TeueS dieses Gutes Raubbau getrieben wird wem» die Jugendlichen um 5 Uhr morgens und noch früher auti dem ihnen fo not­wendigen Schlaf gerissen werden müssen? Man hat gesagt dah bas Land der Jungbrunnen der Stadt fei, und hier stellt man die GesuncHeit vieler Landfugend auf eine harte Probe, derselben Jugend, die später einmal als Arbeiter, An­gestellte, Handwerker, Dienstpersonal, Beamte usw. in die Stadt übersiedelt. Man veranstaltet Reichsjugend wvhlfahrtsta gung en bei denen auf berufenem Munde Berufenen auS Stadt und Land mit tiefem Ernst die ungeheuere Verantwortung bei der Erziehung der Heran­wachsenden Jugend vor Augen gestellt wird, Und hier zwingt man Jugendliche, aus gesundem Schlaf herausgerissen. 85 Minuten auf den £ct 9 cin n, 6 c n *e r r i 61 8 zu warten,

feöt sie inzwischen körperlichen und seelischen Sefahren aus und erwartet nachher dieselbe

+ Lich, 7. März. Der zwischen der oerlanger- ten Lahnhofstrahe und der Langsdorfer Strabe süh- rend« Weg, der (ogenannte .Hohle W eg", der die Geleise der Odnhdufer und Grünberger Eisenbahn­linie schneidet, wird zur Zeit zur festen Straße auwebauL Die Ausführung dieser arbeiten ist sehr zu begrüben, zumal dieser Weg als Zufahrweg zur neuen Verladerampe des Bahnhofs starkem Fuhr- werksoerkehr ausgesetzt Ift

i Beltershain, 7. März. Dt« Feld- berelnigung ist bei uns zu Ende geführt. 3m Winter konnte man überall im Feld ge- schätiigeS Treiben beobachten. Der milde Winter kam den Landwirten sehr zugute. Mil Schippe und Kreuzhacke zogen sie täglich hinaus in die neuen Felder, um Hecken und Rain«, di« oft kreuz und quer die neuen Grundstücke durch­ziehen, zu toben. Wenn auch das Verschwinden Der Hecken alS Ristgelegenheit für die Vögel sehr zu bedauern ist, so ist dies für den Land­wirt doch eine Qlottoenbigfeit, denn die Hecken und Raine mm vH en der Grundstücke kann der Landmann nicht gebrauchen. Der Sommer 1927 wird die erste Ernte auf den neuen Grundstücken

alS gut zu bezeichnen find: schloß daS 3ahr 1926 bei 30 Mitgliedern doch mit einem Ueberschus) von 42 Mark ab. Vs wurde beschlossen, für 1927 bas .Archiv für Dienenkunde" zu abonnieren. Die Bestellungen auf daS neue DerernSglaS sind bei dem Vorsitzenden anzumelden. Die Vereins- Werbemittel werden auf der nächsten Versamm­lung im Mai verteilt werden. Zum Schriftführer wurde Lehrer W e i s«l - Rüddingshausen. zum Abgeordneten zur Vertreterversammlung am 3. Ostertag in (Sieben Lehrer Stöhr - Londorf ernannt. Pfarrer Büchner-Treis berichtete kurz über die Ausschuhsitzung. die am 13. Rovbr. In Hungen stattgefunden hatte. Darauf wurde des längeren nach eingehenden Ausführungen deS Vorsitzenden über die Pflege der Dienen im März berichtet.

Kreis Büdingen.

y. Bad-Salzhausen, 7. März. Hier wurde gestern nachmittag die von Kreismedi­zinalrat Dr. Balser dahier gegründete neue Äugendherberge «ingeweiht. Zu der Feier waren bie 3ugenbt»ereine ton Friebberg sehr zahlreich vertreten und zogen mit ihren Wim­peln geschlossen zur neuen Herberge. Rach dem Gesang eines frischen Wanderliedes fcielt Dr. Balser eine herzliche Begrüßungsansprache, worauf bie Weihere7>e von Pfarrer Köhler in Ridda folgte. Gerne übernahm er den Vorsitz über das geweihte Heim und wünscht« ihm recht viele Freunde, bie zu seinem weiteren Ausbau

stellte Generalkulturplan beS Dogelsber- geS. Gebanken und Vorschläge, die Staatsrat Dr. Weber- KonradSdorf zu verdanken sind, s. Zt. leider nicht feine Verwirklichung gefunden hat. bab aber die allen Pläne unbedingt ausgegriffen und durchgcsührt werden müllen, wenn der Vo­gelsberg wirtschaftlich sich erhalten und vorwärts kommen will. Der Vogelsberg dem Vogelsberger Vieh! Mehr Drüniand. mehr Weide! Kein Ge­treidebau! Mehr Viehzucht! das sind kurz gesagt die dem Vogelsberg so iwtuxitfigen Belange und Forderungen

)( Ruppertsburg. 7. März. Zu den reizendsten Plätzchen unserer an Raturichönheitsn aubcrrrbcntlidj reichen Gemarkung gehört daS fogenannte .Alte Gericht" an dem Fuhwege von hier nach Laubach. Hier, oder wenigstens ganz m unmittelbarer Rühe, war die Frei- gerichtSstätte der Grafschaft Laubach. Der Rame des angrenzenden Gewanns ist .Galgen­berg". Auf feinem höchsten Punkte, bereit» im Laubacher Gebiet, stand der Galgen. Vom .Alten Gericht", einem lauschigen Waldeck, genieht man einen herrlichen Blick aus Ruppertsburg und bi« Wetterau. Sine vom D. H. E. ausgestellte Ruhe­bank läd zum Rasten em. Sie war seither über­schattet von vier mächtigen, uralten Buchen. Zwei berfeiben, und zwar bie stärksten unb schönsten, waren seit einigen 3ahren abgestorben und faul geworben, so das) sie nun zum groben Leidwesen der Ratur- und Heimatfreunde gefällt werden muhten, da sie unmittelbar am Fahrwege standen.

Kreis Alsfeld.

** AlSfeld. 7. März. Am Sonntag fand der Stern st afettenritt Südwest - deutschland mit dem Endpunkt Alsfeld statt, der den Umkreis um Wiesbaden. Kassel, Fulda. Melsungen. Bebra. Lauterbach. Schlitz um- fabte. älm 3 Uhr waren alle Stafetten einge­troffen unb die Veranstaltung war. wie der Leiter Graf von Bredow. Altenburg. in seiner Ansprache erklärte, genau nach dem Plan verlaufen. Aus dem städttschen Festplatz führte der Reiterverein Alsfeld eine sehr gut gelungene und flott gerittene Quadrille vor. bie lebhaften Beifall fand. RamenS der Stadt Alsfeld begrubte Bürgermeister Dr. Völling die Teilnehmer und Gäste der Veranstaltung, wobei er feiner Freud« unb dem Danke Ausdruck verlieh, bab man die Stadt AlSfeld zum End­punkt deS Stafettenrittes ausersehen habe. Als­dann folgte die Reiterprüfung deS Rei­tervereins, wobei daS Hürdenspringen be­sonderes Interesse fand. Die Wertung sand durch Oberst Grimmer vom Fuldaer Reichs­wehr Artillerie - Regiment und Oberst auher Dienst Bleibt reu statt. Die Preisverteilnng erfolgte im .Deutschen Hause", woran sich ein geselliges Zusammensein anschloh. Das am Sonntagabend auf Veranlassung des Vereins ehemaliger 116er AlSfeld und Umgebung im groben Saale des .Deutschen Hauses" veranstal­tete Militärkonzert der Kapelle der Siebener Reichswehr unter Leitung von Obermufifmeifter 26 b er erfreute sich eines sehr guten Besuches: der geräumige Saal war bis aus den letzten Platz besetzt. Die hervorragenden musikallschen Leistungen der Gicftener Kapelle fanden ein begeistertes Publikum, daS stürmischen Beifall fbenbete, so daß sich Herr Löber zu wiederholten Zugaben erüschlieb'm muhte. San- besonderen Beifall fand daS grobe militärische Tongemälde von A Sarv, das den Schlich des Programms bildete.

L Ruppertenrod. 7. März. Augen­blicklich ist der Bauunternehmer H. Kell II. von Ober-Ohmen damit beschäftigt, die in der Ge­markung Ober-Ohmen liegenden Quellen für bie hiesig« Wasserleitung zu fassen. Die von dem Besitzer der Luchmühle erworbenen Quellen waren nicht stark genug, um bie nötige Wassermenge zu liefern. Hnfcre Gemeinde erwarb deshalb noch von dem Besitzer eines Rachdar- «undstückes H. Erbes eine sehr ergiebige Quelle. Diese sprudelte seither schon sehr stark. Die in der Rähe auf dem Feld« tätigen Leute Hollen sich dort im Sommer einen kühlen Trunk, denn das Wasser zeichnete sich durch ganz beson­dere Kühle und Würze aus. Die so vereinigten Quellen liefern drei Sekundenliter, mithin in der Stunde rund 11, an einem Tage 264 Kubikmeter. DaS ist eine Menge, bie allen Erfordernissen unserer Gemeinde gerecht werden dürfte. Denn die Arbeiten zur Fassung der Quellen beendet sind, wird mit der Legung der drei Kilometer langen Rohrleitung begonnen werden. In den letzten Wochen hat der Automobilverkehr, begünstigt durch die milde Witterung, sehr zu- genommen. Beide ©traben, sowohl die nach Als­feld. wie die nach Ulrichstein, sind sehr von Automobilen belebt. Stündlich fahren oft meh­rere Dutzend Autos durch unser Dorf.

Krcis Lauterbach.

la. AngerSbach, 7. März. Kurz nach Dem Krieg, als die Beleuchtungsmittel so schwer zu beschaffen waren und die Versorgung mit elektri­schem Licht durch die Ueberlandzentral« noch nicht in Aussicht stand, ging unsere Gemeinde daran, ein eigeneS Kraftwerk zu schaffen. Unter­halb Lauterbach wurde die Lauter abgeleitet, bis in die Räh« der Riedeselschen Ziegelei. Hier steht das Kraftwerk, aus dem sich die Gemeinde schon seit Zähren mit Strom versorgt. Die Anlage de- währt sich in jeder Beziehung gut. DaS Licht brennt sehr hell, und der Strom kann weit billiger geliefert werden als durch die Ueber- landzentrale. Den Kraftüberschuh verkauft die Gemeinde an das staatliche Werk. Aus diese Weise wird jedes Jahr ein bedeutender Ueberschuh erzielt, der der Gemeindekasse zugute kommt. 3m vergangenen Jahr betrug der Ueberschuh 6000 Mk. Zur Zeit Hal der Gemeinde- vorstand eine andere wichtige Aufgabe zu lösen.

stet» eifrig mithelsen möchten. Rach dem Gesang eines ansprechenden Liedes der Wandergruppen fand eine Berichtigung der einfach, aber behaglich eingerichteten Achime statt, deren Verwaltung dem Pächter der Hofreitt O. Wildhack über­tragen ist. Die meisten Teilnehmer an der Feier versammelten sich hierauf zu einem gemütlichen Rachmittag im Saale des Beigeordneten Schulz. Die 3ug end vereine führten auf den Parkwiefen Spiele und Reigen auf und ernteten damit bei den zahlreichen Zuschauern groben Beifall. Be­dauert wurde allgemein, dab Dr. Balser bald unseren Badeort verlassen und nach Alsfeld über­siedeln wird.

*! * Echzell, 7. März. Dieser Tage ver­unglückte der hies.ge Landwirt Heinrich A l - ter, der von Berstadt gebürtig ist. dadurch, dab er beim Holzabladen von einem Baumstamm ge­troffen wurde und schwere Quetschungen an HalS und Brust baoonlrug. Trotzdem er sich noch zu Fub in seine Wohnung begeben konnte, verschlimmerte sich sein Zustand so. dab er am Freitag ins Friedberger KraickenhauS gebracht werden muhte, wo er noch am Rachmittag starb. Alter, der schon seit 1913 verwitwet ist. hinter- läßt einen Sohn von 17 Zähren. Mit dem Frühling regt sich auch hier die Bautätig­keit. Am RordauSgang deS Dorfes toerben zwei Wohnhäuser gebaut; daS von der Ge­meinde errichtete HauS. daS mehreren Famllien Raum bietet, wird in diesem 3ahre vollendet. So wird auch die hier herrschende Wohnungsnot gelindert und die Arbeitslosigkeit vermindert.

d Rieder-Mockstadt, 7. März. In unserer Gemeinde tritt der seltene Fall ein, daß unser« bei- den definitiv angestellten Lehrer uns demnächst verlassen und andere Schulstellen übernehmen. Lehrer Kraft, der seit 1913 hier an- gestellt ift, erhält auf seinen Wunsch eine Schulftelle in Büdingen und Herr K a u s, der seit 1920 Wer amtiert, eine solche in Rodheim v. d. Höhe Beide Lehrer gehen nur im Interesse ihrer Kinder, die jetzt höhere Schulen besuchen müssen, von hier weg, demi der tägliche Weg zur Station Ranstadt (vier Kilometer) wäre zu anstrengend, ja im Winter manchmal unmöglich. Di« Gemeind« sicht beide Leh. rer nur ungern scheiden, da sie Tüchtiges in der Schule geleistet haben. Lehrer Kraft war auch noch Rechner der Genoflenschafiskasse.

H Dindsachsen. 7. März. Da vielen Ein­wohnern unseres Ortes kein gutes Trinkwasser -ur Verfügung steht, wurde das Verlangen nach einer Wasserleitung immer dringender. Zu­folge einer von vielen Bürgern unterzeichneten Eingabe hielt der Gemeinderat am Samstag­abend eine Gemeindeversammlung ab. worin diese Sache besprochen wurde. Die vor­herrschende Meinung war. dab das Bedürfnis nach gutem Trinkwasser die Bedenken wegen der Kosten zurückdrängen mühte (zumal die Gemeinde einen groben Waldbesih hat): in der Abstimmung sprachen sich etwa dreiviertel der Anwesenden für die Einrichtung auS. die also nunmehr wohl in Angriff genommen werden wird, vielleicht in Gemeinschaft mit unserer Rachbargemeinde Gelnhaar. Für die Lieferung deS Wassers kommen hauptsächlich die unterhalb des Ortes Im Wald« In der Rähe des Wvlfsbaches gelegene reichen Quellen in Frage. Auch die DurcAührung der Feldbereinigung ist seit vorigem Herbst in Angriff genommen worden.

KreiS Schotte».

I S ch o t t e n, 7. März. Am Sonntag fand hier in der Turnhalle bie Delegiertenver­sammlung der Vereine statt, die sich an dem groben Sängerfest in Schotten beteiligen, das am 25., 26. und 27. Zuni hier in Verbindung mit der 90jährigen Gründungsfeier des hiesigen Turn- und Gesangvereins festlich begangen wird. 2lach Degrübungsansprachen seitens des Bürger­meisters Menget und des Vorsitzenden des Turnvereins, Z e s ch k h, begannen die eingehenden Beratungen über bie Abhaltung des Wett- gesangeS. Angemeldet sind 35 Vereine mit über 1200 Sängern, bie nach schwierigen Verhand- lungen in bie einzelnen Klassen je nach Stärke eingeteilt würben. Zirka 2000 Mk. stehen an Gelbpreisen zur Verfügung, baneben kommen wertvolle Kunstgegenstände und Ehrendiplome zur Verteilung. Für ausreichende Säle unb Räume, in denen baS Singen stattfinbet, ist hinreichenb ge­sorgt. Die Turnhalle wird burch die neuangebaute neue Turnhalle und einen eigens geschaffenen Singsaal wesentlich ertoeiten. Den Anmeldungen nach verspricht der Gesangswettstreit auberorbent» lich besucht zu werden, die Vorbereitungen zu dem Fest sind im vollsten Gange.

Schotten. 7. März. »Di« Zukunft der Landwirtschaft im Vogelsberg und dessen Bedeu- tung als landwirtschaftliches Kulturland", unter diesem Motto hatte die Landwirtschafts­kammer zu mehreren Versammlungen im Vo­gelsbergs darunter zu einer solchen am 4. März in der Turnhalle zu Schotten, eingeladen. Weit­her waren die interessierten Lanowirte zusammen­gekommen, um die interessanten Vorträge mit- anzuhöten. Rach Degrübungsansprachen des Prä­sidenten der LanbwirtschaftSkammer Hensel und deS KreiSdirektor Geh. Rat Doeckmann hielten die Referenten ihre Vorträge, und zwar Daurat Thaler über »moderne Stallbauweile", Direk­tor Dr. Hamann über »Die zukünftige Gestal­tung der landwirtschaftlichen Detriebsverhältnisse im Vogelsberg", Generalsekretär Dr. Wagner über »Der Aufbau der Viehzucht im Vogelsberg", Kullurbauoberinspektor Kunz, Lauterbach übet zDie Feldbereinigung als Grundlage der im Vogelsberg notwendigen Meliorationen" und Ab­teilungsvorsteher Dt. Finget. Darmstadt über »Die Technll der Weidewirtschaft im Vogelsberg'. Eine eingehende Diskussion, an der sich viele praktische Landwirte beteiligten, schloh sich an. □Ilan gewann aus der ganzen Verhandlung den Eindruck, dah der schon vor 30 Zähren aufge-

auch in weiter entlegenen Orten des Kre ses eine wirksam« Unterstützung der örtlichen Wehren be­deuten. Jedenfalls mub dankbar anerkannt wer­ben, dah auch sef-enS des KreiseS alles geschieht, um Leben und Eigentum seiner Bewohner zu schützen, und in dieser Beziehung war die An­schaffung bet Motorspritze seitens des Kreises eine gute Tat.

® rün Ingen , 7. März Heute nachmittag gegen 3 Uhr brach in der Scheune b«S Land­wirt- Christian Fatz IV Feuer auS, dem die Scheuet samt den darin geborgenen Heu- unb Strohvorräten xum Opfer fiel. Di« lanbtoirt- schafllichen Maschinen konnten rechtzeitig in Si­cherheit gebracht werden. Den tatkräftigen und zweckdienlichen Masrnahmen der hiesigen Feuer­wehr getana «S, die Flammen auf ihren Herd zu beschränken und daS nur kurze Zeit gefäht- bete WohnhauS mit den übrigen Gebäuden zu erhalten. Die zur Hllf« herbeigeeilte Holzheimer 'Feuerwehr brauchte nicht mehr in Tätigkeit zu treten.