hier in Berlin durch eine Versammlung berühmter Forscher aus aller Herren Länder unter Vorsitz von Fridtjof hänfen begründet worden ist. hat sich diese Aufgabe gestellt.
Zwar war inzwischen auch das Heinere und billigere Flugzeug so weit entwickelt worden, daß auch dies für Entdeckungsflüge in der Arktis in Frage kam: und es ist auch bereits vraltisch dafür in Anspruch genommen worden. Der Leser erinnert sich, daß kein geringerer als der Entdecker des Südpols, Amu n d s e n, daraus seine Hoffnung gesetzt hatte, auch den Aordpol zu erreichen. Aber gerade die aufregend? Flugzeug- fahrt dieses Forschers vor etwa zwei Fahren hat erwiese?!. dah einstweilen dies Hilfsmittel doch zur Polarforschung noch nicht reif sein dürfte. Mit genauer Aot nur, fast wie durch ein Wunder, hat Amundfen seine aufs höchste gefährdet? Expedition wieder zurücksühren können, und der Forschungsertrag, der von der Welt mit so viel Spannung verfolgten Reise ist lehr gering gewesen.
Ohne Frage wird da» Luftschiff dem Flugzeug in wichtigen Dingen hier überlegen sein. Seine Flugdauer ist wegen der größeren Tragfähigkeit für Betriebsstoffe ungleich ausgedehnter, und damit sein ..Aktionsradius" größer. Es kann auch viel länger ohne Zwischenlandung fliegen. Gerade das Landen auf dem Eise ist für das Flugzeug, wie Amundsens Fahrt gelehrt hat, so außerordentlich gefahrvoll. Aun sind aber Landungen durchaus erwünscht, weil sie viel
mehr Bevbachtungsmöglichleiten für Eisforschungen, Meeresstudien, Tiefenlotungen usw. geben. Auch diese kann das Luftschiff bei gleich gutem Wetter viel gefahrloser ausführen, als das Flugzeug. da es sich senkrecht erheben kann. Ferner kann das Luftschiff einen viel größeren Stab von Beobachtern und eine viel reichere Ausstattung an Instrumenten und sonstigen Reisehilfsmitteln mitführen. Es kann also auch unter günstigeren Bedingungen der Ablösung über frischere Deob- achterkräfte verfügen. Für die Orientierung während der Fahri, für photogrammetrische Aufnahmen von Bord aus und vieles andere bietet das größere und stetiger fahrende Luftschiff weit bessere Borbedingungen Kurz, es ist einstweilen für diese Forschungen weitaus das überlegnere Fahrzeug.
Deshalb hat sich diese Studieiigesellschast zum Boriämpfer des Planes gemacht, in Friedrichs- Hafen einen hnreichend großen „Zeppelin" bauen zu lassen, der später großen BerkehrSuntemehmungen aus dem kürzesten Wege über das Polargebiet hinweg nach Ostasien und Aordwestamerika dienen, vorher aber Entdeckungsfahrten rein wissenschaftlicher Art im Aordpol- gebiet aussühren soll. Hoffen wir. daß die Der- wirilichung dieses stolzen und so schönen Planes gelingt, zum Angedenken an unseren Grafen Zeppelin. zur Weiterentwicklung der von ihm hinterlassenen Flugschiff-Bauwerke in Friedrichshafen und zur neuen Ehre des deutschen Aamens
Turnen, Sport und Spiel.
(Bau Hessen, 2 Bezirk der D. T.
Am Sonntag wurde in Heuchelheim das übliche Winter-Geräte-Wetturnen des zweiten Bezirkes (Gießen—Wetzlar—Grünberg) unter Leitung von Bezirksturnwart Paul Schüler (Wetzlar- ausgetragen. Die Beteiligung war außerordentlich rege, besonder- stellten die Landvereine eine große Anzahl von Wetturnern, die bewiesen, daß gerade das Geräteturnen in ihren 'Reißen eine gute Pflegestätte hat.
Aach einer anregend verlaufenen namp, - richtersihung übernahm der 2. Bezirisiurnwari KarlErb (Gießen) die Einteilung in 15 Riegen. Aus dem Stab von Kampfrichtern wurden die Turner Heinrich Schneider (Wetzlar), Karl Müller (Gießen), Wilhelm Weiß (Grohen- Linden) und Ludwig H e b st r e i 1 (Gießen) als Obleute bestimmt, eine Anordnung Di-' sich sehr bewährt hat und für die Folge wohl zu einer dauernden Einrichtung werden wird
Bezirksvertreter Wilhelm Erle (Gießen) begrüßte seine Turner und legte in kurzen Worten Zweck und Ziel der Beranstaltung dar. Anschließend würdigte er das Geräteturnen als eine Schule des Willsns. der Ausdauer und Beharrlichkeit, aber noch größere Werte wohnen ihm inne, indem es zu Mut, Entschlossenheit, Geistesgegenwart und bewußter Zielstrebigkeit den jungen Menschen erzieht. Dem Turner vorgerückteren Alters aber birgt es eine große Fülle von Formenreichtum, Die unter geschulter Korper- beherrschung in schöpferischer Weise vermehrt werden können, dem Sinnet und Erdenket zur Lust und Freude. In diesem Sinne betrachtet, wird sich das Geräteturnen stets feinen hervorragenden Platz unter Den Leibesübungen zu wahren und behaupten wissen
Unter anerkennenswerter Ordnung wickelte sich das Wetturnen bet vier Alterstufen — Turnerstuse, Iugendvbet- und Jugendunterstufe und Schülerstufe — ab. Die Leistungen standen auf recht erfreulicher Höhe, zumal eine Bestimmung des Gaues sämtlichen Oberstufesicgem bet einem Vouturnfest die Teilnahme an dieser Deranstal- tung nicht gestattet, vielmehr ist dem Aachwuchs Gelegenheit geboten, zu zeigen, wie es um ihn bestellt ist. Er hat die Probe bestanden und gibt zu berechtigten Hoffnungen bezüglich seiner (SnU Wicklung Anlaß
Die ersten Sieger der einzelnen Stufen sind folgende
Turnerstuse: 35 Teilnehmer 22Sieger L - Sieger Eduard Haber. Tv. Krofdorf, 163 Punkte. 2. Franz Reuschling Tv Heuchelheim und Willy Strauch, Mtv. Gießen, je 152 Punkte. 3. Heinrich Mehl, Tv. Großen-Linden. 151 P
Jugend-Oberstufe: 35 Teilnehmer, 29 Sieger. 1. Sieg Albert Leun, Tv. Großen-Lindeu und Karl Leinweber, Tv. Treis a. d. Lda,. je 162 P. 2. Karl Dori, Ww. Gießen und Alberi
Würtz. Tv. Xtoidors je 161 P 3. Karl Marr Tv 46 Gießen, 156 P
Jugend-Unter stufe: 53 Teilnehmer, 49 Sieger. 1. Sieger Fritz Spuck. Mtv. Gießen. 123 P. 2. Willi Hcdderich, Tv. Aieder-Girmes. 121 P. 3. Otto Leinweber, Tv. 46 Gießen. Karl Schlicht. Tv. Aieder-Girmes und Richard Strand). Mtv. Gießen, je 119 P
Schülerstuse. 140 Teilnehmer. 90 Sieger. 1. Gerhard Metz, Mtv. Gießen, 123 P 2. Oskar Hedderich. Tv. Aieder-Girmes, 120 P 3. Fritz Werner, Tv. 1846 Gießen, 118 P
Gesa.ntbeteiligung: 263 190 Sieger 73 Richt- sieget
Zu einem geselligen Zusammensein, bei dem in erster Linie turnerische Darbietungen gezeigt wurden. hatten sich am Aachmittag die auswärtigen Sumer mit ihren Heuchelheimer Gastgebern versammelt. Die Jugendriegen folgender Vereine hatten sich durch je eine turnerische Borführung in Den Dienst der guten Sache gestellt. Es turnten: Turnverein Treis an der Lumda, Turnverein Hermannstrin, Turnverein Krofdorf, Turnverein Aaubvrn und die beiden Gießener Turnvereine (Männerturnverein und Turnverein 1846). Die Darbietungen der Zugendturner wurden herrlich ergänzt Durd) Die besten Turner des Deziris, die I zu einer Bezirksrieae zusammengestellt waren. Mit dieser Art Der Tumfolge sollte einem zweifachen Zwecke gedient werden: es sollte gezeigt werden, in welcher Richtung die turnerische Arbeit bei Den Jugendlichen eingestellt fein soll, insbesondere wie die Steuerungen auf Den verschiedenen Gebieten in praktische Arbeit umgesetzt wird. Es soll aber für Die Turnsache geworben werden, und wenn dabei die Zuschauer noch gut unterhalten werden. Dann ist das ein Vorteil, der so mit unterflieht Zusammenfassend kann mit Fug und Recht gesagt werden, daß das diesjährige I Wintergeräte-Wetturnen seinen Zweck voll und ganz erreicht hat. und zwar durch Die gute Beteiligung, durch Die guten Leistungen, durch die gute Vorbereitung und durch die gute Leitung (ein Verdienst des D^iristurnwartes Der Obleute und Der Kampfrichter). Allen. Die Durch tatkräftige Mithilfe das Wini er-Geräte-Wett- turnen Durchführen halfen insbesondere Dem Heuchelheimer Turnverein, gebührt Anerkennung und Dank.
Tie Hietzenei Tttrncrfchast aus dem Geräteturnen des 2. Bezirkes.
Da es zu weit fuhren würde, eine vollständige Siegeriiste dieser Veranstaltung zu bringen, seien nur die Erfolge Der beiden GießenerTnrn- vereine näher hier angeführt
Hlännerturnbtrein:
Turnerstuse: Willi Strauch 152 P., 2 Sieg.
Iugcn Dover stufe. Karl Don. 2. Sieg. 161 Punkte: Kurt Horehseck, 4. S. 154 P: Erich Sehb. 6. S., 142 P.; Hemrich Mosbach 10. ©.. 137 P.: Rudolf Stille, 17. S 125 P Kurt Pfeiffer 18. ©., 124 Punkte.
Jugend-Hnter stufe: Fritz Spuck. 1.2.. 123 P.; Rich. Strauch, 3. S., 119 P ®g. Schwan. 5. E. 116 P.; Hans Bürck. 6. S.. 115 P. Wer- ner Loh, 7. S.. 114 P.: Zerd. Stremmel. 11. S.. 110 P.; Ludw Stein. 12. S.. 109 P Karl Schäfer 14. S.. 107 P., Willi Sonntag, 16 S.. 105 P Rich. Ritz, 18. S.. 103 P Emst Klingelmeyer 25. 2., 96 Punkte
Schüler stufe: Gerhard Metz. 1. S.. 123 Punkte: Ludw Loy, 8. S.. 109 P: Willi Becker, 10. S., 107 P.; Walter Paulus 14. S.. 103 P.; Willi Jakob, 17. S.. 100 P.: Heinrich Krüger, 18. S.. 99 P.. Karl Sonntag, 19. S.. 98 P.: Kurt Schwan. 19. 2., 98 P : Kari Denwer. 20 S 97 P.; Hermann Marth. 23. 2. 94 P.
Turnverein 1846.
Zurnerftlife. Rudolf Paul. 136 P 7.
Sieg: Walter Loh, 136 Punkte, 7. Sieg
Jugend-Oberstufe Karl Marr. 3. 2.. 156 P., Wilhelm Wagner, 5. S.. 148 P.. Aug Schott, 5. S.. 148 P.: Karl Schick, 6. S.. 142 P Wilhelm Heririch. 11. S.. 134 Punkte.
Jugend-Hnlerst ufc: O. Leinweber, 3. Sieg, 119 P.: Wilhelm Straub, 4. 2., 117 P.. Kurt Sänger, 7. S.. 114 P.: Ludw Vogt 8. S. 113 P.; Kurt Becker, 20. Sieg, 101 Punkte.
Schülerstusc: Fritz Werner, 3. S.. 118 Punkte: Hermann Preiß, 5. S., 113 P.: Max Hardt. 3. S.. 109 P. Otto Kern, 8. S.. 109
Punkte: Heini Schlamp, 16. E 101 P.. Zriedr.
Brück, 17. S. 100 P.: Willi Ellermeier. 17.
Sieg, 100 P.; Joseph Döbus. 19 S., 99 P.:
Ernst Faulstich, 21. S.. 96 P.: Karl Habicht, 21. Sieg, 96 P.: Willi Habicht 24. E., 93 Punkte Außerdem turnte die Jugendriege des T. B. 1846 am Pferd mit vorgelegtem Federsprungbrett, Die Jugendriege des M. T. V. zeigte neugeitlidje Stabübun^en. Beide Dorsüh- rungen wurden sehr beifällig ausgenommen.
Gerätewetturnen des 5. Bezirks im Turngau Hessen (D. T.) bpw. Lang-Göns. 6. März. Der 5 Bezirk im Turngau Hessen hielt beute hier sein Gerätewetturnen ah. das den Auftakt zu den diesjährigen Wettkampiveranftaltungen bildete. Der hiesige Turnverein hatte die Borbereitungen mustergültig getroffen, so daß unter Leitung der Beziristurnwarte Hartmann (Dad- Aauheim) und Lang (Lcmg-GönS) ein reibungsloser Verlauf des Turnens gewährleistet war. Geturnt wurde in verschiedenen Stufen. Für die aktiven Turner und die JugenDturnor-Obersluio war ein aus Geräteübungen und einer Pflichtfreiübung zusammengesetzter Aeun-Kampf. für die Jugendunterstnfe und die Schüler ein entsprechender Sieben-Kamps vorgeschrieben. Die Leistungen waren durchweg gut und zeugten von fleißiger Winterarbeit in Den meisten Vereinen des Bezirks. Sechs Vereine hatten nicht gemeldet. Darunter Birklar, Holzheim und Kirchgöns. Die Gauleitung war Durch Redakteur Schneider (Butzbach) vertreten.
Die Siegerverkündigung wurde durch eine Ansprache des DezirwvertreterS. Studietrrat Schuchmann (Friedberg), eingeleitet. Er sand herzliche Worte des Danke« für den Tv. Lang- Göns und die turnfreundliche Bevölkerung unseres OrieS, die — wie so oft auch heute wieder in vorbildlicher Weise Den auswärtigen Turnern Gastfreundschafl erwiesen. Dank galt auch Den Kampfrichtern für ihre Mühewaltung und Den Wetturnern für ihr gutes Verhalten vor und nach dem Turnen. Da- mit verband der Bezirisverireter den Wunsch, daß fick) die Turner in gleicher Weise auch bei den weiteren Veranstaltungen im- Bezirk, Gau und Kreis als echte deutsche Turner zeigen möchten.
Ein eindrucksvolles Schauturnen, das dem größten Interesse der zahlreichen Zuschauer begegnete, schloß sich an. Es zeigt, daß der Bezirk über eine recht leistungsfähige Derberiege verfügt. Den meisten Turnern des Bezirks war dabei erstmalig die Gelegenheit geboten, sich cm den prachtvollen Leistungen des Turnlehrers Sinnwell (Dad-Aauheim) zu erfreuen, der bekanntlich zu den besten deutschen Geräteiurnern gehört imb als solcher in Der Amerikariege Der D. T. im vergangenen Jahre mitturnte.
Aachfolgender Auszug aus Der Siegerliste gibt in jeder Stufe die drei ersten Sieger bekannt
und im weiteren Die Aamen der Preisträger aus den im Kreise Gießen gelegenen Bezirks- Vereinen :
Aktive Turner (30 Bewerber. 28 Sieger): 1. Sieg P. Bolz. Tgm. Friedberg, 161 Punkte: 2. E. Dietz. Tv. Griedel. 156 P: 3 D Waldfchmidt. Tv. 1860 Bad-Aauheim. 154 P. 9. W Krausch. To. Muschenheim. 135 P. 16 Rudolf Kuhl. Tv. Sb er stodl. 124 P.; 18. H. Euler. Tv. Grün in gen. 121 P.: 19. R Schwarz, Tv. Muschenheim. 120 P.
Jugendturner-Ober stufe >22 Bewerber. 18 Sieger): 1. L. Müller Tv. Griedel. 150 P., 2. O. Ary. Tv. Lang-Göns. H. De- chent, Tgm. Friedberg. 147 P.; 3. W. Dern, Tv. Lang-Göns, 143 P.; 4. E Weil. Tv. Muschenheim, 141 P.: 10. E. Galch.' Tv Muschenheim. 128 P.
3ugcnbturner-llnterftufe (41 Bewerber. 28 Sieger): 1. L. Belte T. u. Spielvg Aufbauschule Friedberg. 120 !>.. 2. Pb Schlamp T. u. Spielvg Ausbauschule Friedberg 117 P. 3. R. Dreier. To. Lang - Göns 112 P . 10. K Reitschmidt. Tv. Eberstadk KM P.: 13. K Dah. Tv. Lang-Göns, 98 P 14 R Müll Tv. Lana-Göns. 97 P.
Schüler (135 Bewerber. 120 Sieger, 1. Erwin Müll. Tv. Lang-Göns. 12f* 2 S
Stübner, Tv. 1860 Bad-Aauheim. 121 P. 3. <5 Aold. Tgm. Friedberg. 120 P.: 5. G Hofmann, Tv. Grün in gen. 118 P.: 6. Willi Artz. Tv Lang-Göns. 117 P. 9 O Sommer. Tv
Lang-Göns. 114 P.: 11 Aug Weil Tv
Lang-Göns, 110 P.. 12. K Bingel. Tv
Grün in gen. 109 P.: 14. Hch Marsteller Tv Grüningen, A. Jäger. Tv. Grün in gen 107 P: 17. O. Dender. Tv. Grüningen 104 P.: 18. Hch. Kaub Tv. Grüningen. 2 Ruth. Tv. Lang-Göns. 103 P. 19. 0 Buß Tv. Grüningen. 102 P 20. 0 Fuchs, Tv Lang-Göns, 101 P. 21. W Beppler Tv Lang-Göns, 100 P.: 22. A. Bergf. Tv Lang-Göns. 99 P.: 23. E. Reusch Tv. L a n g- G ö n s, 98 P.: 25. W Zart. Tv. Lang-Göns. 96 P.; 26. W Faber. Tv. Lang-Göns R Wenzel, Tv. Lang-Göns. 95 P
©au Hessen. 1. Brzirk D. T.
][ Marburg, 6. März. Der heutige W i n- tergerätewettkampf des 1 Bezirkes im Turngau Hessen (D. T.) zeitigte bei etwa 200 Tellnehmern folgende Hauptergebnisse
Aktive Turner 1. H Lang Turngem 1885 Marburg 162 P.. 2. A Eberspacher Turn- genteinbe 1885 Marburg 158 P 3. H Goll. T. it Sp.-V. 1860 Marburg
J ug.-O ber stufe: 1. A. Ahrens. Turngem 1885 Marburg. 168 P.: 2. G. Kühn, T. u. Sp.-V 1860 Marburg. 160 P 3 W Fink, T. u. Ep -V 1860 Marburg
Jug.-Unterstufe: 1. O Eyriax. Tv Biedenkopf, 127 P; 2. A. Wagner, Tv Marbach 116 P.: 3. K. Clemen. T. u. Sp -Tv 1860 Marburg
Schäl erstuke 1 K. Fink, T. u Sp.-V 1860 Marburg 2. H. Roh. Turngem 1885 Marburg
Turner-Fechten.
vorsechter-Lehrgang des Mitlelrheiukretfe».
bpw. Bad-Aauheim. 6. März. In der Turnhalle des hiesigen Turnvereins ncrnnftalttic der Mittelrheinkreis der D. T. beut; einen Lehrgang für Dorf echter unter ocr sachkundigen Leitung des Kreisfechtwariss O 11 (Offenbach a. M.). Die Veranstaltung war vor- züglich besucht, es nahmen aus 34 Vereinen etwas über 60 Fechter aktiv an den Hebungen teil. Du von 10 älhr vormittags bis in Den späten Aach mittag währten. Zweck des sehr anregenden Lehr gangs war. eine einheitliche Grundlage für Den Fecmbetrieb im Kreis herauszuarbeiten. Es fonn ten dabei auch Die Hebungen für das Kr.-i-tuni fest inDarmstaDt im wesentlictzen sestgelegt weroen. Es ist beabsichtigt, in Massen beim Kreistur ifest anzutteten und auch Durch allgemeine fechterischc 'Freiübungen für die schöne Fechtkunst zu werden.
Den aus Dem besetzten Gebiet und dem Saarland anwesenden Teilnehmern am Lehrgang wurde gestern abend im Heim des Turnvereins 1860 ein würdiger Degrühungsabend geboten
Die Wettkampfbestimmungen für Spiele der D. T.
sind mit dem Februar d. I. in Straft getreten unö gelten für 1927/28. Die neue Spielordnung schreib Den Kreisen vor, für sich und ihre Unterocrbänb< die Spiele durch ihre Kreisspielordnung zu regu lieren, in der die Spielordnung der D. T. sinngemäß
Der Mameluck von St. Helena.
In der Geschichte Aapoleons spielt sein Leib- mameluck Rustan eine gewisse Rolle, denn Die romantische Erscheinung dieses Orientalen, den Aapoleon von seiner Expedition nach Aeghplen mitgebracht hatte, folgte ihrem Herrn wie ein Schatten, und wie em treuer Hund schlief Rustan vor der Tür seines Schlasgemaches. Trotz dieser scheinbaren Anhänglichkeit und Der Wohltaten, die auf ihn gehäuft (wurden, bestand aber Rustans Treue nicht die Probe, denn er verlieh seinen Kaiser 1814 in Fontainebleau, nachdem er sich noch ein letztes Geschenk erobert hatte. Ein anderer Mameluck, namens Ali der zunächst in Diensten Josephinens stand, wechselte nach der Scheidung Aapoleons mit Rustan bei ihm im Dienst ab; sein heißes Blut riß ihn ober zu Gewalttaten fort, so daß et 1811 entlassen wurde Seine Stelle, seine Kleidung, ja sogar sein exo tischer Aame gingen auf einen jungen Stall- bediensteten über, einen geborenen Franzosen. Louis-Etienne Saint-Denis. Der auf Empfehlung des OberstallmeisterS Caulaincourt an Stelle Ollis Kammerdiener des Kaisers wurde
Dieser Pseudo-Ali hatte ein besseres Herz als [ein Kollege Rustan: feine Verehrung deS Kaisers überdauerte die Gefangenschaft auf der Insel Elba, die Verbannung nach St. Helena unD Aa- poleons Tod. Bei Der Hebetfühtung Der Leiche in Den Invalidendom im Jahve 1840 gehörte et zu den Getreuen, die dem toten Kaiser von St. Helena aus das Geleit gaben. 3m Testament Waren ihm 100 000 Fr. vermacht; eine Summe, Die sich durch verschiedene weitere Legate noch um die Hälfte vermehrte. Zehn Jahre nach Aapoleons Tode hat Ali seine Erinnerungen nie- iXrgefdirieben; er besah ein ausgezeichnetes Gedächtnis. durch das diese Aufzeichnungen zu einer wertvollen Quelle werden. Die „Erinnerungen Dee Mamelucken Ali an Den Kaiser Aapoleon' sind jetzt zum erstenmal von einem Aachkommen, Dem Professor an der Sorbonne Wichaui, hetausaegeben worden Sie enthalten überaus viel Interessantes unter anderem auch
einen Anhang, in Dem Ali über Aapoleons Religion spricht. Obwohl der Mameluck sagt, dah „sein Geist sich höher erhob und fein Glauben anders war als der gewöhnliche Der Menschen, Die in Die Kirchen gehen", spricht er ihm Doch einen Gottesglauben zu, eclläri aber Dann. „Aie- manD hat gewußt, noch weiß es. ob Der Kaiser in Den letzten Tagen seines Lebens zu Den Tröstungen Der Religion seine Zuflucht nahm."
All hat Den ganzen FelDzug nach Rußland auf Dem Bock des kaiserlichen Wagens mitge- macht Seine Erzählung des Brandes von Moskau zeigt, wie wenig zunächst die Bewohner des Kreml die Gefahr ahnten: „Es schien, daß man nicht das geringste zu fürchten hatte, fo lange der Kaiser in der Aähe war." Als dann aber Aapoleon Die Qlrmee verließ, begleitet von Rustan. währenD Ali zurückblieb, schildert er die Verzweislrmg Der Armee: „Da Der Kaiser nicht mehr da war. glaubte jeder, er sei nun sich ielbst überlassen. nichts anderes blieb einem übrig, als Dem Strome zu folgen und zu leben, wie es der Vvrjehmrg gefiele."
Den Sturz Aapoleons hat fein Mameluck in allen Einzelheiten mitgemacht; er schildert ausführlich Das Leben auf Elba und war natürlich auch unter Denen, Die mit ihm sich nach Franb« reich einschifften. AachDem Rustan Den Herrn verlassen hatte, war er der erste und vertrauteste seiner Diener. Gr weiß manche bisher unbekannte Einzelheii von der Begeisterung mit- zuteilen, mit Der Der zurückkehrenDe Kaiser ausgenommen wurde. Von dem Schlachtfeld von Ligntz überliefert er uns eine Szene, in der Aapoleon einen jungen Stabsofftzier, Der einen Scherz machte, mit den Worten anherrschte: „Herr, man Darf nicht lachen und scherzen, wenn so viele tapfere Leute sich vor unseren Qlugen aufopfern" Auf der Flucht nach Der Schlacht bei Waterloo stand All, um seinen Herrn nicht zu oerlaffen. auf Dem hinteren Trittbrett Der schlechten Kutsche, in Der Der Kaiser mit Berirand fahr.
Der wertvollste Teil dieser neuen Erinnerungen sind aber die ein Hunde riundfünfzig Seiten, Die Heb mit Dem Geben auf St Heknn beschäf
tigen. In schlichter, anschaulicher Schilderung bietet All ein Bild des alltäglichen Lebens und deutet Dabei Doch Die tiefgreifenden Veränderungen an, die in dem Charakter des großen Gefangenen allmählich vor sich gingen. „Wenn man fick eine kleine Anzahl bon Personen vergegcn- wärtigt, die für eine rmbegrenzte Zeit von der übrigen Menschheit getrennt und eng aneinander- gedrängt waren, fo hat man einen Begriff von unserem Dasein." Aapoleon, der auch schon früher grobe Spähe mit seiner Umgebung geliebt hatte, zeigte manchmal ein diabolisches Vergnügen, feine Diener zu ärgern, itz dem cr besonders Die Treue ihrer Frauen oder Bräute in Zweifel zog. Olli muhte Darunter lehr leiDen, Da er sich mit einer jungen Engländerin, der Gouvernante der Kinder Des Marschalls Berirand, verlobt hatte und auch mit ihr eine glückliche Ehe schloh. An groben Beschimpfungen und Beleidigungen Durch Aapoleon fehlte es nicht, aber All bezeugt, dah der Kaiser nach Diesen Oluibrüdwn sofort Worte Der EntschulDi» gung und sogar Liebkosungen fand. Die Den anderen wieder versöhnten.
Der Kamps Aapoleons gegen Den Spleen und Die Erschlaffung tritt uns hier lebendig vor Au- gen in seiner geistigen und körperlichen Tätigkeit, in der Abfassung teiner Schriften und seinen Pflanzungen. Ali zeichnet Den allmählichen Verfall seiner Körperkraste und Die Veränderung seines Charakters sorgfältig auf; besonders eingehend ist Die Darstellung Der letzten Tage und des Todes. Dessen Zeuge Der treue Diener war. Seine Erzählung endet mit der Abreise der {leinen Schar Der letzten Getreuen, Die ihren an- gebeteten Herrn auf der einsamen Insel in Der Gewalt der Engländer zurücklasfen mußten
Frankfurter Theater.
Das wirklich gute, pointenreiche Lustspiel, von dem die alleren Generationen schwärmen ist un Aus sterbestadium. unsere heutige Zeit hat nicht mehr viel Raum für unbeschwerte, sorglose Lustigkeit. Darum |inh die meisten Lustspiels entweder von einer triHtgw Schärfe. Die die Fröhlichkeit
erdrückt, oder sie sind von ziemlich faDei Belang- tofigleil. Ausnahmen bestätigen auch hier Du Regel. Aun tann man nicht gerade behaupten daß Rudolf Schneiders .Bluff" zu diesen Ausnahmen gehöre: es ist ein Mittelding zwischen Zeitsatire und harmloser Belanglosigkeit. eS ist ein auf Drei Akte ausgedehnter Sketsch Der Dich ter scheint sich auch darüber im klaren zu lein er nennt das Ganze voll schöner Bescheideicheit „ein lustiges Stück" unD blufft heiter drauflos Zeit: Heute. Ort: Hotellalon. palmenumrahmt« Veranda. Personen, ein kleines Mädelchen. ein vermeintlicher Hochstapler ein Dichter, ein Taschendieb und ein etwas rdiotisdres. zum 'Verwechseln ähnliches Drüdcrpaar. welches vom Hochstapler und seiner Gehilfin gerupft wird. 3m dritten und letzten Oltt große Aufklärung, alles war Bluff. Hochstapler ist lein Hochstapler, fon dern ein reicher junger Mann, der gewettet hat eine bestimmte Zeit als Hochstapler in einem erstklassigen Hotel zu leben, alle anderen waren Figurinen zu feiner Wette, das kleine Madel entpuppt sich als durchgegangene höhere Tochter. Verlobung; das Brüderpaac macht fein dümmste» Gesicht. Der Dichter sagt: ,HnD daraus soll ich eine Komödie schreiben." Vorhang Soweit der Inhalt des .Bluffs"; gespielt wurde er un Schauspielhaus in humorvoll bewegtem Tempo, so witzig und lebendig, wie es mögllch war; Franz Schneider fühlte sich anscheinend außerordentlich wohl in der Rolle des vvrge- täuschten Schwindlers, er überraschte durch feine zwingende Aatürlichkeit. Kundry Siewert girrte und hüpfte als verkannte höhere Tochter über Die Szene, bis sie endlich in den Armen des (Beliebten landete. Impekoven-Spa niet als Bräderpaar ein groteskes Duo und O d e m a r s Dichter eine parodistisch wirkungsvoll umrissene Erscheinung. Heber dem Ganzen waltete Hans A e r k i n g S zusammenfassende Regie. Das Publikum ging mit. hatte feine Freude an diesem „Bühnen-Lustspielfilm" (man merkt Die Beeinflussung Des Theaters durch daS Kino stärker. als im umgekehrten Sinne) und war sehr splendlt im Beifallsklatschen: Zeichen Der 3eU Bluff ist Trumpf! 1 W,


