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am Sonn=

Der deutsche KreuzerÖmDen ist

tag in Padang ringet rossen und von der Be­völkerung und den Behörden herzlich empfangen worden. Die Offiziere und ein Teil der Mann-

Kunst und Wissenschaft.

Zur Darmstädter Inkendantensrag«.

Die Derwaltungskornmiffion Des Landesthea- terS hielt, wie aus Darmstadt gemeldet wird, «ine Sitzung ab, in der die Intendanten frage bespro­chen wurde. Die Angelegenheit ist noch nicht entschieden. 3m Vordergrund der Kandidaten soll zur Zeit der Leiter des Würzburger Stadt­theaters stehen. Für den Posten des General­musikdirektors ist Dr. Karl Böhm, erster Ka­pellmeister der Staatsoper in München, aus­ersehen. Doch wird die Frage erst endgültig entschieden, wenn der neue Intendant er­nannt ist.

Die Selbständigkeits- bestrebunyen der Ukraine. Aiga, 7. März. (TU.) Aus Moskau wird zu den Gerüchten über Aeibungen zwi­schen der Ukraine und der Sowjetunion gemeldet: Das Zentralkomitee der kommunistischen Par- leien der Sowjetunion habe auf die ukrainischen Parteien einen Druck dahin ausgeübt, daß ein Personalwecksel in der ukrainischen Regierung herbeigeführt werd«. Demnach verlassen vier ukrainische Kommissar« ihre Posten. Es verlautet ferner, daß auch der Borsitzend« der DolkSlommission T s ch u b a r j und der Be­vollmächtigte des Auhenlommissariats in der Ukraine Schlichter zurücktrelen werden. Mos­kau verlange die Durchführung des strengsten Zentralismus und wolle jede Bestrebung zum Separatismus unterdrücken. Der Eh«s der D.P. U. in der Ukraine, Balitzki, hat besondere Anweisungen in dieser Hinsicht erhalten.

schäften nahmen an einem von den Gemeinde­behörden veranstalteten Festabend teil.

Rationalisierung im haushalt.

Ein bekannter Historiker Der Technik und beliebter HauSingenieur stellte unlängst an Die Hausfrauen einige interessante Fragen, die wert sind, weitergegeben zu werden. Warum haben Ihre Eßgabeln vier Zinken von 4 bis 5 Zentimeter Länge? Haben Sie schon einmal Ihr Fleisch biß hinten in die Zinken gespießt, wenn Sie eS essen wollten? Wie oft schließen Sic die Glastüren Ihres Küch«nbüfettt täglich auf und zu, als wären es Türen eines Veld- schrankes? Warum legen Sie nach dem Ab­waschen Gabel, und Messer und die anderen

tem nicht erzielt werden kann, schon deshalb nicht, da sich die Erwerbslosenfraae durch eine solche Arbeitspartizipierung nicht beseitigen läßt, da hierbei noch ganz andere Faktoren mit- spielen, wie z. D. gelernter und ungelernter Ar­beiter usw. Dazu kommt noch daß die jetzt in erhöhtem Mähe einsetzend« Lohnbewegung, die wohl zum Teil ihre volle Berechtigung hat. eigentlich gegen die andern sozialpolitischen Probleme arbeitet, indem sie der Wirtschaft selbst- verständlich wiederum die Frage der Preis­gestaltung schafft, also eine Kette ohne Ende, so dah man damit wieder zum Ausgangspunkt zurückkommt. Aus all diesem ergibt sich dah sich die sozialpolitischen Probleme keineswegs durch eine Interessenpolitik lösen lassen, eine Erkennt­nis, die auch in den Gewerkschaftskreisen sich durchsetzt. Vielmehr gehört dazu eine noch um­fassendere Unterfu<f>ung des gesamten Wirt­schaftsproblems überhaupt.

Keine Reichshilfe für die hessischen Notstandsarbeiten.

Darmstadt. 8. März. (Priv.-Tel.) Reich«- finanzminister Köhler stattete gestern nach­mittag auf der Durchreise von. Karlsruhe nach Berlin dem Präsidenten des hessischen Landes­finanzamtes einen Besuch ab. Es wurden bei der Besprechung Fragen der Reichsfinanzen er­örtert, aber Entscheidungen nicht gefaßt. Die hessische Regierung hatte bekanntlich vor einigen Wochen an die Reichsrcaierung das Ersuchen ge­richtet, Mittel des Reiches für den Dau zweier Rheinbrücken bei Mainz und Op­penheim und einer Mainbrück« bei Rüssels­heim bereitzustellen. Ferner sollte das Reich zu den Wiederherstellungskosten der am meisten be- schädigten Straßen im besetzten Gebiet Beitrage leisten, insbesondere der Straßen Worms BenSheim und Mainz Darmstadt. Außerdem waren für die Städte Mainz und WormS Beihilfen gefordert zum Ausbau ihrer elektrischen Vorortbahnen. Wie verlautet, hat die Reichsregierung zu diesen für das besetzte hes­sische Gebiet bedeutsamen Wünschen einen ab­lehnenden Bescheid erteilt.

Wettervoraussage.

Wechselnd bewölkt, etwas kühler, vorwiegend trocken, noch vereinzelt leichte Regenschauer.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 9 Grad Celsius Minimum: 5,7 Grad Celsius. Niederschläge 4,8 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 4,6 Gr. Celsius.

betriebe- ist auch bei unS ungünstig. Er er­fordert einen jährlichen Zu schuh von etwa 40 Millionen Mark. Besonders die Funk­technik hat es uns ermöglicht, zahlreich« wich­tige Verkehrsbeziehungen neu anzuknüpfen und auszubauen. Zur Zeit werden in Deutschland von zehn Rundfunkgesellschaften im ganzen 22 Rundfunksender betrieben. Der Deutschlandsender in Königswusterhausen wird im nächsten Jahre durch einen im Bau befindlichen neuen Sender mit einer fünfmal so großen Telefonie­leistung ersetzt werden. Don den verschiedenen Bildfunksh st emen scheint b_a8 deutsche Sy­stem das bei weitem leistungsfähigste zu fein. Die bisherigen Versuche find zufriedenstellend ausgefallen.

Das Gesamtpersonal beträgt 261 690 Köpfe. Die Zahl der Hilfskräfte wird voraus- sichtlich Ende März 1927 23 600 Köpfe betragen. Die im Voranschlag enthaltenen Stellenumwand­lungen (Tleberführung von Beamten in höhere Gruppen) betragen 9055. Sie kommen in erster Linie den unteren La sbah.«n zugute. Die Zahl dec höheren Beamten nimmt fortwährend ab. Die finanzielle Lage der Reichspost ist am Ende dieses Jahres zwar gespannt, aber gesund. Zu Besorgnissen für die Zukunft liegt kein Anlaß vor.

Berichterstatter T v r g l er (Komm.) begrüßt die Entwicklung des Krastpostverkehrs. Der ge­samte Kraftpostverkebr, auch der der Eisenbahn und der Privaten, mässe in der Hand der Reichs­post vereinigt werden. Die Vereinheitlichung müsse aber in erster Linie dem Berufsverkehr zugute kommen und zwar durch Ermäßigung der Fahr­preise. ___

Der Mitberichterstatter Abg. Morath (D. Dp.) regt neue Methoden in der Postzustellung an. Der Redner bedauert, dah die Reichspost, die mit 51 Prozent am Rundfunk finanziell be­teiligt ist, so geringen Ginfluh auf das Programm hat. Die von anderen Behörden übernommenen Wartestandsbeamten der Post mühten endlich Gewißheit über ihr Schicksal erhalten.

Abg. Bruhn (Dir.) ersucht um Verlänge­rung der Fernsprechdienststunden an kleinen Orten und begründet die ablehnende Haltung seiner Partei gegenüber der neuen Fernsprech­gebührenordnung. Der Redner beantragt, bei Vergebung von Bauaufträgen grundsätzlich das ortsansässige Handwerk zu berücksichtigen.

Abg. Allekotten (Zentr.) tritt gleich­falls für eine Verbesserung der Landbestellung ein. Die Sonntagsruhe müsse auch für das Post- personal durchgeführt werden.

Abg. Dr. Cremer (D. Dp.) fragt nach der Gestaltung der Portofähe in den anderen Län­dern, da er glaubt, dah diese höher seien, als die deutschen. Die Sonntagsbestellung müsse auf­rechterhalten werden. Die Reichspost müsse sich auf die wirtschaftliche Verantwortung für den Rundfunk befchränken. die kulturelle und poli­tische würde diese Refforts zu stark belasten.

Abg. Stein ko pf (ö.) begründet eine Ent­schließung, die eine Femsprechgebührenermähi- gung von 10 auf 8 Proz. »erlangt und eine andere Entfchliehung, die di« grundsätzliche Wiedereinführung des Achtstundentages für Beamte, Angestellt« und Arbeiter de- Reichs fordert.

In der Abstimmung wurde u. a. eine Ent­schließung deS Abg. Bruhn (Dnat.) angenom­men, worin der Reichspvstminifter ersucht wird, an die ihm Nachgeordneten Dienststellen Anwei­sungen zu erlassen, daß bei posteigenen Bau­ten grundsätzlich das ortsansässige Hand­werk zu berücksichtigen ist. Angenommen wurde ferner eine Entfchliehung des Abg. Stein­kopf (Soz.), worin die Reichsregierung ersucht wird, daraus hinzuwirken, daß die im neuen Fernsprechtarif vorgesehen« Ortsgespräch- gebühr von 10 auf 8 Pfennig herabgesetzt wird.

Es wurde alsdann der Postetat durch den Haushaltsausschuh gebilligt und ebenso nach kurzer Aussprache der Etat der Reichsdruclerei. So$ialpolitit und Wirtschaftslage Lohn-,Arbeitszeit-und ErwerbSlosenfragcn (Eigener Bericht desGieß. Anz.")

Berlin, 7. März. Rachdem nunmehr eine gewisse Ruh« zur Lösung der sozialpolitischen Probleme eingetreten ist, drängen sich diese so sehr in den Vordergrund, dah dadurch wiederum vor allem durch die Kompliziertheit der Be­ziehungen der sozialpolitischen Fragen unter­einander eine glatte Lösung außerordentlich erschwert wird. Handelt es sich doch nicht nur darum, die für daS Reich so brennend« E r - werbslosenfrage in einer solchen Form au lösen, daß sie Zweck und Rutzen in gleicher Weise erfüllt, sondern auch darum, dah im Hin­blick auf die außerordentlich schwierig« wirtschaft­liche Gesamtlage die Lohnfrage in den Vor­dergrund gerückt ist. Seinerzeit wurde diese letz­tere dadurch gelöst, daß man aus Grund von Tarifen eine gewisse Stabilität schuf, dabei aber selbstverständlich die Löhne keineswegs voll­wertig an die wirtschaftlichen LebenSbedinaungen angleichen konnte, da auf der anderen Seite die Wirtschaft selbst so stark darnieder lag, dah man nur mit äußerst kalkulierten Löhnen ab- schließen konnte.

Run drängt aber nicht nur der Arbeitnehmer zu einer Lösung dieser sozialpolitischen Fragen, sondern auch von feiten der Arbeitgeber wird ununterbrochen und energisch darauf ^gearbei­tet, eine Lösung dieser Fragen zu ermöglichen. Mm nun möglichst zentral vorzugehen, wurde zu­nächst das Arbeitszeitnotgesetz geforbert. weil man damit glaubte, einmal die ErwerbS- lofcnfrage zu lösen, indem dadurch eine erhöht« Belegschaft der Betriebe garantiert wird und zum anderen eine gewisse Basis zur Regelung der Lohnfrage gegeben ist. Man kann natürlich über das Arbeitszeitnotgesetz verschiedener Mei­nung sein. Daß es sich nicht in_ allen Betrieben schematisch durchführen läht. dürfte wohl mehr denn begreiflich fein. Gewih gestattet der fort­schreitende TayloriSmuS ein« verstärkte Schema­tisierung der menschlichen Arbeitskraft. Unter der Voraussetzung aber, dah diese Arbeit nicht an feststehende Termine gebunden ist, sondern von Fall zu Fall einmal bedeutend rascher, einmal etwas langsamer auszuführen ist, ist sie unmög­lich. Und schließlich spielt die Qualität der Arbeit eine so große Rolle, daß auch sie sich nicht ohne weiteres mit einer Schematisierung der Arbeitszeit vertragen tarnt. Aus all diesen Grün­den ergibt sich deshalb mit Bestimmtheit das eine, dah man wohl auf Grund des Arbeitszeit- notgefetzes einen Teil der sozialpolitischen Pro- bleme lösen würde, nämlich insoweit sie sich mit den oben angeführten Gründen vereinbaren [affen, daß aber eine vollständige Lösung bet toet-

Eßutensilten sorgsam in den Schiebladen neben­einander. wo abends doch alles bunt durch­einander liegt, weil keine Küchenfchieblade eine normale Abteilung aus kleinen Satten für Gabel und Messer hat? Warum haben Sie nicht einen Kasten mit 10 oder 20 Ocffnungen. aus denen Sie Salz, Mehl. Reis nfw. in beliebiger Meng« herauslaufen lassen tonnen?_ Darum hat Ihr« Rähmaschine nicht ein vernünftiges Untergestell statt jenes schwindsüchtig verbogenen Guhgestells. daS alle Fabriken guter Rähmaschinen nun schon seit 75 Jahren liefern? Die erwähnten Fragen, so absurd sie im ersten Augenblick auch erscheinen mögen, enthalten sicherlich manche Anregung für die praktische Hausfrau, die heute ebenso wie di« deutsche Wirtschaft stark rationalisieren muh. um ihren Betrieb so aufrechtzuerhalten, wie sie es gewöhnt ist.

Edmund Stinnes verläßt Frau und Vaterland.

Dr. Edmund Stinnes hat wie wir erfahren, beim Berliner Landgericht III gegen seine Gattin Margarete die Scheidungsklage ange­strengt. Als Grund wird eine infolge der lan­gen Abwesenheit Dr. Stinnes anläßlich seines amerikanischen Ausenthaltes eingetreienc Ent­fremdung angegeben. GS haben in der Ange­legenheit bereits zwei Termine stattgefunden. Rachdem das Ergebnis des Scheidvngsprozefse» vorliegen wird, beabsichtigt Dr. StinneS end­gültig nach den Vereinigten Staaten zu gehen, um dort eingeleitete geschäftliche Pläne weiter zu verfolgen. Dorerst hat Dr. StinneS jedoch noch eine ganze Reihe persön­licher Angelegenheiten zu regeln, bei denen das SchiedS gerichtsverfahren gegen feinen Bruder Hugo StinneS und die Aufgabe feiner aus­gedehnten Grunewaldvilla eine gewisse Rotte spielen dürften.

Ernst Lubitsch kommt nach Deutschland.

Die wir erfahren, wird in nächster Zeit der beliebte Filmregisseur Ernst Lubitsch. der jetzt in der Filmstadt Hollywood in Amerika arbeitet, besuchsweise in Berlin erwartet. Lubitsch wird seinen Aufenthalt in Deutschland dazu benutzen, um in Heidelberg einen Film mit Olamen .A l t - H e i d e l b e r g" zu drehen. Mit den Aufnahmen will der Künstler im Mai beginnen. Sein Herz wird Lubitsch aber Wohl nicht dort verlieren wollen, er hofft vielmehr, mit seinem Film drüben ein gute« Geschäft zu machen. Der bedeutende Erfolg des Theater- stückesThe Student prince" auf den amerikani­schen Bühnen soll den Anlaß zu der Herstellung deS neuen Alt-Heidelberg-Filmes gegeben haben. Grüß« der Siouxindianer an den Reichspräsidenten.

Gegenwärtig gibt der Zirkus Sana* f ani In der Reichshauptstadt ein Gastspiel. Aus Anlaß der Eröffnungsvorstellung haben die dort beschäftigten Siousindianer dem Reichsprä- fidenten ein Handschreiben in der Siou,spräche überreicht. daS Grüße und Wünsche der Amerikaner für den Reichspräsi­denten enthält. Das Schreiben wurde von sämt­lichen Indianern unterzeichnet und mit einer englischen und deutschen Mebersetzung nebst einem Bilde in einer von den Indianern angefertigten Ledermappe dem Präsidenten überreicht. Hinden­burg hat daraus dem Direktor Stosch-Sarrasani ein Dankschreiben übersandt.

Dr. Külz Reichskommissar für die P reffe?

Wie derDresdener Anzeiger" wissen will, beabsichtigt die Reichsregierung, Reichsminister a.D. Dr. Külz zum ReichSkommissar für die internationale PreffeauSstellung Köln 1 928 zu ernennen.

Schissrnngtück auf dem Rhein.

Montag oormittag riß sich bei Homberg ein französischer Kohlenkahn los unD trieb den Rhein hinab, wobei der Kahn mit verschiedenen anderen vor Anker liegenden Schif­fen zusammen stieß und diese mit sich riß. Etwa ein halbes Dutzend Schiffe trieb gegen dte Strompfeiler der Ruhrort-5»omberger Rhein- brüde, wobei der französische Kahn in zwei Teile zerbrach und sank. Die Besatzung konnte nur das nadte Leben retten.

50 3atjre Berliner Sladtmission.

Die Im Iahre 1877 gegründete Berliner Stadtmlssivn feierte Ihr 50jähriges Jubiläum, zu dem u. a. Vertreter d«S Kultusministeriums, deS ReichSwehrntinisteriums, des Wirtfchafts- ministeriumS, sowie sämtliche Führer der kirch­lichen und der Konsistorialbehörden Preußen« erschienen waren. Reichspräsident von Hindenburg hatte ein Glückwunschschreiben gesandt. Die preußische Staatsregierung überwies 5000 Mk., die evangelische preußische Landeskirche 10000 Mk. zu Wohltätigkeitszwecken. Der ehe­malige Kaiser hat mit einem Glückwunschschreiben einen größeren Geldbetrag übersandt.

Vic Erbin Schichau» geftorben.

Frau Hildegard Corson, eine der reichsten Frauen Deutschlands, ist in Bad Kreuch in Ober­bayern. kurz vor Vollendung des 50. Lebensjahre», einem Schlaganfall erlegen. Sie war bi« Enkel­tochter dcs Geh. Kommerzienrat» S ch i ch a u und als solche die alleinige Besitzerin der Schichou- Werft in Elbing.

Selbstmord Ricotaus IDrangei».

Rom, 8. März. <WTB. Funkipruch ) Rach den Mvrgsnblättern hat sich gestern Ricolaus Wranael, der Bruder des bekannten Führrrs d r antibolschewistischen weißen Armee, in einem An­fall von Reurasthenie erschossen. Rach den B'ät- tem hinterläßt er seine Frau und zw- SV --:

Urteil In einem Warcnhaus viebstahls-Vrozeß.

Altona. 8. Mär^. <WTB Fuill'^uch.) Dor Dem Altonaer Schössengerich! hatten sich gestern etwa 14 Angeklagte, zumeist Warenhaus- angeftelite, wegen fortgesetzten Diebstahls und Hehlerei zu verantworten. Das Gericht erkannt: gegen die beiden Hauptangeklagten auf Zucht­hausstrafen von 2 Iahren 6 Monaten bzw. ein Jahr 3 Monaten. Die übrigen Angeklagten er­hielten Gefängnisstrafen zwischen 1 und 9 Mo­naten. 5 Angeklagte wurden freigesprochen.

Lin schwerer Sandsturm in Tunis.

3n dem südöstlichen Teil von Tunis wütet zur Zeit ein schwerer Sandsturm, der toettau« größte Teil von Telegraphenstanaen ist nieder- gerissen worden, so daß sämtlich« Verbin­dungen unterbrochen find.

Das Reichsschulgefetz.

(Eigener Bericht desGieß. Anz.")

Berlin, 7. März. Daß es in kulturellen Fragen feine stabilen Gesetze geben kann, hegt in der Rcttur der Sache, denn die tulturellen . Dinge sind trotz ihrer Ewigkeitswerte von dem . Geist der Zeit insofern abhängig, als sich ihre Erkenntnisse aus diesem Geiste bedingen. Schon aus diesem Grunde bereitet es außerordentliche Schwierigkeiten, von Staatswegen die kul­turellen Ausgaben in Form von Gesehen zu bestimmen. Andererseits hat aber der Staat als Hüter der Kultur die Pflicht, die kulturellen , Belange des Volkes zu überwachen und ihre Entwicklung in jeder Beziehung zu fordern. Man dient aber diesem Zwecke keineswegs, wenn man diese das ganze Voll angehenden Aufgaben irgendwelchen parteiischen Interessen unter­ordnen will, denn eS besteht dann dte Gefahr, daß die parteiischen Interessen die Kulturaus- qaben, soweit u m b i e g e n. daß von ihrem ur­sprünglichen Sinn nicht mehr viel übrig bleibt.

Im Zeichen eines solchen innerpolitischenKul- turkampses steht das kommende Reichs sch ul- g e s e h, das der neue Reichsinnenminister, tote er bereits ankündigte, und wie an dieser Stelle schon ausgeführt wurde, in völlig neuen Form herausbringen will. Rotwendigkeit zu einem solchen neuen Reichsschulgefetz besteht mehr denn genug, haben sich doch die Zetten soweit geändert, daß die alte Schulgesetzgebung kaum noch ihrer Aufgabe, nämlich der Heranbtldung der deutschen Iugend zu wertvollen Staats- bürgern, vollauf gerecht werden tarnt. Man Darf aber nur hoffen, daß die Erledigung diese- Ge- sehe« sich nicht in einem endlosen P ar- t ei ft reit vollzieht, der, erinnert man sich nur an den Kamps um die sogenannten Zwickauer Thesen vom Iahre 1913, dem deutschen Schul- wesen alles andere als dienlich ist. Erste Vor­aussetzung ist, dah sich alle Parteien im voraus auf einen Weg einigen, der allen Anschau­ungen gerecht werden kann.

Daß die Initiative zu diesem Gesetz von Der Regierung ausgeht, ist gut, wenigstens ist Damit eine gewisse Stetigkeit in der Behandlung ga­rantiert. iinfer Staat ist ein «ulturftaat, die Verwaltung der deutschen Kultur liegt in seiner Hand. Deshalb bedarf der Staat auch der Hoheit über jede Schulgattung, ihm und nicht der Geistlichkeit steht die Aufsicht über den Religionsunterricht zu, er schützt Die Rechts­sicherheit der Stellung des Lehrers, wie er auch Die pädagogische Leistungsfähigkeit Der ein­zelnen Schularten zu überwachen hat. Und aus Diesem Grunde ist es dringend notwendig, Daß alle Parteikämpfe um Die Gestaltung des Schul­gesetze- vermieden werden. Auch den Partei­führern Dürfte diese Aufgabe so wichtig fern, daß sie im Interesse Der Gesamtheit, einzelparteihche Interessen zurückstellen. Denn es geht hier nicht um eine Parlei'ulturausgabe. sondern um Die wertvollste deutsche Kulturaufgabe überhaupt, nämlich um die Erziehung deS KindeS. ,

Wann der Gesetzentwurf die gesetzgeberischen Körperschaften weiter beschäftigen wird, steht im Augenblick noch nicht fest. Reichsminister von K e u d e l l hat den Schulgesetzentwurf in kürzester Zeit in Aussicht gestellt. Die Erledigung des Gesetze- wird allerdings noch eine ganze Zeit in Anspruch nehmen.

Die Lage der Reichspost.

AuS dem ReichShauShaltSauSschutz.

Berlin, 7. März. Der HauShaltsauSschuß 'deS Reichstages begann unter dem Vorsitz De* . Abg. Heilmann (Soz.) mit der Beratung 1 de« Etats de« ReichSpostministeriums.

v Reichspostminister Schätz!

y führte u.a. au«: Die starke Wirtschaftskrisis, die seit Oktober 1925 über Deutschland herein- brach, übte einen nachhaltigen Einfluß auf die Entwicklung der Deutschen Reichspost au«. Die Reichspost ist in hohem Maße abhängig von der jeweiligen Wirtschaftslage. Der Driefver- kehr hatte in den Sommermonaten bis August 1926 etwas abgenommen. Er erholte sich dann und steigerte sich bis zum Dezember 1926 um über 17 v. H Im Januar 1927 sind an einem Zähltage bei allen Postanstalten insgesamt 67,2 Millionen gewöhnliche Briefsendungen im Eingang und Abgang festgestellt wor­den. Einen ähnlichen Verlauf nahm Der Paketverkehr. Auch im Geldverkehr zeigten sich gleich verlaufende Schwankungen. Die Zahl Der Postscheckkonten ist um 4,2 Prozent auf 893 352 angewachsen, Der Umsatz hat rund 115 Milliarden betragen. Gr ist gegenüber 1925 um 3.6 Prozent gestiegen. Gegenwärtig betreibt die deutsche Reichspost mit rund 7000 Kraftfahrzeugen etwa 1500 Kraftfahrlinien mit einer Betriebslänge von rund 28 000 Kilo­metern, wa- eine Zunahme im 3obre 1926 um 16 bis 17 Prozent bedeutet. Im Iahre 1926 sind rund 197 000 Kilogramm Postsendungen ein­schließlich Zeitung.n auf den deutschen Luft­post l i n i e n befördert worden, waS gegen 1925 eine Zunahme insgesamt um 22,4 Prozent bedeu­tet. Im AuSlandspostverkehr ist es ersreulicher- weise gelungen, die Derkehrsbeziehungen mit anderen Qänoern nahezu auf den Vorkriegsstand zu bringen Wir legen grundsätzlich Den größten Wert Darauf, unserem großen Kundenkreis ent- gegenzukommen. Die Schalterstunden sind inzwi­schen immer mehr Dem VerkehrsbedürsniS an- gepafjt worden. In diesem Zusammenhang« möchte ich besonders Darauf Hinweisen, daß es zur Gr- keichtcrung und Beschleunigung Der Briefzustel­lung von oesonderer CBeDeutung sein würde, wenn auch Die deutsche Bevölkerung nach Dem Dorbilde anderer Staaten Der Anbringung von Hausbriefkästen mehr Interesse entgegen­bringen würde. Mit Der vom Derwaltungsrat verabschieDeten neuen Fernfprechordnung ist das Fernsprechwesen auf eine Grundlage ge­stellt worden, Die eine gesund« Fortentwicklung Dieses außerordentlich wichtigen Verkehrszweiges gewährleistet. In Berlin und in 25 anderen deut­schen Großstädten sind große Selbstan- s ch! ü s s e im Bau. Die Im Lause des Rechnungs­jahres 1927 in Betrieb genommen werden sollen. Besondere Fürsorge wird, wie bisher, der Ver­besserung der Fernsprechverhältnisse in den Klein­städten und aui Dem flachen Lande gewidmet

Das in der Entstehung begriffene alleuro- päifche Fernsprechnetz verdankt sein Zustande­kommen vornehmlich der deutschen Dor- und Mit­arbeit. Deutschland bllDet den Kern diese« Rehes. Der Telegraph wird im Inlandverkehr durch den Fernsprecher mehr und mehr ^urüdgehrängt. Das Wirlschastsergebnis des Telegraphen-

Aus aller Welt.

Schweres Erdbeben in Kaftan.

Tokio, 7. Mar;. (WIB.) Lin starker, drei Minuten anhaltender Erdstoß wurde heute abend in Jlaaona, Kioto, Osaka und Kobe wahrgenommen. Der Erdbebenherd bcflnbet sich etwa 120 Kilometer nördlich von Osaka im Japanischen Meer. In Ama- rnbe ist eine Eisenbahnbrücke zerstört worden. Der Verkehr zwischen Osaka und Kobe ist unterbrochen. Viele (öaeanstalten zwischen Osaka und Kobc brennen, desgleichen zahlreiche andere Gebäude. Bei dem Erdbeben haben über 1 00 Menschen den Lod gefunden. Kobe und Osaka sind ohne veleuchtuna und alle Verbindungen sind unterbrochen, aber die in beiden Städten aus- gebrochenen Brände sind eingedämmt. Toyocka. Qonago, Tottori und Nagoya wurden schwer be­schädigt. Dort dauern die Brände noch an. In Osaka wurden 11 Personen getötet und 92 ver­wundet. Der Marinestützpunkt in Maisuru und die Stadt Myacucho stehen in Atom men, während die Dörfer Jamaoa, Kayacho und andere zerstört wurden.

Die Beobachtung des Bebens in Europa.

In Hohenheim bei «Stuttgart wurde Montagmittag zwischen 11 und 1 übt ein sch w e- re« Fernbeben ausgezeichnet Die Berech­nung ergibt eine Entfernung von ca. 9200 Kilo­meter. Der Herd ist in den nördlichen Randgebieten des Pazifischen Oze­ans zu suchen. Auch in Grenoble hat der Seismograph Montag früh 9.30 Uhr ein starkes Erdbeben verzeichnet, da« in 6000 Kilometer Entfernung sich ereignet haben muß. Der Erd­stoß Dauerte eine Stunde 12 Minuten.

KreuzerEmden" in Sumatra.