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Au§ der Provinzialhauptstadt.

Oleben, ben 8. März 1927

Wicfcencv Wochen Marktpreise.

Ts kosteten auf dem heutigen Wochenmartt: Butter, da/ Pfund 1.50 bis 1.70; Matte 30 bi» 35; Aäfe, 10 Stück 60 bi» 1 40; Wirsing 20: Wechlraut 10 bi» 15; Rotkraut 25; gelbe Rüben 15, Rote Rüben 10; Sp.nat 25 bis 40; Unter- kohlrabi 8 bi» 10; Grünkohl 20 bis 25; Roten- kohl 40 ln» 50: Feldsalat 1.50 bi» 2.00; To­maten 10 bi» 20; Zwiebeln 10 bis 20; Meer­rettich 30 bis 60: Schwarzwurzeln 35 bi» 50: Kartoffeln 6 bi» 7: Aepfel 25 bi» 30: Timen 15 bi» 25; Honig 50. junge 'ihnen 1.00 b.» 1.20; Suppenhühner 1.00 bis 1.20 Russe 70; <3ter. ha» Stück 10 bi« 12; Blun.cnlohl 60 b.s 1.40: Sala, 30 bi» 50; Snb.n.cn 80 bi« 1.00: Lauch 5 bi» 15: Rettich 10 bi» 15 Sellerie 20 5:« 50

Bornotizen.

Tagec-kalender für Dienstag öiabttlxater 6^ Uhr,ftibelio" (Ende 9.30 Uhr). Manner und flrouen-Aereinigung der Matthäus- flemeinbe 8 Uhr. Gemeindesaal, siirchstraßc 9, Hauptversammlung. Lichtspielhaus, Bahnhof- ftrafje:Filmzauber". Astoria LichtspieleDie unheimlichen Drei".

Au« dem T t a d t t h e a t c r b u t e a u wird un» geschrieben Um Dirlfad) geäußerten Wünschen Rechnung zu tragen, wisd. wie früher, auch in diesem Jahr wieder ein älteres Lust- spiel gegeben werden, und zwar .Aus der Sonnenseite" von Blumenthal und Äabcl- bürg Da» liebenswürdige Werk, das hier noch nicht aufaeführt worden ist, enthält sehr dank­bare Rollen, die In der morgigen Erstausfüh­rung in den Händen der Herren Goll, Hanke. Lenau und Wehrl, sowie der Damen Jüng­ling. Baumann und Krahmer liegen. Die Spielleitung führt Herr Goll. '

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* Der neue Leiter de« Landgraf- Ludwig«.Gymnasium«. Am 4. März wurde der Oberstudienbtrektor an der Augustiner­schule (Gymnasium unb Oberrealschule) In Fried­berg Otto 2 ltendors zum Oberstudiendirek- ter an dem Landgras-Ludwigs-Gymnasium inGie- 6m mit Wirkung vom 16 April ab ernannt. Aus diesen Friedberger Schulleiterposten berufen wurde der Oberstubiendirektor Jakob Reuter von der örnft Ludwigs-Schule (Oberrcalschulc) in Bod-Rauheim, dessen Stelle der Studienrat an der Augustiners d-ule in Friedberg Dr. Her­mann M v lz unter Ernennung zum Oberstudien- birettor einnehmm wird.

* Militärisches Mit Wirkung vom 1. März 1927 wurde Oberleutnant Hofmann beim Stabe de« 1. Ball. 15. 3nf.-Teflf. zum Hauptmann befördert. Hauptmann ' Hof­mann verbleibt vorerst noch beim Stabe. Da« 15. Ins.-Regt. wird ®nbe September an den groben Manövem in Westsalen teilnehmen und dabei in erster Linie al« Kraftwagentruppe Berwendung finden; die Manöver finden vom 22. bi« 30. September statt. Vorher wird die Truppe am 26. August auf vier Wochen nach dem Truppenübungsplatz Münfingen gehen und von dort später nach der Senne überführt werden.

" Der Rachlah von Professor Dr. O 11 m a n n. Zu unserer gestrigen Mitteilung über den Ankauf der heimatgeschichtlich wichtigen Sammlungen de» verstorbenen Professor« Olt- mann wird un« heute von zuständiger Seite mitgeteilt, dah al« Käufer dieser Sammlungen her Oberhessische Geichicht«verein nicht in Betracht kommt, über den Erwerb des Rachlasses viel­mehr mit einer anderen hiesigen Stelle noch ver­handelt wird.

ee vom neuen Fahrplan. Die V-Zügc 191/192 BaselAltonaBerlin, die bis­her den Bahnhof Diesten ohne Halt durchfuhren, er­halten im neuen Fahrplan, do in 15. Mai d. 3. an, se 1 Minute Aufenthalt In Gießen. Der Zug 191 mich Altona und Berlin fährt In (fliehen ab 12.52 llhr nachts, nach der neuen Zeitrechnung bei der Bahn um 0.52 Uhr. der Gegenzug D 192 nach FrankfurtMannheimBasel fährt in Gießen

ab 434 Uhr vormittag». Es handelt sich bei diesem Zugpaar um die durchgehenden großen Espreßzüge von der 'kandinaoitchen Ländern nach Italien und umgekehn, die im gegenwärttgen Fahrplan Zwilchen Kassel und Frankfun a. M. ohne Halt verkehren. Durch den Aufenthalt dieser Züge auf unserem Vahnho» wird ein weiterer wesentlicher Schritt >ur Fahrplanoerbesseruna getan, für den ch auch der Verkehrsdund Oberhessen tatkräftig cinßeseyt hat. Durch diese Verbesserung werden auch die Lahntal- strecke, die Siegen-stölner-Linie unb ebenso die oder­hessischen Strecken günstiger, Berkehrsoerbindunaen haben

ee Die Abiturientenprüsung am hiesigen Realgymnasium fand am Sam», tca unter dem Vorsitz des Staatsrats Block und «ftern unter dem Vorsitz des Oderstudiendirektors Henk statt. 24 junge Leute, darunter eine Dame, unterzogen sich der Prüfung, ein Schüler trat vor der mündlichen Prüfung zurück, so daß 23 junge Leute in die Schluhprumng eintraten. Diese Prüf­linge bestanden sämtlich.

T Der Winter i st vergangen. Am Sonntagabend um 7 Uhr überflog eine Schar Schneegänse in mäßiger Höhe das Busecker Tal. Die Dögel kamen aus der Richtung Annerod, überflogen laut schreiend Grohen-Bu'eck und ver­schwanden in der Richtung nach Beuern.

" Zum 10jährigen Todestage des Grafen Zeppelln am heutigen 8.März brin­gen wir in dem Bilderoushang an unterem Ge­schäftshaus eine Anzahl Photographien zum Aus- Hana, die gelegentlich der Landung des Lu>tschiffes Viktoria Luise' auf dem Trieb am 27. Oktober 1912 ausgenommen wurden. Die Bilder durften des regen Interesses unserer Mitbürger gewiß sein.

** ®ln Llnterstühungsichwindler. der von einer auswärtigen Polizeibehörde wegen Unterftühung«betrügereien gesucht wird, konnte gestern von der hiesigen Polizei dingfest gemacht werden. Der Mann war in der 01 acht zum Mon­tag auf dem Marktplatz in entkräftetem Zustand aufgefunden und der hiesigen Arbeiter-Sama- riterkolonne zugeführt worden, wo et nach Kräf­tigung wieder zu sich kam und angab, er sei an­der ftrembenlcgLDn entwichen und völlig mittel­los. Gr wurde dann zur weiteren Verpflegung der Klinik »ugeführt. Die mittlerweile benach- richtigte Polizei interessierte sich für den Fremd­ling und stellte gestern im Lause deS Tages fest, daß der Mann zwar Papiere der Fremoenlegivn besitzt, deren Echtheit jedoch erst noch nachgeprüft werden must. Die Polizei erkannte in dem Manne den steckbrieflich verfolgten Unterftützungsschwind- ler und nahm ihn gestern abend in Haft. Henle früh wurde er dem Amtsgericht zur Vernehmung vorgeführt.

" (Sinen fesselnden Kolonialvor­trag vermittelte die Ortsgruppe Gießen des Bundes der Kolonialsreunde am Sonntagabend in der Reuen Aula der Universität. Der Be­such der Veranstaltung war austerordentlich stark; der große Raum der Aula war nahezu völlig be­setzt. eine bei solchen Torträgen an Sonntagen gewiß nicht oft zu verzeichnende Tatsache. Der Bezirkslelter für Hessen. Postasfistent Z. 3. Mohr, warb im Anschluß an seine Begrü- stunasworte um die verständnisvolle und opfer­bereite Zördemna des Bundes der Kolonial- freunde. der sich öle Pflege, die Ausbreitung unb Vertiefung de» kolonialen Gedankens zur Auf­gabe gemacht hat Mit Recht betonte der Red­ner, daß der Gedanke an unsere Kolonien tief im deutschen Volke wurzelt und daß es sich nicht eher zufrieden geben würde, bis dast da« durch Versailles an uns begangene Kolonialunrecht wieder gutgemacht ist. Wer zur Beseitigung dieses Unrecht» beitragen will, muh den Bund unter­stützen. Hierauf hielt der bekannte Afrikaforscher Han« Schomourgk einen sehr interetfgnten. durch eine große Anzahl guter Lichtbilder wir­kungsvoll belebten Vortrag über feine Erlebnisse und Eindrücke auf seinen langjährigen Reisen durch Zentralafrika. Nahezu zwei Stunden lang erzählte der Vortragende in fließender Plauderei, die häufig von humorvollen Worten gewürzt war, von seinem beneidenswerten (Srlct<n im sogen, dunkeln Erdteil. Obwohl wir in den '.etzien Jahren und bi« in die jüngste Zeit hinein schon manchen alten Afrikaner über die verschie­densten (gebiete Afrikas hier sprechen hörten.

Schach-Ecke

Bearbeitet von

W 0 r b a ch

22. h7* gt>

26 Lg4-f3

27. Kgl-hl

27. Lb7xd5

Weiß gibt auf.

eine von Tapablanca über«

legen gespielte Partie.

6. e6xd5

7 . .

7. g7 ab'

8. Sbl-c3

da» wich

*

Endlich ist da« Bollwerk der

St«l«

A R.

23.

24.

25.

26

gibt frei.

18- 19

20 21.

Die beiden schwarzen Springer stehen unbetm- lich unb stark; da» weistc Spiel ist unhaltbar.

14. Lg2-f3

15. a2-a4

0-0 Lei f4 c4xd5 Lf4-d2 f2-f4

Sf6-d7 Tf8-e6 Lg7-e5 Sc5-b3

Sb8-d7 a7-t6 Sh5-f6 c5-c4!

Le5xc3 Dc2-c5+ Sd7-e5 Se5-d3

Wozu Aichejin biefe unhaltbare Stellung noch weiter spielt, ist unverständllch.

Weiß Schwarz: 1. d2-d4 2 c2c4 3 Sgl f3 4- R'^-ß3 5 Lfl-g2 6. d4 -d5?

Unregelmäßig.

2 ljechin l Frankreich).

3. Eapablanea ($pba).

1. Sg8-f6

2. e7-e6

3. b7-b6 4 Lc8-h7

5. c7c5

Dieser verfehlte Bauemvorstoß wirb im nach­folgenden von Eapablanea in meisterhafter Weife widerlegt; besser c2e3.

18

19.

20.

21.

22.

23.

24.

25.

Tin Meisterzug, der dem Springer fige Feld b3 verschafft.

16. Ld2-e3 16. Dd8-c7

17. g3-g4 17. Sd7-c5

Die natürliche Folge de« vorhergeaangenen schwachen Zuges; der Springer steht hier voll- ständig deplaziert

o. . . .

7. Sf3-h4?

Le3-f4 U3-g4 f?> Tal-bl b2xc3 e2- e3

9.

10.

11.

12.

13.

Das Reuhorker Schachturnier.

Den Spitzenstand im Reuyorker Schachturnier behaupteten nach der neunten Runde: Capo­bianco unb Rimzowltsch mit je 61/» Punkten; al« britter folgt Alchejin mit 4*/. Punkten.

Die Narrenhappe.

Splitter unb Sparren vom Redakttonstisch.

Der Lebensretter.

Sin ungarischer Ar^t erzählt: .Die Anekdote ist alt unb sehr bekannt. Eine 5>ame überreicht dem Arzte, der ihrem Kinde das Leben gereitet hat, eine elegante Brieftasche, indem sie sagt, daß sie. um ihn für feine erfolgreichen Bemühungen zu entschädigen, nichts Besseres gesunden habe, al« ihm eine von ihr selbst angesertigteArbeit persönlich zu überreichen. Der Arzt antwortete etwa» unwirsch, dah die kleinen GeschenkezwardieFreundschast erhalten undkrästigen, aber den Magen nicht befriedigen. Die Dame, darob pikiert, verlangt nun die Rechnung, öffnet die Brief­tasche. entnimmt ihr zehn Hundertmarkscheine, über­reicht dem Arzte die fünf, die er verlangt batte, unb nimmt bie anberen fünf toieber an sich."

.Ich erlebte neulich", so fährt bet Arzt fort .einen ganz ähnlichen Fall, aber ich kannte bie Anekbote. und deshalb nahm ich die elegante Brief­tasche, die mir als Geschenk angeboten wurde, mit den lebhaftesten und ausgiebigsten Dankesbezeu- gungen ohne weiteres entgegen. Ak« die Dame ge­gangen war, beeilte ich mich, von Reugierde ge­trieben, bie Brieftasche zu öffnen. Sie war voll­kommen leer!'

12.

13.

14.

15.

Geiste unb im Lichtbllbl Reisen in Zenttal- afrifa von West nach Ost, von Rorb nach Süd zu machen, die den Teilnehmern hohen Genuß boten. Daß man am Schlüsse dem ausgezeichneten Füh­rer mit lebhaftem Beifall dankte und damit zu­gleich auch der hiesigen Ortsgruppe de« Bunde« der Kolonialfreunde die wohlverdiente Anerken­nung für die Dermittekung diese» schönen Abends zum Ausdruck brachte, war nur recht unb billig. Denn der Abend war eine gute Tat für den Kolonialgedanken, unb hoffentlich wirkt sie für biesen auch in unserer Stadt stark in bie Tiefe unb in bie Breite.

übte der Dorttag Schomburgk« eine starke Wir­kung aus. die ihren Grund m dem Dortragsstoff sowohl, wie auch in der ansprechenden Art bcS Vortrages hatte. Die Werbearbeit für den deut­schen Kolonialgedanken hat in diesem Redner einen ihrer besten Helfer. Er bringt es fertig, auch den regelmäßigen unb daher wohl etwas schwer zu begeisternden Besucher solcher Vorträge in den Dann feiner von starker Liebe zu unseren Kolonien eingegebenen Worte zu zwingen. Und so war es denn nur natürlich, daß man sich am Sonntag abend gerne der Führung dieses Reise­marschalls anDcrtraute. um leider nur im

Einfach unb start: verhindert S(5 unb dem Läufer bie wichtige Diagonale alH8 8. U8-g7

9. 0-0 10. d7-d6 11. Sf6-h5

Weiß zieht unb setzt in zwei Zügen matt. Weiß: 7 Steine Kb8; L)c5; laö; Le6,. Sg7; Bb7. Schwarz: 8 Steine Kg6; Dc2; Tal; Sh8; Bd4. c5, f3, h7.

Partie Nr. 72.

Gespielt im internationalen Turnier zu Reuyork, im Februar 1927

Alle für die Redaktion bestimmten Mittei­lungen. Lösungen uftr sind zu richten an die Schachrebaktton dr»Siebener Anzeiger«"

Problem Nr. 9N.

Don 3. Berger

lung gefallen

28

Pb 1x^63

28.

Sd3xf4

29.

Tb3-bl

29

Tc8xe3

30

Sh4-g2

30

Ic3xf3

Tflxß

31

Sf4xg2

32.

Khlxg2

32.

TaSc8

33

K>2-fl

33.

Ld5xf3

Ddlxf3

34.

I)c5xg5

35.

Tbl -cl

35

Te8xel+

36.

Kflxel

36

Dg5-gl-*-

37.

Kcl-d2

37.

37.

Dnlxh2+

38.

Kd2-cl

38.

Dh2-c5

39.

Kcl-b2

39.

Kg8-g7

40.

Dfj-f2

40.

b5

41.

Df2-b6

41.

d5xa4

42

Db6xa6

42.

De5-e2+

c

4

2

a

5

3

8

7

Schwarz.

Weiß.

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Fräulein Maria Lehne spricht im Auftrag des Landesamts für da» Bildungswesen über: ,,,,c

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