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Der deusich-serbstche handeisvettrag unterzeichnet. Eigener Drahtbericht be» .Gießener

Berlin. 7. Oft. Sestern vormittag ist der beut'^juftdLatoische Handelsvertrag un 3u«- wärtigen Amt durch Dr. S'resemann und dem hiesigen jugoslawischen Gesandten Dr. 2 a l u g d s ch i 11 ch unterzeichnet worden. Damit ift Wiederum ein Vertragswert zustaich« gekommen, da« im Verlaufe langwieriger Der^blungen manche Schwierigkeiten zu üb«Normen hatte. ES ist erfreulch. daß eS nunmehr möglich war, all die Fragen die in den deutsch-iugoslawrschen De- ziehmmni eine besondere Volle sptrlen. au ver- traaUchem Wege zu regeln. Dem Vertrage kommt auch noch insofern besondere Bedeutung^zu . als Jugoslawien vor dem 2lbschluß von Handels- abkommen mit anderen wchttgen Ländern steht, so ist insbesondere eine Lesiswn des österreichisch.jugoNawischen Han^lS-Der- trageS vorgesehen. Da Oesterre.ch im Handels- verkehr mit Jugoslawien wohl die wichtigste Volle spielt, ist damit zu rechnen, dah oie Re­vision auch seitens Jugoslawiens «me ganze Verhe von Zollermähigungen tn sich wird, die nach dem eben zwischen Deutschland und Jugoslawien abgeschlossenen Vertrag auto­matisch Deutschland zugute kommen Würden. Der Vertrag selbst enthält eine toe- sentliche Erweiterung der biSherv-en Be­stimmungen in bezug auf die Meistbegünstigung und die RiederlaNun^frage.

Außerdem enthält der Vertrag eine kleine Tarifanlage, in der beiderseits Zuge­ständnisse für bestimmte Drseugnifse der Ausfuhrwirtschaft festgelegt - sind. Deutschland macht solche Zuyeständnifse an Sud- slawien insbesondere für einige landwirtschaft­liche Produkte, so für Mai» und für Pflaumen, während Südslawien unS Vergünstigungen für Jndustrieartikel sowie einen günstigeren Zollsatz für Vier einräumt. _,K

Die Beziehungen Deutschlands zu Sudflatoen werden durch den neuen Vertrag auf einen dauernden festen Untergrund nestelst. Bei der erheblichen wirtschaftlichen Dedeutuim Südsla- Wiens das von leher ein guter Abnehmer Deutschlands war, bedeute daS eine neue Masche in dem Retz unserer geregelten und sriedenSmähigen internattonalen Wirischastste- ziehungen Die Handelsbilanz SüdstawienS ist Während der letzten drei Jahre stet» aktiv ge­wesene die Au»- und Einfuhr betrug durch­schnittlich im Vlonat 0.8 bi» 0.9 Milliarden Dinar d. h. 40 bi» 50 Millionen Mark. Durch eine engere wirtschaftliche Verflechtung, die den becherseitigen Interessen gerecht wird, ergibt sich automatisch eine Verengung der freundschastl chen politischen Beziehungen. Da e» sich im vor­liegenden Falle um ein durchaus moderne» und liberale» Handelsabkommen handelt, so darf man mit Zuversicht darauf hoffen, dah e» auch in dieser Beziehung die wünschenswerten Konse­quenzen erzielt.

Der Fall Rakowski.

Auspitznng bet ruMsch-fraitrömischen Konflikts

Pari», 7. Ott. (WTB. Juntspruch.) .Petit Parisien" glaubt zu wissen, dah die zuständigen Siellen am Quai b'Ori/y zur Zeit die letzte Hand an eine Vote legen, die alSbalb Tschi­tscherin durch Botschafter Herbette übermittelt herben soll, und die einen offiziellen An­trag auf Abberufung Vakovski» ent­halten wirb. In dieser Vote werde die fran- zbsilche Vegierung zweifellos sämtliche Bedenken gegen daS Verbleiben Vakowski» als Botschafter vorbringen, nämlich die Unterzeichnung deS Manifeste» deS Zentralausschusses der kommu­nistischen Partei durch den Sowjet-Botschafter und die Tatsache, dah Vakowski plötzlich ohne vorherige Verständigung mit dem Quai d'Ors.h den Wortlaut de» russischen Vorschlages zur 6d)idt)enctgelung veröffentlichte. Zur Aufrecht­erhaltung normaler Beziehungen zwischen den beiten Ländern und im Interesse einer wirk­samen Wiederaufnahme der Verhandlungen sei die Ersetzung Vakowski» erforderlich.

(Sinern Vertreter de» ,Soir" erklärte der russische Volkskommissar Tschitscherin: Unsere Vegierung hat nicht nur nicht zugestimmt, Ra­kowski absube rufen, sondern sie hat sich im Gegenteil seiner Abberufung ständig wider­setzt. In allen Fragen, die fein Auftreten in Frankreich betreffen, erkläre ich mich mit ihm durchaus solidarlfch Die russische Regie­rung hat nicht den geringsten Anlaß, Rakowski abzuberusen Tschitscherin bezeichnete weiter die Hetze der französischen Rechtspresse gegen Ra­kowski al» durchaus unzulässige Angriffe und Beleidigungen gegenüber einem Botschafter einer fremden Macht. Die Forderung auf Abberufung Rakowski» kann nach russischer Meinung nur alS ein unfreundlicher Akt gelten, der die ernstesten Rückwirkungen auf die Bezici-ungen zwischen beiden Ländern haben müßte. Gin solcher Aki scheint mir besonder» gefährlich, wenn er in einer an und für sich schon schweren inter­nationalen Atmosphäre und im Anschluß an eine Kampagne der reaktionären Presse voll­zogen wird, deren ausgesprochenes Ziel der Bruch zwischen Frankreich und Rußland ift

Die Zustande

in der französischen Marine.

Toulon. 6. Oft. (Havav.) Hier kam e» gestern auf einem Messemarkt in einer Schaubude zu eimm Zwischenfall. Mehrere Matrosen wollten Platze einnehmen, die Ingenieure der Kriegsmarine belegt hatten. Diese, die in Zivil waren, protestierten und zeigten den Matro- sen ihre Osstzieroausweije, worauf einer der Ma­trosen erklärte:3d) pfeife darauf, ich ver- lasse die Marine." (Er stürzte sich bann auf einen der Ingenieure und verletzte ihn im Gesicht. Den zu Boden Stürzenden bearbeitete er bann mit Fußtritten. Dem Angreifer gelang es, äu entkom­men. Der mit der Nachforschung der D o r fälle im Marinegeföngni» von Toulon beauftragte höhere Beamte hat seinen Bericht an den Mar.neminister eingereicht. (Er kommt zu den selben Feststellungen und Schlußfolgerungen wie die Erhebungen, die vom TOarincprat. Itcn und oom Befehlshaber de» Kreuzer»Ernest Renan* gemacht wurden. Die Kundgebungen im Marinegefängms und an $orb_ dieser. Kreuzers seien durch kei­nerlei Gründe berechtigt gewesen. Die Nahrung sei nicht schlecht und die Wächter seien rroefen Sanktionen sek reit* ergriffen und w»irden noch ergriffen werden, wenn es nötig sein sollte

Deutschland als Geldgeber für kuhland.

»Igener Drahtberrcht de» .Gießener Anzeiger»-.

Berlin, 7. Oft Da» Ausland hat bereits bei verschiedenen Ge egenHeiken De>chwerden da­rüber erhoben, daß Deutschland in grötze- rem Umfange al» Geldgebe t f ü r Vuh- land auftrat. Das ist besonder» geschehen fett England offiziell und formell seine Deztehun- gen zu Rußland abgebrochen hat. ohne freilich gleichzeitig die toirtschaftlrche Verorndung auf­zugeben oder auch nur ab;uichwachen. Es ift also ein' gut Teil Heuchelet dabei, wenn .man die Dinge so schildert, als ob e» die deutsch« Hilfe sei. die Rußland die Aufrechterhaltung einer Po- litik gestattet, wie fie England mit feinem Ab­bruch zu bekämpfen versucht.

AichtSdestoweniger trifft e» zu. dah Deutsch­land zur Zeit der w i ch t i g st e Geldgeber Ruß­lands ist. Da» kommt daher, daß einmal im Anschluß an den deutsch-russischen Handelsver­trag von Ende 1925 und an den Berliner Ver­trag ter belannten Dreihundert-Millio- n « n - K r e d i t nicht an Rußland, aber an die deutsche Industrie gewährt wurde, zu dem Zwecke. Rußland ihrerseits industrielle Liefe­rungen auf langes Ziel zu machen. Diese Summ« ist inzwischen nicht nur erreicht, sondern Wohl stellenweise auch überschritten tootten. Der Daily Telegraph", der sich in den vorerwähnten Artikeln mit ter Frage befaßt, beziffert diese sogenannten kurzfristigen Kredite, die auf Wechsel mit 12 bis 18 Monate Laufzeit ge­geben wurden, auf etwa 400 Millionen Mark. Daneben besteht nach der gleichen Quelle di« Anleihe von 300 Millionen Mark aus dem Jahre 1926. für di« eine Ueberzeichnung von 60 Millionen Mark, also insgesamt 360 Millio­nen Mark gegeben worden seien. Dieser Betrag sei vom Reich und den Ländern bi» zu 60 Pro­

zent garantiert. Im ganzen handele e» sich also um 800 Millionen Mark.

Da» Blatt ist schtecht berichtet und wirst zwei Dinge durcheinander. Denn Rußland hat niemals eine Anleihe von Deutschland bekommen. Vielmehr handelt es sich um die Garantie, die das Reich übernahm, gegenüber den Lieferanten Rußlands, die ihrerseits Kredite gewährt haben. Insgesamt beläuft sich die Verschuldung Rußlands an deutsche Lieferanten, für die das Deutsche Reich bis zur Höh« von 30.' Millionen Mark Sicherheit und zum Teil auch Dorfchüss« ge­leistet hat. auf ungefähr 500 bi» 600 Mill. Mark. Auch da» ist gewiß schon eine ansehnliche Summe, wenn man in Betracht zieht, daß Deutschland und die deutsche Wirtschaft zum großen Teil a u f Aus­landkredite angewiesen sind. Aber es ist bei weitem nicht so viel, wie die englischen und ameri- konischen Banken und Industriellen ihrerseits auch ohne Garantie der Regierung in Rußland investiert haben. . _ _

Man kann über die Geschäfte nnt Ruhlam grundsätzlich verschiedener Meinung fein; daß fie nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen sind, beweist der neue Konzesfionsver- trag. den Krupp mit der Sowjetregierung gerate tn diesen Tagen abgeschlossen bat und beweisen die großen Geschäfte, die z. B. die Otto-Wolff-Gruppe zwecks Ausbau nJ- sischer Petroleumanlagen mit Rußland in Die en Tagen getätigt hat. Gemessen an dem Geschäfts­umfang ist aber die russische Verschuldung gegen­über ter deutschen Wirtschaft keineswegs eine erschreckend hohe, und sie würde wahrscheinlich keiner Staatshilfe bedürfen, trenn die eigene Finanzlage der deutschen Wirt­schaft schon wieder vollkommen gesundet wäre.

gar keine

morgen wieder gute Freunde fein, wenn g e- nügendGeld zur Besiegelung dieser. Freund­schaft" zur Verfügung gestellt wird.

Die Gegner von h.utc werten

Die Unruhen in Mazedonien.

Bulgarisch-jugoslavischk Spannung.

(Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 7. Dtt. Zu den zahlreichen Bom­benattentaten im mazedonischen Teil Jugoslawiens, die in den letzten Wochen zu verzeichnen waren, hat sich nun auch noch die Ermordung eines Brigadegenerals hinzugesellt, was selbst­verständlich in Belgrad Helle Aufregung hervorge­rufen hat, wittert man doch hinter all den An­schlägen das bulgarisch mazedonische Komitee, weswegen man auch schon einmal in Sofia vorstellig geworden ist. Man kann natürlich ruhig hinnehmen, daß es sich hier um Handlungen freiheitliebender Mazedonier handelt. Deswegen ist aber noch keineswegs erwiesen, daß Bulgarien da- hintersteckt. Jugoslawien hat 1918/19 weite Strecken Mazedoniens sich einverleibt, sie aber bis heute nicht verdauen können, eben weil die Maze­donier keine Serben werden wollen. Wenn es daher immer wieder xu Zwischenfällen im Grenzgebiet kommt, so liegt bas nicht zuletzt auch an der Behandlung der mazedonischen Bevälkerung, die nach wie vor mit ganzer Seele an der alten bulgarischen Heimat hängt.

In Belgrad ist man aber in den letzten Jahren auch allmählich zu der Einsicht gekommen, daß end- lich einmal das mazedonische Problem irgendwie gelöst werden müsse. Verhandlungen mit Bul­garien sind hin und her gegangen, es hat Zeiten gegeben, wo sogar davon gesprochen wurde, Bul­garien werde sich dem jugoslawischen Staatsoerbande a n s ch l i e ß e n. Dieser Gedanke ist unzweifelhaft erwogen worden, doch wurde er nicht weiter erör­tert, weil sich Bulgarien plötzlich von allen Sei- t e n umworben sah. Darüber ist man in Belgrad etwas nervös geworden, woraus sich auch die jung- ften Beschwerden wegen der mazedonischen Anschläge' herleiten lasten. Wir glauben aber nicht, daß durch die Ermordiina des Brigadegenerals Jugoslawien sich zu Ungeschicklichkeiten verleiten läßt, eben weil man Bulgarien dafür gar nicht verantwortlich machen kann und weil andere Mächte eine jugo­slawisch-bulgarische Spannung sofort ausnützen würden.

Eine jugoslawische Demarche in Sofia.

Belgrad, 7. Oft (TU.) Der außerordent­liche Ministerrat beschloß, den jugoslawischen Ge­sandten in Sofia zu beauftragen, noch am Abend, spätestens aber Frei'ag vormittag, wegen der Ermordung des Generals Kovatscho« v i t s ch in Mazedonien bei der bulgarischen Re­gierung eine Demarche zu unternehmen. Ferner ist eine scharfe Rote an Bulgarien in Aus­sicht genommen. Die südslawische Regierung wird die Auflösung der mazedonischen Organisation fordern. Sollte di« bulgarische Regierung hierzu unfähig sein, so fordert .Ro- vosti". dah mit dieser Aufgabe ein fremder Staat beauftragt werte, ter al» der Be­auftragte des Völkerbundes vorgehen würde. Einer der Mörder de» Generals ist bereits verhaftet worden. Am Tatort wurde eine bulgarische Militärhandgranate gefunden.

Das chinesische Chaos.

Die nationalistische Front gegen Dschangtsolin.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers*.

Berlin, 7. Olt Der chinesische Bürgerkrieg zeigt zur Abwechslung wieder einmal ein andere» Gesicht. Alle ©eneräle, die sich bisher neutral verhalten oder die Südregierung bekämpft hatten, haben sich jetzt plötzlich mit den Rationa­listen gegen Tschangtsolin zusammen- geschlossen und bedrohen Peking ernstlich. Aehnliche Umgruppierungen hat e» aber in der Vergangenheit schon wiederholt gegeben, aber Tschangtsolin hat sich stets al» guter Soldat und geschickter Diplomat erwiesen, so daß er wohl sehr bald auch die neue Situation beherrschen wird. Denn darüber besteht doch kein Zweifel: die an Unzuverlässigkeit durch nichts zu üterb.cicn- ten chinesischen Generäle werden den Geld­gebern. die hinter ter neuen Koalition stehen, fofort ten Rücken kehren, wenn Tschangtsolrn ihnen mehr zu bieten vermag. Für fie ist letzten ®nte» der Bürgerkrieg nicht» andere» als ein geschäftliche» Unternehmen, bei dem fie nur darauf zu achten hiten. dah fie finanziell gut abschneiten. Mit wem sie zusammen mar­schieren und gegen wen sie kämpfen spielt dabei

llus aller Welt.

Der älteste Schiffspastagier ter IDclL

Im vergangenen Frühjahr blickte die Ham- burg-Amerika-Linie auf ein 80jährigeS Bestehe t zurück. Es trifft sich recht eigenartig, daß gcraoe in ihrem Jubiläumsjahr mit dem Dampfer Deutschland" ein Passagier reiste, ter vor nahezu 80 Jahren mit dem ersten Schiff der Hapag nach den Vereinig­ten Staaten auswanderte. Es ist dies ein Herr Quehl aus St. Louis, der 1851 mit seinen Eltern die Ueberfahrt von Hamburg nach Reuyork mit einem nur 600-Tonnen-Dampfer, dem ersten Schiff ter Hapag. machte. Dor kurzer Zeit, also nach 76 Jahren, lehrte der Genannte auf derDeutschland" wieder in seine Heimat zurück. Mit Recht kann also dieser Reisende für sich in Anspruch nehmen, ter älteste Schisf»- pc^sagier ter Welt zu sein.

Line inlerestante Reteffaklstlk.

Der preußische Landtag gibt da» vor­läufige Verzeichnis ter Redner heraus. daS sich auf rund 300 Sitzungen erstreckt. Die Statistik beginnt am 5. Januar 1925. Au» Ihr ergibt sich, dah von ten Ministern am meisten ter preu­ßische Finanzminister Höpker-Aschoff hat sprechen müssen, und zwar rund achtzigmal. Reichskanzler Dr. Marr hat al» preußischer Ministerpräsident nur viermal im Landtag ge­redet. Den absoluten Reterekord hält Der Komrnunist Pteck. ter in 307 Sitzungen ins­gesamt 246 Reden gehalten hat. Pieck hält auch insofern den Rederekord, als -er es fertig ge­bracht hat, in einer einzigen Sitzung zweiundzwanzigmal zu sprechen.

von Bufdjleuten auf ten Salomonsinscln ermortel.

Ein Kaufmann, der mit einem Regierungs­dampfer von den Salomonsinieln auf den Fidschi» inscln ankam, berichtet, dah Buschleute ten Di­str i f t » l o m m i f f a r, einen hohen weißen Offizier, 15 eingeborene Polizisten und f a st die ganze Besatzung eine» Polizei- dampfers an der Rordostspitze ter Insel Malaita ermordet hätten. Der Bootsmann des Schiffes und vier verwundete Polizisten feien die einzigen Ueberlebcnben.

Die Droschke auf dem Bürgersteig.

Ein aufregender Vorfall spielte sich in Ber­lin am Bahnhof Z o o ab. Eine Kraftdroschke fuhr plötzlich auf dc Bürgersteig und stieß gegen einen Eisenträger der Bahnüberführung Sa­bel ging der Wagen in Trümmer und die beiden Fahrgäste wurden schwer verletzt. Außerdem wurde eine Passantin überfahren. Auch sie erlitt schwere Verletzungen.

Gasexplosion.

In Drelau ereignete sich aus noch un­bekannter Ursache in einem Haus« ter Opper- auet Straße eine sehr schwere LeuchtgaS- Explosion. Das gesamt« 1. Stockwerk brach in sich zusammen. Menschenleben sind nicht zu beklagen.

Durch ein Jlugjeug getötet

Iin Kieler Hasen tourte daS Boot eine» früheren DeckOffiziers von einem Flugzeug über­rannt. Der Bovtsinsasse ertrank.

Der weibliche Schuhmann.

Bei ter Mannheimer Gefährtetenpolizei sind seit 1. Oh ober drei weibliche P olizei- bcamte tätig. Sie üben ihren Dienst in Uni­form auS und tragen eine Iangfd>5&ige blaue Jacke, in Taille geschn tten, mit gelber Litze am Unterarm, und einen weiten Rock aus gleichem Stoff. Ein runder stei'er Filzhut und hohe Schnürstiefel ergänzen die Un form dieser wüb­lichen Polizeibeamten. Waffen tragen sie nicht.

Zigeuner Herzberg.

Seinerzeit wurde von ten vielen Straf- und Mordtaten eine» langgeluchten Zigeuner Haupt- mann» berichtet, ter endlich nach einem langen Fahndungsverfabren b i P l ta.ie i in Ostpreußen nach einem heftigen Kampfe fest genommen werten konnte. ES hantelt sich um ten Zigeuner- Häuptling Han» Hcrzberg, dem nicht weniger al» 5 Morde nachgesagt werten. Ml diele Blut­taten werden auf die heute noch bei Zigeunern bestehende Blutrache zurückgeführt. H^lx.rg versucht eine Reihe von Straftat?n und Delikten abzuleugnen. Er soll daher jetzt von Berlin, wohin er nach seiner Festnahme geführt wurde, nach Hanau gebracht werken wo man stosst, die Untersuchungen schneller und leichter führen au können, da Hanau ter Sitz von Herz­bergs Z.geunerstamm ist.

D 1250

nach Lissabon abgeschleppt.

Notlandung wegen dichten NeveiS.

Lissabon, 6. Oft. (HavaS.) Das deutsche Flugzeug D 1230 tourte heute vormittag 10 Uhr durch den Schlepper .Falelo' von Santa Sruz nach Lissabon geschleppt, too es um 16 Uhr ein traf. Die deutschen Flieger waren durch dichten Rebel, ter die Weiterfahrt unmöglich macht«, zu ihrer Rotlandung bei Santa Eruz. 60 Kilometer von Lissa­bon entfernt, gezwungen worden.

Nach seiner Ankunft in Lissabon «rflärte ter Führer des Flugzeuges einem Vertreter der Agence Haoas: Wir flogen von Amsterdam in durchschnitt­lich 500 Meter Höhe di« französische Küste entlang und nahmen Richtung auf Ouessant, be­günstigt von Südostwind, später von Oftnnnö. Wäh­rend tes ganzen Fluges sandten wir Rachrichten an die Station Ouessant, die hierauf antwortete. Wir erreichten bei herrlichem Wetter die spanische Küste und riefen Bigo an, das Antwort sandte. Alsdann folgten wir der p o r t u-i« s i s che n Stufte. Ungefähr hundert Kilometer vor Lisiabon ge­rieten wir in dichte Rebel. Wir versuchten meh­rere Male, Lisiabon anjurufen, um uns bi« Richtung angeben ,zu lassen, ohne jedoch Antwort zu erhalten. Dor die Unmöglichkeit gestellt, den Flug sonzusetzen, beschlossen wir um 4.45 Uhr auf das Meer niederzugehen. Da Lissabon nicht auf unsere Anrufe antwortete, entschlossen wir uns, auf dem Platz unserer Landung zu bleiben, ter unserer De- rcchnung nach Santa Cruz sein muhte. Daß Meer war glücklicherweise ruhig. Die Fistßerbarken in der Umgebung eilten zu Hilf«, ater infolge ter Unmöglichkeit, uns oerftäniigen zu können, ging der Pilot Loose an Land und versuchte mit dem Reserve-Landfunk-Apparat Lissabon zu erreichen, das jedoch immer noch nicht antwortete. Er übergab darauf dem Führer eines Autos einen Brief an un­seren Lissaboner Vertreter. In der Rächt mutte uns bann ein Schleppdampfer zur f) i l fe­ie i ft u n g gesandt. Wir hofften, fall» sich ter Rebel verteilen würde, bei Tagesanbruch Lissabon auf dem Luftwege zu erreichen, mußten uns jedoch ent­schließen, uns iqs Schlepptau nehmen zu las­sen. Im übrigen war der Flug ausgezeichnet und wir hätten ihn fortgesetzt, wenn wir nicht durch ten Rebel behindert worden wären. Die Motoren ar­beiteten gut. Wir hoffen, daß sich In zwei oder drei lagen das Wetter bessern wird, um gegebenenfalls unseren Flug fortsetzen zu können.

Kunst und Wissenschaft.

Tagung tes Verbandes deutscher Hochschulen.

Die fünfte Tagung des Verbandes der Deut­schen Hochschulen fand in Aachen statt. Der Vor­sitzende des Verbandes, Prof. S ch e e l - Kiel, wür­digte in seiner Begrüßungsansprache die Zusam­mengehörigkeit der Professorenschast mit der Stu­dentenschaft als wertvolles Mittel zur Erfüllung der großen nationalen und internationalen Aufgaben der Hochschulen. Der Rektor ter Hochschule Aachen, Prof. Wentzel, begrüßte die erschienenen Rek­toren der deutschen Universitäten Er betonte die Verbindung der Hochschulen mit dem Ausland« und erinnerte an die Notwendigkeit, die Anziehungs­kraft der Grenzlandhochschulen durch besondere Maßnahmen in jeder möglichen Weise zu stärken. Mit Bedauern/ so sagte der Redner,sehen wir, wie in den von un» getrennten Gebieten die deutsche Jugend in die fremden Schu­len gezwungen wird, und stehen dem waffen­los gegenüber. Um so mehr muß uns die Psieg« deutschen Geiste» und deutscher Wissenschaft durch die Erhaltung starker Hochschulen als geistige Festen an ten Grenzen des Landes am Herzen liegen.

Die Metterlaae.

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^Ciieruuvnuoiage.

Noch immer läßt ter Zustrom kühler Luftwaffen aus nordivesUicher Richtung beim Zusammentreffen mit südwestlicher Lust di« Bildung von Störungen erkennen, die außer stärkerer Bewölkung auch ver­einzelt« Niedericßtäge bringen. Obwohl wir im Be­reich tes westlichen Hochdruckgebietes liegen, so kommt kein« Schöna>«t ter läge auf, denn die herr­schende Luftströmung erhält weiter den jetzigen Witterungscharakter.

Wettervoraussage: Meist wolkig, nur vorüber­gehend aufhciternd, Temperaturen wenig verändert und strichweise Regenfälle wahrscheinlich.

Witterungsaussichten für Sonntag: Fortdauer des Wctterungscharalters.

Lufttemperaturen am 6. Oktober: mittags 10,4 Grad Celsius, abends 7,8 Grad Celsius, am 7. Okto­ber: morgens 8 Grad Celsius - Erdtcmperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 6. Oktober: abends 9,1 Grad Celsius; am 7. Oktober: morgens 8,3 Grad Celsius. Marimum 10,5 Grad Celsius, Minimum 6,7 Grad Celsius. Niederschläge 0,1 Millimeter.