Einzelbild herunterladen

Nr. 209 Drittes Blatt

RBEIT

81361

eni

ncl

yrt, dachte er " w>rd in dn

Probe zurück. ' 7 beschäftigen Summen, und ihr 15 Mädchen oder der rgen schienen etwas d°s nicht fam. Sie das Gefühl, neben hen, wie sie litt... 15 alles kaum noch

It)

Die Deutsche Mkaurstellung.

Bon Wilhelm Buchmann.

Nachdruck verboten.

Nicht nur alle neuen Haltestellen der Lon­doner Untergrunöbalyn haben Rolltreppen, es sind auch Aufzüge auf älteren Bahnhöfen durch Rolltreppen erseht worden. Bis jetzt sind 61 Rolltreppen im Betrieb. Reben den Aufzügen sind diese Rolltreppen für die Mehrzahl der Bahnhöfe eine unbedingte Rotwendigkert, wenn man berücksichtigt, daß die Londoner Bahnhöfe der elektrischen Schnellbahn durchschnittlich etwa IS*Meter unter der Erdoberfläche liegen. Es gibt sogar Bahnhöfe, bei denen man bis zu der ansehnlichen Tiefe von 50 Mqjer hinunt ersteigen muh.

Die Geschwindigkeit der Rolltreppen beträgt im allgemeinen 70 Stufen in der Minute, so

aifjerk1

tt» A-ickL

%al|erM

h

dustrie kaum denkbar ist.

Vorbildlich in dieser Richtung ist die Deutsche Reichspost, die in anschaulichen Darstellungen und Mustern den Störenfrieden des Rund­funks zu Leibe rückt. Insbesondere wird gezeigt, wie sich die Störungen durch die Straßenbahn durch Austausch der früher aus Kupfer, Messing oder Eisen bestehenden Stromabnehmer gegen solche aus Kohle vermeiden lassen. Gegen die besonders üblen Störer, die Hochfrequenzbeilapparate, wurden meh­rere Mittel in Verbindung miteinander vorgc- schlagen Die Handhaben der Apparate werden mit einem Schutzblech umgeben, das einen Hochfrequenz­kurzschluß für die sonst frei ausstrahlcnden Stör­wellen bildet. Ferner dienen Kondensatoren in der Zuleitung und unverwechselbare Stöpsel zur Ge­währleistung der richtigen Polung ebenfalls zur Be­seitigung des Uebels. Motorgeräusche, die durch fun­kende Kollektoren verursacht werden, lassen sich durch Drosselspulen und Kondensatoren beseitigen. Auch für Klingelanlagen werden mit Vorteil Kondensa­toren verwendet, die den Unterbrechungskontakt der Klingel überbrücken. Lichtschalter, besonders solche, die häufig ein- und ausgeschaltet werden, wie z. B. die in Lichtwerbeanlagen, können ihrer störenden Wirkung ebenfalls durch Drosselspulen und Konden­satoren beraubt werden. Reges Interesse erwecken die Vorführungen von schwingenden und leuchten­den Kristallen, wie sie zur genauen Frequenz­bestimmung und sogar zur selbsttätigen Steuerung von Sendern benutzt werden. U. a. wird ein Ge­rät gezeigt, dessen Kristall die Schwingröhre gleich- bleibend auf der Wellenlänge 80 Meter hält, wobei die ausgestrahlte Welle in den folgenden Stufen durch Frcglienzvervielfachung auf 20 Meter herab­gesetzt wird. Den Hauptanziehungspunkt bildet na­türlich das Bildfunkgerät nach dem System Telefunken-Karolus, auf dem man feine eigene Handschrift oder auch Bilder gegen eine ge­ringe Gebühr übertragen lassen kann. Der Gleich­lauf zwischen Sender und Empfänger wird durch gleichgestimmte Stimmgabeln aufrecht erhalten, deren Genauigkeit so groß ist wie zwischen zwei Uhren, die in zwölf Tagen noch nicht einmal eine Sekunde voneinander abweichen. Für die wissen­schaftliche Forschertätigkeit des Telegraphentechni­schen Reichsamis legt ein Gerät Zeugnis ab, das die Feldstärkenänderungen bei der Aufnahme ferner Sender, die unter dem NamenFading s" be­kannten Schwunderscheinungen, getreulich auf­zeichnet.

Sehr anschaulich bringt auch die Reichsrundftmk- gefeilschaft Ausschnitte aus iljrcm Tätigkeitsgebiet. Die Geräuschmaschinen, wie Wind-, Regenmaschinen usw., erfordern einen ganzen Stab geschulter Leute. Die Noragsender haben nach Entwürfen vom Funkheinzelmann" Badenstedt eine Art Ge­räuschorgel im Modell ausgestellt, die von einem einzigen Mann bedient werden kann. Die ein­zelnen Geräuschmaschinen arbeiten dabei auf be­sondere Mikrophone, die die Geräusche über regelbare Widerstände unmittelbar auf den Vorverstärker ge­ben. Dadurch wird das Hauptaufnahrnemikrophon entlastet, und es läßt sich jede gewünschte Lautstär­kenzusammenstellung erreichen. Die Reichsrundfunk- gesellschafr sucht neue Hörerkreise auf dem Lande durch einen Kraftwagenempfänger mit Großlautsprechern zu gewinnen. Dem glei­chen Zweck dienen auch zwei von Siemens & Halske ausgestellte Werbekraftwagen, die mit den vollendet­sten Geräten ausgestattet find. Von verschiedenen Funkvereinen sind hie Ergebnisse von Bastlerwett­bewerben ausgestellt, die große Liebe zur Sache und technisches Verständnis erkennen lassen und in denen die Fortschritte seit den letzten Ausstellungen unver­kennbar sind.

rgebnnq.

ifterieller Genehmi- b her RM. für 8^ ibe RohbauaMen )er Unio.-fiinMRnil ntlichen Wettbewerb

8118C ^arbeiten: u. a. 943 9 cbw Srudjfkin- Bach'teinnilmmveck, Wände.

, M qm M MrM.

ten: u. a. Treppen, ideste, 847 qm Eisen-

Meter Eifenbeton-

fen: a) aus Basalt­aus Kunststein 4,10

u a. 68 cbm $3ii- ). Meter M * Dachgesinife, 648 qm

eiten: u. a. 400 U

Meter *«* E«.«.!» KM- i? Wer SrMeiMl uf unterem q '

EM ie Zeichnu"^ jrrat reicht, von

ersehen, yomnttags 11

°-hen. . .ptember l927' uamt rth^.

ür ben werden-

n Bureau u . , uns ,gen 111» 3®°h> Mr - 8' 2 Uf)r ,

Technisches Allerlei.

Heber 22 Millionen Kraftwagen jeder Art sind bis jetzt in die behördlichen Listen der Ver­einigten Staaten eingetragen worden. Run trägt jeder Wagen mindestens ein Nummernschild, bie Mehrzahl aber zwei solcher Schilder, eins vorn unter dem Kühler und eins an der Rückseite. Rach dem Bericht des Bureaus für öffentliche Fahrstraßen in Washington muhten die Bescher der Kraftwagen für diese Nummernschilder ins­gesamt 288 282 352 Dollars zahlen. Zur Her­stellung der Schilder sind nach vorsichtigen Schät­zungen nicht weniger als 6000 Tonnen Stahl verbraucht worden. Die Anzahl der mit ihrer Herstellung beschäftigten Arbeiter läßt sich nicht genau angeben, doch müssen an den 2 225 000 Paar Blechschildern, die in einem Jahre nur im Staate Reuyork allein ausgegeben wurden, un­gefähr 100 Menschen ununterbrochen vom 1. Ja­nuar bis zum letzten Tage des Kalenderjahres arbeiten, wozu noch eine Belegschaft von 15 oder 20 Köpfen für eine Nachtschicht von sechs Monaten kommt.

Üllt damit zugleich eine dankbare Ausgabe, nämlich technisches Verständnis in weite Kreise zu tragen, ohne das ein bleibender Erfolg für den Funkfreund und rückwirkend auch für die Jn-

,u*)e aus LKi LW « unb Ql5l.tQBe ebrach, Wbe dann ?5 Simm« k®? '"gen ä iut m berC °°" d nach i noch, ibt |ie hnU5F ane- ab, »ui d°s dem Ufä« °der '°n fdx'int

ur ÄIlnLs DDn der L^chirm ia[ kann ?-u läuten. $er e*8en. baS nben?"

®ii9 mich ja kss ld> Mich auiftellen in um biefe Zeit

Wieder ist ein Jahr verflossen, ein Jahr reicher Arbeit in der Wissenschaft und der Funkindustrie. Wie ihre Vorgängerinnen so soll auch die diesjährige vierte Funkausstellung einen Ruhepunkt gewähren, der allen beteiligten Kreisen Gelegenheit gibt, das Geleistete prüfend zu überschauen und neue Ent­wicklungslinien für das kommende Jahr zu ermit­teln. Die Ausstellung ermöglicht den Firmen eine 'ime mit den Groß- und Kleinab-

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 7. September <927

Aus Natur und Technik.

Diesen Eindruck hat man auch ganz allgemein von fast allen ausgestellten Gegenständen der deut­schen Funkindustrie. Im letzten Jahr ist viel Spreu vom Weizen geschieden worden; das zeigt sich be­sonders an der durchweg vornehmen und sorgfölti- gen Ausstattung der Geräte. Rein äußer­lich hat sich die viereckige Kastenform als zweck­mäßigste Form durchgesetzt. Dabei ist noch mehr als im Vorjahr eine strenge Scheidung zwischen Orts­und Fernempfängern zu bemerken. Die Gründe hierfür liegen in der engen Besetzung des zur Ver­fügung stehenden Wellcnbandes. Für den Fern­empfang sind nur hochempfindliche Geräte verwend­bar, die die nahe beieinander liegenden Wellen sau­ber trennen können. Das erfordert mindestens zwei Abstimmkreise. Hatten im vorigen Jahr noch die Neutrodyneempfänaer die Oberhand, so läßt die diesjährige Ausstellung erkennen, daß dem H e t e - rodyne- und dem Suverheterodyne- empfänger die nächste Zukunft gehört. Gerade diese Geräte sind mit liebevoller Sorgfalt weiter ent­wickelt worden. Eine ganze Reihe erstklassiger Fir­men sind zur Einknopfstellung übergegangen, z. T. sogar unter Weglassung von Heizreglern, ja, man geht sogar noch weiter und entnimmt auch den Heiz- nnd Anodenstrom aus dem Licbtnetz. Selvstoerständ- lich sind für bescheidenere Ansprüche auch billigere Geräte mit hoher Leistungsfähigkeit zur Schau ge­stellt. Vielfach gibt man der kapazitiven Rück- koppelung den Vorzug. Der Verschöne­rung desWochenendes dienen leichte Koffer­empfänger für Lautsprecher- und Kopfsernhörer- empfang, in die alles Zubehör einschließlich der Rahmenantenne eingebaut ist. Im Ortsempfänger- bau zeigen sich wesentliche Vereinfachungen dadurch, daß auch bei breiter Abstimmung ferne Sender nicht stören. Auch hier geht das Bestreben auf Zusammen­bau mit NetzanschlußHeräten, die die lästigen Samm­ler und 2Inooenbatterien überflüssig machen.

Natürlich nehmen die Netzanschlußgeräte selbst einen breiten Raum ein: Fast alle Firmen treten mit eigenen Bauarten auf. Einen neuen Weg beschreitet Telefunken mit einer Wechselstromröhre, die über einen Spannungswandler mit 3,5 Volt aus

dem Lichtnetz geheizt wird. Die Aufgabe ist dadurch gelöst, daß die Kathode auf einem dünnen Kaolin röhrchen fitzt, in dem sich isoliert der Heizdraht be­findet. Die Wärme wird der Kathode also durch Wärmeleitung übermittelt. Auch zur Entnahme des Anodenstroms hat Telefunken ein neues Vollweg- Gleichrichterrohr geschaffen.

Im Lautsprecherbau bevorzugt man im­mer mehr den Großflächenlautsprecher, bei dem die große Membran auf die verschiedenste Weise ange­regt wird. Die Mehrzahl arbeitet mit Kegelmem­branen, zum Teil mit Zungen zwischen den Polen eines starken Sauermnaneten. Sol ehe Systeme sind auch einzeln käuflich und so ausgebildet, daß sie ein­fach auf einen Resonanzboden aufgesetzt werden können, z. B. auf den Tisch, das Klavier, eine Fensterscheibe usw. Der durch den sprechenden Film bekannt gewordene Erfinder Vogt führt einen Kondensatorlautsprecher vor, der ganz Erstaunliches leistet. Endlich wird auch die elektro- dynamifche Steuerung angewendet; das bekannteste Beispiel dafür ist der Siemens-Großblatthaller.

unter den Zubehörteilen sind verhältnis­mäßig wenige Neuerungen zu verzeichnen. Was gezeigt wird, ist jedoch sauberste Arbeit. Praktisch erscheinen Röhrenzwischensockel, die die Verwendung von Sonderröhren, wie z. B. Mehr­fachröhren, Doppelgitterröhren oder Wechselstrom­röhren in Apparaten mit gewöhnlichen Röhren­fassungen zulassen, ohne daß große Aenderungen am Apparat selbst notwendig werden. Eine beach­tenswerte Neuerung ist ein Quecksilber-Pen­delkondensator. Zwischen zwei flachen Scheiben, die je zur Hälfte mit den vollkommen isolierten Kondensatorbelegungen versehen sind, be­findet sich ein Raum, der mit etwa vier Gramm Quecksilber gefüllt ist. Dieses Quecksilber stellt sich durch die Schwerkraft immer In die tiefste Lage; durch Drehen des Scheibensatzes kommt es mehr ober weniger zwischen die isolierten Bele­gungen. Der Vorteil dieses Kondensators ist beson­ders sein geringer Raumbedarf in der Tiefe, fein leichter Gang und fein geringes Gewicht. Eine schwierige Ausgabe ist der Ausgleich von mehreren

Das abgefägte

ohnhaus.

Don Ingenieur Karl Trott.

Nachdruck verboten.

Die Feuchtigkeit ich der gefährlichste Feind eines Hauses. Langsam aber sicher schleicht sie vom Erdboden herauf, verdirbt den Verputz, macht das Wohnen ungesund und führt schließlich zu der gefürchteten Schwammbildung. Die bau­polizeilichen Vorschriften verlangen daher, daß der Feuchtigkeit durch eine geeignete Zwischenlage der Weg versperrt wird; weil diese Vorschrift aber jünger ist als sehr viele Häuser, so bleibt der Schaden bestehen. Besonders in Seebadeorten, in denen viele Häuser nur für den kurzzeitigen Fremdenaufenthalt gebaut sind, findet man auf diesem Gebiete manchmal geradezu trostlose Zu­stände. Da hat nun eine Münchener Firma, von dem Gedanken ausgehend, daß sich Steine mit einer Säge ganz gut zerschneiden lassen, ein sehr einfaches und gutes Mittel gefunden. Sie macht mit einer Säge etwas über dem KÄlerboden einen ungefähr fingerbreiten Schnitt durch das ganze Mauerwerk, fügt also das Haus vollständig von feinen Grundmauern ab. Schrittweise mit dem Vorschub der Säge werden dann Streifen aus Dachpappe, die mit ihren Rändern zur besseren Abdichtung etwas übereinander gelegt werden, in den Schlitz des Schnittes eingelegt. Damit sich die Mauern nicht senken können, werden noch eiserne Keile in den Schlitz eingetrieben und alle Zwischenräume mit Zement ausgefüllt.

Das Verfahren hat sich besonders in Süd- beutschland gut eingeführt. So wurde z. B. daS bekannte Munster in älefcerlingen am Bodensee dadurch vor dem Verfall bewahrt. Wenn man bedenkt, welche hohen Ausgaben jährlich für Ausbesserungen nötig sind, so bedeuten die Kosten dieses Verfahrens mit rund 20 000 Mark keine zu große Ausgabe. Für ein Quadratmetex durch­gesägte Mauer kann man etwa 60 Mark rechnen. Von besonderer Bedeutung ist die Schnelligkeit der Arbeit. Sie dauert bei einem kleineren Wohnhaus nur wenige Tage, und die Bewohner werden kaum gestört. Uns sind Fälle bekannt, in denen Pfeiler von 3 Meter Stärke unter Lasten von mehreren hundert Tonnen glatt durch­

geschnitten wurden. Dem Verfahren steht zweifel­los noch eine große Zukunft bevor, denn es gibt nicht nur Häuser, die überhaupt keinen Feuchtig­keitsschutz haben, sondern auch solche mit einem

mangelhaften Schuh. Hierher gehören insbeson­dere viele gleich nach dem Kriege erbaute Häuser, wo man teilweise recht schlechte Jsoliermittet erhielt.

Jrn ganzen kann man sagen, daß das Ver­fahren nicht nur geeignet ist, geschichtlich wert­volle Bauten vor dem Untergang zu bewahren, sondern auch dem Dolksvermögen beträchtliche Werte zu erhalten.

aus einer gemeinsamen Welle angeorbneten Dreh­kondensatoren, wie sie besonders bei den Einknopf« pcräten verwendet werben. Eine belangreiche Lö­sung gibt ein Abäqualor, zu deutsch Ausglei­cher. In ihm ist bie sonst notwenbige Abgleichplatte, bereu Einstellung jedoch nur für einen bestimmten Bereich Gültigkeit hatte, in eine große Zahl klei­ner Segmente aufgelöst, von denen jedes einzelne einstellbar ist unb nun für sich bie Abgleichung des zugehörigen Kondensators für den kleinen von ihm gedeckten Drehwinkel übernimmt.

Alles in allem kann man mit Befriedigung feft- siellen, daß der deutsche Rundfunk in der heimischen Funkindustrie eine kraftvolle Stütze hat und durch sie in die Lage gesetzt wird, seine hohen Aufgaben zu erfüllen.

Fortschritte in der Glartechnik.

Von Rolf Braun.

Rachdruck verboten.

Man glaubte bisher, daß geräumige Zimmer mit großen Fensterscheiben wegen der wohltäti­gen Heilkraft der Sonnenstrahlen besonders ge­sund seien, Untersuchungen haben jedoch ergeben, daß das gewöhnliche Fensterglas gerade von dem lebenswichtigen Teil dieser Strahlen, näm­lich den unsichtbaren ultravioletten Strahlen, so gut wie gar nichts durchläßt, und daß man bei­nahe ebensogut die Fenster zumauern lassen könnte. Beim Durchtritt durch eine gewöhnliche Glasplatte werden von einem Spektrum nur das sichtbare Licht und schmale Bänder der unsicht­baren infraroten der Wärmestrahlen und der ultravioletten Strahlen durchgelassen. Die für das Leben in erster Linie notwendige Strahlen­gattung mit noch kürzeren Wellenlängen als der der gewöhnlichen ultravioletten Strahlen werden vollständig verschluckt. Abhilfe läßt sich durch ein Glas schaffen, das aus geschmolzenem Quarz hergestellt ist. Sein Preis ist jedoch viel zu hoch, als daß es allgemein verwendet werden könnte. Wohl hat män Quarzglas für Sonder­zwecke benutzt, so z. B. für die bekannte Quarz­lampe zur Erzeugung der künstlichen Hohensonne, deren Licht ja so überaus reich an ultravioletten Strahlen und an solchen mit noch kürzeren Wel­lenlängen ist. Gerade hierauf beruhen ja die erstaunlichen Erfolge, die man mit der künstlichen Höhensonne erzielt hat. Run ist nach neueren Rachrichten gleich zwei Firmen gelungen, preis­werte Gläser herzustelken, die fast das ganze Spektrum einschließlich der lebenswichtigen ganz kurzen Strahlen durchlassen. Die Preise dafür sind durchaus erschwinglich; sie sind nicht viel höher, als die für gutes Spiegelglas. Heber die Zusammensetzung der einen Glasart ist bis­her nichts Räheres bekannt geworden. Das zweite Glas ist ein organisches Glas; es besteht aus Zelluloseazetat. Diese stark durchlässigen Gläser werden mit Vorteil für Krankenhäuser, Kinder­zimmer, Gewächshäuser und in Zoologischen Gär­ten für Tiere aus heißen Zonen schon vielfach verwendet. Das organische Glas hat ferner den Vorzug, daß es außerordentlich leicht und bieg­sam ist und sich mit der Schere schneiden läßt. Vor allem ist es unzerbrechlich. Diese Eigen­schaft weist ihm als Anwendungsgebiet besonders Fahrzeuge aller Art zu.

Gerade für solche Zwecke besteht ein sehr lebhaftes Bedürfnis, insbesondere im Kraftwagen­bau, beruhen doch dreiviertel aller Verletzungen bei Kraftwagenunfällen auf der verheerenden Wirkung der scharfen Glassplitter-. Schon früher hatte man versucht, Zelluloidscheiben zu verwen­den; diese wurden aber schnell blind. Run ist seit einiger Zeit aber ein Glas im Handel, das diese Rachteile nicht aufweist und dabei noch eine ganze Reihe von weiteren Vorzügen hat. Dieses nichtsplitternde Glas stellt eine sehr bea<f)tenä* werte Lösung einer technischen Aufgabe dar, die in ihrer Einfachheit verblüffend toirft. Das neue Glas besteht aus drei Schichten: Zwei dünne Glasplatten sind mit einer dazwischenliegenden Zelluloidschicht xufammengefittet. Bei der tech­nischen Durchführung dieses Gedankens ergaben sich allerdings zunächst erhebliche Schwierigkeiten. Die verwendeten dünnen Glasplatten mußten vollkommen eben sein. Als besonders gut geeig­net erwies sich nach längten Versuchen böhmi­sches Spiegelglas. Das Zusammenkitten geschieht unter einem Druck von über 100 Atmosphären, wobei der Preßttsch gleichzeitig erhitzt wird.

Dieses Glas hat sich hervorragend bewährt. Es ist an sich bereits biegsamer als gewöhnliches

daß, da jede Stufe für zwei Personen einge­richtet ist, stündlich 8400 Personen mit einer solchen Treppe befördert werden können. Diese Mindestberechnung geht davon aus, daß die Benutzer bei der Fortbewegung der Treppe darauf sttllstehen; da aber erfahrungsgemäß die meisten wie auf einer gewöhnlichen Treppe auf­wärts steigen, ist die tatsächliche stündliche Lei­stung noch größer. In letzter Zeit ist man dazu übergegangen, die Geschwindigkeit noch um etwa 10 vom Hundert zu steigern, ohne daß sich hier­aus irgendwelche Unzuträglichkeiten ergeben haben.

Bei den älteren Rolltreppen stieg man von der Seite auf und verließ sie ebenfalls seit­wärts. Bei der neuen Bauart dagegen geht man wie bei der gewöhnlichen Treppe geradeaus. Die Stufen legen sich an beiden Enden in einer Aus­dehnung von drei Stufenbreiten mit wagerechter Ebene genau nebeneinander, was den Zu- unb Abgang sehr erleichtert. Die Stufen sind mit hölzernen Leisten mit Zwischenräumen belegt, die senkrecht zur Kante verlaufen. In die Zwi­schenräume greifen die Zinken eines an der anschließenden Kante des festen Fußbodens an­gebrachten Kammes ein. Die Treppenstufen wer­den mit Rollen, die sich unten an der Steigung und hinten am Auftritt befinden, mit Ketten über zwei Schienen bewegt. In den Berliner Warenhäusern sind bie Rolltreppen übrigens ebenso gemacht.

Rach einer vom amerikanischen Departement of Scientific and Industrial Research durchgesührlen Untersuchung über die Einwirkung der Beleuch­tung auf die Arbeit in der Schriftseherei wird gefordert, daß bei einer künstlichen Beleuchtung von 240 Lux eine Höchstleistung wie beim besten Tageslicht erzielt wird, während die Irrtümer und verwechselten Buchstaben einen Mrndestwert erreichen. Diese Lichtstärke ist aber viel hoher,

als sie gewöhnlich in den jetzigen Druckereien an- gewendet wird. Eine Steigerimg der Lichtstärke allein scheint allerdings eine größere Unbequem­lichkeit für den Setzer nach sich zu ziehen, da die Blendung stärker und die Wärmestrahlung der Lichtquelle größer ist. Weitere Untersuchungen, die gegenwärtig durchgeführt werden, sollen die Unterlagen für eine zweckentsprechende Beleuch­tung liefern, bei der diese Rachteile vermieden werden.

Der Eisenbahnausschuß von Kalifornien hat einen Bericht über bie Entwicklung der Wasser­kräfte veröffentlicht, wonach zur Zeit insgesamt 1930 000 Pferdestärken erzeugt werden. Die Größe der Anlagen schwankt zwischen 9 und 113000 Pferdestärken. Der weitaus am vollständigsten ausgebaute Fluß ist bet San-Joaquin- Fluß, bet insgesamt 440 000 Pferdestärken liefert.

In einem Vortrag vor der englischen Junior Institution of Engineers würbe darauf hinge­wiesen, daß ein mit dem Pinsel aufgetragener Farbanstrich keine so gute Schuhwirkung ausübt wie die unter Druck aufgesptihte Farbe. Bei dem gewöhnlichen Anstreichen mit dem Pinsel wird Wohl eine gute Oberflächenschutzschicht erzielt, beim Farbsprihvetfähren dagegen bringt bie Farbe in die Poren dss zu überziehenden Stoffes ein, wie durch mikroskopische Untersuchungen festge­stellt worden ist. Es ist außerdem möglich, feine Risse unb schwer zugängliche Ecken viel leichter zu treffen als mit dem Pinsel. Weitere Vorteile liegen in der Bequemlichkeit der Handhabung unb bet Schnelligkeit der Ausführung sowie in ber Erzielung einer viel gleichmäßigeren Schicht, als sie mit dem Pinsel hergestellt werden farm.

Die neuen Vorschriften für die Ausrüstung von Straßenbahnen verlangen Geschwindigkeiten

von 40 bis 48 Kilometer in der Stunde, was etwa der doppelten Geschwindigkeit entspricht, die vor dem Kriege üblich war. Die Anzahl der Sitzplätze und damit die Länge ber Wagen hat ebenfalls erheblich zugenommen. Die Folge davon ist, daß stärkere Elektromotoren verwendet werden müssen. Durchweg werben an jebem Wagen zwei Motoren angebracht. Dor dem Kriege liefen die Anker ber Motoren mit durch­schnittlich 600 Umläufen in ber Minute, während heute Geschwindigkeiten von 900 Umläufen in ber Minute erreicht werden. Die früher übliche vollkommen geschlossene Bauart der Motoren wurde verlassen; sie haben heute Selbstkühlung. Als wichtige Folge dieser Aenderungen tourbe erreicht, daß die Motoren kleiner und leichter wurden, obschon sie beinahe die doppelte Lei­stung abgeben können. Auch die Sieuerungsmitte! für die Motoren sind ganz wesentlich verbessert worden.

Die Herstellung von Holzschliff und Papier ist in Kanada die erste Industrie geworden. Die kanadischen Holzschleifereien und Papierfabriken arbeiteten im letzten Jahre mit etwa 96,9 vom Hundert ihrer Leistungsfähigkeit. Sie stellten 1 881 737 Tonnen Papier her, womit sie bie Er­zeugung ber Vereinigten Staaten um etwa 200 000 Tonnen übertrafen. Weitere Fabriken sollen wäh­rend dieses Jahres in Betrieb genommen wer­den, und man schätzt, daß Kanada in einem Jahre täglich 8500 Tonnen Druckpapier gegenüber 7300 Tonnen gegen Ende 1926 liefern fenrn.

Der Verkehr durch den Panamakcmal über­traf im letzten Jahre erstmalig den des Suez­kanals; durch den Panamakanal fuhren Schiffe mit insgesamt 26 836 000 Tonnen, während den Suezfanal nur Schiffe mit zusammen 26 060 000 Tonnen durchfuhren.