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(Stadt und städtische Körperschaften haben die Sache nun ad acta gelegt.

Unterwesterwaldkreis.

00601. Montabaur, 6. 6ept. Anfang d. 3. wurde derVereinfürLlebergangs- Helme in 01 ass a u gegründet, mit dem Zweck, älebergangsheime für die aus den G e f a n g e * nen-Anstalten deS Bezirks des Strafvoll- zugLamtes Frankfurt a. OH. kommenden Straf- und Llntersuchungsgefangenen zu er­richten und au unterhalten. Die drei Träger des Greins sind der Landeshauptmann in Wies­baden der Magistrat der Stadt Frankfurt und das Strafvollzugsamt des Frankfurter Ober- landesgcrichts. Das erste Heim dieses Vereins, das in der Rähe von M o n t a b a u r rm Wester- wald liegt, konnte am Sonntag seiner Bestimmung übergeben werden, nachdem am Tage vorher eine Besicht.gung durch die beteiligten Behörden statt­gefunden hatte. Die Stadt Frankfurt hat vor einigen Jahren das Hofgut Langwiesen in der Rähe von Montabaur gepachtet; der Pachtvertrag läuft bis zum 3ahre 1942. Das Gut bietet reichlich Deschüftizungsmöglichkeit für eine Reihe landwirtschaftlicher Arbeiter, um so mehr, als noch Meliorationsarbeiten vorzunehmen sind, die noch Jahre in Anspruch nehmen werden. Der Verein hat daher hier ein Heim errichtet, in dem 25 und mehr Straf­gefangene, die teilweise schon zur Entlassung gekommen find und die noch keine Arbeit ge­sunden haben und solche, die für eine Begnadi­gung in Frage kourrnen, untergebracht werden tonnen.

Maingau.

05601. Frankfurt a. M.. 6. 6ept. Wie wir erfahren, schweben zwischen dem 6tädtischen Gesundheitsamt und der Verwaltung des ©um» bertschen Siechenhauses Verhandlungen über den Erwerb des Siechenhauses, das sich am Röderbergweg befindet. Die Stadt beabsichtigt, das Grundstück zu pachten, um hier ein Kran­kenhaus für das östliche Stadtgebiet einzu­richten. Der Stiftung soll auf dem Tauschwege ein geeignetes Gebäude in Homburg zur Ver­fügung gestellt werden. Die Dettenzahl des Gum- bertschen Siechenhauses beträgt z. Z. 40, könnte aber bei Llebernahme durch die Stadt leicht und ohne große bauliche Veränderungen aus rund 100 erhöht werden. Die Verhandlungen schweben bereits seit anderthalb Jahren, ohne daß bis heute ein greifbares Resultat erzielt wurde.

05601. Höchst a. OH., 6. Sept. Aus der Straße zwischen Weilbach und Dieden­bergen wurde gestern nachmittag von einem bisher noch unbekannten Täter ein schweres Verbrechen verübt. Die Frau des Händ­lers Michel befand sich mit einem größeren Warenpaket auf dem Wege nach Weilbach. Llnlerwegs kam sie an einem Manne vorbei, der auf der Straße mit seinem Fahrrad stand. Später folgte ihr der Bursche, und als er an ihr vor­beikam, zog er einen Revolver und gab einen Schuh auf die Frau ab. Die Kugel drang der Frau in die linke Drustseite und kam am Rücken wieder heraus. Auf die Hilferufe der lieber« fallen en ergriff der Täter, der offenbar die Frau ausrauben wollte, die Flucht und entkam unerkannt. Die Frau wurde schwerverletzt im Krankenhaus eingeliefert Der Täter ist ein 22 -24 3ahre alter Mann mit schmalem, blassem Gesicht. An der Lenkstange seines stark abge­nutzten Fahrrades hing ein blauer Arbeitsanzug.

Reit- und Fahrwettbewerb des LändlichenNeU-uu JFahrv reins

Rabenau in Londorf.

cf Der seit etwa einem Jahre bestehende Reit- und Fahrverein Ravenau in Lon­dorf veranstaltete am Sonntag seinen ersten Reit- und Fahrwettbewerb. Die Ober­leitung lag in den Händen des Rittmeisters a. D. Frhr. von Roeder zu Diersburg, Hof- gutspäch.'er 6 ck u d t, Hofgutsbesith * Reu- meyer und Philipp Höchst. Als Ria», t waren tätig: Landstallmeister Schörke, Cbcrh a. D. Bleib treu, Rimlos bei Lauterbach, Kammer- direklor Freiherr Löw von und zu Stein­furth, Lich; Rittmeister a. D. L e i p o l d, Mün- 5 en berg, Rittmeister a. D Graf von Bredow, Altenburg bei Alsfeld. Dom Wettergott be­günstigt, fonnten nach einem imposanten Zug durch die Straßen Londorfs um 3 11 hr die ein­zelnen Reitabteilungen der Oieitervcrcine Ra­benau, Grünberg, Alsfeld und Lich vor einer großen Zuschauermenge ihren Einzug halten. Es war eine Fülle prächtiger Bilder, die Auge und Herz erfreuten und Zeugnis von dem fröhlich- frischen Zug ablegten, der in den ländlichen Reitervereinen herrscht- Die ländlichen Reicervereine Tonnen mit berechtigtem Stolz auf ihre bisherige Entwicklung zurückblicken. Sie haben den Beweis erbracht, daß sie mit ihren Be­strebungen auf dem richtigen Wege sind. Die Leistungen dieses ersten öffentlichen Auftretens des Otabcnaucr Reitervereins zeug en von großem Meih dec Reitlehrer und 3ungreiter.

Die Reitabteilungen wurden auf dem Zirkel dem Publikum vorgeführt. Am Vormittag hatten schon Vorprüfungen stattgefunden, und zwar auf den eignen Reitplätzen der einzelnen Abteilungen. Es war somit die Gewähr gegeben, daß Reiter und Pferd an Platz und Umgebung gewöhnt waren. Den Preisrichtern wurde auf diese 05eise ein ungetrübtes Bild vorgeführt. Die Qlbteitungen zeigten verschiedene Gangarten, Trab, Galopp u. a. Man kann erfreulicher­weise feststellen, daß große Fortschritte in der Beherrschung des Pferdes zu verbuchen find. Es folgten dann ein län d liches Galopp- reiten und ein St. -Georg-Jagdsprin­gen Klasse A. Für den Zuschauer waren dies zweifellos die interessantesten Prüfungen. Be­sonders im St.-Georg-3agdspringen Klasse A wurden die guten und fehlerlosen Sprünge es waren deren viele von den Zuschauern lebhaft bejubelt. Diesen Prüfungen folgte ein Grup- penspringen. Hier fehlte die Ausgeglichen­heit und ein inniges Zusammenarbeiten. Die Gewandheitsübungen mit einem Sat­telrennen und einem Puppenrennen und einer Eignungsprüfung für Arbeits­gespanne bildeten den Schluß der Konkur­renzen. Es find hier die beiden herrlichen Ar- beitsgespanne der Herren Schu d t (Londorf) und Otto Schmidt (Großen-Bufeck) besonders her- vorzuheben. Das Zusammengehen der Pferde war sehr gut. Der Wettbewerb fand mit einem ein­drucksvollen Parademarsch im Schritt und Trab seinen Abschluß.

Zusammenfassend darf gesagt werden, daß in den ländlichen Reitervereinen, insbesondere in dem Rabenauer Verein, der Pferdesport tn vorbildlicher Weise gepflegt wird. Gerade dieser Sport, der mit zu den schönsten Sportarten ge­hört, soll unsere ländliche 3ugend ertüchtigen, er

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soll sie zu Energie, Mut und Entschlossenheit er­zieh cn. Dieser Geist umweht unsere ländlichen Reitervereine. Und dieser Sonntag, ein Tag von besonderer Bedeutung für die Rabenau, legte Zeugnis von dem Wollen und Können der länd­lichen Reitabteilungen ab. Ein tapferes Fort- schreiten auf der vorgezeichneten Bahn wird ein weiteres Wachsen, Blühen und Gedeihen des ländlichen Reitsportes zur Folge haben.

Die Ergebnisse in den einzelnen Konkurrenzen waren folgende:

Reiterprüfung KlasseA.

1. Preis. Reitabteilung Weitersha i n, Reitlehrer K. R ö ck e r, Weitershain. 2. Reit- abteilung B ü h f e l d, Reitlehrer Gendarmerie­wachtmeister Weihert, Homberg a. d. Ohm. 3. Reitabteilung Grünberg, Reitlehrer K. Wiegand, Grünberg. 4. Reitabteilung L i ch, Reitlehrer 2 a b o s ch a l, Lich. 5. Reitabteilung Geilshausen, Reit.ehrer W. Lich, Londorf. 6. Deita.) eilung Wermertshausen-Rüd- dingshausen, Reitlehrer O. D a p p e r, Weitershain. 7. Reitabteilung Mücke, Reit­lehrer Gendarmeriewachtmeister Roth, Mücke. 8. Reitabteilung Großen-Bufeck. Reitlehrer Gendarmeriewachtmeister Schade, Reiskirchen.

Ländliches Galoppreiten.

Es wurde in 3 Gruppen geritten. Jede Gruppe nach der Schwere des Pferdes eingeteilt. Unter 22 Teilnehmern wurden den einzelnen Gruppen folgende Preise zugesprochen:

I. Gruppe: 1. Preis Konrad Cißner, Wer- mertshausen (R.°D. Rabenau). 2. Adolf Röcker, Weitershain (R.-V. Rabenau). 3. Wilh. Riklas, Weitershain (R.-V. Rabenau). 4. Ernst Baist, Mücke (R.-V. Grünberg).

II. Gruppe: 1. Preis Wilh. Reichert, Weitershain (R.-D. Rabenau). 2. Hugo Dräu- ning, Mücke (R.-D. Grünberg). 3 Erwin Lerch, Weitershain (R.-D. Rabenau). 4. Heinr. Har­bach, Gr.-Buseck (R.-V. Rabenau).

III. Gruppe: 1. Preis Heinrich Bock, Büß­feld (R.-V. Alsfeld). 2. Wilhelm Krug, Teils-" hausen (R.-V. Rabenau). 3. Karl Erb, Stangen­rod (R.-V. Grün berg). 4. Heinrich Schmidt, Geilshausen (R.-D. Rabenau).

St. Georg-Jagdspringen. Klasse A.

12 Ehrenpreise, darunter ein Ehrenpreis, ge stiftet von der SportzeitungSt. Georg", 6 Hin­dernisse, Zeitmessung.

1. Preis Heinrich Dock, Büßfeld (R.-V. Als­feld), ohne Fehler, 1 Win. 5.3 Set. 2. Wilhelm Riklas, Weitershain (R.°V. Rabenau), ohne Fehler, 1 Min. 7 Sek. 3. Erwin Lerch, Weiters­hain (R.-D. Rabenau), ohne Fehler, 1 Min. 16.3 Sek. 4. Otto Schmidt, Gr.-Buseck (R.-V. Rabenau), ohne Fehler, 1 Min. 17,9 Sek. 5. Hch. Reitz. Rieder-Ohmen (R.-V. Grünberg), ohne Fehler), 1 Min. 20.3 Sek. 6, Karl Erb, Stangen­rod (R.-V. Grünberg), ohne Fehler. 1 Min. 25 Sek. 7. Adolf Röcker, Weitershain (R.-V. Rabenau), ohne Fehler, 1 Min. 28 Sek. 8. Hch. Wilhelm, Düßfeld (R.-V. Alsfeld), ohne Fehler. 1 Min. 35,3 Sek. 9. Ludwig Schmidt, Gr.-Buseck (D.-V. Rabenau). 3 Fehler, 1 Min. 20 Sek. 10. Gustav Weifenbach, Mücke (R.-V. Grünberg) 3 Fehler, 1 Min. 33 Sek. 11. Friedrich Katz. Rieder-Ohmen (R.-V. Grünberg), 5 Fehler. 1 Min. 10 Sek. 12. Wilhelm Reichert, Weiters­hain (R.-D. Rabenau), 5 Fehler, 1 Min. 20 Sek.

Gruppenspringen.

Es erhielten sämtliche Gruppen gleiche Preise.

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1. Gruppe: Wilhelm Riklas, Ernst Faul* stich, Adolf Röcker, Abteilung Weitershain (R.-D, Rabenau.

2. Gruppe: Heinrich Kornmann. Adam Pfasf. Konrad Eißner. Abteilung Wermerts- hausen-Rüddingshausen (R.-D. Rabenau). .

3. Gruppe: Karl Sohl. Heinrich Faulstich. Peter Kornmann, Abteilung Wermertshausen- Rüddingshausen (R.-D. Rabenau).

4. Gruppe: Ludwig Schmidt, Otto Schmidt, Heinrich Harbach, Abteilung Gr.-Buseck (R.-D. Rabenau).

5. Gruppe: Karl Diedenkapp. Emst Daist, Otto Zänner. Abteilung Mücke (R.-D. Grün­berg).

6. Gruppe: Heinrich Weber. Heinrich Dock, Albert Seipp, Abteilung Düßfeld (R.-D. Als­feld).

Gewandtheitsübung.

a) Sattel rennen: 1. Preis Heinrich Faul­st ich. Wermertshausen (R.°D. Rabenau). 2. Ernst Lo th, Mücke iR.-V. Grünberg). 3. KarlMaus, Düßfeld (R.-D. Alsfeld). 4. Adolf Loth, Wei­tershain (R.-D. Rabenau).

b) Puppenrennen: 1. Preis Ernst Faul­st ich. Weitershain (R.-D. Rabenau). 2. Karl 6 akranske, Mücke (R.-D. Grünberg). 3. Lud­wig Schmidt, Gr.°Duseck (R.-D. Rabenau).

Eignungsprüfung für Arbeits- g e s p a n n e.

1. Preis Delgiergespann: Besitzer Hofguts- 1 Pächter 6 chudt: Fahrer: Ludwig Lich. Lon­dorf. Oldenburgergespann: Besitzer Otto Schmidt. Gr.-Buseck.

2. Preis. Belgiergespann: Besitzer Hofguts- pächter Schudt, Londorf: Fahrer: Heinrich Mül­ler, Londorf. Oldenburgergespann: Besitzer Wilhelm Schmidt, Gr.-Buseck. Oldenburger» gefpann: Besitzer Heinrich Rübsamen, Alten- Duseck.

In der landwirtschaftlichen Halle am Bahn­hof hatten sich abends die Angehörigen der Jungreiter und Freunde des Reitsports einge­bunden. Rittmeister a. D. Freiherr von Roeder zu Diersburg, 1. Vorsitzender des Reitervereins Rabenau, begrüßte die stattliche Zahl der Gäste und Fremden. Er dankte allen, die zum Gelingen des Tages mitgeholfen haben. Sein Hoch galt der deutschen Heimat und dem Vaterland. Anschließend sprach Landstallmcister Schörke anerkennende Worte über die Ver­anstaltung und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Abteilungen weiterhin vorwärts strebten. Im Anschluß an diese Rede wurde durch Land- stallmeister Schörke die Preisverteilung vor­genommen.

Den Höhepunkt des wohlgelungenen Reiter­abends bildete die Standartenweihe. Landstallmeister Schörke hielt die Weihe­rede. Er ermahnte den jungen Reiterverein: Rabenau, diese Standarte als sichtbares Symbol der Ehre, Treue und Vaterlandsliebe zu be­trachten. Mit beherzigenden Worten übergab er die Standarte in die Hände des 1. Vorsitzenden, Rittmeister a. D. Frhr. von Roeder. Frhr. von Roeder gelobte, der Rabenau und dem Dusecker Tal die alte Treue zu halten. Hierauf übergab Frhr. von Roeder die Standarte unter herz­lichen Worten an den Standarten träger des Vereins, Herrn Becker.

Bei frohem Treiben, Tanz und Gesang hielt die große Reitergemeinde noch weit über Mitter­nacht aus.

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